Vorsätze für Extremsportler und Sportmuffel

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Belohnung statt Frust: Mit positiven Vorsätzen könnten selbst diese beiden Sportmuffel mehr Freude am Bewegen gewinnen. Foto: iStock

Liebe Leserin, lieber Leser, wer von Ihnen hat sich zu Jahresbeginn etwas vorgenommen? Und hat es gehalten, nun da wir 2014 in die Geschichte schicken? Hand aufs Herz!

Erstmals in meinem Leben ist es mir jedenfalls gelungen. Weshalb? Ganz ehrlich, keine Ahnung, weshalb ich jahrelang mit Vorsätzen gescheitert bin und es nun geklappt hat. Ich hatte bisher nicht nach den Sternen gegriffen – und das tat ich auch 2014 nicht. Mein Vorsatz: Ich will keinen einzigen Tag krank sein (Kopfschmerzen und Verletzungen ausgenommen). Wehe dem, der mir jetzt auf der Zielgerade als wandelnder Virenhaufen zu nahe kommt und mir einen Strich durch die Rechnung macht!

Vielleicht lag es daran, dass mein Vorsatz keinen Strafcharakter hatte, wie etwa, auf Schokolade zu verzichten. Ich, mein Arbeitgeber, meine sportlichen Ziele, Familie und Freunde – ja sogar mein Hund – konnten ja nur davon profitieren! Meiner Intention haftete also durchwegs Positives an. Vielleicht hatte ich auch einfach Glück – ganz egal, es macht Spass, dieses Jahr auf diese Weise zu verabschieden. Sie sollten das ebenfalls versuchen, lieber Leser. Packen wir es an, dieses Zwölf-Monate-Projekt. Hier einige Beispiele positiver Vorsätze für Sportmuffel und solche, die zur sportlichen Übertreibung neigen:

Vier Vorsätze für Sportmuffel:

  • Setzen Sie Sport an jedem sonnigen Tag auf Ihren Tagesplan: Zugegeben, gerade in der Schweiz ein riskantes Unterfangen. Stellt Sport aber für Sie ohnehin ein Zwang dar, sollten Sie sich einerseits belohnen, wenn Sie sich schon mal bewegen. Andererseits macht es Spass, bei heiterem Wetter die Welt zu geniessen. Versprochen!
  • Treppe statt Lift: Benutzen Sie die Treppen statt den Lift. Ich weiss, das ist nichts, was Sie nicht schon hundertfach gelesen haben. Das Geheimnis ist es, sich zu belohnen. Machen Sie mit sich eine Süssigkeiten-Ration aus, die sie mit jeder Treppe zugute haben. Schleppen Sie dabei Einkaufstaschen, zählen sie doppelt. Sie werden sehen, plötzlich lassen sie keine Stufe mehr aus.
  • Regelmässig ein Männerabend oder eine Ladiesnight mit Vorspiel: Gemeinsam fällt Bewegung leichter. Suchen Sie sich Komplizen bei Ihrem Vorhaben. Planen Sie regelmässig einen Abend mit Freundinnen oder Freunden. Laufen Sie erst gemeinsam eine halbe Stunde und freuen Sie sich dabei auf das Anschlussprogramm bei gutem Essen oder einem Glas Wein.
  • Gegen sich selbst antreten: Legen Sie eine Laufstrecke fest, die Sie einmal monatlich ablaufen. Schlagen Sie dabei Ihre vorherige Zeit, gönnen Sie sich einen Schokoriegel oder eine zusätzliche Dessertportion. Aufgepasst, gehen Sie es vernünftig an. Wenn Sie schon zu Beginn Vollgas geben, sind Sie beim nächsten Mal kaum zu schlagen. Messen Sie sich auf keinen Fall an den Leistungen anderer, so liegt es nur an Ihnen, ob es Ihnen gelingt oder nicht.

Vier Vorsätze für Lauf-Extreme:

  • Genussvolles Verzichten: Ich weiss, wenn die Füsse jucken, fällt es schwer, den geplanten Ruhetag einzuhalten. Tun Sie es trotzdem – es muss kein Verzicht sein. Machen Sie ihn aktiv zu einem Verwöhntag. Nehmen Sie sich statt des Sports Zeit für ein gutes Buch, einen Kinofilm, ein Nachtessen mit Freunden oder ein Abend in der Badewanne – als Sportsuchti kommen all diese Dinge vermutlich ohnehin zu kurz.
  • Gehen Sie einmal im Monat auf Erkundungstour: Exzessives Laufen belastet Ihren Körper einseitig – auch ich höre das nicht gerne. Sie müssen aber auch hier nicht wirklich verzichten. Es macht nämlich richtig Spass, andere Sportarten zu entdecken. Wann schlugen Sie das letzte Mal einen Federball übers Netz? Wollten Sie nicht schon lange wieder mal ausgiebig tanzen gehen, oder haben Sie sich schon mal an einer Boulderwand versucht?
  • Entgehen Sie dem Technikdiktat: Als Bewegungsjunkie zeichnen Sie Ihre Trainings bestimmt per Handy oder Sportuhr auf. Versuchen Sie, ein Training in der Woche darauf zu verzichten. Ich verspreche Ihnen Entspannung pur – der Druck von Tempo, Distanz oder Zeit entfällt völlig. Laufen Sie, so lange und so schnell es Ihnen Spass macht.
  • Setzen Sie sich an die zweite Stelle: Viele der Laufprojekte und -ziele sind kleinere Egotrips (ich weiss, wovon ich spreche). Läufer bestreiten die Wettkämpfe als Einzelsportler und es dreht sich oft um eine persönliche Bestzeit, die es zu schlagen gilt. Widmen Sie einen Lauf einem anderen Sportler, in dem Sie ihm helfen, eine Distanz oder eine Zeit zu schaffen – seien Sie sein Hase, reichen Sie ihm Wasser und bringen Sie ihn in der gewünschten Zeit ins Ziel. Sie werden sehen – es ist genauso schön, ein fremdes Ziel zu erreichen wie das eigene!

Und wer noch mehr Ideen braucht, muss das Rad nicht neu erfinden: Meine Vorschläge für das Jahr 2014 gelten auch fürs 2015!

8 Kommentare zu «Vorsätze für Extremsportler und Sportmuffel»

  • Mark sagt:

    Das sind doch mal richtig gute Tipps für die Fitness Vorsätze dieses Jahr.

  • Superbede sagt:

    Mein Trick beim Sport ist, dass ich es nur mache, wenn es praktisch nah ist, die Zeit reserviert ist dafür und nicht zu viel Geld kostet. (Ortsvereine bieten manchmal günstig und in der Nähe Kurse an). Wald oder Wiese in der Nähe zum Laufen oder Joggen.

  • Alex sagt:

    Oje, ist es wieder soweit. Die Januar-März Sportler bevölkern die Fitnessstudios…. Gebts doch endlich auf, ihr ziehts ja doch nicht durch.

  • Walter Bannholzer sagt:

    Habe ich schon viele male gelesen. Haben Sie noch was anderes auf Lager.

  • Christoph Bögli sagt:

    Das Belohnungskonzept bei den Sportmuffeln scheint mir auch eher heikel, zumindest wenn man mal davon ausgeht, dass viele Sportmuffel sowieso schon Figur- und/oder Disziplinprobleme haben. Gleichzeitig ist dieses auf Nahrung bezogene Belohnungsdenken einer der grossen Hürden wenn es etwa ums Abnehmen geht, einerseits weil man sich den unsinnigen Belohnungsreflex aneignet und andererseits weil Trainingseffekte notorisch unter- und Energiegehaltt überschätzt werden. Sich irgendeinen Schokoriegel reinzudrücken nur weil man eine Treppe benutzt hat wär jedenfalls kontraproduktiv, ausser vielleicht man arbeitet im 50.Stock.

  • Cesna Martin sagt:

    Wenn der 42-Kilo leichte Runner nur doppelt so schnell ist, wie der gewichtige 120kg-Schwertransporter auf der Treppe, dann ist der eine entweder zu schnell, oder der andere zu langsam.
    Physikalisch geht es immer noch um den Masse-Transport.

  • Kathy McQueen sagt:

    Als Sportmuffel kann ich sagen: Zu viel Belohnung bringt nichts!

    „Nach dem Kondi heute gönn ich mir das verdiente Schoggistängeli..“ bringt nur dann was, wenn man sonst konsequent auf Süsses verzichten würde.. Der Gedanke „jetzt noch etwas das Magenknurren ausstehen und dann was Leichtes“ macht glücklicher (man überlistet sich selbst, da das Sättigungsgefühl das gleiche sein wird – egal ob Salat oder Doppeldessert) und man hat weniger ein schlechtes Gewissen, die verbrannten Kalorien gleich wieder auf die Rippen zu packen.

    Und dazu: die Routine machts doch. Bei uns im Krankenhaus wird unter den Ärzten der Lift als Zeitverschwendung gesehen – laufen ist nicht gesünder, aber definitiv schneller! Genau so sollte es beim Sport auch sein.
    Kein schreckliches Übel, das diskutiert werden muss, ob man will oder nicht – wenn man sich beim Gedanken „heute sollte ich mal wieder joggen gehen“ erwischt, sollte man schon in den Sportschuhen stehen! Schneller fühlt man sich NIEMALS besser, als verschwitzt und keuchend wieder zu Hause anzukommen :D (klappt leider zeitlich und wettertechnisch nicht immer (Asthma und kalte Temperaturen vertragen sich bei mir überhaupt nicht))

  • Otto Liebschitz sagt:

    Mein Vorsatz für 2015: zwei Kilo zunehmen. Und mehr trinken, das soll gesund sein.

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