Der Ehren-Rassist im SAC

Kommem nicht zur Ruhe: Louis Agassiz und sein Agassizhorn (Bildmitte) neben dem Finsteraarhorn. Bild: Wikimedia Commons

Kommen nicht zur Ruhe: Louis Agassiz und sein Agassizhorn (Bildmitte, rechts das Finsteraarhorn). Bild: Wikimedia Commons

Über Rassismus wird derzeit nicht nur in der grossen weiten Welt diskutiert, sondern auch im Schweizer Alpen-Club. Dass das Thema Emotionen weckt, zeigt die aktuelle Ausgabe der Mitgliederzeitschrift «Die Alpen»: Zwei Seiten sind gefüllt mit Leserbriefen zur Frage: «Was tun mit einem unliebsamen Ehrenmitglied?»

Das «unliebsame Ehrenmitglied» ist der Gletscherforscher Louis Agassiz. Er kam 1807 im Kanton Freiburg zur Welt und starb 1873 in den Vereinigten Staaten, ist also schon seit 143 Jahren tot. Wahrscheinlich würde heute kaum ein Alpinist von ihm wissen, gäbe es nicht den St. Galler Hans Fässler, der 2007 das Komitee «Démonter Louis Agassiz» gründete und seither unermüdlich Agassiz’ dunkle Seite öffentlich macht. Erst wollte Fässler das Agassizhorn (3946 m ü. M.) im Grenzgebiet Bern und Wallis umbenennen (wir berichteten). Und jetzt, nachdem er mit diesem Vorhaben gescheitert ist, möchte Fässler, dass der SAC Agassiz die Ehrenmitgliedschaft aberkennt.

Gletscherforscher Louis Agassiz im Alter von 33 Jahren. Später wurde er Rassist. Gemälde: Fritz Zuberbühler (wikipedia)

Gletscherforscher Louis Agassiz im Alter von 33 Jahren. Später wurde er Rassist. Gemälde: Fritz Zuberbühler (Wikipedia)

«Vordenker der Apartheid und des Rassenwahns»

Grund: Agassiz war nicht nur Gletscherforscher. Nachdem er in die USA emigriert war, begann er rassistische Theorien populär zu machen. In einem Artikel in einer US-Zeitschrift schrieb er über unterschiedlich zivilisierte Rassen, von «mutigen, stolzen Indianern», «unterwürfigen, kriecherischen, nachahmerischen Negern» und «durchtriebenen, listigen und feigen Mongolen». Der Schweizer gewann damit etwa bei den Sklaventreibern Sympathie. In ihren Augen legitimierten seine Aussagen über den unterschiedlichen Ursprung der Menschen ihr Tun. Für Fässler ist Agassiz deshalb ein «Vordenker der Apartheid und des Rassenwahns».

Auch wenn heute in dieser Diskussion daran erinnert wird, rassistische Vorurteile seien damals selbst in gelehrten Kreisen verbreitet gewesen, entschuldigt das Agassiz’ Rassismus nicht. Denn er war selbst für damalige Verhältnisse ein Extremer. Aber macht es Sinn, ihm jetzt die Ehrenmitgliedschaft beim SAC abzuerkennen? Was würde das ändern?

Der SAC ehrte Agassiz 1863 für seine Verdienste in der Gletscherforschung – und diese waren bedeutend. Damals glaubten die Leute, die Gletschermoränen seien durch die Sintflut entstanden. Wie sonst konnten Findlinge und Fossilien ins Gebirge kommen, wenn nicht durch das biblische Hochwasser? Agassiz war einer der wichtigsten Vertreter der Eiszeittheorie. Zu Ehren seiner Forschung als Glaziologe wurde eine Reihe Tierarten nach ihm benannt, ein See in Nordamerika, ein Krater auf dem Mars und ein Promontorium auf dem Mond.

Das «Hôtel des Neuchâtelois» auf dem Unteraargletscher: Agassiz und seine Kollegen forschten hier in den 1840ern. Ihre Arbeit erregte die Neugier eines internationalen Publikums, Touristen kamen auf die Grimsel.

Das «Hôtel des Neuchâtelois» auf dem Unteraargletscher: Agassiz und seine Kollegen forschten hier in den 1840ern. Ihre Arbeit erregte die Neugier eines internationalen Publikums, Touristen aus aller Welt kamen auf die Grimsel. Es war der «Place to be».

Clubintern gibt es keinen Präzedenzfall

Agassiz war ein berühmter Mann. Heute kaum mehr vorstellbar, aber seinerzeit war Gletscherforscher ein Beruf mit grossem Sexappeal. Die Erfolgreichen wurden von der Gesellschaft gefeiert wie heute Popstars – oder Immobilien-Tycoons. Das gab Agassiz Macht. Und er nutzte diese später, um seine Rassismustheorien zu verbreiten. Noch liegt Fässlers Antrag dem Zentralvorstand des SAC nicht «formell korrekt» vor. Die Diskussion wird dennoch bereits eifrig geführt: «Wie geht man historisch korrekt mit der Ehrenmitgliedschaft eines Forschers um, der sich als Rassist entpuppt hat?» Clubintern gibt es keinen Präzedenzfall.

Ich persönlich finde es gut, dass dieses dunkle, fast vergessene Kapitel der Geschichte wieder aufgefrischt wird. Noch wichtiger finde aber, den aktuellen Rassismus zu diskutieren. Auch unter Alpinisten.

42 Kommentare zu «Der Ehren-Rassist im SAC»

  • Dieter Körber sagt:

    Wurst der Wurstigkeit,–(so ein Mist)

  • Florian Müller sagt:

    Herrn Agassiz damalige (!) Äusserungen stehen im Widerspruch zur heutigen (!) Bundesverfassung. Eine strafrechtliche Verfolgung bzw. Verurteilung ist nicht mehr möglich, da Herr Agassiz tot ist.
    Bis heute (!) steht das Parteiprogramm der SP (und dasjenige anderer Parteien auch) im Widerspruch zu Freiheitsrechten in der Verfassung. Müssen jetzt alle SP-Mitglieder aus dem SAC ausgeschlossen werden?
    Der SAC wurde 1863 gegründet. Die Wahrscheinlichkeit ist hoch (ich habe weder das Wissen noch die Zeit), dass es sich bei den Gründern um Vertreter des Patriarchat handelte (vgl. nur schon den Wikipedia-Eintrag; Verstoss gegen das Diskriminierungsverbot wie Agassiz).
    Vielleicht müsste man den Verein an sich auflösen…

    Ich denke, diese Denkweise ist nicht zielführend; urteilen Sie selbst.

  • Martin sagt:

    Uh, Rassismus, des Gutmenschen liebstes Thema. Bei keiner Gelegenheit wird es ausgelassen, jemandem Rassismus zu unterstellen. Früher, als die katholische Kirche noch eng mit den Königshäusern verbandelt war, wurden Leute mit Behinderungen, psychisch kranke oder Epileptiker als „vom Teufel Besessene“ angesehen und verbrannt. Trotzdem gibt es heute noch tausende Katholiken, der Papst erfreut sich grosser Beliebtheit usw.. Wollen Sie nicht auch noch gleich den Papst verbieten? Ich denke, die „rassistischen Theorien“ dieses mir unbekannten Mannes, sind zu vernachlässigen, wenn er doch ein guter Gletscherforscher war.

    • Benedikt C. sagt:

      Lieber Martin, diesen Gutmenschen haben wir es eben zu verdanken, dass heute Leute mit Behinderungen nicht mehr als „vom Teufel besessene“ angesehen werden. Aber auch das brauchte damals seine Zeit und auch damals gab es schon solche „Bösmenschen“, die behaupteten, die Gutmenschen übertreiben es und liessen keine Gelegenheit aus, jemanden seine „political correctness“ aufzuzwingen. Ferner hast Du unrecht; es geht nicht per se um Rassismus, sondern darum, ob ein seine damalige Zeit prägender Rassist heute noch als Ehrenmitglied eines Vereins aus dem 21. Jh. taugt.

      • Martin sagt:

        @Benedikt C.: Ich möchte eigentlich bloss sagen, dass jede Zeit seine schlechten Seiten hat. Was heute stimmt, kann in 100 Jahren nicht mehr stimmen. Bspw.: Damals: Die Erde ist eine Scheibe – heute: Die Erde ist rund. Zur damaligen Zeit, ich denke, das war so zur Zeit Darwins usw., war die Weltanschauung noch anders und ich finde, man sollte es dabei belassen, denn heute sehen wir es aus einem anderen Blickwinkel. Genau so, wie der WWII. Heute wird dieses Thema sehr einseitig beleuchtet und komplett aus dem Kontext herausgerissen. Irgendwann sollte man Vergangenes ruhen lassen und sich auf die Gegenwart konzentrieren.

        • Benedikt C. sagt:

          Natürlich kann man Vergangenes ruhen lassen und, wie schon gesagt wurde, geht es nicht darum, Agassiz für sein zeitgenössisches Denken als solches zu verurteilen. Aber wir in der Gegenwart dürfen uns doch trotzdem die Frage stellen, ob wir im 21. Jh. weiterhin einen Agassiz als Ehrenmitglied wollen oder nicht. Und nur darum geht es. Um die Ehrenmitgliedschaft Agassiz‘ im SAC. Und so wie man Ehrenmitglieder ernennen kann, kann man auch wieder welche von der Liste streichen. Damit wird nicht über die Vergangenheit als solches geurteilt, sondern es werden damit die Werte der Gegenwart verhandelt. Und in der modernen Gegenwart sollten Rassisten, egal welchen Alters, nicht Ehrenmitglied eines Vereins sein.

  • Mona L. Isa sagt:

    Machen Sie das in Ihrem Job auch so? Wenn der Chef kommt und sagt: „So, sprechen wir doch mal darüber, wie wir Prozess XY verbessern und effizienter gestalten können!“ Und Sie dann so: „Nein, ich möchte lieber darüber diskutieren, wie unsere Nachbarfirma ohre Prozesse vereinfachen könnte!“.

    Knecht will nicht über Rassismus sprechen. Sie will über den rassistischen Agassiz sprechen und inwiefern sich dieser als Ehrenmitglied im SAC eignet. Da haben die Osmanen etc. herzlich wenig mit der Diskussion zu tun. Knecht spricht auch nicht darüber, ob Agassiz‘ Denken einem Zeitgeist entspricht oder ob seine Leistungen in der Gletscherkunde nun weniger zu achten wären. Es geht einzig und allein darum, ob Agassiz als Ehrenmitglied geeignet ist oder nicht.

  • Andreas Diethelm sagt:

    Sie haben nicht geschrieben, dasss Sie relativieren, Sie haben es getan und Sie tun es in der Replik wieder. Ihr Reinheitsgebot, das ich beim deutschen Bier durchaus schätze, lohnt es sich hier nicht zu diskutieren, nicht bei Ihrer Interessenlage.

  • Kurt Müller sagt:

    Agassiz wurde mit einer glasklaren Begründung zum SAC-Ehrenmitglied ernannt. Die Begründung ist klar auf seine Leistungen auf dem Gebiet der Gletscherforschung bezogen und begrenzt. Hier nun den SAC hinsichtlich der politischen bzw. humanmedizinischen Ansichten des Herrn Agassiz in die Pflicht zu nehmen ist natürlich in gewissen Kreisen derzeit sicher popular. Aber darf man Frau Knecht einmal fragen, ob sie denn beispielsweise Produkte, die aus China stammen, benutzt, oder gar Treibstoff, der aus Erdöl aus dubiosen Staaten gewonnen wird, tankt? Eben, man sollte zuerst vor der eigenen Haustüre kehren.

  • Marco Gallati sagt:

    Mohamed war auch ein Rassist. Er hat über 80 Kriege geführt, eine 6-jährige geheiratet und die ganze arabische Halbinsel durch Mord und Vertreibung „judenfrei“ gemacht. Wieso spricht man nicht darüber? Oder darüber, dass 99% der Türken bis heute den Genozid an den Armeniern bestreiten? Und was ist mit dem Massenmord an den Christen in den muslimischen Ländern, der Tag für Tag vor der europäischen Haustür stattfindet? Nein, hierzulande diskutiert man lieber über Spinner, die vor 143 Jahren gestorben sind und öffentlich ausgesprochen haben, was praktisch alle (weissen) Menschen damals gedacht haben. Ich bin auch dafür, dass wir über den Rassismus des 21. Jahrhunderts sprechen, aber bitte ohne Tabus und einem Sonderstatus für den Islam.

    • Tobias B. sagt:

      Schöner könnte man nicht zum Ausdruck bringen, wie omnipräsent der Rassismus in Europa auch heute noch ist. Da könnte man über den vielfältigen Rassismus in Mittel- und Westeuropa sprechen. Aber nein, das will Herr Gallati nicht. Er will aber auch nicht über einen Schweizer Spinner, der vor 143 Jahren gestorben ist, reden, weil das dann doch zu lange her ist. Stattdessen redet Herr Gallati lieber über einen Spinner, der schon vor über 1300 Jahren gestorben ist. Oder über ein Ereignis, das 100 Jahre alt ist. Hauptsache möglichst tabulos mit dem Finger auf andere zeigen und gleichzeitig selbst genau das tun, was den anderen vorgeworfen wird: Die Historie der eigenen rassistischen Kultur negieren. Bravo für dieses wunderschöne Beispiel des modernen Rassismus, Herr Galatti. Und nun Berg heil.

      • graf beat sagt:

        und was würde geschehen, wenn man ihm die Ehrenmitgliedschaft aberkennen würden? Nichts, rein gar nichts.

  • Pedro Riengger sagt:

    Oh Gott. In Zeiten des Kolonialismus war Rassismus quasi normal. Jetzt wird die poltical correctness schon rückwirkend angewendet. Was kommt als Nächstes? Sippenhaftung? Werden die Nachfahren von Agassiz von der Antirassismuskommission verurteilt und stellvertretend ins Umerziehungslager gesteckt?

  • Helmi Schwarz sagt:

    Die eigene dunkle Vergangenheit wird gerne verdrängt. Die der anderen (insbesondere Deutschland) gerne warm gehalten.
    Es ist halt gemütlicher im nationalen Narrativ der guten Schweiz.

  • Hendrick Kevlar sagt:

    „_Extremer_ Rassist“? Echt jetzt?

  • Donald Trump sagt:

    Lasst die Toten ruhen!
    Wahnsinn was man für einen Aufstand macht deswegen. Na und, damals war es kein Problem mit dem Rassismus. Was juckt uns das hier und jetzt? Er ist schon lange tot. Er war ein grosser Gletscherforscher und das ist sein Verdienst. Punkt! Darum ist er auch Ehrenmitglied. Der ganze Rest hat mit dem SAC nichts zu tun.
    Political correctness über alles und der ganze Mist! Kein Wunder gefällt Trump so vielen, denn ihm ist dieser Mist Wurst und mir auch.
    Konzentriert euch auf das hier und jetzt und grabt nicht alte Leichen aus dem Keller aus. Da hat jemand wohl zu viel Zeit um Geld um sich um sowas mit solcher Insbrunst zu kümmern. O tempora o mores!

  • Röschu sagt:

    Agassiz bekam die Auszeichnung für seine Leistungen auf dem Gebiet der Gletscherforschung und nicht aufgrund seiner Ansichten und Meinungen. Eine Aberkennung der Ehrenmitgliedschaft wäre für mich deshalb absurd.
    Nach dieser Logik müsste auch die Musik von Richard Wagner oder die Bücher von Charles Dickens verboten werden.

    • Mario Monaro sagt:

      1. Zwischen Verbieten und Ehrenmitgliedschaft gibt’s doch noch einen erheblichen Unterschied.

      2. Dickens mag als Rassist Oliver Twist geschrieben haben, aber später als er selber Juden in seinem Bekanntenkreis hatte, änderte sich sein Bild und er passte auch Passagen in Oliver Twist seiner geänderten Haltung den Juden gegenüber an.

      • Röschu sagt:

        zu 1) Zugegeben sei, dass meine Beispiele evtl. schlecht gewählt sind, da es sich bei den Leistungen von Wagner und Dickens um Kunst (subjektive Wahrnehmung) handelt, bei Agassiz aber um Wissenschaft (objektive Wahrheit). Dennoch geht es in beiden Fällen darum, dass meiner Meinung nach die Leistung auf einem Gebiet nicht aufgrund damit unzusammenhängender Aussagen beurteilt werden sollte. Schon gar nicht 150 Jahre später.

        zu 2) Fagin, der Bösewicht in Oliver Twist, wird pausenlos mit allen damals gängigen jüdischen Klischees beschrieben und oftmals schlicht abwertend als ‚der Jude‘ erwähnt. Dickens rechtfertigte ausserdem den Roman u.a. mit der Aussage, dass er nur die Wahrheit beschrieben habe und dass halt fast alle Verbrecher Juden seien.

    • Bernhard Piller sagt:

      Warum Richard Wagner? Ich möchte hier bemerken, dass Hitler Wagner liebte, aber Wagner nicht Hitler. Wagner war lange vor dem Nationalsozialismus und seine Gesamtkunstwerk hat nichts mit Nationalsozialismus zu tun.

      • Röschu sagt:

        @Bernhard Piller
        Ihnen ist aber schon klar, dass Antisemitismus nicht mit Nationalsozialismus gleichzusetzen ist, oder? Ich habe nie behauptet, dass Wagner etwas mit Hitler und dem Nationalsozialismus zu tun hatte. Andererseits ist aber erwiesen, dass Wagner extrem antisemitische Positionen vertrat.

        Ausserdem stützen Sie mit Ihrem letzten Satz ja gerade meine These, dass man das (in meinen Augen grandiose) Werk losgelöst von anderweitigen persönlichen Ansichten des Künstlers betrachten sollte.

  • Bernhard Piller sagt:

    Und wie steht es mit den alten Griechen. Die hatten auch Sklaverei (und auch Pädophilie) und kein Philosoph hat sich daran gestossen. Sollen jetzt Sokrates und Platon aus dem dem Schulstoff verbannt werden?

  • Sven Öhrensohn sagt:

    Ohne Sie würden wir den Mann nicht mal kennen und salopp gesagt ist wohl jedem ausser ihnen egal. Sie reden von aktuellem Rassismus, das ist ja nicht mehr aktuell, sie reden ja auch nicht über die Römer wie sie von den Germanen redeten? Haben Sie sich jemals darüber aufgeregt wie die Römer über die Germanen sprachen? Nein, weil alles von ihnen aufgebauscht ist um sich wichtig zu machen. Der Mann hat gute Arbeit geleistet und wurde geehrt ob der nun nicht mehr Ehrenmitglied ist, ist doch völlig irrelevant.

    • Natascha Knecht sagt:

      Nein, der Mann ist nicht allen egal – und Ihnen offenbar auch nicht. Haben Sie den Text eigentlich gelesen?

  • Peter Hofer sagt:

    Damals hatte Rassismus eine andere Bedeutung. Das sollten wir akzeptieren und nicht immer wieder aufkochen. Mehr ist dazu nicht zu sagen!

  • Georg sagt:

    Der St. Galler Fässler hat wohl keine Backenzähne mehr, so zerbröselt sind sie ob seiner Verbissenheit. Der Gletscherforscher Agassiz ist seiner Gletscherforschung wegen Ehrenmitglied dieses Vereins, nicht seiner Ansichten über Mongolen, Zyprioten, Neger, Indianer, Eskismos etc. wegen. Und meines Wissens hat der Herr Agazziz keine Schwarzen abgeschlachtet oder Mongolen getötet, sondern einfach nur seine aus heutiger Sicht seltsame bzw. widerlegte Meinung kundgetan, die man heute so nicht mehr teilt. Ich hege den Verdacht, dass Herr Fässler sich so eifrig mit der Sache befasst, weil sie einfacher ist als manche Sache, die HEUTE zu korrigieren wäre…

    • Martin sagt:

      @Georg: Ich frage mich heute immer noch: Was ist eigentlich Rassismus und wie definiert man eine Rasse? An äusserlichen Merkmalen oder am „Ursprungsmenschen“ von dem aus sie sich entwickelt hat? Europäer, Afrikaner, Asiaten usw. haben sich von unterschiedlichen „Urmenschen“ aus entwickelt. Wie definiert man denn nun Rassismus?

    • Andreas Diethelm sagt:

      Nun Herr Georg, Ihr persönlich gehaltenes Votum kommt auch nicht gerade gelassen daher. Es scheint Ihnen deutlich zu missfallen, dass Herr Fässler sich mit der Sache befasst. Niemand verlangt von Ihnen, es selber auch zu tun. Dennoch müssten Ihnen allein schon diese Kommentare deutlich genug zeigen dass es keine „heutige Sicht“ gibt. Hätten Sie sich mit der Sache befasst, anstatt nur Verdacht zu hegen, wäre Ihnen klar geworden, dass es auch keine „damalige Sicht“ gab, Agassiz bei Weitem nicht nur seine Meinung kundtat und seine Thesen – mit wissenschaftlichem Anspruch – von seinen Zeitgenossen – Wissenschaftern und Laien – durchaus nicht einhellig geteilt wurde.

    • Hans Fässler sagt:

      Grüezi Georg

      Meinen Backenzähnen geht’s gut, danke. Sie haben Recht, Herr Agassiz hat niemanden abgeschlachtet, aber er hat an jenem Gedankengebäude mitgearbeitet, mit dem die Nazis Millionen abgeschlachtet haben. Und woher wollen Sie übrigens wissen, welchen Stellenwert die Agassizkampagne in meinen übrigen politischen Aktivitäten hat? Und was wäre denn Ihrer Meinung nach HEUTE zu korrigieren? Und was tun SIE dafür, dass es korrigiert wird? Aha, Kommentare im Internet schreiben? Ist etwas wenig, denke ich.

      • Daniel Heierli sagt:

        @Martin
        Die heutigen Anthropologen sind sich eigentlich ziemlich sicher, dass alle heutigen Menschen von der gleichen Gruppe von Urmenschen abstammen, somit also recht nahe miteinander verwandt sind. Biologisch ist nicht klar definiert, was eine „Rasse“ beim Menschen ist.

  • tim meier sagt:

    Und einmal mehr ist das Wording zu beanstanden. Agassiz wurde wegen seiner Gletscherforschung Ehrenmitglied des SAC und nicht wegen seiner rassistischen Ansichten. Diese entsprachen dem Zeitgeist. Konsequenterweise muessten allen Ehrenmitglieder in allen Vereinen auf ihre Gedanken durchleuchtet werden. Da kaemen noch einige Leute auf die Welt. Ob solche Saeuberungsaktionen Sinn machen? Nein.

    • Andreas Diethelm sagt:

      Sie haben sich offenbar gründlich mit dem damaligen Zeitgeist befasst. Hier geht es nicht darum, den Konsequentesten zu küren, sondern um die Frage, wie der SAC mit dem einwandfrei belegten Faktum von Agassiz‘ berechnender politischer Einflussnahme mittels seiner kruden rassistischen Thesen verfahren soll. Anders gesagt, ob nach Ansicht des SAC ein bedeutender Gletscherforscher gewesen zu sein dessen erbärmlichen Charakter aufwiegt, ob der SAC-mit der Auszeichnung den ganzen Menschen, oder bloss seine Gletscherforschung auszeichnet. Ob von dieser Frage abzulenken Sinn macht? Zumindest ist es intellektuell unredlich.

  • Alan Miller sagt:

    Grosse Schreibe, Frau Knecht, ganz grosse Schreibe! Vor allem der dezente Hinweis auf den Immobilien-Tycoon ist vortrefflich. Wie der SAC mit diesem „Gelehrten“ umgehen soll, weiss ich auch nicht. Aber dass das Rassismus-Problem drängender denn je ist, kann wohl niemand ernsthaft bestreiten. Darüber muss gesprochen werden. Und dazu halte ich jede Plattform für geeignet – vom Radio über die Koch-Show bis zum Outdoor-Blog. Nämlich.
    Hier heiligt der Zweck die Mittel. Danke – weiter so !

    • Fritz Hansen sagt:

      Sie wollen über Rassismus sprechen?
      Bitte sehr: es wurde mehr weisse Bevölkerung von den Muslimen versklavt, als Afrikaner von Europäern. Die wenigsten wissen dies, weil es in der Schule nicht gelehrt und von den Medien verschwiegen wird. Wieso wird der Sklavenhandel mit Afrikanern in der Schule gelehrt, derjenige mit Weissen nicht?

    • Fritz Hansen sagt:

      Sie wollen über Rassismus sprechen?
      Bitte sehr: es wurden mehrere Millionen mehr weisse Bevölkerung von den Muslimen (Osmanen) versklavt, als Afrikaner von Europäern. In Westafrika haben die Stammesführer zudem die eigenen Leute bereits zum Verkauf als Sklaven angeboten als die ‚Weissen‘ kamen. Die wenigsten wissen dies, weil es in der Schule nicht gelehrt und von den Medien verschwiegen wird.

      • Dorli Knüsli sagt:

        Jääsoo.

      • Heinz Rüdiger sagt:

        was ist denn das für eine Argumentation?! „die anderen haben es auch gemacht, also war es ok das wir es gemacht haben!“ (zur Sklaverei)
        Gehts noch? Es sagt ja niemand das man nicht kritisieren darf was Osmanen gemacht haben (auch wenn ich ihre Zahlen stark bezweifle…), aber das ist noch lange kein Grund nicht die eigene Suppe auszulöffeln.

        • Fritz Hansen sagt:

          Wo genau habe ich geschrieben, dass ich mit meiner Aussage irgendwas relativiere?
          Ich habe einen Fakt genannt. in der heutigen Zeit wird nur über ‚weissen Rassismus‘ geschrieben oder argumentiert.
          Weiße sind Unterdrücker, Nichtweiße sind Opfer. Aber Rasse gibt es nicht. Dennoch liebe ich die rassische Vielfalt und feiere unsere Unterschiede, weil wir alle gleich sind. Also lasst uns die Diversität zerstören, indem wir alle miteinander vermischen … aber nur in weißen Ländern.

          Soviel dazu.

          • Anh Toàn sagt:

            „indem wir alle miteinander vermischen“

            Ja, besser, die einen sitzen vorne im Bus und die anderen hinten, damit die Vielfalt erhalten bleibt und die Unterschiede feiern können, letzteres zumindest die, welche vorne sitzen.

          • Daniel Stoffer sagt:

            So kommt es raus wenn sich jeder befähigt sieht seinen Senf dazuzugeben, gell Herr Hansen. Am Schluss sind immer die anderen Schuld, damit man seine Geschichte (oder seinen Test) nicht hinterfragen muss. Apropos, um etwas zu relativieren muss man das nicht explizit erwähnen. Aber wenn Sie Ihre Meinung kundtun wollen, dann schreiben Sie diese doch einfach konkret hin.

  • Roland K. Moser sagt:

    Die Sozialisten (nicht die Kommunisten oder National-Sozialisten) sind die grössten Massenmörder in absoluten Zahlen. Stalin bis zu 20 Millionen Ermordete, Mao bis zu 100 Millionen Ermordete. Global seit 100 Jahren 200 Millionen von den Sozialisten Ermordete, davon bis zu 100 Millionen in China und bis zu 80 Millionen in der ehemaligen Union der Sozialistischen Sowjet Repbubliken.
    Dürfen Sozialisten in Vereinen sein?
    Dürfen Sozialisten in Parlamenten und Exekutiven sein?
    Nein!

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