Jetzt wirds ganz dreckig

Survival Run Thun

Überleben im Dreck: Sportlich fordert der Survival Run in Thun einiges ab. (Foto: Ryffel Running)

Ich liebe es, durch Wald, über Wiesen und bergauf zu joggen. Und ich trainiere stets nach Plan. Aber meine Ziele heissen eher Matterhorn als Marathon. Jedenfalls habe ich bis heute noch nie an einem Wettlauf teilgenommen. Es reizt mich schlichtweg zuwenig. Joggen bedeutet für mich Entschleunigung vom City-Alltag, und es ist eine Möglichkeit, mich fernab der hohen Berge fit zu halten.

Zufällig zappte ich letztes Jahr in eine TV-Sendung, wo es um ein Rennen der besonderen Art ging. Die Läufer mussten über Baumstämme klettern, durch Rohre kriechen, über Tarnnetze krabbeln, sich durch Wasserlöcher kämpfen und durch Matsch und Schlamm aalen. Am Ende waren alle von Kopf bis Fuss dreckig, von den Ohrmuscheln bis zu den Zehennägeln blieb nichts verschont. Warmduscher haben hier keine Chance, jeder muss unten durch.

Wow, dachte ich, ein solches Wildsau-Gaudi würde mir auch gefallen. Ich nahm mir vor, dieses Jahr in Thun dabei zu sein. Der sogenannte Survival Run findet am 10. März statt. Leider hat mir nun mein Knochenbruch am Bein einen Strich durch die Rechnung gemacht. Zwar durfte ich mich vergangenen Donnerstag – nach sechs endlos langen Wochen sportlicher Zwangspause – von meinem «Freund», dem Vacoped-Gipsstiefel, trennen. Trotzdem geht Joggen noch nicht – null Kraft! Meine Muskulatur ist etwa so verkümmert wie jene einer bettlägerigen Grossmutter. Der Wiederaufbau dauert seine Zeit. Meine neuen Sportsfreunde heissen jetzt Pascal, der Physiotherapeut. Und Dr. med. Martin Narozny-Willi vom Medbase Sports Medical Center in Zürich – er ist seit über zwei Jahren auch unser Running-Doc hier im Outdoorblog.

Survival Run Thun

Spass, Schlamm und Spektakel: Nichts für Warmduscher. (Foto: AP / Monterey County Herald, David Royal).

Schicken Sie uns Ihr Bild!

Wer weiss, vielleicht bin ich im März wieder so gut auf den Beinen, dass ich den Survival Run bestreiten kann – die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt. Falls nicht, fände ich es wirklich toll, wenn wenigstens einige von Ihnen, geschätzte Leserinnen und Leser, zur Survival-Wildsau werden. Lassen Sie es mich bitte wissen, falls Sie sich anmelden und Lust hätten, mir Bilder von Ihrem Run zu schicken. Gerne würde ich einen Beitrag machen, wo ich explizit Outdooblog-Leserinnen und -leser zeigen könnte.

Für die meisten Teilnehmer geht es übrigens nicht um Superzeiten. Im Vordergrund stehen Schlamm, Spass und Spektakel. Eine Trophäe gibts nicht nur für die schnellste Frau und den schnellsten Mann, sondern auch für die originellste Verkleidung. Also für jenen Teilnehmer, der vor den 30’000 erwartetetn Zuschauern aus der Masse sticht.

Klar ist: Sportlich fordert der Survival Run einiges ab. Ausdauer, Kraft, Koordination, Geschicklichkeit, Mut. 16 Kilometer Distanz mit 50 Hindernissen sind kein Klacks. Wer sich zu wenig fit fühlt: Noch bleibt genügend Zeit fürs Training! Und ein Ziel vor Augen ist die beste Motivation. Gerade jetzt im Winter.

Organisiert wird der Survival Run Thun von Ryffel Running. Anmeldung unter: www.survivalrun.ch

Liebe Leserinnen und Leser, Wir haben zurzeit technische Probleme. Wir werden diese so schnell wie möglich lösen. Die Redaktion.

13 Kommentare zu «Jetzt wirds ganz dreckig»

  • hallo mitenand

    ich danke frau natascha knecht für den interessanten beitrag.
    ich finde die ganze sache einfach cool… um dieses wort zu gebrauchen. es zeigt doch, das der mensch auf der
    suche ist, spezielle dinge zu erleben, die einmalig im leben sind.
    dieser orginelle „wettkampf“ zeigt doch, was lebensfreude, enthusiasmus, spass, erlebnis, herausforderung, kampf, romantik, kameradschaft, sich wieder zu spüren… elemente die das leben interessant machen,,zumindest ein teil davon sind.. es reizt mich, an diesem wettkampf teil zu nehmen.

    ich wünsche allen viel spass dabei.
    mit sportlichen gruessen

    raphael wellig http://www.raphaelwellig.ch

  • Paul Mircher sagt:

    Ich sage nur Tough Guy in England, alles andere ist für Weicheier. Im Frühling bei zweistelligen Plusgraden ist solch ein Lauf keine Herausvorderung.

  • Ashrio sagt:

    Bisher fand der ‚Fisher Man’s Friend‘ Strong Men Run anfang März in Thun statt. Jetzt hat er das Datum und den Austragungsort auf den 1. Juni bzw. nach Engelberg gezügelt. Die freien Daten und den Thuner Waffenplatz haben sich jetzt Ryffel Running geschnappt. Natascha, vielleicht kannst du mal schlau machen, wesshalb diese Rochade vonstatten ging. Würde mich persöndlich interessieren.
    Btw. bis im Juni bist du wohl wieder fit. Mach einfach in Engelberg mit.

    • mel sagt:

      stimmt, das würde mich auch interessieren

      ich würde auch gerne am lauf teilnehmen, nur wird märz wohl auch bei mir knapp… da klingt engelberg im juni schon realistischer ;-)

    • Pascal sagt:

      Bis letztes Jahr wurde auch der Fischer Man’s Strong Men Run von Ryffel Running organisiert. Nun haben sich aber Ryffel und Fishermans zerstritten, weshalb genau ist mir nicht bekannt.
      Fisher Man’s musste sich also nach einem neuen Austragungsort sowie einem neuen Datum umschauen, während Ryffel Running den Anlass unter einem anderen Namen weiterhin in Thun durchführen darf.

  • Roland K. Moser sagt:

    Die Sendung habe ich auch gesehen. Die Sache reizt wirklich! Was mich stört, ist das Wasser, wegen der Brille.
    Betreffend Teilnahme an Läufen kann ich Sie beruhigen: Ein Lauf ist das, was Sie daraus machen :-)
    Kein Stress, sondern einfach ein Lauf. Wenn Sie manipulierbar sind, werden Sie allerdings jedem an den Fersen bleiben wollen, der Sie überholt :-) Probieren Sie es aus. Am 12. Oktober ist der Hallwilersee-Lauf. Flach und 21 km oder 10 km. Fragen Sie mal den Arzt ob er Sie dafür bereit sieht.

  • Philipp Rittermann sagt:

    ich kenne das – es nennt sich militärdienst!

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