Das Mountainbike ist jetzt auch ein Computer

Outdoor

Intelligente Stossdämpfer: Live Valve von Fox. Foto: PD

Wenn man zurück denkt an den Komfort eines Stahlrahmens ohne Federgabel, ruppige Abfahrten mit Felgenbremsen oder die Fahreigenschaften der kleinen 26-Zoll-Reifen werden die meisten sagen: zum Glück hat sich was getan. Das Mountainbike hat sich weiterentwickelt. Und zwar deutlich. Und das Jahr 2019 hat die nächste Evolutionsstufe, vielleicht sogar eine Revolution eingeläutet.

Es könnte die Zeitenwende zwischen analogem und digitalem Bikesport werden. Mit digital angesteuerten Fahrwerken wie dem Fox LiveValve, dessen Sensorik in Sekundenbruchteilen erkennt, ob der Fahrer gerade sprintet oder ob das Fahrwerk beim Sprung über ein Hindernis den vollen Federweg braucht:

Mit kabellosen Schaltgruppen Sram Eagle AXS und Sattelstützen wie der neuen Rock Shox Reverb AXS, die per App gesteuert werden. Oder mit einem Sensor am Helm, der erkennt, ob ein Sturz so schwer war, dass er eigenmächtig einen Notruf absetzt und die GPS-Koordinaten an die Retter gleich mit versendet. Bei all dem lacht das Technik-Herz. Aber braucht es das wirklich?

Machtlos

Die kleinen Helfer am Bike agieren für uns, bevor wir es realisieren, geschweige denn reagieren können. Weil sie schneller sind als die menschliche Reaktionsgeschwindigkeit. Da gibt es Dämpfer, die Schläge von unten in Millisekunden erkennen. Schaltungen, die stets selbstständig für die optimale Kettenlinie sorgen. Wer nicht gerade nach dem Jahr 2000 geboren ist, erinnert sich gut an Zeiten ohne Scheibenbremse oder Federgabel. Damals hiess es: Federgabel? Braucht es nicht! Scheibenbremse? Viel zu schwer! Vollfederung? Mit so einem Sofa fahr ich nicht!

Und doch haben all diese Erfindungen den Sport massgeblich verändert. Sie haben das Mountainbiken komfortabler und schneller, vor allem auch sicherer gemacht. Jetzt hält die Software Einzug in den Bikesport – ob wir wollen oder nicht.

Wie das Auto so das Bike

Seit Gary Fisher, Joe Breeze, Charles Kelly und Tom Ritchey vor mittlerweile vier Jahrzehnten das «Mountain Bike» erfanden, wird es Jahr für Jahr auf den neuesten Stand der Technik gebracht. Es ist wie beim Auto: Auch da entwickeln Ingenieure Neuerungen, die auf den ersten Blick gar nicht benötigt werden, um von A nach B zu kommen. Aber wer würde heute noch auf ABS, Airbag und Navi verzichten – oder gar auf einen beheizten Sitz? Elektronik verbessert vieles, erleichtert einiges, verkompliziert manches. Sie hat sich in Beruf und Alltag geschlichen.

Warum sollte sie vor unserer Freizeit Halt machen? Ob sie auf dem Mountainbike zum persönlichen «Game Changer» wird, wird sich zeigen. Das Gute daran ist: Wir haben es selbst in der Hand. Alles kann, nichts muss. Und wen irgendwann die Wehmut packt, der kann sich immer noch ein altes Nostalgiebike schnappen. Mit Stahlrahmen, 26 Zoll Laufrädern, sonst nichts.

Wie stehen Sie zur elektronischen Anbauteilen am Mountainbike? Volle digitale Vernetzung und Steuerung per App und Sensoren oder doch lieber analog?

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