Joggen in den Ferien: 17 Tipps

Joggen in den Ferien

Joggen im Urlaub entspannt. Aber man sollte nicht einfach drauflos laufen, wenn man die Gegend nicht kennt und sich die Hitze nicht gewohnt ist. (nk)

Sie reisen bald in die Ferien und möchten Ihr Laufprogramm trotzdem nicht unterbrechen? Oder Sie wollen dort endlich durchstarten und wieder mit dem Training anfangen? Ich jogge fast immer, wenn ich in den Ferien bin, egal wo mich die Reise hingeführt hat – in den Norden, in den Süden, Osten, Westen. Über die Jahre konnte ich einige Erfahrungen sammeln. Hier meine Tipps:

Generell:

1. Nachdem Sie angekommen sind: Besorgen Sie sich eine Landkarte, auf welcher Sie die Strassen und Wege im Voraus studieren und sich eine Strecke festlegen können. Meistens gibts solche Karten gratis im Hotel oder im Tourismusbüro. Fragen Sie Einheimische, suchen Sie Parkanlagen (insbesondere bei Städtereisen).

2. Nehmen Sie eine Visitenkarte des Hotels mit, oder schreiben Sie die Adresse Ihrer Unterkunft auf. Wenns dumm geht, verirrt man sich in einer unbekannten Gegend schneller als man denkt (mir schon passiert).

3. Was Neu- und Wiedereinsteiger beachten sollten, lesen Sie hier.

Joggen im Süden, wo es wärmer ist als bei uns:

4. Laufen Sie nicht in der brütenden Mittagshitze. Das kann für den Kreislauf gefährlich werden, ausserdem sind die UV-Strahlen für die Haut ungesund.

5. Laufen Sie am besten frühmorgens, dann ist die Luft noch am kühlsten und der Körper ausgeruht. Das bedingt jedoch, dass man am Abend vorher nicht zu spät ins Bett geht und nicht zu viel Alkohol trinkt.

6. Nach Sonnenuntergang zu laufen, geht zwar auch, empfiehlt sich aber weniger als der Morgenlauf, weil es bald eindunkelt und die Temperaturen immer noch hoch sind.

7. Trinken Sie morgens vor dem Lauf etwas, danach viel Wasser (den ganzen Tag über). Auch eine fettarme Bouillon hilft dem Körper. Manche schwören auf isotonische Getränke (ich nicht).

8. Falls Sie alleine laufen, den iPod im Zimmer lassen. Gerade in unbekannten Gegenden lauern manchmal Gefahren, die wir bei uns nicht unbedingt gewohnt sind (z. B. Autos, die um enge Kurven schiessen).

9. Streunende Hunde können ein Problem sein. Sich vorsorglich gegen Tollwut impfen lassen.

Strandlauf

Barfusslaufen im weichen Sand gilt als besonders schonend für die Gelenke. Ich mache es trotzdem nicht mehr.


Laufen im Sand:

Dem Strand entlang joggen ist zwar ein unvergessliches Erlebnis, aber es birgt einige Tücken:

10. Ist der Strand stark abschüssig, werden die Hüften ungleich belastet, es drohen Überlastungsbeschwerden. Darum eher kurze Strecken mehrmals hin und her laufen, damit beide Körperseiten gleich beansprucht werden.

11. Der weiche Sand stärkt Unterschenkel und Fussmuskulatur. Aber er kostet Kraft. Ökonomischer läuft es sich nahe der Wasserlinie, wo der Sand fester ist.

12. Da die Anstrengung im weichen Sand ebenfalls eine ungewohnte Belastung für Unterschenkel und Füsse darstellt, droht auch hier Überlastung oder gar Verletzung. Ich selber trainiere deshalb in den ersten Tagen nur etwa eine Viertelstunde im Sand und mache danach zum Beispiel auf der Strandpromenade weiter.

13. Barfusslaufen wird sehr empfohlen, es gilt als besonders gelenkschonend. Ich mache es nicht mehr, seit mir in Indien am Strand ein Stück Holz ein Loch in den Fuss gebohrt hat und ich danach eine Blutvergiftung hatte.

Joggen im Familienurlaub:

14. Denken Sie daran, dass Sie zuhause noch das ganze Jahr über trainieren können. Nehmen Sie sich Zeit für die Familie.

15. Wenn Sie in den Ferien gar keine Lust auf Joggen haben, dann geniessen Sie die lauffreie Woche und trainieren Sie einfach wieder mit Freude, wenn Sie zurück sind.

Sportalternativen:

16. Wenn ich in einem Hotel logiere, das Sport-Animationsprogramme anbietet, nehme ich da zur Abwechslung teil. Manchmal ist das witzig, zudem lernt man dort andere kennen, mit denen man am nächsten Morgen gemeinsam eine Laufrunde machen könnte.

17. Falls Sie Aktivferien gebucht haben, etwa in den Bergen, zum Wandern, Biken, Klettern: sehr gut! Da können Sie  Ihr Laufprogramm mal vergessen. Es joggt sich jedoch auch auf der Alp bestens, bergauf ebenfalls.

Wie sportlich verbringen Sie Ihre Ferien?

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9 Kommentare zu «Joggen in den Ferien: 17 Tipps»

  • Patrick sagt:

    Sport in den Ferien gehört für mich dazu. Dann hab ich endlich mal genügend Zeit um neben dem Joggen oder Radfahren noch zu Faulenzen und zu geniessen. Wichtig ist einfach, dass wenn es sehr heiss ist die Elektrolytversorgung nicht vernachlässigt wird. Kochsalz in den Bidon reicht leider nicht immer aus (und ist je nach Mischung nicht wirklich geniessbar). Dafür gibt es z.B. Saltstick – Salz- bzw. Elektrolyt-Kapseln. Am liebsten trinke ich – sofern ich etwas länger unterwegs bin Apfelsaftschorle – einfach und erfrischend. Die Spezialgetränke, Gels etc. sind dann was für Wettkämpfe oder harte Trainings….und das sicher nach den Ferien!

  • Daniel Küttel sagt:

    Also ich kann das Joggen am Strand gar nicht empfehlen, ausser es kann jemand jeden Tag dort trainieren. Mit nackten Füssen: Je nach Sandgrobheit kann der Sand sich in die Haut der Füsse bohren. Dies birgt das Vergnügen (ironie) danach mit einer Pinzette die kleinen Sandteile wieder raus zu puhlen. Macht super Spass *grummel*

    Mit Schuhwerk: Man sinkt beim Joggen (auch wenn man etwas näher am Wasserverlauf joggt mit härterem Sand) viel mehr ein. Man führt so unfreiwillig eine übertriebene Abrollbewegung aus. Dies beansprucht die Wadenmuskulatur übermässig was somit rasch zu Krämpfen oder Zerrungen führen kann. So kann man sich ganz rasch den Urlaub vermiesen.

    Mit streunenden Hunden ist in der Tat nicht zu spassen und nein die wollen nicht einfach nur spielen. Etwas verwilderte Hunde haben ebenfalls ihre Reviere und wenn man da eindringt (obwohl man dies nicht will) werden die rasch ungemütlich. Den Hund nicht ignorieren und nicht den Rücken zu drehen. Nicht nach dem Hund treten wenn man keine langen Hosen trägt. Einen Gegenstand suchen und so das Vieh auf Abstand halten. Auch wenn der Hund noch so knuddelig aussieht, nicht in die Knie gehen wenn man beruhigend auf ihn einreden will, er könnte ins Gesicht schnappen.

    In den Ferien empfehle ich eher ein Trainingscenter. So blöd das auch klingt, aber man wird in den Ferien rasch vor Situationen gestellt die man in der Schweiz nicht kennt.

    Wer wirklich das Joggingfieber packt soll sich bloss Wege aussuchen bei dem er weiss dass diese auch etwas befahren sind. Wenn was passiert dann hat man wenigstens immer wieder Leute die anhalten und helfen können.

    • Sgt Klinger sagt:

      Das wegen streunenden Hunden kann ich bestätigen, nachdem ich (ein paar Jahre her) vor 2 grösseren Hunden nur noch ins Meer flüchten konnte. Generell bewege ich mich gerne in den Ferien, v.A. am/im Wasser, aber speziell Jogging suche ich nicht ausser die Bedingungen sind schon offensichtlich extrem gut. Dieses Jahr: kleinere Insel, parallel zu den auf 30km/h reduzierten Strässchen immer Velo/Fussgängerpfade, kein Verkehr, alles flach, früh morgens so 20 Grad (mittag = 32-34 Grad), Strand extrem breit, flach und hart. Es hat richtig Spass gemacht um 7 eine Stunde zu joggen, die Hälfte Zeit auf den Pfaden und dann retour auf dem Sand. War froh, dass ich die Laufschuhe mitnahm. Aber wenn die Bedingungen nicht so gut sind kann ich auch sehr gerne 2-3 Wochen auf Joggen verzichten.

    • Lukas sagt:

      „… man wird in den Ferien rasch vor Situationen gestellt die man in der Schweiz nicht kennt.“ => Kann ich nur zustimmen. Besonders wenn man Sport treiben möchte in einem für einen selbst noch unbekannten Land unbedingt über die Bedingungen informieren: Klima, Tiere, Verbote …
      Zugegeben, beim Joggen hatte ich bisher noch keine Probleme, wurde aber mal von einer Leuchtqualle (umgangssprachlich auch Feuerqualle) „gebissen“. Hätte ich mich informiert hätte ich gewusst, dass man an dem Strand nicht baden darf… Die Dinger brennen wie Sau. Wie Brennesseln, einfach 3 mal stärker und länger. Ich hätte drauf verzichten können.

  • Helmut Katzgraber sagt:

    Um verletzungsfrei am Strand zu laufen empfehle ich die Five Finger Schuhe von Vibram. Sie lassen sich extrem gut verpacken (sehr kompakt) und liefern eine ‚zweite Haut‘ unter den Fuessen. Auch werden die Unterschenkel viel besser trainiert. Nachteil: Man sieht damit ziemlich daemlich aus…

  • hotrock sagt:

    Anstelle der Landkarte oder Karte vom Hotel habe ich die besten Erfahrungen mit Google Earth gemacht.

  • pius meier sagt:

    Ich beobachte oft die Gesichter der Jogger und Joggerinnen und frage mich dann, ob die wirklich Freude daran haben. Warum nicht einfach spazieren und Zeit haben um die Umgebung zu geniessen. Es sind ja schliesslich Ferien…..einfach als kleine Anregung

    • Sandro sagt:

      Das denke ich jeweils auch. Ich meine, wer nicht wirklich Profi-Sportler ist sollte doch auch mal 2-3 Wochen ohne Laufsport auskommen können. Für den Geist tut es jedenfalls gut, mal das Standard Programm zu ändern und einen anderen Rhythmus zu wählen. Es darf dann auch mal ein Tiramisú mehr sein. In Abwandlung zu einem bekannten Sprichwort gilt für mich: Gesunder Geist, gesunder Körper :o)

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