Ungebremste Machtzunahme

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Der Apfel glänzt platinfarben: Ein Ende des Höhenflugs der grossen Tech-Unternehmen ist nicht abzusehen. Foto: Bodo Marks

Auf mehr als eine Billion Dollar – 1’000’000’000’000 Dollar – ist letzte Woche der Börsenwert des Unternehmens Apple angestiegen. Diese Summe ist um rund die Hälfte grösser als die Gesamtleistung der Schweizer Volkswirtschaft im letzten Jahr (das Bruttoinlandprodukt für 2017 wird auf 680 Milliarden Dollar geschätzt). Die Entwicklung zu solchen Werten ist wie diejenige bei den anderen Techriesen die Folge von bahnbrechenden nützlichen Innovationen dieser Unternehmen, die den Konsumenten weltweit das Leben erleichtern.

Doch die enormen Börsenwerte nicht nur von Apple, sondern auch von Microsoft, Amazon, Facebook oder Google (bzw. ihrer Muttergesellschaft Alphabet) sind auch Ausdruck für die gigantische Macht, über die diese Unternehmen mittlerweile verfügen. In diesen Werten drückt sich die Überzeugung der Anleger aus, dass das starke Wachstum und die hohen Gewinne dieser fünf Firmen auch in Zukunft anhalten. Schon jetzt dominieren sie die US-Börse, und es sind vor allem sie, die die Kurse in den USA nach oben getrieben haben.

Konkurrenz? Fehlanzeige

In einer Marktwirtschaft mit ausreichender Konkurrenz müsste man erwarten, dass die hohen Gewinne andere und neue Anbieter auf den Plan rufen, die die Profite der Marktführer mit ähnlichen oder sogar besseren Produkten und Diensten streitig machen.

Doch das geschieht nicht, wie nicht nur die Börsenentwicklung zeigt. Gemäss einer Recherche der «New York Times» dominieren allein die beiden Unternehmen Google und Apple zu 99 Prozent die Software von Smartphones. In den USA fliessen 59 Prozent aller Online-Werbeeinnahmen an Google und Facebook. In der Schweiz ist der Anteil der beiden mit 62 Prozent (für 2017) sogar noch höher.

Der geringe Konkurrenzdruck erklärt sich auch mit den Eigenheiten dieses Marktes. Je mehr Kunden die Techunternehmen haben, desto geringer sind ihre Kosten pro Kunde, denn die Kosten bestehen hauptsächlich in der Bereitstellung von Software. Und je mehr Nutzer eine solche Firma hat, desto wertvoller ist ihr Angebot für andere: Jeder will über den Dienst kommunizieren, den alle anderen auch nutzen.

Wer die meisten Nutzer weltweit hinter sich schart, hat deshalb gewonnen. Aus diesem Grund lohnt es sich für diese Unternehmer, Dienstleistungen wie etwa Google Maps gratis anzubieten und so Nutzer zu gewinnen. Ausserdem «bezahlen» diese Nutzer mit der Preisgabe von Daten über sich. Und diese Daten festigen die Macht und die Unangreifbarkeit der Techmultis noch weiter.