Sechs Tipps gegen den Absturz

Ungewollter Abgang: Im Rennfieber ist das Sturzrisiko hoch. (Bild: Reuters)

Wer mit dem Velo im Gelände unterwegs ist, wird früher oder später stürzen. Das gehört quasi zum Sport dazu. Wenn ein Abgang über den Lenker glimpflich ausgeht, mag das für Fahrer und Zuschauer lustig ausschauen. Doch viele Stürze sind schmerzhaft und können mit ernsthaften Verletzungen enden.

Dabei zeigt sich immer wieder, dass viele ungewollte Absteiger zu vermeiden sind – denn die Ursachen sind oft die selben. Wenn man diese kennt und richtig damit umgeht, kommt man (oft) unfallfrei durch die Saison. Das richtige Verhalten beginnt lange bevor man auf das Bike steigt. Die Tipps gelten für Anfänger wie Könner:

Vor dem Biken

Korrektes Material
Biken ist derart vielfältig, dass es für jedes Terrain das optimale Gerät gibt. Wichtig ist, das vorhandene Material richtig einzusetzen. Mit einem leichten Bike kann man keinem Downhiller hinterher heizen, ohne Schäden an Körper und Bike zu riskieren. Und wer mit einem Cross-Country-Racebike über grosse Sprünge fliegen will, scheitert schnell an der Geometrie. Achtung auch bei Velos, die zwar dicke Reifen haben, aber nur für die Fahrt zum Bahnhof taugen: Sie versagen auf dem Trail schnell ihren Dienst und sind eine Sturzquelle. Planen Sie also keine Tour oder gar Ferien, wenn sie nicht sicher sind, dass Sie mit Ihrem Material sicher über Stock und Stein kommen.

Pflege und Kontrolle
Das beste Bike nützt wenig ohne die richtige Pflege. Selbst das teuerste Material lässt sich in die Knie zwingen. Pflegen Sie deshalb ihr Bike regelmässig oder bringen es zum Mechaniker. Wer sein Velo richtig reinigt, entdeckt Risse und andere Schäden meist bevor sie zum Bruch führen. Schrauben, Federelemente, Räder und vor allem die Bremsen/Beläge regelmässig überprüfen. Es ist nicht nur nervig, sondern auch gefährlich, wenn mitten in der Abfahrt die Bremsbeläge abgeschliffen sind oder Reifen kaputtgehen. Falls es zu einem Sturz kommt, unbedingt das Bike anschauen vor der Weiterfahrt. Harter Bodenkontakt kann z. B. den Lenker beschädigen. Im Zweifelsfall unbedingt auswechseln.

Fahrkönnen ehrlich einschätzen
Kaum verlässt man die bekannten Feierabend-Trails, wird der Entdecker-Instinkt geweckt und man fährt voller Neugier durch das unbekannte Gelände. Damit die Freude bis am Abend anhält, ist eine realistische Beurteilung des Trails und des eigenen Könnens elementar. Vor allem Männer und Fahrer(innen) in Gruppen unterschätzen schnell das Gelände, wenn sie jemandem hinterherfahren, der viel besser ist. Oder sie wollen die anderen nicht aufhalten und fahren zu schnell. Kommt es deswegen zu einem Sturz, erreicht man genau das Gegenteil: Man hält die anderen auf.

Kennen Sie einen Trail oder das Niveau einer Gruppe nicht, erkundigen Sie sich VOR dem Start. Im Zweifelsfall ist es am besten, wenn bei Abfahrten die Schnellen vorneweg fahren und die weniger guten hinten – mit einem Schlussfahrer, der sein Bike im Griff hat und genug Abstand lässt, damit kein Stress aufkommt. Dieser kann allfälligen Sturzopfern helfen und stellt sicher, dass die Gruppe komplett ist.

Auf dem Bike

Tagesform respektieren
Jeder kennt sich und den eigenen Körper am besten. Achten Sie beim Losfahren auf das Körpergefühl. Spätestens nach der Aufwärmphase merken Sie, wie fit Sie sind. Wenn Sie sich auch nach einem gemässigten Start nicht gut fühlen, dann seien Sie ehrlich zu sich selbst und fahren so, dass Sie die Strecke und Distanz trotzdem gut bewältigen können. Tückisch ist Schlafmangel oder eine lange Nacht mit Alkohol: Es schadet zwar nicht, danach aufs Bike zu steigen. Doch das allenfalls gute Fitness-Feeling hat keine Substanz und die Kraft und Reaktion verlässt einen im entscheidenden Moment. Generell gilt: Wenn Sie nicht 100 Prozent parat sind, vermeiden Sie neue Fahrmanöver, für sie gefährliche Stellen oder die Jagd nach persönlichen Bestleistungen.

Schlüsselstellen zuerst anschauen
Viele Stürze ereignen sich, weil Biker Sprünge, Kanten und anderen Hindernissen bewältigen wollen, ohne sie vorher angeschaut und richtig eingeschätzt zu haben. Dabei kommt es nicht nur auf gute Bikebeherrschung an. Auch ein Profi stürzt, wenn er eine Strecke nicht kennt. Doch im Unterschied zu Hobbybikern schaut er sich einen Trail vorher an. Beim Downhill gehen die Fahrer sogar zu Fuss über die Strecke und prägen sich jede knifflige Stelle ein. Das ist für den Alltagsgebrauch kaum nötig.

Hier gilt: Fährt man einen Trail nur einmal, muss man jederzeit eindeutige Entscheide treffen. Wird es schwierig, gibt es nur zwei Möglichkeiten. Entweder man ist sich SICHER, dass man weiterfährt, oder man steigt ab. Und zwar BEVOR man die Kontrolle verliert. Alles dazwischen führt zu Stürzen.

Fährt man einen Trail mehrmals, z. B. in einem Bikepark mit Bahn, ist die erste Fahrt ein lockeres Einrollen, dass mehr einer Besichtigung auf Rädern als «richtigem» Biken entspricht. Je grösser der Sprung, je schneller die Kurve und je enger die Linie, desto genauer wollen sie beachtet werden. Neben der Strecke anhalten und anschauen ist sinnvoll. Grundsätzlich gilt: Man muss sich exakt vorstellen können, wie ein Hindernis zu bewältigen ist. Wenn dabei Respekt aufkommt, ist das gut. Spielt Angst mit, ist es dafür noch zu früh.

Weltmeisterin am Boden: Auch Profis wie Petra Henzi stürzen. (Bild: Reuters)

Weltmeisterin am Boden: Auch Profis wie Petra Henzi stürzen. (Bild: Reuters)

Fahrkönnen richtig einschätzen
Was vor dem Biken gilt, gilt noch viel mehr auf dem Bike: Super Material und Fitness nützen nichts, wenn man im Flow ist und übermütig wird. Klar ist es etwas vom Besten, wenn man die eigenen Grenzen erweitern kann und am Ende des Tages mit kindlicher Freude an das Erreichte zurückdenkt. Um an diesen Punkt zu kommen, darf man den Kopf aber nicht ausschalten.

Auch wenn das besonders für junge Fahrer gilt, kann es auch erfahrenen Bikern passieren, wie ich unlängst feststellte. Als ich kürzlich einen Bekannten Anfang 60 traf, trug er eine Halskrause. «Ich war auf dem Uetliberg unterwegs und so gut im Fluss, dass ich dachte, den neuen Sprung, den schaffe ich», sagte er. Statt auf den Rädern landete er auf dem Kopf. Glücklicherweise geht es ihm inzwischen wieder gut.

Welche Erfahrungen haben Sie mit Stürzen gemacht, wie Schützen Sie sich? Gehört für Sie das unfreiwillige Absteigen zum Biken dazu oder ist es vermeidbar?

39 Kommentare zu «Sechs Tipps gegen den Absturz»

  • Massimo sagt:

    Was ich schrecklich finde, bei Video Nr. 5 wird der Biker von er Piste gezert, ohne dass man weis, ob er sich was gebrochen hat. Schlimmstenfalls sitzt er nach und wegen solcher Aktionen im Rollstuhl. Beim Video Nr.7 ist ein selten dämlicher Kommentar, genau wie beim Skifahren, ein Spurfehler führt zur Fahrt in den Baum. Und wegen den Bikern auf Wanderwegen, da gibt es eine einfache Regel, der Biker bleibt stehen, bis die Wanderer vorbei sind, alles andere ist reiner Nonsens.

  • Matthias Ott sagt:

    Egal was für Tipps man beherzigt, es wird immer wieder einmal Stürze geben beim biken. Mir scheint es daher auch wichtig, dass man als Biker eine Grundahnung von 1. Hilfe hat sowie das grundlegenste Material dabei hat. Sehr praktisch sind die IVP (Individuelles Verbandspacket) aus dem Militär. (Gilt als Verbrauchsmaterial, also im nächsten WK ruhig mal lieb den Feldi fragen) Ich habe noch eine kleine Ampulle Desinfektionsmittel draufgeklebt. Fertig ist die kompakteste Taschenapotheke!

    PS: Eine Apotheke dabei zu haben schützt auch präventiv, wegen der Wirkung von Murphys Gesetzen. Dieses Jahr ein einziges Mal die Apotheke vergessen, prompt landete ich 3x kurz nacheinander auf der Fresse… ;-)

  • Thömu sagt:

    Es sind hier gute Tipps, welche für Profis wie auch für Beginner gelten und umgesetzt werden sollten. Ich bin der Überzeugung, dass die Fahrtechnik trainiert und stets verbessert werden kann, was das Risiko von Stürzen ebenfalls verkleinert. Es gibt viele Fahrradfachgeschäfte, welche Fahrtechnikkurse anbieten. Die sind echt gut und es lohnt sich, als Biker in diesem Bereich einen kleinen Geldbetrag zu investieren.
    In den vorherigen Beiträgen ist oft die Rede von Konflikten zwischen Wanderen/ Alpinisten und Mountainbiker. Ich verstehe da die kompromisslose Einstellung gewisser Wanderer nicht, welche sich hier im Forum gemeldet haben. Es ist klar, dass die geforderte Rücksichtnahme der Karbon-/ Alupiloten mehr zu beachten ist. Ich behaupte, dass bei einer Begegnung zwischen Wanderen und Bikern den Fussgängern der Fortritt gewährt werden muss. Ein bestehendes Misstrauen kann sehr gut mit einem freundlichen „Grüezi“ und einem „Danke schön“ aufgehoben werden, wenn der Wanderer freundlicherweise zu Seite steht, um das Zweirad passieren zu lassen. Ich appeliere deshalb an alle Biker, den vorhandenen Kodex zu respektieren und umzusetzen. In unseren Erholungszonen ist Platz für alle, und gewisse Gemeinden im Kanton Zürich können das Geld auch anders investieren, als Bikeverbots-Signalisationen zu montieren.

  • awayguy sagt:

    Also ich schau beim Herunterfahren, dass mein Schwerpunkt immer hinten am Bike ist. Sessel möglichst tief unten. Hintern dann möglichst weit hinten. Notfalls kann ich das Bike loslassen und hinten besser abspringen.

    • tömsi sagt:

      Das ist genau das Falsche, der Schwerpunkt sollte beim Runterfahren mehr oder weniger am gleichen Ort sein wie beim geradeaus Fahren. Sattel runter und es mit genug Tempo rollen lassen. Schwerpunkt zu weit hinten bedeutet keinen Druck am Vorderrad, dann kannst du weder Lenken noch Bremsen, das Hinterrad rutscht weg und du liegst auf dem Trail.

    • pat sagt:

      das ist richtig so.. vor allem wenn man mit einem sessel unterwegs ist :-)

  • Pedro sagt:

    Biker gehören auf extra dafür gekennzeichnete Trails und Velofahrer gehören auf den Radweg. Berg- und Wandersport soll nicht durch den Bikesport verhunzt werden. Punkt. Ende. Es gibt hier im Kanton Zürich Gemeinden, dort ist das Biken auf Wanderwegen explizit untersagt. In den Ferienorten wird das natürlich nicht gemacht, aus Angst der Bikerindustrie und der Verkehrsvereine, dass da die kaufkräftige Klasse der Biker ihr Geld nicht oder woanders ausgeben könnte.

    • Lucky_Looser sagt:

      Ich halte es so:
      Biker dürfen Wanderwege grundsätzlich befahren. Schwächere, also Wanderer, Kinder, Hunde etc. haben auf dem Wanderweg aber ein absolutes Vortrittsrecht. Biker müssen ihre Fahrweise so anpassen, dass sie dieses Vortrittsrecht JEDERZEIT gewähren können.
      Punkt. Ende.

    • Raphi sagt:

      Blödsinn. Ich habe es satt diese Biker-Wanderer Debatte von diesen ewiggestrigen Mitbürgern anzuhören. Kommen Sie doch endlich in der Realität an !!! Sie mit Ihrem Gemotze sind zum Glück eine kleine Minderheit. Heute gibt es eine ganze Palette von Nutzern die Wanderwege benutzen. Wollen Sie 300’000 Biker ignorieren ? Ein 50-jähriges Waldgesetz aus einer Zeit wo es noch gar keine Mountainbikes gab ist nicht mehr relevant und bedarf einer Revision. Ich fahre wo es mir passt, selbstverständlich mit Rücksicht und Respekt. Punkt. Ende.

    • Roger sagt:

      Und was genau hat das jetzt mit dem runterfallen vom Bike zu tun? Oder einfach mal wieder schlecht drauf und ein bisschen Meinungsmache beteiben? ;)

  • Erwin Wyss sagt:

    Als einer, der an einer (nachts nicht beleuchteten, kaum farblich markierten) „Autoschwelle“ seine Zahnbrücke im Asphalt „abgeändert“ hat, möchte ich die Community fragen:
    gibt es einen leichten „Integral-Helm“ d.h. mit Kieferbügel, mit dem man nicht wie ein Astronaut aussieht?
    Herzlichen Dank für Bezugsquellen und ev. positive Erfahrungen!

    • Sandro sagt:

      @Ermin. Ich habe einen von Specialized. Hat so ziemlich die gleichen lüftungen wie ein normaler Fahrradhelm ist aber meineserachtens nicht so wuchtig. naja das mit dem Astronaut ist halt nunmal nicht ganz wegzukriegen. erhältlich in einem z.B grossen Sportfachgeschäft in Rapperswil Kostenpunkt glaube ich um die 300.-

    • Joyride sagt:

      Google doch mal den Met Parachute. Das ist eine Mischform zwischen einem Crosscountry und Freeride Helm. Den Integralbügel kannst du sogar abschrauben. Er ist bedeutend leichter als ein normaler Integral Helm.

      • Sandro sagt:

        Die Combohelme sehen super aus. Jedoch wurde er mir im Detailhandels nicht empfohlen. Scheinbar sei die „Brücke“ zwischen Integralbügel und Helm empfindlich und schütze nur mäsig. resp. gehe sie schon bei kleineren Stürzen zu bruch.
        Hat jemand den Erfahrungen damit?

    • Bruno sagt:

      http://www.casco-helme.de, Modell Freerid. Kinnbügel kann einfach weggenommen bzw. montiert werden. Ist ein absolut genialer Helm, lernte den (leider) erst nach einem schweren Bikeunfall vor 3 Jahren mit gravierenden Gesichtsverletzungen kennen.

      • Toby sagt:

        Den Viper hatte ich im Laden mal in der Hand, der Bügel ist mir bei ausprobieren noch im Laden einfach abgebrochen. Seitdem habe ich die Idee eines Hybrid-Helms aufgegeben und habe nun zwei Helme, eine CC-Schüssel und einen Integralhelm.

  • stef sagt:

    Es gibt eigentlich nur ein paar wenige Punkte die helfen Stürze zu vermeiden:
    1. richtiges Bike für entsprechen Gebrauch
    2. Sattel runter im Gelände! Ich lache jedes mal wenn wieder einer von seinem eigenem Sattel über Lenker katapultiert wird..
    3. immer mit genügeng Geschwindigkeit fahren! Ein Stein oder ein Schlagloch bemerkt man fasst gar nicht mehr wenn man schnell genug unterwegs ist. Aber wehe du tuckerst vor dich hin und dein Vorderrad bleibt am Stein oder im Loch hängen–> guten Flug..;)
    4. schaue immer dorthin wo du fahren willst und weit genug voraus! Ich garantiere euch, wenn ihr ein Hindernis anstarrt, dann werdet ihr auch bekannschaft mit ihm machen;)
    5. Überschätz euch nicht! Ein Stadt-Zürcher der schaft mit seinem Fixi zwei Stufen hinuter zu fahren, hat noch lange nichts auf einer Downhillstrecke zu suchen..;)

    Und dann noch ein kleiner Tipp wenn man doch mal stürzt: lernt richtig zu Stürzen! wer sich vom Bike katapultieren lässt wie Kartoffelsack, der wird anschliessend auch mehr Schmerzen haben..

  • Otto Liebschitz sagt:

    Ich würde mit einem Velo auch nicht in solch unwegsames Gelände gehen.

  • Rainer sagt:

    Ich habe das Glück, das ich irgendwie das „Fallen“ nicht verlernt habe.
    Wenn ich stürze mache ich instinktiv eine (mehr oder weniger gelungene) Rolle und habe mich so noch nie ernsthaft verletzt.

    Hilfreich ist auch:
    – kein Übergewicht
    – entsprechende Muskulatur nicht nur an den Beinen – bei Stürzen müssen Arme oder andere Körperteile z.T. das ganze Körpergewicht auffangen!
    – Fitness und Konzentration

    Protektoren habe ich nicht. Helm schon. Handschuhe will man auch.

    Wie im Artikel erwähnt ist es extrem wichtig, auf den eigenen Körper zu hören.
    Wer sich „irgendwie“ nicht fit fühlt aber trotzdem wie ein Blöder den Trail runterhechtet wird früher oder später die REGA kennen lernen.

  • Steve L. sagt:

    @Peter: Warum sollte ich nur auf Velowegen fahren mit meinem Moutainbike? Es gibt keine Pfade die NUR für Wanderer sind, dass sollte endlich mal klargestellt werden. In Graubünden darf mann auf jedem Wanderweg mit dem Bike fahren und dies geht auch Problemlos. Ich bin ein Biker der immer langsam an den Wanderen vorbeifährt oder sogar absteigt. Ich grüsse immer alle und wenn ich mal ein bischen schneller komme auf einer breiten Forststrasse und die Wanderer laufen zu viert nebeneinandern, dann kann i leider auch nichts dagegen tun. Es wurde aber noch nie gerfährlich, ich habe mein bike im Griff und kann problemlos stoppen. Ich bin auch nur ganz selten auf so total ignorannte Wanderer ( oder Fussgänger ) gestossen, dass es zu einer heftigen Diskussion kam. Aber ich habe au null Verständniss wenn ein Wanderer nach z.B. Lenzerheide in die Ferien kommt und dann sich an jedem Bike aufregt. Jeder hat das Recht die Wanderwege zu nutzen. …zeigen sie mir einen Weg der nur für Wanderschuhe geignet ist. Mit dem richtigen Können ist fast alles fahrbar.

    Den Bericht finde ich super, aber noch ein Tip für alle die soviso immer mit Rucksack fahren. Von Evoc oder von Deuter gibt es Rucksäcke mit eingebauten Rückenpanzer. Der Evoc Freeride Trail z.B. ist nur 1,3 Kilo, also nicht viel schwerer als ein normaler Rucksack. Damit ist der Rücken natürlich nicht so gut geschützt wie mit einem seperaten Rückenpanzer, aber viel besser als ohne. Zum Luftdruck, nicht einfach auf ein Minimum senken, sondern zuerst gedanken machen ob man den richtigen Reifen hat. Ich z.B. fahre mit 2,4er Reifen in DH ausführung an meinem AM-Bike mit 1-1,5 bar und der Grip ist fantastisch. Breite Felgen sind auch nötig wenn man mit wenig Druck fährt, sonst knickt der Reifen in der Kurve weg und ganz wichtig, wenn sie nur 1-2 Bar im Reifen haben, ganz vorsichtig auf Teerstrassen. Mir ist in einem Kreisel mal der Reifen weggeknickt… Jedem kann ich auch eine Absenkbare Sattelstütze empfehlen.

    • Christian sagt:

      „zeigen sie mir einen Weg, der nur für Wanderschuhe geeignet ist“. Gibt ziemlich viele Wege und Routen, wo man als Biker sein Bike ein paar Stunden auf den Rücken nehmen muss, um durchzukommen. Ausser man ist lebensmüde.

      Wünsch Dir noch viele schöne Bike-Tage. Wenn ich Dir über den Weg trample, werde ich dich auf jeden Fall grüssen.

    • chimpanzee sagt:

      „Es gibt keine Pfade die NUR für Wanderer sind, dass sollte endlich mal klargestellt werden“ Diese Aussage ist falsch, bzw. unwahr!!!!

      • Steve L. sagt:

        @Christian: So viele Wanderer wie in letzter Zeit abgstüzt sind, sollten sehr viele wege auch für Wanderer geschlossen werden.Das Bike ein paar Stunden auf dem Rücken Tragen ist ja kein Problem. Z.B. der Murettopass lässt sich auch mit dem Bike bezwingen, falls jemand diesen Pass kennt, weiss er wovon ich spreche.

        @chimpanzee: Warum meinst du? Mir geht es nicht darum ob etwas fahrbar ist oder nit, aber der Wanderweg ist auch für Biker. Ich sehe keinen Grund warum diese Wege nur für Wanderer sein sollen. Als Trailrunner dürfte ich also auch nicht auf diese Wege? So leid es mir tut, aber wir leben nicht in den 50er Jahre, ihr könnt uns nicht vertreiben. Wenn jeder so „a stuura Grind“ hat, wird es immer zu Problemen kommen. Die Strasse ist auch nicht für Offroader, vorallem ZH, AG und SZ Touristen sollten dies mal überlegen…

        Zum Glück sind bis auf wenige Ausnahmen alle Wanderer tollerant und hoffentlich bleibt es auch so.

      • Toby sagt:

        Doch, die gibt es. Sie sind aber selten und immer mit einem offiziellen Fahrverbot ausgeschildert.

  • Peter sagt:

    Was sollen alle die Vorschläge der Sturzvermeidung? Velos (auch Bikes) gehören auf den Veloweg, und nicht auf Wanderpfade. Die extra angelegeten Trails und Downhills sollen die Biker befahren, aber nicht Pfade, die wirklich NUR für gute Wanderschuhe geeignet sind. Als alpiner Wanderer habe ich Situationen gesehen, die mir die Haare zu Berge stehen liessen, und ich schon das Handy in die Hand nahm, um sofort die Rettung rufen zu können.

    • Rodels sagt:

      Sind Sie denn schon mal mit dem Bike auf einem BIKE-Trail (=Veloweg) unterwegs gewesen?! Das sind keineswegs Velo-„Autobahnen“; auch da gibt es mehr oder weniger ansprochsvolle Ausprägungen, wo solche Tipps durchaus gelegen kommen. Im Allgemeinen muss ich Ihnen aber zustimmen; als Jäger und Hochalpin-Tourengänger sind mir auch schon Biker unter die Augen gekommen, wo ich hinsichtlich deren Fahrkönnen nur den Kopf schütteln konnte und auch schon auf Aussichtspositionen ein präventives längeres Beobachtungspäuschen eingelegt habe um evtl. Hilfe zu leisten/anzufordern.

    • stef sagt:

      Ich kann ihnen versichern, dass ich auf Wanderwegen (die wie sie meinen, nur für gute Wanderschuhen geeignet sind) einiges sicherer unterwegs bin mit meinem Bike, als manch ein Wanderer. Es ist alles nur eine Frage des Könnens und der Selbein- bzw. Überschätzung… Habe auch schon Biker im Gelände gesehen, denen es warscheinlich sogar auf einer Autobahn schwer fällt gerade aus zu fahren. Bei solchen Leuten hält sich mein Mitleid aber stark in Grenzen.

      • Joyride sagt:

        Hallo Peter. Velos + Bikes gehören auf den Veloweg? Hmmm…glaube nicht dass vollgefederte Bikes für Velowege gebaut werden. Mountainbikes schreien nach den Bergen (wie auch der Name schon sagt) und nach Trails. Natürlich gibt es auch unter Bikern Leute die sich überschätzen oder sich idiotisch verhalten, Stürze gehören aber einfach auch zum Bikerleben, aber lass die Biker doch stürzen, sie tun dir doch nichts. Wanderer und Biker sollen sich mit Respekt begegnen. Also ich sag immer freundlich „Hallo“ und „Danke“.

  • Pratval sagt:

    Simons Tipps im Betrag sind zwar richtig, aber doch sehr allgemein. Dagegen kann ich Lucky_Looser nur beipflichten:

    – Sattel des CC-Bikes vor der Abfahrt runter, damit man den Schwerpunkt (Arsch)) hinter den Sattel bringt
    – Blick nicht fixieren und immer auf den Aussenradius der Kurve richten
    – Luftdruck der Reifen auf Minimum senken, speziell bei nassen Verhältnissen, Steinen und Wurzeln
    – Rucksack gut um die Hüfte festzurren, sonst kommt er von „hinten“

    so mach ich es zumindest, Bodenkontakt und blaue Flecken gehören trotzdem halt dazu.

    happy trails, Pratval

  • Mike sagt:

    Das sind natürlich alles gute Tips, nur erklären sie die Crash-Kategorie „hier bin ich schon tausendmal durchgefahren, warum hat’s mich heute auf die Schnauze gehauen“ nicht…

  • Sandro sagt:

    Ich fahre selbst den Üetlibergtrail nur mit Bodypanzer Knie-Schienbeinschoner und Integralhelm. Schluss endlich ist es mein Körper und es würde mich massiv ärgern wenn ich mich ohne Ausrüstung verletzen würde, obwohl ich sie ja zuhause habe. Da nehme ich die komischen Blicke gerne in Kauf und lass mich auch durch weniger geschützte Leute die mich überholen nicht ärgern. Glücklicherweise bin ich noch nie grossartig gestürzt, konnte mir aber so schon einige Prellungen und Schürfungen vermeiden. Also safty first, Helm auf und Kopf einschalten. Ach ja, langsam fahren alleine ist auch nicht sicher. Meinen letzten Sturz hatte ich mit schätzungsweise 1.5 Km/h da ich dummerweise mit der Pedale hangen geblieben bin. Mit dem nötigen Schwung wäre das nicht passiert. Aber aus Stürzen kann man ja auch lernen

    • Toby sagt:

      Auch wenn Du grundsätzlich recht hast mit der Vollpanzerung, finde ich, es ist auf Wanderwegen auf diese zu verzichten. Denn dass Wanderer kein Verständnis dafür haben, wenn irgendwelche Irre mit Integralhelm vollgas an ihnen vorbeidonnern, kann ich gut nachvollziehen.

      Ich kenne es selber. Sobald ich mit Vollpanzerung fahre, traue ich mich ein wenig mehr zu und fahre vor allem schneller.

  • Adi sagt:

    Ein Tipp den ich hinzufügen möchte ist: wie länger der Ride, desto grösser die Sturzgefahr. Praktisch alle meine Stürze ereignen sich am Ende eines Rides. Man wird müde, die Schnellkraft und vor allem die Konzentration lässt nach. Darum gilt für mich: stark anfangen und dann beim ‚Abschluss‘ (letzte Runde oder zurück zum Trailhead) wieder etwas zurück schrauben. Ist ja z.B. beim Skifahren das selbe.

  • Lucky_Looser sagt:

    Mit meinen 43 Jahren und 25 Jahren Bikeerfahrunn musste ich schon mehrmals meine Biketechnik anpassen. Ich habe folgende Tipps:

    -Allen älteren Semestern, die noch mit uralten Bikes mit superlangem Oberrohr/Vorbau und schmalem Lenker unterwegs sind, empfehle ich mal ein modernes All-Mountain Bike mit um die 140mm Federweg zu mieten oder zu kaufen. Denn bezüglich Geometrie und Federung hat sich einiges getan, was sich natürlich auf Komfort und Fahrsicherheit auswirkt.
    -Bei schwierigen Passagen unbedingt den Sattel runterstellen!
    -Druck auf dem Hinterrad (bin selber lange mit zu viel Druck auf dem Vorderrad gefahren) und auf dem Tretlager (Kurvenaussenseite). Finger weg von der Vorderrad-Bremse ;-)!
    -Ein zu langsames Tempo ist genau so schlecht wie ein zu schnelles, weil man so in jedes Hindernis eintaucht.
    -Blick nicht auf die Hindernisse richten, sondern auf den Weg durch die Hindernisse hindurch.

    • tömsi sagt:

      Lucky ich gebe dir in allem Recht bis auf den Druck am Vorderrad! Den braucht man um zu Lenken und um zu bremsen auch wenn es noch so steil ist immer beide Bremsen brauchen. Ist wie beim Auto 60% Vorne und 40 Hinten. Ist natürlich wenn es Nass ist einbisschen anders mit den Wurzeln uns so aber ohne Vorderbremse Biken ich weiss nicht. Ich wechsle auf jeden Fall meine Bremsbeläge Vorne immer vor denen Hinten.

      • Lucky_Looser sagt:

        Hallo tömsi

        Das mit der Vorderrad-Bremse war natürlich etwas übertrieben geschrieben drum auch den ;-). Wollte damit einfach sagen, dass es mit etwas Flow, also Speed, häufig besser über Hindernisse geht als mit krampfhaften Bremsen.
        Bezüglich Druck VR/HR habe ich wirklich die gegenteilige Erfahrung gemacht und würde eher von VR/HR=40/60 ausgehen. Ich finde mit Druck auf dem Tretlager/Hinterrad kann ich das Bike nun viel besser durch die Kurve „drücken“ und aus der Kurve herausbeschleunigen und so etwas Downhill-Feeling light geniessen.

        • Piero sagt:

          Hallo zusammen

          Ich bin nun 47 Jahre alt/jung und bin seit es die ersten Biike’s gab damit unterwegs. In der Zwischenzeit hat sich sehr viel verändert und ich muss Lucky Recht geben: Alle die noch mit alten Biks unterwegs sind, sollten mal die neuste Generation testen. Ihr werdet sehen wie viel besser es sich fahren lässt.
          Bezüglich Bremsdruck habe auch ich die Erfahrung von VR/HR=40/60 gemacht. Das Bike ist viel besser zu kontrolieren!
          Zudem je wenigen Druck in den Reifen desto bessere Traktion auf den Trail’s. Erhöht natürlich das Risiko eines Durchschlag aber der Konfor ist bei weitem besser.

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