Best of: Alkohol als Läuferfalle

Dieser Beitrag erschien erstmals am 8. Mai 2017.

Outdoor

Laufen ist ein hoch effektiver Weg zum Idealgewicht. Foto: Halfpoint (iStock)

Das tägliche Jogging hat für viele Menschen eine regenerative Wirkung. Ich persönlich – obwohl weder mit Mike Shiva verwandt noch mit Elizabeth Teissier verschwägert – empfinde das Laufen fast schon als etwas Meditatives oder Semi-Esoterisches. Bei keiner Aktivität gelingt es mir besser, «abzuschalten» und mich zu entspannen. Auch fliegen mir laufend die Ideen und kreativen Gedanken förmlich zu. Es geschieht nicht selten, dass ich auf der morgendlichen Laufrunde den roten Faden durch den nächsten Artikel finde. Gelegentlich gehen mir die Geistesblitze bis zum Computer allerdings wieder verloren.

In erster Linie bleibt der Laufsport aber eine physische Herausforderung – und damit eine Betätigung, die Energie braucht und abbaut. So geht es den meisten Hobbysportlern darum, das Wohlbefinden zu stärken, den Körper zu trainieren und damit auch dem eigenen Schönheitsideal näher zu kommen. Man kann durchaus auch dem schlechten Gewissen davonlaufen – sei es nach einem opulenten Mahl oder nach einer feuchtfröhlichen Nacht. Gerade das Laufen in verkatertem Zustand kann aber sehr gefährlich sein. Von simplen Fehltritten bis zu epileptischen Anfällen ist die Bandbreite der potenziellen Gefahren gross. Für Wettkampfläufer gilt: Ab zwei Tage vor dem Rennen sollte ganz auf Wein und Bier verzichtet werden.

Kommt dazu, dass der Konsum von alkoholischen Getränken einen übermässigen Kalorienfaktor darstellt. Wer durchs Laufen abnehmen möchte, sollte konsequent auf Alkohol verzichten. Denn der Organismus beginnt erst dann mit der Fettverbrennung, wenn er das Stoffwechselgift Alkohol abgebaut hat.

Die Energiebilanz ist der Schlüssel

Apropos Fettverbrennung: Die Vorstellung, dass man allein durchs Joggen abnehmen kann, ist falsch. Der Schlüssel zu weniger Gewicht ist die Energiebilanz. Deshalb helfen auch Diäten in der Regel nicht weiter. Fitnesstrainer Fritz Bebie erklärt: «Diätversprechungen sind meist kostenpflichtige Märchen mit Folgen – der Jo-Jo–Effekt lässt grüssen. Wenn Sie abnehmen wollen, dürfen Sie durchs Essen nicht mehr Kalorien aufnehmen, als Sie durch die Bewegung verbrennen.»

Beim Abnehmen spielt das Joggen die Rolle eines Stoffwechselverstärkers. Es hilft, den Körper dazu zu bringen, die Nährstoffe optimaler zu verwerten, der Rest wird schneller ausgeschieden. Sie werden feststellen, dass Sie öfter als bisher die Toilette aufsuchen; Ihr Körper signalisiert Ihnen dabei: Ich brauche nicht so viel, wie du mir zuführst.

Im Vergleich zu anderen Sportarten ist das Laufen sehr trainingseffektiv. Ein Jogger mit 75 Kilo Gewicht, der eine halbe Stunde im Kilometerschnitt von 6:20 Minuten joggt, verbraucht 385 Kalorien. Gemächliches Radfahren (15 km/h) über 30 Minuten verbrennt 231 Kalorien, entspanntes Schwimmen 308 Kalorien, Walking (ca. 5 km/h) 135 Kalorien.

Doch die Fettverbrennung ist nur ein Schritt auf dem Weg zum Ziel – und der Glaube, dass langsames Joggen (auf Fettverbrennungsstufe) die Kilos automatisch dahinschmelzen lässt, ein Missverständnis. Wer so zu seinem Wunschgewicht kommen möchte, müsste stundenlang joggen und zeitlich das Pensum eines Profimarathonläufers absolvieren – und das lässt sich weder dem Arbeitgeber noch der Familie erklären.

4 Kommentare zu «Best of: Alkohol als Läuferfalle»

  • Lucas Cannolari sagt:

    Durchaus süffisant und teilweise auch inspirierend, der running-blog. Ob man all die vermittelten medizinischen Erkenntnisse uneingeschränkt teilen sollte, ist eine andere Frage. Epileptische Anfälle vom Laufen mit etwas Kater sind wohl ohne Veranlagung kaum zu erwarten. Erhöhter Stuhlgang bei sportlich aktiven Menschen ist im übrigen schlicht und einfach auf eine erhöhte Bewegung des Darmtrakts zurückzuführen…

  • Ben Müller sagt:

    Ein Bierchen nach dem Joggen oder Velo fahren ist fein. Darauf verzichte ich nicht und nehme in Kauf, dass ich mein Idealgewicht selber definieren muss.

  • Othmar Riesen sagt:

    Liebe Leser/Innen: statt 0mit einem Kater zu rennen, empfehle ich Euch, zu schwimmen. Alles ist sanfter, gesünder. Alles wird besser.

  • Jan Holler sagt:

    Zitat: „öfter als bisher die Toilette aufsuchen; Ihr Körper signalisiert Ihnen dabei: Ich brauche nicht so viel, wie du mir zuführst.“
    Also dazu hätte ich gerne mehr vernommen. Ich glaube im Gegenteil, dass diese Behauptung jeder Grundlage entbehrt. Dass man mehr auf die Toilette muss, hat mit den Bewegungen des gesamten Verdauungsapparates zu tun, denen es beim Joggen ausgesetzt ist.

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