Eltern zum Auswechseln

Junge Triathleten verlassen mit einem Mentor das Wasser. (Flickr/Chris Hunkeler)

Manche Eltern sollten ihre Kinder nicht an Sportanlässe begleiten: Junge Triathleten in den USA verlassen mit einem Mentor das Wasser. (Flickr/Chris Hunkeler)

Kürzlich berichtete die «Thurgauer Zeitung» von einem Match im thurgauischen Berg. Es standen sich die Bambinis des FC Kreuzlingen und des FC Märstetten gegenüber. Plötzlich betrat ein Vater das Spielfeld, nahm den kleinen Goalie der Kreuzlinger an die Hand und forderte den Trainer auf: «Auswechseln! Der hält ja nichts, die Pfeife.» In derselben Partie stürmte ein anderer unzufriedener Vater den Platz und schüttelte seinen Sohn, bis der junge Kicker zu weinen begann.

Sind diese übermotivierten Väter ein Fussball- und Männerphänomen? Leider nein – weder noch. Jüngst beobachtete ich im Zielbereich eines Triathlons eine Szene, die mir schier das Herz zerriss:

Der Wettkampf der Schüler ist in vollem Gang. Ein junger Sportler biegt als Zweiter auf die Zielgerade – eine stolze Leistung für den kleinen Stämmigen. Hinter ihm weit und breit kein Kontrahent, der Gewinner längst im Ziel. Es ist unübersehbar, auf den letzten 200 Metern mobilisiert der Junge mit hochrotem Kopf ungekannte Reserven, kämpft, keucht, stöhnt, wächst über sich hinaus, und…

…rund zwei Meter vor dem Ziel ist die Luft draussen, erschöpft beginnt er zu gehen. «Dein Rennen ist erst nach der Zielline vorbei», gellt eine Frauenstimme. Die Worte seiner Mutter treffen. Der Junge bäumt sich regelrecht auf, als er schweratmend kontert: «Halt doch die Klappe!»

Seine Unverschämtheit hat mich im ersten Augenblick brüskiert. Ich würde mir von meinem Spross eine derartig freche Antwort nicht bieten lassen. Trotzdem: Sie muss ein Akt der Verzweiflung gewesen sein. Schliesslich hatte er wie ein Löwe gekämpft, kam als Zweiter ins Ziel. Ich bin mir sicher, er hatte sie dort stehen sehen. Wie jedes Kind in dieser Situation hoffte er auf Lob, Bestätigung – zumindest ein Lächeln einer stolzen Mutter. Ihre Quittung musste ihn viel mehr schmerzen als dies die abgekämpften Muskeln je tun würden.

Klar! Die Mutter hatte im Grunde Recht: Auch die letzten zwei Meter können entscheidend sein. Der Junge hatte Glück, war ihm niemand auf den Fersen, der ihn so kurz vor dem Ziel noch überholte. Es war grundsätzlich richtig, ihm die möglichen Folgen aufzuzeigen, um zu verhindern, dass ihm ein nächstes Mal ein Konkurrent den Rang abläuft.

Es würde mich aber nicht erstaunen, gäbe es für diesen jungen Sportler kein nächstes Mal. Die Worte seiner Mutter müssen ihm die Lust am Triathlon so richtig verdorben haben – das hat seine Antwort deutlich gemacht. Die Freude über den 2. Rang hatte sie im Keim erstickt, just in dem Moment, als ihr erschöpfter Junge nach Beifall hungerte.

Wäre nicht nach einer Umarmung, einer Dusche und der Siegerehrung die Zeit gewesen, um dem Jungtriathleten die Strategie der Wettkämpfe zu erklären? Hätte sie es nicht viel weiter gebracht mit einem spontanen: «Du packst das, es ist nicht mehr weit?»

43 Kommentare zu «Eltern zum Auswechseln»

  • Joerg Hanspeter sagt:

    Wenn ein Kind zum Spitzensportler werden sollt, bracht es sicher viel Unterstützung und vermutlich manchmal auch etwas Druck bzw. Zwang. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Kind auf dem Weg zum Spitzensportler nie den Wunsch äussert, mal ein oder mehrere Trainings ausfallen zu lassen. Die Frage dürfte hier sein, wieviel Druck macht noch Sinn? Die Antwort „Halt die Klappe“ würde ich sicher nicht mehr als einmal erhalten, wurde da vielleicht früher schon einiges verpasst?

  • Regina Grünig sagt:

    Bei 99% der Kommentatoren wäre es evtl. besser keine Kinder zu zeugen. Sie haben einfach kein Mitgefühl für Menschen. Lassen Sie es lieber und machen Sie weiter Karriere in Ihrer Bank oder in Ihrem Laden, da brauchen Sie keine Gefühle, nur Logik. Der normale Menschenverstand scheint den meisten – NICHT ALLEN – verloren gegangen zu sein. Das Mitgefühl für Kinder, die man doch über alles lieben soll…es läuft mir kalt den Rücken runter

  • Paul Ebenfelder sagt:

    Wozu, um Himmels Willen, muss man denn überhaupt einen Marathon rennen (und ide KInder noch dazu zwingen), wo doch klar erwiesen ist dass regelmässige Läufe über 20 km dem Körper langfristig nur schaden? Schon mal pensionierte Ausdauersportler ohne künstliches Hüftgelenk gesehen?

    • Dodimi sagt:

      @ Paul Ebenfelder: Richtig, exakt das gleiche gedacht, wozu um alles in der Welt muss man Kinder dazu bringen einen Marathon zu laufen? Wenn Eltern mit Kinder so umgehen, wie im Artikel beschrieben, werden, einmal erwachsen, diese vermutlich genau so mit den ihren umgehen. Was für ein Welt wollen wir eigentlich? Ein ständiges Zudienen an die Ideologie einer Leistungsgesellschaft, die schon jetzt viele Opfer hinterlässt. Training in Empathie wäre angebracht, wie Achtsamkeit, Respekt,Anteilnahme,Verständnis, Fairness, und das was man immer noch Nächstenliebe nennt, gerade auch im Leistungssport.

  • Sportpapi sagt:

    In der Talentforschung ist man sich eigentlich einig, dass die Eltern (=Umfeld) das wichtigste Talentkriterium sind, wichtiger noch als motorische Fähigkeiten etc. Klar: es ist eine Gratwanderung. Aber klar ist auch: Ohne die Unterstützung der Eltern kommt sicher nie jemand an der Spitze an. Und klar ist auch: wenn Kinder sich zu wenig bewegen, weil die Eltern das nicht vorleben, das nicht unterstützen, ist es doch auch wieder nicht recht.
    Die Fussballer-Eltern sind aber dann doch noch ein anderes Kaliber. Das geht gar nicht.

  • Hans sagt:

    An grossen Triathlons gibt es meistens auch einen Mini-Triathlon für die ganz Kleinen. Was ich beobachten konnte, sind diese Jungen und Mädchen oftmals mit grosser Begeisterung dabei. Ich behaupte jetzt einfach mal, dass die moralischen super Eltern hier aus dem Blog noch nie (!) an einer solchen Veranstaltung waren. Aber Hauptsache gegen andere schimpfen, das tut gut nicht? (nein ich habe keine Kinder die zum Sport schicke…)

    • Sportpapi sagt:

      Danke. Mir scheint auch, da wird in erster Linie Empörung geschürt in Bereichen, von denen man wenig Ahnung hat. Wenn mein Kind dereinst kurz vor dem Ende die Hausarbeiten weglegt, weil er keine Lust mehr hat und lieber vor den Fernseher sitzt, werde ich genauso zumindest einen Kommentar machen wie wenn er in einem Wettkampf kurz vor dem Ziel aufgibt. Aus dem gleichen Grund.

  • Pascal sagt:

    Das Schlimme an der ganzen Sache ist, dass Sie (ich schreibe es bewusst in der Höflichkeitsform) beinahe ins gleiche Horn stossen wie die Mutter die Sie da kritisieren. Denn ihre Aussagen wie: „eine stolze Leistung für den kleinen Stämmigen“,“Ich würde mir von meinem Spross eine derartig freche Antwort nicht bieten lassen.“ und „Klar! Die Mutter hatte im Grunde Recht.“ disqualifizieren Sie sich selbst und zeigen auf, dass Sie das Kind gelobt hätten nur um im Nebensatz zu sagen, dass es die letzten beiden Metern hätte rennen müssen. Naja Grundsätzlich haben Sie es auch so geschrieben.

  • Massimo sagt:

    Und natürlich sind alle Federers, Messis, etc. jeden Tag freiwillig auf dem Platz gestanden…

    • Andy Green sagt:

      Es geht nicht um die, die es am Ende an die Spitze schaffen. Wo sind denn die Tennisspieler, die mal mit Federer begonnen haben, alle mit der Hoffnung auf eine grosse Karriere? Die zig 1000 Fussballer, die es am Ende doch nicht schaffen? die haben genauso wie die Stars ihre Kindheit und Jugend ganz dem Sport gewidmet, aber ohne am Ende die Millionen und den Erfolg zu haben, der die Leiden und Entbehrungen versüsst

      • Sportpapi sagt:

        @Green: Was wollen Sie damit sagen? Sind das alles arme Opfer? Glauben Sie nicht, dass sie vielleicht doch etwas fürs Leben gelernt haben? Dass diese „gescheiterten“ Sportler heute vielfach ganz gute andere Karrieren erreicht haben?

  • Adi Z. sagt:

    “ Ich würde mir von meinem Spross eine derartig freche Antwort nicht bieten lassen.“. Falls Sie sich Ihrem ‚Spross‘ gegenüber so benehmen, dass er derart reagiert, wären Sie vermutlich selber schuld.

  • Jaguar sagt:

    Frau Wertheimer, sie finden also, die Mutter hat zuletzt und im Grunde doch Recht, den Kleinen so anzugehen? Sie stehen also für eine rigide Leistungsgesellschaft ein, aber bitte schön mit sozialer Note. Oder wie soll ich das verstehen? Wenn das Kind alles gegeben hat und einfach nicht mehr kann, dann hat es vor sich selber bereits gewonnen, ob es zuletzt noch überholt wird oder nicht. Ich denke, Kinder können das selber sehr gut einschätzen und ihre eigenen Leistungen gut einordnen. Da braucht es weder gellende Eltern noch jemanden der dieses Verhalten „im Grunde“ doch richtig findet.

    • Luise sagt:

      Eltern sind auch nur Menschen:-) Gelegentliches anschnauzen oder ein unpassendes Wort lässt keinen bleibenden Schaden zurück, vorausgesetzt, das Kind fühlt sich geliebt.

  • Blaser Urs-Peter sagt:

    Viele Wege führen nach Rom. Was dem einen nützt, schadet dem andern. Eltern sind nicht pervers. Vielfach leiden sie mehr als der junge Spross. Und dies muss irgendwie raus, eine Art, die man in „kaltem“ Zustand nie oder ganz selten praktizieren würde. Mal weg vom Sport: Warum heisst es wohl im Volksjargon: Hinter einem erfolgreichen Mann, steckt meistens eine starke Frau. Wie wohl! A propos: Nehmt Roger Feder seine Entourage weg. Sie werden erstaunt sein, wie der Motor zu stottern beginnt. Überdies, alles schon dagewesen!

  • Jürg sagt:

    Meine Frau und ich haben unsere Töchter als Kinder verschiedene Sportarten ausprobieren lassen (Leichtathletik, Schwimmen, Kunsteislauf). Wir selbst haben Marathon und Triathlon gemacht. Anfang des Teenageralters haben sie mit Sport aufgehört. Wir haben nichts gesagt, nur unser sportliches Leben weitergelebt. Mit 17 bzw. 18 Jahren haben sie aus heiterm Himmel gesagt: Hey Papi, ich will einen Marathon laufen. Kannst du einen Trainingsplan machen? Geworden sind es schliesslich Podestplätze am ZH Marathon und Berlin Marathon bei den Juniorinnen. Das gelebte Vorbild braucht keine Aufforderung.

  • Gantenbein sagt:

    Wer je einmal zum Beispiel am Greifenseelauf dabei war und miterlebt hat, wie in der Vaki/Muki-Kategorie Eltern ihre Kinder die 1.2 Kilometer an der Hand hintersichherschleifen, der hat den Glauben an das Gute verloren.

    • Sportpapi sagt:

      Ich war am Usterner Nachwuchslauf, vom gleichen Veranstalter. Und habe die Begeisterung erlebt, mit der auch die jüngsten Kinder gelaufen sind. Wie überhaupt Läufe und leichtathletische Veranstaltungen bei den Kleinsten erstaunlicherweise sehr gut ankommen.

  • Esther sagt:

    Dieses Jahr nach langer (11 Jahre) Pause, habe ich mich entschieden wieder mit Triathlon anzufangen. Meine 2 Töchter (8 + 10) fanden das toll, als ich ihnen erzählt habe das es auch eine Kinderversion gibt, waren beide Feuer und Flamme. Am Tag des Kinder-Wettkampfes hat es aus Kübeln geregnet und es war kalt – ich hätte ein „Können wir bitte NICHT gehen“ akzeptiert – aber nein, beide wollten gehen und haben den Wettkampf beendet. Auf dem nach Hause weg fragte die Kleine „Mami, wann ist denn der nächste Triathlon?“ Am Tag drauf waren beide da und haben mich angefeuert, alles ganz ohne Zwang.

    • Daniel Castro sagt:

      Das ist super Esther. Das Thema ist jedoch „Eltern zum Auswechseln“ und nicht „Meine Kinde sind super“.

      • Poco Loco sagt:

        Hmm vielleicht doch nicht, Esther ist möglicherweise ein ganz einfach ein tolles Vorbild und die Kinder machen es mit Freude nach. Nicht alle Eltern, deren Kinder mit Erfolg und Freude sportliche Leistungen bringen sind zum Auswechseln.

      • Sportpapi sagt:

        Esther hat völlig recht und keinen doofen Kommentar verdient. Viele Kinder machen tatsächlich gerne Ausdauerwettkämpfe, auch Triathlon. Aber natürlich braucht es die Eltern, die sie erst einmal dahin bringen.

  • Frank Pfau sagt:

    Wenn ich das lese, wünsche ich mir, wieder in den Kindesschutz zurückzukehren, da leider keine Einzelfälle.

    Kann man die Worte der Mutter im besten Fall noch rechtfertigen (Aber Hallo? Triathlon für Kinder?) geht das Verhalten der Väter beim Fussballmatch am thurgauischen Berg gar nicht. Wäre ich dort gewesen, hätte ich das Recht sein lassen und mich vermutlich zur einer Tätlichkeit hinreissen lassen. Was für Looser! Solche Eltern braucht die Welt nicht, denn am Ende ist es immer die Gesellschaft, die mittelfristig für deren Dummheit zahlt.

    • Frank Pfau sagt:

      „looser“? Natürlich „loser“…das passiert, wenn man sich während der Arbeit über eine Story aufregt…

      • Dodimi sagt:

        @ Pfau: Intelligenz ist evtl. eine Frage geistigen Trainings, Toleranz an sich eine Frage persönlicher Einstellung, indem man nachsichtig mit sich ist. Ein Patzer, was soll’s? Der Kontext ist gegeben und verstanden. Seien sie grosszügig sich gegenüber. Freundliche Grüsse!

  • Mia sagt:

    Zum Glück sind wir alle völlig befreit von irgendwelchen unbedachten, sinnbefreiten Aeusserungen, die uns in solchen Momenten als gut gemeinte Motivation, aber vielleicht in etwas unbedachter Weise über die Lippen kommen…..

  • Daniel Castro sagt:

    Vor allem sollte man von seinem Kind nicht die Ambition erwarten, die man selber niemals gehabt hat.

  • DK sagt:

    Ich hoffe sehr, die beiden im ersten Artikel erwähnten Väter haben für den Rest der Saison ein Besuchsverbot an den Spielen ihrer Söhne erhalten. Für so ein Verhalten, das leider viel zu oft vorkommt, dürfte es Null Toleranz geben.

    • Hanna sagt:

      vor allem der zweite Vater, der seinen Sohn dermassen schüttelte, dass mir schon beim Lesten fast übel wurde, gehört wegen qualifizierter Kindsmisshandlung angezeigt. So behandelt man kein Kind. Ich würde mich ehrlich gesagt nicht wundern, wenn ein Jungen, der so behandelt wird, die Lust am Sport total vergällt würde und er dann später gar nichts mehr in dieser Richtung macht.

  • Luise sagt:

    Wie sehr hätte ich mir gewünscht, dass meine beiden Kinder auch laufen, schwimmen und velofahren würden. Oder Schneeschuhlaufen – was auch immer. Nach einigen Versuchen, die bis zum Halbmarathon gingen, war Schluss. Sie sind längst erwachsen. Die Tochter macht NICHTS. Der Sohn Kraftsport. Es ist wie bei allem. Kinder sollen selber wählen können. Wie es oben jemand sagt: ohne Druck ehrgeiziger Eltern wäre die Welt um einige Höchstleistungen ärmer, dafür um einige glücklichere Menschen reicher. Obschon: Ich will nicht behaupten, dass Leistungssport unglücklich macht. Aber Sport macht glücklich.

  • Irene feldmann sagt:

    Die Eltern-Frustration über nicht ausgelebte träume Werden dann massiv auf die Jugendlichen übertragen und so entsteht ein neuer Kreis von Enttäuschung und Wut….

  • Christoph Bögli sagt:

    Um mal den Ketzer zu spielen: Wieviele Kinder betreiben denn wirklich Triathlon aus eigenem Antrieb? Also mal abgesehen von den paar Ausnahmen, die die Regel bestätigen? Insofern kann es doch eigentlich nicht erstaunen, wenn sich die Eltern als empathiearme, verbissene Selbstverwirklicher entpuppen. Ähnliches lässt sich wohl sagen wenn Kinder in Fussballvereine gesteckt werden noch bevor sie überhaupt richtig laufen können. Das resultierende Verhalten muss unter den Voraussetzungen wohl als logische Konsequenz verbucht werden..

    • Ron Weasley sagt:

      Es geht primär um Selbstverwirklichung und Geltungsdrang dieser Eltern. Oft sind das selber permanent unzufriedene und zwanghafte Typen, mit null Entspanntheit und Einfühlungsvermögen. Natürlich werden manche Kinder dadurch zu Höchstleistungen angetrieben, nicht selten zerbrechen sie aber seelisch unter dem Permadruck. Neben Mozart ist auch Michael Jackson ein prominentes Beispiel.

      • Pumuckl sagt:

        Kann ich nur teilweise bestätigen. Mein Sohn macht aus freiem Willen Leistungssport. Mit 6!! Gut. Keinen Triathlon und Gottseidank auch keinen Fussball. Aber er spult regelmässig seine 5 – 10 km Lauf ab und trainiert 3x die Woche Kampfsport. Ausser ihm ist NIEMAND in der Familie derart angefressen. Wir unterstützen ihn zwar in dem, was er macht / machen möchte …. auch wenn wir es nicht wirklich verstehen.
        Und nein. Wir kämen niemals auf die Idee, ihn auf diese Weise anzufeuern. Kann er mal nicht trainieren oder nicht zu einem Wettkampf fahren, ist er völlig genervt und unzufrieden.

  • tststs sagt:

    Hüstelhüste, ja genau, das einzige Problem hier ist die schreiende Mutter… Es ist natürlich völlig ok, dass ein Kind einen Triathlon absolviert. Schon mal überlegt, dass ein Kind ohne Zwang es überhaupt nicht bis ins Ziel schaffen würde…

    Ich habe nichts gegen Eltern, die das Talent ihres Kindes fördern, bis hin zum Leistungs-und Spitzensport. Aber zu glauben, dass ein Kind freiwillig Triathlon läuft und es geil findet den eigenen Schweinehund bis zum Flow zu überwinden, der täuscht sich…resp. zieht einen Junkie heran :-(

  • Urs-Werner Merkli sagt:

    Was schreiben Sie lang um den Brei herum? So ein Elternverhalten geht nicht! Ihre Konklusion ist ja da der treffende Vorschlag. Soll doch die schreiende Mutter rennen. Aber davon.

  • Roman Zellweger sagt:

    In meinen Jugendjahren war ich ein Strassenrennfahrer. Jedes Wochenende Rennen, unter der Woche Training, Kilometer abspulen, Energieriegel in sich reinstopfen.
    Auf jeden Fall tat mir ein Fahrer aus dem Feld sehr leid, wurde er doch immer von seinem Vater, der am Strassenrand stand, verbal zusammengestaucht. „Was machst Du so weit hinten?“, „Nun fahr mal…“ oder „Das gibts doch gar nicht.“ Gespräche mit Club Kollegen zeigte, dass andere dies auch beobachteten und es uns traurig machte. Da investiert man so viel in seinen Sport, kämpft, beisst auf die Zähne und dann dies. Das war in den 80ern

  • Peter Müller sagt:

    Hinter fast allen überdurchschnittlichen Leistungen und Fähigkeiten stecken „übermotivierte Eltern“. Ein Ausdruck, der die tatsächliche Härte im Umgang mit den Kindern verniedlicht. Schon Mozart wurde von seinem Vater seelisch, geistig und körperlich zu seinen höchstleistungen geprügelt. Dies führt zu einem Suchtverhalten nach verkannter Liebe, Zuneigung und Anerkennung. Ein Verhalten, das sich in Höchstleistungen äussern kann.
    So hart es tönen mag, ohne solche Eltern wäre die Welt wahrscheinlich um einige Höchstleistungen ärmer, dafür um einige glücklichere Menschen reicher.

    • Christian sagt:

      Dem kann ich nur zustimmen. Ob man das gut findet oder nicht, darüber muss sich jeder selbst seine Meinung bilden

    • Roland K. Moser sagt:

      Die politischen Höchstleistungen von Stalin (20 Millionen Ermordete), Mao (100 Millionen Ermordete) und Hitler (6 Millionen Ermordete) haben jedenfalls Ursache darin, dass alle 3 als Kinder von ihren Eltern gefoltert wurden.

    • Storz sagt:

      Dann hätte es Roger Federer wohl nie dahin gebracht – es ist ein Mix zwischen den Eltern und dem Kind. Ob es dafür etwas mehr glücklichere Menschen auf der Welt hätte? Es gibt ja nicht nur die reine Schulischeleistung und auch die macht aus uneren Kindern nicht gerade etwas glückliches – die sportliche Leistung ist eine Option und sie unterstützt ein Kind in der Entwicklung genauso wie es die Schule tut. Das Leistungen der Kinder nicht ohne das zutun der Eltern funktionieren ist ziemlich normal – das müssen Lehrer überigens auch.

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