Die Altersfrage – Teil 1

Diese ganz persönlichen Projekte zeigen den Menschen, dass sie zu mehr fähig sind, als sie ahnen»: Pia Wertheimer am Greifensee-Lauf 2008, 2010 und 2012.

Diese ganz persönlichen Projekte zeigen den Menschen, dass sie zu mehr fähig sind, als sie ahnen»: Pia Wertheimer am Greifensee-Lauf 2008, 2010 und 2012.

Kürzlich erhielt ich ein langes, berührendes Mail einer Leserin. Berührend darum, weil sie sich mir anvertraute, weil mich ihr Anliegen mitten ins Herz traf. Sie schrieb: «Ich habe vor knapp zwei Jahren etwas intensiver mit Sport angefangen. Seit diesem Winter (also seit Oktober) trainiere ich nun regelmässig und konsequent. Ziel wäre, mal einen Marathon zu bestreiten. Ich habe aber immer mal wieder ein Motivationsloch beziehungsweise eine ‹Altersblockade›. Ich denke dann, dass ich doch mit 31 zu alt bin, um noch voll in dieses Metier einzusteigen.» Sie katapultierte mich damit direkt zurück in zwei der turbulentesten Jahre meines Lebens…

Auch ich bin ein Spätzünder, habe meine Leidenschaft fürs Laufen erst 2009 entdeckt. Zuvor war es Mittel zum Zweck: Die Laufschuhe schnürte ich, um mich fürs Turniertanzen fit zu halten. Ab und an stand der Greifenseelauf auf dem Programm. Es war eine ausgewachsene Krise, die mich das Laufen entdecken liess: Eine gründlich gescheiterte Ehe sowie eine angekündigte Kündigungswelle unserer Redaktion und damit die Angst meine berufliche Leidenschaft zu verlieren. Ich tigerte in diesem Tief hin und her.

Ein kraftspendender Fluchtplan

Plötzlich war er da, mein Fluchtplan – dieser Gedanke, irgendwann an einem Morgen im Jahr 2009. Ich beschloss einen Marathon ins Aug zu fassen. 42,195 Kilometer laufen – das ist Knochenarbeit. Und bei diesem Vorhaben würde es nur drei Protagonisten geben: Me, myself and I. Dieser Ausbruch sollte nicht irgendein Ziel haben. Er hatte etwas Grosses verdient: den Big Apple, die mythische Marathon-Kulisse von New York!

Nach etlichen wertvollen Fehlern, zahlreichen Trainingsstunden und nicht zuletzt dank der Unterstützung von Freunden und Familie war es ein Jahr später soweit: Ich lief im Central Park über die Ziellinie. Unvergesslich. Weder diesen Augenblick noch den Weg dorthin möchte ich missen. Mein Marathon war viel mehr als nur ein knapp vierstündiger Lauf. Er umfasste gut zwölf Monate, in denen ich laufend viel Zeit mit mir selbst verbrachte, mich neu entdeckte und neu orientierte. Das anspruchsvolle Ziel gab mir Halt und damit Kraft. Ich würde es zweifellos wieder tun – trotz den Strapazen, den Rückschlägen und den Zweifeln, die ein derart grosser Plan zuweilen mit sich bringt.

Eine Medaille von unschätzbarem Wert

 

 

Auch ich hatte damals die 30er-Marke bereits geknackt – na und? Natürlich wünschte ich heute, ich hätte diese Passion vorher entdeckt. Offenbar war die Zeit nicht reif dafür, denn die Laufschuhe standen schon Jahre zuvor im Regal – griffbereit. Ich packte aber just in dieser Krise im Jahr 2009 zu – nennen Sie es Zufall, nennen Sie es Schicksal.

Ich glaube nicht, dass es eine Rolle spielt, in welchem Alter ein Mensch seine Leidenschaft zum Sport entdeckt. Natürlich gehören die Podeste nur selten den Spätzündern. Und obschon meine New-York-Medaille nur die Finisher-Medaille ist, die jedem Läufer im Ziel umgehängt wurde, ist sie für mich von unschätzbarem Wert: Selbstvertrauen, Zuversicht, Neugierde, überschrittene Grenzen sind nur einige ihrer Facetten.

Sich Marathonziele setzen – egal in welcher Disziplin – lohnt sich immer! Sie eröffnen neue Horizonte. Es sind diese ganz persönlichen Projekte, welche den Menschen zeigen, dass sie zu mehr fähig sind, als sie ahnen. Oder in den Worten der Olympia-Hymne von Atlanta: «It’s the moment that you think you can’t, you’ll discover that you can!»

Ich habe mich mit der Lauflegende Haile Gebrselassie, der 40 Jahre alt ist, über die Altersfrage unterhalten. Lesen Sie das Interview morgen im Outdoorblog!


38 Kommentare zu «Die Altersfrage – Teil 1»

  • Arnold sagt:

    Ich zweifele daran, ob Marathon Läufe im Alter medizinisch in jedem Fall vertretbar sind. Zumal die Verletzungsgefahr grösser ist und die Erholungsphase zu kurz ist

  • Blub sagt:

    Für Sport ist es nie zu spät. Und das Alter ist eh relativ. Ich habe auch erst vor einem Jahr richtig mit Laufen angefangen und bin schon nach 16 Monaten einen Marathon gelaufen. Doch den Marathon als das Mass der Lauferei zu betrachten würde ich als unbefriedigend empfinden. Auch ein 10 km Wettkampf kann herausfordernd sein – insbesondere bei der Jagd nach Bestzeiten. Ich finde es aber gut, wenn jemand Ziele setzt. Diese müssen aber realistisch sein und die Idee sollte nicht beim Bier kommen. Tendenziell überschätzen sich zu viele und bleiben dann am Streckenrand liegen und wollen später nichts mehr vom Laufen wissen. Daher empfehle ich anfangs mit kleineren Zielen anzufangen. Die Königsklasse, wenn man diese bestreiten will, wird früher oder später schon noch kommen. Doch bis es soweit ist, geniesst die Freiheit trainieren zu dürfen!

  • Sereen sagt:

    Letztes Jahr sass ich mit 29 Jahren in einer SAC-Hütte und starrte zwei Bergläufer an, als wären sie Halbgötter. Es lag ausserhalb meines Vorstellungsbereichs, so etwas jemals durchziehen zu können. Ich fragte die beiden, wie man sich so eine Kondition aneignet. Laufen! …Und ohne Geld, Knowhow, Leistungsdiagnostik und Pulsuhr begann ich ein bisschen zu laufen. Gestern das erste Mal das Stanserhorn raufgejoggt…es berührt mich bei mir selber und bei allen anderen, zu sehen, was der Mensch leisten kann. Die Grenzen sind weit weg, verschwommen, und irgendwann durchbricht man sie.

  • Franz sagt:

    Dass viele Ausdauersportler eher später im Leben damit anfangen hat sicher mit der Lebenslage in der sie sich befinden zu tun, aber nicht nur. Für mich sind andere Gründe ebenso naheliegend. Es ist doch klar, dass jungen Menschen, wenn sie sich denn überhaupt bewegen, eher spielen wollen. Denen sagt das „Natur geniessen“ (noch) nicht viel. Spielsportarten oder technische Sportarten benötigen zudem einen grösseren Aufwand und, falls man ambitioniert ist, auch Talent. Um den Greifensee zu umrunden braucht es kein Talent, Fleiss reicht; auch wenn man das schnell tun möchte. Wenn man hingegen einem (Filz-) Ball oder Puck nachjagen, eine Kugel oder einen Speer werfen, oder dann 100 m Delphin oder Crawl schwimmen muss, dann ist Koordination, Orientierung, Schnellkraft usw. gefragt. Das sind nun einfach Eigenschaften, die Mann oder Frau mit 31 Jahre nicht mehr ausreichend mitbringt. Also beginnt man zu laufen und setzt sich dann halt Ziele wie Ironman oder Marathon. Das ist für junge Leute einfach zu uncool, nicht für alle, aber doch für die Meisten. Sichtbar wird das wenn man sich die Startlisten der Läufe und Triathlons ansieht. So ist es nur verständlich, dass man nach oder in einer Krise eher versucht lange zu laufen, als sich den Fosbury-Flop noch anzueignen.

    • Sabine sagt:

      Hmm, ob ich 100m (schnell) Kraulen oder laufen will, spielt wohl nicht so eine Rolle, da wird man bei beidem im Alter nicht schneller… Ausdauer baut sich summativ auf, das ist wohl ein Grund, weshalb bei Langdistanzen nicht unbedingt die 20jährigen die schnellsten sind, aber auch da gilt tendenziell, wenn man früher beginnt, desto erfolgreicher kann man werden (theoretisch).

  • Alex sagt:

    Das Leben lang habe ich regelmässig Sport getrieben. Mit 15 habe ich in 1 Stunde problemlos 15 km geschafft, jetzt mit 51 sind es nur noch 6 oder 7 km. Doch ich bin zufrieden, dass ich wenigstens das noch kann.

    Eine langjährige Herzmuskelerkrankung schränkt meine Leistungsfähigkeit immer mehr ein. Dank ICD und Medikamenten spühre ich im Alltag keine Probleme, doch es geht langsam bergab. Jeder Mensch wird irgendwann Verschleisserscheinungen bekommen: vielleicht erst mit 60, 70 oder 80. Darum sollte man sich freuen, solange man die Kondition noch halten kann.

  • Markus sagt:

    Bin 47 und habe am Samstag meinen ersten GP Bern über die 10 Meilen absolviert. Noch Fragen?

  • Philipp Rittermann sagt:

    es ist eine frage der persönlichen motivation und des trainings. ich kenne jemanden, der ist nun 68 und läuft noch jedes jahr den ny-marathon. das alter ist, gerade beim marathon, absolut sekundär.

  • Luise sagt:

    Dass junge Leute mit 30 in die Krise kommen, hab ich auch schon festgestellt. In diesem Alter hatte ich 3 kleine KInder, stand im Beruf und war dauernd auf Trab. Das ist heute bei den meisten anders.

    Mit 44 dann einen Haufen Probleme. Trennung. Riesenstress im Beruf und ich fing mit einer meiner pubertierenden Töchter zu laufen an. 2 Jahre später mein erster Marathon. Natürlich keine Bestzeit. Aber ich habs geschafft. Mit 31 kann man/frau sportlich noch sehr viel erreichen. Laufen und Sporttreiben allgemein stärkt das Selbstwertgefühl. Achtung, fertig, los!

  • martin matt sagt:

    Die Altersfrage stellt sich glücklicherweise beim Laufen erst viel später.
    Dennoch würde ich auf die Frage, was würdest du im Leben anders machen, ganz bestimmt antworten: Früher mit dem Laufen beginnen.

  • Fritz Steffen sagt:

    Marathon, Halbmarathon, was solls, ich laufe regelmässig 1 Stunde und mache dabei ungefähr 10 km, und ich fühle mich sauwohl dabei. Wieviel und wie schnell ist mir nicht wichtig. Aber in einen Rythmus zu kommen, sich beim Laufen entspannen zu können, die Gedanken dabei auch laufen zu lassen, das ist für mich Lebensqualität. Und dann, spontan den GP von Bern mitmachen und ihn auch zu schaffen, nicht mit Spitzenzeit, aber das Gefühl, in dieser Menge mitschwimmen und die vielen Zuschauer, das war einfach ein sehr schönes Erlebnis. ich geniesse das mit 59 Jahren. FS

  • Peter sagt:

    mit 31 zu alt? sicher nicht! Mit 25 dachte ich, diese Spinner, die den Jungfrau-Marathon laufen. Mit 40 lief ich meinen 1. Halbmarathon und war der Meinung nie einen Marathon zu laufen. Mit 43 Jahren machte ich dann den 1. Marathon, es war der Jungfrau-Marathon und ich schaffte es trotz einer Vorbereitung, die in keiner Art und Weise den Lehrbüchern entsprach. Die Vorbereitung und der Lauf muss Spass machen und die Zeit ist nicht so wichtig.

  • Rene R. Meier sagt:

    Für die meisten Leute, die bisher keinen oder wenig Sport getrieben haben, ist Marathon zu viel. Wer sich Marathon als erstes Ziel setzt, riskiert so viel Anstrengung, dass der Spass verloren geht. Die Schweiz ist voll von Laufveranstaltungen, die in landschaftlich schöner Umgebung kürzere Läufe anbieten (von weniger als 10 km bis zum Halbmarathon), die man sich als erste realistische Ziele vornehmen kann. Die meisten Veranstaltungen in der Schweiz sind mit dem ÖV sehr gut erreichbar. Und wüssen Sie Frau Pia, als Läufer bin ich auch Naturliebhaber und fliege darum nicht für eine Laufveranstaltung nach NY.

  • Fred sagt:

    Bin mit 49 Jahren in den Laufsport eingestiegen. Mit 53 bin ich den ersten Marathon gelaufen. Es folgten viele Langstreckenläufe wie Alpine Marathon, Jungfrau Marathon und den 100 km von Biel. Den Zürich Marathon habe ich mit 71 Jahren absolviert. Es bleiben viele schöne Erinnerungen an gemeinsame Trainings und diversen Reisen zu Städtemarathons in Europa und Amerika. Wann ist man zu alt?

  • sehr wertvoller artikel, vielen dank !!!!

  • JZ sagt:

    Chapeau für das „Durchziehen“ des Plans! Die Fotos illustrieren sehr schön Ihre Entwicklung und das Auge für das Detail (Shirt- und Schuhfarben, oder ist das Zufall? ;)).

    • Shelley Morgenstern sagt:

      Wir Frauen sind immer modebewusst. das solltest du doch wissen. Warum gibt es beim Joggen so viele Rowdies, die keine Einfühlungsgefühl haben für uns. Es heisst immer, die Welt wird weiblicher, aber ich stelle fest, dass das nicht so ist. Ich werde auch ständig beim Joggen angerempelt, von Jogging-Lauf-Rowdies, die nur ihre Zeit sehen, und dann noch auf den Boden spucken. Einfach rüpelhaft. Auch wenn ich etwas zu viele Pfunde noch habe, ist das kein Grund, mich zu schupsen. Ich arbeite hart daran. Ich bin jetzt knapp unter 60 kg bei 1.77 Grösse, komme aber noch auf 55 kg.

      • Sabine sagt:

        Und nach 14:48 nochmals so ein unterirdischer Kommentar… Mit 1.77 und 60kg hat man sicher nicht zu viele Pfunde, das ist eher untere Grenze eines gesunden Gewichts, mit 55kg definitiv untergewichtig!
        Und übrigens, nicht alle Frauen denken immer an Mode, ich laufe in erster Linie um zu laufen.

  • thoma sagt:

    mit 31 zu alt? sorry, das ist einfach pathetisch, was sie da schreiben.

    • Shelley Morgenstern sagt:

      ich finde, für eine Frau ist das sehr stark! wir sind nicht wie Männer, und haben immer Strom in den Beinen. Wir haben Menopause und andere Probleme, deswegen ist das schon schön sehr gut. Du bist ein Macho!

      • Cybot sagt:

        Menopause mit 31? Natürlich…

      • Sabine sagt:

        „für eine Frau ist das sehr stark“
        Was soll denn das bitteschön?! Sorry, aber sich motivieren zu können hat jetzt aber gar nichts mit Mann/Frau zu tun. Wir sprechen hier ja nicht über absolute Leistungen, aber uns aufraffen und etwas neues (vielleicht nicht immer einfaches) anpacken, können wir Frauen ja wohl genauso gut gut wie Männer. Auch mit 31. Alles andere sind Ausreden und Unterstellungen, die ich als sehr erniedrigend empfinde.

        Und übrigens, Männer haben zwar keine Menopause, aber vielleicht durchaus auch mal andere Probleme, die sie theoretisch vom Laufen abhalten könnten…

        Egal ob Mann oder Frau, rafft euch auf, wenn ihr mit Sport beginnen wollt, oder bleibt auf der Couch sitzen, wenn euch das lieber ist, das ist eure Entscheidung, aber bitte keine billigen Ausflüchte wie „als Frauen können wir das nicht“ – ich bin der Gegenbeweis!:-)

        • Luise sagt:

          Menopause und vorher gar die Menstruation? Hallo! LIest sich wie in einem Roman von Jane Austen. In welchem Jahrhundert leben wir denn um solche Gründe gegen das Sporttreiben vorzubringen?

  • Catherine sagt:

    Ich habe 2 x Race for Life (Cancer Research UK) 5km Läufe, 5 x MoonWalk Edinburgh (voller Marathon durch die Nacht und im Powerwalking!) und dieses Jahr den ZH Marathon im Powerwalking geschafft…

    Ach ja, ich bin 46!

    • Shelley Morgenstern sagt:

      Kann man Powerwalking mit oder ohne Stöcke machen? Und benötigt man eine Stirnlampe oder haben die Stöcke LED dran?

    • Otto Liebschitz sagt:

      Und ich renne ab und zu aufs Tram. Und bin schon weit über 50.

  • Markus Schöpfer sagt:

    Ich war auch frisch geschieden, als ich damit anfing. Heute ist es ein Teil meines Lebens. Ich nehme mir meistens einen Marathon pro Jahr vor (dieses Jahr noch offen), und ich nehme an verschiedenen Volksläufen Teil. Das Training ist ein fester Bestandteil meines Wochenplans, aber immer unter dem Motto: Locker und geniessen, und nicht mehr als 20 km. – ausser ich trainiere auf einen Marathon hin. Dann müssen es schon 30-40 km sein. Hat mir jemand einen Tipp, für einen neune Marathon?

  • Jürg sagt:

    Man ist nie zu alt um ein Marathonziel ins Auge zu fassen. Mit 46 war es bei mir soweit und ich habe (fast) jeden Meter genossen. Das Training über Monate mit den Rückschlägen gibt einem Respekt für den Körper und vor allem in einer schwierigen Lebenssituation vor sich selber. Diese „Medaille“ sich selber umzuhängen, das hat gut getan.

    • lukas sagt:

      grenzt meineserachtens an einen fetisch, wenn man marathon als genuss bezeichnet… betreibt doch nicht so verkrampft sport!

      • The White Kenyan sagt:

        Ich nehme an, Sie haben noch nie einen Marathon / Halbmarathon / 10km-Lauf bestritten?!? Versuchen Sie es doch einmal! Und ich verspreche Ihnen, Sie werden in der Vorbereitung als auch am Anlass selbst viele neue Seiten an sich kennenlernen. Und glauben Sie mir – die wenigsten (Hobby-)Sportler hier sind „verkrampft“ – im Gegenteil. Die Sportler die ich kenne, sind locker, friedlich (vielleicht, weil sie ihre n atürlichen Agressionen im Sport ausleben) und entspannt.
        Herzliche Grüsse!

        • Otto Liebschitz sagt:

          Wenn sich einer White Kenyan nennen muss, hat er meines Erachtens ein ziemliches Problem.

      • David sagt:

        Das sehe ich nicht so. Ich begann vor rund zwei Jahren mit 42 und habe zuvor Jahrzehnte keinen Sport betrieben (man könnte sagen: MIdlife Crisis, aber ich habe mich nicht in einer Krise befunden). Die (erfolgreiche) Bekämpfung des inneren Schweinehunds und dabei zuzuzsehen, wie der eigene Körper sich positiv entwickelt, ist ein Genuss (mal ganz abgesehen davon, in der Natur zu sein und die Stimmung zu geniessen). Ich (der den ganzen Tag im Büro sitzt) habe zwischenzeitlich zwei Marathons und etliche andere Läufe (nebst den Trainings) hinter mir, und das einiges schneller als manche junge Kollegen und ich geniesse den Kampf gegen mich selbst, mir Ziele zu stecken und sie — manchmal mit Umwegen und Rückschlägen — zu erreichen. Aber es stimmt: Während des Marathons ist nicht ganz jeder Meter ein Genuss (und ein Marathon ist auch nicht gesund), ja und ich habe mich beide Male zum Schluss gefragt, warum ich mir das antue, aber die Zeit geht schnell vorbei und wenn man im Ziel ist, ist man einfach nur zufrieden und stolz darauf, was man erreicht hat. Und genau darum geht es, jedenfalls mir. Und ich sage mir: Solange ich im Alter meine Zeit halte oder verbessere (ich gehe aber deswegen nicht ständig an Wettkämpfe), steigere ich mich in Tat und Wahrheit, da mit jedem zusätzlichen Jahr die Leistungsfähigkeit (als Faustregel) um 1% abnimmt. Und wenn ich mich zur Stärkung meines Egos mit den Jungen vergleichen will, dann gibt es sogar noch Umrechnungsprogramme im Internet, die mir sagen, was ich mit 30 Jahren (sic!) für eine Zeit erreicht hätte …

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