Erneuerbare Energien nutzen, statt Steuergelder verteilen

Das Gejammer über die Frankenstärke bringt uns nicht weiter, denn eine Frankenstärke bietet Chancen und hat viele Gewinner und ist grundsätzlich besser als eine Frankenschwäche für Konsumenten. Die Gewinner schweigen weitgehend und stecken die Gewinne ein. Hier wäre anzusetzen und Druck auszuüben. Direkte Interventionen des Staates sind mehr als problematisch und klar abzulehnen. Insbesondere dürfen keine Steuergelder einseitig für stärker betroffene Branchen wie Tourismus oder Exportindustrie eingesetzt werden. Wer soll entscheiden, welche Firma oder welches Hotel Unterstützung erhält und welches Unternehmen nicht – ein neues Bundesamt in Bern?

Ich habe wenig Verständnis, dass Wirtschaftskreise und bürgerliche Politiker solche massiven Staatsinterventionen fordern und dem Bundesrat zu solchen massiven Subventionen mit Steuergeld applaudieren. Gerade die Exportindustrie und der Tourismus haben vom (zu) starken Euro auch viele lange Jahre profitiert und diese Gewinne gerne eingesteckt und nicht an die Konsumenten weitergegeben. Firmen, die ausschliesslich Kosten in Franken haben (Rohwaren und Arbeitskosten) und den Erlös vor allem in Euro oder Dollar erzielen, müssen vorausdenken. Währungsmanagement ist eine zentrale Unternehmensaufgabe und ein Absichern des Währungsrisikos bei einem Euro zu einem Kurs von 1.65 Franken wäre kostengünstig möglich gewesen.

Direkte Interventionen des Staates sind mehr als problematisch und klar abzulehnen. Insbesondere dürfen keine Steuergelder einseitig für stärker betroffene Branchen wie Tourismus oder Exportindustrie eingesetzt werden.

Wieso die Frankenstärke nicht nutzen und in erneuerbare Energie im EU-Raum investieren? Solarkraftwerk in Portugal.

Wieso die Frankenstärke nicht nutzen und in erneuerbare Energien im EU-Raum investieren? – Solarkraftwerk in Serpa, Portugal.

Anstatt Firmen zu subventionieren, sollten wir uns vielmehr um die Chancen des schwachen Euros und Dollars kümmern. Zum Beispiel beim Umbau in eine neue Energiepolitik. Stromkonzerne wie AXPO, BKW usw. könnten den schwachen Euro nutzen und jetzt zusammen mit Fremdkapital via Bankanleihen in erneuerbare Energieanlagen im EU-Raum investieren. Das ist weitsichtiger, als das Geld für die Träume neuer Kernkraftwerke zu horten. Die Firmen könnten damit beim Umbau der Stromversorgung von den sinkenden Gestehungskosten bei Solar- und Windenergieanlagen profitieren und gleichzeitig mit dem unterbewerteten Euro mit starkem Franken die Investitionskosten tiefer halten und zudem Gewinnchancen für Investoren eröffnen.

Zusätzlich wäre ein Markt-Modell einer Eurorisiko-Anleihe anzudenken: Investoren könnten in die Gewinnchancen im schwachen Euro investieren, während sich betroffene Unternehmen gegen die Risiken eines (noch) weiteren kurzfristigen Zerfalls des Euro absichern könnten. Hier könnte der Bund zusammen mit Banken interimistisch eine Führungsrolle übernehmen. Auch Massnahmen wie Aufstockung der Mittel von Wettbewerbskommission und Preisüberwacher, die längerfristig zu einer Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit und Innovation beitragen können, sind gegenüber kurzfristigen Hauruck-Übungen vorzuziehen.

Die Schweizerische Nationalbank hat sicher auch wegen den politischen Forderungen wohl zu früh interveniert und sich mit dem Euro verspekuliert. Umso mehr muss die SNB nun unabhängig die Massnahmen prüfen und umsetzen, welche sie als angezeigt sieht. Dabei sind politische Forderungen nach Kurszielen oder fixen Währungsanbindungen heikel und könnten langfristig grösseren Schaden anrichten für die Schweizer Volkswirtschaft als Ruhe zu bewahren. Forderungen der Kantone nach zwingenden Gewinnausschüttungen sind ebenso verfehlt. Die SNB muss den Rücken frei haben für allfällige Massnahmen oder Androhungen solcher.

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