Wie die AHV-Reform unsere Portemonnaies leerräumt

Bis zu 12,5 Milliarden Franken! So viel Geld will Bundesrat Alain Berset pro Jahr zusätzlich für die AHV beschaffen. Auf diesem Weg will er verhindern, dass diese in die roten Zahlen rutscht. Ach ja, einsparen möchte Herr Berset auch noch was, um dieses Ziel zu erreichen: Jedoch im Vergleich zu den 12,5 Milliarden Mehreinnahmen einen viel zu kleinen Betrag von lediglich einer Milliarde Franken pro Jahr. Mit diesem Vorgehen räumt die AHV-Reform unverfroren die Portemonnaies von Arbeitnehmern und Arbeitgebern leer. Die Reform «Altersvorsorge 2020» ist ein Raubzug auf Erwerbstätige und Arbeitgeber und das mit Abstand teuerste Sozialversicherungspaket, das die Schweiz je gesehen hat.

Auf erschreckende Zahlen kommt man, wenn man anhand konkreter Fallbeispiele berechnet, was die Vorlage den einzelnen Arbeitnehmer und dessen Patron kosten wird. So muss eine 50-jährige Person mit einem Bruttolohn von 90’000 Franken jährlich knapp 1997 Franken zusätzlich an die AHV bezahlen. Der Arbeitgeber legt auch noch mal 1150 Franken drauf. Verdient eine 50-jährige Person nur 60’000 oder 30’000 Franken, bezahlt sie mit 2021 Franken bzw. 2115 Franken sogar noch mehr. Dieses Geld fehlt am Ende des Jahres. Und weil auch die Arbeitgeber zusätzlich massiv zur Kasse gebeten werden, sinkt auch von dieser Seite der Spielraum, dass diese Fehlbeträge über Lohnanpassungen ausgeglichen werden könnten. Im Gegenteil: Das Lohngefüge gerät mit so unausgeglichenen Reformvorschlägen zusätzlich unter Druck.

Die Reform «Altersvorsorge 2020» ist ein Raubzug auf Erwerbstätige und Arbeitgeber

Hat er alles richtig durchgerechnet? Bundesrat Alain Berset. Foto: Lukas Lehmann (Keystone)

Hat er alles richtig durchgerechnet? Bundesrat Alain Berset. Foto: Lukas Lehmann (Keystone)

Als Nationalrat, Unternehmer und Präsident des Schweizerischen Gewerbeverbandes (SGV) ist es für mich sehr wichtig, die konkreten Folgen dieses missglückten Reformvorschlags aufzuzeigen. Der SGV hat deshalb ein Online-Tool entwickelt. Wer sein Alter und den Jahresbruttolohn eingibt, erhält unter http://www.sgv-usam.ch/rechner-altersvorsorge individuell für sich ausgerechnet, was er oder sie persönlich für die Reform von Herrn Berset hinblättern muss. Und das wird nicht wenig sein.

Dabei gäbe es doch konkrete Alternativen. So schlägt der SGV vor, dass das Rentenalter sozial und wirtschaftlich verträglich in Monatsschritten angepasst wird, sobald der Deckungsgrad der AHV unter 70–80 Prozent sinkt. Es wären weder Rentenkürzungen noch Mehreinnahmen nötig. Dafür hat der Bund im Moment noch kein Gehör. Lieber verliert man Zeit mit unrealistischen und teuren Reformmonstern. Es wäre jetzt höchste Zeit, das Steuer noch herumzureissen.