«Simon und ich versuchen, noch einen anderen Berg in Angriff zu nehmen»

Aussicht von der Insel

Die Aussicht von unserer Insel. Der Berg mit unserer Big Wall ragt links schön heraus.

Da es von Constable Point nicht jeden Tag Flüge gibt, und die nächsten bereits ausgebucht sind, stecken wir nun auf einer Insel im Grönländer Niemandsland fest. Ein Problem ist auch, dass wir bei der Anreise mit den schwer beladenen Booten so viel Benzin verbrauchten, dass es gerade noch für die Rückfahrt reicht, aber Extratouren liegen nicht drin.

Die Frage lautet also: Was tun?

Zum ersten Mal sind wir uns im Team nicht einig. Wir haben heute Morgen lange diskutiert und uns dann entschieden: Ich möchte unbedingt nochmals etwas klettern, Simon auch. Daniel spürt kein «Reissen» mehr und schaut zum Camp, während Thomas und Jost noch Eisberge und Landschaft fotografieren.

Zudem hätte ich gerne mal wieder etwas anständiges zu essen.
Die gefriergetrockneten Menüs hängen mir zum Hals raus. Gestern Abend wollten wir den Käse schmelzen, den wir noch aus der Schweiz dabei haben. Leider funktionierte das nicht. Vorher haben wir versucht, zu fischen, aber es hat kein einziger angebissen.

Eismeer

Eisberge schwimmen auf dem Meer.

Soeben haben Simon und ich unsere Rucksäcke mit Klettersachen gepackt. Wir wollen noch einen Berg in Angriff nehmen, ganz puristisch ohne viel Material. Er liegt gleich vis-à-vis unserer Big Wall. Uns ist da eine schöne Linie ins Auge gefallen.

Wir gehen mal hin und schauen, riskieren aber nichts mehr, fordern nichts heraus. Wenn es geht, geht’s, wenn nicht, dann halt nicht.

Thomas bringt uns jetzt mit dem Schlauchboot rüber.

Es ist später Nachmittag. Simon und ich beginnen sicher noch heute Abend mit Klettern. Das Fantastische hier ist ja, dass es fast die ganze Nacht über hell bleibt, nur kurz dämmert.

(Aufgezeichnet von Natascha Knecht)

16 Kommentare zu ««Simon und ich versuchen, noch einen anderen Berg in Angriff zu nehmen»»

  • Soa sagt:

    JeDer HaT seine eiGEne Art zu lEBEn,

    mit den SChwIerigkeiten unD den ErfolGen fertIG zU wERden.
    lEHREn hEIßt zeigEN, daSs etWas mÖGliCh iST.
    LerNEn heIßT seINe eiGenEn MögliCHkeiteN auSloTen…

  • Joachim Adamek sagt:

    Kære venner,
    ærlig talt, ich bin nicht überrascht, daß Simon und Roger abermals ihre Rucksäcke gepackt haben. — Wenn ich gestern noch von weiteren Touren abgeraten habe, dann weil am Montag dreißzig Kajakfahrer im Scoresbysund nach einem Fön in Orkanstärke vermißt gingen und die letzten sechzehn erst gestern vom Rettungsflieger tief im Fjord gesichtet wurden. Kam wohl niemand zu Schaden, glücklicherweise.
    Grønland er magisk om sommeren. Einzigartig. Aber man darf in keinem Moment vergessen, daß die Lebensbedingungen dort immer barsk und streng sind. Manche begehen leider diesen Fehler.
    Wer will Daniel verübeln, daß er einen auf Müßigang macht? Die Berge, die Gletscher, das Wasser, die Inseln und das vorbeiziehende Eis, das will auch mal in Ruhe betrachtet werden, damit man begreift, was man vor Augen hat.
    Die schönsten Sonnenuntergänge, denken viele, gibt es im Süden. Deswegen freue ich mich über die heutigen Fotos besonders. En stor tak til Thomas und Jost! Wie lange sind die Nächte im August? 3 Stunden schwere Dämmerung?

  • Dani Meier sagt:

    Ja, ich habe schon mal hier reingeschaut und wen wunder’s ? Immer nur positive Kommentare! So wird meiner wohl nicht veröffentlicht. Sicher habt ihr alle eine grosse sportliche Leistung erbracht, so auch meine Gratulation. Vor allem Nicht-Bergsteiger werden wohl mit grosser Bewunderung Euer Abenteuer verfolgt haben. Ich vermisse aber den tieferen Sinn dieser «Mission». Vielleicht auf die Klimaproblematik und die abschmelzenden Pole aufmerksam machen? Oder alles nur um Eure Zukunft zu vergolden, Sponsoren zu finden, für’s eigene Ego? Sorry, wir haben viele Big Walls hier in der Schweiz. Dazu braucht man nicht so weit zu reisen und den ganzen Aufwand zu veranstalten.

    • Christian Marogg sagt:

      Warum braucht immer alles einen Sinn? Hat Ihr Leben einen globalen Sinn? Rettet das, was Sie als Job haben die Menschheit, das Klima oder sonst was? Das, was die Jungs da machen ist nunmal ihr Job und der ist verdammt hart. Und in der Schweiz gibt es keinen Gipfel, wo nicht schon jemand oben war. Von Erstbesteigungen leben diese Profis. Sponsoren wollen Leistungen sehen, da reicht es nicht, der 1000endste auf dem Eiger zu sein…

  • Jo Adams sagt:

    Make the most of your time there Roger (and Simon!) have fun, be safe.

  • Rolf Schumacher sagt:

    @Pfadfinder, Weil das was die jungen Männer am Berg in Grönland vollbracht haben, höchste sportliche Leistung und Toporganisation verlangt. Weil es sehr eindrücklich ist vom warmen Wohnzimmer aus eine solche Exkursion hautnah zu beobachten, deshalb ist die Berichterstattung via Blog eine gute Sache. Das Fallenlassen einer Cervelat ins offene Feuer hingegen mag für Dich persönlich ein wichtiges Erlebnis gewesen sein, aber ob es die Schweiz (Welt) wirklich bewegt und zum Nachdenken anregt? Wie wäre es mit eine 1000seitiggen Buch über das „Rüsten“ von Karotten, würdes Du das einem Abenteuerroman der im Kaukasus spielt ehrlich vorziehen?

  • pfadfinder sagt:

    Ich war gestern im Emmental im Wald bräteln und da ist meiner Kollegin die Cervelat ins Feuer gefallen. Warum berichtet der TA nicht darüber?

  • Lisbeth sagt:

    Salü zäme,

    isch doch klar, wenn`s de Roger jukt , denn mues öppis go. Schön isch das Ihr nüd wend riskiere , aber probiere darf mer sicher . Viel Glück für Euers neue Vorhabe . Gniessed eifach die schöni Landschaft au wenn sie karg isch het sie doch öppis bsunderigs z`biete.

    Liebi Grüess us Sörebärg

    Lisbeth & Turi

  • Vifian Martin sagt:

    …Ihr seid ja wirklich zu Bedauern!
    Wenn ich das alles lese habe ich das Gefühl, ihr seid etwas verwöhnt! Es geht Euch offensichtlich zu gut!
    Tut mir echt leid, dass Ihr bei der Planung nicht an das „Danach“ gedacht habt…
    Martin

    • Christian Marogg sagt:

      Was hat das mit verwöhnt zu tun? Raff ich nicht ganz. Wenn Sie den Zeitplan der Expedition anschauen, dann sind die Jungs einfach vor dem Zeitplan. Bei so einem Projekt muss logischerweise lieber zu viel Zeit einkalkuliert werden, da z. Bsp. das Wetter einen Strich durch die Rechnung machen könnte.

      • Vifian Martin sagt:

        …soviel ist sogar mir klar.
        Auch das kann in der Planung berücksichtigt werden. Es gäbe Tausende, die würden sich jetzt sehr glücklich schätzen, gesund zu sein, das Erreichte geniessen zu können und einmal in dieser einmaligen Landschaft zu sein. Aber nein, man steckt (geplant) im Niemandsland fest, man nervt sich über das Essen und die Langeweile… gerafft?

        • Karin sagt:

          Oh mein Gott!! Was sollen denn diese dummen Kommentare?? Ich bin sicher die Jungs sind alles andere als super genervt und geniessen ihre Zeit! Ist ja wohl ganz klar das einem das Essen mal zum Hals raushängt oder?

        • Christian Marogg sagt:

          Ja, das raff ich. Nur hat von Langeweile niemand was geschrieben. Die, die sich ausruhen wollen ruhen sich aus, zwei machen Fotos und zwei gehen Klettern. Und das Trockenfutter würde mir auch zum Haus raus hängen. Soll er das nicht schreiben dürfen, wenn er lieber mal was Leckeres auf dem Teller haben würde?

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