Ärgerliche Werbeaktion am Fels

Ein Gastbeitrag von Emil Zopfi*


Da klettere ich mal wieder eine altbekannte Route auf der Galerie Amden, aber etwas ist anders als sonst. An der schwierigsten Stelle hängt eine Expressschlinge mit glänzendem Karabinerhaken und auffallendem Label. «Die hat einer vergessen», denke ich und freue mich über den Fund. Im Klettersport gilt ja die Seemannsregel: Strandgut gehört dem Finder. Aber diesmal ists kein Strandgut, die Schlinge lässt sich nicht ausklinken, sie ist fix montiert wie in der Kletterhalle. «Was soll das?», denke ich und klettere weiter.

Die Erklärung finde ich auf einem Flyer, der unten am Fels klebt, mit Webadresse und QR-Code. Die Route «Zigerchrapfe» ist eine Station der Crux-Trophy der Firma Transa Backpacking AG – eine PR-Aktion in der Vertikalen also. Ausgeheckt und eingerichtet vom Kletter-Urgestein Pesche Wüthrich, der sich einen Namen gemacht hat mit der Eröffnung von Kletterrouten im Tessin. Nun steht er im Dienst des Outdoor-Ausrüsters, den ich bisher eher mit Zelten und Wanderstöcken assoziiert habe, der nun aber offenbar seinen Geschäftsbereich ins Senkrechte erweitern will.

Wie knipse ich ein Selfie nach Regeln der Sportkletterethik?

In vier Klettergebieten hat Pesche unterschiedlich schwierige Routen mit den auffallenden Fixexpressen ausgerüstet. Wer an der Trophy teilnehmen will, muss hochklettern und dann an der «Crux» – zu Deutsch Schlüsselstelle – «ein Foto von dir und der Schlinge schiessen», wie es in den Spielregeln heisst. Leider habe ich es verpasst, doch frage ich mich, wie das gehen soll. Sich mit einer Hand an einen Griff im Überhang klammern, mit der andern das Smartphone aus der Tasche ziehen und das Selfie knipsen? In die Schlinge hängen darf man sich nicht, das verstösst gegen die Sportkletterethik, beim Hochladen des Fotos auf Facebook würde man sich lächerlich machen. Für einen allfälligen Absturz übernimmt Transa übrigens keine Haftung.

Bei dieser Kampagne fehlt nichts, was moderne PR ausmacht: Mitbeteiligung der Zielgruppe via Social Media, ein Schlussevent mit Kletterwettbewerb, Party, Musik und Tanz im Hauptgeschäft. Eine clevere Strategie und gewiss «low budget». Andere Outdoor-Ausrüster richten mit grösserer Kelle an: Mammut zum Beispiel lässt Dutzende von Alpinisten in uniformem Outfit auf exponierten Felszacken posieren oder hängt sie ästhetisch drapiert in eine Eiswand. Die PR- und Werbelawine, die heutige Bergsportler überrollt, zeigt eines: Wir sind Konsumenten in einem hart umkämpften Megabusiness geworden.

Werden Felswände bald wie Pissoirschüsseln vermietet?

Vorbei die Zeiten, als ein Heinz Bächli oder Max Eiselin Rucksäcke und Seile in der eigenen Wohnung verpackten und per Post verschickten. Heute verschenken Hersteller und Ausrüster professionell gestaltete Hochglanzbroschüren mit Bildern von Spitzenalpinisten in atemberaubenden Schlüsselstellen mit gut sichtbarem Label auf Helm, T-Shirt oder Sturmjacke, von professionellen Fotografen in Szene gesetzt. Die Zeitschrift des Schweizer Alpen-Clubs quillt von alpiner Produktwerbung über. Und schliesslich sind wir am Berg alle zu Werbeträgern geworden: Die Labels prangen auf Rucksack, Mütze, Hose und Unterwäsche.

Da kommt die Crux-Trophy geradezu originell daher – und doch ärgert es mich, dass ich selbst mitten in der Felswand noch auf Werbung stossen muss wie heutzutage allüberall, wohin der Blick fällt: im Tram, am Bahnhof und auf jedem Bildschirm. Selbst Pissoirschüsseln werden als Werbeflächen vermietet, die Felswand dagegen ist gratis – vorerst jedenfalls noch.

Ihre Meinung interessiert uns!

SCHRIFTSTELLER, AUTOR,* Emil Zopfi ist Schriftsteller und lebt in Zürich. Er ist seit über fünfzig Jahren Bergsteiger und Kletterer.

64 Kommentare zu «Ärgerliche Werbeaktion am Fels»

  • Mike sagt:

    Gelungene Werbung!
    Werbung ist auch wenn eine Fixschlinge die Aufschrift BEAL, PETZL oder EDELRID trägt. Dies wird von den „Konsumenten“ kaum mehr wahr genommen. Sobald aber ein neuer „Mitstreiter“ wie TRANSA am Ereignishorizont auftaucht, beginnt die Polemik. Ausrüster die den Sport unterstützen sind bei den Erschliessern von Klettergebieten immer willkommen. Diese stecken viel Idealismus, Zeit und Geld in neue Klettergebiete. Es sind leider oft die „Konsumenten“ dieser schönen Klettertouren die sich an einem möglichen Sponsor stören und dabei die Erschiesser ins Abseits stellen.
    Beim Vergleich mit dem öffentlichen gratis WC mit Werbung ist nicht zu vergessen, dass man(n) dafür keine Gebühr zu bezahlen hat, und dieses WC trozdem gereinigt und unterhalten wird. Wen die Werbung an der Schüssel stört: verklemmen und weiter ziehen….

  • Tom sagt:

    War vor kurzem im Lehn, da hing mir in der Route Rosengarten (7c+) in der Schlüsselstelle plötzlich eine dieser Transaexen vor den Augen.
    Witzig finde ich, nachdem ich jetzt von der Aktion im Netz erfahren habe, dass die Tour gar nicht auf der Liste von Transa steht:-)
    Da hat sich wohl jemand gedacht, die Fixexe passt da viel besser hin, oder, wenn es noch mehr solche „Fixexenverschieber“ gibt wird das ganze Projekt völlig unübersichtlich, hihihi…
    Die Dinger an der Galerie ganz abzubauen find ich nicht ok, das ist doch schon Diebstahl! Da kann man sich echt Fragen: wer ist denn hier der Galeriescheriff?
    Eines ist klar: Transa ist im Gespräch, ob nun für oder gegen muss jeder selber wissen.
    Schaden tun die Exen sicher nicht, Werbeplakate am Wandfuss find ich aber echt daneben.
    Hoffe ihr bringt die selbe Energie an die Wand wie ihr sie hier im Netz abgebt.
    Emil: weiter so! (Nun ist aber bitte mal ein anderes Klettergebiet angesagt.)
    RockON!

  • wild sagt:

    Hoffentlich wurde die exe auch zurückgeschickt und nicht mit eindm karabiner ergånzt, um nachher den platzhirsch darzustellen mit der heroisch entfernten exe was sicher mühsam war. Maillon rapide war sicher angezogen… die tour wurde wahrscheinlich noch nie so beachtet wie in letzter zeit. Material das ich mitnehme heisst gestohlen und nicht strandgut. Die disskusion redet erstens nur von bohrhakenrouten und klettergärten. Ist noch niemandem aufgefallen dass in einigen touren die expressen vorgehängt sind? Meistens sind sie von 7b aufwärts, z.t. aber auch einfacher. Ich habe noch nie was aus einer tour mitgenommen auch nicht im alpinem gelände. Für was auch, ich arbeite und kann mir ja was kaufen wenn ichs brauche, bin ja nicht asozial und auch nicht kleptomanisch veranlagt.
    Hinweis, wenn ich projektiere, geht das selten ein oder zwei tage. Meistens halber tag einhängen, die schlüsselstelle ausbouldern und schon ist die luft raus. Dann bisschen optimieren und vielleicht komme ich in einer woche wieder. So was kann aber sich auch 2 monate hinziehen. Natürlich nicht in so einem gebiet wie der galerie, da muss man auchin 8a oder 8b touren angst haben um sein material…
    Klar mir wurde auch schon material gestohlen!!! Ich hoffe derjenige hat freude dran, ich habe daraus gelernt.

    die werbeaktion ist lästig, die galerie ist eh zu warm zum klettern interessiert mich dementsprechend nicht ob eine exe hängt oder nicht. Umweltverträglicher als die mammut propaganda ist sie alleweil.
    Obs ckean climbing mit umweltvertägluchkeit einerlei geht? Viel material abgelegene hütten die den heli beanspruchen oder biwaks, hoffe du nimmst alles wieder mit!! Clean touren sind abenteuerlich, fordern die psyche und geben dir landfriedige befriedigung durch das grosse gesamterlebnis. Ich mag es auch clean touren zu gehen, setzte aber keinen umweltstempel drauf.

    Cheers

  • palastbrand sagt:

    dank für diesen beitrag! ich war kürzlich im lehn mit kollegen am klettern und da sind wir auch über diese werbeaktion gestolpert, die uns ziemlich aufgeregt hat. ich finde, man hat ein recht darauf, an gewissen orten von marketingaktionen verschont zu bleiben, auch wenn diese noch so subtil sind. und da gehören für mich klettergärten eindeutig dazu. danke emil, dass du diesen ärger publik gemacht hast!

  • Joanna sagt:

    Ich weiss nicht warum man sich über so was, so krass aufregen kann…! Seil in Express einhängen und weiter klettern. Keiner sagt, dass das Selfi gemacht werden „muss“! Man kann es ja auch einfach nicht beachten.
    Des anderen wundere ich mich, dass die Verfasserin im Text schreibt „Strandgut gehört dem Finder“???!!! Im Kletterkodex welchen ich im Baslerjura öfters schon gelesen habe, steht „Hängen lassen“, egal was! Ich war auch schon froh, dass meine vergessene Expressschlinge noch da war! Das zeug ist ja auch nicht ganz billig!

  • samuel a sagt:

    Schade ein kleiner Wettkampf(trophy) für kurze zeit… ihr seid mehr als inntolerant und dies hat nicht viel mit Werbe Verschandelung der natur zu tun,
    sonder gewisse personen die das gfühl haben es sei ihr Gebiet
    ob in den Skigebieten z.b. Glarnerland bei einem Skirennen auch die gedüngte Piste zerstört und Tore entfernt werden?
    keep it clean go clean climbing

  • Paul Moser sagt:

    @samuel a – So wie ich den Artkiel von Emil Zopfi verstanden habe, geht es ihm um „wehret den Anfängen“. Zu vielen Orten gibt es viel zu viel Werbung – da braucht es im Fels nicht *auch* noch. Also kein Tam Tam – sondern echte Besorgnis.

  • samuel a sagt:

    Interressant und absolut erstaunlich, dass ein paar expressen so ein tam tam veranstallten
    dürfte doch dann keiner ein Mammut produkt mehr kaufen, dank ihrer Werbung,die in allen Magazinen ist und in läden hängt,
    ist ein berg vollgebohrt mit einer über 3 stelligen zahl an hacken die wohl für immer und ewig da sein werden!
    all die jungs die sich hier so aufregen, geht doch raus in die richtige bergwelt und praktiziert clean climbing, the real thing!

  • Spannend spannend… :-) auch ich war überrascht als ich mich an der Galerie in der besagten Route vor der Transa-Exe befand… Mein erster Impuls war: juhui, da hängt schon eine… :-) Und schliesslich bin ich auch froh, dass der Zustieg zur Galerie mit der Leiter erleichtert wurde…
    Anders gesagt: suche ich „natur pur“, dann geh ich sowieso nicht an die Galerie!
    – wir haben doch alle ein gewisses Konsumverhalten in uns – genauso wie auch die Abneigung zu genau diesem Verhalten.
    Zuviele Werbeplakate wünsche ich mir dort oben natürlich auch nicht.
    So fällt es mir nicht einfach eine Meinung zu bilden zu diesem Artikel – bzw. er unterhält und regt zum Denken an ;-))
    Merci Emil!

  • Urs Witti sagt:

    Danke Emil für Deinen Beitrag. Natürlich schafft er auch Aufmerksamkeit für eine Aktion, die sonst sicher herzlich wenig Menschen interessieren würde. Wie viele Leute machen bei so einer Aktion tatsächlich mit? Aber ich gebe auch den Kommentaren recht, weclhe die Ethik ansprechen. Wir sind nicht mehr weit davon entfernt, dass jeder Wegweiser und auch das Tischset in der Hütte mit Werbung verziert ist. Jetzt sind es halt diesmal die Express in der Wand. Mich stört das und ich möchte meine Meinung dazu äussern dürfen. Am Ende bleibt bei mir ein bitterer Beigeschmack. Aufmerksamkeit hin oder her, positiv ist das am Ende für Transa nicht. Auf meine Anfrage hin, bei wem ich mich bei Transa beschweren kann, teilte man mir mit, in der Marketingabteilung. Ich schrieb meine Meinung an Frau Saskia Stock. Macht dies doch einfach auch.

  • MML sagt:

    Info und Nebenanmerkung für die, die das nicht mehr mitbekommen haben: Wer in den 70er/80er Jahren Klettern gelernt hat, dem wurde erzählt, das Material, das in der Wand hängen bleibt (alpines Strandgut), mitgenommen werden kann. Ich fand das damals schon etwas seltsam, und ich habe das immer ganz unterschiedlich gehandhabt…. Neue Sachen unten hingelegt oder auf Hütte hinterlassen, Schrott entsorgt etc..

    Hauptanmerkung: Angesichts der (verkommerzialisierten) Entwicklung des Bergsteigens, das wie unsere Zivilisation die Berge/Umwelt nachhaltig schädigt und der dafür benötigten? Materialschlachten, den zweifelhaften -sozial- und umweltschädlichen- Herstellungsprozessen der Produkte etc. ist es m. E. zwar i. O., wenn sich Leute über so eine -durchaus pfiffige- Werbe-Aktion aufregen, aber diese ist nur Bestandteil/Fortsetzung der (unhinterfragten) Logik des (kapitalistischen) Verwertungsprozesses.

    Nehmen wir den Vorfall zum Anlass, uns tiefergehende Gedanken über die Ethik der Outdooraktivitäten/des Bergsteigens zu machen: was für einen Fußabdruck hinterlassen wir in der Natur, wie ist unsere (Outdoor-)Ökobilanz, wie können wir Bergsteigen nachhaltig gestalten (z. B. vielleicht nur dort Haken, wo mobil nicht abgesichert werden kann). Denn wie für alle anderen Lebensbereiche gilt auch hier: darüber nachdenken, wie wir uns verhalten, vielleicht weniger lange Anfahrten, weniger Kletterreisen, nachhaltig produzierte Kleidung und so weiter…

    mml, aktiv bei Mountain Wilderness

  • Megge sagt:

    Hallo?

    “… Die Schlingen und das Werbeplakat auf der Galerie wurden heute abmontiert. Nicht ganz die feine Art, sorry. Aber manchmal brauchts die richtigen Mittel. Sowas hat am Fels einfach nichts verloren…..“

    Mindestens wurde erkannt, dass dies nicht die feine Art ist.
    So ganz nebenbei. Werden dann konsequenterweise die Fixe Plättchen bei denen das
    „Bächli – Emblem „ eingraviert ist und die notabene nicht aus AISI316L Stahl (rost und säurebeständiger Stahl) sind, also noch nicht der Norm EN959 entsprechen, auch demontiert. Und wird Bächli nun auch geächtet und mit einem grossen Bogen umgangen?
    Ich bin Bächli- und Transa-Kunde. Ich kaufe beim einen was der andere nicht hat und umgekehrt.
    Vielleicht müssen wir uns mal Gedanken darüber machen wem die Felsen und die Routen gehören und wer dann befugt ist überhaupt irgendwelche Regeln aufzustellen. Ist es der Grundstückbesitzer, ist es die Gemeinde auf welchem die Felsen stehen, sind es die Routenbauer, sind es selbsternannte IGs, Kletterclubs, SAC oder darf jeder seine eigenen Regeln definieren was er gerne möchte? Diese Frage wird auch im Buch “Klettern und Recht“ ISBN-13: 978-3214004354 nachgegangen
    Ab soviel Intoleranz in hochfrequentierten Klettergärten bin ich jetzt doch ein wenig erstaunt.
    Vor ca. 20 Jahren, zu einer Zeit als die Bandschlingen noch selbst geknüpft wurden hat mal ein Bergsportgeschäft auf einer ganze Rolle und auf jedem halben Meter die Bandschlingen mit seinen Namen versehen gehabt. Diese Bandschlingen wurden in alpinen Routen als Standschlingen und Abseilschlingen mit vollster Absicht Werbung zu machen verhängt und meines Wissens hat niemand mokiert. Es scheint fast so, dass wenn wir was kostenlos bekommen auch gerne Werbung dafür machen.

    Als nicht “gekaufter“, somit freier und unabhängiger Kletterer und Alpinist, wünsche ich allen mit und ohne hängenden Schlingen viel schöne Kletter- und Gipfelerlebnisse. Es gibt genügend einsame Gebiete und Routen in welchen nichts hängt.

  • Andi S. sagt:

    Die Schlingen und das Werbeplakat auf der Galerie wurden heute abmontiert. Nicht ganz die feine Art, sorry. Aber manchmal brauchts die richtigen Mittel. Sowas hat am Fels einfach nichts verloren.

    Und an jene die denken, dass Pesches Bohrfieber im Tessin eine Legitimition für diese Aktion ist. Natürlich hat er dort einen Aufwand geleistet. Vielleicht wäre weniger mehr gewesen. Für die diversen geschlagenen Griffe und den Einsatz von ungeeignetem, nicht rostfreiem Hakenmaterial danke ich ihm jedenfalls nicht.

  • Robert Ohmayer sagt:

    Um dieses Seemannsgarn weiterspinnen zu dürfen, entpuppt sich das Strandgut als Sturm im Wasserglas. Ist es nicht Realsatire, wenn Ethikbedachte auf der Abdeckung einer Fels- und Lawinenverbauung kletternd das Glück suchen und ihr Tun durch einen simplen Verführungsversuch eines Molochen scheitert? Unter dem Tollkühnen das wilde Rauschen der bergwärts fahrend Motorisierten, vom See als Windhose heraufziehend der liebliche Duft grillierter Fette.

  • hugo niemer sagt:

    das selfie ist für die heutige Genration mit google glass oder der auf dem helm montierten immerdabei gopro wohl auch nicht so ein problem…

  • John Kipkoech sagt:

    Als Berner Oberländer liegt mir viel am leider immer selteneren „Bergfrieden“. Dieser ist mehr und mehr Besuchern unbekannt, der Respekt für Berg Gletscher, Natur, HImmel und See ist völlig verloren gegangen. Mit Mountain Bike, Gleitschirm, Alpentrottinett muss bis in die höchsten Gipfel vorgedrungen werden. Auf jede Spitze muss ein Bähnli, Seilbahn oder gar ein Skilift gebaut werden. Werbetafeln bis zu oberst hinauf in die Berge und jetzt eben Werbung bis in den Fels. Wo führt das hin? Wahrscheinlich müssen unsere Kinder in Zukunft in fernste Gefilde Kanadas oder Sibiriens reisen um nochmal das echte Naturgefühl zu erleben, wo nicht gleich jede zivilisatorische Erscheinung sichtbar ist.

    • Paul Moser sagt:

      @John Kipkoech – Danke für die Worte. Doch sie werden ungehört verhallen – so resigniert bin ich schon, wenn ich sehe, wie das die Zerstörung der Natur und Landschaft weiter fortschreitet. *Allein* der Mammon zählt – alles andere leider nicht (mehr).

  • Lieber Emil
    Du sprichst mir aus der Seele. Und an die Kritiker deines Blogbeitrag gerichtet; nur weil man Gefahr läuft, dass man einer falsch platzierten Werbung zu mehr Erfolg verhelfen könnte, soll man auf den Mund hocken? Nein, nur wenn man auf unsinnige Sachen hinweist, gelingt es die kommerzielle Krake nicht bis in den letzten Winkel der Natur zur Selbstverständlichkeit werden zu lassen. All diese Werber haben erkannt (ist ja auch nicht schwierig), dass ihnen die grosse Aufmerksamkeit dort am meisten gewähr wird, wo der Unterschied zwischen Produkt und Natur am auffälligsten ist. (So funktionieren übrigens auch selbstverwirklichende Architekten) Überspitzt betrachtet ist es aber so, dass Mammut, Transa und Co. mit solcher Werbung im Grünen genau das sukzessive zerstören, für dort, wo ihre Produkte eingesetzt werden – in der unberührten Natur. Auf die Spitze getrieben hat es mein eigener Club, der SAC, als er auch noch Offroaderwerbung im eigenen Cluborgan lancierte.
    Bitte lasst den omnipräsenten Kommerz wenigstens beim Alpinismus auf kleiner Flamme köcheln!

  • Ich finde die Idee gut, aber sie hätte bei Bächli Bergsport keine Freigabe erhalten.

  • daniel sagt:

    Fremdes Material aus Sportkletterrouten nehmen ist einfach Diebstahl!

    Anstatt sich über eine Exe an der Schlüsselstelle oder am Umlenker zu freuen wird das Material leider oft geklaut. In den Routen bis 7c wird meist eh alles geklaut, mittlerweile auch in schwereren Routen. Irgendwie denken die ganzen Stadtkinder aus den Hallen nicht so weit, schade… Und da ist der Artikel nicht grade förderlich…

    Überlegt doch einfach mal:
    -Wer vergisst denn bitte mehr als eine Exe in der Wand? Spätestens beim nächsten Nachzählen weiß man wo die Exe hängt.

    -Freut euch doch über einen Karabiener oder Exe im Umlenker! Ihr braucht nicht Umbauen und die Kette die sonst umständlich zu sanieren ist wird geschont!

    Wir haben das schon so oft mitbekommen, grade die Leute mit den dicken teuren Funktionsklamotten klauen Material…. Zweimal wurden vor meiner Nase meine Exen aus der kompletter Route abgebaut..

    Von Strandgut kann man kann man im Alpinenbereich sprechen, wenn man deutlich erkennt, dass es nicht vorplatziert ist, aber nicht beim Sportklettern…

    Von fixierten Sponsorschlingen halte ich auch nichts ;-)

    • hansi sagt:

      Genau!!! Strandgut in Sportkletterrouten gibts NICHT!!!!!!!

      • Gerd sagt:

        Zum Glück werden die meist unnötigen Zurücklassenschaften von anderen Klettern wieder geerntet. Ansonsten würde alles nur mit fremden Exen voll hängen. Unschön und auch gefährlich. Wenn bei einem schwirigen Projekt mal ein paar Wochen die Exxen drin hängen, sagt ja niemand was, aber grundsätzlich gehörts wieder raus! Danke den aufräumenden Strandgutsammlern!

    • Markus sagt:

      Danke, dass es andere auch so sehen!

      Habe mich beim Durchlesen gewundert; als ich mit dem Klettern anfing lernte ich, dass man gefundenes Material zurücklässt. Denn wer Material zurücklässt, hat das nicht einfach ‚vergessen‘, sondern hatte vermutlich ein Problem: Verletzung, frühzeitige Umkehr, Klemmkeil konnte nicht mehr gelöst werden (bei Trad). Und vielleicht will ja die Person am nächsten Tag wieder kommen, um das Material zu holen.

      Ausserdem: Wer Material mitnimmt, weiss nicht wie alt und in welchem Zustand es ist. Will jemand wirklich sein Leben in ein Stück hängen, das vielleicht inzwischen schadhaft ist?

    • Patrick sagt:

      Es gibt sehr wohl auch im Klettergarten Strandgut! Nämlich wenn sich ein Kletterer mal wieder überschätzt, eine Route nicht hoch kommt und an einer Express-Schling abseilen muss, welche er/sie dann gezwungenermassen in der Wand zurück lassen muss. In solchen Fällen ist ein Mitnehmen des Materials durch einen anderen Kletterer selbstverständlich legitim (wenn auch nicht zwingend) und seit Beginn des modernen Sportkletterns Gang und Gäbe. Genau gleich verhält es sich mit einzelnen, vergessenen Express-Schlingen (auch das kommt vor!).

      Eine ganz Route mit für einen Durchstieg eingerichteten Expressen auszuräumen und diese mitzunehehmen ist aber selbstverständlich Diebstahl (selbst wenn diese Expressen mal ausnahmsweise einige Tage hängen gelassen werden)! Da bin ich einverstanden.

      Die Unterscheidung dieser zwei Fälle („Strandgut“ vs. „Nicht-Strandgut“) scheint imr eigentlich sehr einfach und wohldefiniert.

      • T. Suter sagt:

        Heute sind andere Zeiten!
        Das ist Diebstahl sonst nichts. Wenn du eine Exe aus einer Sportkletterroute mitnimmst und sie weiterbrauchst, dann bereicherst du dich daran. Wenn ich dich mit einer Exe von mir Klettern sehe, mache ich ein Beweisfoto von dir mit der Exe im Gebrauch dann erstatte ich Anzeige. Man hat 3 Monate Zeit ab dem Zeitpunkt wo der Täter bekannt ist.

        Das Verhalten ist heute so: 1.) Hängenlassen, sonst ist es Diebstahl 2.)Man nimmt die Exe oder den verklemmten Keil mit und lanciert in den Portalen ein Aufruf. Mit etwas Glück erhält der Besitzer (ja das bleibt er auch, wenn die Exe gestohlen ist, noch mind. 5 Jahre) 3.) Seid ihr so mittellos, dass ihr Strandgut nötig habt – peinlich.

  • Chris Müller sagt:

    Freut mich, dass die Naturfreaks nund endlich auch in der Realität angekommen sind. Ihr seid auch nicht mehr als eine zwar naturverbundene, Kundengruppe die es zu bewirtschaften gibt.

  • Bruno A. sagt:

    Ich weiss nicht so recht über was sich Emil Zopfi aufregt. Sonst lese ich seine Beiträge sehr gerne… Diesmal kommt er als ewiggestriger Griesgram rüber, der sich über eine Belanglosigkeit aufregt. Würde TRANSA alle Routen damit ‚aufrüsten‘ könnte ich das noch nachvollziehen. Mit seinem Beitrag macht sich Zopfi schon fast zum TRANSA-Gehilfen.
    Abgesehen davon habe ich keine Mühe mit TRANSA; sowohl TRANSA wie auch Bächli gehören zu den wenigen Fachgeschäften, die sich noch so nennen können.

  • Stefan Moser sagt:

    Ich habs mir mal genau angesehen – die Aktion selbst, ist einigermassen harmlos. Zugegeben. Aber es ist ein Tabubruch – das Werbung die Natur erobert. Und sorry, dort hat sie nichts zu suchen. Natürlich ist Klettern artifiziell, natürlich sind wir auch um einen Pesche Wüthrich froh, der im Tessin mit viel Ehrenamt einige Hammergebiete eingebohrt hat, natürlich bewegen sich die Festlandeuropäer nicht clean in der Vertikalen – aber diese Aktion hat nur einen Hintergrund: Umsatzsteigerung bei einem komerziellen Unternehmen. Wenn Transa vielleicht grosszügig Haken und Ketten für Sanierungen übernimmt, dann sind wir im Geschäft, wenn auf den Bolts zum „Petzl“ hinzu vielleicht auch noch „by Transa“ stehen würde. Aber bitte nicht schon von unten ersichtlich. Dann gebe ich lieber wieder selbst Geld aus.

  • Paul Moser sagt:

    Einmal mehr schön zu sehen, wie Werte immer mehr verloren gehen resp. wie man auch diese dem Kommerz opfert. Es wird wohl noch eine Weile dauern, bis der Mensch endlich lernt, dass man Geld nicht essen kann.

  • Megge sagt:

    Ach wie herrlich, soweit und so differenziert habe ich bis anhin nie darüber nachgedacht.
    Wie ich’s verstanden habe hängt nur jeweils 1 Express in einer entsprechend definierten Route. Die Gebiete sind Lehn, Schlänggen, Oberdörflerchlus und Galerie.
    Pro Gebiet betrifft dies 4 Routen. Wie man fotografiert ist egal. Es heisst einfach dass die Express und der Kletterer zu erkennbar sein müssten
    Nun anbei der Link um was es geht.
    http://www.transa.ch/magnoliaPublic_transa/transa/raus-aber-richtig/crux-trophy.html
    Die Aktion ist begrenzt vom 17. Mai bis 30. Sept 14. Denke Stahlkarabiner sind es nicht. Da aber immer noch Kletterhallen ohne Stahlkarabiner betrieben werden, sollten die jetzig verwendeten diese beschränkte Zeit halten. Sollte eine Transa-Hochrechnung aber mit tausend „Durchsteiger“ pro Route gerechnet haben so müsste Pesche wohl noch nachbessern.
    Es zeigt einmal mehr wie verschieden wir denken und wahrnehmen. Dies belebt doch unser zusammen sein.

  • Jörg H sagt:

    An Transa direkt: Mit Werbung beginnts, mit Littering gehts irgendwann weiter, schade! Ist doch überall so, wo grosse Werbeplakate sind, ist am meisten Güsel…

  • Peter P sagt:

    Ich finde das völlig daneben, die Routen so zuzupflastern!

  • Dani sagt:

    Wenn ich die meisten Pro-Kommentare so lese, komme ich zu folgendem Fazit: Macht doch nix, wenn einer abstürzt – Hauptsache das Selfie ist gelungen!
    Niemand kann die heutige Ansicht der Dinge mehr stoppen, sei sie noch so verwerflich. Macht weiter so, bis ihr dafür die Quittung erhaltet.

  • Pesche sagt:

    Hey, coole Idee, ich freue mich schon auf die Party im Transa. Die Werbung ist ja nur vorübergehend und genügend werbefreie Gebiete gibt es immer noch.

  • Mario Monaro sagt:

    Wenn wir von etwas zuviel in unserer Gesellschaft haben, dann Werbung, oder allgemeiner: Marketing. Es geht ja nur zum geringen Teil um das Bekanntmachen neuer Produkte. Das meiste ist Imagewerbung und damit wenig informativ für den Empfänger. Wir als Konsumenten müssen den Firmen eine Message senden, dass zu viel auch in der Werbung kontraproduktiv ist und Produkte deren Kommunikationsmassnahmen uns nerven meiden. Schade, Transa ist eigentlich eine sympathische Marke und die Idee hätte in der Marketing-Planer-Prüfung gute Noten erhalten. Aber trotzdem: nicht alles was geht muss auch gemacht werden!

  • Silvio S. sagt:

    Guter Beitrag – eben von Emil Zopfi. Ich werde diesen Werbe-Etappen-Signalen nicht mehr selbst begegnen. Dazu sind mir diese Routen zu schwierig, und überhaupt bin ich dazu ein bisschen zu alt. Ob originell oder nicht: solche Art der Werbung finde ich völlig daneben. Das löst bei mir nur Kopfschütteln aus. Auch ist es eine Art Umweltverschmutzung!
    Ob man denn auch alles tun muss, nur weil es nicht verboten ist?

  • markus says sagt:

    Ich kann nachvollziehen, dass wir Kletterer am Berg die Freiheit ohne Werbung etc. geniessen wollen. Schliesslich sind wir ja so richtige Naturburschen und Naturladies. Wer sich aber im gesicherten Klettergarten austobt, sollte nochmals weiter denken.

    Wer zahlt für alle diese sicheren Plättchen? Jene die Routen bohren, machen dies üblicherweise in der Freizeit auf eigene Kosten. Als ich Mario Fullin vor wenigen Jahren etwas Geld für die Sanierung einer Route im Schächental schickte, schrieb er zurück, dass dies sonst nie vorkomme. Ich weiss nicht, ob Pesche für die unzähligen Routen, die er erschlossen hat, bezahlt wurde. Begangen werden diese jedoch von unzähligen Kletterern unentgeldlich. Ist da nicht etwas heuchlerisch, wenn wir uns im Klettergarten über eine Werbeaktion nerven?

    Wer Pesche schon begegnet ist, weiss, dass er ein flotter Kerl ist und sehr viel für die Kletternden gemacht hat. Ich mag ihm den Auftrag von Transa gönnen. Transa sollte jedoch zeitgleich massiv in die Beratungskompetenz investieren – dort gibt es noch zu tun. Und wer den Zivilsationsmüll satt hat, findet viele Felsen, welche sie/er clean klettern kann – gratis und eventuell sogar als Erste/r.

    climb free – climb clean

    • captain kirk sagt:

      „Transa sollte jedoch zeitgleich massiv in die Beratungskompetenz investieren“

      Nicht nur Transa sondern auch der Bächli (Zürich) hat massiv an Beratungsqualität verloren seit die beiden Firmen in ihre aktuellen Filialen umgezogen sind.
      Oder als kleines Bsp. Wenn ich eine rote oder orange Jacke suche da man dies bei Nebel besser sieht und dies auch so kommuniziere, dann möchte ich keine dunkelgrüne bzw. eine schwarze gezeigt bekommen.

      Daher kaufe ich fast nur noch im Internet. Dort habe ich auch keine Beratung, muss diese aber auch nicht bezahlen.
      Wenn ich Beratung brauche gehe ich in den Eiselin.

      Auch wenn ich selber nun gerade Werbung gemacht habe, hätte ich die Werbe-Exe demontiert.
      Guerilla Werbung wird in der Stadt schließlich auch nicht geduldet.

  • Lieni sagt:

    Eine unüberlegte und saugefährliche Werbeaktion:
    Nach dem tödlichen Unfall 2012 in Magletsch im Rheintal sollte der Klettergemeinde nun allgemein bekannt sein, dass fixe Exen ein erhebliches Gefahrenpotential bergen:

    http://www.bergundsteigen.at/file.php/archiv/2012/4/44-50%20%28%20unfallursache%20seilriss%29.pdf
    http://news.climbing.de/dav-scharfe-kanten-an-belassenen-expressschlingen-koennen-seile-durchtrennen/
    http://www.gebro-verlag.de/klettern/Artikel/artikel_0006.htm

    Peinlich, dass dies den Verursachern nicht bekannt ist – Bleibt zu hoffen, dass die Verantwortlichen diese schnellst möglicht entfernen…

    • Roman Peters sagt:

      Ich denke, dass Ihnen diese Problematik sicherlich bewusst ist.

      Wenn ich jedoch die dauer der Aktion betrachte sehe ich da kein allzugrosses Risiko. Sollte doch die Lebensdauer einer Exe etwas Höher sein (rein in Klettertagen betrachtet). Ich kann mir zudem vorstelen, dass diese aus genau diesen Gründen sicher danach wieder entfernt warden, wenn nicht sogar regelmässig überpüft.

    • Peter K. sagt:

      Lieni, du hast gar nichts begriffen. NIEMALS könnte der Fall von Magletsch durch die Transa-Aktion wiederholt werden. Dazu müsste die betreffende Exe in einer stark überhängenden Route beim Ablassen vom Seil eingeschliffen werden – sost gibts keine scharfe Kanten. Eine sowieso seltene Konstellation, ausserdem dauert das Jahre. An alle kritischen Stimmen hier: chillt mal einer Runde! Klettert mal eine solche Route und dann freut euch, dass ihr an der Schlüsselstelle ausnahmsweise nicht in die Hose macht, weil, judihui, die Exe hängt schon da! Gut gemacht Pesche.

      • Lieni sagt:

        Vielleicht nicht ganz vergleichbar aber eben doch auch (s. Artikel Bergundsteigen):
        Umlenk-Karabiner vs belassener Expressschlingen-Karabiner. Beim Ablassen durch einen Umlenker läuft das Seil immer in der Belastungsrichtung – im Karabiner entstehen keine scharfen Kanten durch das Einschleifen. Bei einem solchen „geschlossenen“ Umlenkkarabiner fällt eine Einkerbung erst ins Gewicht, wenn sie ausgeprägter als die konstruktionsbedingte Schwachstelle am Schnapper (Nase) ist. Im Gegensatz dazu können beim seilseitigen Karabiner einer belassenen Expressschlinge u.U. Einkerbungen mit scharfen Kanten entstehen, welche das Seil schädigen.

      • Stefan Moser sagt:

        Peter K., und Du verstehst nichts von Rotpunkt-Klettern. Eine echte Rotpunkt-Begehung ist eben immer noch die, bei der man auch die Exxen selber einhängt.

        • Peter K. sagt:

          Doch doch, ich verstehe rotpunkt-klettern gut, so komplex ist es doch nicht! Aber erstens, Stefan Moser, verwette ich deine Grossmutter darauf, dass auch du dir den onsight verbuchst, wenn alle Exen schon hängen und zweitens: von zehntausend Sportkletterrouten gibt es jetzt, was weiss ich, zehn mit einer Transa-Exe… Wenn Du Dich dadurch ernsthaft eingeengt fühlst, ist das paranoid. Du und ich wissen, dass – was immer im Werbemarkt geschehen mag – niemals eine ernste Bedrohung deines Kletterethikverständnisses bestehen kann, auch in Zukunft nicht. Du hast alle Wahl, wo du hin gehen willst und mit Sicherheit deinen Guru ausleben kannst. Ein bisschen Realismus, bitte.
          Und noch etwas, EMIL ZOPFI! Ich hab langsam GENUG von der GALERIE AMDEN gelesen, gibts auch noch anderes in deinem Repertoire?

          • Stefan Moser sagt:

            Ja, im letzten Punkt mit der Galerie Amden gehe ich einig :-) Aber eine echte Rotpunkt-Begehung ist eben doch ein bitzeli komplexer und Nein, wenns ein onsight in meinem obersten Leistungsbereich war, dann ists für mich kein onsight, wenn die Expressschlingen schon hängen. Sorry. Da bleibe ich genauso Purist wie bei der Frage, ob Outdoorhänder und -hersteller nun mit Werbeaktionen in die Natur raus sollen. Es gibt doch genügend Kletterhallen, wo eine solche Aktion möglich wäre. Wie gesagt, die einzelne Express mag einigermassen harmlos sein, aber wie gehts weiter? Wenn ich raus will, dann will ich eben richtig raus, und nicht begleitet vom Marketingrauschen – egal wo.

  • Stefan Moser sagt:

    In einem Punkt mag sich Transa täuschen: Da die fix installierten Expressschlingen den Kletterern die Wahlfreiheit nehmen, auf eigenes, gutes Sicherungsmaterial zurück zu greifen (auch wenns anderswo gekauft wurde, liebeTransa-Marketingleute), könnte Transa bei einem Unfall haftbar gemacht werden. Insbesondere alle Hersteller raten, Seile und Schlingen nicht übermässiger UV-Strahlung auszusetzen. Ohne nun wie Emil Zopfi die alte Outdoorherstellerstubenromantik wieder zu beschwören finde ich es nebenbei es auch eine absolute Frechheit, Werbung in die Natur hinauszutragen. Es reicht, wenn wir bereits als Litfasssäulen in Outdoorkleidern herumlaufen. Und: Wer kommt als nächstes? Bächli? Eiselin? Adidas? North Face?

    • markus says sagt:

      Bzgl. der Sicherheit: Die UV Strahlen sollten das heutige Material nicht zu stark belasten – da gibt es entsp. Erfahung. Aber bei den Karabinern sieht die Sicherheit tatsächlich ander aus. Durch das Ablassen / Hineinstürzen wird der Karabiner abgeschliffen – wir erinnern uns an entsp. Unfallberichte. Wenn schon, dann also nicht diese schönen leichten Alu Karabiner, sondern rostfreien Stahl nutzen oder halt beim Maillon einhängen.

      Ich frage mich aber ob die Haftungsfrage so klar ist. Wenn ich mich auf einer Tour in einem Rosthaken sichere und dieser bricht – ist das nicht mein Problem? Wäre auf die Aussage von echen Juristen gespannt…

  • Stefan Moser sagt:

    In einem Punkt mag sich Transa täuschen: Da die fix installierten Expressschlingen den Kletterern die Wahlfreiheit nehmen, auf eigenes, gutes Sicherungsmaterial zurück zu greifen (auch wenns anderswo gekauft wurde, liebeTransa-Marketingleute), könnte Transa bei einem Unfall haftbar gemacht werden. Insbesondere alle Hersteller raten, Seile und Schlingen nicht übermässiger UV-Strahlung auszusetzen. Ohne nun wie Emil Zopfi die alte Outdoorherstellerstubenromantik wieder zu beschwören finde ich es nebenbei es auch eine absolute Frechheit, Werbung in die Natur hinauszutragen. Es reicht, wenn wir bereits als Litfasssäulen in Outdoorkleidern herumlaufen. Und: Wer kommt als nächstes? Bächli? Eiselin? Adidas? North Face?

  • Tino E. sagt:

    Nun ja, eigentlich bin ich ja Kunde von Transa und wollte gerade heute über Mittag dort was kaufen gehen.
    Von jetzt an mache ich aber einen Bogen um den Laden. Ich finde es eine Frechheit, was sich TRANSA und Herr Wüthrich da leisten. Outdoor-Anbieter der die Natur verschandelt?

    • Peter Pfrunger sagt:

      Was verschandelt die Natur mehr? Wenn Transa einige Haken in den Fels montiert oder wenn sie mit leuchtfarbenen hyper activ Kunstfasertextilien von Kindern in aller Welt mit vielen Umweltgiften und Energie hergestellt, in den Bergen rumkraxeln, nachdem sie mit ihrem Auto hunderte Kilometer hin gefahren sind oder wenn dann zusätzlich noch eine Hunschraubercrew ihre Reste vom Fels kratzen darf?
      Wie Herr Zopfi schreibt hat es sich zuerst über das „Strandgut“ gefreut. Also kann man davon ausgehen, dass die Kletterwänder voll von Expressschlingen hängen (die wohl auch mit einem Markennamen versehen sind und über die er sich bist jetzt nie negativ geäussert hat) und sein Unmut darüber erst aufkam, als er feststellte, dass er sie nicht mitnehmen konnte.
      Vielleicht kann sich sogar einer mal im Notfall daran sichern.
      Nein, ich bin weder Mitarbeiter noch Kunde von Transa.
      Verzichten sie auf Klettertouren, wenn ihnen etwas an der Umwelt liegt.

      • Tino E. sagt:

        Richtig, Herr Pfrunger. Eigentlich wäre nur Clean-Climbing angebracht. Und ja, ich finde es tragisch, dass das meiste was an Outdoorbekleidung produziert wird aus Billigproduktion in Fernost stammt – auch wenn es dann teuer als Westlabels verkauft wird. Und ja, es ist erschreckend, wieviele mit dem Auto in die Natur fahren. Es gibt auch ÖV, Fahrrad und die Füsse. Der ganze gegenwärtige Outdoor-Hype schadet der Natur enorm.
        Kauft möglichst Naturprodukte und möglichst wenig … bis es kaputt geht. Erst dann nachkaufen. Und bleibt in der Nähe wo ihr wohnt. Und wenn schon unterwegs, dann möglichst Umweltverträglich. Und: Schafft ein Werbeverbot in der Natur/Draussen!

  • Patrick sagt:

    da gibts nur eins: in Zukunft Sechskantschlüssel an den klettergarten hängen und die lästigen werbe-Express konsequent abschrauben und als Souvenir mit heim nehmen.
    was für eine Frechheit sich transa (und pesche) hier erlauben!!

  • Peter sagt:

    Und wovon lebt denn der Tagi? Und der Herr Zopf macht auch Werbung in eigener Sache wenns um ein neues Buch geht, nehme ich an. Gerade als Schriftsteller sollte man manchmal weiterdenken und nicht einfach alte linke Dogmen weiterplappern. A propos vorerst noch gratis – vielleicht hat sich die Firma ja im Gegenzug an der Sanierung der Route oä. beteiligt, falls es so wäre hätte dies ja auch wieder einen Vorteil für die Bergsteiger etc, nicht wahr?

  • Christian sagt:

    Über Sinn und Unsinn aller Aktionen lässt sich streiten. Ich finde es nicht die unoriginellste Idee, Werbung zu machen. Die Routen, in der Peschä die X-Pressen reingehängt hat, sind ja bekannt und es gibt genügend Alternativen, falls jemand den „Klunkern“ nicht begegnen möchte. Viel Spass allen da Draussen lasst Euer Feuer weiterbrennen.

  • Martin sagt:

    Merci für den tollen Beitrag!

    Vielleicht haben sich die Marketing-Manager ja das so gedacht: zuerst ein paar Meter über die betreffende Schlinge klettern, akrobatisch das Phone auspacken, dabei zwangsläufig den Halt verlieren (die Route erfährt durch die Werbekampagne jetzt ein Vielfaches an Nachsteigern, uah, die speckigen Kalkgriffe…), abspringen und im Vorbeiflug das Selfie mit der Express schiessen. Da wird dann auch gleich die Langzeitfestigkeit des Produkts getestet :-).

    Grundsätzlich ist diese Art der Werbung ja noch ziemlich dezent und irgendwie originell und witzig. Sie folgt ja lediglich dem heutigen Zeitgeist, einfach ganz langweilig normal geht eben nicht mehr. Vielleicht bin ich als Midvierziger eben auch schon ein alter Dinosaurier.

    Auf die Festigkeit der Schlinge würde ich mich dann aber doch nicht verlassen, nach all den vielen Selfie-Stürzen!!!

  • Benu sagt:

    Vielen Dank für den super Beitrag! Bitte auch draussen etwas innehalten und über das Tun und Sein nachdenken…

    • Tobias Pedrazzini sagt:

      Das beste was Transa passieren kann. Gratiswerbung im Tagi. Super Emil.

      • Simon Gruber sagt:

        Dito… Dass sich irgendwelche Idealisten, Puristen, selbsterklärte Traditions- und Ethikwächter einer Sportart über eine Werbemassnahme aufregen, ist sicher schon fix in der Kampagne eingeplant. Je lauter die Traditionsfreunde grummeln, desto stärker wird der Name der Firma über FB und Co. verbreitet und bei der grossen Masse der Sportkletterer bleibt eh nur am Ende der Markenname hängen. Mission erfüllt – der PR-Verantwortliche ist sein Geld wert.

      • Don Bosso sagt:

        Genau. Herr Zopfi steht nun unter Verdacht zur Werbeaktion zu gehören, mittels künstlichem „Ärger“.

  • Bert Lüscher sagt:

    Bescheuerte Aktion. Schraubenschlüssel mitnehmen und abmontieren. Bei Transa den Missfallen der Aktion deponieren.

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