Velofahrer als Bremsklötze

Von Martin Platter

Richtig verkehrt: Velofahrer auf einer Landstrasse in England. Foto: Tejvan Pettinger (Flickr)

Richtig verkehrt: Velofahrer auf einer Landstrasse in England. Foto: Tejvan Pettinger (Flickr)

Der Typ in seinem 70’000-Franken-Coupé schaut immer grimmiger drein. Gerade mal drei Autos hat die Ampel durchgelassen. Dazu wird er rechts ständig von Velofahrern überholt. Bei der nächsten Grünphase rollt er seine Karosse deshalb ganz nach rechts auf den Radstreifen. Schliesslich sollen auch die anderen warten, wenn er mit seinem Edelschlitten schon nicht fahren kann. Anstatt, dass er sich über jeden freut, der nicht auch noch in einem Auto hockt und den Stau damit noch länger macht. Wild gestikulierend machen die Radler nun halt einen Linksbogen ums Hindernis. Dabei breitet sich Hektik aus. Alle sind genervt.

Szenen, wie sie sich täglich in den Städten abspielen. Szenen aber auch, wie sie immer mehr in den Dörfern auf dem Land zu beobachten sind. Breite Strassen werden absichtlich schmal gemacht; dazu Tempolimiten herabgesetzt bis zur Unerträglichkeit. Der Sicherheit zuliebe, sagen die Verkehrsplaner und blenden aus, dass der Schweizer liebste Autos tendenziell immer grösser und breiter werden, ganz zu schweigen von Lastwagen und Traktoren. Strassen werden so zu «Begegnungszonen» der missliebigen Art, in denen Fussgänger und Velofahrer bewusst als Bremsklötze dienen.

Mehr Strafe als Genuss

Als Velofahrer und E-Biker ist mir das unangenehm. Ich habe es nicht gerne, wenn Autofahrer die längste Zeit hinter mir herfahren. Denn das macht aggressiv – den Auto- wie den Velofahrer. Als Velofahrer lässt man mich das spüren, indem man mit aufheulendem Motor irgendwann dann doch noch irgendwie vorbeidrückt und der Rückspiegel des Autos fast meinen Arm streift.

Etwas, was ich als Autofahrer nie tun würde. Mit geringem Abstand einen Velofahrer überholen, meine ich. Denn nerven, ja, das tue auch ich mich, wenn ich motorisiert unterwegs bin. Für mich ist dies mehr Strafe als Genuss. Das wurde mir in den letzten sechs Wochen wieder mal so richtig bewusst. Ich hatte mir beim Mountainbiken das Schlüsselbein gebrochen und durfte volle sechs Wochen nicht Velofahren! Das Verdikt der Ärztin war für mich schlimmer als die Verletzung selber.

Immer gegen die Schwächeren

Selbst in der Agglomeration Säuliamt, wo ich wohne, werden Autofahrten nämlich zunehmend zum Zeit-Killer. Staus, Baustellen, 30er-Zonen, Parkplatznotstand und immer mehr Geschwindigkeitskontrollen drosseln die Durchschnittsgeschwindigkeit. Selbst ausserorts traut sich aus Angst vor einer Busse bald niemand mehr, Richtgeschwindigkeit zu fahren. Und dann behindert womöglich auch noch so ein Radfahrer den Verkehrsfluss.

Wenn die Motorisierten gestresst sind, kommt es auf der Strasse gerne zu Gehässigkeiten und Schikane. Mit erhitztem Gemüt werden mehr Risiken eingegangen. Man lässt die schwächeren Verkehrsteilnehmer spüren, wer im Ernstfall der Stärkere wäre. Die jährlichen Unfallzahlen der BfU sprechen für sich. Während die Anzahl Verletzter und Toter bei den Autofahrern trotz immer dichterem Verkehr laufend abnimmt, ist sie bei den Velofahrern und E-Bikern in Relation zum Verkehrsaufkommen am Steigen. Ist ja logisch. Wer keine Knautschzone hat, bezahlt bei einem Unfall immer mit seinem Schmerz, im schlimmsten Fall sogar mit seinem Leben.

Gefährliche Radwege

Jetzt mögen Autofahrer monieren: Dann sollen sich Velofahrer halt entsprechend defensiv verhalten, sich an die Regeln halten und wenn immer möglich Radwege benutzen. Hier kommen wir an den Punkt, wo es keine Einigkeit geben wird. Schliesslich werden Verkehrsstaus und -behinderungen in der Regel nicht von Velofahrern verursacht. Nur schon deshalb sollte es selbstverständlich sein, dass Velofahrern gewisse Sonderrechte wie das Rechtsüberholen von Autokolonnen und das Rechtsabbiegen bei roten Ampeln eingeräumt wird. Schnelle Velofahrer und E-Biker sollten nicht mehr gezwungen werden, Radwege benutzen zu müssen, denn das ist oft lebensgefährlich. Autofahrer sollten dennoch gelassen bleiben. Wie gesagt: Jeder Velofahrer hockt nicht auch noch im Auto und verstopft die Strasse.

61 Kommentare zu «Velofahrer als Bremsklötze»

  • Dave McWide sagt:

    Andere Lösung: Autos verschmälern.
    Es ist bekannt und grosser Luxus, dass Autos 2x2Sitze haben, obwohl 90% der Fahrten alleine gemacht werden. Wenn man nun Autos 1 reihig bauen würde und steuerlich bevorteilen – hätte man auf einmal wieder sehr viel Platz auf den Strassen. Nebeneinandersitzen und sich anschweigen, kann man auch hintereinander :-)

  • andreas sagt:

    genau so wie es bei uns in Deutschland läuft. Aus diesem Grunde fahre ich so gern in Italien mit dem Rennrad – dort haben die Radler ein ganz anderes Standing, es gibt ein entspanntes Nebeneinander von Auto- und Radfahrern.
    Was natürlich nicht bedeutet, das man als Radler unaufmerksam und leichtsinnig werden darf. Schliesslich sind ja auch Deutsche in Italien mit ihrem Auto unterwegs… :-)

  • Stefan sagt:

    Problem erkannt, richtige Lösungen fehlen.
    Wirklich brauchbare Vorschläge:
    1. Auf Strassen in den Städten/Dörfern mit hoher Verkehrsauslastung wo aus Platzgründen kein Velostreifen neben der Strasse möglich sind, sind die 30er Zonen durch 50er Zonen zu ersetzen.
    (Die Velofahrer sind in der 30er Zone etwa gleichschnell wie die Autofahrer, dadurch kann es zu gefährlichen Überholmanövern kommen, bei 50er Zonen tretet dieses Problem in den Hintergrund weil der Geschwindigkeitsunterschied viel grösser ist)
    2. Busstreifen sind gegebenenfalls aufzuheben und durch beidseitige Velostreifen zu ersetzen und ein Ausbau der Engstellen für die Autos anzustreben (Strassenausbau).
    (Die Velofahrer behindern den ÖV und wegen der breiten ÖV-Spur existiert kein Velostreifen)

  • Häberling Viktor sagt:

    Liebe Verkehrsteilnehmer, also ich bin: Fussgänger, Velofahrer, E-Bikefahrer, Autofahrer, früher auch Töfffahrer, Lieferwagenfahrer, ÖV-Benutzer, Wanderer, Skitourengeher etc.
    Wichtige Grundsätze im Verkehr sind: Toleranz, Aufmerksamkeit vorausschauendes Denken und Handeln.
    Schnelle E-Bikes gehören grundsätzlich auf die Strasse und nicht auf Velowege wo sich Mütter mit Kleinkindern, Hundehalter mit Hunden an Auszugleinen, Gruppen von Velofahrern möglichst nebeneinander, Reiter etc. bewegen.
    Mit dem E-Bike mit gelber Nummer bin ich gegenüber diesen Verkehrsteilnehmern 10 mal schneller. Die Autos sollten Ausserorts höchstens mit nicht ganz Faktor 2 unterwegs sein.
    Wer mit schnellem E-Bike oder Rennvelo unterwegs ist, kann sich oft über die baulichen Massnahmen zur Sicherheit wundern.

  • S. Gisler sagt:

    Autofahrer sind toll, Velofahrer sind toll und Fussgänger sind toll. Deshalb nehme ich Rücksicht.

    „Ich hab Vortritt“ und „du musst warten“ oder „du darfst dies und das nicht“ löst kein Problem. Der Charakter tut das für uns.

  • Roman sagt:

    Tja herzlichen Dank, dass sich die Velofahrer wieder Sonderrechte rausnehmen müssen. Also das bei rot rechts Abbiegen finde ich sehr unpassend. Vor allem, wenn mich dann alle Nichtvelofahrer dumm anpfeifen, wie sich alle Velofahrer im Verkehr rücksichtslos verhalten und ich bei jeder Ampel schön brav warte, wenns rot ist! Danke, Danke, Danke…
    Regeln sind grundsätzlich nicht da, diese zum eigenen Vorteil zu brechen, sondern den Verkehr sicherer zu machen. Dabei ist egal womit man unterwegs ist. Zu Fuss, mit dem Auto, mit dem Velo, mit dem Segway … jeder ist sich selbst der Nächste, vor allem immer mehr. Eine Entwicklung, die ich mit gewisser Sorge beobachte, wenn nun noch übermotorisierte E-Bikes an einem vorbeiflitzen, dann ist man auf dem Radweg auch nicht mehr sicher.

    • Horst Grüning sagt:

      Rechts abbiegen bei Rot – das können die Fussgänger doch auch. Wo ist das Problem? Radwege kenne ich, da lüpft es dir nur den Hut (oder zieht dir echt die Mütze vom Kopf), wenn ein LKW an dir vorbei zieht. Lebensgefährlich! Da gehe ich auf den Fussweg und fahre so lange, bis ich in die Nähe eines Fussgängers komme. Natürlich steige ich dann ab und schiebe mein Velo an ihm vorbei – ich will ja niemanden erschrecken oder gar gefährden.
      Und im Übrigen bedenken Sie doch bitte: Autofahren ist äusserst bequem. Und gar nicht gut für die Umwelt unser Kinder und Enkel. Velofahren ist da ganz anders. Seien Sie doch bitte dankbar jedem, der auf die Bequemlichkeit des Autos verzichtet und damit sogar, wie im Artikel deutlich zum Ausdruck gebracht, auch noch den Stau verkürzt, in dem Sie stehen.

    • Klaus sagt:

      Genua das „mich dann alle Nichtvelofahrer dumm anpfeifen “ habe ich auch schon so erlebt. Leider fehlt dieses Verständnis bei all denjenigen, die bei Rot nicht nur abbiegen, sondern auch über die Kreuzung fahren. Für mich sind das alles Sonntags oder Schönwetterfahrer, denn wer häufig fährt, wird sich zwangsläufig an die Regeln halten, um nicht in einen Unfall verwickelt zu werden.

  • Jean Blanc sagt:

    Ein „70’000 Franken Coupé“ soll ein „Edelschlitten“ sein? Der gute Blogger lebt wohl noch im 20. Jahrhundert.

  • Peter Rohrer sagt:

    Radwege oder anständig angezeichnete (und genug breite) Radstreifen hatten in der Gegend (Freiamt/Säuliamt) noch nie Priorität. Wenn es einen Radstreifen oder Radweg hat., dann hört er oft genau dort auf, wo die Schüler Richtung Schule abbiegen. Als wären Schüler die einzigen Menschen die Rad fahren.
    Der Radweg ändert auch regelmässig die Strassenseite (Bonuspunkte gibt es dafür, wenn das an einer unübersichtlichen Stelle passiert, direkt hinter einer Hecke), damit man beim Überqueren die Autofahrer daran erinnern kann, dass der Radweg existiert.
    Dafür gibt es bald an jedem Ortseingang einen Kreisel, zur Verkehrsberuhigung, und mit dem „Kunstwerk“ auf dem Kreisel kann sich erst noch ein Politiker oder Künstler verewigen.

    • ueli keller sagt:

      Oft verewigt sich in des Kreisels Mitte auch das ortsansässige Gewerbe und lenkt damit vom wesentlichen, dem Verkehr, ab.

      • Hotel Papa sagt:

        Die Sichthindernisse mitten im Kreisel sind gewollt. Sie dienen der Blickführung, indem sie den Blick über den Kreisel hinaus verunmöglichen. Damit ist der Fahrer gezwungen seine Aufmerksamkeit dahin zu richten, wo sie gebraucht wird, nämlich auf den konfliktträchtigen Verkehr, nicht dahin, wo er hin will.

  • Andreas Gehrig sagt:

    Bin auch häufig mit dem Rennrad unterwegs (Sport) und nerv mich auch häufig über die teuren Goldrand-Lösungen Innerorts für Radfahrer. Einfach einen Velostreifen auf der Strasse ist für Radfahrer die mit Abstand beste Lösung. Man kann auf dem Trottoir mit den vielen Einmündungen der Querstrassen, Niveauänderungen / Randsteine keine gescheite Lösungen fürs Rad realisieren. Die Distanz zwischen den Unterbrechungen ist viel zu kurz. Wenn es immer gleich ist, kann sich der Autofahrer Innerorts auch besser drauf einstellen. Ausserorts kann man hingegen sehr gut Trottoir und Velo verbinden (Platz vorhanden). Die Distanzen sind lang bis die nächste Strasse wieder quert. Ausserorts sind auch die Tempi der Autos viel höher und etwas mehr Trennung erhöht die Sicherheit deutlich.

  • sepp z. sagt:

    „Breite Strassen werden absichtlich schmal gemacht“
    So ein Quatsch. Strasssen waren ursprünglich viel schmaler. Schauen Sie mal auf historische Fotos. Dann hat man in den Dörfern all die schönen Vorgärten enteignet, verkleinert etc, damit die Strassen verbreitert werden konnten, für ungehinderten Verkehr. Dafür wurden die Strassenbaulinien und Strassenabstände schliesslich erschaffen: Damit man die Strassen in Zukunft noch breiter bauen kann. Also bitte bei der Wahrheit bleiben und etwas besser informieren. Danke.

  • Thomas sagt:

    Für schnelle Rennvelofahrer sind Radwege brandgefährlich. Die Kinder, Familien, Langsamfahrer, Rollerblader, Fussgänger auf den Radwegen füllen oft den ganzen Weg aus, sie benehmen sich unberechenbar, halten sich nicht an Verkehrsregeln, etc. Oft sind die Radwege nicht gereinigt, voller Scherben, Abfälle, Kies, Steine.
    Radwege gehen oft unvermittelt zu Ende oder münden in einer unübersichtlichen Kurve oder auf der Hauptstrasse. Autofahrer fahren von ihren Häusern und Parkplätzen oft ohne zu schauen über den Radweg, und schauen nur auf die Hauptstrasse, nicht aber auf den Radweg, der vorne dran durchgeht.
    Radwege sind für schnelle Radrennfahrer genauso gefährlich wie wenn auf den normalen Strassen ein Formel 1- Auto herumkreuzen würde.

  • Hans sagt:

    Ist es gesetzlich vorgeschrieben, dass Velofahrer nebeneinander vor der Ampel warten müssen ? Wenn nicht, wieso machen wir es nicht zur Norm, dass wir hintereinander warten, damit es den so ungeduldigen Autofahrer bewusst machen, wieviel Platz ein Auto beansprucht, in dem wie meist nur eine Person sitzt ?

  • Oli Pfeffer sagt:

    Am besten wäre es, wenn man auch gesetzlich die in meinem vorherigen Post genannten Gruppen aufteilen könnte. Das würde viele der Probleme lösen, die nur dadurch entstehen, dass alle in einen Topf geworfen werden:

    – Entweder man gilt als „Spazierfahrer“. Diese dürfen und müssen (ausser bei kleinen Nebenstrassen) Trottoirs benutzen (mit max. doppeltem Schritttempo) und es gelten für sie die selben Regeln wie für Fussgänger. Radwege müssen obligatorisch benutzt werden. Dafür gibt es keine Prüfung und keine Helmpflicht. E-Bikes nicht erlaubt.

    – Oder man gilt als „Schnell-Velofahrer“. Dafür braucht man eine Prüfung und es gibt Helmpflicht. Dafür gelten die selben Regeln wie für Autos (abgesehen von der Autobahnbenutzung natürlich) und Radwegen müssen nicht benutzt werden.

  • Karl Geiser sagt:

    Kein Veloweg-Zwang mehr? Aha, jetzt ist mir klar, warum so viele Velöler aufs Trottoir ausweichen!
    Frage: Und wo sollen wir Fussgänger gehen?

    • Pumuckl sagt:

      Im Wissen, dass das nicht so gerne gehört wird… aber wenn ich mir anschaue, dass bei vielen Strassen auf beiden Seiten ein rund 3 m breiter Fussweg ist, wohingegen den Velos der Strassenrand oder rund 80 cm Veloweg zugestanden werden, haben Fussgänger im Moment eher ein Luxusproblem als Velofahrer. Auf beiden Seiten 1m weniger Trottoir würde das Problem auf der Strasse markant entschärfen. Velowege sollten übrigens so angelegt sein, dass die Bikes nie gegen den Strassenverkehr fahren müssten, da sie nicht nur übersehen, sondern in der Dämmerung auch permanent geblendet werden.

  • Oli Pfeffer sagt:

    Das Problem ist halt einfach, dass es „die“ UND „die“ Velofahrer gibt. Die einen fahren mit 30 km/h und fühlen sich einigerweisen sicher, möchten schnell vorankommen und möglichst gleich wie Autos behandelt werden (z.B. Grüne Welle nutzen können und beim Linksabbiegen nicht an mehreren Ampeln hintereinander warten müssen).
    Andere Velofahrer fahren kaum schneller als Schritttempo, schwanken stark und möchten am liebsten wie Fussgänger gelten und es möglichst „gemütlich“ haben. Dafür sind sie gerne bereit, am Rand entlang zu schleichen, Umwege zu nehmen und schlechtere Ampelschaltungen zu haben.
    Meistens scheint nur an die zweite Gruppe gedacht zu werden, da sich diese lauter äussert. Und zwar sowohl von Seiten Staat, aber auch von Seiten Velo-Organisationen.

    • Angelo Teufel sagt:

      VELOFAHRER GIBT ES IN SECHS GRUPPEN:
      1. Kinder und Jugendliche auf dem Schulweg
      2. Freizeit- & Schönwetterfahrer, typischerweise nur 1 Mal im Jahr unterwegs, nämlich am ersten warmen Frühlingstag
      3. Rennradfahrer, Sportgerät
      4. Mountainbiker, Sportgerät
      5. Öko-Velofahrende mit dem Anspruch auf freie Fahrt bei allgemeinem Fahrverbot, in Einbahnstrassen, an Rotlichtern, auf Trottoirs. Lehnen Autos ab, ausser wenn sie selbst eines von Mobility brauchen.
      6. Fahrrad-Kuriere
      UND WELCHE GRUPPEN BRAUCHEN RADSTREIFEN?
      – Schulkinder, Rennradfahrer, Frühlingstag-Fahrer
      KEINE RADSTREIFEN BRAUCHEN:
      – Mountainbiker (sind im Gelände)
      – Öko-Velofahrende und Fahrrad-Kuriere (die nehmen sich eh jede Freifläche, Platz für ihr Zweirad hat es ohne Verkehrsgesetz schliesslich fast überall).

      • Oli Pfeffer sagt:

        Da sprechen Sie einen gewissen Teufelskreis an:
        – „Weil sich *manche* Velofahrer ohnehin nicht daran halten, müssen Verkehrsführungen und Beschilderungen nicht verbessert werden“ vs.
        – „Weil die Verkehrsführungen und Beschilderungen so schlecht/diskriminierend sind, halte ich mich nicht daran“.

        • Angelo Teufel sagt:

          Natürlich kann ein Fahrverbot nur missachtet werden, wenn es mit entsprechenden Schildern oder einer roten Ampel angezeigt ist. Umgekehrt verhält es sich bei Trottoirs: Dort ist Velofahren grundsätzlich verboten, ausser es gibt Schilder und Bodenmarkierungen für einen Radweg. Eine klare Sache also, könnte man meinen. Da aber Velofahrende der Meinung sind, dass Verbots- und Gebotssignale für sie mit ihren relativ langsamen und schmalen Fahrzeugen keinen Sinn machen (man ist ja eigentlich nur ein etwas beschleunigter Fussgänger), werden die meisten Verkehrsregeln im Geiste ausser Kraft gesetzt. Man stelle sich vor, die Autofahrenden würden ebenfalls nach Lust und Laune und vor allem ohne Bussen-Gefahr die Verkehrsregeln selber interpretieren, eine lautstarke Empörungs-Demo wäre garantiert!

          • Hotel Papa sagt:

            „Da aber Autofahrende der Meinung sind, das Linkseinspurgebot sei überflüssig, da es ja nur eine Unterklasse an Verkehrsteilnehmern bevorteilt, wird es fröhlich ignoriert.“
            „Da aber Autofahrende der Meinung sind, das Telefonierverbot am Steuer sei überflüssig, da ihr Gespräch gerade jetzt unheimlich wichtig ist, setzen sie sich fröhlich darüber hinweg.“
            Grob verallgemeinernd? Ja. Eben.

      • Hotel Papa sagt:

        Wichtige (und gar nicht kleine) Gruppe vergessen: Velopendler und sonstige „Ich brauch das Velo im Alltag“-Velofahrer. Auch wenn es gewisse Überschneidungen mit 5 gibt: Bitte nicht so negativ. Meist halten wir uns an die Verkehrsregeln. Wenn aber die Verkehrsplaner das Velo als Alltagsverkehrsmittel wieder vergessen haben, dann wird schon auch einmal kreativ interpretiert.
        Und, ja, an den im Stau stehenden Autokolonnen vorbeizufahren macht eine diebische Freude. Dafür werden wir auch immer mal wieder (und dieses Frühjahr nicht zu knapp) nass und dreckig.

  • Joe Schweizer sagt:

    Super Artikel DANKE!!! Die ganzen „Massnahmen zur Verkehrsberuhigung“ empfinde ich oft meist auch eher als Aggressionssteigernd als beruhigend. So offensichtlich wie einem oft unnötige Steine in den Weg gelegt werden damit „etwas getan“ wurde.
    Und verlieren tun am Ende alle. Denn wenn ich weiss, dass ich die nächsten 200km keine Überholmöglichkeit mehr habe weil entweder „Beruhigungsmassnahmen“ im Weg stehen oder ein Blitzer ein sicheres Überholen unmöglich macht, lasse ich instinktive eher mal keinen vor mir rein.
    Wo es viel Fahrradverkehr hat, soll aber auch eine entsprechende Infrastruktur bereitstehen, so dass die fahrräder nicht auf die Strasse ausweichen müssen.

  • Michael Pfenninger sagt:

    Radwege ausserorts sind meist kein Problem, ausser sie werden dann plötzlich zum Feldweg, wie auch schon erlebt. Dann bin ich mit dem Rennvelo eben schnell wieder auf der Strasse. Was ich aber oft störend finde, sind die Radwege innerorts. Da wird einem manchmal bei jeder Seitenstrasse der Vortritt genommen oder ein Randstein in den Weg gesetzt. Für mich als Rennvelofahrer einfach inakzeptabel. Da fahre ich dann wirklich lieber auf der Strasse durch ein Dorf und begebe mich dann nach all den Schikanen wieder auf den Radweg.

  • Candrian Leo sagt:

    Spricht jetzt hier der genervte Autofahrer oder ein abgedrängter Gümmeler?
    Was Geschwindigkeitskontrollen mit der Durchschnittsgeschwindigkeit der Autofahrer zu tun haben bleibt mir schleierhaft. Ebenso die Feststellung, dass das Rad fahren auf dem Radstreifen lebensgefährlich ist. Man kann sich seine Tour ja entsprechend zusammenstellen und nicht am Sonntag nachmittag auf der Flaniermeile sein Rennvelo ausfahren

  • Roland Baumgärtner sagt:

    „Schnelle Velofahrer und E-Biker sollten nicht mehr gezwungen werden, Radwege benutzen zu müssen, denn das ist oft lebensgefährlich.“ Nein, ist es sicher nicht. Ich geniesse die Ruhe und Sicherheit auf den Radwegen.

    • Sportpapi sagt:

      Dürfen Sie ja. Aber als einer, der das Velo für die Mobilität braucht (kein Fahrausweis), ärgere ich mich immer wieder, wie ich auf Velowegen über weite Umwege geleitet werde, ständig an (für Fussgänger vorgesehene) Lichtsignale geleitet werde, während es auf der Strasse weitergeht. Und im Winter wird dann der Schnee der Strasse teilweise auf den Veloweg geschoben. An der Siedlungsausfahrt schiessen Auto über den Veloweg direkt an den Strassenrand, was lebensgefährlich ist. Ja, manchen Veloweg möchte man gerne auch mal auslassen dürfen – zumal er ja meist sowieso da endet, wo es eng und gefährlich wird.

      • Oli Pfeffer sagt:

        Was es auch oft gibt: Der Radweg ist auf der linken Strassenseite oder wechselt immer wieder die Seite. Entsprechend muss man alle paar 100 Meter die Strasse queren, was garantiert gefährlicher ist, als wenn man einfach auf der (genügend breiten) Autospur gerade aus fahren könnte.

    • Marcel Schmidt sagt:

      Ich fahre wenn möglich täglich meinen 94 km Arbeitsweg mit dem schnellen E-Bike. Nach nunmehr über 10’000 km kann ich bestätigen, dass die gefährlichen Situationen praktisch ausschliesslich auf Radwegen entstehen. Radwege sind schlecht unterhalten und somit voller Schlaglöcher, werden selten gereinigt und deshalb voller Dreck, Kies und anderem Unrat und sie werden auch für alles mögliche missbraucht. Zum Beispiel zum abstellen von Lastwagen und Lieferwagen oder als temporärer Parkplatz für Autos. Natürlich auch gerne als Begegnungszone um zu tratschen oder verträumt in der Gegend herumzuplampen und dabei noch die Emails zu lesen oder auf dem App irgend etwas nachzuschauen. Alles schon selbst erlebt. Ich meide deshalb zunehmend Radwege und nehme das gehupe der Autofahrer in Kauf.

  • Andreas Peyer sagt:

    Herr Platter, Ihr separierendes Denken ist Teil einer aggressiven Verkehrskultur. Mann oder Frau pflegen ihr unbedarftes Verhalten im Verkehr, ob im SUV, E-Bike, Velo oder eben zu Fuss. Vorschlag: Sich als Teil vom Problem sehen und entsprechend zum Ziel kommen. Mit der nötigen Rücksicht handeln, sich bewusst sein, dass man als Autofahrer bald auch wieder Fussgänger ist, als Fussgänger bald wider auf dem Velo sitzt usw. Als Verkehrsteilnehmer/in ist der Rollentausch Programm.

  • Sprecher Felix sagt:

    Das Problem der Radwege ist sehr oft deren Anlage (z.B. Neuenburg-> 90°Winkel -> Tempo 8-10km/h -> neu anfahren, zB. Basel Lange Erlen: leichte Kurven und zwei Wege von Kinderspielplätzen zum Fluss Wiese -> Sicht durch Büsche verdeckt -> Warten auf Verletzte und Tote etc.) Die Liste könnte fortgesetzt werden. Radwege hören meist abrupt vor Kreuzungen/Kreisel auf und dann müssen alle Radfahrer in den Verkehr einfädeln. – Bei den Radfahrern – vor allem im Stadtverkehr – sehe ich Dinge, die ’sagenhaft‘ sind: Telefonieren, Trottoir-Fahrten, Farbenblindheit bei Ampeln, 2-3 Personen nebeneinander und ‚Kampf-Radler‘. – Aber die Toleranz ist – mir schein vor allem in der Vororten (Pendlerwege) – beidseitig unerhört gering geworden. Das Problem lösen: Schaut einander an, gebt Zeichen ….

  • Peter Meier sagt:

    Es ist schon erschreckend wie Velofahrer sich das Gesetz zurechtbiegen. Wenn Ihnen Herr Platter das geltende Recht nicht passt, müssen Sie schon den politischen Weg gehen und das Gesetz ändern. Aber solange das Gesetz verlangt, dass Velofahrer auf dem Radweg fahren ist das halt so. Auch gibt es im Strassenverkehrsgesetz kein Recht an Rechtsvorbeifahren bei Stau. Auch für Velofahrer nicht.

    • Christoph Bögli sagt:

      Es gibt vielleicht kein zwingendes Recht, erlaubt ist das Rechtsüberholen aber explizit: „Das Fahren im Kolonnenverkehr wird in Art. 44 SVG geregelt und in den beiden Art. 8 VRV, Abschnitt 4 und Art. 42, Abschnitt 3 noch präzisiert. Aus diesen Regeln geht hervor, dass Radfahrer rechts neben einer Motorfahrzeugkolonne vorbeifahren dürfen, wenn genügend Raum vorhanden ist. Dabei sind Motorfahrzeuglenker gehalten links in der Spur, und die Radfahrer rechts zu fahren. Ein Autofahrer darf folglich bei genügend Platz auf der Fahrspur dem Velofahrer das rechts vorbeifahren nicht behindern.“

      Sprich es ist vielmehr nicht erlaubt, dass Autofahrer das Rechtsüberholen absichtlich oder fahrlässig unterbinden, sofern die Situation dies nicht erzwingt!

    • Joe Schweizer sagt:

      @Meier:
      1. Ist es laut SVG ausdrücklicht erlaubt, eine stehende Kolonne mir dem Fahrrad rechts überholen zu dürfen.
      2. Darf man anderen auch mal ein Recht gewähren, auch wenn es das Gesetz nicht explizit fordert. Genau diese egoistische Sturheit ist es, welche den Strassenverkehr derart ungemütlich machen. „Dem anderen ja nichts gönnen“ scheint die Devise zu sein. Leider leben genau die Behörden und die Polizei dieses Verhalten mit ihrer abartigen und paranoiden Prinzipienreiterei vor. Ordnung soll sein. Aber nicht sturheit!

    • Hotel Papa sagt:

      Doch. Es gibt die Pflicht, mit dem Auto links einzuspuren. Wird aber zu einem noch höheren Prozentsatz ignoriert, als Rotlichter von Velofahrern.

    • B. Tröster sagt:

      Nun ja, es ist schon erschreckend, wie Autofahrer die Verkehrsregeln nicht kennen
      VRV Art. 42 Motorräder und
      Fahrräder; Allgemeines
      3 Radfahrer dürfen rechts neben einer
      Motorfahrzeugkolonne vorbeifahren,
      wenn genügend freier Raum vorhanden
      ist;

    • J.P.Marquis sagt:

      Gesetze sind nicht „einfach so“. Sie sind von Menschen gemacht und können von Menschen auf vernünftige und legale Art geändert werden.

    • Fabian Baumann sagt:

      Da irren Sie sich. Das Strassenverkehrsgesetzt (SVG) erlaubt das Rechtsvorbeifahren. Aus Art. 44 SVG und den Art. 8, Abs. 4 und Art. 42, Abs. 3 VRV geht hervor, das Velos rechts neben stehenden Autokolonnen vorbeifahren dürfen, wenn genügend Platz da ist. Autofahrer sind angehalten, links in der Spur zu fahren und den Velos den Raum fürs Überholen nicht zu versperren.

      • Rolf Müller sagt:

        Ich reihe mich sehr gerne auch in diese Staukolonne ein: Rechtsüberholen bei stehender Kolonne ist explizit erlaubt. Und ja, leider kümmern sich viele Autofahrer nicht um das Gebot, links auf ihrer Spur einzuspuren. Sogar mit gestrichelter Linie ein Veloweg markiert ist.

        Soviel zum Gesetzt, viel wichtiger erscheint mir aber der gesunde Menschenverstand: Warum mache es SINN als Velofahrer meist rechts zu fahren? Weil er bei fliesendem Verkehr oft langsamer und so weniger ein Hinderniss ist. Gleiches gilt eben auch umgekehrt: Warum macht es Sinn, dass Autos eine Gasse lassen? Weil sie den durch ihre 12m2 Platzanspruch selbstgewählten Stau nicht auf Verkehrsteilnehmer übertragen müssen, die weniger Platz brauchen… Und jeder hat seinen selbstgewählten Vorteil (Geschwindigkeit/Platz).

  • Adrian Koch sagt:

    Ich habe selten so einen konfusen Artikel gelesen. E- Biker und schnellere Velofahrer werden nicht gezwungen, Velowege zu benutzen, die Versicherung bestraft das im Falle eines Unfalls einfach mit einem Regress, was absolut richtig ist, weil das Risiko für einen Unfall auf öffentlichen Strassen extrem viel höher ist als auf Velowegen. “ Schnellere “ Velofahrer und E-Biker sind nur dann ein Problem, wenn sie sich egoistisch und rücksichtslos gegenüber den anderen Benutzern von Velowegen verhalten. Ein Sportwagenfahrer muss sich auch damit abfinden, dass ausser ihm auch Motorräder, Kleinwagen, Traktoren usw. auf den öffentlichen Strassen unterwegs sind.

  • Marc sagt:

    Wieso soll das Benutzen des Velowegs lebensgefährlich sein? Ich bin Fussgänger, Velofahrer, Autofahrer und ÖV-Benutzer und kann mich in jeden Verkehrsteilnehmer hineinversetzen. Als Velofahrer suche ich mir bewusst Strecken mit Veloweg oder wenig bis nicht befahrene Nebenstrecken, das klappt wunderbar, ich bin um jeden km froh, den ich nicht mit Autos teilen muss. Das Argument, dass Velowege oft blockiert sind, kann ich nicht nachvollziehen. Eine Velofahrt ist schliesslich kein Rennen und der Trainingseffekt ist umso höher wenn man ab und zu mal etwas verlangsamen und wieder beschleunigen muss.

    • Hotel Papa sagt:

      Kann man sich als Hobbyradler vielleicht nicht vorstellen, aber viele von uns sind auf den schmalen Reifen unterwegs, um von A nach B zu kommen. Da sind die Radwege, die lauschige, landschftlich reizvolle Zusatzschlaufen einlegen, ein Ärgernis, und werden dann halt nicht genutzt.

    • Pumuckl sagt:

      Hey Marc. Ich nehme dich gerne mal mit auf meinen Arbeitsweg und demonstriere dir, wie gefährlich Radwege sind. Man muss übrigens nicht unbeding Sportler sein (oder werden wollen) um tägl. 2x 25km mit dem Bike zur Arbeit zu fahren. Man hat aber- genau wie auch der Autofahrer – das Recht, die Geschwindigkeit im Rahmen des Legalen so zu wählen, wie man möchte. Gemäss Ihrer Logik, sollte man von allen Sportwagenfahrern verlangen, die Autos auf der Strasse zu schieben (ist ja sonst kein Sport) wohingegen all die Geländewagen überhaupt nicht mehr auf der Strasse fahren dürften. Die Dinger sind ja schliesslich für Feldwege und offenes Gelände gebaut. Diese Regelung würde übrigens den Strassenverkehr massiv beruhigen, wetten??

  • Urs Steiner sagt:

    In Frankreich (ausser in Südfrankreich….) ist es absolut üblich, wenn nötig längere Zeit hinter einem Velofahrer hinterherzufahren und erst dann zu überholen, wenn wirklich genug Platz ist. In der Schweiz bringen die Autofahrer diese Rücksicht nicht auf und überholen gefährlich nahe. Hier sollte hart durchgegriffen werden: sofortiger Führerscheinentzug, wenn Velofahrer gefährdet werden! Es geht um Menschenleben!

    • Christoph Bögli sagt:

      Es ist effektiv interessant, wie leichtfertig die meisten Autofahrer in der Schweiz in der Frage agieren, aber dann ihrerseits über die bösen, vermeintlich rechtbrechenden Velofahrer fluchen (und das oft wegen sowas wie erlaubtem Rechtüberholen). Dabei ist das Gesetz in der Frage eigentlich klar: Ein Velofahrer muss mit ausreichendem Sicherheitsabstand überholt werden, was in der Praxis mindestens 1.5m und im Normalfall einen vollständigen Spurwechsel bedeutet. Trotzdem sieht man ständig Autofahrer, die in Haaresbreite an Velofahrer vorbeischrammen, gerne auch bei unmittelbarem Gegenverkehr. Zur Not kann man ja immer noch den Velofahrer von der Strasse drängen..

  • Jane Nüssli sagt:

    Wir würden gerne auf Radwegen fahren wenn diese durchgängig wären und nicht plötzlich irgendwo an einem Trottoirrand enden würden. Zudem teilen wir Radweg oft mit Fussweg und ich fahre ungerne mit 36kmh an einer Mutter mit Kleinkind vorbei. Jetzt selbst Mutter würde ich das auch nicht schätzen! Die meisten Fussgänger erschrecken zudem so fest, dass man auch da einen ZS riskiert. Ich fahre meist auf der Strasse in Einerkolonne natürlich ausser an einem Samstag oder Sonntag um die Rigi oder über die Ibergeregg. Autofahrer die es dann eilig haben können andere Routen fahren oder sich halt die 5 Sekunden Zeit nehmen anständig zu überholen. Ansonsten riskiert man den Tod des Radfahrers und wer will das schon verantworten?

  • Hotel Papa sagt:

    Na, ob so einseitige Sichtweise hilfreich ist? Einerseits berichten, wie das Fahren vor dem Auto den Auto- wie den Velofahrer stresst, dann aber andereseits fordern, trotz Veloweg auf der Strasse zu fahren, weil auf dem Veloweg ja schliesslich auch noch langsamere Velos unterwegs sind…
    Bisschen Konsequenz wäre schon gefragt.
    Was die Gasse rechts angeht: Die Rechtsgrundlage gibt es schon heute. Nur verdrängt sie praktisch jeder Automobilist unmittelbar nach der Fahrprüfung. Würde das Links-Einspur-Gebot durchgesetzt, könnte das Nebeneinander von „Langsam-“ und motorisiertem Verkehr an Kreuzungen deutlich verflüssigt werden

    • Pumuckl sagt:

      Ich denke, es wäre schon extrem hilfreich, wenn Auto- UND Velofahrer die Velos nicht als Spielzeug, sondern als vollwertiges Fahrzeug akzeptieren würden. Die Biker würden sich dann nicht mehr das Gefühl haben, sich in einem rechtsfreien Raum zu bewegen, wohingegen die Autofahrer akzeptieren müssten, dass dort ein vollwertiges – wenn auch schwächeres – Gegenüber ist.

  • Maurice Bill sagt:

    Mag ja sein, dass der Belag auf der normalen Strasse etwas feiner ist als auf dem Radweg. Dass oft Fussgänger und langsame Velofahrer Hindernisse für den ambitionierten Gümmeler darstellen. Und folglich die Durchschnittsgeschwindigkeit 2 km/h tiefer ist. Ist es das wert? Letztlich gehts allein um die Sicherheit, auch bei den Verbissenen, Angefressenen. Radwege bieten Sicherheit und Entspanntheit. Gerade gestern auf dem Radstreifen (gelbe Linie): Ein gaaanz laaanger ÖV-Bus fährt mit Abstand unter 50 cm an mir vorbei. Gefährlich, ungemütlich, gesetzeswidrig.

  • Sandro sagt:

    Da schliesse ich mich René Widmer an, wenn die Radfahrer nicht aneinander vorbeikommen auf ihren Radwegen, dann hat das wenig mit den Autofahrern zu tun. Ich wechsle auf der Autobahn auch nicht auf den Pannenstreifen, nur weil ich nicht an den notorischen Linksfahrern vorbeikomme. Die Fussgänger auf einem überfüllten Trottoir in Städten wechseln auch nicht auf den Radweg.. (auch wenn sie das sehr vereinzelt trotzdem tun)

    Eigentlich sollte es eher ins Gegenteil gehen, die Radfahrer, welche die Strasse benützen obwohl es einen Radweg hat, diese sollte man büssen.

    • Christoph Bögli sagt:

      Dann müsste man aber halt auch Radwege anbieten, die diesen Namen auch verdienen. Und nicht irgendeinen schmalen Randstreifen der Strasse oder des Gehwegs abzwacken, wie das gerne gemacht wird. Solange vielerorts die Radwege so schlecht konzipiert sind, dass man z.B. nicht überholen kann oder dass sich gefährliche Hindernisse auf diesen befinden, muss man sich nicht wundern, wenn viele lieber auf der Strasse bleiben..

      • Sandro sagt:

        Auch die Radfahrer müssen halt auf ihre Möglichkeit warten, dass sie überholen können. Ich kann mit dem Auto auch nicht einfach ausschwenken und am vorderen Fahrzeug vorbei, ich muss warten bis es frei wird. Dasselbe sollte vom Radfahrer auch erwartet werden können.

  • Manuela Baumann sagt:

    „Schnelle Velofahrer und E-Biker sollten nicht mehr gezwungen werden, Radwege benutzen zu müssen, denn das ist oft lebensgefährlich.“ Abgesehen vom Pleonasmus und vom nicht existierenden Zwang: gefährlich für wen? Für den Velofahrer oder für die Fussgänger? Immer wieder erstaunlich, wie selbst durchschnittlich schnelle Velofahrer/-innen den Radweg verschmähen. Oft auch zu zweit, natürlich nebeneinander auf der richtigen, der Rennstrasse. Das Ego halt. Dabei sind sie die Ersten, die mehr Radwege fordern.

  • Roland K. Moser sagt:

    Ich hänge meinen Kommentar dort auf, wo der Blog die Ursache hat:
    Die Schweiz ist massiv überbevölkert.
    Mit der verbliebenen 1 Mio Hektar Landwirtschaftsland können bis zu 5 Millionen Menschen ernährt werden. Alle anderen sind überzählig.
    Würden also die überzähligen 3,5 Millionen repatriiert, hätte es 40 % weniger Verkehr.
    Die Velofahrer müssten dann auch nicht mehr auf den Veloweg gezwungen werden, was nämlich gefährlich ist, weil diese je nach Wochtentag und Tageszeit verstopft sind.

  • René Widmer sagt:

    Also wenn sich die Radfahrer gegenseitig auf den Radwegen gefährden, ist das sicher nicht des Automobilisten Problem. Genau die Gefahr wird für die Velofahrer noch grösser, wenn sie noch mehr neben den Radwegen fahren und trotz e-bike nicht die 50 innerorts erreichen und somit auf der Strasse zum gefährlichen Hindernis werden. Dann noch 2-3 Velofahrer nebeneinander, wie auf dem Land mehr und mehr üblich. Das sehe ich täglich, stört mich aber nicht, da ich ja ein toleranter Autofahrer bin…

    • Christoph Bögli sagt:

      1. Das Problem ist, dass etliche Radwege nicht auf „richtige“ Radfahrer ausgelegt wurden, sondern maximal auf Sonntagsradler oder einfach nur irgendein holpriger Seitenstreifen pro forma angemalt wurde. Auf einer löchrigen Holperpiste, auf die mangels klarer Signalisation Fussgänger ausscheren ohne aufzusehen oder Autos gemütlich zwischengeparkt werden, mit brauchbarer Geschwindigkeit auf dem Velo unterwegs zu sein ist darum schnell mal lebensgefährlich.
      2. 2-3 Velofahrer nebeneinander kann durchaus sinnvoll sein und ist in manchen Ländern sogar explizit erlaubt/empfohlen. Grund: Zwei Velofahrer erfordern ein reguläres Überholmanöver (wie es sein sollte) und machen es unmöglich, dass Autofahrer sich gerade noch zwischen Sicherheitslinie/Gegenverkehr und Velo durchquetschen.

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