Wenn ein Bernhardiner einen den Berg hochzieht

  • Hündin Derya führt die Autorin spazieren.

  • Hat Derya eine Spur aufgenommen, ist sie nicht so einfach davon abzubringen.

  • Mit der Hündin in der Rigibahn.

  • Neu aufs Ziel fokussieren.

Nach meinem letzten Beitrag flatterte ein Mail in mein Postfach: Das Team der Rigi-Bahnen hatte von meinem Rigi-Projekt gelesen und wollte mich dabei unterstützen. Ich nahm das Angebot mit Freude an, und so kam ich in den Genuss einer Bernhardiner-Wanderung.

Als wir uns an einem der ersten Schneetage dieser Saison zur Wanderung mit der gutmütigen Hündin Derya trafen, ging die Bise, und es war unangenehm kalt. Dem Enthusiasmus der zweijährigen – und riesengrossen – Derya tat dies keinen Abbruch: Sie war aus dem Häuschen wegen des ersten Schnees. Sie schien topmotiviert, und so ging es bald mit viel Energie ihrerseits Richtung Rigi Kulm.

Ich hatte im letzten Jahr, anders als geplant, kaum Wanderungen auf die Rigi unternommen. Meine langwierige Knieverletzung hatte meine Vorhaben und Ziele verzögert. «Meinen» Berg hatte ich in den letzten Monaten bewusst gemieden. Zu laut hatte mein inneres Teufelchen «Versager» in mein Ohr geflüstert.

Konditionstraining mit Kraftkomponente

Wer öffentlich ein Ziel verkündet und dieses nicht erreicht, hat mehrere Möglichkeiten, damit umzugehen: Entweder man verkriecht sich und spricht nie mehr darüber. Oder man kommt irgendwann darüber hinweg, findet seine innere Stärke wieder und sagt sich, ich nehme es noch mal in Angriff.

Eine Zeit lang war ich nahe am Aufgeben, aber dank der vielseitigen Unterstützung aus meinem Umfeld kam ich langsam, aber sicher wieder auf die Spur. Und merkte während der Bernhardiner-Wanderung auch schon nach wenigen Minuten, wie ich mein Konditionsproblem ohne grossen Aufwand lösen könnte: Wenn einen ein so kräftiges Tier den Berg hochzieht, wird die eigene Anstrengung gleich weniger gross.

Es war relativ schnell klar: Hier führte nicht ich den Hund spazieren, sondern es war umgekehrt. Dank Deryas Tempo hatte ich ein flottes Konditionstraining mit einer zusätzlichen Krafttraining-Komponente: Wenn die Hündin an einer Ecke etwas schnuppern wollte, dann tat sie das auch und war davon nur mit viel Effort meinerseits wieder wegzubewegen. Ihren Enthusiasmus zu spüren und ihre riesige Freude daran, an der frischen Luft unterwegs zu sein, steckte mich an.

Einmal musste Hundehalterin Klaudia kurz eingreifen, da Derya ganz andere Pläne hatte als ich, was den Weg anging. Ich kann mich glücklich schätzen, wurde dieser eher peinliche Moment weder auf Film noch auf Fotos festgehalten.

Willkommener Motivationsschub

Die Hundebegleitung an diesem eiskalten Wintertag gab mir einen weiteren Motivationsschub für mein Projekt. Ich schaute unterwegs immer wieder zur Rigi Kulm hoch und spürte ganz tief in mir drinnen, dass ich MEIN Ziel weiterhin erreichen und darauf hinarbeiten möchte. An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an das Team der Rigi-Bahnen, insbesondere an Catherine, die uns auf dieser Wanderung begleitete. Wenn man ein schier unmöglich scheinendes Ziel in Angriff nimmt, tut solche Unterstützung enorm gut.

Meine Selbstzweifel und die Knieverletzung habe ich im Jahr 2018 gelassen und bin voller Vorfreude darauf, das Ziel zusammen mit meinem Coach erneut in Angriff zu nehmen. Schritt für Schritt.

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