Was jeder Mann auf dem Bike können will – und die Anleitung dazu

Wie bei allen Manövern auf dem Bike gilt: Schrauben anziehen.

Wie bei allen Manövern auf dem Bike gilt: Schrauben anziehen.

Bike-Typen gibt es mindestens ein Dutzend. Die einen wollen so schnell wie möglich bergauf, die anderen rasen lieber runter. Dann gibt es solche, die möglichst lange Touren fahren und solche, die das Rennfieber lieben. Wiederum andere nehmen die Bahn – oder fahren lieber auf flachen Trails. Sie alle verbindet aber nicht nur die Faszination für Stollenpneus.

Meist keimt der Wunsch in der Kindheit auf, besonders ausgeprägt bei den Knaben: Sie wollen auf dem Hinterrad fahren. Wenn sie schon keine Männer sind, so wollen sie wenigstens das Männchen machen. Kein Bub, der nicht irgendwann beginnt, an seinem Lenker zu reissen, mit der festen Absicht, sein Velo aufbäumen zu lassen wie ein Reiter sein Pferd.

Frustration macht sich breit

Manch einer gibt nicht so schnell auf und irgendwann gelingt es ihm, meist erst als Teenager, fünf oder gar zehn Meter auf dem Hinterrad abzuspulen. In der Regel wars das dann aber auch schon. Eine leise Frustration setzt ein, die oft nie ganz aus dem Bike-Gedächtnis verschwindet. Denn das Gefühl für das echte Männchen, für die Kontrolle über das Bike und die Überlegenheit gegenüber den Kollegen auf dem Schulhausplatz, das alles fehlt.

Und weil Sport auch etwas Spielerisches hat, versuchen selbst gestandene Biker immer wieder, ihr Gerät zum Männchen zu bewegen. Im Gegensatz zur Kindheit hat es jetzt zwar Scheibenbremsen, eine Federung und ist mindestens zehnmal so teuer wie der Göppel von damals. Deswegen ist das Hinterradfahren aber nicht automatisch leichter.

Plus an Kontrolle im Gelände

Dabei kann es jeder lernen, egal in welchem Alter. Voraussetzung ist jedoch, dass man und frau es immer wieder übt. Ein Bekannter jenseits der Jugend kam einmal auf den Geschmack und probierte und probierte – so lange, bis er die über vier Kilometer vom Zürcher Seefeld bis zum Schaffhauserplatz in einem Stück auf dem Hinterrad fuhr. Mit einem 20-Kilo-Freerider.

Es ist nie zu spät, mit dem Bike zu spielen. Zudem bringt es auch für Fahrten im Gelände mehr Sicherheit und Kontrolle. Freude macht es genauso wie damals – und jene, die mit beiden Rädern auf dem Boden bleiben, können auch als Erwachsene eine Anflug von Neid nicht verbergen.

Allerdings braucht es für eine erfolgreiche Fahrt auf dem Hinterrad viel Geduld. Am besten übt man an einer Steigung – und ohne Klickpedale. Dabei gilt die eiserne Regel, dass die Arme gestreckt und der Rücken gerade sein müssen. Alle weiteren Tipps siehe Bildstrecke oben.

Was halten Sie vom Hinterradfahren, bringt es Ihnen etwas im Gelände? Oder ist es nur ein Buben-Ding, das aber grossen Spass macht? Getrauen Sie sich als Erwachsener, so etwas zu üben?

27 Kommentare zu «Was jeder Mann auf dem Bike können will – und die Anleitung dazu»

  • Philipp sagt:

    Meiner Meinung nach gehts es beim Wheelie nicht ums angeben, dass man es kann, sondern um das Gefühl, welches man dabei hat. 18 Jahre jung bin ich und übe seit ich Fahrrad fahre den Wheelie. Das heisst sobald ich auf dem Fahrrad sitze, hebt sich mein Vorderrad^^. Im Wheelie zu fahren finde ich oft einfach nur relaxend und man hat doppelt so viel Spass beim Radfahren. Auch auf dem Trail sind Wheelies wichtig und verschönern den Tag, wobei man auf dem Trail meistens mit dem Manual besser bedient ist.
    Viel Spass beim üben und ich weiss jetzt schon, dass ich auch noch mit 30,40,50 Jahren auf dem Hinterrad herum fahre.
    PS:
    Wers kann soll einhändig, freihändig, kurven und so weiter üben ;)

  • Rolf sagt:

    Ein Super Blogeintrag. Bin 33 und übe schon lange. 15-20m schaff ich, jedoch muss ich die Bremstechnik noch lernen, und dann ohne treten, dann bergab, dann auf dem Trail, und… Ich werd’s noch lernen. Hut ab vor denen die’s im Griff haben. Technisches Fahrkönnen bringt extremen Spass am biken find ich. In diesem Sinne, ich geh jetzt aufs Bike, schönen Sonntag allerseits!

  • Mike sagt:

    Nachste Woche: Die 10 häufigsten Radfahrer-Verletzungen. Mit einer Sonderbeilage des Schweizerischen Paraplegiker Zentrums und der Krankenversicher…

  • Chris Castelmur sagt:

    Der ganze Ghisallo (Madonna del Ghisallo) auf dem Hinterrad hochgefahren (video): bit.ly/ip1ISX

  • Claude sagt:

    Mit ca. 34 Jahren habe ich das Wheelie-Üben begonnen. Die ersten ca. drei Monate waren hart, danach konnte ich ca. 50 Meter fahren. Jetzt machts einfach Spass, bei einem Anstieg auf dem Biketrail ein bisschen auf dem Hinterrad zu fahren!
    (Ein Jahr später hab ich das Gleiche mit dem Einrad gemacht, ist auch top, und erst noch deutlich einfacher als Wheelie)

  • Yvo sagt:

    Ein wichtiger Hinweis feht diesem Bericht leider: „Das fahren mit dem Fahrrad auf dem Hinterrad ist im öffentlichen Strassenverkehr verboten, da es das Lenken verunmöglicht und die Vorderradbremse somit wirkungslos erscheint.“ So stand es in einem Brief, welcher mir mein Vater vor geraumer Zeit, als ich gerade 14 Jahre alt wurde, vorlas.
    Verfasst wurde dieser durch den Dorfpolizisten in meiner Wohngemeinde. Beiliegend: Ein Bussbescheid über 80.-
    Glücklicherweise fehlt dieser Text im SVG. Er war frei erfunden, somit nichtig und die Busse hinfällig.
    Der willkür eines übereifrigen Polizisten ist es zu verdanken, dass ich fortan, im Wissen Beachtung geschenkt zu bekommen, fleisig weiter geübt habe.

  • Ste sagt:

    bin über 40… geil wenn man das in griff hat :-)
    wenn man das bike auch auf technisch schwierige trails beherrst, macht das ganze doch einfach mehr spass.

  • Stefan sagt:

    Ich habe ein paar Jahre in Brasilien gelebt. Da ist es üblich für die Teenager auf dem Hinterrad zu fahren. Überall machen sie es. Ob die Strasse herauf oder herunter einfach überall. Und die haben es immer im Griff. Ich fand das amüsierend aber auch gefährlich. Denn meistens taten sie es im Strassenverkehr.

  • Jvan sagt:

    Ich war das bis am schaffhauserplatz. Verkehrsampeln im auge behalten. Tempo drosseln etc.
    Über das Limmatquai (mit 38Jahren) und dann ums Central hoch. Gutes Training für Körper und Kopf.
    Ich machs nicht um zu beeindrucken sondern es ist entspannung pur auf meinem Arbeitsweg.
    ride on

  • David Berger sagt:

    … und der König der Hinterradfahrer ist und bleibt … na ja, man muss es schon selbst sehen

    http://www.redbull.com/cs/Satellite/en_INT/Video/danny-macaskill-way-back-home-riding-clip-021242928055489

    Es gibt also noch sehr viel zu tun, radeln wir’s an!

  • Roger sagt:

    Haha, auch mit meinen (bäldestens) 35 Jahren auf dem Buckel, versuche ich immer wieder das Sch…-Wheelie in den Griff zu bekommen…bisher erfolglos! :-)
    Würde man Manuals beherrschen, brächte es im Gelände ganz sicher etwas, man könnte Wellen doch sehr, sehr elegant auf dem Hinterrad schlucken, sieht auf Pumptracks und bei den BMXer echt super aus…aber eben, „würde“…Aber ich gebe nicht auf, eines Tages… ;-)

  • fritz fahrrad sagt:

    danke tagi! ellbogen strecken statt am lenker ziehen, endlich macht das ganze sinn :)

  • Simon Eppenbergerg sagt:

    @Anh Toan
    Wieso ist das peinlich? Ich könnte mir gut vorstellen, auch mit 40 noch auf dem Hinterrad am Limmatquai entlang zu fahren.

    • Anh Toan sagt:

      Es ist peinlich, weil ein 40jaehriger Mann, wenn er denn noch immer angeben muss, wenigstens was bringen muss, in dem er besser ist als die 18-jaehrigen Jungs. Die machen Superman und 360ies, da ist Hinterradfahren doch Kindergeburtstag. Habe nichts gegen Spass am Sport auch wenn Mann nicht der der Beste (mehr) ist, nur am Limmatquai geht es um Angeberei nicht um Sport, und das waere mir peinlich.

  • Hardy sagt:

    ,,die vier Kilometer vom Zürcher Seefeld bis zum Schaffhauserplatz“
    wie was vom Seefeld rauf zum Schaffhauserplatz ? Selbst abwärts kaum vorstellbar…

    • Ernst Stampf sagt:

      Kann ich mir irgendwie auch nicht wirklich vorstellen… Ist schon rein von der Verkehrssituation her recht unglaubwürdig…

  • Lucky_Looser sagt:

    Der Artikel und die Anleitung hat mich grad motiviert heute morgen 1/2 Stunden zu üben. 5 Kurbelumdrehungen hab ich schon geschafft! Gestreckte Arme und Rücken sind der Killertipp!

    Danke!

  • Anh Toan sagt:

    Was unterscheidet Maenner von Buben: Buben wollen Maedchen beeindrucken, indem sie Ihnen zeigen, wie toll sie selbst sind, Maenner sagen dem Maedchen, wie toll ES ist. Aehnliches gilt fuer das Gewinnen von Freunden. Faehrt ein 40-Jaehriger auf dem Hinterrad am Limmatquai, ist dies nur peinlich, auf dem Mountainbiketrail machts noch immer Spass.

  • Mäsn sagt:

    Hinterradfahren (Wheelie) hab ich in meiner Kindheit auch bis zum Umfallen geübt. Einiges davon ist bis heute geblieben und macht mir als grosses Kind von 28 Jahren immer noch Spass… Die wahre Königsklasse ist aber sowieso der „Manual“ und nicht der „Wheelie“ –> Manual = Hinterrad-fahren ohne in die Pedale zu treten. Optimalerweise nur durch Gewichtsverlagerung und ohne Benützung der HR-Bremse.

  • Cybot sagt:

    Man kann auch als Erwachsener noch vieles lernen, wenn man nur will und die Ausdauer dafür mitbringt.

    Kleine Ergänzung aus eigener Jugenderfahrung: Nicht mit dem normalen Velo machen, nur mit Mountainbikes ohne (oder mit kurzem) hinteres Schutzblech, sonst schepperts wenn man nach hinten absteigt. ;-)

    Und nächste Woche: Fahren auf dem Vorderrad. Oder alles mit dem Motorrad…

  • hile sagt:

    …abzuspulen :)

  • Andreas sagt:

    So schaut das bei einem Profi aus…..

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