Winterwandern mit Kleinkind?

  • Eitel Sonnenschein auf der Wanderung Richtung Oberalppass.

  • Auch bei Schnee praktisch, für die Kindertrage gibt es einen Regenschutz: Vor der Schneeschuhtour auf der Axalp.

  • Da war die Trage noch fast neu: Eine der ersten Wanderungen in Zermatt.

  • Auf dem Weg zum Lisiberg ist der Lichterprinz eingeschlafen.

  • Gescheiterter Wanderversuch mit dem Schlitten auf dem Jaunpass.

  • Die Trage kommt überall mit: Auch auf die Reise nach Kuba.

  • Nicht wahnsinnig bequem: Die Polsterung ist auf der falschen Seite angebracht.

Ich bin nicht sentimental, was meine Ausrüstung fürs Wandern angeht. Nur bei der Rucksacktrage, da ist es anders: Ich trenne mich ungern von ihr. Die Trage ermöglichte es mir, zusammen mit meinen Kleinsten meinem Hobby mit nur wenig Einschränkungen nachzugehen. Packen, Kind rein, und loswandern. Wir hatten das Glück, dass alle drei Kinder gerne einstiegen, bald mal einschliefen, aber auch wach den Plausch hatten, das Geschehen vom Rücken des Wanderpapas zu kommentieren – manchmal sogar etwas zu wortreich und ausdauernd für meinen Geschmack.

Der Schlitten hat seinen Tücken

Wir nahmen uns damals als frischgebackene Eltern viel Zeit für die Auswahl der Rucksacktrage, wir ahnten wohl, welche Bedeutung sie für uns haben würde. Sie ist bequem für Träger wie Kind, hat ein solides Tragesystem und sieht schlicht aus, weil sie keine Stützbeine hat. Damals gab es noch keine Vorschrift, dass eine Trage auch Beine haben muss. Etwas spielerisch, aber doch sehr praktisch, ist der im Hüftgurt versorgte Spiegel: Mit ihm konnte ich kontrollieren, wie der Kopf des Kindes lag.

Bereits letzten Sommer war mir bewusst, dass bald Schluss sein würde mit der Rucksacktrage. Doch jetzt ist definitiv fertig damit, der Dreijährige ist zu schwer dafür. Letzte Woche habe ich auf dem Jaunpass deshalb den Versuch gewagt, das Kind mit dem Schlitten auf dem Winterwanderweg hinterherzuziehen. Das geht ganz gut, solange der Weg nicht schräg ist und der Schlitten nicht ständig abrutscht. Tut er dies, muss man ihn mühsam stossen. Ungern erinnere ich mich an die grosse Beule, die unsere Tochter mit drei Jahren auf dem Gantrisch davongetragen hatte, als ich etwas übermütig ihren Schlitten mit Schuss den Weg entlang zog. Ebenso untauglich ist der Schlitten, wenn der Winterwanderweg plötzlich eng und holprig wird – oder darauf Neuschnee liegt. Und zum Schlafen eignet er sich gar nicht.

Spielen statt Wandern

Und im Sommer? Da folgt nun eine Saison, in der wir wieder auf der Kurzstrecke zu Hause sein werden – und der Lichterprinz immer wieder auf meine Schultern steigen wird. Für die zweistündige Wanderung dem Klöntalersee entlang werden wir einen ganzen Tag benötigen. Hoffentlich wird dann auch der Glacemann mit seinem Boot unterwegs sein. Den Zwerg auf dem Zwergenweg im Haslital werden wir sicher auch wieder besuchen. Da ist mehr Spielen als Wandern angesagt. Ich freue mich schon jetzt auf eine wilde Tannzapfenschlacht.

Geduldiges Kurzwandern ist also angesagt. Dazu sind mir neue Ideen sehr willkommen. Wer verrät mir seinen Geheimtipp?

Lesen Sie vom Wanderpapa auch die Postings «Kurzwandern für Hausmänner» und «Wandern mit Kindern: Wie hart darf es sein?».

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