Bei 40 Grad Celsius durchs heilige Land

 

  • Team Media: Als Journalisten fuhren wir mit, um über das Epic Israel zu berichten. Fotos: Severin Karrer

  • Kurz vor Rennstart zu früher Stunde.

  • Der Tross setzt sich in Bewegung: 500 Biker und eine Sandwolke ziehen davon. Foto: Epic Israel

  • Anfangs geht es entlang von Äckern und Plantagen durch die Talebene – das Feld zieht sich auseinander.

  • Danach ging es jeweils in die Hügel. Hier der Beginn des Aufstiegs am zweiten Tag am Fusse der Golanhöhen.

  • Noch sind die Wege fahrbar…

  • ...doch schnell einmal war Schieben effizienter.

  • Die Abfahrten waren jeweils staubig, ruppig und schnell. Platte Reifen waren an der Tagesordnung.

  • Entlang der libanesischen Grenze führte ein Abschnitt der dritten Etappe – die Sicherheitsvorkehrungen wurden erhöht. Israel und der Libanon haben ein schwieriges Verhältnis zueinander.

  • Die Landschaft im Norden Israels ist trotz wenig Wasser grün und fruchtbar.

  • Team Media: Aaron Coulin, Dominik Osswald, Severin Karrer.

Es soll heiss werden um diese Jahreszeit, hatte man uns gewarnt. Also testen wir unsere Hitzeresistenz am Toten Meer. Eine faszinierende Landschaft aus Trockenheit und Salz – und in der Tat heiss; unsere Vorbereitungstour von Jerusalem nach Jericho verkam zur Schattenjagd.

Als wir das Tote Meer erreichten, wartete dort keine Abkühlung. Das Wasser hatte 35 Grad und brannte in den Wunden (wir hatten bereits den einen oder anderen Sturz zu beklagen). Das lag mitunter am tückischen Untergrund. Es braucht etwas Gewöhnung, bis man im staubtrockenen Boden eine Kurve schwungvoll fährt…

Die erste Etappe des Playtika Epic Israel Rennens hielt 85 Kilometer und 1600 Höhenmeter bereit, wobei die Temperaturen stets um 38 Grad lagen. Zusammen mit meinen Kollegen Aaron Coulin und Severin Karrer stellte ich das Team Media. Ohne grosse Ambitionen starteten wir ins Rennen, wobei Severin als Fotograf ausserhalb der Wertung für sich fuhr, sich auch mal Zeit für Bilder liess und hin und wieder mitsamt Kamera auf den Ranzen flog. Sein Fazit Ende der Woche: Fahren und Fotografieren gleichzeitig birgt Risiken. Doch es ist alles noch intakt.

Und irgendwie ging es dann doch

Wenn die rund 500 Mountainbiker in die Pedale traten, wurde eine gewaltige Sandwolke aufgewirbelt. Die Routen führten ins Hinterland, wo Menschen unterschiedlicher Konfessionen anfeuerten und Wasser zur Abkühlung spendeten. Militärs und Grenzzäune waren trotzdem eine stetige Erinnerung an die Weltpolitik. Der höchste Punkt des Rennens am Mt. Hermon ist von der UNO besetzt, von hier blickt man bis Damaskus. Als Mountainbiker kommt man sich in diesem Moment mit seinen Sorgen um platte Reifen oder Hungerast klein vor. Doch das Rennen sollte den Sport in den Vordergrund rücken – und Sport kann immer Völker verbindend sein. So waren auch Teams vertreten, bei denen Araber zusammen mit Juden fuhren.

Keiner von uns konnte auf grosse Rennerfahrung zurückgreifen, und als die Beine nach dem ersten Tag schon ziemlich schwer waren, sodass man den Lift in den ersten Stock des Hotels der Treppe vorzog, machte das nicht gerade Mut. Der zweite Tag wartete mit der Killer-Etappe auf: 100 Kilometer und 2000 Höhenmeter. Doch irgendwie ging es dann doch. Vermutlich liegt der Schlüssel bei solchen Etappenrennen auch darin, manche Signale des Körpers zu ignorieren. Denn während uns der Start von Tag zu Tag schwerer fiel, kamen wir im Lauf der Etappen zu ungeahnten Kräften und fuhren zu unserem eigenen Erstaunen immer weiter in die vorderen Ränge. Am letzten Tag arbeiteten wir uns auf Platz 12 vor, mitten in die UCI-Teams, welche auf die Weltranglistenpunkte des Wettkampfs schielten (das Epic Israel gilt als UCI-S1-Rennen). In der Gesamtwertung schlossen wir auf Rang 23 ab.

Schweizer waren am Rennen rar, und doch war unsere Nation am Ende prominent vertreten: Die Baslerin Katrin Leumann, die 2010 auch in Israel Europameisterin wurde, konnte sich mit ihrer deutschen Partnerin Verena Huber den Sieg holen bei den Frauen. Bei den Männern dominierte der Vorjahressieger Hans Becking aus Holland mit seinem Partner Didier Bats aus Belgien.

3 Kommentare zu «Bei 40 Grad Celsius durchs heilige Land»

  • ilan z sagt:

    ich war ebenfalls beim epic israel 2017 und im 2015 dabei. der event war wie immer super organisiert. super anstrengend und extrem heiss wars, dafür aber entschädigen die coolen singletrails und die wunderschöne landschaft israels diese körperliche strapazen.

  • Tofa Tula sagt:

    Schoener Bericht. Warum aber „Heiliges Land“? Land ist Land und Staub ist Staub. Was ist daran so heilig?

  • Michael sagt:

    War7um tut man sich sowas an ? Ich mein, wie das Beispiel von Severin zeigt, wer Augen für die Landschaft hat fällt vom Rad. Also den Blick immer schön geade aus, damit auch nichts passiert. Heisst, wegen der landschaft habt ihr die Strecke schon mal nicht gemacht. Wofür aber dann ? Fahrt doch mal eine klassische Autoralleystrecke ! Paris – Dakkar zum Beispiel, wenn Ihr ordentlich Kilometer machen wollt. Das hätte in meinen Augen mehr Witz als durch Israel zu radeln.

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