Beiträge mit dem Schlagwort ‘The Glue’

Stürmischer Abschluss in Washington

the glue am Montag den 7. März 2011

Am Sonntag um 15 Uhr haben wir unser letztes Konzert am SingStrong-Festival gegeben. Wieder war es ein super Publikum und sie schenkten uns einen tollen Applaus. Wir haben das erste Mal probiert, wie unsere etwas seltsameren Songs funktionieren, auch die Deutschen. Das funktioniert definitiv sehr gut, so können wir weitermachen. Die Schweizer Botschaft hat sogar eine Delegation geschickt und wie passend, die Dame war selber lange in einer A-cappella-Gruppe und jetzt Kulturkoordinatorin hier in Washington. Sieht also gut aus für eine weitere Tour nächstes Jahr;)

Leider hat das Wetter gerade gewechselt. Gerade stürmt es draussen und es regnet heftig. Hoffen wir, dass es morgen wieder etwas besser wird. Es wird unser freier Tag in Washington, bevor wir nach Norden nach Kanada fahren.

Der Traum der Nordamerika-Tournee wird Wirklichkeit

the glue am Mittwoch den 2. März 2011

Nach intensivsten Wochen der Vorbereitung starten wir, The Glue, am Donnerstag zu unserer ersten Nordamerika-Tournee. An dieser Stelle berichten wir täglich über unsere Reiseerlebnisse.

The Glue Band ohne InstrumenteEs war im Oktober, als von Oliver Rudin, Manager und Bandmitglied von The Glue, die Nachricht kam: Wir sind an die Harmony Sweepstakes Regional Competition in New York eingeladen! Dass es sich dabei um den wichtigsten A-cappella-Wettbewerb Nordamerikas handelt, wussten wir anderen zu dem Zeitpunkt noch gar nicht – aber New York klang erstmal super.

Als dann nach und nach weitere Termine klar wurden, wie z.B. ein Auftritt am Main Event des SingStrong Festivals in Reston bei Washington am 5. März (auch das eines der bedeutendsten Vocal-Festivals des Kontinents), war der Rahmen der Tour bereits abgesteckt. Zuerst Washington und zwei Wochen später New York.

Die Zeit dazwischen würden wir schon irgendwie füllen. Und sie füllte sich wahrlich. Mittlerweile spielen wir sieben oder sogar acht Konzerte vom 3. bis 20. März und reisen auch nach Ottawa und Montreal in Kanada und nach Boston.

Anfang Jahr stand das Tourprogramm und wir mussten uns langsam überlegen, welche Songs wir überhaupt singen. Und ob wir diese auf Deutsch oder mit übersetzten Texten präsentieren. Letzteres erwies sich als praktisch unmöglich, zumal die Veranstalter sich deutsche Songs wünschten. Und vor allem wünschten sie sich Eigenkompositionen, weil das auch in der nordamerikanischen A-cappella-Szene nicht sehr verbreitet ist. Deshalb singen wir unsere Songs grösstenteils in den Originalsprachen, versuchen mittels der Ansagen den Inhalt wiederzugeben und hoffen einfach nur, dass den Leuten da drüben unsere Musik gefällt.

Morgen früh geht es mit British Airways zuerst nach London, dann weiter nach Washington, wo wir gegen 20 Uhr ankommen werden. Viele von uns waren noch nie oder schon sehr lange nicht mehr in den USA. Wir sind sehr gespannt, was uns da erwartet. Stimmen die Gerüchte? Sind die Einreisekontrollen so streng, wie immer behauptet? Die Vorfreude ist im Moment jedenfalls riesig und die Spannung steigt von Minute zu Minute. Jetzt noch letzte Dinge erledigen und los geht’s.

Unseren Flugbericht aus der Blackbox gibt es morgen an dieser Stelle.

Vom Keller ins Rampenlicht

Joel Gernet am Mittwoch den 24. November 2010

Dass sich Basel in Sachen Pop, Rock und Rap nicht verstecken muss, ist – zumindest am Rheinknie – kein Geheimis. Dass in Basel aber viele, sehr viele Bands ihr Potenzial nicht ausschöpfen – erst recht auf nationaler Ebene – auch nicht. Woran liegt es, dass Herr und Frau Schweizer neben den Lovebugs und Black Tiger, allenfalls noch The Bianca Story oder The Glue, kaum aktuelle Musiker aus Basel kennen? Liegt es an der viel zitierten Basler Bescheidenheit? Sind unsere Bands zu wenig selbstbewusst? Oder nur zu versifft? Wird Basler Sound vom den nationalen Mainstream-Medien totgeschwiegen? Oder sind die Musiker schlicht und einfach zu schlecht?

Da viele ansässige Bands definitiv die Qualität und das Potenzial haben, national was zu reissen, wage ich zu behaupten, dass viele Basler Künstler zu bescheiden sind. Oder zu versifft. Oder beides. Was kann dagegen getan werden? Ganz einfach: Den Finger aus dem Allerwertesten nehmen und sich jetzt für das siebte Jugendkulturfestival (JKF) anmelden, das am 2. und 3. September die Innenstadt wieder Kopf stehen lassen wird. Folgenden fünf Punkte erklären, warum:

  1. Ein konkretes Ziel vor Augen haben: Wer sich stets nur im Bandkeller verschanzt und «für die Mülltonne» oder fürs Internet (was teilweise aufs Gleiche hinausläuft) musiziert, macht niemals die Fortschritte einer Band mit kontinuierlich wachsender Live-Erfahrung. Der Schritt auf die Bühnenbretter – mit echten Zuschauern und so…, nicht mit Clicks – stellt für die meisten Bands eine magische Grenze dar. Eine Grenze, über die sich viele aus falscher Bescheidenheit – oder eben Versifftheit – zu spät wagen. Klar, noch viel mehr Künstler präsentieren sich zu früh, aber das ist ein anderes Thema. Wer sich für einen Basler Grossevent wie das Jugendkulturfestival (oder auch die BScene) anmeldet, setzt sich ein ambitioniertes Ziel und kann dabei nur gewinnen.
  2. Das «Business» kennenlernen: Wer sich die Mühe nimmt, einen Anmeldeprozess wie beim JKF zu durchlaufen, merkt was es braucht, um über den Bandraum hinaus wahrgenommen zu werden: Eine professionell – am besten auch originell – geschriebene Bandbiographie; vernünftige Bandfotos; einen Plan, wer oder was auf die Bühne gehört und – vor allem – Sound der ready ist, vom Publikum gefeiert zu werden. Künstler, die sich angewöhnen, solche administrative Hürden zu überwinden und die sich so mit sich selber auseinandersetzen, haben es später auch leichter bei einer allfälligen Anmeldung zum «RegioSoundCredit», bei dem dreimal im Jahr Geld für vielversprechende Bands aus der Region ausgeschüttet wird. Als Kellerband mit Ambitionen gilt es solche Angebote sowie Wettbewerbe jeder Art zu nützen.
  3. Live-Erfahrung sammeln: Ein Bandprobe kann niemals ein Livekonzert ersetzen. Eine Combo kann noch so eingespielt sein – wenn sie nicht weiss, wie man mit dem Publikum kommuniziert und wie dieses auf die verschiedenen Lieder reagiert, ist diese Routine wenig wert. Ein überzeugendes Auftreten ist – wie fast überall – die halbe Miete. Mit Live-Routine können einem auch die gröbsten Patzer, sofern man diese originell auffängt, Publikums-Sympathien einbringen.
  4. Sich dem Publikum und den Fachleuten präsentieren: Nur wer sich zeigt, kommt ins Gespräch. Nur wer im Gespräch ist, wird auch weiter beachtet. Am Jugendkulturfestival ist halb Basel auf der Strasse (zumindest die musikaffine Peergroup). Zudem werden auch namhafte Komponenten aus der Musikszene unterwegs sein, denen man sich zeigen kann.
  5. Der Durchbruch ist möglich: Wenn eine unbekannte Kellerband an einem Grossevent wie dem Jugendkulturfestival überzeugt, hat sie gute Chancen auf Folgeauftritte. Oder, dass sie beim nächsten JKF nicht am Freitagnachmittag auf einer Nebenbühne, sondern am Samstagabend auf einer Hauptbühne spielen wird. Wer seinen Auftritt zudem via Videobilder (gibt es eine schönere Video-Kulisse als die voll besetzte Basler Innenstadt?) optimal weiter verwertet, kann noch mehr Leute erreichen und beeindrucken. Es soll ja Basler Bands geben, die auch dank einem JKF-Videoclip den nationalen Durchbruch geschafft haben. Also ran an den Speck!
  6. Spass haben: Das Wichtigste zuletzt. Es gibt für eine Band aus der Nordwestschweiz kaum etwas schöneres, als an einem Spätsommerabend in der zum bersten gefüllten Innenstadt zu spielen. Punkt.

Also… seit dieser Woche können sich (nicht nur) Musiker aus der Region für das siebte Jugendkulturfestival anmelden (hier das Formular). Und ich hoffe, dass sich die ein oder andere Kellerband am Riemen reisst und am ersten Septemberwochenende auf einer der JKF-Bühnen steht. Auf dass Basel bald wieder mehr zu bieten hat als eine Handvoll nationale bekannter Musiker. In Anbetracht des lokalen Potenzials kann es doch nicht sein, dass unter den über 300 Bewerbern für das SF-Finale zum Eurovision Song Contest (ESC) nicht einmal ein halbes Dutzend regionale Artists waren (oder sind sie sich zu schade dafür?)! Immerhin: Mit zwei von zwölf Finalisten – The Glue und Anna Rossinelli – ist Basel nun dafür quasi überproportional vertreten in der Finalshow um die Schweizer ESC-Vertretung. Und was ist schon der Konkurs-Concours gegen das Basler Jugendkulturfestival…