Das krasse Training des Eiskletterkönigs

Zweifacher Weltmeister im Eisklettern: Markus Bendler zeigt, was er im Übungskeller treibt. (Screenshot aus «Eisprinz» von Berni Kogler)

Zweifacher Weltmeister im Eisklettern: Markus Bendler zeigt, was er im Übungskeller treibt. (Screenshot aus «Eisprinz» von Berni Kogler)

Wie hart gewisse Wettkampfkletterer mit ihrem Körper umgehen, habe ich hier im Outdoorblog schon einmal gezeigt. Damals hatte Norwegens stärkster Sportkletterer Magnus Midtbø der Welt in einem Youtube-Video sein exzessives Kraft- und Ausdauer-Training vorgeführt (Klettern und Körperkult). Die Szene jubelte.

Jetzt klatscht die Kletterszene wieder. Ein neues Filmchen ist aufgetaucht. Zu sehen dieses Mal: Wie Markus Bendler, Weltmeister im Eisklettern, im Boulderkeller trainiert. Auch dieses Video möchte ich Ihnen, geschätzte Kletterfreunde, «alpin im Outdoorblog»-Leser, Liebhaber von Körperästhetik und Wie-bekomme-ich-Muskeln?-Interessierte, nicht vorenthalten.

Markus Bendler ist 27-jährig, aus Schwendt im Tirol, gelernter Bäcker, der nach zwei Jahren Berufstätigkeit entschied, eine Profikarriere als Sportkletterer anzugehen, am Fels 8c+/9a-Routen durchzieht, bei Eiskletterwettkämpfen schon x-fach auf dem Podest stand, zwei Mal die WM gewann, und schwierigste Mixed-Routen (Fels und Eis) meistert.

Markus Bendler

Rechtes Bein über den linken Arm: Die «Figur Vier» kommt (meist) beim Eis- und Mixed-Klettern zum Zug. (Screenshot aus «Eisprinz»)

Das erste Kapitel eines 10-teiligen Vidoblogs

Bendlers Körper: Solid wie ein Fels. Kraft wie ein Orang Utan. Angetrieben wie ein Süchtiger. Dry-Tooling im Boulderraum wie wir es noch nicht gesehen haben. Was Markus Bendler zeigt, ist Schinderei der extremen Art, angereichert mit einer dezenten Portion Sexappeal und einer Prise Show-off. Zum Beispiel mit der «Figure of Four». Einer beeindruckenden Kletterbewegung, mit der die Top-Cracks über sich selber steigen, um einen fehlenden Tritt zu kompensieren und weiter zu kommen. Sie halten sich mit den Geräten im überhängenden Eis oder Fels fest, heben das linke Knie in die rechte Armbeuge (oder so ähnlich), und legen dann mit Schwung und enormem Krafteinsatz einen Boulderzug hin. Bendler demonstriert im Kurz-Video gleich mehrmals, wie elegant er «die Vier» drauf hat, wie mühelos und einfach es bei ihm aussieht, wenn er Arme und Beine ver- und entknotet. Ebenso sein unermüdliches Auf und Ab am Campusboard, an der Hängeleiter und bei den Liegestützen.

Der österreichische Filmemacher Berni Kogler begleitete den Eiskönig ein Jahr lang immer wieder mit der Kamera. Aus dem Drehmaterial soll ein 10-teiliger Videoblog unter dem Titel «Eisprinz» entstehen. Das erste Kapitel haben sie nun online gestellt.

Lange Rede, kurzer Sinn: Schauen Sie selber, was der junge Mann mit den schweren Schuhen im Training alles «MUSS». Interessant finde ich übrigens auch, was im Übungsraum von Markus Bendler sonst noch zu sehen ist. Ein Zeichen, dass er auch noch anderes als Klettern im Kopf hat?

VIDEO:

Eisprinz – Chapter one (with Markus Bendler) from Berni Kogler on Vimeo.

Markus Bendler, ein krasser Typ, oder?

15 Kommentare zu «Das krasse Training des Eiskletterkönigs»

  • Joachim Adamek sagt:

    Das Video ist wirklich super, Markus Bendler ein beeindruckender Kletter. — Und ich habe erkannt, dass ich wohl nie ein fitter Profi-Kletterer geworden wäre, was mich ein wenig mit meiner nicht immer spannenden Arbeit versöhnt.
    Was Bendler beim Klettern so durch den Kopf geht, weiss ich nicht. Aber ich greife die Frage gerne auf: Aus eigener Erfahrung kann ich nur anmerken, dass Sport — und insbesondere das Klettern — alles andere als “lusttötend” ist. Das Gegenteil dürfte zutreffender sein. Dass Liebe und Verliebtsein das Risiko am Berg erhöht, wage ich zu bezweifeln. Es sei denn … Aber wer krank vor Liebe ist, lebt ohnehin gefährlich. Schönes Wochenende!

  • Zyzz Whey sagt:

    Schwer beeindruckt! Scheinbar gibt’s derartige Topathleten also auch ausserhalb des New Yorker Central Parks!

  • Tarek sagt:

    Gebt mal im Youtube YouGottaCThis ein. Dagegen ist dieser drahtige Typ nichts. Mit 60 kilo Klimmzüge zu machen ist nicht dasselbe wie mit 90kg.

    • Trabant sagt:

      Naja, wirklich dynamisch ist das ja nicht. Zwischen einem Spitzenkletterer und ein paar Spielplatzposern liegen schon noch ein paar Welten. Abgesehen davon sind letztere auch nicht grad Schwergewichte – schwerer als 85 kg scheint in besagtem Video keiner zu sein.

      • Simon Honegger sagt:

        Naja, haut mich nicht vom Hocker. Hangwaage zum Beispiel sieht nicht annähernd so gut aus wie bei Markus Bendler. Und wird nach wenigen Sekunden schon wieder abgebrochen.

      • Tarek sagt:

        Also die $achen, die hier gezeigt werden http://www.youtube.com/watch?v=lLi3-MJYrlE&list=UUDE-VHg3Afl6dmmGWqbH6IA&index=9&feature=plcp finde ich ziemlich stark es kommt auch darauf an ob man etwas mit Schwung ausführt oder ohne. Der Begriff Spielplatzposer ist natürlich ein lustiges Wort, jedoch müssen Sie auch sehen, dass so eine Kletterausrüstung ziemlich teuer ist und diese Spielplatzposer wahrscheinlich nicht leisten können. Von der Optik der Körper will ich mal nicht reden. Ansonsten schauen Sie sich im Youtube Hannibal for King an,

    • Markus Blaser sagt:

      stimmt gar nicht, relativ zum Körpergewicht gesehen, bleibt Klimmzug eben Klimmzug. Jemand mit 90 Kg hat potentiell auch mehr Muskelfasern, was da höhere Körpergewicht wieder kompensiert. Unterschiede gibt’s dann im Trainingsstand (Fitnesslevel) und in der Sauberkeit der Ausführung.

    • Fritz sagt:

      also ich muss tarek zustimmen. schaut euch mal hannibal for king uf youtube an. wesentlich beeindruckender.

  • Alexander sagt:

    Wo man früher als „Training“ draussen am Fels/im Eis einfach so viele Klettermeter wie nur möglich abspulte, wird heute konsequent trainiert (vgl. Wolfgang Güllich, Kurt Albert): mit eingespielten Übungsabläufen indoor, ausgeklügelter Ernährung etc. Wer heutzutage an der Spitze dabei sein möchte, kommt um so ein Training nicht herum. Beeindruckend ist das allemal, was Markus Bendler so drauf hat. Ob ein Hobby-Kletterer so diszipliniert trainieren will/kann, stelle ich mal in Frage. Auf alle Fälle bin ich gespannt auf die weiteren 9 Folgen des Eisprinzen!
    @Natascha: Danke für den Beitrag!

  • Daniel sagt:

    Ah, mal wieder was für die weibliche Leserschaft vom Outdoor-Blog :-)

    • Sam sagt:

      Nein, sogar auch zur Freude für jene Männer, die gerne trainieren und die solche Videos als Motivation, Ideengeber fürs eigene Training betrachten. I like it.

      • Simon Honegger sagt:

        Ideengeber? Ich denke wenn du heute so zu trainieren beginnst, zerstörst du deinen Körper eher als dass du dieses Niveau erreichst. Wenn du bereits auf seinem Niveau bist, hast aber sicher auch einen eigenen, individuellen Trainingsplan.

  • captain kirk sagt:

    Da nun der Bendler drann war, frag ich mich mich wann kommt was über Will Gadd. Nach wie vor einer der besten wenn nicht der beste Eis- und Mixedkletterer „Spray On“ währe da doch ein super Aufhänger.

    Das Training vom Bendler ist aber schon Knüppelhart. Respekt!

  • Leonidas sagt:

    na, das nenn‘ ich mal ein wahres superburschi! respekt!!!

  • Daniel Küttel sagt:

    Boahhhh ich bin ja so neidisch auf seine Kraft. Einarmige Liegestütze krieg ich ja noch mit Rechts hin, aber dann ist Sense. Was der da treibt ist echt geil. Ein Workout wie man es sonst kaum sieht. Sensationell. Bis man soweit ist, sind viele Jahre Training nötig. *seufz*

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