Wer hat eigentlich all die Franken gekauft?

Zürich, 2011. augusztus 5. Svájci frank bankjegyek láthatók a 2010. augusztus 12-én készült képen. Az általános befektetoi bizalomvesztés terhe alatt felgyorsult a befektetési eszközök árfolyamvesztése a nemzetközi devizapiacokon; a forint is e folyamat sodrásában gyengül, árfolyama az amúgy is erosödo svájci frankkal szemben új mélypontra esett 254,80 forintos jegyzésen. (MTI/EPA/Gaetan Bally)

In Krisenzeiten als begehrte Fluchtwährung bekannt: Der Schweizer Franken. (Keystone/Gaetan Bally)

In letzter Zeit hört man immer wieder, dass die Aufwertung der Schweizer Währung hauptsächlich von inländischen Anlegern verursacht worden sei. Fehlgeleitet durch eine übertriebene Angst vor dem Euro-Kollaps, hätten sie ihr Geld repatriiert und damit den Franken in die Höhe getrieben. Für die internationalen Anleger hingegen habe der Franken kaum noch die Funktion einer Fluchtwährung.

Inzwischen haben sich die SNB-Ökonomen über diese Frage gebeugt und interessante Antworten gegeben. Eine erste Studie von Raphael Auer zeigt, dass die obige Behauptung zu einseitig ist (Quelle). Während der heissen Phase der Eurokrise (2011–12) gab es durchaus internationale Anleger, die in den Franken geflüchtet sind. Die folgende Grafik zeigt, dass die Zunahme der SNB-Bilanz zu mehr als fünfzig Prozent durch Zuflüsse aus dem Ausland verursacht wurde.

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Eine zweite Studie von Pınar Yeşin wählt einen längeren Zeitraum und konzentriert sich auf die Frage, ob die privaten Zuflüsse in die Schweiz während der Krise zugenommen haben (Quelle). Dadurch will sie die Frage klären, inwiefern die Attraktivität des Frankens als Fluchtwährung erhöht wurde. Die Antwort ist überraschend: Die privaten Zuflüsse haben abgenommen. Die Vorstellung, dass der Franken in Krisen besonders begehrt ist, entspricht nicht den Tatsachen.

Die folgende Grafik zeigt, dass nur während der heissen Phase der Eurokrise («zweite Eurozonenkrise» in der Grafik) die Zuflüsse besonders stark waren. Im Vergleich mit den Zuflüssen vor der Finanzkrise ist die Zunahme allerdings bescheiden.

Insgesamt ist also die Sache weniger eindeutig, als man gemeinhin annimmt. Auf der einen Seite ist der Franken immer noch eine Fluchtwährung in Krisenzeiten. Internationale wie inländische Anleger haben 2011-12 die monetäre Stabilität der Schweiz gesucht und entsprechend einen Teil ihres Vermögens umgeschichtet. Auf der anderen Seite ist es falsch zu glauben, dass in den letzten Jahren ein permanenter Zufluss stattgefunden hat. Sowohl die internationalen wie die einheimischen Anleger flüchten nicht bei jeder Störung der Finanzmärkte in den Schweizer Franken.

Entsprechend ist es schwierig, klare Schlussfolgerungen für die Zukunft zu ziehen. Die Beobachtung, dass der Franken nicht bei jeder Störung als sicherer Hafen gesucht wird, lässt zwar hoffen, dass in der nahen Zukunft kein weiterer Aufwertungsschub stattfinden wird. Aber solange die Probleme des Euro nicht gelöst sind, muss man immer wieder mit panischen Reaktionen rechnen, und dann kann der Franken durchaus wieder zum sicheren Hafen werden.