Wandern für Anfänger

  • Unterwegs auf dem Schwyzer Panoramaweg: Blick Richtung Einsiedeln.

  • Blick Richtung Schwyzer Talkessel.

  • Der grosse Mythen.

  • Eine kleine Pause.

  • Blick in Richtung Vierwaldstättersee. Fotos: Alexandra Baumann

 

Wandern, Nationalsport der Schweizer. Gleichzeitig ein umstrittener Begriff, wie ich immer wieder feststelle: Ab wann ist etwas überhaupt eine Wanderung? Für die sportlichen Leser hier sind natürlich die Distanzen und Höhenmeter, die wir absolvieren, ein Spaziergang. Da es nicht wirklich einen passenden Alternativbegriff gibt, nenne ich unsere hier beschriebenen Erlebnisse einfach mal «Wandern für Anfänger» – im Bewusstsein, dass man lange über die Begriffsverwendung diskutieren könnte.

Zeit für Höhenmeter-Trainings

Wenn ich im nächsten Sommer tatsächlich auf die Rigi hinauf möchte, muss ich natürlich irgendwann mit dem ungeliebten Höhenmeter-Training anfangen. So von wegen: Wer A sagt, muss bei B nun auch den Berg hochschnaufen. Selber schuld. Bis anhin habe ich mir meine Touren in den Bergen eigentlich immer so ausgesucht, dass sie möglichst wenige Höhenmeter enthielten. Damit ist nun Schluss. Die heutige Wanderung soll uns von der Holzegg via die Rotenflue zur Zwischenstation Müsliegg bringen, bevor wir zu Fuss wieder ins Tal runter Richtung Brunni marschieren. Wir machen somit eine Teilstrecke des Schwyzer Panoramawegs, welcher vom Sattel aus über die Mostelegg, Hagenegg, Holzegg und Ibergeregg führt und insgesamt über 20 Kilometer lang ist.

Schon vor dem ersten Aufstieg eröffnen sich uns wunderschöne Aussichten Richtung Schwyzer Talkessel und die umliegenden Berge. Doch lange können wir diese nicht geniessen: Die rund 100 Höhenmeter Richtung Rotenflue warten. Der Wanderweghinweis gibt 40 Minuten bis zum Ziel an. Meine bisherige Erfahrung zeigt, dass dies in meinem Wanderschnecken-Tempo etwa doppelt so lange dauern wird. Ein Richtwert, der sich immer wieder bestätigt und den ich bei der Planung unserer Vorhaben auch entsprechend berücksichtige.

Noch gemächlich unterwegs: Wanderschnecke Alexandra. Fotos: Alexandra Baumann

Schritt für Schritt den Berg hoch

Nach etwa 10 Minuten verfluche ich zum ersten (aber nicht letzten) Mal am heutigen Tag meine Quarkidee, das mit der Rigi öffentlich gemacht zu haben. Ich wusste, dass der Aufstieg zur Rotenflue relativ steil wird für meine sportlichen Verhältnisse. Und merke einmal mehr, dass in dieser Situation definitiv nur ein Motto gelten kann: Gring abe und Schritt für Schritt langsam, aber stetig nach oben. Kurz darauf werde ich von einer bergabwärts gehenden Wanderin aufgemuntert, dass sich der Chrampf bergauf lohne und wir es bald geschafft hätten. Und sie hat nicht zu viel versprochen: Die Aussicht ist wirklich genial! Den Gedanken, dass es auf die Rigi dann noch so ungefähr 1200 Höhenmeter mehr sind, verdränge ich in diesem Moment erfolgreich.

Bergab gehen ist ja auch immer so eine Sache: Meine Trittsicherheit lässt manchmal zu wünschen übrig und so werden steile Bergab-Strecken nicht nur muskulär anstrengend, sondern auch zu einer Herausforderung, was meine Konzentration angeht. So machen wir auf dem Rückweg nach dem Abstieg auf der Müsliegg in einem lauschigen Waldabschnitt unsere Mittagspause und sind froh, dass der strengste Teil des Tages geschafft ist.

Noch ist der Mythen ein Tabu. Doch irgendwann …

Der Weg zurück nach Brunni bietet zwei Optionen: Man kann entweder auf der geteerten Strasse bleiben oder via den Waldweg das letzte Teilstück unter die Füsse nehmen. Wir wählen die etwas längere, dafür bequemere Strassenoption. Es wird ziemlich warm, da die Nadelbäume kaum Schatten spenden – wer diese Wanderung im Hochsommer absolviert, sollte unbedingt auf guten Sonnenschutz achten. Mit feurigen Sohlen und einem müden, aber glücklichen Grinsen im Gesicht beenden wir unsere Wandertour. Und planen im Kopf bereits die nächsten Höhenmeter in den Bergen.

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