Wie trainiere ich auf rutschigen Winterwegen?

Wer kennt das nicht: Laufen im Winter kann zum Risikosport werden. Die Rutschgefahr auf verschneiten und vereisten Wegen ist hoch – und mühsam. Unser Running-Profi *Markus Ryffel sagt, mit welchen Schuhen und Extras wir verletzungsfrei durch die kalte Jahreszeit kommen. Er empfiehlt:

Trailschuhe

Sie eignen sich besonders für Herbst, Winter und Frühling, wenn der Naturboden nass ist und wir – wie jetzt – auch noch mit Schnee und Matsch konfrontiert werden.

Trailrunning.

Die wichtigsten Merkmale eines Trailschuhs sind eine relativ flache Zwischensohle, gutes, griffiges Profil und robustes Obermaterial. Es gibt Modelle mit wasserabweisendem Obermaterial und solche mit wasserdichten Membranen (GoreTex).

Dank der flachen Zwischensohle spürt der Fuss den Untergrund (Wurzeln, Unebenheiten) viel besser, man gewinnt merklich an Stabilität. Zudem bietet der Trailschuh bessere Torsionsfähigkeit und Flexibilität. Dadurch kann der Fuss «natürlich arbeiten», mit dem Nebeneffekt, dass nicht nur die Fussmuskulatur, sondern die Muskulatur des gesamten Unterschenkels gekräftigt wird.

Schneeketten für vereiste Wege

Man montiert sie ganz einfach an die Lieblingslaufschuhe und kann damit sogar über Blankeis bergab laufen.

Schneeketten für Laufschuhe.

Schneeketten bieten auf winterlichen Strecken optimalen Griff. Da es damit kein Ausrutschen gibt, wird auch keine Kraft verpufft. So kann man auf Schnee und Eis bedenkenlos ein höheres Tempo anschlagen und ökonomisch trainieren.

Auch auf Trailschuhen und ihren flachen Zwischensohlen sind sie kaum zu spüren – selbst auf aperem Asphalt. Lauf-Schneeketten gibts ab 45 Franken.

Weniger empfehlenswert sind Laufschuhe mit Spikes

Sie haben folgende Nachteile: Sie kosten viel und möglicherweise lohnt sich diese Investition nicht, weil es auch warme Winter geben kann, wo die Wege nur selten vereist sind. Zudem ist der Markt für Spikeschuhe sehr klein und die Auswahl stark limitiert. Darum stimmen die Modelle oft nicht für die individuellen Bedürfnisse (Fussform, Lauftechnik, Kraftfähigkeit).

Markus Ryffel

Profi Markus Ryffel gibt bei «Running im Outdoorblog» Trainingstipps.

* Markus Ryffel (55) ist ehemaliger Langstreckenläufer, Olympia-Silbermedaillengewinner, 19-facher Schweizer Meister und bis heute Schweizer Rekordhalter über 3000 und 5000 Meter. Er betreibt zusammen mit seinem Bruder Urs die Ryffel Running AG. www.ryffel.ch

23 Kommentare zu «Wie trainiere ich auf rutschigen Winterwegen?»

  • Christian sagt:

    Ich kann gut verstehen, dass es Leute „spinnig“ finden, wenn wir auch im Winter unser Lauftraining durchziehen. Die Wege sind manchmal wirklich rutschig und gefährlich. Ich trainiere den ganzen Winter hindurch und lasse das Training nur bleiben, wenn es gar nicht mehr geht. Bei uns sind die Gehsteige meist mit Split versehen und ein lockeres Lauftraining ist perfekt möglich. Ich bin in den letzten 11 Jahre kein einziges Mal beim Laufen im Winter umgefallen („Holz aalange…“), vor zwei Jahren im Sommer aber zweimal schwer gestürzt.

    Ich kann allen, die gerne im Freien unterwegs sind, Läufe im Winter nur empfehlen. Die YaktraxPro sind für Schneewege perfekt. Meist reichen Traillaufschuhe mit gutem Profil. Ein Lauf im dichtem Schneetreiben, mit Leuchtweste und Stirnlampe ist wohl das Schönste, was man als Läufer im Jahr erleben kann. Keep on running!

  • AlexD sagt:

    Ich renne auch mit Yaktrax Pro (Siehe Bild im Artikel) und ich bin auch begeistert. Man hat nie das Bedürfnis diese Schneeketten auszuziehen, nicht im Winter auf schneefreien Asphaltwegen oder im tiefsten Schnee. Allerdings sollte man darauf achten dass man die Yaktrax Pro eine Nummer kleiner als die Laufschuhe kauft. Man darf keine Wunder erwarten aber sie geben einem die nötige Sicherheit auf Eis und genug Griff im Schnee um sich voll und ganz auf das Laufen konzentrieren zu können. Jedenfalls bin nur ausgerutscht als ich auf die Yaktrax Pro verzichtet hatte. Man tendiert dazu, auf die Yaktrax Pro zu verzichten, wenn der Weg mehrheitlich schneefrei zu erwarten ist. Nur blöd wenn man die Erwartung nicht eintrifft ;-) Um die Yaktrax Pro aufzuziehen dauert max 1 min für beide Schuhe. Die Yaktrax Pro einfach mitnehmen ist für mich keine Option, oder jedenfalls habe soch eine Tasche noch nicht gefunden.

  • Blitz Blank sagt:

    Das Laufen auf rutschigen Grund finde ich ein gutes Lauftraining. Es fördert einen aktiven Laufstil, einen stabilen Rumpf und das Gleichgewicht.

  • atropa sagt:

    Ich benütze den PHYTO-L BUGrip von ICE BUG und bin begeistert. War ich davor immer etwas verkrampft – kann ich mit diesen Schuhen drauflos rennen ohne einen Sturz befürchten zu müssen. Den Schuh habe ich in Ricardo sehr günstig ersteigert. Einzig gilt es zu bedenken, die Schuhe nur im Freien zu benützen – da sie allenfalls den Boden beschädigen können. Aber dank dem knirschigen Geräusch wird man eh immer daran erinnert, welche Schuhe man trägt. :-)

  • Olav Koerner sagt:

    Als Wiedereinsteiger (gute Vorsätze für 2011) werde ich es mal mit neuen Trailschuhen versuchen, obwohl man auch mit normalen Joggingschuhen und dicken Socken auf frisch verschneiten Feldwegen stabil laufen kann. Uebrigens, wenn man vom Laufen im Winter Lungenentzündung bekäme, müsste man ja die ganzen Wintersportveranstaltungen auch abschaffen…
    Alternativ kann man auch den Winter in Andalusien verbringen und bei 15-18 Grad am Strand laufen, ohne Schuhe…

  • Fredi sagt:

    Ich trainiere bei jedem Wetter. Es gibt nichts Schöneres, als bei Schneefall über unberührte, verschneite Waldwege zu joggen. Schneeketten brauchte ich dabei noch nie. Wasserdichte Trailschuhe mit gutem Profil genügen in den meisten Fällen. Und wer kein Sport treibt oder Angst vor Lungenentzündungen hat, sollte sich unqualifizierte Kommentare ersparen.

  • Marti sagt:

    Zum Glück gibts Winterstiefel, was soll ich mit Turnschuhen ? Etwa kalte Füsse holen ?

  • bernd sagt:

    Habe mir ebenfalls die Yaktrax bei Ryffel besorgt – einfach genial. Man läuft über vereiste Wege wie über trockenen Asphalt. Das einzige, was mich noch von Laufen im Winter abhalten kann, sind Tiefschnee und sehr tiefe Temperaturen (< 10 Grad).

  • Mit dem richtigen Reifen und einer guten Fahr- sowie Tret-Technik kann man auch mit dem Velo auf rutschigen Strassen fahren.

  • ritschi sagt:

    Die Yaktrax Pro von Ryffel sind echt genial! Jetzt sind es nur noch Sitzungen und Gewitter, die mich vom täglichen Walken über Mittag abhalten können;-)

  • Walter Vettiger sagt:

    Ist das eine Schleichwerbung? Sicher eine gute Reklame! … man spricht darüber. So oder so… ich renne nicht auf dem Eis.

  • Hallo zusammen.
    Die Empfehlungen zu Trailschuh und Schneekette sind für das Unterland sicher nicht schlecht. Doch hat von euch jemand schon mal in den Bergen auf den ganzen Winter (November bis März) vereisten und oder verschneiten Wegen und Strassen trainiert? Wer ist schon mal durch knöcheltiefen Schnee gelaufen? Da empfiehlt es sich auf Spike Schuhe zu setzen. Schuhe mit Membrane und integrierten Gamaschen, Mit den Spikes läuft man auf blanken Eis wie auf Asphalt. Kein Rutschen. Wechselnde Untergründe sind kein Problem. Nichts das aufträgt. Der Spike Schuh fühlt sich an wie ein Normaler Schuh. Auch wenn die Schneekette „kaum“ zu spüren ist. Man spürt sie. Somit wünsche ich frohes Trainieren auch im Winter.

  • Markus sagt:

    Auf jeden Fall kann kein normaldenkender Mensch es nachvollziehen wieso es Leute gibt, die in eisigen Strassen immer noch herumrennen. Riskiert wird nicht nur Knochenbrüche und Sehnenrisse, sondern eine Lungenentzündung. Statt vor den Problemen ständig wegzurennen wäre eine Psychotherapie wohl eher das Richtige!

    • Fredi sagt:

      Glücklicherweise gibt es Meister der Orthopädie und der Psychonalayse in Personalunion! Es wäre interessant, von Ihnen zu erfahren, wie sie den „normal denkenden“ Menschen in einem umfassenderen Sinn definieren. Haben Sie schon bedacht, dass man beim Laufen, um den Ausgangspunkt wieder zu erreichen, nicht nur wegrennen kann, sondern auch wieder zurückkehren muss, es dabei aber hervorragend möglich ist, die von Ihnen zitierten Probleme am entferntesten Punkt zurückzulassen? Psychotherapie, die keinen Einfluss auf die Kosten im Gesundheitswesen hat… sehr empfehlenswert ;-)

    • Peter Ehrbar sagt:

      Ein sehr wertvoller Beitrag zum Thema. Ich finde es herzerwärmend, wie sehr sich Markus offenbar um mein Wohl sorgt. Und dass er sich als Repräsentant aller normaldenkenden Menschen sieht, gibt seiner Aussage ein enormes Gewicht. Aber ich kann Markus – und mit ihm die Gesamtheit der normaldenkenden Menschen – beruhigen: Die bisher schlimmsten Stürze hatte ich auf schneefreien Wegen, und die bisher einzige Lungenentzündung war nicht durch Laufen verursacht. Unklar bleibt, welche konkreten Probleme gemeint sind. Wegen lauftechnischen Problemen eine durch die Krankenkasse finanzierte Psychotherapie zu machen, scheint mir eher nicht im Sinne der normaldenkenden Menschen zu sein.

    • David sagt:

      Ich kann Markus nur beipflichten! Es mag sein, dass die sog. Läufer gesund und trainiert umher rennen. Jedoch bin ich auch der Ansicht, dass etwas im Kopf der auch so sportlichen Läufer nicht stimmen kann. Frust lässt sich ja bekanntlich auf diese Weise abbauen aber das man ignorant und vor allem arrogant Spaziergänger mit Kindern anrempeln muss um den Platzhirsch zu markieren, ist wohl ein Fall von Minderwertigkeitsgefühlen und somit auch für den Psychologen. Dies im Winter bei eisigen Temperaturen! Ich frage mich, wann die Läufer darauf pochen, die Wald und Wiesenwege gesalzen zu sehen oder wann der erste die Gemeinde verklagt, nachdem jemand sein Bein gebrochen hat. Mich wundert überhaupt nichts mehr, sogar die Antworten von ein paar uneinsichtigen Läufer nicht, die lieber mal täglich 30 Min. ihrer Zeit für die Selbsterkenntnis opfern sollten. Auch ja…. Es ist allg. bekannt, dass diejenigen die von sich behaupten im Geiste Gesund zu sein, professionelle Hilfe am nötigsten hätten.

      • Peter Ehrbar sagt:

        Wenn dieser aus Unterstellungen, Pauschalisierungen, Widersprüchen und Mutmassungen wirr zusammengemixte Beitrag das Resultat von Davids heutiger 30-Min.-Dosis Selbstreflexion ist, dann bleibe ich lieber „uneinsichtig“ und geniesse die meditative Wirkung des Laufens.

      • Roger sagt:

        Ja, David, das ist ja das Schöne am Internet, da kann man unqualifiziert und ahnungslos zu jedem Thema irgendetwas daherreden. Es ist nicht so schlimm, wenn du selbst keinen Sport treibst und darum davon überhaupt keine Ahnung hast, aber dann solltest du hier nicht irgendwelche Verallgemeinerungen und Mutmassungen verbreiten. Und deinen letzten Satz solltest du noch ein bisschen genauer erklären. Heisst das, dass du von dir selbst behauptest, dass du im Geiste nicht ganz gesund bist (dann könnte ich deinen Beitrag verstehen) und gerade darum im Gegensatz zu allen Läufern keine professionelle Hilfe (für was eigentlich?) brauchst? Vielleicht kannst du bei deiner nächsten Selbstreflexion noch mal darüber nachdenken.

    • Beatrice sagt:

      @Markus, eine Lungenentzündung bekommt man nie wegen joggen auf Schnee und Eis.

      • Thomas Ritschard sagt:

        Lieber Markus
        Du unterliegst bedauerlicherweise einem groben Irrtum. Ich kann mich nicht entsinnen, während meiner über 30-jährigen Tätigkeit als Spitalarzt je einen Jogger mit einer Lungenentzündung gesehen zu haben. Auch Knochenbrüche sind in diesem Zusammenhang eine Rarität. Unter dem Strich bilden „Stillstandschäden“ ein unvergleichlich grösseres gesundheitliches Problem. Nicht umsonst buhlen Krankenkassen um die Laufsportler. Wenn Du tatsächlich so gesundheitsbewusst bist, wie Dein Beitrag erhoffen lässt, musst Du sofort mit Joggen beginnen!
        Thomas

        • Oliver sagt:

          Ich laufe mit Yaktrax Pro von Ryffel und bin begeistert. Nasse Füsse kriegt man eh, ist doch egal solange man in Bewegung bleibt. Es ist doch schön, zu wissen, dass da draussen jemand ist der sich Sorgen macht um uns arme, psychisch kranke Langstreckenläufer. Vielleicht könnte Markus ja auch bei den Krankenkassen ein Wort einlegen, damit wir dort nicht mehr als extreme Risikogruppe geführt werden. Woher kommt es denn, dass alle Läufer, die ich kenne, auch erfolgreich in Beruf und Familie sind und das Wort Grippe nur aus den Medien kennen? Wenn ich vor etwas davonlaufe, dann vor Typen wie diesem Markus.. tztz.. was es nicht alles gibt.
          Ein uneinsichtiger Läufer.

    • Thomas sagt:

      Lieber Markus
      Unser Körper ist genial. Er ist für die Bewegung geschaffen. Nicht um 8 Stunden am Tag vor dem Bildschirm zu sitzen wie ich das leider auch immer mache. Desshalb liebe ich es mich am Abend beim Joggen zu entspannen. Ich kann meinem Körper die nötige portion Bewegung geben und die Gedanken schweifen lassen. Weil ich das Regelmässig Mache, besteht auch bei kalten Temperaturen kein höheres gesundheitliches Risiko. Die richtige Ausrüstung vorausgesetzt. Ich mach das nun seit über 20 Jahren. Seit 10 Jahren in den Bündner Bergen. Da wird es auch mal -20°.

  • Peter Ehrbar sagt:

    Ich kann nicht nachvollziehen, weshalb Herr Ryffel von Laufschuhen mit Spikes abrät. Trail-Schuhe kosten genau so viel, und in einem warmen Winter würde man sie genau so wenig benützen.

    Ich habe jahrelang den Winter durch mit Trail-Schuhen trainiert und weiss daher, dass sie auf Schnee tatsächlich mehr Griff haben als normale Laufschuhe. Vor einigen Wochen habe ich mir Schuhe mit Spikes gekauft (Icebug) und bin schlicht begeistert. Diese Schuhe bieten auch auf blankem Eis genügend Griff, dass man fast normal darüber laufen kann. Da ich dadurch viel weniger Angst vor einem Sturz haben muss, laufe ich viel lockerer und entspannter und kann dabei noch die herrliche Schneelandschaft geniessen (z.B. gestern). Und: Wenn mir dank diesen Schuhen auch nur einen Sturz erspart bleibt, war mir das die Investition wert.

    Dass der Markt für Spikes-Schuhe klein ist, stimmt – wenn man das Angebot in Sportgeschäften betrachtet. Herstellerseitig gäbe es genügend Modelle (allein schon auf der Icebug-Website). Vielleicht nimmt Herr Ryffel ja doch irgendwann Spikes-Schuhe ins Sortiment seines Geschäfts – wäre für mich jedenfalls ein Grund (gewesen), nach Uster zu fahren.

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