Heliskiing: Hoch egoistisch und hoch emotional

Heute ist das Heliskiing in der Schweiz auf 42 definierten Gebirgslandeplätzen erlaubt. Durchschnittlich profitieren davon jährlich 20'000 Personen, dazu sind 15'000 Flugbewegungen nötig – 12'000 Flüge fürs Heliskiing, weitere 3'000 für andere touristische Zwecke wie Hochzeiten, Champagnerfrühstücke, private Fotoshootings, etc. (Foto: Zermatt Tourismus)

Sobald es ums Heliskiing geht, werden manche Leute ganz aufgeregt. Sie ereifern sich über Sinn und Unsinn dieses hochalpinen Freizeitvergnügens, streiten und zanken – seit jeher. Ein Konflikt, bei dem so viele Interessen aufeinanderprallen und so viele Parteien involviert sind, dass eine sachliche Diskussion offenbar schwierig ist.

Auf der einen Seite stehen Fluglobby und Tourismusvertreter, auf der anderen die Umweltorganisationen. Zwischen diesen beiden Fronten spielt der Schweizer Alpen-Club (SAC) eine undankbare Spagatrolle – und verärgert mit seinen Kompromissvorschlägen sogar eigene Mitglieder. Denn einerseits ist der SAC selber Nutzer von Helikoptern für die Hüttenversorgung und die Bergrettung, andererseits setzt er sich für einen naturverträglichen Bergsport ein. Damit die Lage nicht eskaliert, versucht das Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL) zu schlichten. Es hat den Auftrag, die Situation der Gebirgslandeplätze neu zu überprüfen und vorhandene Konflikte auszuräumen oder «mindestens zu reduzieren». Ob ein Landeplatz künftig angeflogen werden darf, entscheidet am Schluss der Bundesrat.

Doch wie auch entschieden wird: Eine Partei fühlt sich immer übergangen. Im Moment ist es der SAC. Einigen städtischen Sektionen, allen voran die zürcherische Uto, stösst sauer auf, dass der Bundesrat im südöstlichen Wallis nicht nur die bestehenden Landestellen Äschhorn Alphubel, Monte-Rosa und Theodulgletscher definitiv und Unterrothorn provisorisch festlegte, sondern noch eine neue bewilligte im Gebiet Trift.

Erstmals in seiner Geschichte reicht der SAC gegen einen Bundesratsentscheid Beschwerde ein

Die städtischen Sektionen rebellierten so lange, bis der Zentralvorstand des SAC nun entschied, gegen diesen Bundesratsentscheid vor Bundesverwaltungsgericht zu rekurrieren. Seither gibts im SAC einen internen Frontenkrieg: Den Walliser Sektionen ist egal, was die «Üsserschwiizer»-Sektionen vom Heliskiing halten. Deren Vorgehen bezeichnen sie als «Frechheit» und solidarisieren sich mit den betroffenen Gemeinden Zermatt, Täsch und Saas-Fee, den Helikoptergesellschaften, den Bergführern, für die das Heliskiing eine Verdienstmöglichkeit sei, und den Helipiloten, damit diese für die Bergrettung trainieren können.

Heliskiing und Heliboarding: Lärmemissionen und Belastung für Umwelt und Wildtiere. (Bild: Air-Zermatt)

Die Kluft zwischen Unterland und Bergkantonen

Obschon ich selber mit Heliskiing überhaupt nichts am Hut habe und als umweltbewusste Alpinistin diese Art von Bergsport nicht unterstütze, bringe ich grosses Verständnis für den Protest der Walliser auf. Dürfen Flachlandsektionen den Bergkantonen wirklich vorschreiben, was sie tun sollen? Was würden die Zürcher wohl davon halten, wenn die Zermatter plötzlich kämen und von ihnen verlangen würden, man müsse die Rosengartenstrasse beatembarer machen oder die Strassenverkehrsprobleme in der Stadt anders lösen? Schade nur, dass die Walliser im Affekt gleich drohen, sich vom SAC-Zentralverband abzuspalten, wenn dieser die Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht nicht zurückziehe. Solche Aussagen beeindrucken keinen «Üsserschwiizer».

Ohne Anstrengung den Gipfel erreicht, dank des Helikopters. Verdient eine solche Leistung Respekt?

Wie gesagt, mir käme es niemals in den Sinn, mich für eine Tiefschneeabfahrt mit dem Helikopter auf einen Gipfel fliegen zu lassen. Wer den Spass in der Abgeschiedenheit sucht, soll auch aus eigener Kraft aufsteigen. Heliskiing hat für mich etwas Egoistisches, es geht nur darum, vom Berg zu profitieren, ohne etwas dafür zu leisten. Hinzu kommen die Lärmemissionen und die damit verbundene Belastung für Umwelt und Wildtiere. Was sind das eigentlich für Leute, die das machen?

Aber bleiben wir ehrlich: Auch ohne Heliskiing herrscht viel Lärm in den Bergen. Am schlimmsten trägt da die Luftwaffe bei. Neben den extrem lauten Kampfjets sind die Helikopter dezibel-mässig ein Nasenwasser.

Mit Eisblockwerfen die Grenze überschritten

Als kürzlich zwei Männer auf dem Wildhorn einen Helikopter mit Eisblöcken bewarfen und damit das Leben des Piloten und seiner Gäste gefährdeten, konnte ich wirklich nur den Kopf schütteln. Selbst wenn man gegen Heliskiing ist: Alles hat eine Grenze. Diese Aktion ging zu weit.

In welchem Ton die Konfliktparteien kommunizieren, verdeutlichte die mediale Berichterstattung nach diesem Vorfall: «Das war ein Terror-Angriff», sagte der Pilot im «Blick». Daraufhin kontert im «Berner Oberländer» subito die Geschäftsführerin von Mountain Wilderness, eine Organisation, die sich gegen Heliskiing einsetzt: «Ich frage mich, ob der Pilot nicht ein wenig übertrieben hat. In Aviatikforen wird darüber gestritten, ob Schneebälle oder Eisbrocken einen Helikopter zum Absturz bringen können.»

Im Moment prüft das BAZL die Gebirgslandeplätze in der Region Aletsch-Susten und gibt voraussichtlich diesen Frühling einen Vorschlag in die öffentliche Vernehmlassung. Wetten, das wird wieder emotional?

35 Kommentare zu «Heliskiing: Hoch egoistisch und hoch emotional»

  • Helisking gehört abgeschafft

    Wir haben in der Schweiz genug tolle skigebiete mit anspruchsvollen Pisten, und Freeride Möglichkeiten. Viele Skistationen
    bieten ja auch wilde Abfahrtsrouten an. In der kleinen Schweiz hat Helisking nichts verloren. Man muss die letzten
    weissen, stillen Flecken den Skialpinisten, Schneeschuhläufern und Bergsteigern ueberlassen. Diejenigen die aus eigener
    Kraft und Begeisterung auf die Berge steigen, verdienen es, die Bergwelt still, ohne Lärm und Gestank zu erleben.

    Zudem ist Helisking unverantwortlich. Bespiel der tödliche Lawinenunfall mit Bergführer im März 2011 im Berner Oberland.
    Ich will mit meinem Standpunkt auch Menschenleben schützen. Wenn man von unten den Berg still erklimmt, lernt man die
    Schneebeschaffenheit, Hänge, Bedingungen, Route, sprich Verhältnisse kennen. Man kann jederzeit umdrehen, und sich den
    Gegebenheiten anpassen. Es wird ein stilles Gespräch mit Berg und Lehrmeisterin Natur geführt.
    Alle diese wichtigen Sicherheitsfaktoren gehen beim Helisking verloren, und man lernt den Berg nicht kennen. Daher ueberlassen wir die stille, weite Welt dort oben den Menschen die mit Respekt und Ehrfurcht aus eigener Kraft dort hoch
    steigen.

    Raphael Wellig, Stadt Bern

  • Jack Hinterhofer sagt:

    Ich liebe die Berge und das Freeriden seit über 30 Jahren. Schon ein paar mal war ich auch zum Heliskiing, jeweils weit weg von der Schweiz (wo es niemanden stört) doch meistens gehe ich auf Skitouren in der Schweiz. Meiner Meinung ist die Schweiz viel zu klein für Helitourismus; ein Heli stört über viele Kilometer auch mit dem Lärm die ruhesuchenden Touristen. Die Aussage, dass es viele ruhige Flecken gibt stimmt so nicht, das weiss jeder der an einem schönen Samstag mit guten Schneebedingungen in den Alpen unterwegs war. Nicht viele haben dann Lust und Zeit 7 Stunden zu laufen für einen ruhigen Gipfel, es werden die nahen Gipfel gesucht. Gutes Vorbild bezgl. Heliskiing ist Graubünden (ohne St. Moritz): Heliskiing Verbot, trotzdem (oder erst recht) viele Touristen und eine funktionierende Bergrettung (auch ohne Übung durch Heliskiing).

  • Schmid Hans Rüedi sagt:

    Kerosinverbrauch einer Boeing 747 pro Std. : 13600 lt
    Bei 7 Std Flug: 95200 lt
    Bei 300 Pax: 317 lt pro Pax

    Kerosinverbrauch eins B3 Hubis pro Std: 180 lt
    Bei 7 Std Flug: 1260 lt
    Bei 105 Pax (dh 3 Flüge,a 15 min, pro Std mit je 5 Pax): 12 lt pro Pax

    Hat niemand schlechtes Gewissen mit dem Jumbo in den Urlaub zu fliegen? Diese hört und sieht man halt nicht!

    PS: Zum Bau der Mt Rosahütte wurden über 3000 Rotationen a 15 min Geflogen. Das reicht für gute 10 Jahre Heliskiing zum Mt Rosa.

    Schönen Urlaub im Süden und in Übersee…

    • Hans Müller sagt:

      Und jetzt kommt dann der B747-Vielflieger und rechnet den Treibstoffverbrauch eines FA-18 „pro Pax“ vor, dann lehnt er sich genüsslich in seinem Sitz zurück und düst fröhlich nach Übersee mit dem überaus beruhigenden Gefühl, dass da noch jemand viel mehr Kerosin verbrennt als er selber. Herr Schmid Hans Rüedi, merken Sie eventuell jetzt wie hohl Ihre „Argumentation“ ist?

      PS: Wenn Sie schon solche Rechnungen anstellen wollen, dann doch bitte richtig, d.h. für den Heli und den B747 gleich lange Zeitdauer und der B747 ebenfalls voll ausgelastet:

      Treibstoffverbrauch Heli B3 / Std. = 180l. Macht bei voller Auslastung pro Passagier ohne Pilot (5): 36 l/h
      Treibstoffverbrauch B747-400 / Std. = 13600l. Macht bei voller Auslastung pro Passagier (500): 27.2 l/h

      Viel Spass beim Matheunterricht…

      • Schmid Hans Rüedi sagt:

        Danke lieber Herr Müller für die netten Worte.
        Ich als hohler Mathematiker möchte nur kurz etwas richtigstellen:

        Gibt es tatsächlich Heliskiing Flüge die eine Std dauern mit denselben 5 PAX??
        Wohl quer durch die Schweiz?
        Mein längster Heliskiingflug in der Schweiz dauerte 8 min. (Retour 14Min) Zermatt-Mt Rosasattel.
        In einer Std flogen genau 15 Pax (Alle von unserer Gruppe, ich schäme mich) mit demselben Heli da hoch. = 12lt pro Pax und Std.
        Ihnen auch viel Spass beim Mathe büffeln…

        Zufällige interessante Geschichte nebenbei:
        Am besagten Tag stürzte ein Tourengänger einer 2er Seilschaft unterhalb des Sattels auf 3700 m in eine Spalte. Ein teil unserer Gruppe (alle davon haben die Dufour schon terrestisch bestiegen) leisteten hilfe. Trotzdem waren wir und die schwer verletzte Dame in der Spalte sehr froh als wir die Rotoren des Rettungshubschraubers mit Bergführern und Rettungsmaterial hörten. Trotz des heftigen turbulenten Windes war die Aktion profesionell nach nur 40 min abgeschlossen.
        Ich denke die Dame in der Spalte war äusserst froh das der Pilot durch Heliskiing sich diese Erfahrung aneignen konnte.

        Ich bin mir sicher sie haben weiterhin viele gute Argumente und Sprüche auf Lager.
        Meinerseits war`s das.

        Liebe Grüsse

        • Hans Müller sagt:

          Dann hoffe ich, dass Sie dies wenigstens noch lesen: Mich stört einfach das extrem hohle Argument, das eigene Tun zu rechtfertigen indem man auf andere zeigt und sich damit bequem davor schützt, das eigene Tun zu hinterfragen. Wenn diese „Argumentation“ salonfähig wird, dann ist jede Diskussion überflüssig, denn damit kann man ausser dem allergrössten Blödsinn alles rechtfertigen. Man könnte Ihr „Argument“ auch noch etwas weiterspinnen: Wenn einer etwas tut, das die Umwelt belastet, dann hat er das grösste Interesse daran, dass es andere gibt, die etwas tun, das die Umwelt noch viel stärker belastet, damit er dann (wie Sie) sagen kann: schaut, was ich tue ist doch gar nicht so schlimm, denn dort hat’s einen, der ist noch viel schlimmer!

          Und, das schleckt halt einfach keine Geiss weg, wenn Sie den Treibstoffverbrauch pro Kopf von verschiedenen Verkehrsmitteln miteinander vergleich wollen, dann müssen Sie für die einzelnen Verkehrsmittel die gleichen Voraussetzungen (Auslastung, Flugdauer) annehmen, sonst vergleichen Sie Äpfel mit Birnen. Logisch dauert ein durchschnittlicher Heliskiing-Flug kürzer als ein Überseeflug, aber deswegen ist der Spritverbrauch beim Heli pro Passagier und Stunde trotzdem grösser. Aber eben, noch besser als solche Rechenspiele zur Beruhigung des eigenen Gewissens durchzuführen, wäre das eigene Tun etwas mehr zu hinterfragen, und zwar unabhängig davon was andere sonst noch so tun. Ich finde es ja schön, dass Sie auch die Langstreckenfliegerei hinterfragen, weniger schön finde ich, dass Sie das lediglich zur Beruhigung des eigenen Gewissens tun.

          Zum allseits beliebten Rettungsargument: Auf die Tränendrüsen zu drücken ist natürlich immer gut. Für mich ist es einfach eine Frage des Masses. Wo führt denn dies hin? Damit die Rettungspiloten üben können, braucht es also Heliskiing. Durch das Heliskiing steigt die Zahl der Schneesportler und somit auch wieder die der Verunfallten, worauf es wiederum mehr Rettungsflieger braucht die beim Heliskiing ihr Können üben müssen. Die Spirale dreht sich fröhlich weiter, bis die Helifliegerei in den Alpen dann wahrscheinlich irgendwann einmal auch dem Herrn Schmid zuviel wird und auch er das Rettungsargument in der Mottenkiste versenkt. Wenn jemand in die Berge geht (ich tue das auch, aber ohne Heli und ich halte auch nichts davon, dass SAC-Hütten dank dem Heli immer mehr zu 5-Stern-Hotels werden), dann muss er sich bewusst sein, dass er sich einem gewissen Risiko aussetzt. Wenn er damit nicht leben kann, dann soll er zu Hause bleiben.

  • Hans Müller sagt:

    Weils in den Bergen eh schon lärmig ist, sind die 15’000 Heliflüge doch nur Nasenwasser. Ein super „Argument“! Also los, lärmen wir doch noch viel mehr in den Bergen rum, macht ja nichts, ist ja eh schon laut und der Helilärm fällt dann noch weniger auf. Im Ernst, ich kann das beschissene „Argument“ nicht mehr hören! Was ich mache ist doch kein Problem, die anderen sind ja noch viel schlimmer. Damit lässt sich vom zweitgrössten Blödsinn abwärts alles rechtfertigen.

  • David Graf sagt:

    Ich finde die Haltung vom SAC sehr egoistisch. Zum Bau und zur Versorgung der SAC Hütten soll die Bergwelt von Helikoptern belärmt werden dürfen. Für Heliskiing jedoch nicht? Zum Bau der Monte Rosa SAC Hütte wurden hunderte von Stunden verflogen.
    Wenn die SAC Mitglieder konsequent wären, würden sie ihr Material selber in die Berge schleppen und den Abfall wieder zurück ins Tal.
    Ausserdem gewinnen die Piloten beim HeliSkiing das Know-how das sie brauchen, um die verletzten Alpinisten aus den Bergen zu retten.
    Zu erwähnen wäre auch noch, dass sich rund die Hälfte der 42 Gebirgslandeplätze neben Bergstationen von Seilbahnen befinden. Z.B Crap Sogn Gion, Corvatsch, Jungfraujoch etc. Es sind nur ca. 15 Plätze in der ganzen Schweiz die sich in freier Natur befinden. Dafür müsste wohl noch Platz sein.

  • Felix Nipkow sagt:

    Zu der Behauptung: „Die städtischen Sektionen rebellierten so lange, bis der Zentralvorstand des SAC nun entschied, gegen diesen Bundesratsentscheid vor Bundesverwaltungsgericht zu rekurrieren.“ möchte ich als Umweltbeauftragter der angesprochenen Sektion Uto anmerken, dass wir unseren Zentralverband in keiner Weise beeinflusst geschweige denn zu diesem Entscheid gedrängt haben. Unser Zentralverband ist unabhängig genug und der Entscheid ist gut begründet – es geht hier nicht um interne Rangeleien, sondern um die Umsetzung der Umweltrichtlinien, die von der Abgeordnetenversammlung des SAC einstimmig angenommen wurden (siehe Eintrag von Horst Wilmes).

    Die Aufgabe des BAZL ist, die Situation der Gebirgslandeplätze neu zu überprüfen und vorhandene Konflikte betreffend Natur- und Umweltschutz auszuräumen oder «mindestens zu reduzieren». Diese Aufgabe ist im Wallis klar gescheitert, mit dem erreichten Ergebnis würden die Heliskiing-Aktivitäten sogar zunehmen.

    Wir als Flachlandsektion wollen den den Bergkantonen nicht „vorschreiben, was sie tun sollen“, das können wir selbstverständlich nicht. Aber wir wollen mitreden, wenn es um ein Schweizer Allgemeingut geht. Die Berge sind ein solches Allgemeingut, die Ruhe in ihnen gehört dazu. Vom globalen Klima ganz zu schweigen – und auch das ist ein Thema beim Heliskiing, auch wenn der Anteil sehr klein ist. Global denken, lokal handeln ist das Stichwort.

  • Horst Wilmes sagt:

    Zu der „Kluft zwischen Unterland und Bergkantonen“ möchte ich darauf hinweisen, dass der Zentralvorstand des SAC mit seinem Rekurs gegen den neuen bewilligten Gebirgslandeplatz, nur seiner Pflicht nachkommt, die im SAC Schweiz demokratisch verabschiedeten Umweltrichtlinien umszusetzen. Diese Umweltrichtlienen wurden durch die Abgeordnetenversammlung (dem Souverän) des SAC genehmigt und sind somit für den Zentralverband und alle Sektionen des SAC (auch die Bergsektionen) verbindlich.

    Hier ein Auszug betreffend motorisiertem touristischen Flugverkehr:
    Position des SAC: Der SAC befürwortet die notwendige und sinnvolle Helikopterversorgung von
    Berghütten und unterstützt selbstverständlich die Helikopterrettung. Einsparpotenziale
    bei der Hüttenversorgung sind auszuschöpfen und alternative Versorgungsmöglichkeiten
    zu unterstützen.
    Der SAC setzt sich für eine generelle Beschränkung und Lenkung der touristischen
    Motor-Fliegerei im Gebirge ein, namentlich des Heliskiing. Für SAC-Anlässe sind
    touristische Heli-Personentransporte zu unterlassen.
    Der SAC fordert den Verzicht auf neue und die Aufhebung von bestehenden Gebirgslandeplätzen
    in und nahe bei Schutz- und Inventargebieten.
    Illegale Aussenlandungen sind konsequenter als bisher zu ahnden.

  • Joachim Adamek sagt:

    1972 wandten sich mehrere Männer in Rom an die Weltöffentlichkeit und zeigten mit Hilfe von Modellen auf, wohin es führt, wenn die Menschen ihre Ressourcen schonungslos ausbeuten. — Heute, gut 40 Jahre später, ist der Schock, den er 1. Bericht des Club of Rome auslöste, nicht nur verfolgen, wir erleben gerade wie der Energieverbrauch weltweit in bislang ungekannter Höhe ansteigt. Nicht zuletzt, aufgrund der regen Nachfrage nach Kurzurlauben in ferne Regionen und der permanenten Aufrüstung des Automobil- und Lastverkehrs.
    Ich kann mir vorstellen, daß Heliskiing beeindruckend ist. Sowohl der Anflug mit seinen grandiosen Panoramen als auch die Talfahrt bei erstklassigen Schneeverhältnissen. Und doch habe ich größte Achtung vor jenen, die aus Liebe zur Umwelt und aus praktizierter Verantwortung freiwillig auf Heliskiing / -boarding verzichten.
    (Ein Schlag in die Kerbe von Herrn Meier: Nichts und niemand kann dem Menschen Grenzen setzen, es sei denn, er tut’s selbst.)

  • Alois Krieger sagt:

    Werner Meier: Sie setzen einfach gerne anderen Leuten Grenzen, darum geht es doch? Am liebsten würden Sie ein „Nicht-Betreten“-Schild vor jeden Wald setzen, oder? Wenn die da oben noch ein Cüpli trinken würden, dann platzt ihnen der Kragen, nicht? Das macht ihren grauen Beamten-Job wahrscheinlich noch etwas grauer. Aber trösten Sie sich, ihr Arbeitsplatz ist wahrscheinlich ein grösserer Luxus als ein Helikopterflug.

    • Werner Meier sagt:

      Lieber Herr Krieger: Ihre Antwort (Ton und Argumente) kann ich nicht nachvollziehen. Ich habe von „wir“ gesprochen, das schliesst mich ein. Und zwischen der Verbrennung von fossilen Energieträgern besteht ein Zusammenhang mit der Klimaerwärmung. Tatsache ist, wenn wir das nicht in den Griff kriegen, bleibt nicht mehr viel Skifahren übrig, und nicht nur Skifahren. So einfach ist das.

  • Werner Meier sagt:

    Was kommt nach Heliskiing? Vielleicht bräuchten die Herrschaften auch noch eine Cüplibar? – Leute, seht ihr nicht, wohin dieses „immer mehr“ führt? Da brauchen wir uns wahrlich nicht über schmelzende Gletscher zu beklagen, wenn wir unfähig sind, irgendwo mal Grenzen zu setzen. Vielleicht sind dann auch wieder die bösen Üsserschwyzer schuld.

  • glatzi sagt:

    Da regen sich die Alpinen Berbenützer über ein paar Heliskierflüge auf. Wer regt sich denn über das Schweizer Fernsehen, ZDF ARD, ORF, RAI usw. auf, wenn die unnötige Ueberflüge mit z.B. dem Abt des Klosters Einsiedeln über Wälder machen, wenn Fernsehreporter stundenlang um’s Lauberhorn fliegen, Fernsehreporter ,noch vor den Helfern, stundenlange Flüge mit Helis über Katastrophengebiete machen usw. Wer regt sich auf wenn Reporter aller Zeitungen (egal welche) stundenlange Heliflüge machen lassen, um über Heliski und seine Nachteile zu bereichten? NIEMAND! Warum dann diesen Lärm um Heliskierflüge, die sowieso schon lange stark beschränkt und reglementiert sind. Da wird mal wieder viel Emotion hochgekocht und der Blick fürs Wesentliche geht verloren.

  • Ernst Leuthold sagt:

    „Dürfen Flachlandsektionen den Bergkantonen wirklich vorschreiben, was sie tun sollen?“ Naja – solang die Üsserschwyzer Millionenbeträge an die Bergkantone überweisen, haben sie auch etwas zu melden, fertig. Wer zahlt, befiehlt. Sonst soll das Wallis ohne Zuschüsse aus Bern, Zürich und Basel auskommen.

    • André Zurbriggen sagt:

      Eine Bemerkung zu Ihrem Beitrag Herr Leuthold:
      Wenn all die grossen Stromkonzerne ihre Steuern, dort bezahlen würden, wo sie den Strom herhaben, nämlich in den Bergkantonen, sähe die Rechnung schon ganz anders aus. Zudem gebe ich Ihnen zu bedenken, dass wir als Rand- und Gebirgsregion überdurchschnittlich hoch von der Schwerverkehrsabgabe, den Zöllen auf Benzin, Heizöl etc. betroffen sind, Bekanntlich fliessen auch diese Gelder nach Bern und nicht in die Bergkantone. Die Gewinne, welche der Lötschbergverland mittels deutlich überrissenen Tarifen abwiefen, finanzieren den Nahverkehr in der Region Bern. Solche Beispiele liessen sich noch viele aufführen. Es wäre tatsächlich sehr interessant zu wissen, woher und wohin wieviel Geld in der Schweiz fliesst. Eine Studie der Universität St.Gallen hat in den achziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts festgestellt, dass mehr Geld von Sitten nach Bern fliesst als umgekehrt. Also bitte Herr Leuthold, keine voreiligen Schlüsse. Übrigens, belastet der CO2-Ausstoss der Ballungszentrum die Alpenregion viel mehr, als der in der Alpenregion produzierte Ausstoss die Ballungszentren. Also fangt in den Städten an.

      • algren sagt:

        Hr. Zurbriggen, wenn Sie wissen wollen, woher die über 140 Milliarden, die der Staat jährlich umverteilt, kommen und wohin sie fliessen, empfehle ich Ihnen das Buch „Idée suisse“ von Markus Schneider. Hat nicht unbedingt mit Heli-Skiing zu tun, dennoch viel Spass bei der Lektüre.

  • chris huber sagt:

    Heliskiing ist etwas vom Schönsten, das es gibt. Es würde mich wunder nehmen, wieviele von den Gegnern und Stänkerern auch Gefallen daran finden würden, wenn sie mal zu einem Heliskiflug Gelegenheit gehabt hätten. Weiter viel Spass bei Abfahrten in unberührtem Pulverschnee!!!!

    • Martin Wittwer sagt:

      Ich hätte bestimmt auch Spass an einem Heliskiing-Ausflug. Mir würde wohl auch der Flug in einem Kampfflugzeug gefallen oder die Fahrt mit einem Gletscherfahrzeug über Islands Gebirgslandschaften. Es darf aber nicht nur nach dem individuellen Spassfaktor gefragt werden! Derart lärm- und schadstoffbelastete Unternehmungen wie das Heliskiing, von dem nur einige wenige profitieren, gehören deshalb abgeschafft!

    • Valérie Grandjean sagt:

      Nein, völlig unverständlich! Wie kann eine Abfahrt Spass machen, wenn man vorher nicht aus eigener Kraft die Höhe überwunden hat?

  • Samuel K. sagt:

    Nun ja dass Heliskiing in den Alpen nicht förderlich ist (Wildschutz, Umweltschutz etc.) ist ja wohl sehr verständlich. Oder? Ich meine WIR Menschen (damit meine ich UNS alle) pflastern ja die Täler voll mit Wisen für Kühe, Schafe und Zeigen. Wundern uns dann wenn der Wolf kommt und eins reisst. Was ich damit mitteilen will? Der Alpenraum wurde vom Menschen so Dicht bebaut dass kein Platz mehr ist für Heliskiing.
    Darum mein Vorschlag geht doch in den Kaukasus (war ich nocht nicht) und Canada (war ich schon und empfehle es allen). Dort ist die Natur noch so gewaltig das ein Heli in einem Tal nichts tut den Viechern und Bewohner gibts auch keine die sich gestört fühlen sollten.

    • Valérie Grandjean sagt:

      Tja, ich war im Kaukasus letzten Herbst (georgische Seite). Und was fand ich dort? Eine Werbung einer Schweizer Firma, die dort Heliskiing anbietet! Sehr traurig!
      Es ist wie so oft auf der Welt: In Ländern, die gerade aus dem Chaos herauskommen und dringend Einnahmen brauchen, spielen Umweltschutz und ethische Fragen eine untergeordnete Rolle. Und die westliche Arroganz fördert dies noch.

  • Jimy Hofer sagt:

    Wer hat eigentlich zu entscheiden, wie und wo und wann unsere Alpenwelt genutzt werden darf?Diese selbsternannten Schützer der Umwelt sicher nicht. Diese äußerst egoistische Haltung, die Wahrheit und die einzig richtige Ideologie zu vertreten, ist als nicht demokratietauglich zu verurteilen.

    • Hans Müller sagt:

      So, so, was nicht der Meinung des Jimy Hofer entspricht, das ist demokratieuntauglich und egoistisch. Nehmen Sie sich doch mal ein bisschen Zeit, suchen sich ein stilles Plätzchen in den Alpen und denken Sie mal über Ihr Demokratieverständnis nach. Und wer weiss, vielleicht hat’s in Ihrem nächsten Kommentar dann neben den Schmährufen auch noch ein paar Argumente.

  • Perren Francis sagt:

    Liebe Frau Knecht, ich sage Ihnen was das für Leute sind die das (Heliskiing) machen. Ich, Zermatter, bin Naturliebhaber, begeisterter Hobby Bergsteiger und Tourenskigänger. Trotzdem ist Heliskiing für mich eine Option wenn die Verhältnisse stimmen. Herr Heinzmann hat völlig recht; es gibt genug Orte wo man seine absolute Ruhe findet. Zum SAC: völlig daneben das sich bei der Eröffnung der neuen Monte Rosa Hütte der ganze Zentralvorstand einfliegen lässt zum sich gegenseitig auf die Schulter zu klopfen. Mit dem Flugzeug nach Kenia zu fliegen und dann auf dem Kili seine Leistung zu bejubeln ist natürlich ökologisch und moralisch absolut in Ordnung!!! Jeder sollte für sich selber bestimmen was er/sie für Vertretbar hält.

  • Benjamin Knecht sagt:

    In einem Punkt bin ich nicht mit Frau Knecht einverstanden: Die Alpen gehören nicht den Wallisern, Bündnern oder Bernern, sonder der Schweiz. Wie der Wald, wo jeder zutritt hat und auch Privatwald von jedem betreten werden darf, gehören die Alpen allen. So haben die Walliser kein Vorrecht bezüglich Nutzung der Berge und Gletscher der Alpen.
    Bezüglich dem Wurfgeschoss auf Helikopter: Ich wüsste gerne, was WIRKLICH geworfen wurde. Schneebälle oder etwas Bruchharst gefährden wohl keinen Helikopter. Aber natürlich tönt es weit spektakulärer, wenn man von Eisbrocken spricht. Ich befürworte solche Aktionen keineswegs, aber diese ewige Dramatisierung in den Medien nervt entschieden!

  • Rolf Heinzmann sagt:

    Was viele Leute nicht wissen: Heliskiing ist ja schon heute stark reglementiert in der Schweiz. Die Helis können nicht einfach landen wo sie wollen, sondern es gibt nur einige wenige Orte, wo man landen darf. Diese Orte sind über die ganzen Schweizer Alpen sehr heterogen verteilt. Am meisten (aber immer noch nicht viele) gibt es in der Region um Zermatt, im Berner Oberland sowie im Oberengadin. An den meisten Orten in den Schweizer Alpen trifft man hingegen exterm selten bis gar nie einen Helikopter, der Skifahrer „zum Vergnügen“ auf die Berge fliegt. So etwa in Nord- und Mittelbünden, im Unterengadin, in den Tessiner Bergen. Ich finde die heutige Lösung darum sehr ausgewogen. Sie erlaubt sowohl den Schutz der Bergwelt in weiten Teilen der Alpen, wie auch das berechtigte kommerzielle Interesse der Helifimren an einigen konzentrierten Orten. Die ethische Frage, ob Heliskiing sinnvoll ist, lassen wir doch am besten jeden für sich selbst entscheiden. Wir motzen ja auch nicht, wenn jemand ein 1. Klass GA besitzt, oder in einer 5-Zimmer Wohnung lebt, obwohl er nur eine 3-Zimmer Wohnung bräuchte. Wenn nicht, es es auch nicht so schlimm :-)

  • algren sagt:

    Dem SAC, als mit grossem Abstand übelster Alpenverschandler und -Verschmutzer, steht Kritik am Heliskiing zuallerletzt zu. Das heisst natürlich nicht, dass ich es befürworte.. nur: Wir leben nun mal in einem übervölkerten Land, worin jede Freizeit-Aktivität irgendwem auf den Sack geht. An manche haben wir uns gewöhnt, wie etwa an die hemmungslose Hündelei im Naherholungsgebiet, dem extrem rücksichtslosen Biken auf Wanderwegen, den „Bergfreunden“, die im Auto bis zum „gehtnichtmehr“ hochfahren, den an Umweltschädlichkeit kaum zu übertreffenden Skifahrerhorden… Heli-Skiing ist hier relativ neu, wird von einer kleinen, nicht eben sympathisch wirkenden Gruppe betrieben und weckt Neid- und Abwehrreflexe. Doch als Tourengeher bzw. Schneeschuhwanderer kann man dem Treiben bis auf weiteres locker ausweichen, sofern man es denn will…

  • Nicolas Pesenti sagt:

    Zur Erinnerung: 17. Februar ’11: Bruchlandung eines Helikopters auf dem Les Diablerets-Gletscher (Glacier de Tsanfleuron): 4 Schwerverletzte, 2 Leichtverletzte, zerstörter Heli: es handelte sich dabei um Helisking, der Unfall ereignete sich bei dem misslungenen Landemanöver. – Vielleicht ein ‚Sujet‘ für die Basler : nach neuestem Pressebericht erwägt das VBS, Schneebälle als neue Boden-Luft-Abwehrwaffen anzuschaffen …

  • Christian Tillmanns sagt:

    Ja, ein Schneeball kann einen Hubschrauber zum Absturz bringen, wenn er die richtige Stelle trifft und deshalb ist ein solches Verhalten ziemlich gefährlich. Übrigens auch für den Werfer. Er wäre nicht der erste gewesen, der von einem davonfliegenden Rotorblatt getroffen würde.
    Wir werden nie Frieden zwischen den Parteien haben und doch sollten sich die selbsternannten Naturliebhaber darüber im Klaren sein, dass sie von den Helikoptern profitieren. Alle haben heute ein Mobile Phone dabei um schnell Hilfe holen zu können und die kommt im Hubschrauber. Die SAC Hütten können ohne Hubschrauber nicht überleben oder es müssten Strassen zur Versorgung gebaut werden und wer will das schon.
    Die hohe Sicherheit in der Schweizer Hubschrauberrettung gerade in den Bergen rührt unter anderem daher, dass die Besatzungen ihre Gegend wie ihre Westentasche kennen und dort tausende von Stunden kommerziell eingesetzt wurden. Das Leben eines Berggängers hat schon davon abgehangen, dass die Besatzung des Rettungshubschraubers kurz vorher kommerziell im selben Gebiet unterwegs war und deshalb die lokalen Wetterbedingungen kannte.
    Und was jetzt kommt glaubt sowieso keiner der es nicht schon selbst erlebt hat. Die meisten Tiere stören sich erstaunlich wenig am Hubschrauberlärm. Es gibt wohl keinen Piloten der in den Bergen fliegt, der nicht schon unabsichtlich neben Steinböcken oder Gemsen gelandet ist (deren Tarnung ist ziemlich gut). Die Viecher ignorieren Hubschrauber weil er keine Bedrohung darstellt und schon von weitem zu hören ist. Fluchttiere wie Pferde interessieren sich einen Dreck für Kampfjets oder Hubschrauber im Langsamflug, ausser erstere kommen im Tiefflug angschossen, aber dann kriegen alle einen Schreck. Grosse Vögel sind manchmal sogar ein bisschen zu neugierig und kommen gefährlich nahe. Hubschrauberbesatzungen sehen wohl mehr Tiere von Nahem als alle Wanderer zusammen.
    Hubschrauberbetreiber können ein Lied davon singen, wie oft Ihre Arbeit – und das will ich nicht verheimlichen, es ist eine anspruchsvolle aber höllische interessante – falsch beurteilt wurde. Gerade Journalisten haben oft von Tuten und Blasen keine Ahnung. Reden Sie einmal mit einen Hubschrauberunternehmen und lassen Sie sich einmal erklären, wie ein Hubschrauberflug abläuft; Warum wie geflogen wird. Die sind weder doof noch schlechte Menschen sondern meistens sogar aktive Berggänger und lieben ihre Berge.

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