Mit der Familie um den Zürisee pedalen

Es ist eine Herausforderung, eine mehrtägige Familien-Velotour für zwei Erwachsene und ein achtjähriges Kind zu planen, die nicht die Welt kostet.

Diesmal soll die Velotour topografisch möglichst flach, in sechs Etappen, in grossem Bogen um den Zürichsee führen. Da mein Sohn auf dem Velo manchmal noch etwas unkonzentriert ist, soll er mein Stoker auf dem Tandem sein. Mit Gepäckträger, Front- und Heck-Sacochen ausgerüstet, ist Tandem zugleich unser Lastenträger. Das erlaubt meiner Freundin, uns mit dem leichten Rennrad und kleinem Rucksack zu begleiten. So gleichen sich die Kräfteverhältnisse erfahrungsgemäss ziemlich gut aus.

Das Tandem

Wie aber bekommt man ein 1,32 Meter kleines Kind auf ein Erwachsenentandem? Mit diesen zwei Tricks reduziert man die Sattelhöhe um satte sechs Zentimeter:

  1. Man beschafft sich ein Paar Pedalkurbelverkürzer, wie sie zum Beispiel die Tandem Schweiz AG im Webshop hat. Die perfekte Pedalarmlänge entspricht einem Zehntel der Körpergrösse. Ein 130 Zentimeter grosses Kind braucht demnach 13 Zentimeter lange Pedalarme. Damit verkleinert sich der Radius des Pedalkreises um vier Zentimeter, denn an Erwachsenenvelos messen die Pedalarme 17 bis 17,5 Zentimeter.
  2. Man dreht den Sattelkloben um 180 Grad, damit er nicht unter dem Sattel, sondern im Sattelgestell Platz findet. Das bringt nochmals zwei Zentimeter.

Die Tour

Sechs Tage wollen wir unterwegs sein. Jeden Tag wollen wir im Durchschnitt 50 Kilometer radeln, baden und uns ohne Zeitdruck auch von Sehenswürdigkeiten an der Strecke bezirzen lassen. Vom Säuliamt soll uns die Tour ins Conny-Land, an den Bodensee und übers Churer Rheintal, entlang des Walensees, Feusisberg, Menzingen wieder zurück nach Hause führen. Sehr zeitaufwendig ist die Feinplanung, denn wir wollen uns auf lauschigen Velowegen abseits der grossen Verkehrsströme bewegen. Schöne Tourenvorschläge bietet beispielsweise SchweizMobil.

Ich möchte mit meinem Velo-Navigationsgerät Garmin Edge 810 fahren. Doch die Routenplanung mit der systemeigenen Software BaseCamp ist mir zu kompliziert. Genial einfach und zuverlässig funktioniert dagegen die Planung auf dieser Website. Am Schluss kann man ein GPX-File generieren, das sich mittels BaseCamp leicht aufs Navi übertragen lässt.

Die Unterkunft

Als besondere Knacknuss erweist sich schliesslich noch die Suche nach einer geeigneten Unterkunft. Die spontane Suche unterwegs hat sich bei uns nämlich auch schon zum Beziehungskiller entwickelt. Dann nämlich, wenn nach einer anstrengenden Etappe unter gleissender Sonne unerwartet noch eine kilometerlange, coupierte Recherche nach einem geeigneten Schlafplatz folgte.

Gemäss TV-Werbung sollte es ja ein Kinderspiel sein, mit einem Tastenklick die stets günstigste und schönste Unterkunft zu finden. Die Realität sieht freilich anders aus – es sei denn, man hat für eine Übernachtung das Budget einer All-inclusive-Ferienwoche auf Mallorca zur Verfügung. Wir aber wollen pro Kopf und Nacht nicht mehr als 50 Franken ausgeben. Auf den Seiten BNB, Youthhostel, Booking und Heidiland werden wir schliesslich fündig. Jetzt muss nur noch das Wetter stimmen!

1 Kommentar zu «Mit der Familie um den Zürisee pedalen»

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