Wohlfühloasen für linke Gutverdiener

Politblog

Wird zunehmend zur exklusiven Adresse: Genossenschaftssiedlung am Hegianwandweg in Zürich. Foto: Nicola Pitaro

Mit einigem Befremden habe ich kürzlich einen in der NZZ erschienenen Artikel gelesen. Unter dem Titel «Die Friesenberg-Connection» schildert der Text Ungereimtheiten bei der Wohnungsvergabe in einer der grössten Genossenschaftssiedlungen der Stadt Zürich. So seien die 2300 Wohnungen der Familienheim-Genossenschaft Zürich (FGZ) oben am Friesenberg entgegen dem eigenen Credo «Wir streben eine gesunde soziale Durchmischung an» eben nicht gesund sozial durchmischt. Besonders unausgeglichen ist die Zusammensetzung der Mieterschaft laut der NZZ in der neueren Siedlung Hegianwandweg, wo auffallend viele aktive und ehemalige Verwaltungsmitarbeiter, Professoren, Journalisten und gar drei SP-Gemeinderäte wohnen würden. «Fremdländische Namen findet man dagegen kaum», so das Blatt.

Genossen, reisst euch zusammen!

Es ist eine unbequeme Wahrheit. Da stellt die Allgemeinheit einer Genossenschaft ein vergünstigtes Grundstück zur Verfügung, mit dem Ziel, dass dort preisgünstiger Wohnraum für unterschiedliche soziale Schichten entsteht. Entstanden ist aber eine Wohlfühloase für die linke Stadtschickeria. Dazu kommt, dass von den 5690 FGZ-Mietern nur 12,6 Prozent Ausländer sind, während der Ausländeranteil in der Stadt Zürich 32,4 Prozent beträgt.

Man möchte der traditionell der SP nahestehenden FGZ zurufen: Genossen, reisst euch zusammen! Euer Verhalten wirft ein schlechtes Licht auf alle Genossenschaften. Dass es auch anders geht, habe ich als ehemaliger Mieter einer ABL-Genossenschaftswohnung in der Stadt Luzern erfahren. Die Allgemeine Baugenossenschaft Luzern (ABL) ist mit 2000 Wohnungen die grösste gemeinnützige Wohnbaugenossenschaft der Zentralschweiz. Bevor ich letztes Jahr in eine nicht gemeinnützige Wohnung im Kanton Zürich zog, wohnte ich an der Spannortstrasse im Neustadtquartier. In dem 1947 erbauten Haus befinden sich elf Wohnungen. Eine der knapp 70 Quadratmeter grossen 4,5-Zimmer-Wohnungen kostete 1267 Franken.

Wenn die Stadtschickeria subventionieren würde…

Einzige Ausnahme: Die oberste, gleich grosse 2-Zimmer-Wohnung entstand bei einer Dachaufstockung. Dort habe ich gewohnt. Sie kostete 2040 Franken – ein stolzer Preis für mich. Mit solchen attraktiveren Wohnungen werden die «unteren» Wohnungen subventioniert. Was die linke Stadtschickeria angeht, entsprach ich noch am ehesten diesem Milieu. Bei den restlichen Mietern handelte es sich einerseits um drei ausländische Familien (Italien, Türkei und Ex-Jugoslawien) – sie bleiben mir in guter Erinnerung, weil sie sich partout nicht an den Waschküchenplan halten wollten. Die übrigen Mieter waren alteingesessene Schweizer Rentner (Durchschnittsalter 80 Jahre) – sie bleiben mir in guter Erinnerung, weil sie sich über die lauten Ausländer und die herumfliegenden Blätter meines Bambusstrauches beschwerten. Der Ausländeranteil bei der ABL beträgt 22 Prozent.

Noch ein Wort zu den «linken Genossenschaften». Die ABL präsidiert zwar derzeit ein ehemaliger grüner Stadtrat. Es gibt in Luzern aber auch die Liberale Baugenossenschaft Sternmatt-Tribschen (LBG), deren Präsident Daniel Burri ist. Er ist Oberstaatsanwalt, FDP-Mitglied und Präsident von Wohnen Schweiz, dem Verband der bürgerlichen Baugenossenschaften mit 400 Mitgliedern.

55 Kommentare zu «Wohlfühloasen für linke Gutverdiener»

  • Ralf Schrader sagt:

    Man kann es nicht oft genug betonen. Es gibt derzeit keine Linken in der Schweiz. Ich halte es auch für ausgeschlossen, auch nur entfernt linke Positionen einnehmen zu können, wenn man in der Schweiz sozialisiert ist. Grüne und Sozialdemokraten waren, von winzigen Episoden abgesehen, niemals links.

    Es lohnt, gelegentlich ein Wörter- oder Lehrbuch der Politologie in die Hand zu nehmen. Die Links- Rechts- Skala war nie besonders aussagekräftig, aber eine Kerndefinition gibt es schon. Die kann man nicht einfach vernachlässigen und typisch politische Mitte in Links umtaufen.

    • Karl Drais sagt:

      Tun Sie und doch bitte den Gefallen und nennen Sie und die angetönte Kerndefinition!

      • Ralf Schrader sagt:

        Es ist das Verhältnis zum Eigentum. Wer Privatwirtschaft für möglich hält, kann nicht links sein.

        • Michael Görlitz sagt:

          Die Linken sind für Privatwirtschaft. Jemand muss ja ihre Privilegien bezahlen.

        • Paul Meier sagt:

          Sie verwechseln links mit kommunistisch… letzteres hat sich als absolut untauglich erwiesen, ersteres als nicht viel besser. Die halten Privat-wirtschaft zwar als möglich, aber nur um davon zu profitieren – wie die FGZ zeigt…

    • huber sagt:

      Also wenn zb. der Herr Vermuth mit seinen Ansichten kein Linker ist, dann verstehe ich die Welt nicht.

      Siehe auch Ansätze wie bedingungsloses Grundeinkommen usw. Ich habe mal gelernt, Leistung muss sich lohnen. Das ist aber immer weniger der Fall. Die Abgaben an unseren Staat sind Raubrittertum.

      nicht mal Luft einatmen ist gratis.

  • Hansjürg sagt:

    Und was soll da jetzt neu oder aufwühlend sein?
    Der Semantik gemäss bedeutet doch „Genossen…..wohnung“, dass in diesen Wohnungen Genossen leben!

    • Patrice Bozzi sagt:

      Eben nicht. Es gibt schon lange Liberale Baugenossenschaften. Bin selber in einer solchen aufgewachsen, alle Mieter waren Büezer. Linke sind keine Genossen mehr, das ist nur noch Nostalgie, denn sie gehören dem mittleren bis oberen Mittelstand an.

  • Peter Müller sagt:

    Das ist ja gerade das Problem der SP, dass mit Steuergeldern und Staatseigentum ihre Klientele begünstigt wird. Das geht solange gut, bis die Steuereinnahmen einbrechen, dann wird’s aber wahrscheinlich, wie man im Ausland sieht, doch eher gruselig.

    • Sportpapi sagt:

      @Peter Müller: Sie werfen der SP vor, dass sie sich auch für den Mittelstand einsetzt?
      Wofür stehen denn die bürgerlichen, „wirtschaftsfreundlichen“ Parteien mit ihren Steuersenkungsprogrammen?

      • Stefan Fink sagt:

        Seit wann setzt sich die SP für den Mittelstand ein? Mal ehrlich: Es ist die SVP zusammen mit der SP, die den Mittelstand zerstückelt. Von der SVP und der SP weiss ich was ich zu erwarten habe.

      • Peter Müller sagt:

        Bei den Bürgerlichen profitieren alle Bürgerlichen. Hier aber nur ein paar wenige „gut Vernetzte“, um das mal schön auszudrücken. Man sehe den Unterschied!

      • Paul Meier sagt:

        Wo wirft Müller der SP vor, sich für den Mittelstand einzusetzen?? Das kann ich aus seinem Kommentar nicht lesen… Aber wenn sie damit „Cüpli Sozialisten“ meinen, dann trifft es zu……

      • Sportpapi sagt:

        Um wen sonst geht es, wenn nicht um den Mittelstand? Oder wer ist denn das gerne angeführte „Klientel“ der SP?

  • Sportpapi sagt:

    Sind denn SP-Gemeinderäte und Verwaltungsangestellte automatisch reich? Wird der Genossenschaft vorgeworfen, dass unter anderem auch Leute eine Wohnung erhalten, die sich politisch für den Ausbau von Genossenschaftswohnungen einsetzen?
    Sind denn neue Genossenschaftswohnungen billig oder nur billiger? Könnte es sein, dass hier der Grund für den tiefen Ausländeranteil liegt?
    Und insgesamt: Wo bleibt die Recherche über die Gründe des bemängelten Zustandes, wo sind die Erklärungsansätze, wo die Lösungen?
    Sollen die Mieter jährlich Einkommen und Vermögen deklarieren? Auch wenn es sich nicht um Sozialwohnungen, sondern genossenschaftliche handelt?

    • Martin Frey sagt:

      „Sind denn SP-Gemeinderäte und Verwaltungsangestellte automatisch reich?“
      Tendentiell ja, SP. Weil besser ausgebildet, überdurchschnittlich verdienend, oft Kaderpositionen besetzend.

      „Sind denn neue Genossenschaftswohnungen billig oder nur billiger? Könnte es sein, dass hier der Grund für den tiefen Ausländeranteil liegt?“
      Natürlich ist das umgekehrte der Fall. IaR sollte man in vergünstigten Wohnungen mehr Ausländer erwarten, va. wenn sie familienfreundlich gestaltet sind. Das funktioniert aber natürlich nur, wenn sie eben nicht ‚unter der Hand‘ vergeben werden.

      Das hier beschriebene Phänomen ist Ausdruck des ‚roten Filzes‘. Sie weisen zurecht immer auf die Existenz eines bürgerlichen Filzes hin. Nehmen Sie, SP bitte zur Kenntnis, dass es das links der Mitte auch gibt.

      • Sportpapi sagt:

        @Martin Frey: Verwaltungsangestellte sind also oft in Kaderpositionen. Geht irgendwie nicht auf. Aber ja, die meisten haben einen anständigen Lohn, nicht zu viel und nicht zu wenig, typisch Mittelstand halt.
        Aber ich frage noch einmal: Bedeutet es, wenn eine Wohnung dank günstigeren Bauland biliger angeboten werden kannt, dass diese dann billig ist? Billiger als die uralten, nicht sanierten Altbauwohnungen? Eher nicht.
        Das mit dem Filz mag stimmen, da müsste man sicherlich genau hinschauen. Aber Belege gibt es wohl keine, oder?
        Dass insgesamt aber mehr Stimmung gemacht wird und eine eigentliche Recherche fehlt, ist offensichtlich. Und wird von einigen „Insidern“ unten klar besprochen. Aber es wundert nicht, dass Sie auch in den Chor einstimmen, wenn es gegen die „Linken“ geht.

        • Martin Frey sagt:

          Die ‚Insider‘ äussern eigentlich etwas anderes, und geben abgesehen von den SP-Parteisoldaten hier im Blog dem Autoren mehrheitlich recht. Die Fakten, sofern Sie Ihnen bekannt sein sollten, sprechen mehrheitlich für sich. Aber es wäre nicht das erste Mal, dass dem nicht so ist.
          Aber wenigstens sollten Ihnen die soziologischen Untersuchungen zu dem typischen Wählerklientel bekannt sein, wenn Sie sich schon dazu äussern. Falls nein, man kann das nachschlagen.
          Es gibt klare Kriterien für Genossenschaftswohnungen, und ja, Sie sind signifikant billiger. Das ist ein bisschen wie mit den städtischen Liegenschaften, ein letztendlich verwandtes Thema. Aber klar, meist sieht man da keinen Handlungsbedarf, wo man selber zur profitierenden Seite gehört.

          • Sportpapi sagt:

            @Martin Frey: Sie berufen sich also wieder mal auf ungenannte „Insider“, auf Gerüchte, auf Bauchgefühl?
            Und die „Fakten“ sind Grund für einige Hypothesen und würden einen guten Ausgangspunkt für Recherche darstellen. Aber die fehlt hier halt.
            Deshalb ist es gut, wenn „SP-Parteisoldaten“, Insider, hier Zusatzwissen einbringen, das allerdings auch bequem auf der Homepage hätte nachgelesen werden können. Aber Sie dürfen ja gerne mit J. Badran diskutieren und Ihr erklären, dass sie keine Ahnung von den Fakten hat. Ich hole schon mal Pop Corn…

          • Sportpapi sagt:

            Ein paar Argumente bringe ich aber doch noch: a) Verstossen die Genossenschaften gegen Vorgaben des Baurechtsvertrags? Ein entsprechender Vorstoss 2012, solche Vorgaben zu machen, ist nach meinem Wissen gescheitert. Aus gutem Grund: „Dies zeigen auch Zahlen der Stadt: Kaum eine 4,5-Zimmer-Wohnung, welche im Baurecht entstand, ist unter 2’500 Franken monatlich zu haben. Mit der von den Bürgerlichen geforderten Lohnlimite könnte eine solche Wohnung von einer Familie nicht finanziert werden.“
            Drum eben: Verbilligt heisst nicht billig, gerade wenn es sich um einen Neubau handelt!
            b) 2016: Die FGZ vergibt die Wohnungen gemäss Punkten, ausgewertet durch eine Software. Filz?
            c) die FGZ ist offenbar eine der einzigen, die überhaupt Zahlen offenlegt. Und sich Vorwürfen aussetzt.

    • Martin Hugentolber sagt:

      Sie haben nicht genau gelesen. Die betroffene Genossenschaft hat das Land verbilligt oder gratis erhalten, um sozialdurchmischt zu bauen. D.h. 33%Reiche Gemeinderäte, 33% normal reiche Verwaltungsangestellte und 33% arme oder zumindest nicht so reiche. Die ganzen 100% dann noch bitte in 70% Schweizer und 30% Ausländer aufteilen. Das wäre das angestrebte Ziel gewesen, warum die Allgemeinheit dem zugestimmt hatte.

    • Thomas sagt:

      Nein, es geht um die Differenz zwischen Anspruch und Wirklichkeit.
      Da wird betont, dass man als Baugenossenschaft die soziale Durchmischnung fördert. Nun wohnt aber in diesen Wohnung dieselben Leute, die sich „phöse“ formuliert Montag bis Freitag im selben Verwaltungsgebäude wohnen.

  • Ulrich Oswald sagt:

    In Zuerich ist es Zeit fuer einen Regierungswechsel!

  • Pawel Silberring sagt:

    Geehrter Herr Soukup, wenn Sie in der NZZ einen hämischen Artikel über Genossenschaftswohnungen lesen, seien Sie bitte ein wenig kritisch, ein wenig skeptisch.
    Der Artikel beginnt damit, dass die Menschen da „im Café Sorglos Kaffee trinken und plaudern“. Häme pur, denn es ist moralisch nicht verwerflich, in einem Café zu plaudern. Das Café Sorglos war jedoch eine Zwischennutzung und ist seit Oktober geschlossen. Da plaudert niemand mehr.
    Die Ausländer, die der Autor so schmerzlich vermisst (manchmal kommt der gegenteilige Vorwurf, dass Ausländer die Genossenschaftswohnungen bekämen) hat er im Telefonbuch nach Namen gesucht.
    Pamphlete soll man nicht unbesehen transportieren, es reicht, wenn die NZZ sie veröffentlicht.

  • André Jöhr sagt:

    Die Steuereinnahmen sind schon lange eingebrochen, Müller. Aber nicht wegen den „Linken“ sondern wegen den Steuergeschenken an die Konzerne und die Reichen.

  • sepp z. sagt:

    Der NZZ-Artikel schafft es nichtmal, die Siedlung Hegianwandweg in der Grafik korrekt zu markieren. Markiert ist eine andere Überbauung. Hoffe der Rest des Artikels ist nicht ähnlich unsorgfältig recherchiert.

    Trotzdem: Die Pfründen- und Klientelwirtschaft der SP schadet dem ganzen Genossenschaftsgedanken. Die SP ist wohl ein bisschen zu feist und bequem geworden in Zürich (Frau Nielsen als gutes Beispiel, wohnt übrigens auch in einer Genossenschaft). Zum Glück gibts linke Alternativen, die im Mietwohnungs- und gemeinnützigen Wohnbauwesen glaubwürdiger und hilfreicher sind (AL).

    • Peter hartmann sagt:

      Es ist keine „Alternative“ solange diese „linken“ oder sonst gearteten Genossenschaften nicht den vollen Preis in jeder Hinsicht bezahlen (Land, Kredit etc.), denn solange sind sie schlicht und einfach Profiteure die auf dem Buckel der arbeitenden Bevölkerung lasten.

  • Karl Drais sagt:

    Mich würde interessieren, wie hoch die Anteile an Ausländern, Schlechtverdienern oder politisch Rechten unter den Bewerbern bei der FGZ ist. Und ausserdem, inwiefern der Steuerzahler wirklich etwas an solche Genossenschaften zahlt und was ggf. Alternativen dazu wären.

  • Spannortbewohner sagt:

    Bei 1267 Franken für eine kleine 4,5 Zimmerwohung lohnt es sich täglich von Luzern nach Zürich zu pendeln!
    .
    Arbeiten kann man ja im IR 70, sofern man sich nicht in einem WLAN Loch befindet, z.B. bei Rotkreuz oder nach Thalwil Richtung Luzern.
    .
    Ausserdem kann man im Zug die schweigenden Mit-Pendler besser kennenlernen (wie mich zum Beispiel).

    • Ralf Schrader sagt:

      Das ist mir beim Lesen aufgefallen. Wie bekommt man 4.5 Zimmer in 70qm gepresst?

      • Spannortbewohner sagt:

        Wohl netto ohne Küche, Gang und Bad/WC!
        .
        Die Zimmer sind relativ klein, ebenfalls die sanierte Küche. Dafür gab es nach der Fassade Isolierung einen Grössen Balkon!
        .
        Mir genügt die 3 Zimmerwohnung!

  • Urs Mettler sagt:

    Typisch rot-grüne Stadt Zürich. Bin gespannt, was der zuständige Stadtrat (Daniel Leupi, Grüne) dazu zu sagen hat. Klientenpolitik at its best.

  • Spannortbewohner sagt:

    Korrektur:

    An der Wohnsiedlung der ABL an der Spannortstrasse hat es auf ca. 12 Parteien zwei Waschküchen mit einem Tumbler.
    .
    Einen „Wachplan“ gibt es nicht, jeder und jede kann sich in einem der beiden Waschküchen zum Waschen schmutziger Wäsche (betrifft nicht die schmutzige Gerüchteküche) eintragen.
    .
    Die Dachbewohner haben das Glück, dass sie auf der gleichen Höhe (mit schönem Ausblick) mit den Waschküchen und den streitenden Waschküchenbenutzern wohnen.
    .
    Leider lädt der heikle, schwarze Boden in den Waschküchen zu Streitgesprächen ein (zum Verdruss des Hausbesorgers)!

  • Stefan Fink sagt:

    Eine altbekannte Gegebenheit. Es ist halt so, dass die wahren linksorientierten Bürger (und die sind mir sympathisch und wichtig) in unattraktiven Quartieren mit sehr hohem Ausländeranteil leben und deren Kinder die öffentlichen Schulen besuchen. Die Cüpli-Sozialisten leben in luxuriösen Wohnungen in bester Lage und deren Kinder sind in Tages-Privatschulen untergebracht. Angeblich wegen der Förderung und natürlich nicht aufgrund des Ausländeranteils. Der Artikel geht in eine gute Richtung aber für meinen Geschmack mangelt es an Salz und Pfeffer. Beispiele gibt es genug.

  • Martin Zulliger sagt:

    Wer als Privatperson vor 10 oder 15 Jahren eine Eigentumswohnung oder ein kleines Mehrfamilienhaus gekauft hat, ist heute Millionär. Der Wertzuwachs bzw. Kapitalgewinn infolge des Immobilienbooms war enorm. Warum sollen nicht auch Leute bei der Rechtsform Genossenschaft wirtschaftliche Interessen verfolgen dürfen? Sie profitieren davon, dass ihre Kosten tiefer liegen als die Marktmieten. Stossend wäre es, wenn die Stadt Zürich das Land künstlich verbilligt hat und der Baurechtszins offensichtlich zu tief angesetzt ist. Aus dem Tagi-Artikel geht das aber nicht klar hervor.

  • Peter Schneider sagt:

    Macht mal eine Quartieranalyse in Kilchberg, Rüschlikon und Oberrieden. Oder die andere Seeseite. Eine stark überalterte Demographie mit Segregationstendenz ( m2 Bauland Fr. 2500 aufwärts!). Gemeinnützige Wohnungen unterdurchschnittlich, dafür REICHE „Ausländer“. Da erreivht Subvention eine andere Dimension. Leider

  • Heiner Christen sagt:

    Ein Artikel, wie er in die NZZ oder die Weltwoche gehört. Nichts Neues, nichts Aufregendes, keine Zusammenhänge, nichts erklärt, plumpe Stimmungsmache.
    Fände es super, Kritisches über die SP, über die Wohnungsvergabepolitik gewisser Genossenschaften zu erfahren, aber wenigstens fundiert (oder wenigstens mit Newswert:-)).
    Punkto Wohnungsvergabe von Genossenschaften fällt mir ein: Da gibts wenigstens Kriterien… Nicht nur ein Kriterium (Geld), wie sich es die NZZ und die Weltwoche wünscht.
    Gar kein grosses Kino, Herr Soukup.

  • groeg sagt:

    Schlimm ist ja nicht, dass wieder einmal darüber geschrieben wird, schlimm ist, dass solche Schikeria Verhältnisse überhaupt entstehen.Wenn ich an die Ansprüche an die Moral der links- und grünseitigen Apostel denke, so ist erschreckend, dass das überhaupt entstehen konnte.Das lässt ja auch auf anderes vermuten.Nepotismus, Korruption, Unfähigkeit, Nötigung und „nudging“ des Bürger sind an der Tagesordnung.

  • groeg sagt:

    Also ein Professorenpaar erhält über eine halbe Million pro Jahr.Und wieviele Professoren haben wir, inländische und ausländische?Beim Staat verdient man mehr als in Banken, so um die 20%.Sind es diese Leute, die sich eine Genossenschaftswohnung unter den Nagel gerissen haben?.So kann man als „Genosse“ reich werden und die Jugend im schwarzen Block auf die Aermeren, den Mittelstand loslassen.Oeffentlichkeit ist ohne Namen nicht hergestellt.

  • Guido Hüni sagt:

    Ich wohne selber in der fgz, bin Parteimitglied der glp und meine unmittelbaren Nachbarn sind Chilenen, Griechen und Türken. Ich schlage dem Autor vor, sich doch mal selber vor Ort ein Bild zu machen als aus der Distanz Behauptungen aufzustellen.

    • Micha Weber sagt:

      Bitte teilen Sie uns doch mit, wie Sie es geschafft haben, in diese Genossenschaft zu kommen. Ich kenne niemanden, der dies über einen anderen Weg als den linken Parteifilz geschafft hat. Ich selbst habe mich jahrelang stets vergebens beworben.

      • Karl Drais sagt:

        Heisst das nun, Sie kennen Leute, die dies über „den linken Parteifilz“ geschafft haben, und haben jahrelang darauf gehofft, aufgrund dieser Bekanntschaften reinzukommen? Oder kennen Sie keine solchen Leute?

  • sonic sagt:

    Ein missgünstiger, hämischer NZZ Artikel, schlecht recherchiert (nicht mal die zitierte Siedlung hat der Schreiberling auf der Karte richtig eingezeichnet) und voller Halbwahrheiten und Vermutungen. Und der Tagi springt auf den Zug auf, ohne eigene Recherche. Die FGZ hat sehr wohl viele sehr günstige Wohnungen. Die besser verdienenden Zahlen einen Solidaritätsbeitrag, damit die Wenigverdienenden günstiger wohnen können. Wenn nur wenig verdienende im Friesenberg wohnen würden, käme es für die Allgemeinheit deshalb um einiges teurer.

  • P.Meier sagt:

    Aus meiner Sicht sollten Genossenschaftswohnungen nur an Schweizer vermietet werden. Es kann doch nicht sein, dass die Arbeitgeber Ausländer reinholen, weil diese günstiger sind als die teuren Schweizer und weil die Ausländer dann weniger verdienen, haben sie Anrecht auf subventionierten Wohnraum. Das ist eine absolute selbst zerstörerische Politik die wir da betreiben. Ausserdem ist der historische Gedanken der Allmend, immer nur für die eigenen Bürger gedacht gewesen und nicht für zugezogene.

  • Anna Weber sagt:

    Hier trieft es wieder einmal vor Neid. Man darf ruhig auch sagen, dass diese ehemaligen Verwaltungsmitarbeiter, Professoren und ehemaligen Gemeinderäte einen grossen Beitrag für diese Stadt und ihre Bewohner geleistet haben. Nach welchen Kriterien sollen denn sonst diese Wohnungen vergeben werden?

  • Sander sagt:

    Eine entscheidende Frage ist doch, wie das Vergabeverfahren funktioniert. Bei manchen Genossenschaften (übrigens auch der positiv erwähnten Luzerner ABL) gilt eine Art Senioritätsprinzip: Wer am längsten Mitglied ist kriegt am einfachsten eine Wohnung zugeteilt. Oft ist die Mitgliedschaft sogar vererbbar.
    Das begünstigt natürlich tendentiell einerseits Alte und andererseits solche, die früh mit der Welt des genossenschaftlichen Wohnens in Berührung gekommen sind. Für AusländerInnen ist ein solches Vergabeverfahren nicht unbedingt vorteilhaft.
    (Ich selber bin übrigens auch ABL-Mitglied. Werde zwar wohl nie in einer ABL-Wohnung wohnen, aber vielleicht kann ich meine Mitgliedschaft ja dereinst vererben ;-))

  • Richard Keller sagt:

    Dass im Jahr 2018 noch immer so viel dumme Unwissenheit vorhanden ist!! Genossenschaften sind rein private Organisationen, die deshalb günstige Wohnungen anbieten, weil sie keinen Profit abziehen.
    Sie müssen nicht das reparieren war profitgierige, teils börsenkotierte Immobilienunternehmen an Schaden anrichten.
    Wenn Sie von 80 Jahren (was nur selten der Fall war) günstiges Land bekamen, haben sie es hundertfach retour gezahlt.
    Aber wohlbetuchte SP Bewohner in der FGZ sind ein Problem. Zusätzlich zu vielen wohnhabenden Deutschen. Das haben die Vorfahren in der FGZ nicht beabsichtigt. Um links wählen zu wollen, da gibt es in Zürich Alternativen…

    • Anja Bader sagt:

      Googeln Sie mal Tièchstrasse NZZ. Zwei vergleichbare Parzellen, eine an Private, eine an Genossenschaft. Die Privaten bezahlen rund den fünffachen Baurechtszins. Die Differenz ist schlicht ein sich jährlich wiederholendes Geschenk der Allgemeinheit an ein paar weige. Nicht vor x Jahren, sondern kürzlich – und für Jahrzehnte. Es wurde von der Stadt wie immer gerechnet, nur kann man es hier schön vergleichen. Die Allgemeinheit müsste massiv weniger Steuern bezahlen, wenn die Stadt dies nicht tun würde.

  • Jacqueline Badran sagt:

    An dem Artikel ist fast alles falsch.
    1. Die besagte FGZ kennt das „interne Quersubventionierungs-Programm“ schon sehr sehr lange. Besserverdienende zahlen mehr und schlechtverdienende werden so quersubventioniert. Dazu braucht es keinen Vorschlag des Autors, wenn es schon lange Realität ist
    2. Die Baugenossenschaften in Zürich bekommen KEIN verbilligtes Land. Im Gegenteil, es ist BigBusiness für die Stadt, weil bei den Baurechtsvergaben der Heimfall so gestaltet ist, dass die Wertsteigerungen der Immobilien (circa 6% Jährlich) zu 100% im Volksvermögen bleiben. Duch ständiges Widerholen wird „verbilligt“ nicht richtiger. Sie sind also das Gegenteil von subventioniert, was eine Einmischung in die Vermitungspraxis geradezu ausschliesst

  • Karl-Heinz Failenschmid sagt:

    Ich würde gerne den Genossenschaftsbau zusammen mit den „linken Gutverdienern“ gegen Einige meiner Nachbarn tauschen. Wenn dann keine wildgeparkten Fahrzeuge mehr rumstehen und keine Sperrmüllkisten mit Zu verschenken-Zetteln mehr auf dem Trottoir stehen, soll mir das recht sein.

  • Marc Meier sagt:

    Ich wohne selbst in der FGZ. Bei uns im Haus leben 6 von 12 Mietparteien, welche Ausländer sind, also 50%. Es kann sein, dass am Hegianwandweg weniger Ausländer leben, wohl auch, weil die Wohnungen dort recht viel teurer sind.
    Aber Hauptsache, der Journi hat was zu schreiben.

  • André Werner sagt:

    Dass in einem Blog einfach mal so ein wenig daher geschwafelt wird, ist ja weder schlimm noch ungewöhnlich. Von einem sogenannten Polit-Blogger im Tagesanzeiger darf aber erwartet werden, dass er auch Texte in diesem Format seriös recherchiert. Ich wohne selbst seit 30 Jahren in der FGZ, wir haben unsere Kinder hier gross gezogen. Dem Polit-Blogger kann ich versichern, dass wir uns in seinem Blog nicht wiedererkennen. Hier am Friesenberg wird Solidarität gelebt und eine soziale, kulturelle und altersmässige Durchmischung ist verwirklicht. Kritisches journalistisches Hinterfragen ist produktiv. Tendenziöse Weiterverbreitung von Wahlpropaganda aus der NZZ nicht. Und die oberlehrerhafte Pädagogik allenfalls angebracht, wenn man selbst die Hausaufgaben gemacht hat.

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