200-Meter-Riesen im Gegenwind

Überall, nur nicht hier! Windräder sind weder in verbauten noch unverbauten Gebieten erwünscht. (Foto: Keystone/Valentin Flauraud)

Das Ziel ist ambitioniert. Bis 2050 soll die Windenergie rund 7 Prozent an die Stromproduktion in der Schweiz liefern; heute sind es erst 0,2 Prozent. Nicht nur diese Kluft müsste den Promotoren von Windturbinen zu denken geben, sondern auch die Ausbauflaute, die seit zwei Jahren herrscht.

Ausgerechnet! Da heisst das Stimmvolk im Frühjahr 2017 den Atomausstieg und einen kräftigen Ausbau der erneuerbaren Energien gut, doch dann passiert nichts. Knapp 40 Anlagen sind es noch immer, dabei brauchte es bei diesem Ziel gut und gern 800. Also mehr als 750 in rund 30 Jahren, macht pro Jahr durchschnittlich 25 neue Anlagen.

Zwar sind 50 Projekte mit 400 Anlagen in Planung. Ob sie jemals realisiert werden, scheint aber ungewisser denn je, ist die Front gegen Windräder zuletzt doch gewachsen. Nebst Umweltverbänden und Anwohnern reihen sich nun auch Kantonsregierungen in die gegnerische Phalanx ein.

Alles, nur keine Windräder!

Der Glarner Regierungsrat hat jüngst einen geplanten Windpark in der Linthebene aus dem Richtplan gestrichen. Windräder, befürchtet er, könnten die langfristige Entwicklung von Dörfern behindern. Darum lehnt er innerhalb oder zwischen Siedlungen deren Bau ab. Auch die Regierung von Appenzell Innerrhoden hat diese Woche einen Windpark abgelehnt. Sie befürchtet, Windräder würden die pittoreske Landschaft beim Standort Honegg-Oberfeld verschandeln.

Die beiden Begründungen kombiniert, führen zum Schluss: Windräder sind weder im verbauten noch im unverbauten Gebiet erwünscht. Bis zu 200 Meter hoch sind sie, so hoch also wie der Fernsehturm auf dem Uetliberg – für viele allein schon aus ästhetischen Gründen ein inakzeptabler Sündenfall. Man kann das so sehen. Allerdings: Andere Infrastrukturen provozieren weniger oder gar keine Opposition. Neue Bergbahnen? Neue Strassen? Neue Funparks? In solchen Fällen setzt sich der erhoffte Nutzen gegenüber etwaigen Bedenken zumeist durch.

Warum nicht auch bei den Windrädern? Eine mögliche Antwort: Es besteht kein Leidensdruck, Strom fliesst auch so genügend. Solches Denken könnte sich jedoch rächen. Denn irgendwie muss die Schweiz den mittelfristig wegfallenden Atomstrom ersetzen. Doch auch der Ausbau der Fotovoltaik läuft nicht so zügig, wie er könnte. Mit Tiefengeothermie ist noch keine Kilowattstunde Strom produziert worden.

Schluss mit Windenergie?

Und der Windkraft droht bereits weiteres Ungemach: SVP-Politiker fordern einen gesetzlich festgelegten Mindestabstand von Windkraftanlagen zu Siedlungsgebieten; dieser soll mindestens das Zehnfache der Höhe der betreffenden Windturbine betragen, mindestens 2 Kilometer also bei einer Höhe von 200 Metern. Der Vorstoss ist im Parlament hängig. Kommt er durch, wäre die Windenergie in der Schweiz so gut wie erledigt.

Geht das so weiter, hat das unangenehme Fragen zur Folge: Soll die Schweiz vermehrt auf Importstrom setzen? Also auch auf Atomstrom, den sie selbst nicht mehr produzieren möchte? Sowie auf Kohlestrom, der klimapolitisch problematisch ist? Oder soll die Schweiz Gaskraftwerke bauen, was fürs Klima ebenfalls schlecht wäre? Oder gelingt es, den Stromverbrauch stark zu senken, obschon die Bevölkerung wächst und der Verkehr zunehmend elektrifiziert wird?

49 Kommentare zu «200-Meter-Riesen im Gegenwind»

  • Martin sagt:

    Ich wäre sogar für ein Verbot der Windenergie. Grund: Sie steuert rein gar nichts zu einem stabilen Stromnetz bei. Wind weht, wenn es Petrus gefällt. Ausserdem ist der Wirkungsgrad viel zu tief. Geothermie müsste ausserhalb von Siedlungen gebaut werden, da es starke Vibrationen gibt, wenn gebohrt wird. Es ist aber für mich die einzige wirkliche Möglichkeit, um auf engem Raum viel Strom zu erzeugen, wenn kein Wasserkraftwerk gebaut wird. Die Energiestrategie des Bundes war von Beginn weg fehlerhaft. Ich frage mich bis heute, wer so eine Strategie zusammengeschustert hat und weshalb keine Physiker und Ingenieure dagegen waren?

    • Geert sagt:

      Vielleicht weil Physiker und Ingenieure wissen, dass Sie Humbug erzählen? Gruss, ein Ingenieur.

      • Martin sagt:

        @Geert: Sind Sie sicher? Jeder der etwas von Stromnetzen versteht, der weiss, dass der Strom dann geliefert werden muss, wenn er benötigt wird und nicht dann, wenn es Petrus gefällt. Zu wenig Strom im Stromnetz bedeutet Stromausfall. Auch als Geert machen Sie keine gute Figur, Herr „Thomas Jobs“.

        • Geert sagt:

          Ja, ich bin sicher. Und ja, als Elektroingenieur verstehe ich etwas von Strom(netze). Aber ich nehme nicht an dass Sie das technische wirklich Interessiert, es geht Ihnen nur darum, als schlechter Verlierer die Energiestrategie schlecht zu reden. Und auch wenn Herr Jobs meist meiner Meinung ist, verwechseln Sie da etwas.

          • Martin sagt:

            @Geert: Prima, Elektroingenieur. Ich habe selber schon sehr viele Stromkreisläufe berechnet, mit Watt, Volt & Ohm. Das technische interessiert mich durchaus. Nur müssen Sie mir jetzt erklären, was mir (angeblich) 79 TW aus 1500 h Vollzeitauslastung bringen? Das sind ca. 66 Tage im Jahr Strom. Was ist mit den restlichen Tagen des Jahres? Ich nehme an, Sie gehen mit mir einig, dass wenn es zu wenig Strom im Netz hat, es zu einem Stromausfall kommt. Woher dann den Strom nehmen? Und nein, ich bin kein schlechter Verlierer, aber mit dieser Strategie werden wir alle zu den Verlierern gehören, so viel ist mal sicher.

        • Max Oppliger sagt:

          Schauen Sie doch einmal, wie andere Länder diese Probleme lösen. Manchmal muss man über die eigene Nasenspitze hinaus schauen oder glauben Sie schlauer zu sein als Ingenieure in D, DEN, GB, IRL, CHN, USA……? Petrus lässt es auch nicht immer Regnen und deshalb braucht es einen guten Mix an EE.

          • Martin sagt:

            @Oppliger: Nein, aber freier. Meinen Sie wirklich, dass Ingenieure in den von Ihnen genannten Ländern, wirklich etwas zu sagen haben? DEN, GB, IRL = Königreiche oder davon regiert. CHN= kommunistische Diktatur, D = hat Mutti, die alles auf den Kopf stellt und die USA? Wie viele Windparks, die wirklich laufen, hat denn die USA?

        • Stefan Flury sagt:

          Pumpspeicherkraftwerke sind genau dazu da, um Energie zu speichern, welche produziert wird, wenn sie nicht gebraucht wird.

    • Peter Kuhglock sagt:

      Aufrichtige Physiker und Ingenieure sind sehr wohl dagegen, denn auch sie haben errechnet, dass Windenergie voll subventioniert bleibt und konventionelle „Back up“ Kraftwerke zwingend benötigt.

    • Franz Marke sagt:

      Wo sehen Sie Probleme beim Wirkungsgrad moderner Windkraftanlagen?? Moderne Anlagen sind doch schon sehr nah am theroetischen Maximalwert dran. Zudem bläst der Wind ja sonst ohnehin ungenutzt. Sind Sie sicher, dass Sie das richtige Wort gewählt haben? Eine grosse moderne Anlage schafft auch 6 MW, das ist nicht nichts!

      • piotr kuhglock sagt:

        Sie schafft das aber nur, wenn der Wind weht. Und wenn er nicht weht? Oder wenn er zuviel weht? Was dann? Woher und wohin mit dem Strom?

      • Martin Maletinsky sagt:

        Eine grosse Anlage hat vielleicht 6 MW Spitzenleistung bei optimalen Windverhältnissen.

        Bläst der Wind zu stark, muss die Anlage abgeschaltet werden um Schäden zu vermeiden, bläst er unterhalb der Optimalgeschwindigkeit so nimmt die Leistung mit der dritten Potenz der Windgeschwindigkeit ab (d.h. halbe Geschwindigkeit liefert 1/8 Leistung, ein Viertel der Geschwindigkeit liefert 1/64 Leistung)!

        Auch nimmt die Leistung mit abnehmender Luftdichte ab, ist also im Schweizer Mittelland bereits geringer als auf Meereshöhe und im Hochgebirge nochmals geringer – die Nennleistung wird dabei gerne für Meereshöhe angegeben.

        Dem gegenüber steht der höchst energieintensive Bau der Anlagen (inkl. Spezialtransporte und massive, tonnenschwere Betonsockel).

        Das macht schlicht keinen Sinn!

      • Martin sagt:

        @Marke: Es geht nicht bloss darum, wie viel eine Windturbine produzieren kann, sondern auch darum, wann sie es produzieren wird! In der Nacht brauchen wir am wenigsten Strom, tagsüber am meisten. Wenn es in der Nacht windet, so wird der Strom nicht benötigt, wenn es aber tagsüber nicht windet, wo der Strom benötigt würde, hat es zu wenig Strom im Stromnetz. Die Folge: Stromausfall. Ein Stromnetz ist etwas künstliches, welches den Strom dann bereit stellen muss, wenn er benötigt wird. Ansonsten bricht es zusammen. Die Folgen wären: Schrumpfendes BIP wegen Produktionsausfällen, schwächerer Franken, somit eine schwächere Kaufkraft und steigende Preise. Am Schluss leiden alle darunter. Auch die Grünen mit ihren überteuerten Sojabohnen und vegetarisch-/ veganen Produkten.

    • Maike sagt:

      Also ich habe noch nie erlebt, das in der ganzen Schweiz Windstille herrscht ! Zudem, wenn man mehr als die Überschrift gelesen hätte, wäre man auf den Satz gestossen – Windenergie soll bis 2050 7% des Stromes für die Schweiz liefern. Windenergie soll und wird auch nie der Hauptstromlieferant sein. Es soll nur helfen, die Anzahl der Kohle-Gas-Atom KWs zu verringern.

  • Daniel Christen sagt:

    Am besten setzt die Schweiz die Energiestrategie 2050 mit dem Bau von 4 neuen AKWs um.
    Dass dieser Vorschlag gegen den Verfassungstext verstösst, ist doch kein Problem, schliesslich ist das nicht einhalten der Rechtsordnung in der Bananenrepublik eine gute, alte Tradition wie jodeln und schwingen.

    • Marco Fässler sagt:

      Klar formuliert und erst noch korrekt

    • Franz Marke sagt:

      Na, dann finden Sie erst einmal Investoren, welche Ihnen Ihre AKWs bezahlen wollen. Die neuen Anlagen in UK werden ja auch nur gebaut, weil UK für seine Atomwaffen eine funktionierende Nuklearwirtschaft am Leben halten muss und weil die Chinesen das finanzieren, um ein paar Schaufenster-Stücke in Europa aufstellen zu dürfen. Der garantierte Abnahmepreis des Atomstroms auf die nächsten 50 Jahre ist heute schon höher als für Windpark-Strom.

  • Werner sagt:

    Fazit; die ganze Atomausstiegs- und Oeko-Strompolitik der Bundesrätinnen war nichts als ein Ballönchen welches nun elend dahin schrumpft! Wie waren doch alle, die nach Vernunft und machbaren Wegen riefen höhnisch niedergeschrien worden! Nun gehen wir wirklich schwierigen Zeiten entgegen und ich sehe nach wie vor keine andere Möglichkeit als die der Einschränkungen und das fängt nun mal bei der Anzahl Bezüger an, denn diese fordern auch immer mehr Einrichtungen, welche Energie verschlingen. Siehe Klimaanlagen Verkauf im letzten Sommer! Doch der Bundesrat will munter Verträge der UNO akzeptieren, welche die Schweizer Bevölkerung explosionsartig anwachsen lassen könnte!

  • Dominik Leemann sagt:

    Ohne neue Strassen kann kein einziges Windrad gebaut werden. Also führen neue Windanlagen zu neuen Strassen, und zwar gut befestigten. Windstromproduktion in der Schweiz ist ein teurer Unsinn. Das funktioniert nur an Meeresküsten oder im Meer, wo der Wind – fast! – ständig weht. Vergessen geht aber oft, dass es neben den Windturbinen auch neue Leitungen für den produzierten Strom braucht. In DE ist das ein grosses Thema, es hagelt von Einsprachen gegen die neuen Trassen, die breite Schneisen benötigen. Kommen die Kabel in den Boden, wirds ca. 10x teurer. Hinzu kommt: Flauten sind nie ausgeschlossen. Stichwort: kalte Dunkelflaute, also kaltes Wetter = hoher Stromverbrauch, kein Sonnenstrom, kein Windstrom. Die Lösung: noch mehr Kohlestrom – oder Gas via Nordstream 2.

  • Dani Keller sagt:

    Das ist nun die Quittung, dass BR und Parlament das Energiegesetz im Päckli durchgedrückt hat. Windkraft alleine wäre beim Volk nie durchgekommen. Gut, dass das Volk nun indirekt doch noch ihren Willen durchsetzen kann.
    Bzgl. Strom muss die Schweiz mehr importieren (solange wie möglich), sowie PV und Speicher (in Kombination rentabel für E-Mobilität) bedacht ausbauen. Parallel dazu muss man nun Gaskombikraftwerke aufgleisen – diese müssen evtl. staatlich betrieben werden, damit sie nur bei wirklichen Stromlücken (Winterhalbjahr, Dunkelflauten) betrieben werden (und somit mangels Betriebs-h defizitär sind).
    Glück im Unglück: die sportlichen CO2 Ziele wird die Schweiz wohl mit der E-Mobilität ohne Komforteinbussen erreichen. Die Substitution der Treibstoffe schenkt bzgl. CO2 so richtig ein

  • Kristina sagt:

    Machen Sie sich schlau. Flügelharmonische. Ein Abstand von zwanzig Kilometern ist das Mindeste.

  • Bernhard Piller sagt:

    Ja, die Bevölkerung wächst stetig, da immer mehr Leute importiert werden. Warum kann man da nicht auch den Strom importieren?

  • Tim Meier sagt:

    Die Windenergie ist bereits erledigt. Die niedrige KVE ermöglicht den Produzenten keinen wirtschaftlichen Betrieb. So geschehen im Baselbiet.
    Dass die „Erneuerbaren“ Backups in Form von Kohle- oder Gaskraftwerken mit derselben Kapazität benötigen, sollte sich langsam herumgesprochen haben. Deutschland liefert genügend Beispiele.
    Stimmt, die ES2050 wurde dank der vielen naiven Versprechen (nur 40.- Franken Aufschlag / Jahr) der Politiker angenommen. Die Umsetzung ist anderes Kapitel. Da kommt der Rechtsstaat mit all seinen Einsprachemöglichkeiten zum Zug.
    Bleibt nur noch der Weiterbetrieb / Neubau der eigenen Atomkraftwerke. Import von Strom aus zweifelhaften ausländischen Quellen kann sicher nicht die Lösung sein.

    • Geert sagt:

      Dass die Erneuerbaren Backups in Form von „Kohle“- oder „Gaskraftwerke“ mit derselben Kapazität benötigen, ist Humbug. Es braucht ein paar wenige Gaskraftwerke. Den Rest können in einer Dunkelflaute problemlos die Speicherkraftwerke liefern. Wenn man sie nicht gerade misbraucht um mit Französischem Atomstrom zu spekulieren. In der „Ökonomie“ liegen die wahren Probleme, nicht in der Technik.

  • Scheurer sagt:

    Was da hoch geredet wird?
    wir sind in den 90iger Jahren in O-DE durch mehrere grosse Winparkanlagen gewandert. Lärm = 0, tote Vögel auch = 0. Fast jederman benutzt immer mehr el. Energie, z.B. Internet/PC, Handy in allenmöglichen Zusätzen, die el. Zahnbürste darf auch nicht fehlen usw. Und dann werden mögliche Energie-Quellen mit abstrussen Vorwänden abgelehnt.
    J. Scheurer

    • Meyerhans sagt:

      Die grauenhafte Verunstaltung von an sich schönen Gegenden mit Windparks von 30 und mehr Rädern, wie man es in D besonders häufig sieht, ist für Sie kein Thema? Seit den 90-er Jahren sind es übrigens sehr viel mehr geworden.

      • Geert sagt:

        Die grauenhafte Verunstaltung von an sich schönen Gegenden mit Siedlungen, Industrie, Bahngleisen, Strassen, Vergnügungsparks, Fernsehtürme, AKW, Schwimmbäder, Landwirtschaftliche Monokulturen, usw… sind weitaus hässlicher. Aber die finden Sie bestimmt allesamt kein Problem, oder?

        • Werner sagt:

          Geert, das ist nun wirklich ein faules Argument! Wo kämen diese Anlagen zu stehen? Wo stehen bereits solche Anlagen? Wollen Sie mit Ihrer Aussage vielleicht sagen Sie hätten die Anlagen auf dem Jura noch nie aus der Nähe gesehen? Ich sah dort ausser den brummenden Ungetümen nur Rinder und Pferde welche zwischen den klassischen Juratannen grasten!

          • Geert sagt:

            Nein, ich will damit sagen dass der Mensch die Landschaft mit viel sinnlosere Dinge verschandelt, und es da komischerweise nicht so viel Widerstand dagegen gibt. Windparks bringen wenigstens etwas.

  • Urs Muntwyler sagt:

    Die Schweizer EWs haben bereits über 6TWh (150% des Ziel der Energiestrategie 2050) installiert – im Ausland! Für den Netzausgleich wären hier einige TWh Wind nützlich, dazu eine Entblockierung der „Photovoltaik“! Mit dieser kann auch Winterstrom produziert werden. Für das Füllen bzw. Entlasten der leeren Stauseen ist die Photovoltaik in der Schweiz geradezu ideal.

  • C. Corno sagt:

    ja klar doch, Erneuerbare Energien will man, aber bloss nicht im eigenen Sichtfeld oder wenn man selbst von den negativen Folgen betroffen ist. Weshalb hat man dann an der Urne das Kreuzchen pro EE gesetzt?

  • Stefan W. sagt:

    Mir gefallen Windräder. Ganz ehrlich. Ich mag die majestätische Ästhetik, wenn sie sich langsam im Wind drehen. Ich hätte nichts dagegen, eines in meiner Nachbarschaft zu haben. Immerhin würde es dazu beitragen, dann Strom zu liefern, wenn meine Solaranlage zu wenig leistet.
    Aber klar, Ästhetik ist Geschmackssache. Dem Einen gefällt ein Skilift besser, dem Anderen ein Aussichtsturm, dem Dritten der Kühlturm eines AKW.

  • Röschu sagt:

    Tja, so kommt’s dann halt raus wenn weltfremde Ideologien einer vernünftigen Lösung vorgezogen werden. All jene, die uns vor der Abstimmung zur „ES2050“ versprochen haben, dass deren Umsetzung problemlos und relativ günstig möglich sei, sollen nun gefälligst Lösungen präsentieren um ihre Versprechen zu halten.

    • Geert sagt:

      Die Lösungen sind seit 30 Jahren marktreif. Auf die normale Amortisationszeit gerechnet, sind sie auch günstiger. Der Widerstand ist rein Emotional begründet.

  • Geert sagt:

    Am lustigsten finde ich die Argumente mit dem „Vogelschredder“, meist zum Besten gegeben von Menschen, denen die Energie zum grössten Teil mit gigantischen Fischschreddern aus fernen Ländern angeliefert wird. Und dagegen haben sie dann gar nichts einzuwenden…

    • Martin Maletinsky sagt:

      Mit „Fischschreddern“ meinen Sie wohl die Antriebsschrauben der Tankschiffe?

      Fischbestände sind durch Überfischung und Verschmutzung der Meere gefährdet, hingegen lese ich hier zum ersten Mal, dass Schiffsschrauben eine ernsthafte Gefährdung sein sollen, haben Sie eine Quellenangabe?

      Was hingegen die Bedrohung verschiedenster Flugtiere durch Windturbinen angeht, gibt es dazu Studien aus Deutschland (die Deutsche Wildtierstiftung z.B. nennt solche) und eine erst kürzlich erschienene internationale Studie beobachtet im Biosphärenreservat Western Ghats (Indien) einen starken Rückgang von Raubvögeln und dadurch massive Auswirkungen auf das gesamte Ökosystem in der Umgebung von Windparks. Gemäss der Studie sind diese Auswirkungen bisher „stark unterschätzt“ worden.

    • Werner sagt:

      Geert, Sie können sich lustig machen wie Sie wollen, Tatsache ist uns bleibt sowohl Windenergie als auch Solarenergie sind Flatterenergien welche durchaus eine gute Sache wäre, könnte man sie auch SINNVOLL und zu einem vernünftigen Preis speichern. Beides ist in naher Zukunft nicht möglich und der Gerichtsfall in Spanien zeigt doch was von Ihren Träumen zu halten ist!!

  • Leo Klaus sagt:

    „Nicht vor meinem Haus!“…
    Ich will ueberall 4G, aber bitte keine Mobilfunkantennen,
    Ich will immer Strom haben, aber bitte keine Kraftwerke irgendwo in der Naehe,
    Ich bin ruecksichtslos und befuerworte Atomenergie, aber bitte kein Endlager bei mir,
    Ich will das Klima retten, aber ich darf fliegen soviel ich will,
    Man ergaenze das beliebig..

  • Champedissle sagt:

    Wenn man von Frankreich auf der Autobahn Richtung Schweiz fährt, sieht man bereits auf der Höhe vom Jura die rund 150 km entfernten scheusslichen Windräder in der Landschaft stehen. Schlimmer sind nur noch Atommailer und Kohleabbau Felder.
    Verschont uns mit dieser scheusslichsten Art der Energiegewinnung. Dafür ist die Schweiz viel zu dicht bevölkert.

  • Sacha Meier sagt:

    Einige dutzend km² PV-Panelen und ein paar tausend Windrädli sind nun einmal das Rückgrat der ES-2050. Diese liefern im Sommerhalbjahr den Strom. Nachts dann ergänzt mit Wasser und Gas und im Winter bei windstiller Inversionslage importieren wir Kohlestrom aus DE, IT, CZ und PL. Neuartige, sichere und saubere Energietechnologien – wie etwa die neutronische und aneutronische Puls-Plasma-Fusion – kommen in rund 400 Jahren, sobald Kohle fertig ist. Das ist kurz zusammengefasst das politisch und wirtschaftlich Machbare. Will heissen, dass das richtige Kohlezeitalter mit Kohlevergasung/Verflüssigung (CtG, CtL) erst noch kommt. Sich dagegen zu sträuben ist zwecklos. Die planetare Energiestrategie macht die Fossilenergieindustrie. Darum brauchen wir auch Windstrom – auch wenn es nicht schön ist.

  • H.Trickler sagt:

    Warum soviel lamentieren wenn es doch billigsten Strom aus Kohle gibt???

  • Anh Toàn sagt:

    Ist ja toll dass die Glarner und die Appenzeller selbst bestimmen können. Man muss nur die Fragen anders formulieren:

    Wollt ihr Strom oder nicht?
    Wollt Ihr Windräder oder ein Atommüllendlager?

    • Theres Schmid sagt:

      @ Anh Toan
      Im Glarnerland gibt es einen Stausee, Linth Limmern, da wird Energie gewonnen, weit mehr als die Glarner selber brauchen. Und wenn der eines Tages brechen sollte, bin ich und mein Häuschen nicht mehr auf dieser Welt.

      • Anh Toàn sagt:

        @Theres Schmid

        Sie haben durchaus recht, was Stromproduktion und -verbrauch in GL betrifft, ich hatte bei meinem Kommentar vor allem AI im Kopf.

        Aber auch die Mittel die GL aus dem Finanzausgleich erhält, brauchen zur Erwirtschaftung irgendwo Energie, genauso wie das Fernsehprogramm, das auch in GL empfangen werden kann. Es sollen auch mehr Arbeitnehmer aus dem Kanton Glarus pendeln als in diesen.

        Letztlich ist halt schwierig, einen Flugplatz für die Schweiz im Kanton GL zu bauen oder eine Pharmaindustrie. All dies birgt auch Risiken und Emissionen (Schweizerhalle) Andererseits ist die Stromerzeugung in den Bergen, vor allem mit Wasserkraft aber auch Wind (Thermik), und Sonne (kein Nebel) deutlich einfacher als im Flachland.

        Es geht um Solidarität. (siehe @Leo Strauss)

    • Martin Maletinsky sagt:

      Windkraft und Atomkraft als zwei Alternativen zu präsentieren zwischen denen man sich entscheiden muss, ist (beabsichtigt?) irreführend:
      – Der Ausstieg aus der Atomkraft ist in der Schweiz ohnehin beschlossen – mit oder ohne 200 Meter hohen Windturbinen im ganzen Land..
      – Windenergie wird nie einen substantiellen Beitrag zur Stromproduktion in der Schweiz leisten können (selbst die optimistischen Lobbyisten rechnen mit 7%).
      – Es gibt sehr viele weitere Alternativen, mit einem weit besseren Verhältnis von Nutzen und Schaden, wie Wasserkraft, Solarenergie, Biogas-Kraftwerke, Geothermie und nicht zuletzt Stromsparen!

  • Martin Maletinsky sagt:

    Der Autor stellt die interessante Frage, warum andere Infrastrukturbauten weniger oder gar keine Opposition provozieren. Es gibt dafür mehrere einleuchtende Erklärungen:
    – Wenige Infrastrukturbauten haben ein so schlechtes Verhältnis von Nutzen und Schaden wie die Windkraft. Um das (bereits ambitionierte) Ziel zu erreichen, mit Windkraft 7% der Schweizer Stromproduktion (unzuverlässig) zu decken, müssten sehr viele noch intakte Landschaften geopfert werden. Im Gegensatz dazu deckt Wasserkraft heute schon zwei Drittel der Stromproduktion, bei geringerer Beeinträchtigung der Landschaft.
    – Neben landschaftlichen Auswirkungen hat Windkraft auch drastische Auswirkungen auf die Gesundheit und Lebensqualität der Anwohner und bedroht einzelne Fledermaus- und Raubvogelarten in ihrem Bestand.

    • Martin sagt:

      @Maletinsky: Sehr treffend formuliert. Hinzu kommt, dass die Schweiz auch ein Tourismus Land ist. Niemand will unter Windturbinen wandern, biken oder Ski-/ Snowboard fahren. Was die Vögel angeht, so sterben angeblich viele Boussarde und Rotmilane durch Windturbinen. Auf YouTube habe ich einen Film gesehen, wo man live sieht, wie ein Vogel von einer Windturbine geschreddert wird oder wie halbierte Störche weggeräumt werden.

  • werner sagt:

    Alle, die so schwärmerisch von den Windrädern schreiben, möchte ich darauf hinweisen, dass wir dass gleiche Spektakel schon einmal hatten. Alle wollten in den 1950 er Jahren in der nähe des Flughafens Zürich-Kloten wohnen, vorzugsweise natürlich in einer Dachwohnung wo die grossen Flugzeuge so richtig nahe vorbeiflogen bei Start oder Landung! Und heute?? Aber eben der Mensch denkt oft nur bis am Abend, was Morgen kommt, steht auf einem anderen Blatt.

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