Meine zehn wichtigsten Gegenstände, um die 1400-Meter-Wand zu durchsteigen

Noch 5 Tage bis zur Abreise.

Um durch die 1400-Meter-Big-Wall zu steigen, braucht es eine umfangreiche Ausrüstung. 120 Kilo wiegt alleine das Klettermaterial, das wir mit uns hochziehen.

Hinzu kommt das Trinkwasser: Zwei Liter pro Person und Tag. Wir sind vier Kletterer und werden für den Gipfelsturm zwischen fünf und sieben Tage und Nächte am Stück in der Senkrechten bleiben – also mit etwa 60 Liter Wasser im Gepäck in die Wand einsteigen, abgefüllt in Petflaschen.

Total 180 Kilo.

Die zehn wichtigsten Gegenstände für diese Erstbegehung:

Seile: Zum Klettern und um Material hochzuziehen. Sie sind überlebenswichtig. Wir nehmen drei dynamische 60-Meter-Seile mit, 9,5 mm Durchmesser. Plus 200 Meter Fixseil.

Klettergurt: Verbindet Körper und Seil, er muss bequem und leicht sein. Helm: Schützt den Kopf bei einem Sturz oder bei Steinschlag. Stirnlampe.

Kletterfinken: Am besten solide und eingetragene. Jetzt in Grönland müssen sie auch für Riss- und Reibungskletterei taugen.

Mobile Sicherungen: Friends, Cliffs etc. sind für eine unbestiegene Wand unerlässlich. Um diese effizient setzen zu können, braucht es Erfahrung. Ich stecke sie in Risse oder Löcher im Fels.

Mikrokeile für Zwischensicherungen. Und Sicherungsgeräte: Am besten neue in Topqualität. Ich muss ihnen vertrauen können. Sie halten uns Kletterer bei einem Sturz und gehören zum Verschleissmaterial.

Hängezelt: Wir befestigen es an der senkrechten Felswand. Darin schlafen zwei Kletterer. Darunter kann es problemlos mehrere hundert Meter runtergehen. Damit wir im Schlaf nicht aus dem Zelt fallen, behält jeder seinen Klettergurt an und sichert sich mit einer Schlinge an einem Haken am Fels. Das Hängezelt wiegt 13 Kilo, ist sperrig und mühsam über die Wand hochzutransportieren. Wir nehmen zwei Hängezelte mit.

Hänge-Gaskocher: Er wird ebenfalls an der Felswand befestigt, damit er nicht runterfällt. Gas und Pfanne stecken zusammen. Darin kochen wir auch Schnee und Eis ab.

Bohrhammer: Wir versuchen, möglichst wenig Haken in die Felswand zu bohren. Am liebsten gar keine. Da wir aber nicht wissen, wie glatt die Steinplatten an dieser Bigwall sind, ob es durchgehende Reissysteme gibt und wie das Wetter wird, nehmen wir für den Notfall eine Bohrmaschine mit. Und Akku für die Bohrmaschine: zwei Stück. Ein Akku reicht für 15 Löcher.

Rockpecker: Falls wir in eine Notsituation geraten und dann die Bohrmaschine nicht mehr läuft, kämen Hammer und Handbohrer zum Einsatz. Damit ein Loch hinzukriegen, dauert 15 Minuten, mit der Maschine 1 Minute.

Sonnenbrille: Um die Augen zu schützen – vor Sonne und Steinsplittern.

Haulbags: Das sind widerstandsfähige Säcke, in denen wir das Material durch die Big Wall transportieren.

(Aufgezeichnet von Natascha Knecht)

20 Kommentare zu «Meine zehn wichtigsten Gegenstände, um die 1400-Meter-Wand zu durchsteigen»

  • Mia Lanz sagt:

    Klar, 5 Zeilen Text und 10 Meter Produktfotos.

    Wir haben verstanden. Normale Wanderer sollen sündhaft teure Produkte kaufen. Dann können wir auch auf den Mount Everest. Und Herr Gehrig hat leider recht. Wenn man klettert ist das Urschweizerisch und völlig Ok wenn man dabei Leib und Leben riskiert, aber ein Kanufahrer muss seinen Unfall selber zahlen, Risikosportart und so. Mir selber passiert. Abbrechen und um die Familie und um das Einkommen kümmern, los.

    • Bruechig sagt:

      Falsch, Klettern geht auch unter die Kategorie Risikosportarten.

      Und nein, Herr Gehrig hat wahrscheinlich nicht recht, dies meint er nur! Oler Verschwörungstheoretiker.
      Mich interessiert solches jedenfalls.
      Wäre er auch nur ein bisschen aufmerksamer, hätte er gesehen, dass nicht die mit dem elefantigen Urtier sponsern, sondern die mit dem Greifvogel (ist ja wohl nicht zu übersehen!). Und kaufen musse deswegen sowieso niemand etwas, wäre ja der Gipfel aller Nötigungsgipfel.

      Familie hat er wohl noch nicht und Einkommen ist nicht alles Frau Lanz.

    • Christian sagt:

      „In unserem Gepäck haben wir 50 Friens, 200 Klemmkeile, 30 Camelots, 10 Cliffhanger, 4 Haulbags sowie unzählige Bandschlingen, Reepschnüre etc.“

      Dann wären Sie wohl die Erste gewesen, die Fotos hätte haben wollen, weil ausser einem Bergsteiger/Kletter kein Wort verstanden hätte ;-)

      Was Sie und W.Koch nicht verstehen: Sollte bei dieser Expedition etwas schief gehen, müssen Sie keine Angst haben, dass Sie etwas bezahlen. Da gibt es nix mehr zu retten am Ende der Welt.

      Zudem müssen Extrembergsteiger wie Roger Schäli, Ueli Steck, Stepan Siegrist, Huberbuam etc. ein Vermögen für ihre Versicherungen ausgeben (mehrfaches als wir ‚Normalos‘), wenn sie denn noch überhaupt versichert werden.

      Wie viele Extrembergsteiger haben wir in der Schweiz? Glaube nicht, dass die Krankenkassenprämien auch nur CHF 1.00 ansteigen würden, wenn alle Extrembergsteiger zusammen Morgen ihre Beine brechen.

      Aber die Tausenden von Leuten, die wegen jedem Schnupfen zum Arzt rennen, die dürften sich sehr wohl auswirken.

      Und von wegen um das Einkommen kümmern: Genau das machen die Herren. Denn so verdienen sie nunmal ihr Geld.

    • Christian sagt:

      Achso, was ich vergessen habe :-)

      Wo steht, dass normale Wanderer sündhaft teuer Produkte kaufen sollen und dann damit auf den Mount Everest kommen? Haben Sie die ganzen Bloggs hier überhaupt durchgelesen? Wissen Sie, wie viel Erfahrung dieses Team hat?

      Titel des Bloggs vom 19. Juli: „Nur das beste Team ist gut genug“ und nicht „Kauf dir nen Eispickel und du schaffst alles ohne Training“ ;-)

  • w.koch sagt:

    Kann man das noch Sport oder Freizeitbeschäftigung nennen? Mit dieser Ausrüstung?
    Da s ist doch Luxus.

    • Christian sagt:

      @ w.koch: Dann machen Sie es doch nach,wenn es solch ein Luxus ist ;-) Meine Voraussage für Sie: Sie wären schon tot, bevor Sie am Wandfuss angekommen sind, trotz der ganzen Ausrüstung :-D

    • Ernst Leuthold sagt:

      Nein, Luxus ist das beiliebe nicht, das sind Lebensversicherungen…

      • Mia Lanz sagt:

        Christian und Ernst, sie verstehen die Aussage wohl nicht ganz.

        • Christian sagt:

          @ Mia: Dann klären Sie uns doch auf? Wenn hier Luxus Sicherheit bedeuten soll, dann haben weder W.Koch noch Sie Ahnung vom hier abgebildeten Material und dem Vorhaben…

    • Bruechig sagt:

      Natürlich ist das Luxus! Einerseits ist es ein sehr angenehmer Luxus solche „Lebensversicherer“ mit dabei zu haben in der Wand und andererseits sind ja Sport und Freizeitbeschäftigung grundsätzlich ein Luxus; egal welcher Art die auch sind (Schachspielen, Briefmarken sammeln, Hundezucht, Töfffahren, Wandern, Eiskunstlauf, Gartenpflege, Bier im Schiessstand trinken etc alles Luxus, für die Meisten von uns jedenfalls)!

  • Christian Gehrig sagt:

    Der tamedia/newsnetz würde ich zutrauen, dass gar niemand in dieser ominösen Wand ist. Ist doch alles nur inszeniert um Sponsoren wie Mammut und co. gut verkaufen zu können. Interessiert doch kein Schwein. Im äussersten Fall würden die Krankenkassen weiter belastet, zum Flat-Preis, um die Leute medizinisch zu betreuen. Aber richtige IV-Renter werden durch Spitzel observiert. Der Big-Brother-Anstatz flutet nun auch die seriösen Redaktionen. Hässlich.

    • Christof Duss sagt:

      Sich unnötig aufzuregen belastet unsere schweizer Krankenkasse weit mehr als die Bergsteiger :-)

      • Christian Gehrig sagt:

        @ Christof

        Auch mit Smiley wird ihre Aussage nicht wahrer.

        • Karin sagt:

          @ Christian Gehrig: Ja klar doch alles insneziert – sonst noch aktuelle Verschwörungstheorien oder Frust zum ablassen? Nur zu, das ist sicher der perfekte Ort dazu! Looooos Roger du schaffst das. Gaaanz viel Glück!

        • Paul sagt:

          @ Christian Gehrig: Die Aussage von Christoph Duss ist 100% wahr. Sportler belasten die Krankenkassen weit weniger als Nichtsportler. Das ist ein Fakt, ob mit oder ohne Smily. Im übrigen haben sie recht, Herr Gehrig. Es interessiert kein Schwein. Schweine interessieren sich nicht fürs Klettern. Ich mich schon, aber ich bin auch kein Schwein. Sie interessieren sich nicht fürs Klettern, Herr Gehrig?

    • Jonas sagt:

      Können Sie bitte mit Ihren Kommentaren zu http://www.blick.ch. Dort gibt es lauter Menschen die denken und schreiben wie Sie! Alles Gute!

    • tja sagt:

      Man bist du neidisch!

  • Aschy Furrer sagt:

    Ein gewaltiger Kraftakt! Viel Glück und Erfolg den Helden!

  • Stefan Westermann sagt:

    Da kann ich nur eines: Viel Glück und Erfolg wünschen!

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