Wer öfter steht, lebt länger

Outdoor

Stehen Sie mal auf während der Arbeit! Szene aus der Fernsehserie «Enlightened». Foto: PD

Heute eine gute Nachricht und eine weniger gute. Ich zitiere aus den Resultaten von zwei neueren wissenschaftlichen Studien:

1. Sie wollen Ihr Körpergewicht reduzieren, halten Diät und quälen sich zusätzlich mit Joggen oder einer anderen Ausdauersportart?

Dann erzielen Sie vielleicht bessere Erfolge, wenn Sie die Trainingsdauer halbieren. Zu diesem Schluss kommen skandinavische Wissenschaftler, die ihre Studie im Journal of Public Health veröffentlicht haben. Ihre Erkenntnis: Je mehr Zeit eine Person mit Ausdauersport verbringt, desto mehr Hunger hat sie, desto mehr isst sie. Aber nicht nur das! Untersucht wurden über 13 Wochen hinweg 61 leicht übergewichtige, aber gesunde Männer, die normalerweise keinen Sport treiben. Resultat: Die Gruppe Männer, die täglich 60 Minuten auf dem Laufband war, hatte danach kaum noch Energie, um sich den Rest des Tages vernünftig zu bewegen. Anders die Männer, die nur 30 Minuten trainierten. Sie hatten noch die Kraft und Motivation, mit dem Velo zur Arbeit zu fahren oder Treppen zu steigen, statt den Lift zu nehmen. Und diese kleinen Bewegungen im Alltag seien wichtiger, so die Forscher, um auf die Dauer Gewicht zu reduzieren und dieses zu halten.

2. Ihr Körpergewicht ist normal und Sie treiben Sport, um sich fit zu halten?

Sport hilft, die eigene Fitness zu erhalten oder zu verbessern. Aber auch regelmässiges Training kann aktive Bewegung im Alltag nicht ersetzen, wenn man bis ins Alter gesund bleiben will. Zu diesem Schluss kommt eine Studie der Northwestern University. Wer sehr hart und intensiv trainiert, kennt den Effekt: Der Körper braucht seine Regenerationszeit, da sind die Beine einfach manchmal zu müde und der Kopf zu unmotiviert, um noch die Treppe zu nehmen, statt den Lift – genau wie bei den Diätprobanden in Skandinavien. Schon frühere Studien ergaben, dass dies besonders schlecht ist für Leute, die in einem sitzenden Job arbeiten. Sitzen ist demnach die grösste Risikotätigkeit überhaupt. Dagegen nützt auch die tägliche Stunde Sporttraining nicht viel. «Wer lange sitzt, ist früher tot», wie es die «Zeit» formulierte. Bereits mehr als drei Stunden tägliches Sitzen könne die Lebenserwartung reduzieren. (Beitrag des Hessischen Rundfunks zum Thema hier)

Mit anderen Worten: Wer schnell abnehmen, möglichst fit und gesund sein will, der bewegt sich. Beim Sport, im Alltag, im Büro, im Bett. Immer. Überall. Und nicht vergessen: Zuckerhaltiges und fettiges Essen ist Gift, ebenso Tabak und Alkohol. Wer alle wissenschaftlich ausgewerteten Ratschläge schön brav befolgt, wird nie sterben. Nie im Leben!

27 Kommentare zu «Wer öfter steht, lebt länger»

  • Sarah sagt:

    Ich qule mich auch ungern mit Joggen ab, deswegen habe ich mir vorgenommen immer kleine Partien zu laufen und abwechslung rein zu bringen. Und ich mache zusätzlich kleine Übungen, die ich von Woche zu Woche steigere. Man muss es wollen und soll es nicht erzwingen

  • Roland K. Moser sagt:

    Zu Punkt 1:
    Untrainierte 60 min. auf ein Laufband zu stellen, ist wohl auch nicht gerade seriös. Zudem werden diese nicht so schnell abnehmen wie die anderen, weil der Körper wegen der körperlichen Aktivität Musken auf- und Fett abbaut. Das Gewicht wird sich also nicht so stark verändern.

  • Ralf Behrend sagt:

    Fett ist Gift? Das kann man so pauschal nicht behaupten. Gutes Fett – also Omega3 haltig – ist absolut richtig im Ernährungsplan. Und wenn man dann noch so spezielle LowCarb-Pläne, wie zB ketogene Ernährung betrachtet, stellt man ziemlich schnell fest, dass das richtige Fett nicht fett macht, sondern hilft schlank zu bleiben. Also – bitte nicht ständig Pseudowahrheiten verbreiten, die wissenschaftlich längst widerlegt sind. Danke!

  • Hans Müller sagt:

    Sorry, aber was ist denn das für eine Studie? Leicht übergewichtige Männer, welche vorher keinen Sport trieben, mühen sich nun plötzlich 60 Minuten / Tag (!!!) auf dem Laufband ab und die Studiendauer beträgt schlappe 13 Wochen? Bei diesem unsinnigen Trainingsaufbau und dem dilettantischen Studiendesign kann ja nichts sinnvolles rauskommen.

    • Carlo Spelgatti sagt:

      Sehr geehrte Frau Knecht
      Ich finde es wirklich schade, dass Sie als Sportlerin eine so unsinnige Studie zur weiteren Verbreitung ausgewählt haben. Wie bereits ein anderer Kommentarschreiber festgestellt hat, ist das Studiendesign wirklich fraglich. Leicht übergewichtige Männer, die plötzlich Sport treiben. Dies nur mal 13 Wochen. Nur gerade 61 Männer, d.h. je 30 pro Gruppe. Das ist weder ein sinnvoller Trainingsaufbau, noch repräsentativ, noch kann man diesen Effekt in 13 Wochen mit jahrelanger sportlicher Aktivität gleichsetzen. Solche Studien gehören kritisch kommentiert und in Frage gestellt und sicher nicht noch in den Medien in den Fokus gerückt.

  • Muttis Liebling sagt:

    In einem lebensanleitendem Schlager heisst es ja auch

    Und wenn Du stehst
    steht auch ein Teil von mir.

    Das kann ja nur lebensverlängernd sein.

  • Henriette sagt:

    Wer gesund lebt, kein Alkohol, seine Zigaretten, nichts Süsses, lebt vielleicht länger, aber wozu?

    • Muttis Liebling sagt:

      Er lebt nicht mal länger, es kommt ihm nur länger vor.

    • Tom sagt:

      Aus deinem Beitrag geht hervor, dass der Sinn deines Lebens nur aus Alkohol, Zigaretten und Süssem besteht. Traurig, wenn man fragt, wozu ein Leben ist, wenn man auf alle Laster verzichten muss…

  • markushamster sagt:

    zwei lebensweisheiten:

    wer sich hundert jahre von erdbeeren und zwiebeln ernährt, wird alt.

    zweitens:
    87% aller leute glauben einer aussage, wenn darin eine prozentangabe vorkommt.

  • Daniel Heierli sagt:

    Was passiert, wenn man leicht übergewichtige Männer plötzlich zu 60 Minuten Lauftraining pro Tag verdonnert? Das kommt nicht gut, das hätte man schon vor der Studie wissen können. Der Trainingsumfang muss langsam gesteigert werden, sonst macht es keine Freude und bringt nichts (ausser einer Verletzung vielleicht).
    Dass Bewegung im Alltag gesund ist, ist unbestritten. Ausserdem kostet diese Art von Training nichts, weder Zeit noch Geld!

  • Irene feldmann sagt:

    Energie ist nicht nur Bewegung obwohl im Kopf sollte es schon so sein…..

  • Schup di Dubidu sagt:

    Steh um dein Leben!

  • Emil Birrer sagt:

    Sitz nicht, wenn du stehen kannst
    Steh nicht wenn du gehen kannst!

  • steinemann sagt:

    Und ja, Langläufer und Jogger leben länger,
    ungefähr soviel länger, wie sie sich intensiv bewegen.
    Die Belege habe ich aber nicht zur Hand zur Zeit, ist aber auf jeden Fall eine nette Behauptung.

  • steinemann sagt:

    …aber weniger bequem
    Weniger ist mehr gilt auch bei Bewegung und Sport im Uebermass. Die meisten bewegen sich aber heutzutage unter dem vernünftigen Limit.
    Dass Wein und Zucker an sich in vernünftiger Menge schädlich sind, müssen sie zuerst belegen.

  • Philipp Rittermann sagt:

    ich sag‘ ja immer. wer öfter stirbt, hat mehr vom leben. in diesem sinne – essen sie, trinken sie, rauchen sie! (und – bewegen sie sich hin und wieder).

    • èlgaschneidér sagt:

      …ganz im Sinne von: Lieber intensiv gelebt als langsam gestorben ;-)
      naja, vielleicht gibt’s ja ein sowohl-als-auch.

  • Alice im Wunschland sagt:

    Wer öfters steht, lebt länger!!
    Wenn das nicht ein perfekter Werbespruch für die überfüllten Pendlerzüge ist. Das spielt den SBB in die Hände – so besteht überhupt keine Notwendigkeit an den mühsamen Zuständen in den Pendlerzügen zu ändern. Und ein Vorwand die Preise zu erhöhen ergibt sich daraus ebenfalls – tun sie (SBB) doch direkt und indirekt etwas für die fitness der Passagiere.

    • Bruno Juchli sagt:

      Sehen sie das doch nicht so schwarz!
      In Zukunft kosten Stehplätze extra und Sitzplätze sind billiger, das spielt Ihnen doch in die Hand?

      • Alice im Wunschland sagt:

        offenbar haben sie noch nie etwas von Ironie gehört, geschweige denn gelesen!
        Das nächste Mal schreibe ich es so das sie es auch verstehen können – sorry!

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