Outdoor mal anders

Diese vier Tipps von Mia Hofmann und Thorsten Kaletsch, publiziert im Outdoor-Magazin «Seek», versprechen Vergnügen für Pistenmuffel.

1. Eisklettern

Foto: Bergsteigerschule Pontresina

Beim Eisklettern fühlen sich auch Einsteiger wie Extremsportler. An den gefrorenen Wasserfällen und Eisformationen kann jeder seine Grenzen ausloten – Adrenalinkick garantiert. Selbstverständlich geht die Sicherheit stets vor. Anfänger sollten immer mit einem Bergführer oder einem erfahrenen Eiskletterer unterwegs sein. Denn die Bedingungen müssen genau kontrolliert werden: Das Eis, an dem man gesichert ist, darf auf keinen Fall aus der Wand brechen.

Mit dem scharf gezackten Eispickel in der Hand und den klauenartigen Steigeisen an den Füssen kann das Abenteuer losgehen. Nun heisst es, sich Meter für Meter emporzuarbeiten, erst den Pickel über sich einzuschlagen, dann mit den Füssen nachzusteigen, dabei jeden Tritt sorgfältig zu wählen. Gesichert von einer Person unten an der Wand. Allfällig brennende Unterarme oder schmerzende Zehen sind schnell vergessen; wenn das Adrenalin einsetzt, heisst es nur noch «Jippiiiiiieeeeeeeh»!

Eisklettern hat sich in den letzten 20 Jahren aus einer Trainingsdisziplin für Bergsteiger zu einer international anerkannten Sportart mit einem eigenen Weltcup entwickelt. Immer mehr Bergsportregionen bieten auch Angebote für Einsteiger an.

Schulen mit Anfängerkursen
Pontresina: bergsteiger-pontresina.ch
Adelboden: alpinschule-adelboden.ch
Engelberg: engelbergmountainguide.ch
Schänis: bergschule.ch
Saas Fee: saasfeeguides.com

2. Eisfischen

Foto: oeschinensee.ch

Angeln im Winter? Richtig! Und das sogar an einem der schönsten Bergseen der Schweiz, dem Oeschinensee. Beim Eisfischen gilt das Motto: «Ohne Schweiss kein Preis». Doch als Belohnung winkt neben einem aussergewöhnlichen Outdoor-Abenteuer für Jung und Alt auch reiche Beute, wie Saiblinge, See, Bach- und Regenbogenforellen.

Zuerst geht es warm angezogen und mit guten Winter- oder Schneeschuhen zum See und dort auf die dicke Eisdecke. Nachdem eine Stelle ausgewählt ist, an der man sein Glück versuchen will, wird ein Loch ins Eis gebohrt. Dafür gibts spezielle Eisbohrer, die in Fischerei-Fachgeschäften gemietet werden können. Aber auch mit deren Hilfe kann das Durchbohren der bis zu 50 Zentimeter mächtigen Eisschicht eine schweisstreibende Angelegenheit sein.

Am Oeschinensee treffen sich Jahr für Jahr viele passionierte Eisfischer. Um Regenbogenforellen, Seesaiblinge oder kanadische Seeforellen zu fangen, verwenden sie kurze Eisfischruten und angeln mit Grundblei und farbigen Ködern oder Bienenmaden. Mit viel Geduld und etwas Glück haben sie am Ende des Tages einige Fische erbeutet. Zum Abschluss winkt eine Schlittenabfahrt zurück nach Kandersteg. Der Schlitten ist übrigens auch beim Eisfischen eine willkommene Sitzgelegenheit.

Wichtig: Wer kein Fischereipatent besitzt, muss ein Tages- oder Wochenpatent lösen. Erhältlich ist es für 28 Franken (Erwachsene) oder 17 Franken (Jugendliche) im Restaurant Oeschinensee oder Bärgstübli bei der Bergstation. Eisfischen erfolgt hier immer auf eigene Gefahr: Lawinen und Eis-brüche im Frühling dürfen nicht unterschätzt werden. Vor dem Ausflug ist ein Blick auf die Website zur Einschätzung der Situation Pflicht.

Eisfischen in der Schweiz
Oeschinensee: oeschinensee.ch
Melchsee-Frutt: melchsee-frutt.ch
Ganze Schweiz: icefishing.ch

3. Hundeschlitten fahren

Foto: swissmushingcompany.ch

Fast geräuschlos gleiten die Kufen durch den Schnee: Gut eingepackt steht die Passagierin hinten auf dem Hundeschlitten, der von vier Huskys gezogen wird. Die Luft ist kalt und frisch, immer wieder geben die Tannen den Blick auf die verschneiten Berge frei. Wer mit einem Hundegespann durch die verschneite Landschaft jagt, fühlt sich in den hohen Norden versetzt – ein Wintererlebnis, das wortwörtlich alle mitreisst, von den Kindern bis zu den Grosseltern.

Die beliebtesten Rassen fürs Hundeschlittenfahren sind der Siberian Husky, der Alaskan Malamute, der Samojede und der Grönlandhund. Wichtige Voraussetzungen für einen Zughund im Winter: Er muss Ausdauer haben und kälteresistent sein. Die Tiere haben raues, dicht anliegendes Fell, am Bauch weiche Unterwolle. Sie werden bis zu 70 Zentimeter gross und 45 Kilogramm schwer. Das Spannende am Hundesport: das Vertrauen zwischen dem Hundeschlittenführer, «Musher» genannt, und den Tieren. Denn der Musher lenkt das Gespann lediglich durch Zurufe vom Schlitten aus. Es gibt keine Zügel oder andere Steuermöglichkeiten.

Viele Anbieter ermöglichen es, den Umgang mit den Hunden erst einmal kennenzulernen. Also: selber das Zaumzeug anlegen, ausgiebig streicheln – und dann ab die Post!

Anbieter in der Schweiz
Flumserberg: flumserberg.ch
Beatenberg: huskyweb.ch
Alt St. Johann: huskystuff.ch
Verbier: chiensdetraineau.ch
Crans-Montana, Thyon, Ovronnaz, Champex: swissmushingcompany.ch

4. Iglu bauen

Foto: iglu.ch

Eine kalte Nacht. In der Ferne flackert ein sanftes Licht. Eine Laterne? Ein Lagerfeuer? Mit dem Näherkommen wird das Leuchten heller, bis klar ist: Das Licht scheint aus dem Inneren eines Iglus! Ist das Übernachten in diesen selbst gebauten Schneehütten nur etwas für hartgesottene Abenteurer? Keineswegs! Unter Anleitung ist das Bauen eines Iglus gar nicht so schwer – und die Nacht im «Schneepalast» ein unvergessliches Erlebnis.

Zuerst wird ein Pflock eingeschlagen und eine Schnur an ihm befestigt, mit deren Hilfe ein Kreis abgesteckt wird. Gut zweieinhalb Meter Durchmesser sollte ein Iglu für zwei Personen haben. Dann kommt die strengste Arbeit: die Schneeziegel aussägen. Ideal sind Blöcke von rund 60 Zentimetern Länge, 45 Zentimetern Höhe und 15 Zentimetern Dicke. Damit setzt man einen ersten Kreis.

Was viele nicht wissen: Iglus sind spiralförmig gebaut. Das Fundament braucht also eine Kante, die kontinuierlich leicht ansteigt. Es folgt Ziegel auf Ziegel, bis das Dach – mit Ausnahme eines Sauerstofflochs – geschlossen ist. Insgesamt muss mit rund sechs Stunden Arbeit gerechnet werden, bis die weisse Halbkugel steht und Gemütlichkeit einziehen kann. Gute Nacht!

Übernachten im Iglu
Arlesheim: iglubauer.ch
St. Antönien: pany.ch
Engstligenalp: fondueiglu.ch
Schwägalp: zeitreisen.ch
Kemmeriboden-Bad: kemmeriboden.ch
Davos, Engelberg, Gstaad, Kühtai, Zermatt, Zugspitze, Schilthorn, Stockhorn: iglu-dorf.com
Ganze Schweiz inkl. Ausbildung: iglu.ch

Kommentar

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