Freie Schulwahl erhöht die Qualität der Bildung

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In kaum einem entwickelten Land haben Eltern sowie Schüler und Schülerinnen so wenig Freiheit in der Wahl der Volksschule wie in der Schweiz. Zur Schule im Dorf oder im Quartier gibt es selten Alternativen. Zwei Drittel der Sekundarschulleiter gaben in einer OECD-Befragung (2010) an, dass sie mit keiner anderen Schule im Wettbewerb um Schüler stehen. Damit liegt die Schweiz auf dem vorletzten Platz von 32 OECD-Ländern. In ländlichen Gegenden dürfte der Anteil lokaler Quasi-Monopolisten noch höher liegen. Es gilt der Grundsatz: Wo du wohnst, gehst du zur Schule. Bestrebungen, dies zu ändern, scheitern in den Kantonen (St. Gallen, Zürich, Thurgau, Baselland) regelmässig mit erdrückenden Nein-Mehrheiten von über 80 Prozent. Warum tut sich ein Land, das sich selbst als liberal versteht, mit der freien Schulwahl so viel schwerer als die meisten anderen Staaten?

Für viele verkörpert die Volksschule eine wesentliche Errungenschaft des modernen Bundesstaates. Die Bundesverfassung von 1874 schrieb erstmals obligatorischen, kostenlosen und vor allem konfessionsneutralen Unterricht in allen Kantonen vor. Dadurch sollte der kirchliche Einfluss in der Innerschweiz zurückgedrängt werden. Auch wenn der Gedanke an einen neuen Boom von Religionsschulen in der säkularen Schweiz abwegig wäre, überwiegt bis heute die Vorstellung, dass die Grundbildung vom Staat zu erbringen sei.

In Bildungskreisen herrscht eine Abneigung gegen Wettbewerb.

Politblog

Wettbewerb bedeutet Innovation: Primarschule in der Schweiz. Foto: Keystone

Mit einem Anteil von 5 Prozent ist die Bedeutung der Schweizer Privatschulen denn auch auffallend klein, zumindest quantitativ. Immerhin zählen viele von ihnen zu den besonders innovativen Schulen. Trotzdem regt sich der Widerstand gegen Liberalisierungen vor allem beim Einbezug privater Anbieter ins offizielle Auswahlmenü, z. B. mittels kantonaler oder kommunaler Bildungsgutscheine, mit denen die Nutzer privat geführte Schulen bezahlen könnten.

Zwar werden solche Modelle in mehreren Ländern (darunter Skandinavien) erprobt, in der Schweiz ist dafür aber noch viel Überzeugungsarbeit zu leisten. Aber schon allein die Wahlfreiheit unter öffentlichen Schulen wäre ein wichtiger Schritt. Dafür könnte es in der Bevölkerung durchaus Mehrheiten geben. Dass damit die «Privatisierung der Bildung» eingeläutet werde, ist bewusste Schwarzmalerei.

Solche Argumente zeigen aber eines: In Bildungskreisen herrscht eine grundsätzliche Abneigung gegen alles, was irgendwie nach Wettbewerb riecht. Dass Wettbewerb auch ein Entdeckungsverfahren für Neues und damit im Grunde ein kreatives Prinzip ist, wird nicht zur Kenntnis genommen.

Das Reflexargument gegen mehr Wahlfreiheit lautet, der dadurch entstehende Wettbewerb unter Schulen sei sozial schädlich, weil sich die Einkommensschichten entmischten und die Bildungssegregation gefördert werde. Die Realität sieht anders aus. Die Bildungsnähe von Elternhäusern und damit die (vermutete) Qualität einer Schule spiegeln sich in höheren Mieten der Standortgemeinde. Wer seine Kinder in einer bevorzugten Gemeinde zur Schule schicken will, zahlt einen Eintrittspreis, den sich wiederum nur Gutbetuchte leisten können. Die Segregation ist also eine Folge des heutigen Systems. Heute hängt die Wahlfreiheit – sei es per Umzug oder per Privatschule – faktisch am Einkommen. Studien bestätigen, dass vor allem hohe Einkommen die freie Schulwahl ablehnen, denn sie verlören ein Privileg. Der Linken sollte dies zu denken geben.

93 Comments sur «Freie Schulwahl erhöht die Qualität der Bildung»

  • barbara seiler says:

    Freie Schulwahl in der Grundstufe würde vor allem heissen, dass Kinder kreuz und quer durch die Gegend gefahren werden, zusätzlich zum Pendeln zum Arbeitsplatz der Eltern. Aber eigentlich haben wir schon genug Verkehr, meine ich.

    Freie Schulwahl und Finanzierung der Schule durch Bildungsgutscheine (gleich viel Gutscheine für alle, egal welchen Bildungsweg man wählt) halte ich erst nach der obligatorischen Schulzeit für sinnvoll. Jugendliche können sich auch selbst bewegen und sind nicht aufs Mamitaxi angewiesen.

    • Thomas1 says:

      @ barbara seiler: Ich erlaube mir, Ihren Gedanken zu Ende zu denken. Freie Schulwahl bedeutet, dass Schulen, die mit ihrem Konzept nicht überzeugen, mit schwindenden Schülerzahlen zu kämpfen haben und dann entweder eingehen (bzw. übernommen werden) oder eben: sich an den positiven Beispielen orientieren. Nicht das Herumkarren der Kinder ist die Folge, sondern dass sich die Schulen bewegen.

      • Sportpapi says:

        @Thomas1: Wenn aber nun in meinem Dorf zwei Schulen da sind, wovon eine den besseren Ruf hat, und nun alle Kinder dahin wollen? Wer entscheidet, wer darf? Nach welchen Kriterien?

        • Thomas1 says:

          Guter Input. Heute ist es so, dass der Staat die einen zwingt, in die Schule mit dem schlechteren Ruf zu gehen, einfach weil sie im Quartier ist und die betreffende Schule keinen Grund sieht, irgendetwas zu ändern. Ihr Beispiel weitergedacht bei freier Schulwahl: dank immenser Nachfrage würde die bessere Schule expandieren und die Mittel haben, Raum zu schaffen für mehr Schüler. Und mit Garantie würde die schlechtere Schule sich fragen, was sie besser machen, sich allenfalls neu erfinden oder je nachdem mit der guten fusionieren oder ganz aufgeben, worauf die bessere sie übernehmen könnte.

          • Sportpapi says:

            Aha. Haben Sie schon einmal die Prozesse mitverfolgt, die mit “expandieren” verbunden sind? Wissen Sie, was es kostet, ein paar Klassenzimmer, Gruppenräume, Pausenplätze, Turnhallen neu zu bauen, nur weil gerade grosser Ansturm ist? Und wieso sollte man das tun? Und wer soll die schlechtere Schule besser machen? Schliessen ist doch viel einfacher… Oder braucht es da dann doch wieder eine politische Aufsicht/Weisung, damit letztlich alle Kinder einen Platz haben? Aber was wäre dann anders als heute?

      • luftibus says:

        bloss greift dieses illusorische modell zu kurz. davon ausgehend, dass gute schule und guter unterricht massgeblich mit gutem personal einher geht, dürften ziemlich schnell die erfolgreichen lehrpersonen an “gute” schulen abwandern, weil arbeitsbedingungen, reputation und höchst wahrscheinlich auch der lohn ansprechender wären. wer soll nun die zu entwickelnde schule gestalten und “verbessern”? übriggebliebene zweckoptimisten, junglehrer und schlecht informierte? oder darf das dann wieder der staat übernehmen (und finanzieren)?

        • Thomas1 says:

          Und wie sollen sie alle guten Lehrer in einer Schule unterbringen wollen? Die hätte dann ja mehr Lehrer als Schüler…

          • luftibus says:

            sie glauben also ernsthaft, die guten lehrer würden in der schlechten schule bleiben, weil sie nichts anderes finden würden, und weil die guten schulen schon besetzt sind? die wachsen ihrer logik nach doch permanent?

        • Sportpapi says:

          Stimmt. Vielleicht sollten wir den Wettbewerb mal damit starten, die Lehrerlöhne freizugeben. Wo würden heute wohl die besten Lehrer arbeiten?

    • Markus says:

      Freie Schulwahl bedeutet: dass ich die Schule nicht nur nach Unterrichtsqualität aussuchen kann, sondern z.B. nach Tagesstruktur-Angebot. So haben gerade kleine Gemeinden oft kein Tagesschulangebot oder nur ein massiv reduziertes. So kann man sich z.B. auch eine Schule in der Nähe des Arbeitsplatzes aussuchen. Und wer sagt, dass die Kinder nicht selbständig sind und den Schulweg alleine zurücklegen können.

      • Blanche Wu says:

        Rudolf Steiner Schüler machen es vor und gehen mutig und stolz schon früh morgens aufs Postauto, Tram, Bus, Zug und kommen eigentlich immer am Ziel an. Aber vielen Eltern würde es am nötigen Vertrauen fehlen. Auch ich musste drei Jahre lang via Zug in die Schule und wir Kinder waren nie überfordert damit, fanden es sogar lässig mal ohne Beobachtung vom Mami unterwegs sein zu dürfen.

    • Pendeln says:

      Das mit dem Pendeln stimmt nicht unbedingt. Dort, wo wir wohnen, sind wir quasi in der Mitte zwischen zwei Schulen. In der einen (Aussenquartierschule) sind mehrheitlich Migrantenkindern aus einfachen Verhältnissen, in der anderen (Altstadtschule) sieht es anders aus. Blöd für uns, dass unsere teure Neubau-Siedelung gemäss Stadtverwaltung zum schlechteren Schulkreis gehört. Wir haben zwar noch einige Jahre Zeit, aber irgendwann werden wir schon umziehen müssen, obwohl es uns hier sehr gut gefällt.

      • Sportpapi says:

        Klar. Umziehen, ohne es wenigstens einmal versuchen. Andererseits: Was würde denn besser, wenn es die freie Schulwahl gäbe? Meinen Sie, im guten Schulhaus würde es plötzlich viel mehr Plätze geben als heute?

        • Thomas1 says:

          Die Diskussion via gut und schlecht zu führen, ist eigentlich absurd und eine reine Kopfgeburt, über die man sich entsprechend endlos streiten kann. Nehmen wir die Telekom-Branche. Da reden Sie ja auch nicht von guten Unternehmen und schlechten. Es gibt Menschen, die bevorzugen Swisscom, andere Sunrise, Salt, Cablecom und wie sie alle heissen. Es gibt also eine Vielfalt, statt einen staatlich verordneten Einheitsbrei. Und nochmals: Wer weiterhin in die Staatsschule gehen will, setzt seinen Bildungsgutschein dort ein. Die anderen eben woanders.

          • Sportpapi says:

            @Thomas: Ich für meinen Teil brauche auch bei den Telekommunikationsunternehmen die Vielfalt nicht. Zumal die Leistungen für Laien ganz schlecht vergleichbar sind (und nicht ohne grossen Aufwand, und das laufend). Bei Schulen ist das keineswegs einfacher…

          • mark says:

            Ja noch mehr Vielfalt und Wettbewerb bis es uns aus den Ohren raushängt. Der Grossteil der Produkte aus der Telecombranche können Sie einstampfen. Aber der Mensch geisselt sich gerne und hat dann das Gefühl freier zu sein.

  • urs says:

    wäre es möglich, Herr Schellenbauer, die Umfragen den Lesern zugänglich zu machen. Ganz allegemein macht man dies doch so unter Denkern und Vordenkern. Und ich kann mich täuschen, aber waren bei PISA nicht SH, AR, JU unter den ersten Kantonen in der Mathematik. Ist natürlich nicht wissenschaftlich… aber Jura hat jetzt definitiv nicht hohe Mieten….

  • W.Hürlimann says:

    Bewahren wir bitte die Volksschule! Sonst haben wir bald US-Amerikanische Verhältnisse. Finger weg von der Volksschule Avenir Suisse, es reicht schon, dass wir mittlerweile “Reichenquartiere” akzeptieren müssen! Wir sind schon viel zu weit gegangen und teilen die Gesellschaft immer noch weiter … das geschieht bewusst und nicht etwa zufällig!

  • René Hofstetter says:

    Freie Schulwahl an den öffentlichen Schulen muss wegen des beschränkten öffentlichen Budgets logischerweise auch heissen freie Zulassungskriterien für die Schulen: Die Schulen müssen sich die Schülerinnen und Schüler selber aussuchen können.
    Ich bin nicht sicher, ob die Eltern einen solches Bewerbungsverfahren mit all seinen Konsequenzen wirklich eingehen möchten.

  • Sus Scrofa says:

    Wer dieser Bildungsromantik “Bildungsgutschein + freie Schulwahl” anhängt und propagiert, verkennt dass kapitalkräftige Eltern immer einen Vorteil haben werden ihre Kinder dorthin zu bringen wo sie elitär unter sich sein können. Die Transportkosten + Verpflegungskosten dorthin werden sich die “Ärmeren” nie leisten können.
    Dies ist ein gut getarnter Angriff des Neoliberalismus auf die Primarschule, um auch dort Geld abschöpfen zu können.

  • Leo Klaus says:

    Das ist ein Schein-Argument. Eine freie Schulwahl wird eher die Segregation verstaerken. Die Eltern werden alles daran setzen, dass ihre Kinder in einer “Schweizer”-Schulklasse kaemen. Zudem ist Bildung wie Infrastruktur, wo jegliche Privatisierung nur noch alles kaputt macht. Oder haben Sie mal das englische Schulsystem gesehen?

    • Peter Kobelt says:

      Welche Segregation? Von arm und reich? Weiss und schwarz? Christen und Muslimen? Erstens findet diese bereits jetzt im versteckten statt und zweitens kann mit innovativen Schulangeboten genau diesem Trend entgegengewirkt werden. Es ist ein Trugschluss anzunehmen, dass die schweizerische und die ausländische Wohnbevölkerung im grossen Ganzen nichts miteinander zu tun haben wollen. Auch die ausländ. Wohnbevölkerung ist an guter Schulbildung interessiert. Gleich wie schweiz. Familien, denen die Bildung der Kinder am Allerwertesten abgeht. Ihr Argument zieht nicht!

  • schmi says:

    Wettbewerb? Volksschule? wie das schon klingt. wie im Mittelalter.
    Grund- und Weiterführende Schulen wird das Heute genannt und gottlob haben wir die, für alle und im ganzen Land. Auch im Napfgebiet oder im hintersten Jurakaff. Bei freier Schulwahl würde diese Schulen geschlossen und die Kinder dürften ins Internat
    super!!!!
    Grundausbildung braucht keinen Wettbewerb, schon gar nicht bei der Qualität die wir hier in der Schweiz im Moment noch haben.

    • Thomas1 says:

      @ schmi: Nach wie vor geht unsere Volksschule davon aus, dass sich alle Menschen am gleichen Idealmenschen zu messen haben – ein antiquierter Grundgedanke (= Preussen 17. Jh.) dem man nachhängt, weil’s schon immer so war und allen staatlich verordnet (= DDR). Kein Wunder antworten gefühlte 80%: Die Schulzeit war mehrheitlich eine Qual (ausgenommen die sozialen Interaktionen). Potentialentfaltung sieht anders aus. Es gibt Schulen die beweisen, dass Lernen eine Freude sein kann. Und bei freier Schulwahl werden diese Schulen sich durchsetzen bzw. den anderen als Vorbild dienen.

      • René Hofstetter says:

        @ Thomas1: Gefühlte 80% antworten dass die Schulzeit eine Qual war? Da hätte ich gerne weniger Gefühl und etwas mehr repräsentative Daten. — Ich habe den Eindruck, es gibt bei einzelnen Kommentatoren tief sitzende Gefühle von ungerechter Behandlung während der Schulzeit. Jetzt soll die freie Schulwahl die Sache im Nachhinein wieder gut machen. — Es wird in der Schule schon heute nicht (mehr) an einem Norm-Menschen Mass genommen. Und die Art, wie Mass genommen wird, wird sich nicht mit einer freien Schulwahl ändern. Ich befürchte, es würde sogar eher mehr in Richtung Norm-Mensch gehen.

  • Hans says:

    lieber Herr Schellenbauer, wenn Sie sich ernsthaft mit der empirischen Bildungsforschung auseinandergesetzt hätten, dann hätte Sie nicht einen solchen Artikel verfasstb. Worauf beruht Ihre Argumentation? Erfahrungsbasiert aber sicherlich nicht wissenschaftlich, was sie leider nicht zu einem Experten macht. Dass die freie Schulwahl mehr Nachteile als Vorteile bringt, wäre Ihnen nämlich rasch aufgefallen.

    • Thomas1 says:

      @ Hans: Interessanter Beitrag. Können Sie mir die Quellen jender wisssenschaftlichen Studien verraten, auf die Sie sich beziehen? Diese würden mich sehr interessieren.

  • Chris Schmidlin says:

    Vordenker scheint das Gegenteil des Nachdenkens zu sein.
    Die Ausbildung hat in den ersten Jahren möglichst gut, so gut wie möglich – diese Begriffe greifen zu kurz – sagen wir besser optimal für alle und unabhängig vom Portemonnaie der Eltern zu sein und da sollte dem Staat nichts zu teuer sein. Somit sollte am Ende der Schulzeit jedes Kind für sich und seine Möglichkeiten die optimale Ausgangslage haben.
    Ich möchte auf die Präambel der Bundesverfassung hinweisen, die erwähnt “dass die Stärke des Volkes sich misst am Wohl der Schwachen”.
    DEM sollten die Vordenker von Avenir Suisse nachleben.

    • Anatol Lüthi says:

      Mit Bildungsgutschein und freier Schulwahl wären ja ihre Forderungen optimal erfüllt. “Möglichst gute” Bildung dank Wettbewerb unter den Schulen, “unabhängig vom Portemonnaie der Eltern” dank eines Bildungsgutscheins in gleicher Höhe für jedes Kind, “optimale Ausgangslage für jedes Kind für sich und seine Möglichkeiten”, dank mehr Vielfalt im Bildungsangebot (z.B. je nach Begabung des Kindes Schulen mit Schwerpunkt auf künstlerischem, oder eben naturwissenschaftlichem Bereich). Den gleichen staatlichen und bildungsbürokratischen Einheitsbrei für alle ist sicher NICHT optimal.

      • Sportpapi says:

        Bildungsgutscheine sind toll. Nur: Wo löse ich die denn ein? Wenn die Volksschule z.B. nicht mehr verpflichtet ist, für alle Kinder im Dorf eine Schule anzubieten und dafür viel Geld zu investieren?.Müssen Sie dann die ganze Gegend abklappern, um eine Schule zu finden, die noch Platz hat? Oder muss jede Schule jede/n aufnehmen, was ja mit immensen Kosten verbunden wäre? Oder doch wieder kein Markt, weil nur die Dorfschule dann muss, während andere sich positionieren dürfen?

    • peter says:

      Richtig am Wohl der Schwächsten, und NICHT an deren Bevormundung betreffend Schulwahl

    • Peter Kobelt says:

      Sehr richtig Herr Schmidlin. Dies ist genau, was wir heute in den öffentlichen Schulen und der Begleitindustrie sehen. Die Schwächsten, Renitenten und Unwilligen werden von der Schule und der Helferindustrie unterstützt und gefördert. Das Mittelmass derweil sieht sich mit einem Unterricht konfrontiert, der von Rücksichtnahme auf die Langsamen geprägt ist. Vielerorts ist Nachhilfe zur Erreichung der obl. Lernziele notwendig, privat finanziert natürlich!

      • Chris Schmidlin says:

        Genau diese Mischung von Lernschwachen, normalen und Hochbegabten empfinde ich nicht als zielführend um jeden einzelnen zum Ziel zu führen. Die erzwungene Mischung mag ja die Sozialkompetenz stärken, schadet aber dem Einzelnen im späteren Wettbewerb. Bei den extremen Beispielen aus DE (Behinderter wird ohne Kapazität von den Eltern in’s Gymnasium geklagt) kann ich nur den Kopf schütteln. Wichtig ist, dass die Schule für alle gratis ist.

  • Jan Holler says:

    Für wen erhöht sich die Qualität? Vielleicht für die, die die freie Wahl haben! Aber für die, die zurück bleiben, wird das Gegenteil geschehen. DIe privaten Schulen werden dort investieren, wo der reichere Teil der Bevölkerung wohnt. Und schon landen wir beim Kern des Problems. Der Autor möge selber darüber nachdenken.
    Wenn Avenir Suisse sich äussert, dann geht es um Rankings, Zahlen, Umfragen als Basis und beliebigen Behauptungen, die sich scheinbar daraus schliessen lassen. Und der letzte Satz ist ein Armutszeugnis. Den “Linken” solle es zu denken geben. Der Herr möge selber vorangehen.

    • Peter Kobelt says:

      Freie Schulwahl hat nichts mit Privatschulen zu tun! Privatschulen wird es immer geben, wie auch Öffentliche. Im Gegenteil, die freie Schulwahl ist ein urdemokratisches Recht, nämlich, dass jedem Kind (Eltern) die für ihn bestmögliche Ausbildung zur Verfügung steht, unabhängig von den finanziellen Möglichkeiten. Der Knackpunkt dazu ist einzig die Einstellung der Eltern. Sind sie zu faul um einen evtl. Mehraufwand (Transport, Zeit..) auf sich zu nehmen oder nicht. Wem ist man am nächsten? Seinem Kind oder sich selbst?

      • Jan Holler says:

        Wenn Bildungsgutscheine ausgeben werden, dann werden die Privatschulen einen grossen Boom erleben. Darauf gründet sich meine Aussage. – Den Eltern vorzuwerfen, sie seien möglicherweise faul und dächten nur an sich bringt hier niemanden weiter.
        Die freie Schulwahl wird mit Sicherheit dazu führen, dass es Aufnahmegrenzen geben wird. Bei uns in Bern platzen die Schulhäuser aus den Nähten, weil immer mehr Familien wegen der besseren Betreuungsangebote in die Quartiere mit KITAs und Tagesschulen vom Land in die Stadt ziehen. Die Schulen sind “voll”, wie ginge da die freie Wahl?

  • Andreas Huber says:

    Wenn es freie Schulwahl geben sollte (was ich durchaus begrüssen würde), dann müsste aber im Umkehrschluss auch die Schule das Recht haben Schüler aufzunehmen oder abzulehnen, denn das hängt auch mit der Schulqualität zusammen.

  • martin says:

    Avenir Suisse ist wohl die ideale Adresse um Vorschläge über Erziehung zu machen. Vor allem sind sie unvoreingenommen…

  • Sportpapi says:

    Ist denn die heutige Volksschule schlecht? Und würde sie mit einer hohen Wahrscheinlichkeit besser, wenn mehr Wettbewerb herrschen würde? Weshalb?
    Es ist klar, dass im Gegenzug alle Schulen im Wettbewerb gleich lange Spiesse haben müssten, was die Versorgungssicherheit akut gefährdet. Oder müssen dann doch die Volksschulen wieder alle nehmen, die anderswo nicht untergekommen sind?

    • Thomas1 says:

      Ich bin der Meinung: unsere Schulen beruhen auf einem Denkmodell, in dem alle Menschen am gleichen Idealbild gemessen werden. Das halte ich für sehr problematisch und für ein Relikt eines preussischen Weltbildes, dem ich nicht anhänge. Das ist meine Meinung und ich akzeptiere Ihre, wenn sie das anders sehen. Mit einem Bildungsgutschein können Sie in Zukunft die staatlichen Schulen unterstützen, in dem sie ihre Steuergelder dort einsetzen. Ich hingegen würde meinen Bildungsgutschein für eine Schule einsetzen, das meine Kinder darin unterstützt, ihre persönlichen Potentiale zu entfalten.

      • Sportpapi says:

        @Thomas: Im Wesentlichen würde bei Schulen im Wettbewerb allerdings nicht (nur) die inhaltliche Vielfalt gefördert. Sondern es würden Rankings entstehen, die eher für eine Vereinheitlichung sorgen würden. Schliesslich muss man sich auf dem Markt behaupten, und in den Kriterien gut sein, die da zählen. Ausserdem wäre es noch einmal etwas anderes, wenn Lehrpläne und Abschlussniveauerwartungen aufgelöst würden, was wohl auch nicht in Ihrem Sinne ist. Oder?

        • Thomas1 says:

          Ich befürworte alles, was einem jungen Menschen in seiner Einzigartigkeit und damit der jungen Generation in seiner Vielfätligkeit gerecht wird. Ob ein einziges Schulsystem, das diesem Gedanken gerecht wird oder ein vielfältiges Angebot an Schulen, ist für mich zweitrangig. In erster Linie halte ich das bestehende Menschenbild, dem unser heutiges Schulsystem folgt, für dermassen überholt, folkloristisch und den Erkenntnissen der Neurowissenschaften widersprechend, dass es mich erstaunt, wie wenig sich für eine Änderung einsetzen.

  • luftibus says:

    warum immer das Geschwafel von Skandinavien? Und warum wird dann nicht genau nachgelesen?
    “Stichhaltige empirische Hinweise auf eine faktische Verbesserung der Schülerleistungen in einem auf unternehmerischen Wettbewerb abgestellten Bildungssystem liegen – so das Ergebnis einer von Heinke Röbken durchgeführten Durchsicht einschlägiger internationaler Studien – jedoch nicht vor” (vgl. Röbken 2008 in: Drieschner 2009).

  • Werner Wunderli says:

    Freie Schulwahl lehne ich ab, denn unsere Volksschule ist im grossen und ganzen eine gute Schule. Ausschlaggebend ist für mich jedoch, dass an jeder Schule Menschen tätig sind, welche neben den drei Grundelemente (Lesen, Schreiben, Rechnen) den Kindern noch weiteres Wissen vermitteln sollten. Diese Menschen bzw. Lehrpersonen prägen, als engagierte Personen eine gute (schlechte) Schule. Dies ist für mich ausschlaggebend.
    Ob die an einer Schule tätigen Lehrpersonen eine gute Schule ausmachen ist für uns Erwachsene manchmal sehr subjektiv. Wichtig ist es herrscht eine gute, positive Lernstimmung.

    • Peter Kobelt says:

      Sie sagen es, im grossen und ganzen. Im Detail und Fall bezogen jedoch nicht. Als Eltern in eine Schule gezwungen die sich nicht bewegt, mit sich selbst beschäftigt ist oder im städt. Umfeld mit Fremdsprachen- und Kulturproblematik beschäftigt ist, sind die Kinder hilflos ausgeliefert. Ausser man schickt sie an eine privat finanzierte Privatschule. Im ländlichen Raum bietet sich ein komplett anderes Bild!

  • Peter Kobelt says:

    Vor allem im städtischen Gebiet entstehen Ghetto-Schulen (Bern zB Bümpliz, Bethlehem, Ittigen, Zollikofen etc.) mit Fremdsprachenanteil von >75%. Durchmischung über Schulkreise ist faktisch unmöglich. Schulen haben auffällige Schüler aufzunehmen und zu tolerieren. Förderung findet idR bei den Hochbegabten und geistigen Grenzgängern statt. Das normale Mittelfeld wird aufgerieben. Alternativen bieten ausschliesslich extrem teure Privatschulen, die doppelt bezahlt werden (Steuern + Schulgeld). Im ländlichen Gebiet treten solche Probleme kaum auf. Gemischte Klassen, kleine Klassen und …

    • Jan Holler says:

      Das stimmt nicht. Es mag eine einzelne Klasse geben (v.a. in den 9.) die einen übermässig grossen Anteil Kinder aus nicht deutsch sprechenden Ländern hat. Aber es gibt keine einzige Schule in der Stadt Bern, die mehr als 1-2% vom Durchschnitt abweicht, der ca. bei 20% liegt. Die genauen Zahlen müsste ich nachschauen.

  • Urban Zuercher says:

    Man schaue in die Innerschweiz, zu den Steuerdumpingkantonen wie Luzern. Dort wird gespart an jeder Ecke, eine Woche zusätzliche Ferien soll eingeführt werden. Man baut also ganz gezielt in der öffentlichen Schule ab. Das Niveau sinkt entsprechend.
    Was nun Avenir Suisse vorschlägt, ist folgendes: Der Mittelstand wird seine Kinder in immer schlechtere öffentliche Schulen schicken müssen, weil die Steuerersparnis nie für die Zusatzkosten einer Privatschule reicht. Im Gegensatz zu den richtigen Steuerprofiteuren, die mit dem eingesparten Geld ihre Kinder dann in die teuren Schulen abziehen können

  • Peter Kobelt says:

    …engagierte Lehrer sind die Regel. Freie Schulwahl wird auf das ländliche Gebiet praktisch keinen Einfluss haben. Im städt. Gebiet hingegen werden die starren Grenzen aufgebrochen, Schulen werden nebst Schulversuchen zu Innovation gezwungen. Inhalt und nicht Form werden nachgefragt werden. Die Finanzierung ist sekundär da Schulen eh nach Schülerzahl bewertet werden, Gesetz der Schulen auf dem Land werden auch auf städt. Schulen angewendet. Reichenschulen werden kaum entstehen, da sie – wenn schon – bereits jetzt als Privatschulen existieren. Wie es geht zeigt übrigens Holland. Erfolgreich!

    • Jan Holler says:

      Die Finanzierung ist alles andere als egal. Schulen werden nicht einzeln finanziert. Bspw. bekommt die Stadt Bern vom Kanton eine bestimmte Anzahl Unterrichtseinheiten zugesprochen. Die Stadt Bern muss mit diesen auskommen und verteilt diese Unterrichtseinheiten auf die einzelnen Schulen.
      Ihre gesamte Argumentation lässt ausser Acht, dass Schulhäuser nicht einfach vergrössert werden können (und wieder verkleinert, falls nötig). Die freie Schulwahl wird auch dazu führen, dass Familien im Quartier keine Schule finden, weil alle Plätze belegt sind und auf dem Land besteht wenig Auswahl, s. Kt Be.

      • Peter Kobelt says:

        Diesem Problem bin ich mir sehr wohl bewusst. In unserem Schulkreis hat es auch keinen Platz mehr. Klassen von 26 sind Standard. Gleichzeitig 60% Fremdsprachige inkl. Defiziten, 2 Handicapierte und 4 ADHS. Kein Platz, keine Zeit, keine Ressourcen. Schulhausbau in Gemeindeverantwortung ergo findet er nicht statt. Zweiter Schulkreis mit Klassen von 19, mehrheitlich D-sprachig. Durchmischung über Schulkreisgrenzen (faktisch) unmöglich. Alternative? Privatschule? Freie Schulwahl zwingt das System zu überdenken inkl. Finanzierung und erhöht gleiche Chancen für alle!

        • Jan Holler says:

          Herr Kobelt, Ihre Angaben stimmen so nicht. Es gibt keine einzige Schule in der Stadt Bern, auch nicht in Bümpliz, die im Schnitt einen so hohen Anteil nicht Deutsch sprechender Schüler hat. Das kommt ganz selten in einigen wenigen Klassen vor. Der Schulhausbau ist eine komplexe Angelegenheit: Platz zum Bauen ist in einer Stadt eher rar, die Finanzierung und(!) bei diesen Beträgen, eine Abstimmung sind Hürden. Ein Schulhausbau dauert seine Jahre und der Platz in den Schulhäusern in der Stadt Bern ist an vielen Orten knapp.
          Die freie Schulwahl löst diese Probleme nicht.

          • Peter Kobelt says:

            Die Statistik der Erziehungsdirektion des Kantons Bern sagt da was anderes….

            Bezüglich dem Schulhausbau sind wir uns einig. Und genau dort spielt die freie Schulwahl rein. Die Modernisierung und Ausbau der Schulen wurde über Jahrzehnte vernachlässigt. Mit individuellen, attraktiven Angeboten kann die Schülerzahl besser gelenkt werden, da sie ihrem Interesse (oder Segregationswunsch) entsprechend verteilt werden.

  • Carl Bock says:

    Die Schweiz ist ein “liberales Land”, aber das betrifft tatsächlich nicht die Bildung: Da sind auch politisch “Liberale” oft genug waschechte Sozialisten für die “Staat” der Garant für “Qualität” ist.

    Tatsächlich sind die öffentlichen Schulen in der Schweiz ja nicht schlecht! Nur ist der Grund dafür ja nicht der Staat, sondern die insgesamt gute Lehrerschaft. Und gerade die guten Lehrer könnten ja ohne Staatskorsett nur gewinnen.

    In Bezug auf die praktischen Probleme müsste man doch nur mal ein wenig über die Grenzen schauen: Da macht man längst was hier angeblich “nicht geht”!

    • Sportpapi says:

      Wenn man über die Grenzen schaut: In welchen Ländern ist denn die allgemeine Schulbildung so viel besser als in der Schweiz?

      • Carl Bock says:

        Das habe ich nicht behauptet!

        Ich sage nur dass dieser Blick die meisten der im Forum vorgebrachten “logischen” Argumente durch den Tatbeweis entkräftet die eine angebliche “Nicht-Machbarkeit” einer gewissen Wahlfreiheit “beweisen” sollen.

  • Nom says:

    Ich finde die Schweizer Politik, Privatschulen nicht zu subventionnieren gut, denn dadurch bleiben die öffentlichen Schulen gut. Ich finde es toll, dass in der Schweiz Privatschulen einen wesentlich kleineren Prozentsatz darstellen als in anderen Ländern. Ich fände es nicht toll, ein System wie in den USA zu haben, wo man sich für eine ordentliche Ausbildung bis über die Ohren verschulden muss.

  • Nom says:

    Es ist doch ganz logisch, dass Wettbewerb auf dem “Schulmarkt” nicht spielen kann wie auf dem Kartoffelmarkt.
    erstens gibt es Herdeneffekte – wenn man denkt, dass eine Schule gut ist, wollen alle Eltern die Kinder dort hin schicken. Zweitens hat erfolg negative Auswirkungen: Schule gut -> alle hin -> Schule überfüllt. Oder man macht Kontingente, dann spielt der Markt nicht mehr und es wird nicht mehr frei gewählt. Wenn sich dann die gute Schule die guten Schüler aussuchen kann, dann wird sie natürlich noch besser und die entmischung wird noch stärker.
    Wettbewerb der Schulen = Absurdes Konzept

    • Carl Bock says:

      Mit dieser Überlegung illustrieren Sie für mich die typisch schweizerische Form des Unverständnisses von “Wettbewerb” im Bereich Schulen! Es geht nicht um wirtschaftliche Konkurrenz (wie bei US-Privatschulen), sondern um eine friedliche Konkurrenz der Methoden. Das geht natürlich nur wenn alle Schulen (staatlich und privat) vom Steuerzahler finanziert werden.

      Dabei wird es nicht einen “Gewinner” oder die “beste Lösung” geben, da es die garnicht gibt! Denn Schule ist Kulturleben – und Kultur lebt von Vielfalt. “Leben” halt – nicht Industrieproduktion von standardisierten Schulabgängern…

      • Gregor says:

        Sie meinen also, es lebe der Föderalismus?

        • Carl Bock says:

          Aber sicher! Und besser noch: Eine gewisse ECHTE Autonomie der einzelnen Schulen und Lehrkräfte!

          Menschen sind verschieden – Lehrer/Innen, Schüler/Innen… Ist das verkehrt oder gar schlecht?

          Die Meinung dass man das Schulwesen so weit wie möglich vereinheitlichen muss (“harmonisieren”) entstammt einem falschen Verständnis von Chancengleichheit und ist kein Wert an sich. Auch wenn diese Vereinheitlichung oft wie ein unhinterfragbares, selbstverständlich erstrebenswertes Ziel dargestellt wird. (Ja ich weiss: So zu denken gilt heute als “unerhört”…)

          • Sportpapi says:

            Und die Abnehmer machen dann eigene Tests, weil sie auf die Aussagen der Schulen nicht vertrauen können. Dumm, wer dann die falsche Schule mit den falschen Schwerpunkten gewählt hat.

      • Nom says:

        Wenn die Privatschulen vom Steuerzahler finanziert werden, ist das eine Wettbewerbsverzerrung, weil die Privatschulen dann automatisch mehr Geld zur Verfügung haben (Subventionen & Schullgeld) als die öffentlichen. anschauungsbeispiel dazu in Frankreich.. Daher finde ich: wenn die Eltern schulgeld zahlen wollen, sollen sie richtig zahlen, für alle Kosten, nicht nur für 10% Sahnehäubchen…

    • Peter Kobelt says:

      öff. Schule = absurdes Konzept. Neubauquartier zieht Gutverdienende an (Herdentrieb), Schule nicht darauf eingerichtet, kaum Schulraum, Klassen von 24+ sind Standard, Probleme akzentuieren sich, Gemeinde hofft auf geburtenschwache Jahrgänge um Problem zu lösen. Beispiel geht auch mit billigem Wohnraum und fremdsprachiger Bevölkerung. Glauben sie mir, öff. Schulen und Lehrer wären froh, es gäbe Kontingente, damit Klassen ausgeglichen zusammengesetzt werden könnten! Ihr Beispiel ist Panikmache unter Nichtberücksichtigung der positiven Effekte.

  • Hanspeter Müller says:

    Herr Schellenbauer sagen Sie und ein einziges Gebiet, wo in der Schweiz durch Einführung des Marktes das Angebot billiger wurde. Strommarkt? Telefongebühren? Landwirtschaftsprodukte? Gesundheitswesen? Ueberall versprochen, überall nicht eingehalten. Aenderungen im System “scheitern in den Kantonen regelmässig mit erdrückenden Nein-Mehrheiten von über 80 Prozent.” Dann ist ja klar, das Volk hat deutlich gesprochen. Wo bleibt Ihr Demokratieverständinis?

    • Thomas1 says:

      Es ist legitim, dass Sie danach streben, Bildung billiger zu machen. Mir geht es in erster Linie darum, dass sie qualitativ besser wird. Nun: Wären alle Menschen gleich, könnte man das über eine Einheitsschule bewerkstelligen, in der alle nach dem gleichen Idealmenschenbild gemessen werden (status quo). Da wir (noch) keine Roboter sind, sondern sehr verschieden, würde ein vielfältigeres Bildungsangebot die generelle Ausbildungsquailtät logischerweise erhöhen, da nicht mehr vom preussischen und folkloristischen Weltbild eines Idealmenschen ausgeht.

      • Hanspeter Müller says:

        Ich strebe gar nicht danach die Bildung billiger zu machen. Herr Schellenbauer will das. Ihr Engagement beim Schreiben auf dieser Seite in Ehren. Aber wir haben gute Schulen mit engagierten Lehrpersonen. Das sieht man in allen neutralen Untersuchungen. Verbessern kann man immer, dann muss aber vorher ein Beleg der Wirksamkeit her und man braucht nicht gleich das ganze System umzukrempeln. Und diese Belege sind sie in allen Kommentaren schuldig geblieben.

    • Patrik Schellenbauer says:

      Strommarkt? Der wurde für private Verbraucher gar liberalisert, die inländisches Produzenten können ihre Kosten überwälzen, getrennt vom Grosshandelsmarkt für Strom. Dazu Netzgebühren.
      Telefongebühren? Sind massiv gesunken, wenn Sie mehr zahlen, dann darum, weil Sie viel mehr Telekom konsumieren als früher.
      Landwirtschaftsprodukte? Milchpreis ist deutlich gesunken, nachdem der staatliche Fixpreis aufgehoben wurde. Sonstige Liberalisierungen im Agrarbereich?
      Gesundheitswesen? Welche Liberalisierung meinen Sie? Die Gesundheitskosten steigen wegen der Alterung und durch steigenden Konsum.

  • Michael Berger says:

    Da Sie, Herr Schellenbauer, darauf verzichten, ihre Behauptungen mit irgendwelchen Quellenhinweisen oder auch nur näheren Angaben zu belegen, erscheinen sie mehr als Produkt einer Ideologie denn als theorie- oder empiriegestützte Erkenntnis. Zum Beispiel der Satz “Die Realität sieht anders aus”. Wo denn? Belege, genauere Angaben? Fehlanzeige. Wenn Sie übrigens mit den skandinavischen Ländern, in welchen die neuen Modelle erprobt werden, Schweden meinen, dürften Sie das anfügen und gleich auch noch die Probleme damit, z.B. bezüglich Segregation, Qualitätsverlust (PISA).

    • Patrik Schellenbauer says:

      In einem Kurzblog kann man nicht alle “Belege” liefern, die SIe fordern. Warum treten Sie nicht selbst den “Gegenbeweis” an?
      Unzählige Studien zeigen dass der Bodenmarkt (und somit auch der Mietmarkt) begehrte Standortvorteile einpreist. Weil bildungsnähere Schichten mehr verdienen, wohnen Sie in bevorzugten Gebieten, sonst gäbe es keine Goldküste. Wer seine Kinder da zur Schule schicken will, zahlt einen Pauschal-Eintrittspreis, nicht nur für die Schule. Der Bodenmarkt führt also zu räumlicher Segregation, das heutige Schulsystem verstärkt sie. Freie Schulwahl wirkt als Gegengewicht.

      • luftibus says:

        Ihre Überlegung stimmt aber insofern nicht, als der Umkehrschluss nicht aufgeht: Nur weil Sie mit ihrer Familie an die Goldküste Ziehen, heisst das noch lange nicht, dass es ihre Kinder einfacher hätten, ins Gymnasium zu kommen. Sie sind deswegen nicht intelligenter, stattdessen messen sie sich mit Frühgeförderten, Zusatzbeschulten und Erwartungsgeschwängerten (oder -Geschädigten?)
        Nun also anzuführen, die freie Schulwahl behebe diese Ungleichheit ist falsch.

      • Sportpapi says:

        Das heisst, die Eltern, die in weniger begehrten Wohnlagen wohnen, gehen nicht nur weit entfernt zur Arbeit, sondern bringen auch noch ihre Kinder in weit entfernte Schulen, zum Beispiel an der Goldküste. Die werden sich dort freuen.

  • Gregor says:

    Wenn die Schule ökonomisiert ist, gelten die Regeln der Ökonomie!?

    Wer selbst einmal pädagogisch wirkte weiss, dass Wettbewerb auf Dauer in einem Klassenverband für die Mehrheit schädlich ist. Wer kann sich schon immer mit “den” besten messen? Das wird der “Ablöscher” jeden gesunden Kindes.

    Da fragt man sich doch, warum die Ökonomen überhaupt Bildungspolitik machen dürfen, wenn Sie von der Praxis keine Ahnung haben.

    Wie Herr Berger schön formuliert, das ist reine Ideologie. Und wie in der Wirtschaft, den Schaden trägt das Allgemeinwesen …

    • Thomas1 says:

      Sie beschreiben exakt die heutige Situation, wo für die meisten Kinder die Schule der Ablöscher ist. Da herrscht Wettbewerb pur: Die “guten” kriegen eine 6, die “schlechten” eine 1. Dafür, dass jeder Mensch körperlich und geistig anders zur Welt kommt, werden die einen bestraft und die anderen belohnt. Wer sich einsetzt, fleissig ist und dennoch nicht die Leistung erbringt, weil seine Fähigkeiten woanders liegen, als dort, wo es die Schulbehörde vorschreibt: egal, kriegt eine 1. // Bildungsvielfalt ist für weniger ein Ablöscher, weil es unterschiedliche Modelle gibt.

      • René Hofstetter says:

        @Thomas1: Verstehe ich Ihre Individuelle Beurteilung richtig? Ein Schüler hat eine Schreibschwäche, Zeichnet aber wunderbar. Deshalb steigt er jedes Jahr eine Klasse hoch, kann aber trotzdem nicht schreiben. Am Ende der Schulzeit erbt der Staat dann einen begabten Zeichner, der aber nicht mal als Zeichner vermittelbar ist, weil er nicht schreiben kann, also auch keine Buchhaltung macht und keine Korrespondenz führt, etc.? Und der Staat soll ihm dann den Lebensunterhalt zahlen? Bedingungsloses Grundeinkommen, quasi?

    • Peter Kobelt says:

      Hoch lebe das Mittelmass!

      Kinder lieben den Wettbewerb! Das Leben ist ein einziger Wettbewerb. Keine Höchstleistungen ohne Wettbewerb.

      Oft findet jedoch genau das Gegenteil statt. Die Leistungskultur in einem Klassenzimmer ist derart tief, dass leistungswillige aber nur zu mittelmässigen Leistungen fähige Kinder noch schlechter abschneiden, sich nicht einmal mehr an ihr Maximum herantasten. Statt dessen sich dem tiefen Niveau anpassen.

      Jedes Kind hat seine Fähigkeiten und Talente, die müssen aber gefördert werden. Die freie Schulwahl würde dies auch Normalverdienenden ermöglichen.

      • Carl Bock says:

        Wettbewerb auf der Ebene der einzelnen Schüler macht denen vielleicht Spass die “belohnt” werden – und löscht der grossen Mehrheit, die sich abrackert ohne sichtbares Ergebnis, nachhaltig ab! Die gehen ins Leben mit einem “Start-Trauma” in Form der tief verinnerlichten Meinung: “Das kann ich eh nie!”.

        In den Firmen geht es dann weiter: Beförderung als “Belohnung”. Ob man auch für eine Führungsfunktion wirklich (menschlich!) qualifiziert ist – wen kümmert’s?

        Und dazu: Die vier Kandidaten, die übergangen wurden sind nachhaltig demotiviert…

        Das ist Realität! Aber ist es “Leistung”??

        • Peter Kobelt says:

          Ihre Argumentation ist wiederum ein Pluspunkt der freien Schulwahl. Sind Sie der Überzeugung, dass Ihr Kind nicht dem schulischen Wettbewerb ausgeliefert werden soll, können Sie es dank der freien Wahl an eine passende Schule schicken, welche Ihren Überzeugungen – oder den Fähigkeiten, Interessen, Neigungen Ihres Kindes – am besten entspricht. An dieser Schule würden LehrerInnen arbeiten, die sich mit der Schule und ihrer Philosophie identifizieren. Ihre Motivation ist dementsprechend hoch. Die Kinder – deren Eltern die Bildung wichtig ist – können nur profitieren!

          • Carl Bock says:

            Da bin ich ganz Ihrer Meinung! Man muss eben differenzieren wenn man von “Wettbewerb” spricht:

            1. Der Wettbewerb zwischen einzelnen Schülern ist meines Erachtens zwar gelegentlich ganz gesund, aber als Grundprinzip der Bildung ein verheerender Fehler – weil er eben nicht nur Gewinner erzeugt, sondern auch “Verlierertypen” zementiert.

            2. Der friedliche Wettbewerb zwischen Schulkonzepten scheint mir hingegen gesund; hier geht es aber auch nicht primär um Gewinnen und Verlieren, sondern um Vielfalt und Weiterentwicklung.

            3. Der ökonomische Wettbewerb ist hingegen wiederum eine Fehlentwicklung.

          • Gregor says:

            @Bock Rein theoretisch (ideologisch) gebe ich Ihnen recht. Doch ist es nicht durchführbar, weil der heimliche “Markt” eben spielen würde und zu Verwerfungen in Form von Infrastruktur – Kapazitäten – Lehrkräfte gäbe und somit der Wettbewerb letztlich eine Fiction der Glücken bliebe, für die wirklich partizipieren können.
            Ein Tor für Vetternwirtschaft mit all seinen Folgen … Wer heute schon möchte, muss einfach die finanziellen Konsequenzen tragen, wobei ich finde, dass jeder selber entscheiden soll und darf, ob er sein Geld in die Kinder oder ins Auto stecken möchte.
            Gerechter geht es nicht.

  • edi zwahlen says:

    Keine freie Schulwahl! Wer Multikulti will soll auch seine Kinder in Multikulti Schule schicken müssen und sich nicht aus der Verantwortung stehlen können.

    • Thomas1 says:

      Was hat Multikulti mit unseren Schulen zu tun, in denen sich alle nach dem gleichen Idealbild messen lassen müssen? Das ist genau das Gegenteil von Multikulti. Das ist Einheitsverordnung – auch wenn Menschen aus unterschiedlichen Kulturen das über sich ergehen lassen.

  • peter says:

    Ja, und sämtliche privaten Initiativen werden sabotiert!

    http://www.srf.ch/news/regional/zuerich-schaffhausen/international-school-winterthur-ist-zu

    Das Umfeld habe sich aus zwei Gründen verschlechtert. Einerseits habe die neue «Lex Aeppli» der Schule einen Strich durch die Rechnung gemacht, wie ISW-Verwaltungsratspräsident Roman Brunner auf Anfrage erklärte. Die Zürcher Bildungsdirektion hatte verlangt, dass keine Schweizer Schüler mehr die privaten internationalen Schulen besuchen dürfen.

    • Sportpapi says:

      @Peter: Das ist nur die halbe Wahrheit. Erstaunlicherweise hat die Bildungsdirektion erlaubt, dass sich internationale Schulen auf kantonalem Boden nicht an die für alle Schulen im Kanton Zürich geltenden Lehrpläne zu halten haben. Und dann dieses Privileg wieder soweit eingeschränkt, dass diese Schulen eben keine Schweizer Kinder unterrichten dürfen, sondern nur ausländische, die vorübergehend in der Schweiz sind.
      Ansonsten müsste man aus Fairnessgründen ja alle Schulen von Vorgaben befreien. Diese machen allerdings schon Sinn, oder?

  • Pumuckl says:

    Was bleibt ist die ständige Wiederholung der immer gleichen Argumente, die schon x-fach wiederlegt worden sind. Das Problem der Schulwahl ist nicht die Schulwahl an und für sich, auch nicht das hin- und herreisen der Kinder, sondern die Tatsache, dass den öffenltichen Schulen konsequent weiter die Mittel entzogen werden. Die Folgen sollte ein einigermassen intelligenter Mensch eigentlich mit relativ hoher Sicherheit vorhersagen können. Komisch nur, können das die Befürworter der freien Schulwahl nicht.

    • Sportpapi says:

      Mir scheint das Problem vielmehr, dass die freie Schulwahl, konsequent umgesetzt, bedeuten muss, dass es für die Gemeinden keine Verpflichtung mehr gibt, Schulen zu führen, oder in ihren Schulen alle Kinder aufzunehmen (und dafür jeweils schnell die Kapazitäten anzupassen). Kann ja nicht sein, dass da ein Markt entsteht, aber die öffentlichen Schulen dann die Versorgungssicherheit gewährleisten müssen.

  • Herbert Anneler says:

    Wieder einmal die Mär, Privatisierung bringe Vorteile. Schönstes Anschauungsbeispiel sind die USA: In Bezug auf das Bildungswesen und die Infrastriktur nähert man sich Drittwelt-Niveau mit ein paar Wohlstandsinseln.

  • Giuseppe Laubi says:

    1987 haben Eltern in der March SZ eine Montessorischule gegründet. Eine Tagesschule! Eltern organisierten die Schuleinrichtung, den Schülertransport, kochten im Turnus, kauften 1991 eine Liegenschaft und bauten sie in Fronarbeit um, etc. Wieviele Eltern der öffentlichen Schule wären bereit, diesen zusätzlichen Einsatz zu leisten? Die ewige (linke?) Mär, dass bei der Aufhebung des Staatsmonopols “Bildung” die öffentlichen Schulen auf ein Drittwelt-Niveau sinken würden, zeigt nur die Angst vor einer Konkurenz! Was wäre, wenn sich auch Lehrer zwischen verschiedenen Schulen wählen könnten?

  • Giuseppe Laubi says:

    Weshalb sollte bei uns nicht möglich sein, was in Deutschland, Holland, Finnland möglich ist? Dass verschiedene Schulsysteme mit verschiedenen pädagogischen Ausrichtungen nebeneinander existieren? Alle Systeme werden vom Staat unterstützt und somit das Schulgeld für die Eltern tragbar. Die freie Schulwahl ist bei uns eine Frage des Geldes!
    Homescooling ist vielleicht die einzige Antwort auf die fehlende Individualisierung oder die Ablehnung des Notensystems. Falls vom Staat überhaupt erlaubt! Das Schulmonopol scheint eine heilige Kuh zu sein, wie das Militär!

  • H.Mundwiler says:

    Bitte beachten: Es gibt zu den Stichworten Freie Schulwahl, Privatschulen, Schulfinanzierung, Zugang zu den Schulen etc. verschiedenste Auffassungen und Umsetzungsmöglichkeiten in die Praxis. Viele der aufgeworfenen Fragen sind durch die elternlobby umfassend und praxistauglich zusammengefasst worden im Artikel “Umsetzung der freien Bildungswahl”, zu finden unter http://www.elternlobby.ch (Homepage aufrufen, dort die unterste Zeile anklicken.) Ich wünsche grossen Erkenntniszuwachs!

    • Sportpapi says:

      Danke, Herr Mundwiler. Da sind ein paar gute Regelungen für Probleme, die wir heute gar nicht haben. Nicht gelöst ist aber, wie wir dafür sorgen könnten, dass jeder Schüler in erreichbarer Distanz eine Schule findet (Versorgungssicherheit). Denn die privaen Schulen werden sich vermutlich da niederlassen, wo viele “Kunden” sind. Und sie werden versuchen, möglichst immer voll zu sein (und Wartelisten zu führen). Soll dann die Staatssschule gezwungen sein, ein variables Angebote für den Rest zu führen? Muss eine Gemeinde überhaupt noch eine Schule haben? Weshalb?

  • Erwin Ogg says:

    Die Erfahrungen vieler Länder mit freier Schulwahl zeigen: Die grosse Mehrheit der Eltern (+/- 90%) schickt ihre Kinder in die nächst gelegene Schule. Die Eltern sind aber froh eine andere Schule wählen zu können, wenn ihr Kind in der nächsten Schule grössere Probleme hat. Viele der in dieser Diskussion geäusserten Befürchtungen zur freien Schulwahl erweisen sich daher als gegenstandslos.

  • Maria says:

    Ich habe sehr gute Erfahrung mit freie Schulwahl.

    Jeder Lehrer und jede Schule wollten die beste sein. Damit erhöht sich nur Qualität.
    Die Schuldiktatur ist absolut gegenteil von demokratische Schweizer Politik. Aber viele Leute profitieren von Unglück der Kinder. z.b. KJPD

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