Schweiz als Modell der EU?

Die Geburt der modernen Schweiz: Liberale gegen Konservative im Sonderbundskrieg 1847

Viele sind sich einig: Wenn der Euro als Währung überleben will, braucht es eine stärkere wirtschaftspolitische Integration. Dazu würde insbesondere eine Art Transfermechanismus zwischen den Überschuss- und den Defizitländer gehören, wie das in jedem modernen demokratischen Staat die Regel ist. In diesem Zusammenhang wird oft auf die USA verwiesen. Die US-Wirtschaft hat etwa dieselbe Grösse wie die Eurozone und ist ähnlich heterogen, aber dank der Ausgleichszahlungen und der Unterstützung Washingtons gehen von insolventen Bundesstaaten keine destabilisierenden Wirkungen aus.

Die grosse Frage ist demnach, ob aus der EU ein moderner Bundesstaat werden kann. Meine Intuition sagt mir, dass dies nicht möglich ist. Nationalstaaten geben ungern Souveränität ab, und die bisherige Bewältigung der Euro-Krise hat gezeigt, dass kein Mitglied der Eurozone tatsächlich bereit ist zu einer stärkeren wirtschaftspolitischen Integration. Es hat viele Absichtserklärungen gegeben, aber bisher ist noch wenig Konkretes in Sicht.

Skeptiker wie mir wird dann oft vorgehalten, dass der Übergang der Eidgenossenschaft von einem Staatenbund zu einem Bundesstaat im 19. Jahrhundert auch ein unwahrscheinliches Ereignis war. Oder anders gesagt: Wenn es die auf Autonomie versessenen Schweizer Kantone fertig gebracht haben, einen Bundesstaat zu schaffen, dann werden es auch die EU-Länder in den nächsten Jahrzehnten schaffen. Das mag sein – ich lasse mich gerne von der Geschichte überraschen – aber auch dieses Argument vermag mich nicht zu überzeugen. Die 13-örtige Eidgenossenschaft hatte sich im 16. Jahrhundert gebildet und über Jahrhunderte eine gemeinsame Identität entwickelt. Europa hat gemeinsame Werte und Wurzeln, aber ob sich darauf ein Bundesstaat bauen lässt? Ein zentrales Element der schweizerischen Staatsbildung war die gemeinsame Sprache bzw. das Festhalten am Dialekt in der Deutschschweiz. Europa hat eine Vielzahl von Sprachen. Ist ein Gemeinschaftsgefühl unter solchen Bedingungen möglich?

Ich weiss keine definitiven Antworten. Was ich aber keineswegs teilen kann, ist die optimistische Sicht, wonach eine stärkere politische Integration Europas einem historischen Gesetz entspricht. Die Zahl der Nationalstaaten hat gerade in Europa in den letzten zwei Jahrzehnten zugenommen, nicht abgenommen, und die zentrifugalen Tendenzen in Spanien oder Italien sind unübersehbar. Diese Entwicklungen nur als Geburtsfehler oder temporäre Verirrungen abzutun, scheint mir nicht zulässig. Europas Stärke besteht traditionell in der Vielfalt, nicht in der Vereinheitlichung. Ich kann mir schlecht vorstellen, dass sich diese Strukturen in den nächsten Jahrzehnten fundamental ändern werden. Oder doch?

Keine Kommentare zu «Schweiz als Modell der EU?»

  • Roman Hatz sagt:

    Ein toller Artikel!

  • Hampi sagt:

    Heute bin ich von der grauen und dunklen (klimatisch natürlich) Schweiz nach dem sonnigen Südspanien geflogen. Soeben angekommen frage ich mich, wieso dieses „Feeling“ nicht in der Zinsspanne (Spread) zwischen Deutschland und Spanien enthalten ist. Es leben mehr Deutsche in Spanien, als Spanier in Deutschland (in der Schweiz nehme ich an, ist es ähnlich). Man kriegt hier eine unzählige Anzahl an Deutschen Produkten. Es fehlt einfach noch an der Ausnützung der Synergien: Spanien muss die Deutsche Auffassung von „Finanzen/Ökonomie“ absorbieren und die Deutschen können ihren Lebensabend am Mittelmeer verbringen.

    Das ist der viel bessere „Deal“ als jede Alternative. Diese Tatsache und die geopolitische Entwicklung wird dafür sorgen, dass die EU überleben wird. Und dabei würde sie gut daran tun, wenn sie in gewissen Sachen die Schweiz (Dezentralisierung von Brüssel, mehr direkte Demokratie) als Modell nehmen würde für die Zukunft. Das würde das ganze Ungetüm EU bestimmt stabiler machen.

  • eric bergo sagt:

    die eu länder sin dim krieg sie haben grosse finanziele probleme und sie haben terror attacken in ihren ländern und die schweiz hat qohlstand gute soziale systeme und über 100 jahre frieden,die schweiz ist dass beste land europas.

    • Rita Rosenweich sagt:

      Schwieiz!! Schwiriz!! Helbtetia!!! Ich liebe Dicjh!!! Du bsit mein ein unfd alles!!! Du bist das Grösste!! Schewoz über allles!!! An dir soll die welt genesem!!! Unfdoi ich bin besoffen!!!

    • Martin Kreidel sagt:

      Aber im Wissen über die EU-Länder und in der Beherrschung des Schriftdeutschen sieht es nicht so danach aus, als ob die Schweiz das beste Land sei.

  • Taric Trent sagt:

    @RS: Na dann nix wie hin in die Pleite oder, so eine Chance will man ja nicht verpassen!

  • Rolf Schumacher sagt:

    @Straumann, das sehe ich ganz ähnlich, guter Beitrag. Nur etwas finde ich schlecht, sie sind nicht pessimistisch, sondern interpretieren Faken und haben Visionen. Wenn ich pleite gehe, kann dies der grösste Glückstag in meinem Leben bedeuten, denn ich habe die Chance mich nach der Pleite neu auszurichten.

  • Josef sagt:

    Der Leidensdruck ist wohl noch zu wenig gross. Es muss ja nicht gleich ein Krieg sein, wie in der Schweiz. Eine Wirtschaftskrise, die richtig weh tut, geht auch. Erst in der Not steht man zusammen und denkt darüber nach, dass wir gemeinsam vielleicht doch mehr Vor- wie Nachteile haben. Jedenfalls müssen gerade die reicheren EU-Länder erst mal begreifen, und auch die Schweiz, dass es ihnen in der Gemeinschaft besser geht wie als Einzelkämpfer. Ich hoffe wir merken es früh genug, bevor wir so am Boden sind, dass die Chinesen alles noch günstiger zusammen kaufen können.
    Die Umverteilung von Arm zu Reich liegt meiner Ansicht nach nicht an der Marktwirtschaft oder am Kapitalismus, sondern an den heutigen Regeln derselben und dem absoluten Fokus auf die Geldoptimierung. Die Finanzbranche erwirtschaftet bereits, rasch zunehmend, über 10% des BIP obwohl sie eigentlich nur Erwartungen verwaltet und nichts herstellt. Nicht nur das, sie schöpft auch überproportional viel Gewinn ab, der dann den KMUs fehlt.
    Ein funktionierendes Europa würde viel dazu beitragen, die Wirtschaftsregeln so zu ändern, dass die Wirtschaft allen zu Gute kommt und nicht nur den paar reichsten in jedem Land. Das würde automatisch auch mehr „Freiheit“ für alle bedeuten.

  • Gauthier Irgendwo sagt:

    Vermutlich erst einmal in die EU
    Alles nur das nicht?

  • Taric Trent sagt:

    @Alex: Oder du magst nicht über Alternativen nachdenken. Hier ist mal eine:

    http://stattkapitalismus.blogsport.de/

    Um eine alternative zu denken muss man natürlich erst mal wissen was eine Marktwirtschaft ist. Das Wirtschaften will man aus naheliegenden Gründen nicht abschaffen wollen, wohl aber den Markt. Also muss man sich überlegen: Was ist der Markt? Was ist Nicht-Markt und trotzdem Wirtschaft? So kommt man der Sache näher.

    • anh toan sagt:

      @Taric Trent: Erstens der Kommentar von 12.35 ist grosse Klasse. Den Link hab ich mir angesehen, Planwirtschaft und deren Effizienz kennen wir Schweizer doch vom Militaer…..Da ist mir der Markt lieber.

      • Taric Trent sagt:

        Den einzigen Gebrauchswert, den das Militär herstellt, ist eins aufs Maul. Das würde ich mal nicht unter Wirtschaft ablegen.

        • anh toan sagt:

          Ich rede nicht von dem was das Militaer herstellt (Verteidigung? Erziehung der Schweizer zu Gehorsam?) ich rede von der Planwirtschaft mit welcher innerhalb des Miliaers die Beduernisse befriedigt werden (sollten!): Z.B. Entweder sind keine Autos oder keine Fahrer oder kein Benzin vorhanden, oder man mangels SabFrz keine Schiessuebung machen, vor Abgabe muessen dann noch Vorraete verpulvert werden. Aus zwei Gruenden herrscht konstanter Leerlauf: Die benoetigten Utensilien fuer eine sinnvolle Taetigkeit sind nicht, bzw.nicht in der benoetigten Menge vorhanden und aus Sicht des Einzelnen gibt es kein Insentive, eine gute Leistung zu erbringen: Beide Elemente sind charakteristisch fuer das von Ihnen erwaehnte Wirtschaftsmodell. Wenn ich im Militaer etwas gelernt habe: Planwirtschaft funktioniert nicht!

          • Taric Trent sagt:

            Zu Punkt 1: Schlechte Planung ist ein schlechtes Argument gegen Planung.
            Zu Punkt 2: Stimmt nicht, aus meiner Erfahrung legen sich die Leute im Militär schwer ins Zeug. Warum kann ich nicht nachvollziehen, wahrscheinlich weil sie einen Sinn darin sehen. Ich war jedenfalls ziemlich der Einzige dem es so vorkam als wäre er im falschen Film.

          • Taric Trent sagt:

            „Die benoetigten Utensilien fuer eine sinnvolle Taetigkeit sind nicht, bzw.nicht in der benoetigten Menge vorhanden und aus Sicht des Einzelnen gibt es kein Insentive, eine gute Leistung zu erbringen“

            Die Argumente eignen sich aber super gegen die Marktwirtschaft: Zeug das ich brauchen würde um was gescheites herzustellen ist Eigentum und damit „nicht, bzw. nicht in der benötigten Menge vorhanden“ und es wird Arbeitskraft zu einem Fixpreis gekauft, auch nicht gerade der Ansporn für herausragende Leistungen, wenn man sowieso immer gleich viel (oder wenig) bekommt, egal ob man sich verschleisst oder eine ruhige Kugel schiebt.

  • Alex sagt:

    @Taric Trent: Natürlich bin ich mir der Ungleichverteilung in der Schweiz bewusst. Vergleicht man jedoch den Gini-Koeffizient weltweit, ist aber auch klar, dass es z.B. in den USA, China oder Brasilien noch viel schlimmer aussieht. Europa (und auch die Schweiz) stehen da einiges besser da.
    Die Marktwirschaft bringt keine Gleichverteilung, aber es gibt (heute) schlicht keine Alternative dazu. Wenn ja, lasse ich mich aber gerne belehren. Für die Demokratie gilt das gleiche (mit Verweis auf ein berühmtes Zitat von Winston Churchill)

    • Urs Brock sagt:

      @ Alex sagt:
      11. Januar 2011 um 17:25

      Die Schweiz ist bezüglich der Ungleichhheit der Vermögensverteilung schon seit mehr als 20 Jahren regelmässig unter den 5 obersten Plätzen zu finden. Selbst Die USA mit ihrem als extrem wahrgenommenen Kapitalismus kann der Schweiz nda nicht das wasser reichen… und so manches 3te Welt Land steht noch besser da…

      Die möglichen Alternativen sind durchaus vorhanden. Besonders Interessant wird das, wenn man sich bewusst wird das in Ländern mit einer Verfassung nie beschrieben wird wie das Wirtschaftssystem auszusehen hat noch wie Demokratische Strukturen aussehen müssen. Man ist da also sehr frei in der Gestaltung… auch wenn was viele Exponenten nicht zulassen wollen… es muss also nicht Kapitalismus noch Marktwirtschaft in der heutigen Ausprägung sein…

      😉

      • anh toan sagt:

        @Herr Brock: Ich behaupte einfach mal, dass wenn man die PK-Guthaben beruecksichtigt die Schweiz nicht in den obersten 5 Plaetzen betreffend Ungleichheit der Vermoegensverteilung ist. Statistiken……. Meine Erfahrung sagt: Je aermer das Land, umso groesser die Unterschiede in Einkommens- und Vermoegensverteilung. Die Reichen in armen Laendern haben aehnlich viel wie die Reichen in reichen Laendern, die Mittelklasse und die Unterschicht haben in armen Laendern weniger. Die reichen Mailaender wueten in St. Moritz mit den ganz Grosskopferten, die Mittelschicht und die Unterschicht sind im Sueden Italiens aber deutlich aermer als im Jura. Und in der dritten und zweiten Welt sind die Unterschiede astronomisch. Das Kapital und der Arbeitsmarkt fuer Hoechsteinkommensbezueger (CEO, Top Fachkraefte, Sportler, Film) sind eben globalisiert.

  • Das Verschwinden des Euros ist total unwahrscheinlich, denn technisch gar nicht realisierbar, ohne dass es zur allergroessten Katastrophe kommen wuerde. Man denke: fuer die Einfuehung einer neuen Waehrung braucht es mindestens 6 Monate. Da wuerden natuerlich alle ihre Ersparnisse abheben und alle Banken wuerden zahlungsunfaehig werden.
    Trotz Krise, hat sich der Euro (gegenueber dem USD) gut halten koennen. Der Euro ist ja nicht nur in Europa, sondern auf der ganzen Welt in verschiedenen Anlagen gegenwaertig
    Auch will niemand die EU verlassen, denn jedermann kennt die Vorteile und ahnt die grossen Nachteile, die eine Rueckkehr haben wuerde. Man soll realistisch sein und daran arbeiten die Schulden abzubauen und den Staaten mit dem Abauen zu helfen, falls diese nicht zurecht kommen. Auch die Schweiz entstand nicht von einem Tag auf den anderen….und Krisen wird es immer wieder geben.

  • Taric Trent sagt:

    @Alex: Dir ist schon klar, dass 10 Menschen in der Schweiz soviel besitzen wie der Rest und dass sich das in allen Ländern mit Markwirtschaft etwa ähnlich ausnimmt? Dass die einen 100 Mio im Jahr für gar nix heimtragen und die anderen für 2-3k Gestelle füllen? Jetzt die Frage: Kommt das von Marktwirtschaft und Demokratie? Ist das in Marktwirtschaft und Demokratie änderbar? Kommt das gar nicht von Marktwirtschaft und Demokratie? Also wie sieht das Verhältnis soziale Ungleichheit und Marktwirtschaft und Demorkatie aus? Eine Antwort würde mich freuen.

  • Markus Schneider sagt:

    Jemandem, der von seiner „Intuition“ angesprochen wird, traue ich nicht über den Weg. Vielleicht spricht er auch mit seiner Intuition oder hört sogar ihre Stimme? Vermutlich möchte er gerne, dass wir anderen auch auf seine „Intuition“ hören? Besser jedenfalls wär’s, wenn Herr Straumann seine dürftigen Prognosen in der Schublade liesse. Mehr als ein Aneinanderreihen der täglich nachzulesenden Nachrichten kann ich in seinem Gefasel nicht erkennen.

    @Alex: Die „Grundidee von Europa“ ist Zentralismus und abzulehnen. Er ist immer die Vorform oder die Nachgeburt der Diktatur – egal ob diese sich monarchisch oder besonders volksnah gebärdet.

  • Alex sagt:

    Ich (27 Jahre) mit einem Lebenshorizont von mindestens 50 weiteren Jahren würde mir wünschen, dass Europa eines Tages wirklich zu einem stark dezentralisierten Bundesstaat werden wird. Es sind die Werte (Marktwirschaft, Demokratie, Menschenrechte, liberale Gesellschaftsstrukturen) welche Europa verbinden und für die es sich lohnt zu kämpfen. Zwischen der langsam absteigenden Hegemonialmacht USA und dem neuen Machtzentrum in Asien tut Europa gut daran seine Stärken zu vereinen. Dies bedeutet nicht die Aufgabe der nationalen Identität sondern ein Bekenntnis zum Gemeinsamen. Keiner muss seine Sprache aufgeben (in Indien spricht man übrigens auch in fast jedem Staat eine eigene Sprache). Zentralisieren wo es Sinn macht, im Übrigen aber dezentral bleiben – Die Schweiz macht es vor. Niemand will einen allmächtigen Superstaat. Die EU ist sicher nicht perfekt (z.B. Mitsprache der Bürger, wobei mit Lissabon auch da Verbesserungen vorgenommen wurden). Auch wirtschaftspolitisch sind zweifellos Reformen nötig (Arbeitsmarkt, Effizienz in gewissen Staaten). Die Realpolitik zeigt immer wieder wie schwer es ist einen gemeinsamen Nenner zu finden. Doch die Grundidee von Europa ist richtig und sollte unbedingt weiterverfolgt werden.

  • Tom Müller sagt:

    Wenn ich mich richtig an die Geschichtsstunde erinnere, wurden die konservativen Kantone von den Siegern nach dem Sonderbundskrieg in den Bundesstaat gezwungen…

  • Die zentrifugalen Entwicklungen in einzelnen Staaten und auch die Zunahme an Nationalstaaten in Osteuropa kann auch als Argument und Entwicklung hin zu einem vereinten Europa gesehen werden, eben weil dadurch große Staaten geschwächt würden, im Sinne eines ‚Europas der Regionen‘, welches es auch der Schweiz einfacher machen könnte beizutretten… Im Falle Deutschlands und Frankreichs ist dies allerdings (leider?) nicht abzusehen…

  • André Brändli sagt:

    Es ist noch anzumerken, dass der Gründung des Schweizerischen Bundesstaats im Jahre 1848 ein Bürgerkrieg vorausging. Im Sonderbundskrieg im November 1847 unterlagen die katholisch-konservativen Kräfte, welche den Staatenbund aufrecht erhalten wollten, den radikal-freisinnigen Kantonen, die den Bundesstaat haben wollten. Der Übergang vom Staatenbund zum Bundesstaat konnte also nur mit militärischer Gewalt durchgesetzt werden. Weitere Details bei: http://de.wikipedia.org/wiki/Sonderbundskrieg

    Ähnlich lässt sich der Amerikanische Bürgerkrieg von 1861-1865 deuten, wo ebenfalls die liberalen Nordstaaten gegenüber den konservativen Konföderierten, die sich gegen den Zentralstaat wehrten, sich durchsetzen konnten. Ferner erfolgte die Einigung Italiens und Deutschlands im 19. Jahrhundert unter Zwang. Man könnte also die Geschichte so deuten, dass der Übergang vom der EU als Staatenbund zum Zentralstaat wohl auch nicht ohne Zwang erfolgen kann….

    • L. Schale sagt:

      Sehr gut Herr Brändli! Endlich mal ein Schweizer, welcher die Dinge etwas differenzierter sieht und etwas weiss (Bildung). Kompliment insbesondere auch für die Formulierung «Man könnte also die Geschichte so deuten, dass der Übergang vom der EU als Staatenbund zum Zentralstaat wohl auch nicht ohne Zwang erfolgen kann….», statt der weit verbreiteten Besserwisserei und Zukunftshellseherei von inkompetenten Kommentatoren, welche alles besser zu wissen meinen als die Fachwelt. Es gibt viele Möglichkeiten aber nur permanent das (erträumte) Ende von EURO und EU herbei zu reden ist doch sehr einfältig und verzweifelt naiv. Selbstverliebtheit, basierend auf Abhängigkaeit von anderen Staaten, Visionen, etc. wird nie zu Anerkennung und Erfolg führen. Ernst wird man dadurch erst recht nicht genommen, bzw. eher höflich belächelt.

    • L. Schale sagt:

      Sehr gut Herr Brändli! Endlich mal ein Schweizer, welcher die Dinge etwas differenzierter sieht und etwas weiss (Bildung). Kompliment insbesondere auch für die Formulierung «Man könnte also die Geschichte so deuten, dass der Übergang vom der EU als Staatenbund zum Zentralstaat wohl auch nicht ohne Zwang erfolgen kann….», statt der weit verbreiteten Besserwisserei und Zukunftshellseherei von inkompetenten Kommentatoren, welche alles besser zu wissen meinen als die Fachwelt. Es gibt viele Möglichkeiten aber nur permanent das (erträumte) Ende von EURO und EU herbei zu reden ist doch sehr einfältig und verzweifelt naiv. Die vielen Journalisten-Beiträge im Tagi werden immer peinlicher. Lächerlich wie man sich einzureden versucht, die Schweiz sei das A und O. Was für eine unfassbare Naivität und lächerliches Bemühen um Bewunderung! Selbstverliebtheit, basierend auf Abhängigkaeit von anderen Staaten, Visionen, etc. wird nie zu Anerkennung und Erfolg führen. Ernst wird man dadurch erst recht nicht genommen, bzw. eher höflich belächelt und interessieren tut’s eigentlich die wenigsten (im Ausland)..

  • Urs Brock sagt:

    Mein Blick in die Kristiallkugel und was ich gerne darin sehen möchte…

    Eine EU, ganz klar… das soll, ohne Waffengewalt, erstmal einer nachmachen. Von mir aus kann auch die Schweiz beitreten. Da gibt es ein paar Vor- und ein paar Nachteile… Ja und? Die Währung muss man ja nicht grad mit Haut und Haaren mitverschlingen…

    Empanzipation von den WTO Handelsverträgen so das man endlich wieder lernt auf eigenen Füssen zu stehen anstatt sich alles mögliche und eben auch unmögliche Vorgeben zu lassen und so trotzdem oder gerade deswegen oft nur auf den kleinsten gemeinsamen Nenner kommt. Besser man lässt den Nationen und somit auch den dort lebenden Mesnchen ihre Eigenheiten… aber, ohne das die lokalen Oligarchen/Dynastien all zu frech werden können. Das eben könnte nur eine EU…

    Man könnte zur Abwechslung auch mal wieder mehr an die abhängig Beschäftigten und deren Horizonte (Im Oekonomischen Sprech wären das die Löhne, Soziales, Renten und die Binnenmärkte) denken. Die meisten brauchen nämlich so abstrakte Konzepte wie Globalisierung überhaupt nicht für das tägliche Leben.

    Emanzipation vom Diktat der völlig aus dem Ruder gelaufenen Liberalisierung- und Wettbewerbssdoktrin. Sich im gegenseitigen Wettbwerb zu behaupten mag ja ganz lustig sein, aber sicher nicht in dem zwanghaften Ausmass wie das aktuell propagiert wird. Preisabsprachen sollen erlaubt sein sofern damit solche Dinge wie Lebensqualität, existenzsichernde Arbeitsplätze oder ähnliches erhalten werden können… Preisabsprachen zu Gunsten von irgendwelchen Investoren/Aktionären wohl eher nicht…

    Zölle und Abgaben sollen ebenfalls wieder zur Steuerung der Oekonomie beitragen dürfen/müssen. Auch wenn dadurch der eine oder andere Ineffizienzfaktor am Leben erhalten wird.

    Und was ist mit der Mitsprache, der Demokratie, den Volksabstimmungen? Mir schwebt da schon seit einiger Zeit so was im Sinne von Portalen im Internet vor bei denen Volksbegehren Europaweit eingegeben, publiziert und debatiert werden können… dies alles inkl. der EU üblichen Uebersetzugsdienste. Jeder könnte da seine Stimme abgeben und somit den Mitsprachebedürfnissen etwas mehr Leben einhauchen als es jetzt der Fall ist… Gleichzeitig könnte man sich auch noch mit den Anliegen und Bedürfnissen anderer Europäer beschäftigen…

    Aktuell trägt die Mitsprachesystematik in der EU nicht zur Integration bei und lädt auch nicht zur Mitsprache und zum Mitmachen ein. Die EU sollte sich ganz offensiv mehr Demokratie leisten und dies auch Bürgernah kommunizieren… Lobbying und das Auslagern von politischen Entscheidungen in undurchsichtige Kommissionen sollte nicht mehr als eine Art von Demokratieersatz erhalten düerfen sonst vergeht einem ja wirklich noch die Lust am mitmachen…

    🙂

  • Taric Trent sagt:

    Naja ich habe ja keine Ahnung, aber ich würde mal sagen die gemeinsame Sprache ist eine wichtige Voraussetzung für das Gelingen eines Gewaltmonopols. Sieht man an der Schweiz jetzt nicht speziell, ja die taugt glatt als Gegenbeweis, aber wird schon so sein wenn die meisten Staaten eine offizielle Landessprache haben. Und ich habe das auch so in der Schule gelernt. Also die Leute reden eine Sprache und dann bauen sie sich einen Staat für alle gleichsprachigen Menschen. Oder auch nicht, wie gesagt ich habe mich damit nie auseinandergesetzt. Aber ein Artikel schreibt sich ja auch nicht von Alleine, leider!

  • anh toan sagt:

    „Ein zentrales Element der schweizerischen Staatsbildung war die gemeinsame Sprache“ klar, vom Bodensee bis Genf, von Chiasso bis Basel, von Pontresina bis Pruntrut. Sie blenden gleich mal 40% der Schweiz aus! Aber nicht mal nur bezogen auf die Detschschweiz ist Ihre Aussage richtig: Alemannisch wird in der ganzen Schweiz, aber auch in nahezu halb Deutschland (natuerlich nicht die Preiss’n) und im Elsass gesprochen. Baseldeutsch (Immerhin die zweitgroesste Agglomeration der Deutschschweiz) ist Niederalemannisch (bis Baden Badern und Elsass) die restlichen Schweizer Dialekte sind Hochalemannisch.

    Sprich das zentrale Argument Ihrer Argumantationskette ist falsch oder bestenfalls zur Haelfte richtig (Weglassen der franz,. ital. raeto Schweiz und Agglo Basel bis Belchen Boezberg = 50% der Schweiz, sowohl Flaeche als Bevoelkerung wie Wirtschaftskraft etc. Hauefig stimmt Basel mit den Romands. Zufall?

    • anh toan sagt:

      Ach ja apropos Dialekte: Herr Straumann,denken Sie die Arbeiter, Handwerker, Bauern, Waescherinnen etc, haben 1850 in Muenchen oder Stuttgart haben deutsche Schriftsprache gesprochen? Die konnten weder lesen noch schreiben, woher sollten die Schriftsprache nur kennen? Andrerseits wurde in der Schweiz von gebildeten Leuten entweder richtiges Deutsch oder Franzoesisch, allenfalls sogar Latein gesprochen, man musste sich abgrenzen vom Poebel, der Poebel spricht Dialekt. Das war ganz sicher bis lange nach 1848 so, ich meine die Ueberbewertung des Dialektes in der Schweiz kam ab 2. WK.

    • Tja. Sehr aufschlussreich, nur haben Sie mit den Wallisern auch das Höchstallemannisch vergessen. Wahrscheinlich kann die Entstehung der Schweiz auch nicht auf einer A4-Seite erklärt werden. Das wiederum zeigt aber nur um so deutlicher, dass es nicht einfach sein wird die EU aus der Schei…. zu retten. Eigentlich kann es nur dann richtig laufen wenn’s geschmiert wird. Na mit was wohl……. mit Euros. Leider werden die Deutschen irgendwann mal geung vom Abbüssen haben und nicht mehr zahlen. Dann, gute Nacht EU. Und: besser wenn wir nicht drin sind.

  • Guido Pollner sagt:

    Fragt den Wirtschaftsspezialisten Dr. Joe Ackermann und die EU funtioniert wie nie zuvor.

  • roger sagt:

    Naja, der Euro wird wertlos werden,
    das wird sicher an den Strukturen rütteln.

    PS: An alle Skeptiker. Diese Prognose ist genauso sicher, wie jede andere auch, denn von den sogenannten Wirtschaftsfachleuten hat keiner die Krise kommen gesehen. Wir benutzen also alle die selbe Kristallkugel. 😉

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