Bitte lächeln, wer keine Unterwäsche trägt!

Man kann von den Amerikanern halten, was man will. Eines muss man ihnen aber lassen: Die Euphorie der Fans am Strassenrand der US-Marathons sucht weltweit ihresgleichen. Genauso unkritisch, wie sie zuweilen den Entscheidungen ihrer Regierung gegenüberstehen, feiern die Amerikaner die Läufer. Eine Eigenschaft, die sich manch ein Schweizer als Vorbild nehmen sollte – mal für andere total aus dem Häuschen zu sein, tut gut!

Ich musste nach New York reisen und dort auf den Start verzichten, um dies zu erfahren. Das Bad inmitten frenetischer und bewundernder Fans war erfrischend und putzte meinen eigenen Frust weg.

Anfeuern und applaudieren, bis es wehtut

Die Zuschauer des New Yorker Marathons machten sich aber nicht nur lautstark bemerkbar. Sie glänzten auch mit Kreativität. Mit kreativen Plakaten machten sie den Teilnehmern Beine. Ans Aufgeben ist nicht zu denken, wenn etwa Papp- – äh – Pop-Diva Céline Dion mit ausgestrecktem Arm befiehlt: «My heart will go on, so shall you!» Und unter allen Strapazen zaubert eine Gruppe hübscher Zuschauerinnen ein Lächeln auf die Lippen der Teilnehmer mit ihrem Transparent mit der Aufschrift: «Smile if you arn’t wearing underwear!»

Mit wildfremden Läufern abklatschen, marschierende Teilnehmer aufmuntern weiterzulaufen, anfeuern bis zum Heiserwerden und applaudieren, bis die Hände kribbeln – ein Marathon kann hinter den Strassensperren genauso anstrengend sein wie auf der Laufstrecke.

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3 Kommentare zu «Bitte lächeln, wer keine Unterwäsche trägt!»

  • Markus Schöpfer sagt:

    Hab leider nichts zu lachen. Trage beim Laufen immer Unterhosen…

  • Björn Tiemann sagt:

    Meine Lieblingssprüche (Berlin):
    Umkehren lohnt sich jetzt auch nicht mehr! (bei ca. km 21.2)
    Der Schmerz vergeht – der Stolz bleibt.

  • Stefan Weich sagt:

    Die New Yorker haben es einfach drauf. Lustige Foto’s! I love the Big Apple. Nächstes Mal bitte mir die Startnummer vererben, auch wenn ich mit dem Vornamen Pia laufen müsste. Es wäre einfach spitze, dort mal zu laufen. Ich habe dort schon in den Brooklyn Doks Fussball gespielt, im Central Park gejogged und im Joan of Arc Park Baseball gespielt, aber natürlich würde der New York Marathon alles in den Schatten stellen. In diesem Sinne, liebe Pia, bitte an mich denken! :-)

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