Leblos herumliegende Zivilschützer als Abschreckung?

Weil die Zahl der Einbruchdiebstähle rund um Asylzentren zunimmt, plant die Aargauer Regierung, ab November Zivilschützer auf Dorfpatrouille zu schicken, um kriminelle Asylbewerber abzuschrecken.

Um Verwechslungen vorzubeugen: Zivilschützer sind an der Aushebung für den Militärdienst für «UT», also untauglich befunden worden. Sie sind keine idealistischen Überzeugungsdienstverweigerer, wie die Zivildienstler. Den «UT»-Stempel kriegt in der Regel, wer entweder kriminell, (psychisch oder drogen-)krank oder anderweitig schwächlich ist.

Das schläfrige Wesen des Zivilschützers ist bereits bei Tag ein Problem.

Ein Zivilschützer ruht sich aus. (Foto: Keystone)

Zur Abschreckung eher nicht geeignet: Ein Zivilschützer ruht sich aus. (Foto: Keystone)

Das scheint die Aargauer Regierung entweder nicht zu wissen oder zu verdrängen, weshalb ihr zum Wesen des Zivilschützers an dieser Stelle folgendes in Erinnerung gerufen sei:

Die wichtigste Regel im Umgang mit dem Zivilschützer ist, dass man den Zivilschützer nie unbeobachtet allein oder – was bei zeitgemässer Patrouillentätigkeit unumgänglich ist – in kleinen Gruppen hält. Dies deswegen, weil der Zivilschützer seinen jährlich wiederkehrenden Dienst im Kalender fix als Ferienwoche einschreibt und jede sich bietende Möglichkeit nutzt, sich von der Truppe zu entfernen, um sich zu auszuruhen und Unsinn anzustellen.

Davon ist keine im Zivilschutz vertretene soziale oder Berufsgruppe ausgenommen. So wurde einmal ein honoriger Basler Pfarrer bei der Sturmschädenbeseitigung in den Urner Bergen gut versteckt hinter einem Hügel liegend vorgefunden. Seine einzige Tätigkeit bestand darin, hin und wieder einen Eistee aus einem zerstörten Festzelt zu plündern und beim Dösen mit dem Zeigefinger die Benzinmotorsense am Laufen zu halten. Zwei Tage lang dachte die ganze Kompanie wirklich, er arbeite da hinten.

Das schläfrige Wesen des Zivilschützers ist also bereits bei Tag ein Problem, das sich nachts bei den meisten noch akzentuiert. Leblos in Aargauer Dörfern herumliegende Zivilschützer dürften indes eher zu mehr als zu weniger Notrufen führen, während sie auf Kriminelle aber wohl nicht die erwünschte abschreckende Wirkung haben.

Der Idee des Aargauer Regierungsrates sei deshalb folgender Entscheid beschieden: «Untauglich».

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