Die Schweizer Nati zeigt, wie es geht

Die drei Goals von Xherdan Shaqiri gegen Bulgarien im Qualifikationsspiel für die Euro 2012 wurden von den Schweizer Fans mit viel Enthusiasmus und mit einem Gefühl des symbolischen Triumphs der Immigranten und der albanischsprachigen Schweizer aufgenommen.

Der Beitrag dieses Schweizer Wunderkinds mit kosovarischen Wurzeln zum grossen Sieg der Nati erfolgte im polemischen Umfeld einer Reihe feindseliger Inserate der Schweizerischen Volkspartei (SVP).

Nur wenige Tage nach den traurigen Ereignissen, an denen Menschen kosovarischer Herkunft beteiligt waren, erschien in einem Teil der Presse das Inserat mit dem Titel «Kosovaren schlitzen Schweizer auf». Das Inserat schaffte so eine direkte Verbindung zwischen zwei Gewalttaten (ein Mann kosovarischen Ursprungs hatte seine Frau und eine Sozialarbeiterin in Pfäffikon getötet, ein anderer einen Schwinger in Interlaken niedergestochen) und der Volksinitiative gegen die Masseneinwanderung.

Angesichts dieser Ereignisse hat die kosovarische Gemeinschaft mit einer energischen Verurteilung jeder Form von Gewalt und Botschaften der Solidarität mit den Opfern und ihren Angehörigen reagiert. Parallel dazu sind Reaktionen in den Schweizer und kosovarischen Medien gegen die Instrumentalisierung (bzw. der Verallgemeinerung) dieser Einzelfälle von Gewalt für Wahlzwecke erschienen.

Die Leistung von Shaqiri und anderen jungen Natispielern kosovarischen Ursprungs (…)  sind ein klarer Ausdruck der bedeutenden Dimension des aktiven Integrationsprozesses der Immigranten in die Schweizer Gesellschaft.

Der Integrationsprozess der Menschen aus Kosovo lässt sich nicht aufhalten: Xherdan Shaqiri bejubelt sein drittes Tor gegen Bulgarien.

Der soziale Erfolg von Personen aus Immigrantenfamilien ist für die Integration wichtig: Xherdan Shaqiri bejubelt sein drittes Tor gegen Bulgarien.

Interessant ist die Feststellung, dass die Reaktionen der Bevölkerung mit kosovarischem Ursprung, aber auch gewisser schweizerischer Organisationen wie der Schweizer Bischofskonferenz nicht vergeblich waren. In der Tat haben die Autoren der umstrittenen Inserate reagiert und neue Inserate geschaltet und die Gewaltakte als individuelle Ereignisse bezeichnet. Nun heisst der Slogan: «Kosovare schlitzt Schweizer auf». Gemäss verschiedenen offiziösen Quellen haben das erste Inserat und das von ihm ausgelöste Missfallen zu einer Debatte innerhalb der SVP geführt.

Die Leistung von Shaqiri und anderen jungen Natispielern kosovarischen Ursprungs sowie der Bürgeraufruf und die Kritik der kosovarischen Gemeinschaft gegen jede Form der Gewalt, aber auch gegen die Verwendung von Fällen individueller Kriminalität zu politischen Zwecken, sind ein klarer Ausdruck der bedeutenden Dimension des aktiven Integrationsprozesses der Immigranten in die Schweizer Gesellschaft. Diese Tatsachen beweisen, wie sehr die Organisation der Immigranten und ihre Tätigkeit im demokratischen Umfeld des Empfangsstaats das Zusammenleben begünstigen.

Diese Ereignisse zeigen ferner, in welchem Ausmass der soziale Erfolg von Personen aus Immigrantenfamilien in verschiedenen Sphären der Gesellschaft zu einem besseren gegenseitigen Kennenlernen und gleichzeitig zur Verstärkung des Gefühls der Zugehörigkeit von Menschen mit Immigrationshintergrund zur Schweizer Gesellschaft beitragen kann.

Die Webseite Albinfo.ch ist eine Informationsplattform der albanischsprachigen Bevölkerung der Schweiz.

// <![CDATA[
document.write("„);
// ]]>