Ein alternatives Zentralbankenziel

die Zentralbanken dafür sorgen, dass keine Deflation entsteht

Hält die Orientierung der Zentralbanken nur am Preisniveau für unzureichend: Ökonom Scott Sumner.

In seiner ersten Ausgabe des Jahres hat der britische «Economist» den Wirtschaftsblogs einen ausführlichen Artikel gewidmet. Die zentrale Aussage des Texts: Durch die Blogs erhalten auch Ökonomen ausserhalb des Mainstreams eine erhöhte Beachtung und ihre Ideen finden Eingang in die Debatte um die Wirtschaftspolitik. Ein Beispiel dafür ist Scott Sumner. Auf seinem Blog «The Money Illusion» (zum Beispiel hier oder hier) hat er die Idee einer alternativen Richtschnur für das Verhalten von Zentralbankern aufgewärmt und zu neuer Berühmtheit gebracht. Höchste Zeit, die Idee auch hier vorzustellen.

Gemäss dem seit Jahrzehnten führenden Dogma der Ökonomen liegt das zentrale Ziel einer Zentralbank einzig darin, die Preisstabilität aufrechtzuerhalten. Hier die Gründe dafür. Konkret sollen die Zentralbanken dafür sorgen, dass keine Deflation entsteht und die Inflation 2 Prozent nicht übersteigt. Die von Sumner wiederbelebte Idee sieht nun vor, dass sich Zentralbanken statt alleine an der Inflation, am so genannten nominalen Bruttoinlandprodukt orientieren – bekannter ist die Idee unter ihrer englischen Abkürzung NGDP für «Nominal Gross Domestic Product». Worum geht es konkret und was sind die wichtigsten Unterschiede zum bestehenden Prinzip mit der Ausrichtung auf die Preisstabilität?

In Berichten über die konjunkturelle Entwicklung findet vor allem das Wachstum des Bruttoinlandprodukts (BIP oder eben englisch GDP) eine besonders grosse Beachtung. Fällt dieses zu tief aus (gemessen am Wachstumspotenzial einer Volkswirtschaft) steigt die Arbeitslosigkeit und ein Land gerät in eine Rezessionsphase. Die Inflation ist in einer solchen Phase gewöhnlich tief oder sogar negativ, in letzterem Fall fällt das Preisniveau und man spricht auch von einer Deflation. Fällt das Wachstum zu hoch aus, überhitzt die Wirtschaft und die Inflation steigt. Das Wachstum wird gewöhnlich am so genannten «realen» Bruttoinlandprodukt gemessen, also jenem, das um die Inflation korrigiert ist.

Betrachtet man die Veränderungen des BIP, ohne dass man es um die Inflation korrigiert, misst man das so genannte nominale Bruttoinlandprodukt – unser NGDP. Wächst das Preisniveau um 2 Prozent (bzw. beläuft sich die Inflation auf 2 Prozent), dann steigt daher auch das nominale BIP alleine durch diesen Preisanstieg um zwei Prozent. Dazu kommt dann noch der Anstieg des realen BIP, das die tatsächliche, von den Preisen unbeeinflusste Zunahme des Gesamtausstosses einer Volkswirtschaft misst. Anders gesagt, ergibt eine Addition von realem BIP-Wachstum und Inflationsrate  das nominale BIP (für Mathefreaks: Genau genommen ergibt die Addition einen Näherungswert).

Worin besteht nun der Vorteil, wenn sich Zentralbanken an einem Zielwert für das Wachstum des nominalen BIP orientieren? Sie haben sozusagen die Inflation und die Wirtschaftslage gleichzeitig im Fokus. Das heisst, dass solange sich Inflation und (reales) BIP exakt gleich bewegen, nehmen beide ab, wenn die Wirtschaft in eine Rezession zu schlittern droht. Umgekehrt nehmen beide zu, wenn sie zu überhitzen droht. Dann ist die Politik einer Zentralbank die gleiche, ob sie sich nun an einem Zielwert für die Inflation oder für das Wachstum des nominalen BIP orientiert. Wenn sich aber die Konjunktur rasch stark verschlechtert (das reale BIP-Wachstum bricht ein) und die Inflation reagiert nur unwesentlich, dann werden Zentralbanken sofort Gegenmassnahmen einleiten müssen, wenn sie sich an einem Zielwert für das nominale BIP-Wachstum orientieren – das heisst gewöhnlich werden sie dann den Leitzins senken. Orientieren sie sich dagegen wie aktuell nur an einem Inflationsziel, werden sie nicht oder zu spät reagieren, weil ja die Inflation nicht oder erst mit Verzögerung zurückgeht, wenn die Arbeitslosigkeit schon deutlich angestiegen ist. Weil tatsächlich die Inflation der Entwicklung der Wirtschaftslage gewöhnlich hinterherhinkt, hätte hier die Orientierung am nominalen BIP den Vorteil, dass die Politik der Zentralbanken schneller reagiert und konjunkturellen Ausschlägen rascher entgegenwirkt.

Die Advokaten dieser neuen Richtschnur betonen einen weiteren Vorteil. Eine Orientierung am nominellen BIP eignet sich besser zur Bewältigung von so genannten «Angebotsschocks». Was heisst das? Konjunkturelle Ausschläge werden meist durch Schwankungen der Gesamtnachfrage (vor allem dem Konsum, den Investitionen und den Exporten) getrieben. Möglich ist aber auch, dass eine Wirtschaft durch plötzliche generelle Kostenerhöhungen in eine rezessive Phase gerät – etwa durch stark steigende Ölpreise. In diesem Fall sprechen Ökonomen von einem «negativen Angebotsschock». In der Praxis zeigt sich hier eine Konjunkturlage, die als «Stagflation» bezeichnet wird. Anders als bei gewöhnlichen Rezessionen sinkt hier die Wirtschaftsleistung, während gleichzeitig die Inflation steigt. Wenn sich Zentralbanken nur am Preisniveau orientieren, dann treten sie in diesem Fall noch zusätzlich auf die Bremse und die Rezession verschlimmert sich weiter. Ein historisches Beispiel dafür ist die Rezession in den USA zu Beginn der 80er-Jahre. Orientieren sie sich dagegen am nominalen BIP, werden sie hier zurückhaltender sein, weil auch die Wirtschaftslage mit ins nominale BIP einfliesst. Ein «positiver Angebotsschock» tritt umgekehrt dann auf, wenn zum Beispiel die Produktivität der Wirtschaft – etwa wegen neuen Erfindungen – stark zulegt. Dann sinkt das Preisniveau und das reale BIP legt zu. Eine Zentralbank, die sich allein am Preisniveau orientiert, wird wegen der sinkenden Inflation aufs geldpolitische Gaspedal drücken, was einem Bubble Vorschub leisten kann. Ein historisches Beispiel dafür ist die Dotcom-Blase Ende der 90er-Jahre. Eine Zentralbank, die sich am nominalen BIP orientiert, wird auch in diesem Fall zurückhaltender sein.

Was sind nun die Probleme mit der Idee? Unten nur summarisch zwei wichtige Punkte. Für eine vertiefte Debatte dazu, siehe hier.

  • Vertreter des vorherrschenden Dogmas monieren, dass mit einer alternativen Zielsetzung für Zentralbanken die Verankerung der Inflationserwartungen in der Allgemeinheit verloren geht. Was heisst das? An der allgemeinen Inflationserwartung orientieren sich alle Wirtschaftssubjekte – vor allem die Arbeitnehmer bei ihren Lohnforderungen. Fehlt ein solcher klarer Erwartungsanker kann eine höhere Inflation zu einer selbsterfüllenden Prophezeiung werden. Wird sie höher erwartet, fallen die Lohnforderungen entsprechend aus, was sich auf die Preise niederschlägt und letztlich tatsächlich in einer höheren Inflation mündet. Schliesslich droht sogar die bekannte «Lohn-Preis-Spirale». Vertreter einer Orientierung am nominellen BIP halten dem entgegen, dass es genauso gut möglich sei, eine feste Erwartung dafür zu etablieren. Bei einem Inflationsziel von 2 Prozent und einem langfristigen realen Wachstum von 2 Prozent entspricht das einem Ziel für das nominelle BIP von 4 Prozent.
  • Auch von einer Geldpolitik, die sich am nominellen BIP orientiert, sollte man in aussergewöhnlichen Zeiten – wie aktuell angesichts einer Liquiditätsfalle in den USA (hier was das bedeutet) – nicht zu viel erwarten. Die Mittel zur Umsetzung der Geldpolitik bleiben bei dieser Orientierung, genauso wie beim Inflationsziel, dieselben. Die Zentralbank muss versuchen, die Geldmenge im Publikum zu steuern, was sie gewöhnlich über den Leitzins tut. Doch wenn dieser bereits bei Null liegt und das Geld der Zentralbank wegen einem Sparüberhang (bzw. dem so genannten «Deleveraging») und wegen Überschussreserven des Bankensektors gar nicht erst in der Wirtschaft ankommt, dann hat sie es bei beiden Zielen schwer.

Keine Kommentare zu «Ein alternatives Zentralbankenziel»

  • Andres Müller sagt:

    Bei der Diskussion um Zentralbankenziele wird gerne übersehen, dass die Arbeit der Notenbank nur erfolgreich sein kann wenn ihre Kunden (also die Geschäftsbanken) über die notwendigen Sicherheitstrukturen verfügen, also eine nicht zu knappe Eigenkapitalbassis um Notenbankpolitik überhaupt erfolgreich machen zu können.

    Das Verdienst von Herrn Hildebrand ist es nun, in der Schweiz solche Regeln, in Form von neuen Leverage Ratio Vorschriften, durchgebracht zu haben. Das ist etwas das Herrn Blocher und seinen Geisterreitern gar nicht passte, weshalb sie offenbar versuchen (Blocher ist nur die Spize des Komplottes) den Notenbankchef zu stürzen. Natürlich steht ausser Frage, dass Herr Hildebrand im selben Moral Hazzard unter dem die gesamte Finanzlobby leidet, sich auch in diesem Fall als die mehr integre Person hätte verhalten müssen als sonst in seiner Zunft üblich ist. Ich weise aber darauf hin dass sowohl die Bankenkomission als auch die Finanzkommision beim Bund schärfere Regeln immer verhindert hatte, wohl aus dem Grund dass das was Herr Hildebrand getan hat eher der Status Quo des Verhaltenskodex beinhaltet, er keineswegs ein Einzelfall sein kann.

    Natürlich wusste das Herr Blocher, und er selbst gibt in seiner eigenen Geschichte kaum Anlass anzunehmen, dass er in Finanzfragen ein Saubermann ist, im Gegenteil.

    Doch darum geht es mir hier nicht. Ich möchte erdeutlichen dass Mitte 2010 eine Debatte im BIZ stattgefunden hatte, wo die Notenbanker versucht hatten die Eigenkapitalregeln für die Banken zu verschärfen, eben darum um den Notenbanken Spielraum für Notenbankpolitik zu verschaffen. Leider ist Trichet und Hildebrand damit gescheitert, an diesem wichtigen Treffen durchzubringen, dass fortan ein Leverage Ratio für Banken eingeführt wurde, welches die Banken verpflichtet einiges mehr an Eigenkapital zu halten. Nur dank der besonderen Umstände um Adoboli ist es zu verdanken, dass Herr Hildebrand wenigstens für die Schweiz höhere Eigenkapitalregeln durchsetzen konnte als bei Basel III.
    Diese Regeln belasten die Schweizer Finanzkonzerne stark, und sie wehren sich mit aller Kraft gegen die Durchsetzung dieser Regeln in die Realität. Hier liegt wohl der Hintergrund für das was wir derzeit als Verschwörung gegen Hildebrand erleben.

    Um weiter zu vedeutlichen um was es tatsächliche geht, verwende ich ein Zitat von Ex Notenbanker Trichet das er an jenem denkwürdigen Tag gsagt hatte, als er versuchte zusemmen mit Hildebrand und anderen Notenbankern, weltweit höhere Eigenkapitalregeln durchzubringen. Lassen Sie diese Worte nicht einfach vorüberziehen, sie sind viel zu wichtig als sie nicht ernst zu nehmen:

    Herr Tichet sagte wörtlich: „Meine Herrn, ich möchte Sie daran erinnern dass es an ihnen liegt eine weitere Finanzkrise zu verhindern. Die westlichen Demokratien …..{Pause}…. „würden eine weitere Finanzkrise wie diese NICHT überleben“. {Betretenes Schweigen in der Runde, an der sich mehr als 50 Vertreter der Bankenwelt von insgesammt 27 Ländern beteiligten}

    Ich möchte daran erinnern, dass NUR die Schweiz derzeit über die entsprechenden Regeln verfügt, welche Trichet für die ganze Welt durchsetzen wollte, und dass dies der Verdienst von Hildebrand ist!

    Damit will ich seinen Insider Handel nicht beschönigen, aber es ist wichtig wahrzunehmen, dass es von eminenter Wichtigkeit ist die SNB sofort mit neuen Regeln auszustatten und die Politik die Herr Hildebrand begonnen hat mit ihm oder ohne ihne fortzusetzen, dass die neuen Leverage Ratio Regeln auch tatsächlich umgesetzt werden, je schneller desto besser.

    Wir werden bereits im März 2012 mit hoher Wahrscheinlichkeit einen Einbruch beim Euro erleben, weil das Griechen-Cutting wohl nicht umgesetzt werden kann. Es ist unwahrscheinlich dass private Investoren freiwillig auf die CDS-Sicherheit verzichten werden und den 50% Cutting durchführen. Griechenland wird, sofern nicht noch etwas besonderes geschieht, im April 2012 nicht mehr dem Euro angehören.

    Die Folge davon sind schlimmer als viele denken, denn die FED ist zum Geldgeber der EZB gworden, Bernanke hat vor einigen Wochen einen Swap -Deal zugestimmt welcher die Bilanz der FED um hunderte Milliarden aufgebläht hat inzwischen. Dieses Netzwerk gegenseitiger finanzieller Abhängigkeiten ist nun in Gefahr, ein Griechen-Kollaps könnte die Banken, die nach wie vor völlig ungenügende Eigenkapital Basis haben, im massen eliminieren, ebenso das System der CDS, was die sogenannten to big to fail Banken in den Bankrott treiben könnte. Ja, was Trichet gesagt hat, nämlich das auch das Schicksal der westlichen Demokratie von besseren Eigenkapitalregeln für Banken abhängt -ist durch den Widerstand der Finanzlobby weiterhin gültig. Die Notenbanken haben keinen Spielraum mehr für Experimente wie oben im Blog angeregt wird.

    Nun noch eine Zahl zum Schluss: Sollte es nicht gelingen die Finanzkrise in Europa zu lösen, dann muss der Westen, nicht nur der Euro auch der US$, mit einer Hyperinfaltion von ca. 37% innert weniger Wochen rechnen, und zwar im Jahr 2012, genauer gesagt vermutlich April 2012. Ich habe das kallkulliert, die Zahl entspricht dem Ausfall der wichtigsten Banken, die Halter eines Systems sind welches permanent aus 1 US$ 37 US$ generiert. Der Ausfall dieser Fähigkeit entspricht nun mal in etwa ungefähr dieser Grössenordnung, die durch Notenbankliquidität im Westen geschaffen werden müsste. Die Goldbesicherung wird dafür sorgen dass Fiat Money auf niedrigerer Stufe überlebt, aber die Demokratien ……sind wohl in höchster Gefahr.

  • Tobias sagt:

    Das war zu erwarten. Auch die Nationalbank soll sich in den Dienst der SP stellen. Warum führen wir nicht gleich den Komunismus ein? Erfahrungsgemäss dauert es mindestens 40 Jahre, bis sozialistische Diktaturen unter dem Elend der Massen implodieren. Je früher wir anfangen, desto früher mit dem Konmunismus anfangen, deste eher werden unsere Nachkommen wieder vom linken Joch befreit sein. Dann hoffentlich zum letzten mal, was allerdings eine Illusion ist. Denn sozialistische Populisten gelangen mit Hilfe der Medien, wie die Erfahrung ebenfalls zeigt, jeweils sehr schnell wieder ans Ruder. Seit dem Zusammenbruch der DDR sind erst gerade gut 20 Jahre vergangen. Und schon werden wir wieder von den linken Einheitsmedien in Richtung Solidarität gehetzt, wo solange umverteilt werden soll, bis es nichs mehr zum verteilen gibt.

    • Frank Z. Marg sagt:

      „in Richtung Solidarität gehetzt“… der ist echt cool, dieser Spruch. Nun, sollten wir tatsächlich in Richtung Solidarität gehetzt werden, so dürfen Sie beruhigt sein: Es findet auch eine Entsolidarisierung statt, schon seit langem. Die ganze Zweite Säule (Beitragsprimat) ist sicher keine Hetze in Richtung Solidarisierung. Die erste Säule schon eher… Witzig ist, um bei diesem Beispiel zu bleiben, dass die Erste Säule zur Zeit die besseren Karten hat.

    • Andres Müller sagt:

      „Erfahrungsgemäss dauert es mindestens 40 Jahre, bis sozialistische Diktaturen ..“ Historisch betrachtet dauert es einige Jahrzehnte bis es auch im Kapitalismus zu Massenarbeitslosigkeit und Niedergang kommt. Der Kommunismus wäre gar nie entstanden wenn nicht die verheerenden Wirtschaftszyklen des Kapitalismus bekannt geworden wären (z.B. durch die Arbeiten Karl Marx bis hin zu Keynes). Zu beachten ist ferner, dass die UDSSR eine Diktatur war und keine Demokratie, der moderne Ansatz des Sozialismus beruht aber auf demokratischer Entscheidungsfindung. Ich denke wir hatten den Fehler gemacht die soziale Marktwirtschaft zu verlassen Richtung Neoliberalismus. Das bewirkte nichts anderes als die Rückkehr der Finanzblasen, Ungleichgewichte zwischen den Handelssystemen. Ich weise auch noch darauf hin dass für die Banken seit 2008 eine Art Sozialismus eingeführt wurde, nämlich der so genannte Zitronensozialismus. Die Regeln der Marktwirtschaft wurde für Banken aufgehoben und mit dem Namen „to big to fail“ begründet. Dies mündete in erhöhte Staatsverschuldung.Die soziale Marktwirtschaft wurde in einen Zitronensozialismus für Banken verwandelt, was der Anfang vom Ende des marktgesteuerten Finanzsystems bedeutete. Eine Rückkehr ist nun nicht mehr möglich, das Finanzsystem muss alleine schon aus mathematischen Gründen kollabieren.

  • Michael Schwarz sagt:

    @Markus Meier, der Autor dieses Artikels:

    Ich glaube, Sie stellen die falsche Frage. Die Frage muss lauten, wie effizient ist die Geldpolitik der Zentralbank auf das Wachstum kommender Jahre – jede expansive Geldpolitik muss am Ende einen Preis gezahlt werden. Diese Frage hat bis heute niemand gestellt, nämlich die Wirtschaftlichkeit der Geldpolitik von Zentralbanken – Wachstum zum jeden Preis ist keine Strategie, sondern ist es der Anfang des Untergang der Wirtschaftswachstums.

    • Anh Toan sagt:

      @Michael Schwarz: Gibt es etwas in der Volkswirtschaft, für welches ich die Bezeichnung „Dogma“, zumindest in Anführungszeichen gesetzt, akzeptieren könnte, dann ist es die Kausalität zwischen expansiver Geldpolitik und Wachstum: Die Empirie zeigt, dass expansive Geldpolitik unter gewissen Voraussetzungen kein Wachstum, sondern Blasen in Anlagegütern generiert. (Greenspan: Internetbubble, Bernanke: Rohstoffpreise und Immobilien in Asien). Dennoch weigert sich der Mainstream der Volkswirte, dies zu akzeptieren. Da benehmen sich die Volkswirtschaftler ähnlich wie die katholischen Kirche in Anbetracht der Erkenntnisse Galileis: Realitätsverweigerung zwecks Aufrechterhaltung eines „Dogmas“.

      Ich teile Ihre Meinung zur richtigen Frage: Generiert expansive Geldpolitik immer Wachstum?

      • Michael Schwarz sagt:

        @Anh Toan:

        Das ist auch der Grund warum ich diese Frage stelle. Der Trend zeigt zusehend, dass die Geldpolitik immer mehr expansiv sein muss, bzw. noch mehr Aufwand und noch höheren Preis zahlen muss, womit das gleiche Wachstum in folgenden Jahren erziehen wird, wie vorheriges. Dies hängt mit dem Anreiz der expansiven Geldpolitik und dem wirtschaftlichen Aufstieg der Schwellenländern in letzten 10 Jahren zusammen. Das ist wie beim Drogenkonsum, die Dosis muss permanent erhöht werden womit die gleiche Wirkung zu erzielen. Greenspan in 90er mit dem „Drogenkonsum“ der expansiven Geldpolitik anfing, der Verlauf des Wirtschaftswachstum und expansive Geldpolitik ist vergleichbar mit dem Drogenkonsum. Als man mit dem Drogenkonsum anfing ist die Welt noch alles in Ordnung, weil die Dosis noch gering war, aber mit der Zeit benötigt man immer mehr, die Dosis ist äquivalent zur Staatsverschuldung und Verschuldung der Privathaushalte. Der Wirkungsgrade und Anreiz der expansiven Geldpolitik nimmt immer mehr ab, deshalb ist die dauerhafte expansive Geldpolitik wie die neoliberale Ökonomen glaubt haben, keinen Lösungsansatz darstellen kann. Das Ergebnis ist ein überschuldeter Staat und überschuldete Privathaushalte und Kaufkraftverlust in internationalen Märkten.

  • Anh Toan sagt:

    1. Wikipedia: „Dogma is the established belief or doctrine held by a religion, or a particular group or organization[1]. It is authoritative and not to be disputed, doubted, or diverged from, by the practitioners or believers.“ Wäre die Orientierung der Notenbanken an der Inflation ein Dogma, dürften Sie Herr Meier, und auch sonst niemanden, dieses nicht in Frage stellen. Herrschende Lehre / Meinung / Anschauung ist nicht Dogma: (Wirtschafts)wissenschaft definiert sich durch die Absenz von Dogmen.

    2 Viele Notenbanken (FED, SNB, anders EZB) haben in den geseztlichen, verfassungsmässigen Grundlagen neben der Orientierung an der Inflation auch ein Konjukturziel. Auch aus dieser Sicht ist „Dogma“ nicht das träfe Wort.

    3. Zielgrösse für das Wachstum des NGDP wäre das Potenzialwachstum einer Volkswirtschaft. Bin kein Volkswirt, mir erscheint das Potentialwachstum jedoch eine nicht berechenbare (definierbare) Grösse, noch viel unpräziser als Inflation. (Wikipedia zu Potentialwachstum: „Die Messung des Produktionspotenzials und somit auch des Potenzialwachstums ist äußerst schwierig, da beide Größen nicht direkt beobachtbar sind. Häufig behilft man sich daher mit der Messung des langjährigen Durchschnitts oder Trends des tatsächlichen Wirtschaftswachstums. Damit lässt sich jedoch die Produktionslücke nicht hinreichend bestimmen. Weitere Möglichkeiten sind die Befragung von Unternehmen über deren Auslastung des Sachkapitals. Dies ist jedoch lediglich für das verarbeitende Gewerbe möglich.“)

    Verlangt würde die Orientierung an etwas, was gar nicht berechenbar ist. Humbug!

    4. Die Erfahrungen mit Stagflation, Internet- und Immobilienblasen müsste den Oekonomen doch aufzeigen, dass eine lockere Geldpolitik nicht unter allen Umständen Wachstum des NGDPs bewirkt, sondern unter gewissen Voraussetzungen lediglich Asset Price Inflation. In einer derartigen Situation würden, gleich wie bei der Orientierung an der Inflation der Konsumentenpreise, die Notenbanken immer mehr Geld drucken, und dabei nichts als den Nominalwert von Anlagen erhöhen, und könnte damit doch kein Wachstum generieren. Diese Anlageninflation muss entweder platzen, oder durch Inflation der Konsumentenpreise und der Löhne/Renten ausgeglichen werden.

    5. Das wichtigste an Geld ist, dass es seinen Wert behält, denn sonst taugt es nicht als Geld. Die Notenbanken stellen Geld her. Es ist ihre Aufgabe dafür zu sorgen, dass ihr Produkt zum vorgesehenen Gebrauch taugt. Darum muss die primäre Orientierung der Notenbanken immer die Inflation sein. Zu diskutieren wäre, wie weit Anlagenpreise, und nicht nur Konsumentenpreise, zu berücksichtigen sind.

  • René Gerber sagt:

    Dass die Idee eines NOMINALEN BIP-Ziels von einem Blog namens „MONEY ILLUSION“ stammt, finde ich Ironie vom feinsten. Die Zentralbanken brauchen nicht mehr wirtschaftspolitische Verfügungskompetenz, sondern weniger. Oder wie Chris Powell von GATA sagt: „There are no markets anymore, only interventions.“

  • Ob alles genau so umsetzbar ist bezweifle ich. Aehnlich, vermischt mit Angetöntem aus den Kommentaren, das könnte eine Möglichkeit bringen. Wer es noch nicht bemerkt haben sollte, wir sind gegenwärtig in einem Wandel. Volkswirtschaft = Volk mit/gegen Wirtschaft? So hab ich meinen letzten Blogartikel überschrieben. Wir (die Welt) sollte versuchen, Kompromisse zu schliessen. Politiker und Nationalbanker würden besser diskutieren können wenn sie sich über die kurz-, mittel- und langfristigen Auswirkungen ihrer Massnahmen zumindest anhören würden. Vermutlich, so die Realität, ist es zuviel verlangt wenn sie sich noch einigen würden, wie lange genau lang-, kurz und mittelfristig ist.

    Superartikel, macht richtig Spass zum lesen. Aber zugegeben, einiges musste ich zweimal lesen … und mit allen Auswirkungen, alles begriffen habe ich sicherlich nicht. Wäre auch anmassend, denn die letzten 12 grossen Oekonomen und die vielen Nobelpreisträger, konnten die Welt bisher auch nicht auf den „richtigen Pfad“ bringen.

  • Jens Gloor sagt:

    Zuerst muss man sich einmal vergegenwärtigen, dass das amerikanische Federal Reserve System (FED) eine Privatsache und etwa so ‚Federal‘ ist wie ‚Federal Express‘, d.h. zu 100% PRIVAT kontrolliert. Die Ursache hierfür ist das ‚Monster von Jekyll Island‘. Die einzigen Zentralbanken, die nicht ‚der selben Clique‘ gehören, war bis vor kurzem die in Libyen und nun ist es nur noch die im Iran (die ja bereits zur Unterdrückung mit Sanktionen belegt wird). Die internationale Finanzmafia hat ihren Hauptsitz im BIZ-Turm in Basel, welcher auf exterritorialem Grund steht und deshalb die Machenschaften/Verbrechen der BIZ von der Schweizer – noch sonst einer – Justiz verfolgt werden können. Die Finanzverbrecher machen ihre Regeln selbst und benehmen sich daneben, wie es ihnen beliebt um das gros der Vermögenden abzuzocken und zu enteignen.

    Sie glauben, bei Ihnen ist noch alles im grünen Bereich? Sie täuschen sich. Und zwar fatal.

    • Anh Toan sagt:

      Die Notenbanken waren von weiten Bevölkerungsschichten wenig beobachtete „Verwaltungsorgane“. Vor allem im letzten Jahrzehnt wurde Ihnen immer mehr Verantwortung übertragen (Lender of last resort für Banken und Staaten, Rettung des politisch unvollständigen Euro Konstruktes), in der Wahrnehmung der Bürger wurden die Notenbanken zu Diktatoren, mit umfassenden Machtbefugnissen, fast schon Kriegsrecht, begründet mit Währungskrieg, Notrecht.

      Im Dienstreglement habe ich gelesen: „Fehlt eine Führung, übernimmt der Fähigste die Führung.“ Alle diese Aufgaben mussten die Notenbanken übernehmen, weil die Politik versagte: Staaten sollten keinen lender of last resort benötigen, sie sollten dieser lender sein können. Staaten sollten ihre Banken so reglementieren, dass deren Zahlungsfähigkeit nicht in Frage gestellt wird, oder sie pleite gehen können ohne Systemrisiko. Die Einführung des Euro hätte mit Transferleistungen und anderem ergänzt werden müssen. Man hätte GR bei der Aufnahme nicht so betrügen lassen dürfen. usw.usw. Nun beklagt sich der verantwortliche Souverän (ich meine das Volk), darüber, dass er zuwenig Einfluss auf den letzten Retter hätte. Die Politik ist gefordert, jeder Wähler sollte sich Gedanken machen, welche Politiker er wählt (die Grinsenden, die versprechen: „Alles wird gut“, oder die Polternden: „Schuld sind Ausländer, Banker, Heuschrecken, Steuerhinterzieher) statt unbegründete Beschuldigungen (BIZ=Hauptsitz Finanzmafia) abzusondern.

      Ja, ja, ich weiss, nur in der Schweiz gibts Volksabstimmungen, und darum sind alles andere ohnehin Diktaturen, das Volk ist dort nicht Souverän, und darum ist alles dort so übel und bei uns so gut.

      • Andres Müller sagt:

        Volksabstimmungen sind kein Garant für Demokratie. In den USA sind zum Beispiel durch das faktisch reale Zweiparteiensystem der Demokratie Grenzen gesetzt, viele gehen gar nicht mehr abstimmen -weil es sinnlos ist. Die Republikaner und Demokraten unterscheiden sich nicht wirklich voneinander, weil die Realität jene begünstigt die am meisten Geld an die Politik verspenden -und das tun die Meisten Konzerne gelich an beide Parteien. Das Geld verpflichtet aber, und so wird aus Obama ein Präsident der wie Bush Gesetze verabschiedet mit denen er zuvor öffentlich nicht einvertanden war -Es ist ein gigantischer Wahlbetrug der dort abläuft. Es ist eine Orwellsche Scheindemokratie. Genauso ist es mit der EU wenn die Fiskalunion kommt, da werden dann je nach Lust und Laune der Banker Wahlen durchgeführt oder übergangen, selbst die Bundesverfassung wird ausser Kraft gesetzt, und die Wirtschaftsentscheidungen werden dann von Leuten gefällt denen im Entwurf zur neuen EU -Rule die absolute Immunität zugesagt ist -selbst bei Menschenrechtsverletzungen. Demokrate ist ein Auslaufmodell geworden, denn nur durch deren Begrenzung kann man die Banker mit Billionen füttern und gelichzeitig vom Bürger das Sparen verlangen.

        • Anh Toan sagt:

          Die Demokraten unterscheiden sich nur wenig von den Republikanern in den USA, weil in Zweiparteiensystemen die Wahlen in der Mitte gewonnen werden. Mehrparteiensystem führen zu unverhältnismässiger Vetretung von Exttrempositionen (Israel: Ultraortodoxe als Mehrheitsbeschaffer, Italien: Bossi, in der Schweiz neigen SVP und SP zu Extrempositionen, weil sie am Rand Wählerpotential erkennen, und ohnehin keine Mehrheit benötigen zur Teilhabe an der Macht).

          Lieber Andres Müller, Ihre Denkweise ist so einseitig, so schwarz weiss, dass es schmerzt.

          Falsch ist auch vieles: Der US Präsident hat zwar ein Vetorecht und setzt Gesetze mit seiner Unterschrift in Kraft, verabschiedet werden die Gesetze jedoch im Parlament (Kongress).. Sie haben bestimmt schon mal von Exekutive und Legislative gehört. èberall geniessen Parlamenarier und Regierungsmitglieder Immunität, auch bei Menschenrechtsverletzungen, nur nach internationalem Recht nicht bei Verbrechen gegen die Menschlichkeit (Ich denke, Menschenrechtsverletzungen (Frauenstimmrecht in AI, Saissonierstatus) sind nicht zwingend Verbrechen gegen die Menschlichkeit. In welchem Land wurden Wahlen auf Wunsch der Banker durchgeführt oder übergangen?

          • Andres Müller sagt:

            “ in der Schweiz neigen SVP und SP zu Extrempositionen“

            Welche Position der SP ist Extrem? Lieber Anh Toan, fast nur noch in der Schweiz gibt es Leute die behaupten Sozialdemokraten würden das Extreme vertreten, offenbar gehören Sie zu dieser seltsamen Spezies.
            In Deutschland würden Sie deswegen vermutlich mitleidig belächelt.Was die USA anbetrifft, der letzte Präsident Bush war alles Andere als eine Mitte und die Republikaner bieten heute ein Bild dass die SVP Rechts überholt. Ich denke auch dies ist eine Schweizer Eigenart, das Rechts-Mitte-Links Schema ist kaum woanders so ausgeprägt in der Vorstellung wie in der CH. Was heisst denn bei Zweiparteiensystemen würden die Wahlen von der Mitte gewonnen? Das ist doch nicht wahr, Obama hatte gewonnen weil er sich bei seinen Wahlversprechen sogar ziemlich weit nach Links ausgestreckt hatte. Nur in der Realität hat er sich weit von seinen Versprechungen entfernt, etwa Guantanamo aufzulösen. Ich denke eher, in den USA werden Wahlen vermehrt durch Flügelpositionen gewonnen, deshalb ist ja auch die Tea Bewegung erstarkt.

          • Anh Toan sagt:

            Die Überwindung des Kapitalismus ist in der Schweiz zur Zeit weit davon entfernt, keine mehrheitsfähige Position zu sein.
            Über Extrempositionen der SVP brauchen wir wohl nicht zu diskutieren.

            Obama hat gewonnen, weil es den Republikanern mit Cheney/Palin wirklich keine ernsthafte Alternative anbieten konnte, seine grösste Konkurrentin war Hillary Clinton. Die Mitte ist in den USA weiter rechts als in Europa, dennoch werden in den USA, in D, in UK die Wahlen in der Mitte gewonnen.

            Aber eigentlich schreiben Sie ja das Gleiche wie ich: „das Rechts-Mitte-Links Schema ist kaum woanders so ausgeprägt in der Vorstellung wie in der CH.“ Warum wohl?

          • Andres Müller sagt:

            @Anh Toan Die Überwindung des Kapitalismus auf demokratischem Wege anzustreben ist keine Extremposition, extremistisch hingegen ist es daran dogmatisch festzuhalten, selbst wenn der Preis nun offensichtlich der stufenweise Verlust der Demokratie ist und er aus liberaler Sicht gar nicht mehr existiert. Ich erinnere daran dass seit den Bankenrettungspaketen der Zitronensozialismus in Kraft ist (Paul Krugman), hier wurde von den Verretern des Kapitalismus das System der freien Marktsteuerung bereits auf wenig demokratische Weise aufgehoben. http://de.wikipedia.org/wiki/Zitronensozialismus

            Extremistisch ist es ein System zu verteidigen das gar nicht mehr existiert (da nun Zitronensozialismus) und es auch nicht mehr ohne saatlich verordnete Umverteilung weiter existieren kann.

          • Anh Toan sagt:

            @Andrea Müller: „Neigung zu Extrempositionen“ ist nicht Extremismus, tut mir leid, wenn Sie die von mir gewählten Worte in Ihrer Bedeutung nicht verstehen können.

      • Jens Gloor sagt:

        @Anh Toan (Antoine?); Wenn man die Geschichte lediglich aus der persönlichen (Lebens-)Erfahrung beurteilen will, würde ich dies als unzureichend bezeichnen. Wir müssen uns von dieser unsäglich verzerrenden ‚Politischen Korrektheit‘ verabschieden…

        Was niemand wissen darf, weiss wohl auch kaum jemand. Und hier muss ich quasi zu ‚Adam & Eva‘ zurück kehren – oder was näher liegt – Rom – der Papst. „Wie im Himmel, so auf Erden.“ ist die Maxime. Deutschland hiess früher ‚Heiliges, römisches Reich, deutscher Nation‘ – zum Beispiel. Erst später hat man uns ‚Demokratie‘ serviert…

        „Follow the money…!“ würde die BIZ klar positionieren und wenn eben die politische Korrektheit weglässt – wiederhole ich meine Anschuldigung aus diesem Grund nochmals. Wieso steht die BIZ auf exterritorialem Boden INNERHALB der neutralen Schweiz? Wieso steht der Vatikan auf exterritorialem Boden innerhalb Roms? Oder die ‚City of London Corporation‘ (The Square Mile) innerhalb London, resp. Englands? Wie dieser ‚asosiale Würg‘ ehemals zustande kam, weigert sich die heutige Verwaltung zu erklären. Die BIZ hat aber auch wegen der Nazis einen schlechten Ruf – bis heute!

        Basel II hat die Banken unter Druck gesetzt und Basel III wird es noch mehr tun. Alles dient der weiteren, bereits x-fach (auch von der Occupy.-Bewegung) beklagten Umverteilung von arm nach reich. Dabei sollte es umgekehrt laufen – tut es aber nicht. Irgend etwas ist also falsch.

        • Anh Toan sagt:

          Auszug aus Wikipedia: „Internationale Organisationen genießen in der Regel eine Vielzahl von Vorrechten und Immunitäten in ihren Mitgliedstaaten, insbesondere Befreiung von Steuern und Abgaben, Befreiung von der Gerichtsbarkeit und Befreiung von jeder Form der Vollstreckung in ihr Vermögen.“

          Sollten internationale Organisationen dem Landesrecht unterwoprfen sein, in welchem sie ihren Sitz haben, also z.B. die EU dem belgischen, die EZB dem deutschen, die Uno dem US und CH Landesrecht?

          • Andres Müller sagt:

            Herr Gloor: Apropos „Follow the money“

            Eine auf dem Internet sehr versteckte aber aufschlussreiche Erklärung des Wirtschaftsnobelpreisträgers Paul Krugman
            http://www.pbs.org/wgbh/amex/rockefellers/sfeature/sf_3.html#

            Sie können darauf setzen dass BIZ und R. wie Monti und Trilaterale und Bilderberg, alles daselbe sind. Für den Abgang von Hilderbrand wird R. der Schweiz übrigens sehr böse sein.

  • Andreas Notter sagt:

    Ich bin kein Makroökonom, habe mich aber schon ein Weilchen mit der Problematik beschäftigt. Den Artikel finde ich sehr gut und den Vorschlag sehr interessant. Es ist klar, dass eine Zentralbank sich nicht ausschliesslich an der Inflation orientieren sollte (das haben in der Vergangenheit nur die Deutschen gemacht). Nicht klar ist, wie man ein klares Ziel formuliert, welches einen Kompromiss zwischen Inflation und Wachstum darstellt, denn die Nationalbankpolitik muss unbedingt vorhersehbar sein. Der Vorschlag scheint mir diesbezüglich geradezu genial.

    • Andres Müller sagt:

      „die Nationalbankpolitik muss unbedingt vorhersehbar sein“.

      Thja, so wie die Börsen vorhersagbar sind, deshalb bin ich ja auch so Reich dass ich auch unter der Woche Kommentare schreiben kann.

  • fritz mauti sagt:

    Eine gute idee der WELT-ZENTRALBANK, nur hat die’s ein kleines problemechen. Wer soll da vorstehen? Unser PROBLEM Nr.1 ist der EGOISTISCHE-MENSCH, welcher NUR nach GELD und MACHT strebt. Der mensch mit seinen guten und mehr-schlechten eigenschaften. Die zentralisierung waehre eine echt gute idee, wenn die weiterentwicklung der menschheit im gleichen stiel wie die technologie gegangen waehre. Der mensch heute ist zum groessten teil EINZELGAENGER. Das kolektive DENKEN und od. HANDELN ist heute eine seltenheit (vielleicht in alten filmen!). Sehen wir uns die meisten politiker (parteien)an, sie erhalten gelder, gewinnen die wahlen und schlussentlich DIEHNEN sie haupsaechlich den reichen (KAPITALISTEN). So denke ich, dass die WELT-ZENRALBANK ebenfall’s funkzionieren wird. Draurig aber wahr!!

    • Andres Müller sagt:

      Herr Mauri, Sie sprechen es an „Das kolektive DENKEN und od. HANDELN ist heute eine seltenheit “

      Genau aus diesem Grund dürfte im März der Todesstoss für die Griechen erfolgen. Wenn sich die EU nicht eines Besseren besinnt, dann wird das *freiwillige Cutting“ der Investoren von 50% misslingen. Ich kann mich nicht erinnern, dass es historisch im Kapitalismus schon mal vorgekommen wäre dass eine grosse Gruppe von Investoren freiwillig auf Geld verzichtet. Die Sache wird auch schief laufen, weil das freiwillige Cutting mit dem Verzicht auf die CDS -Versicherung verbunden ist. Die Investoren werden stattdessen Griechnland in den Bankrott gehen lassen, denn dann können sie die CDS-Versicherung auslösen die ihnen den Verlust stark reduziert. Eine auf mitfühlender Moral beruhende Entscheidung von Investoren zu 50% Verzicht halte ich für vollkommen ausgeschlossen. Sofern die EU da nichts an den Bedingungen ändert wird Griechenland im April nicht mehr Mitglied des Euro sein.

  • Herb Schweizer sagt:

    Danke für diesen äusserst lesenswerten Beitrag.

  • Hans Müller sagt:

    Momentan werden die Schuldner bevorzugt und aktiv zu mehr Schulden machen animiert. Jene, diehaushälterisch umgehen, sind die Dummen. Völlig verfehlte Geldpolitik

  • Mit anderen Worten, die Wirtschaftspolitik soll von den Zentralbanken definiert werden – ausserhalb jeglicher demokratischen Kontrolle und allein auf die Interessen der Finanzindustrie ausgerichtet, versteht sich. Eher nicht, denke ich.

    Zudem ist das lediglich ein herumschräubeln an einem bankrotten, auf Wachstum ausgerichtetes System genannt Kapitalismus. Es dürfte aber mittlerweile klar sein, dass dieses Modell nichts taugt, weil beständiges Wachstum auf einem Planeten mit endlichen Ressourcen nicht möglich ist.
    Beinahe zum Verzweifeln: Die Menschheit zerstört sich selber die Ressourcen welche sie zum Überleben braucht und alles was man diskutiert, ist wie man das am effizientesten hinkriegt.

    • Andres Müller sagt:

      Genau, und was man von einer „Lohnpreisspirale“ zu halten hat zeigt sich aus dieser Grafik des angeblich so erfolgreichen Deutschland:

      http://www.querschuesse.de/wp-content/uploads/2012/01/1a32.jpg

      Ich muss es betonen, die Notenbanken sind die falsche Adresse für die Lösung der Krise die eine politisch soziale Krise ist. Die Notenbanken sind nicht dazu da dafür zu sorgen dass Geld auch dort ankommt wo es ankommen müsste, nämlich bei den Menschen die Arbeiten. Nur wenn Exportgewinne auch das Lohnniveau der Bevölkerung anhebt kann man Stabilitätspolitik betreiben. Wenn ich nur schon das Wort BIP höre, egal wie berechnet, wird mir übel, denn das BIP hat sich infolge der Umverteilung nach Oben zu einem Faktor entwickelt der auf das reale Leben der Menschen sogar zunehmend einen negativen Einfluss hat -wenn das BIP steigt. Warum? Das BIP in Deutschland ist nur noch ein BIP der obersten 1% und wenn man darüber diskutiert, dann kann man nur noch über die nationale Bilanzbuchhaltung der Superreichen.

      Der Anteil der Deutschen am Exportboom ist nicht nur sehr bescheiden, real herrscht seit Jahrzehnten Erstarrung und Stagnation bei Löhnen, ebenso beim realen Einzelhandel des Binnenmarktes. Die Notenbanken haben damit wenig zu schaffen, sie ist nicht dazu da dafür zu sorgen dass eine Nation andere Nationen kaputt exportiert, indem Deutschland sich selbst intern zum Billiglohnland „reformiert“ hat. Die Handelsungleichgewichte zwischen den Nationen kann die Notenbank kaum beeinflussen, jede Aktion die sie ohne notwendige Unterstützung aus der Politik unternimmt, schafft neue Ungleichgewichte. Jede Kalkulation mit dem BIP ist zu einer Zeit wo das BIP für die Mehrheit einer Gemeinschaft zur Bedeutungslosigkeit verkommen ist -reine Augenwischerei!

    • Jens Gloor sagt:

      Wenn wir uns die Wirtschaftspolitik von den Zentralbanken (meist in Privatbesitz!!!) diktieren lassen müssen, können wir uns gleich erschiessen…

      Von Transparenz keine Spur (Pradebeispiel – ‚Vorzeige‘-Nationalbank in den USA FED). Im Prinzip müsste es eine Volksabstimmung geben, bevor die Geldmenge beliebig ausgeweitet werden kann – dann würde endlich wieder VERANTWORTUNG in dieses unsägliche Business zurück kehren. Vielleicht.

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