Der irre Drang nach Überschüssen

Ein Mitarbeiter der MAN Turbo AG arbeitet am 14. Oktober 2009 an Dampfturbinen im MAN Werk in Oberhausen. Der Auftragseingang im deutschen Maschinenbau ist im Oktober 2009 um real 29 Prozent eingebrochen. Das teilte der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) am Mittwoch, 2. Dezember 2009, in Frankfurt am Main mit. (AP Photo/Martin Meissner

Deutschlands Überschüsse sind ein Problem: Ein MAN-Fachmann arbeitet in Oberhausen (D) an einer Turbine. (AP Photo/Martin Meissner)

Zwei Zahlen:

  • Deutschland erwirtschaftete im März einen Leistungsbilanzüberschuss von knapp 20,2 Milliarden Euro. Das entspricht dem siebthöchsten Monatswert in der Geschichte des Landes.
  • Die gesamte Eurozone kam im März derweil auf einen Leistungsbilanzüberschuss von 25,9 Milliarden Euro.

Ist das gut?

Gemeinhin wird angenommen, es sei für einen Staat per se erstrebenswert, in seiner Leistungsbilanz – also im grenzüberschreitenden Handel mit Waren und Dienstleistungen – einen möglichst grossen Überschuss zu erzielen. Schliesslich, so die Annahme, bedeutet das nichts anderes, als dass das betreffende Land international enorm wettbewerbsfähig ist und seine Güter auf den Weltmärkten rege nachgefragt werden.

Bestes Beispiel dafür ist Deutschland, das derzeit je nach Wechselkursberechnung den in absoluten Zahlen gemessen grössten Leistungsbilanzüberschuss weltweit schreibt. Hier eine grafische Darstellung der deutschen Leistungsbilanz (monatliche Werte) seit 1970 (Quelle: Bundesbank):

Die Grafik zeigt klar, wie der Leistungsbilanzsaldo Deutschlands während den Neunzigerjahren die meiste Zeit im Defizit lag. Erst ab der Jahrtausendwende, mit der Einführung des Euro, wurde der Saldo wieder positiv – und seither klettert der Wert immer höher.

Ein klares Signal von internationaler Wettbewerbsfähigkeit und Dynamik. Beeindruckend.

Doch so simpel ist es nicht.

Der Saldo in der Leistungsbilanz ist nämlich nichts anderes als die Differenz zwischen den inländischen Ersparnissen und den inländischen Investitionen einer Volkswirtschaft. Die meisten von uns haben irgendwann mal die Gleichung S=I gelernt, Sparen gleich Investitionen. Das stimmt so nur in einer geschlossenen Volkswirtschaft. Aber in einer offenen Volkswirtschaft, die Handel mit anderen Ländern betreibt, gilt S=I nicht, sondern: Sind die Ersparnisse (S) grösser als die Investitionen (I), müssen die Überschuss-Ersparnisse ins Ausland exportiert werden. Und dieser Betrag entspricht per Definition genau dem Leistungsbilanzüberschuss des betreffenden Landes.

Man kann also anders sagen: Ein Land, das einen hohen Leistungsbilanzüberschuss erwirtschaftet, spart zu viel und investiert zu wenig. Wir haben das Thema in diesem Blogbeitrag mit dem Titel «Weshalb Sparen nichts mit Tugendhaftigkeit zu tun hat» schon einmal aufgenommen – und damals zahlreiche erboste Kommentare dafür erhalten.

Was soll schlecht sein an hohen Ersparnissen? Intuitiv werden hohe Sparquoten in einem Land als gut, tugendhaft eben, angesehen. Wer spart, sorgt vor. Wer spart, hat Reserven für schlechte Zeiten. Wer spart, verprasst nicht sein ganzes Einkommen, als gäbe es kein Morgen.

Das mag alles stimmen, doch bei dieser Argumentation geht eine elementare Unterscheidung vergessen: Die Sparquoten der privaten Haushalte eines Landes sind nicht dasselbe wie die Sparquote der gesamten Volkswirtschaft. Zu Letzterer, also der nationalen Sparquote, zählen nämlich nebst den privaten Haushalten auch die Unternehmen und die staatlichen Institutionen.

Eine hohe nationale Sparquote hat überhaupt nichts mit Tugendhaftigkeit zu tun. Wieso? Das wird deutlich, wenn man sich vor Augen führt, wie sich die nationale Sparquote errechnet: Sie definiert sich als die inländische Produktion von Waren und Dienstleistungen (also das Bruttoinlandprodukt BIP) minus den inländischen Konsum. Eine hohe nationale Sparquote sagt also nichts anderes aus, als dass im Inland viel mehr produziert als konsumiert wird. Unter dieser Betrachtung wird sofort klar, dass eine hohe nationale Sparquote per se keinen Wohlstand schafft. Nur wenn diese Ersparnisse in produktive Investitionen fliessen, erfährt die Volkswirtschaft einen Wohlstandszuwachs. Sind aber, wie eingangs erwähnt, die inländischen Investitionen deutlich niedriger als die inländischen Ersparnisse, wird die Überschussproduktion respektive werden die Überschussersparnisse einfach ins Ausland exportiert.

Das kann für ein Land nicht per se erstrebenswert sein. Ein hoher Überschuss in der Leistungsbilanz ist genauso ein Signal für ein massives Ungleichgewicht in der Volkswirtschaft wie ein hohes Defizit.

Wie der in Peking lehrende amerikanische Ökonom Michael Pettis (in diesem Beitrag haben wir ihn bereits vorgestellt) in seinem Blog einmal mehr sehr eindrücklich beschreibt, ist genau das das Grundproblem der aktuellen Krise in der Eurozone: Deutschland weist ein derart frappantes Missverhältnis zwischen seiner nationalen Sparquote und seinen inländischen Investitionen auf – abzulesen am rekordhohen Leistungsbilanzüberschuss –, dass es seine Überschussersparnisse den anderen Ländern in der Eurozone, etwa Frankreich, und dem Rest der Welt aufbürdet.

Damit die Eurozone wieder ins Lot kommt, ist es nach Ansicht von Pettis unabdingbar, dass Deutschland seinen Leistungsbilanzüberschuss senkt. Vollkommen fehlgeleitet sind dabei jedoch all jene Stimmen, die sich empören, Deutschland dürfe doch seine internationale Wettbewerbsfähigkeit nicht schwächen. Darum geht es überhaupt nicht. Der Leistungsbilanzüberschuss ist nicht primär Ausdruck von Wettbewerbsfähigkeit, sondern, eben, von einer zu hohen nationalen Sparquote und zu niedrigen inländischen Investitionen.

Deutschland könnte also seine inländischen Investitionen erhöhen oder die nationale Sparquote senken – und beides liesse sich bewerkstelligen: Zu Ersterem zählen beispielsweise staatliche Infrastrukturprojekte (okay, lieber keine neuen Flughäfen in Berlin) oder, noch besser, steuerliche Anreize für Unternehmen, die in Deutschland in neue Produktionskapazitäten investieren. Und weil die nationale Sparquote als BIP minus Konsum definiert ist, kann sie gesenkt werden, indem der inländische Konsum steigt. Wie lässt sich das bewerkstelligen? Nichts einfacher als das: Berlin könnte die Mehrwertsteuer senken, die Steuern für Familien mit niedrigen und mittleren Einkommen senken (da diese Familien den grössten Teil ihres verfügbaren Einkommens für den Konsum verwenden) oder einen generellen Anstieg des Lohnniveaus in der Wirtschaft zulassen (was derzeit bereits geschieht). All diese Massnahmen würden den inländischen Konsum erhöhen, die nationale Sparquote senken – und den Leistungsbilanzüberschuss verringern.

Keine dieser Massnahmen würde den deutschen Exportsektor wettbewerbs-unfähiger machen, und keine deutsche «Tugend» müsste dafür über Bord geworfen werden.

Das einzige, was dazu nötig wäre, ist ein Eingeständnis, dass Leistungsbilanzüberschüsse nicht primär ein Signal von Stärke, sondern ein Signal von Ungleichgewichten in der inländischen Wirtschaft sind.

Die Links zum Wochenende:

  • Hier ein Kommentar von Stephen Roach zur überraschend kräftigen Abkühlung in Chinas Wirtschaft.
  • Hier ein sehr lesenswerter Kommentar meines Redaktionskollegen Andreas Neinhaus zu den desolaten Arbeitsmarkt-Aussichten in den Euro-Peripherieländern.
  • Und für alle, die am Schweizer Immobilienmarkt interessiert sind: Hier ein erhellendes Interview mit Andreas Bleisch, Ökonom von Wüest & Partner. (Wir bleiben bei unserer bereits Anfang Jahr hier und hier geäusserten Meinung: Der Immobilienmarkt bewegt sich auf immer gefährlicheres Terrain zu.)

196 Kommentare zu «Der irre Drang nach Überschüssen»

  • Linus Huber sagt:

    Ueberwachungsstaat (off-topic)

    Im vorletzten Blog Artikel meldete sich ein George Aengenheister als Kommentator und sandte mir nachtraeglich ein „run of the mill“ Essay, in welchem als Loesung der heutigen Probleme ein Zeitguthabensystem proklamiert wurde (ich hatte meine email adresse fuer Nadine im Blog erwaehnt). Ohne weiter nachzudenken sandte ich ihm meine Analyse bezueglich der langfristigen Wirkung inflationaerer Geldpolitik auf die Gesellschaft. Da mir in meinem email-Versand ein Fehler unterlaufen war, sandte ich nur einen Tag spaeter eine 2. email und musste feststellen, dass seine email Adresse nicht mehr existierte.

    Es geht hier nicht darum, ob dieser George Aengenheister nun ein verdeckter Ermittler moeglicher fragwuerdiger Personen ist, sondern darum, dass ich in der heutigen Zeit solche Ueberlegungen unterhalte. Oder in anderen Worten, ich wurde schon derart konditioniert, dass ich mir ueberlegen muss, was ich schreibe um nicht auf eine geheime Liste potentieller …… zu landen. Dies sind Zeichen der schrittweisen Beschraenkung persoenlicher Freiheit, welche sich im von den USA orchestrierten Dauerkriegszustand unbemerkt und langsam breit machen.

  • Linus Huber sagt:

    Warum ersetzen wir den Titel „Der irre Drang nach Überschüssen“ nicht mit „Der irre Drang nach geldpolitischen Manipulationen“. Dies spraeche die eigentliche Problematik an.

  • Manfred Grieshaber sagt:

    Historisch betrachtet zeigt sich das die meisten Industriegebiete in Europa schon um 1900 bestanden. Nur wenige kamen neu nach 1950 hinzu. Im Gegenteil, ab 1965 brach in vielen Ländern die Montanindustrie zusammen. Länder wie Schweden, Deutschland, später Polen und Tschechien konnten diesen Verlust ausgleichen. England, Frankreich und Belgien aber konnten bis heute den Arbeitsplatzverlust nicht kompensieren. Etwas ähnliches geschah ab 1975 in Südeuropa. Nach Ende der Diktaturen in Griechenland, Spanien und Portugal, aber auch in Italien wurden arbeitsintensive Industrien aufgebaut, z.B. für Textil- und Lederwaren. Die hielten sich aber nicht lange denn nach den WTO-Verträgen von 1995 sind sie schnell von der asiatischen Konkurrenz aus dem Markt gedrängt worden. Die EURO-Einführung verdeckte einige Jahre diese Strukturdefizite. Aber die Finanzkrise zeigte diese Defizite schonungslos auf. Deshalb ist heute der wirtschaftliche Abstand zwischen z.B. Portugal und Deutschland wieder genauso gross wie 1975. Nur die Analphatenquote ist in Portugal drastisch gesunken ansonsten sind sie wieder da wo sie nach Salazars Sturz angefangen haben. Daran sieht man das das Hauptübel die Konstruktionsfehler der WTO-Verträge sind. Sie liessen Südeuropa keine Zeit sich auf die neuen Verhältnisse einzustellen. Hätte man 1995 Uebergangsfristen von 5 bis 10 Jahren vereinbart wäre die Sache ohne diese abrupten Totalveränderungen abgelaufen. Ein einzelnes Unternehmen kann sich binnen 1 oder 2 Jahren auf neue Marktverhältnisse einstellen, eine Volkswirtschaft kann das in so kurzer Zeit nicht. D investierte seit 1990 zur Modernisierung seiner Industrien und Infrastruktur in Ost und West mehr als 1 Billion EURO. Selbst wenn man diesen Betrag auf südeuropäische Verhältnisse herunter rechnet ergibt das Summen die die Südländer nie aus eigener Kraft aufbringen könnten.

  • Andreas sagt:

    Ein wirklich sehr interessanter Artikel!
    Denn keiner Denkt an die negative Seite beim Sparen – jemand anderes muss das Geld ausgeben.

  • Martin Holzherr sagt:

    Die EU-27 importierte gemäss Eurostat 2011 leicht mehr als sie importierte. Betrachtet man die Eurozone als Einheit, so ist es kein Problem, dass ein Grossteil der Exporte aus Deutschland stammt. In der Schweiz stammen auch die meisten Exporte aus wenigen Kantonen. Ein gemeinsamer Währungsraum wie es die Schweiz oder die Eurozone ist hat oft Gebiete ganz unterschiedlicher Wirtschaftskraft und historisch gesehen gibt es Zeichen dafür, dass eine gemeinsame Währungszone solche Unterschiede sogar zementiert. Viele Bündner, Walliser, St.Galler, Glarner ziehen wegen einem besseren Arbeitsmarkt nach Zürich und viele Spanier, Portugiesen, Italiener und Franzosen werden das in der Zukunft genau so tun. Durch die Eurozone sind die wirtschaftsschwächeren Länder den gleichen ökonomischen Kräften ausgesetzt wie die wirtschaftsstärkeren und sie werden diesen Kräften nicht standhalten können, sondern wirtschaftlich dauerhaft absteigen. Die jetzt schon einsetzende Emigrationswelle aus den Peripherieländern ist nur ein Vorbote für diese Entwicklung.

  • Martin Holzherr sagt:

    In diesem Beitrag werden explizit die Exporte von Deutschland als Problem für die anderen (schwächeren) EU-Länder erwähnt. Doch es gibt auch eine andere Betrachtungsweise, die nämlich die von er Eurozone als (politische?) Einheit ausgeht. Wenn man die Eurozone oder gar die ganze EU als ähnliches Gebilde wie die Schweiz betrachtet ist der Exportüberschuss kein Problem mehr, denn im Jahre 2011 importierte die EU-27 gemäss Eurostat leicht mehr als sie exportierte. In dieser Betrachtungsweise ist Deutschland einfach ein exportstarker Teil der EU genau so wie der Kanton Zürich mehr exportiert als der Kanton Graubünden. Niemand würde auf die Idee kommen, vom Kanton Zürich Exportzurückhaltung zu fordern, damit der Kanton Graubünden oder Wallis nicht unter die Räder kommt.
    Auch der verlinkte Kommentar von Andreas Neinhaus zu den desolaten Arbeitsmarkt-Aussichten der Peripherieländer sieht in dieser Betrachtung, in der wir die Eurozone ähnlich behandeln wie die Schweiz, anders aus. In der längeren Perspektive werden und bleiben diese Peripherieländer eben Peripherie, auch wirtschaftlich. Genau so wie gewisse Kantone in der Schweiz nicht nur zur geographischen, sondern auch zur ökonomischen Peripherie gehören. Wenn die Eurozone erhalten bleibt – das sage ich nun voraus – werden die meisten heutigen Peripherieländer ökonomisch peripher bleiben und es sogar noch mehr werden und Deutschland wird weiterhin sehr viel mehr exportieren als die andern Eurozonenländer, aber für die gesamte Eurozone gerechnet werden Import und Export ausgeglichen sein. Genauso wie heute viele Walliser, Bündner, Glarner, St.Galler nach Zürich ziehen weil dort mehr Arbeit nachgefragt wird werden viele Bürger der Peripherieländer nach Deutschland und den anderen Nordländern ziehen. Viele haben das noch nicht erkannt.

  • Rolf Zach sagt:

    Man muss unterscheiden in den Leistungsbilanzdefiziten unterscheiden zwischen Industriestaaten und Rohstofflieferanten. Kriterien wie Lohnstückkosten, Geldverfassung, Effizienz der Investitionen, Geldverfassung, spielen eine geringe Rolle. Ihre Währung ist der $ und sie investieren im Ausland durch Portfolio-Anlagen. Ihre Investitionen sind selten rentabel und nachhaltig.
    Ebenso grassiert die Korruption. Es ist eine zerstörerische Korruption und nicht einfach ein Schmiermittel des Wirtschaftskreislaufes. Wenn man im Burji Khalifa übernachtet, zahlt man wie im Dolder, aber trotzdem rentiert es nicht. Auch eine
    Emirates Airlines wird mit Subventionen überschüttet, wovon ihre Konkurrenten nur träumen können. Entscheidend für die
    Weltwirtschaft sind die Leistungsbilanzen der Industriestaaten oder die auf dem Weg dazu sind, wie China und die Türkei.
    Industriestaaten, die ein Range von -2% bis +2% GDP haben, sind kein grosser Störfaktor. Ausreisser sind die USA mit -3% GDP
    und Deutschland mit +6%. Die Türkei ist auf der Liste mit als Boom-Staat mit -7.5% vertreten. Hoffen wir, dass die Investitionen in die Textilindustrie funktionieren. Die USA kann sich durchaus verbessern, obwohl dies schwieriger sein wird als vor 30 Jahren. Batra ist hier sehr skeptisch. Ich bin kein schrankenloser Befürworter des Freihandels. Die Deutschen müssen in der EU bei den Konsumgütern protektionistischer werden. Hemden aus Euroland (Portugal/Griechenland) und EU-Osteuropa helfen mit höheren Löhnen in DE die Beschäftigungskrise in der EU zu bekämpfen. Als Befürworter des Freihandelsabkommens mit China weiss ich nicht, wie die EU dieses Abkommen beurteilt. Sicherlich hätte man nie Saurer Richtung China verkaufen sollen. Wie die Deutschen müssen wir Monopol-Renten bei Investitionsgütern weiterhin halten, was natürlich mehr als +2% vom GDP einbringt und unseren Reichtum stabiler vermehrt als bei Rohstoff-Exporteuren. Alle nicht vom Aussenhandel abhängigen Produkte bleiben überteuert.

  • Anh Toan sagt:

    Wenn die Griechen mehr konsumieren als produzieren, muss ihnen dafür Kredit gewährt werden. Aus Sicht des Kreditgebers, hier der Deutschen, ist dies eine Investition.

    Wieso sind die Deutschen schuld, wenn sie die Löcher der Griechen stopfen müssen?

    • Linus Huber sagt:

      @ Anh Toan

      Weil in den Augen konventioneller Oekonomen jener Schuld ist, der sich nachhaltig verhaelt und dadurch die Ponzi Scheme gefaehrdet.

  • Rolf Zach sagt:

    Viele Entscheidungsträger der deutschen Wirtschaften möchten ihre Unternehmen weltweit so positionieren, dass diese auf gleicher Augenhöhe wie die als multinationale Konzerne auf gleicher Augenhöhe sind. Wie VW die Nummer 1 in Brasilien und damit in ganz Lateinamerika wurde, möchte VW die gleiche Stellung in China erreichen. Die Chinesen wollen das eigentlich hintertreiben, aber sie wagen es nicht. Ebenso ist ihnen lieber, dass VW diese Stellung einnimmt und nicht Toyota. Deutschland will den EURO als Reservewährung, stabiler als der $, aber nicht so stabil wie die DM um den Aussenhandelsüberschuss zu gewährleisten und den Motor der weltweiten Auslandinvestitionen aufrechtzuerhalten. Die Chinesen haben keine multinationalen Konzerne, höchstens gibt es die in Taiwan. Die Japaner haben sie abgehängt und selbst die Südkoreaner (Samsung). Die Chinesen versuchen wenigstens mit einem Freihandelsvertrag mit der EU das auszubügeln. Ein solcher Vertrag mit den USA ist nicht möglich. HP und Apple wollen wohl die Fabrik dort, aber das Designzentrum bleibt in Amerika. Sie hoffen die Deutschen zu ködern, weil Deutschland ihre Multinationalität auf ihre Ambitionen sich auf Autos und hochtechnologische Investitionsgüter konzentriert. Die anderen EU-Länder mit ihrer Konsumgüter-Industrie sind natürlich dagegen. Es könnte auch den Boom in der Türkei abwürgen, die ein gewaltiges Leistungsbilanzdefizit hat, wegen ihren Ambitionen das Textilindustrieland Nr. 1 für Europa und Russland zu werden. Deutschland hat hier eine schwierige Wahl wie sie ihre divergierenden Interessen ausbalancieren will.
    Den nach wie vorher ist die EU der Hauptmarkt Deutschland. Nur will sich Deutschland nicht mehr von der Tränke der internationalen Konzern verdrängen lassen, wie es durch die Hitlerei geschehen ist (IG Farben). Die Chinesen wollen am liebsten auf allen Gebieten weltweit bekannte Markenartikel, deren Fabrikation und Design ein total chinesische Angelegenheit ist. Hintergrund der Verhandlungen EU.

  • Anh Toan sagt:

    Wenn Deutschland mehr investiert, ist das Ziel der Investition wohl die Steigerung der Produktivität und damit die Zunahme der Überschüsse. Griecjhenland muss investieren, Deutschland sollte mehr konsumieren.

    Wie die Graphik zeigt, sind die deutschen Überschüsse wieder etwa auf dem Niveau von vor der Wiedervereinigung, berücksichtigt man die Bevölkerungszahl, liegen sie noch immer darunter.

    Der Euro war bis vor gut 3 Jahren nicht schwach, er war stärker als die DM vorher: Bei der Euroeinführung hat Deutschland fast das ganze erste Jahrzehnt keine zu schwache Währung, der Euro hat zum USD fast 50% aufgewertet, getrieben nicht von den deutschen Exporten, sondern den Booms in Spanien und Irland zum Beispiel:

    Kein Wunder kommen derart unqualifizierte Kommentare, der Beitrag hat diese verdient.

    • Anh Toan sagt:

      Der Euro war Anfang des Jahrtausend für Deutschland nur zu schwach, wenn die DM zu tief in Euro gewandelt wurde. Das könnte sogar so gewesen sein, weil die Anderen ihre Währung möglichst hoch in Euro tauschen wollten, verkennend das dies mittelfristig ein Nachteil ist behauptet, MDM behauptet dies aber nicht.

      • Thomas ernst sagt:

        @Anh

        Der Beitrag oben ist von Dittli (MD), nicht von Diem (MDM).

        • Anh Toan sagt:

          Danke, bin etwas nachlässig, er sagt auch dass I = S sei, wird dann aber inkonsequent beim Ausland: Er sagt einfach, die Überschüsse müssen exportiert werden, aber er sagt nicht in welcher Form (es fahren keine Huckepack-Lastwagen mit Überschüssen aus Deutschland durch die Schweiz nach Italien, ich wohne an der Lötschberglinie). Die exportierenten Überschüsse sind Investition.

  • Linus Huber sagt:

    @ Ralph

    Vist Du bereit ein Guest-Post auf Deinem Blog zuzulassen?

    • Linus Huber sagt:

      Bist, natuerlich mit vorhergehender Ueberpruefung Deinerseits, ob es Deinem Geschmack entspricht oder nicht.

  • Linus Huber sagt:

    Wer sein Verstaendnis fuer „Geld“ erweitern will, dem empfehle ich dieses Interview mit Antal Fekete:

    http://www.thedailybell.com/29047/Anthony-Wile-Antal-Fekete-Gold-Backwardation-and-the-Collapse-of-the-Tacoma-Bridge

  • Linus Huber sagt:

    Nehmen Sie sich 6 Minuten Zeit und hoffentlich erkennen Sie den Kern des Uebels der heutigen Zeit.

    http://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&v=ZbnFqwdNUWo

    • Fred Ruegg sagt:

      Danke für Ihren Link mit sehr informierenden clips.
      Wie ich in meinem Beitrag hier am 24.5 013 um 15:32 angedeutet habe, ist der privat Besitz der US Federal Reserve schon lange bekannt und Verschwörungs Vermutungen wie der „zufällige“Mord von Präsident J F Kennedy nur Wochen nachdem er ein Bill unterzeichnet hatte das die Fed unter die Kontrolle und Aufsicht der Regierung und dem Congress gebracht hätte, wie auch die anderen ähnlichen „Mordzufällle“ an Präsidenten nachdem sie ähnliche Vorstösse versucht hatten. Sogar Präsident Lincoln soll Ähnliches passiert sein.
      Aber eben die grosse Frage ist, wie kann eine wirkungsvolle Änderung angegangen werden. Ich bin mit den Kommentaren von Prof. Edward Vieria weitgehen einverstanden, besonders die Dringlichkeit zuerst bürgerdemokratische Entscheidungverfahren einzuführen, und nicht Änderungen auf globaler Basis anzustreben ( die unreife wirtschaftliche Globalisierung soll nur auf die lange Bank geschoben werden) aber zuerst in kleinerem Rahmen in Angriff genommen werden. Nur mit einem kleinen US Staat den Anfang machen scheint mir etwas schwach, es geht ja um eine globale „Seuche“ und nicht nur um die US Kontrolle über ihre Fed zu gewinnen,was ja wohl nur keinen oder schwachen Einfluss auf das Ganze haben würde. So scheint mir die EU, die sich ja fest im statu nascendi befindet, hätte eine gute Voraussetzung hier voran zu gehen.So etwa wie ich in meinem Beitrag 24.5.013 vorstelle.Es braucht Mut und intelligente Politiker & verständnisvolle Bürger. Die härteste notwendie Veränderung,vermute ich wird über Zeit wohl die Umstellung auf ein Wirtschftssystem sein indem Grund,Boden & auch Rohstoffe aus der Natur der zuständig gemachten Gemeinschaft gehören & an Private nur für befristete Zeitabschnitte zur Verwendung gestellt werden. Darlehen aus gedrucktem Geld wird vom Staat direkt den Bürgern ausgegeben ohne Zins und ohne Rückzahlungsbedingunen, sondern nur gegen Abgaben aus dem Erlös und Gebühren für die Administration.

  • Bettina Ramseier sagt:

    Die Linken und Grünen versuchen uns permanent weiszumachen, dass Eigenleistung böse ist, dass Eigentum verdammenswert ist, und dass nur Umverteilung und laufende Verschuldung zum ewigen Glück führen! Doch wohin das letztendlich führt, zeigen uns nicht die Beweise des wissenschaftlichen Sozialismus und Kommunismus, die Jahrzehntelang Pflichtunterricht in den Burderländern der Genossen war und die abertausende von wissenschaftlichen Büchern füllte; der Beweis erfolgte im radikalen und vollständigen Kollaps dieser System, in der Verarmung und Unterdrückung ganzer Völker und Generationen. Und die Folgen sozialistischen Irrsinns, als „gerecht“ und „sozial“ verkauft, zeigen sich im wirtschaftlichen Untergang Griechenlands und den untergehenden Ländern wie Spanien oder Portugal.
    Und jetzt wird den naiven Tagi-Lesern vorgetäuscht, dass Verschuldung gut und Leistungsüberschuss schlecht ist! Offensichtlich profitieren Linksparteien von Notlangen und ziehen aus Armut und Elend ihren opportunistischen Profit. Und alles, was Sicherheit und Prosperität für alle erbringt, wird verteufelt. Jeder staatliche – und vor allem ideologisch begründete – Eingriff in den freien Markt verzerrt diesen und zeitigt exorbitante Folgekosten, die bezahlt werden müssen. Nur kümmert das die Politiker nicht; diese leben von Armutsbewirtschaftung und Schüren sozialer Unruhen. Wirtschaft und Demokratie florieren überall dort, wo die Grundregeln der Demokratie uneingeschränkt hochgehalten werden: persönliche Freieheit, und Recht auf und Schutz von persönlichem Eigentum!
    Es gehört zur professionellen Kommunikation der LInken, ihrem Stimmvieh ein X für ein U vorzumachen, Tatsachen zu verdrehen und Wahrheiten zu verleugnen. Die Medien stellen heute nicht die Linkspolitiker an den Pranger, die ihre Länder durch eine verantwortungslose Klientelen- und Schuldenpolitik in den Ruin trieben, sondern es werden diejenigen verteufelt, die ihr persönliches Eigentum schützen wollen. Enteignung? Aber sicher!

  • Rolf Zach sagt:

    Man redet hier vom Leistungsbilanz-Überschuss von Deutschland. Ist nicht viel wichtiger, derjenige von Euroland? Sprich man
    im CHF-Gebiet von Leistungsbilanz-Defizit des Kantons Uri und vom Überschuss von Zürich. Erwähnt man in den USA das
    Defizit von Vermont und den Überschuss von Massachusetts? Wir reden immer noch davon, weil die staatlichen Institutionen zu wenig integriert sind. Die AHV in Uri ist nicht völlig anders konzipiert als in Zürich. Wenn wir in Zürich eine Standortpolitik betreiben wie der Kanton Obwalden, wäre ein Ansatz der Gefahr des Auseinanderdriftens der Schweiz vorhanden. Diese Politik ist Deutschland vorzuwerfen. All das was die deutsche Politik unternimmt, um den Konsum ihrer Bürger und die Investitionen ihrer Kommunen einzuschränken, schadet nicht nur ihnen selbst, sondern auch ihren EURO-Partnern. Warum verfolgt Deutschland eine solche Politik. Viele Konzerne der grossgewordenen mittelständischen Betriebe versuchen sich weltweit als Marktführer zu etablieren. Beispiele sind genügend vorhanden bei den Automobil-Zulieferern. Dies gilt nicht nur für Bosch, sondern
    auch für ZF und Schaeffler. Ein anderes Beispiel ist KUKA. Alles Unternehmen, die sich auf dem Weltmarkt als absolute Leader
    verstehen (Ich nenne das eine Differential-Rente). Warum wollen diese Unternehmen den EURO? Die DM hatte nie das Potential zu einer Reservewährung von ausschlagegebender Bedeutung aufzurücken, wie dies beim EURO bereits jetzt vorhanden ist. Die USA ist für die EU aber nicht für den EURO. Porsche hat ein weltweit gefragtes Produkt einfach einem höheren Wert als Chanel, und Ferragamo. Auch in Südeuropa besteht eine effiziente Bürokratie, nicht alles ist griechischer Schlendrian und süditalienische Kriminalität. Europa brauch eine Politik im Sinne von Keynes und die Grösse des Wirtschaftsraums erlaubt eine solche. Die deutschen Ökonomen waren nie etwas besonderes. Die Währungsreform 1948 machten zwei brillante junge Amerikaner, Ludwig
    Ehrhard war der Aushänger.

    • Linus Huber sagt:

      @ Rolf

      Es handelt sich um verschiedene Systeme, welche entsprechend eine unterschiedlich Dynamik an den Tag legen.

      Die vorherrschende Tendenz der Meinung, dass wir einzig ein europaeisches Problem und kein weltweites haben, kann ich hingegen keineswegs teilen. Ich bin ueberzeugt, dass wohl Japan der Vorreiter sein wird, wohin diese nicht nachhaltige Geldpolitik fuehren wird. Trotz der Gefahr als laecherlich zu erscheinen, glaube ich, dass wir innerhalb 2 oder 3 Jahren die ohnehin falsch angewendeten Theorien von Keynes zumindest ernsthaft hinterfragen werden, da sich in Japan in diesem Zeitraum eine massive gesellschaftliche Krise anzubahnen scheint, welche die heutigen Schwierigkeiten in Europa weit uebertreffen duerfte.

    • Thomas ernst sagt:

      @ Rolf

      Ahh, endlich wieder was Substantielles, nach all dem blöden Gelabere von wegen DE-Bashing von diesen Merkel-Trollen. Danke auch an Linus und alle anderen unermüdlich sachlich argumentierenden Members dieser Community (Ralph, C.H., Albert, Richard, Thomas M., Martin, Robert M., Josef, Mario, Lukas, will, und und und)…

      Die Zukunft liegt sicher in den (informellen, aber stabilen) Communities, nicht in den pyramidenartigen Hierarchien, die etwa soviel Hirn haben, wie ein Dinosaurier. Siehe CS, UBS, ZKB etc…

  • Rolf Zach sagt:

    Man redet hier vom Leistungsbilanz-Überschuss von Deutschland. Ist nicht viel wichtiger, derjenige von Euroland? Redet man
    im CHF-Gebiet von Leistungsbilanz-Defizit des Kantons Uri und vom Überschuss von Zürich. Redet man in den USA vom Defizit von Vermont und vom Überschuss von Massachusetts? Wir reden immer noch davon, weil die staatlichen Institutionen zu wenig integriert sind. Die AHV in Uri ist nicht völlig anders konzipiert als in Zürich. Wenn wir in Zürich eine Standortpolitik betreiben wie der Kanton Obwalden, wäre ein Ansatz der Gefahr des Auseinanderdriftens der Schweiz vorhanden. Diese Politik ist Deutschland vorzuwerfen. All das was die deutsche Politik unternimmt, um den Konsum ihrer Bürger und die Investitionen ihrer Kommunen einzuschränken, schadet nicht nur ihnen selbst, sondern auch ihren EURO-Partnern. Warum verfolgt Deutschland eine solche Politik. Viele Unternehmungen der grossgewordenen mittelständischen Betriebe versuchen sich weltweit als Marktführer zu etablieren. Beispiele sind genügend vorhanden bei den Automobil-Zulieferern. Dies gilt nicht nur für Bosch, sondern
    auch für ZF und Schaeffler. Ein anderes Beispiel ist KUKA. Alles Unternehmen, die auf dem Weltmarkt sich als absolute Leader
    zu etablieren gewillt sind (Ich nenne dies eine Differential-Rente). Warum wollen diese Unternehmen den EURO? Die DM hatte nie das Potential so zu einer Reservewährung aufzurücken, wie dies beim EURO bereits jetzt vorhanden ist. Die USA ist für die
    EU aber nicht für den EURO. Porsche hat als weltweit gefragtes Produkt einfach einen höheren Wert als Chanel, Louis Vuitton und
    Ferragamo. Auch in Südeuropa besteht eine effiziente Bürokratie, nicht alles ist griechischer Schlendrian und süditalienische Kriminalität. Europa brauch eine Politik im Sinne von Keynes und die Grösse des Wirtschaftsraums erlaubt es zu tun. Die deutschen Ökonomen waren nie etwas besonderes. Die Währungsreform 1948 machten zwei brillante junge Amerikaner, Ludwig Ehrhard war Aushängeschild

  • Linus Huber sagt:

    „Der Leistungsbilanzüberschuss ist nicht primär Ausdruck von Wettbewerbsfähigkeit, sondern, eben, von einer zu hohen nationalen Sparquote und zu niedrigen inländischen Investitionen.“

    Man koennte eben so gut fuer die Staaten mit einem Leistungsbilanzdefizit erklaeren:

    „Das Leistungsbilanzdefizit ist nicht primaer Ausdruck der schwachen Wettbewerbsfaehigkeit, sondern, eben, von einer zu tiefen nationalen Sparquote und zu hohen indlaendischen Investitionen.“

    Das Wort „Investitionen“ ist natuerlich weiter zu untersuchen. Eine Investition in eine profitversprechende Produktionsanlage ist nicht mit einer „Investition“ in Konsumgueter vergleichbar, im Gegenteil, vorgezogener Konsum ist das Gegenteil von Sparen.

    Was genau verfuehrt die Gesellschaft der Laender mit hohen Leistungsbilanzdefiziten dazu, sich zu verschulden? Dort sollte die eigentliche Analyse ansetzen und nicht bei der beschaulichen Erklaerung der Agreggate und beim Festlegen eines „Schuldigen“. Die notorische Verschuldung mag sicherlich einen kulturellen Hintergrund haben, jedoch wuerde der Markt solch einer fehlerhaften Entwicklung durch hoehere Zinsen und einer schwaecheren Waehrung Einhalt gebieten. Dieser Artikel zeigt deutlich auf, welche langfristigen Verhaltensveraenderungen sich bei entwertender Geldpolitik ergeben, indem die Bevoelkerung der Laender stark entwertender Waehrungen sich vorzugsweise auch fuer Konsumgueter verschulden, da sie dem Kaufkraftverlust der Waehrung entfliehen wollen.

    Dass das Problem durch zentralplanerische und geldentwertende Politik der Zentralbanken in Konsortium mit den Regierungen, aufgrund der Verletzung der langfristigen Nachhaltigkeit, kreiert wurde, darf natuerlich nicht als Erklaerung dienen, sondern es muss die Bevoelkerung sein, welche sich nicht richtig verhaelt. Dass ein aehnlicher Artikel sich nach weniger als 3 Monaten im gleichen Blog wieder findet, ist eine andere interessante Frage, welche man sich wohl stellen darf.

    • Linus Huber sagt:

      Es ist direkt zur allgemein verkannten Logik gekommen, dass jene, welche sich nachhaltig verhalten und sich nicht der verantwortungslosen Schuldenmacherei verschreiben, beraubt, gebrandmarkt und als das eigentliche Uebel dargestellt werden. Welche langfristigen Auswirkungen diese schaedlichen Anreizsysteme auf das Verhalten der Gesellschaft haben, wird nicht im Ansatz erkannt, geschweige denn diskutiert.

      • Manchmal erinnern Sie mich an jenen Prüfling, der nur ein einziges Prüfungsthema gelernt hat und daher bei jeder Frage auf Umwegen auf eben dieses Thema zu sprechen kommt. Das wäre in Ihrem Falle die “ zentralplanerische und geldentwertende Politik der Zentralbanken“. 😉

        Ich bin sicher, dass die Gelddruckerei und die dadurch finanzierte Schuldenmacherei zur Misère beiträgt. Das haben Sie mehrfach eloquent und überzeugend dargelegt. Aber mir scheint dies eher ein Symptom eines tieferliegenden Problems zu sein, dessen Existenz und Destruktivität durch die Gelddruckerei verschleiert werden soll. Vielleicht wissen Sie, dass im 2009 das FED hinter dem Rücken des Kongresses 7700 Milliarden Dollars (7.7 trillion in US lingo) an kurzfristigen Darlehen an Banken abgegeben hat — das ist mehr als die Hälfte des gesamten US BIP — um das Finanzsystem vor dem Zusammenbruch zu retten. Wie kann jemand allen Ernstes behaupten, ein Wirtschaftssystem „funktioniere“, das mit einer Summe in der Grössenordnung des US BIP vor der eigenen Todessehnsucht gerettet werden muss? Wieviel wird das nächste Mal benötigt, um sich die Illusion zu bewahren, das neoliberalisierte Finanzsystem funktioniere? Die Hälfte des globalen BIP?

        • Linus Huber sagt:

          @ Ralph

          Ich sehe diesen Zusammenhang sehr klar und glaube nicht nur, dass die entwertende Geldpolitik nicht nur zur Misere beitrug, sondern der eigentliche Grund dafuer ist. Dies ist wohl die Begruendung, warum die meisten heutigen Probleme immer wieder zu dieser meiner Argumentation fuehren. Was 2009 gerettet wurde, war ja nicht die Bevoelkerung sondern die Finanzelite, welche ihre Verluste durch die Aktionen der Zentralbanken jetzt wieder in Gewinne ummuenzen konnte.

          Ich bin mir bewusst, dass ich wohl wie eine kaputte Schallplatte toenen muss. Andererseits erkenne ich jedoch in vielen Artikeln einfach die Vernachlaessigung dieses Aspektes, womit sich die offerierte Analyse fuer meine Begriffe als sehr oberflaechlich anfuehlt.

          Eine Diskussion ueber die Reflexivitaet und die gesellschaftlichen Veraenderungen aufgrund aufgelegter Programme, ob diese im monetaeren, wirtschaftlichen oder sozialen Bereiche angesiedelt sind, faende ich bedeutend interessanter und erkenntnisfoerdernder, als diese rein mathematischen Modelle, welche zu einer sehr oberflaechliche Konklusion fuehren.

          Sie scheinen mich fuer einen „Neo-Liberalen“ zu verkennen, was natuerlich komplett falsch ist, wenn Sie den Inhalt meiner Beitraege mit intuitiver Tiefe verarbeiten.

  • lora kamm sagt:

    …und solange Männer unter sich die (ökonomische) Welt erklären, sie mit männl. Theoretikern und männerzentrierter Optik
    untermauern, geht sowieso alles den Bach runter. Sie gehen von der Annahme eines planbaren Funktionierens
    aller Gesellschaftsteile aus, welches für den grösseren Teil jedoch nicht ohne Weiteres zu erbringen ist: Für den, welcher für
    Nachschub von Produzierenden wie Konsumierenden zuständig ist. Der enorme Energie-Zeit-und Kostenaufwand (bei gleichzeitiger Absenz in lohn-generierender Produktion) der für die Zurverfügungstellung des Nachschubs aufgewendet werden muss, kommt in Männerberechnungen der optimalen Ökonomie gar nicht vor. Er ist weder Faktor noch hat er eine eigene Zahl. Dazu kommt das gewohnheitsmässige Weglassen der care-ökonomie. Menschl. Produktionskräfte sind keine technische Installation: Sie bedürfen diverser in männl. Thesen nicht existierender Zeit-Aufwände. Diese werden zum grössten Teil derselben Gattung anvertraut, welche für den Nachschub zuständig ist und ebenso nicht beziffert wird. Ökonominnen haben errechnet und
    dargestellt, wie jede männl. Theorie nur solange funktioniert, wie sie diese Grundlagenarbeiten als Zeit-und Arbeitsfaktor nicht miteinbezieht. Männl. Ökonomie baut sich auf der nichtbeachteten, nichtberechneten und unbezahlten Sockelarbeit
    nichtmännl. Produktionskräfte auf. Würde ihr dieser Beitrag entzogen, strürzte jede ihrer Theorien zusammen gleich einem Kartenhaus. Anzeichen dieser Problemstellung sind sichtbar: Verzicht (od. spät) Kinder, Scheidungen, Auseinanderfallen der Generationen, Isolation und Folgekosten, teure (und plötzlich bezifferbare) Fremdbetreuung des Nachschubs usw.
    Die Auswirkungen sind verwandt der Umwelt-Schäden, welche in männl. Ökonomietheorien bis heute marginal miteinbezogen werden.

    • will williamson sagt:

      Irgendwie verwirrlich. Wenn mit „Nachschub“ die Kinder gemeint sein sollten, auch noch despektierlich. Davon abgesehen sind mir keine besseren „weiblichen“ Theorien bekannt. Wo ich im Prinzip zustimme ist, dass die Wirtschaft am Zerfall der Gesellschaft schuldig oder zumindest mitschuldig ist. Vielleicht liefert Frau Kamm noch ein paar Belege für die bessere, „weiblich zentrierte Optik“.

  • Manfred Grieshaber sagt:

    Wieso soll ein Exportüberschuss heute negativ sein? D erwirtschaft seit ca. 1960 jedes Jahr, mit Ausnahme der letzten 3 Krisenjahre, grosse Ueberschüsse. Es liegt wohl eher an der Globalisierung die jetzt Struturdefizite schonungslos aufdeckt. Ich bin selber aus D, lebe schon lange in CH und arbeite sporadisch in D in IT-Projekten. So sehe die Entwicklung in D quasi im Zeitraffer. Was sich seit ca 2000 geändert hat ist das man in D mit einer immer extremeren Zahl an Ueberstunden produziert. Denn 8 MA die permanent Ueberzeiten leisten produzieren billiger als 10 MA die das gleiche in der Regelarbeitszeit herstellen. Weil die Gewerkschaften nach der Agenda 2010 praktisch handzahm geworden sind regt sich dagegen kaum Widerstand. Und noch ein negativer Effekt macht sich bemerkbar. Die welche ein gutes Salär beziehen haben sich zusammen mit ihren Interessenvertretern zu einer Art Gruppe von Arbeitsplatzbesitzern zusammengeschlossen die darauf achet das man ihnen ihre Pfründe nicht wegnimmt. Man beklagt zwar das der Niedriglohnsektor wächst zeigt aber, wenn es Ernst wird, keine Solidarität. Und diese Gruppe von Facharbeitern, Ingenieuren, Dienstleistern und anderen hat einen neuen Lebensstil entwickelt. Man lebt urban, lange als Single und bekommt erst sehr spät Kinder. Damit haben diese 2/3 der Gesellschaft einen sehr hohen Resourcenverbrauch der das Leben allgemein immer teurer macht. So wird das letzte 1/3 der Gesellschaft aus den attraktiven Quartieren verdrängt, muss sich mit einem viel geringeren Konsum bescheiden und kommt gerade so über die Runden. Gleichzeitig hat die neue Urbanität eine starke Landflucht ausgelöst. Ganze Dörfer und Kleinstädte sterben langsam aus. D ist dabei sich in zwei sehr gegensätzliche soziale Gruppen aufzuspalten. Es sieht fast so aus als würde innerhalb von D in einem kleineren Masstab das gleiche ablaufen wie im grösseren Rahmen der gesamten EU.

  • Susi sagt:

    @Alle
    Habt Ihr eigentlich nichts besseres zu tun als unnötige Polemik zu verursachen?

  • Gion Saram sagt:

    Ich finde die Argumente von Markus Dittli schlüssig und nachvollziehbar aber mir ist nicht klar wie genau es den darbenden Peripheriestaaten der EU helfen soll wenn D weniger spart und dafür mehr investiert. Welche Güter und Dienstleistungen hätten den die Eurokrisenländer Deutschland anzubieten um von einem deutschen Investitionsboom zu profitieren? In erster Linie vermutlich nach D auswandernde Facharbeiter aber was sonst noch? D stellt die besten Investitionsgüter selbst her, weshalb sollten D dann versuchen solche aus Portugal oder Spanien zu beschaffen? Klar tiefere Steuern für deutsche Arbeiter würden eventuell in höheren Einkäufen bei Zara resultieren aber wie hoch ist den die Wertschöpfung in der spanischen Textilindustrie?
    Die Deutschen kaufen schon jetzt fleissig Ferienhäuser in Spanien und Griechenland, aber sie wollen doch keine leeren Wohnungen in leeren Trabantenstäden am Stadtrand von Madrid kaufen? Mehr D-Konsum könnte leicht einfach in mehr Importe aus Asien ausarten, weil in Südeuropa es verschlafen wurde die Industrie am Leben zu erhalten. Die grössten Profiteure der deutschen Abwrackprämie waren koreanische und rumänische Autohersteller.

  • Noch was zum Doitschland-Bashing:

    Abgesehen von der leichten Unklarheit in Bezug auf die Leistungsbilanz (vgl mein Kommentar weiter oben), ersehe ich aus diesem und anderen Artikel von Herrn Dittli und seinen Kollegen im weitesten Sinne folgende m.E. unbestrittene Tatsachen:

    Erstens „bezahlt“ Doitschland für seine Exportweltmeisterschaft durch Lohn- und Investitionsverweigerung. Lohnverweigerung, weil die doitschen Arbeiter trotz erheblicher Produktivitätssteigerungen während der letzten 10 Jahre Lohneinbussen in Kauf nehmen mussten (die Gewinne gingen wie überall an die obersten 1%). Investitionsverweigerung wohl daher, weil dank Steuergeschenken an Reiche nun das Geld fehlt, und wohl auch weil durch neoliberale Privatisierungen (Bahn, Strom, Telefon, Wasser, Schulen, Flughäfen, Polizei, …) die Investitionen nun von Privaten durchgeführt werden müssten. Höhere Löhne und Investitionen könnten die Binnenachfrage ankurbeln und das Ungleichgewicht ausbalancieren helfen. Binnennachfrage ist immer gut, denn nicht jedes KMU exportiert seinen Müll ins Ausland.

    Zweitens bezahlt der Rest Europas für die doitsche Exportweltmeisterschaft durch Tiefhalten der Währung (Euro) und der Zinsen. Hätte Doitschland immer noch die Dehmark, so würde der Freie Markt in Seiner Göttlichen Vorsehung und in Bewahrung der Ewigen Gleichgewichte, Amen, den Wert derselben (DM+Zinsen) in die Höhe treiben und damit den Export in der Tendenz verteuern.

    Die ist keine Wertung der doitschen Exportweltmeisterschaft (evtl abgesehen davon, dass man Doitschland nicht mit „oi“ schreibt), sondern einfach eine Tatsache.

    • Johnny Smith sagt:

      @ Ralph Sommerer

      Dass D bzw viele deutsche Arbeiter mit tiefen Löhnen den Überschuss erkaufen / bezahlen, kann ich nachvollziehen. Wieso ‚zahlt‘ aber der Rest Europas wegen/mit einem tiefen Euro? Ein tiefer EUR und tiefe Zinsen sollten nach landläufiger Ökonomenmeinung dem Rest Europas ‚helfen‘.

      Die Investitionsverweigerung ist aber ein wichtiges Stichwort, auch wenn ich eher andere Erklärungsansätze habe als Sie (siehe mein Kommentar oben zu Investitionswille, Vertrauen, Stabilität, Planbarkeit, Rechtsstaatlichkeit, Sparsamkeit). Vielleicht ist das ja ein Aufhänger für einen künftigen NMTM-Artikel.

      • Zum tiefen Euro: Wie ich es verstehe (Disclaimer: ich habe keine Ahnung), ist der DE-Euro zu tief (weil die Reststaaten ihn drücken) und der Rest-Euro zu hoch (weil Deutschlands Exportweltmeisterschaft ihn hochtreibt). Würde man ihn aufteilen, würde der DE-Euro nach oben schnellen und der Rest-Euro abtauchen, vermutlich auf das jeweilige Niveau, das der Markt in den jeweils gegebenen Umständen für richtig erachtet. Rest-Euro „bezahlt“ also mit einem für sie zu hohen Euro, und DE profitiert mit einem für es zu tiefen Euro.

    • Thomas ernst sagt:

      …ahhh, endlich wieder mal etwas Kreatives, neben all dem Gejammere, hier würde DE gebashed. Danke!

    • will williamson sagt:

      Die Rheinzeitung meldet heute:
      „Berlin (dpa) – Vor der Bundestagung des CDU-Arbeitnehmerflügels hat dessen Vorsitzender Karl-Josef Laumann erneut einen gesetzlichen Mindestlohn gefordert. Man könne nicht zulassen, dass in Deutschland Löhne gezahlt werden, von denen selbst Vollzeitbeschäftigte nicht leben können, sagte er den «Ruhr Nachrichten». Zu geringe Löhne seien maßgeblich für das Problem niedriger Renten mitverantwortlich. Der Mindestlohn sei unverzichtbar. Wer 40 Jahre eingezahlt habe, müsse mehr Rente haben als ein Sozialhilfeempfänger.“

      Es ist also auch D-intern durchaus anerkannt, dass Dumpinglöhne bezahlt werden. Dass diese ihren Anteil an die „Export-Weltmeisterschaft“ betragen, ist plausibel.

      • Thomas ernst sagt:

        @ will

        Mindestlöhne nützen nur dann etwas, wenn man gleichzeitig ein Bürgergeld einführt. Sonst werden alle Aufgaben, welche den Mindestlohn nicht rechtfertigen, eliminiert. Das führt zu geringerer Beschäftigung.

        Das Verhindern von Working Poors, Arbeitslosenelend und Hartz4 gelingt wohl nur mit dem Bürgergeld aka BGE.

  • Mario Montecarlo sagt:

    Deutschlandbashing,die Tausendste.Gar nicht mehr lesenswert,weder Artikel noch Kommentare.Überschrift genügt.Die Schweiz macht das natürlich völlig anders – die strebt nach möglichst grossen Defiziten,oder?Irre!

    • will williamson sagt:

      Wieso kommentieren Sie denn hier noch? Abmelden! Tschau!

      • Keine Sorge Herr Montecarlo, eine internationale BBC Umfrage hat Deutschalnd gerade eben wieder zum beliebtesten Land gekührt. Dabei waren Punkte, wie insbesondere der positive Einfluss eines Landes auf die Welt gefragt. Eindeutiger Punktsieger Deutschland… Exportüberschuss hin oder her!

  • Ich frage mich, ob im Artikel und vermutlich in der ökonomischen Lehre überhaupt nicht ein beschreibender Sachverhalt als Vorschrift (miss-)verstanden wird.

    Das allwissende Orakel schreibt (Wikipedia):

    Y = C + G + I + NX. (Ynlandsprodukt = Consum + SaatsausGaben + Investitionen + NettoeXport).

    Nennen wir „Inlandsprodukt“ der Klarheit halber besser „Wertschöpfung“, und fassen Consum + Staatsausgaben zusammen:

    W = K + I + NX

    Wieso nur der Konsum auf die andere Seite muss, ist mir nicht klar, immerhin sind Investitionen auch Kosten und gehörten doch eigentlich auch hinüber. Aber wer weiss schon, was im Hirne eines Ökonomen vorgeht. Schreiben wir also:

    W – K = I + NX.

    Was nicht verjubelt worden ist W – K), wurde wohl im weitesten Sinne eingespart, aber dieses als aktives Sparen (Konsum-Verzicht) zu bezeichnen, halte ich für irreführend. Nennen wir es treffender den Gewinn oder Ueberschuss

    U = I + NX

    Ei der Daus, nun gehen die Investitionen doch noch hinüber. Sachen gibt’s…

    U – I = NX

    Lies: der Überschuss der Wertschöpfung nach Investitionen wird durch Exporte bezahlt. Das leuchtet gerade noch ein, aber wer zwingt ein Land nun, diesen Überschuss ins Ausland zu exportieren? Im Text heisst es ausdrücklich: „Sind die Ersparnisse (S) grösser als die Investitionen (I), *müssen* die Überschuss-Ersparnisse ins Ausland exportiert werden.“ Wieso?

    Heisst es im Gegenteil nicht einfach, das Ausland bezahlt für meinen Überschuss, danke schön, jederzeit gerne wieder? Jaja.. die Ökonomie! Ich verkneife mir hier für einmal dem offenbar strapazierten Frieden zuliebe meine übliche Bemerkung zum Thema.

    • Was ich damit eigentlich sagen wollte, ist folgendes:

      Ich bezweifle weder die grundsätzliche Analyse (übertriebene Wertlegung Deutschlands auf den Export) noch die implizierte Therapie (höhere Löhne und höherer Binnenkonsum) des Blogbeitrags, obwohl der angeblich „irre Drang nach Überschüssen“ in der Logik des Kapitalismus immerhin folgerichtig ist. Wenn Unternehmen nach Profitmaximierung streben (sollen), wieso nicht das Land nach Maximierung der Leistungsbilanz?

      Mein eigentliches Beef ist mit der Behauptung, eine (m.E. falsch interpretierte) Gleichung zwinge Deutschland, ihre Ersparnisse zu exportieren (vgl Satz im Text, mit Hervorhebung von „müssen“). Hier wird wohl Ursache und Wirkung einer (trivialen) Gleichung verwechselt. Wenn es für Ökonomen wie den Ex-Economiesuisse-Chef Bührer normal ist, „ungeeignet für komplexe Mathematik“ (Zitat aus Interview) zu sein, dann sollten sie vielleicht einfach die Finger von solchen Gleichungen lassen.

      Es scheint übrigens in der ökonomischen Lehre nicht unüblich zu sein, Ursache und Wirkung zu verwechseln: Ökonomen sind wohl die einzigen Homo sapiens ausserhalb klinischer Institutionen, die glauben, man könne für gutes Wetter sorgen, indem man ein Feuerzeug unter ein Thermometer hält. Das ist kein Witz! Die ganze Idee des shareholder value basiert darauf, dass die Optimierung des Aktienkurses immer die beste Firmenstrategie ist, denn wegen der Idee der Rational (Prophetic) Expectations aller Marktteilnehmer im Zusammenspiel mit der Efficient Markets Hypothesis sorgt der Göttliche Freie Markt in Seiner Allumfassenden Gnade, Hosianna in der Börse, dafür, dass die Aktienkurse immer und zu jeder Zeit den realen Wert einer Firma reflektieren… Ursache und Wirkung. Schwierige Konzepte. Finger weg!

      • Linus Huber sagt:

        Ich stimme zu, wobei natuerlich die verwendete Gleichung zwingende Relationen erklaert. Jedoch daraus ein Rezept zu formulieren, ist der eigentliche „irrer Drang“ und zwar der Drang zur Manipulation (wohl auch zur Rechtfertigung der Existenzberechtigung der Wirtschaftswissenschaftler, da nichts tun ihre Daseinsberechtigung in Frage stellen mag), da die Komplexitaet, welche diesen Zahlen zugrunde liegt, nicht wirklich erkannt wird. Desweiteren haette ja genau die SNB auf keinen Fall den relativen Wert des chf manipulieren duerfen, wenn man obige Logik zum Beispiel auf die Schweiz in Anwendung bringt (und dies trotz der Tatsache, dass dort der Einfluss von Oekonomen, welche mit solchen Gleichungen arbeiten, extrem ausgepraegt ist). Ich kann mich nicht erinnern, dass der Verfasser dieses Artikels je die Geldpolitik der SNB in Anwendung dieses Kontextes kritisierte. Aber vielleicht kommt dies ja noch und hoffentlich nicht erst wenn „the sh.. hits the fan“.

        • Zustimmung, evtl mit dem kleinen Vorbehalt, dass wegen der Euro-Mischwährung (ich hatte mich zuerst vertippt und „Mischt_währung“ geschrieben, was auch nicht ganz unwahr ist…) Deutschland einen ungerechtfertigten Wettbewerbsvorteil im Export hat. DE-Güter sind bei gleicher Qualität zu billig im Vergleich zu CH-Gütern, weil DE vom tiefen Euro profitiert — auch eine Art Währungsmanipulation — und der CHF als Krisen-Fluchtwährung zugelegt hat. Man kann das natürlich einfach hinnehmen und warten bis DE alle CH Firmen aus dem Markt „gepreist“ hat, oder man kann wie die SNB den exogenen Wettbewerbsnachteil wenigstens teilweise auszugleichen versuchen. Ich bin ein pragmatischer Ideologe und habe daher Verständnis für die Gegenmanipulation der SNB.

    • Anh Toan sagt:

      @Ralph Sommerer: Ihre Algebra zeigt: Sparen = Inestition (Danke @Baer)

      Die Ersparnisse müssen entweder im Inland investiert werden, oder im Ausland.

      Es ist absoluter hahnebüchenener Unsinn, weniger Sparen und mehr Investition zu fordern, denn Sparen und Investition sind eine Identität, das versteht MDM nicht.

      • Anh Toan sagt:

        Deutschland hat in den Neunzigern in den neuen Bundesländern investiert, darum war die Handelsblianz ausgeglichen bis negativ, in diesem Jahrtausen gab es weniger Investitionsmöglichkeîten in Deutschland, also wurde im Ausland investiert und damit die Handelsbilanz positiv.

  • Fred Ruegg sagt:

    @Urs Brocki 24.5.2013 um 09.49 .
    Bravo, Sie haben sicher ganz Recht.Als Nichtdeutscher&nicht in Europa Lebender ist mir klar,alle die Deutschland beschimpfen,verstehen es nicht.Es geht nicht um seine Bedeutung in Europa,aber ganz und gar die Bedeutung Europas in der Welt selbst.Informationen des Geldsystems sind Märchen. Es ist ja nur ein Messystem und wurde erfunden um aus hin und her gehandelten pseudo Werten, durch Spekulation& Bluff reicher und mächtiger als der Andere zu werden.Es wurde nun über Jahzente von Hauptspielern wie US Federal Reserve,eine Privatbank mit einigen US Grossfinanzinstituten als Aktionäre und effective keine Einsicht für die US Behörden, total verschwindelt,so dass Geldwerte (Geld selbst hat ja kaum den Wert des Papiers) nun wenig Beziehung zu den lebensnotwendigen Realwerten der Menschen haben um schlecht und recht würdig zu überleben und weiter zu evolvieren.
    Nicht Deutschland muss sich anpassen sondern die Andern! Europa wird bitter bereuen müssen wenn es nicht mit mehr Überlegung und Klugheit auf Deutschland hört, sondern mit Neid und Vorurteilen falschen Propheten nachläuft.

  • Johnny Smith sagt:

    Der Artikel von MD führt zwar einige buchhalterische Definitionen und Vorgänge gut auf. Ich kann aber einer Interpretation, dass Überschüsse grundsätzlich negativ seien (zumindest ansatzweise geht MD mit seiner Wortwahl in diese Richtung, siehe mein Kommentar weiter oben), nicht beipflichten.

    Erstens: Selbstverständlich ist die Wettbewerbsfähigkeit ein wichtiger Faktor für die Produktion eines Landes, damit das BIP und indirekt damit auch für die nationale Sparquote (BIP minus inl. Konsum = nat. Sparquote). Mit wettbewerbsverschlechternden Massnahmen könnte D ceteris paribus seine Überschüsse reduzieren, wäre aber aus ‚egoistischer‘ Sicht dennoch schlecht bedient.

    Zweitens: Auch wenn Überschüsse primär als buchhalterischer Saldo betrachtet werden, haben Überschüsse einen Vorteil gegenüber Unterschüssen. Sie haben auch auf nationaler Stufe eine (zugegeben wohl unbeabsichtigte) Reservefunktion für schlechtere Zeiten. Andauernde Unterschüsse hingegen enden idR zumindest in höchst ungleicher Vermögens/Schuldenverteilung zwischen Staat, Privaten und Unternehmen, und irgendwann in einer höchst unerfreulichen Sackgasse (siehe GR, Zypern als letzte Beispiele).

    Drittens: Um einen tieferen Überschuss in D und damit auch ein kleineres Ungleichgewicht zu erreichen, wäre es buchhalterisch ja auch möglich, den inländischen Konsum zu erhöhen. Genau hier zeigt sich, dass Buchhaltung und Volkswirtschaft aber eben nicht dasselbe sind. Der Konsum lässt sich offensichtlich nicht so leicht erhöhen. Steuersenkungen wären dafür zwar prädestiniert, aber mit hohen Staatsschulden und -defiziten für den Staat (inkl. D) schwer verdaulich. Und Lohnerhöhungen sind für die Wettbewerbsfähigkeit eben nicht so gut.

    Fazit: Überschuss-Bashing von MD ist auch nicht die Lösung.

    • will williamson sagt:

      Wieso sollen Steuersenkungen den Konsum erhöhen? Der Staat gibt ja bekanntlich die eingenommenen Steuern auch wieder aus. Sogar noch mehr, wie die Defizite und die Verschuldungen zeigen. Es resultiert nur eine Verschiebung des Konsums vom Staat auf den Privatsektor und damit wahrscheinlich auf andere Empfänger der Konsumausgaben. Denkbar ist natürlich auch, dass die Konsumenten dann die Steuerreduktion nicht verkonsumieren, sondern sparen. Der Konsum lässt sich am wirksamsten über Lohnerhöhungen auf breiter Basis steigern. Womit dann auch wieder Inflation verbunden sein kann. Manches ist eben komplexer als es aussieht.

      • Josef Marti sagt:

        Infolge Lohnerhöhungen steigender Konsum sollte auch MWST Einnahmen erhöhen. Die Keynesianer propagieren ja eine moderate Inflation verbunden mit Vermeidung von Steuersenkungen damit die Ueberschüsse wieder zur Reduktion der Staatsverschuldung eingesetzt werden können; bei D nicht der Fall.

      • Johnny Smith sagt:

        @ will williamson „Wieso sollen Steuersenkungen den Konsum erhöhen?“

        Nicht dass ich MD als generelle Referenz missbrauchen möchte (wie Sie unschwer meinen kritischen Ausführungen oben entnehmen konnten), aber hier der Einfachheit halber aus dem Artikel: „Nichts einfacher als das: Berlin könnte die Mehrwertsteuer senken, die Steuern für Familien mit niedrigen und mittleren Einkommen senken (da diese Familien den grössten Teil ihres verfügbaren Einkommens für den Konsum verwenden)“

        Aber ich gehe mit Ihnen einig, dass eine Steuersenkung nicht automatisch einen nachhaltigen Konsumschub auslöst und kein Selbstläufer ist.

        Vielleicht hängt der Konsum- oder wohl viel mehr der Investitionswille (eben nicht nur die Konsumfähigkeit) viel mehr von Fragen ab wie: Vertrauen, Stabilität, Planbarkeit, Rechtsstaatlichkeit, Sparsamkeit, etc. In der Entwicklung dieser Belange brillieren wir Industrieländer derzeit leider ganz und gar nicht.

        • Linus Huber sagt:

          Ob Steuersenkungen zu erhoehten Konsum fuehren mag oder nicht, haengt damit zusammen, ob zugleich der Staat sich staerker verschuldet oder nicht (Kreditvolumen im System erhoeht). Jedoch fuehren laengerfristig betrachtet hoeher Staatsschulden aufgrund der dadurch verursachten allgemeinen Verunsicherung zu einer vorsichtigeren Verhaltensweise der Bevoelkerung, welche sich sehr wohl intuitiv bewusst ist, dass Staatsschulden zukuenftige Steuern sind.

          Ob Staatsschulden nun weg inflationiert werden (was wohl die keneysianische Loesung darstellt) oder irgendwann zu tatsaechlich hoeheren Steuern fuehrt, ist eigentlich unwichtig, da in beiden Faellen die zukuenftige Kaufkraft reduziert wird. Allerdings ist es nicht unwichtig in Bezug auf das dadurch hervorgerufene Verhalten der Gesellschaft, welche sich bei der Gefahr hoher Inflation fast diametral gegenueber einer Gefahr zukuenftiger hoher Steuern in einer werterhaltenden Waehrung verhaelt. Im einen Fall versucht man sich in Sachwerte zu retten, im andern Fall hortet man Bargeld.

          Was eben leider zu wenig beruecksichtigt wird, ist die Verhaltensveraenderung, welche durch die Kuenstler der Manipulation hervorgerufen wird und nicht in Formeln berechenbar ist.

  • Stefan Wiesendanger sagt:

    MD fordert, weder Leistungsbilanzüberschüsse noch das Sparen als moralisch überlegen und „besser“ anzusehen. Wenn er damit meinte, diese beiden Dinge seien wertfrei, wäre ihm ja beizupflichten. MD geht aber viel weiter und stellt sie ganz im Gegenteil als negativ aus. Das ist ja wohl die Höhe! Genauso wie der Einzelne eine zeitabhängige Präferenz für Sparen bzw. Konsum hat, trifft das auch für die Aggregate von Einzelnen in den zufällig gezogenen Landesgrenzen zu. Eine verantwortungsbewusste Gruppe von Baby-Boomern (man denke an die Schweiz) wird sparen und dieses Alterskapital so zu investieren trachten, dass es in den kommenden 40 Jahren einen verlässlichen Ertrag generiert (hier denke man eher nicht an eine Schweizer PK sondern z.B. an BRK:US). Solche Anlagen befinden sich fast notwendigerweise im Ausland, in Ländern mit einem zeitversetzten Bevölkerungsmaximum (hier denke man wiederum eher nicht an BRK:US). Das Problem ist dann nicht mehr ein „irrer Drang nach Ueberschüssen“ sondern das Finden eines verantwortungsbewussten und ehrlichen Empfängers dieser Investitionen – die Schweizer Auslandguthaben wurden in der Geschichte ja schon mehrfach enteignet. Aber was sollen wir denn sonst machen – noch mehr konsumieren? noch mehr im Inland investieren?

  • Robin sagt:

    Bei solchem Argumentationswirrwarr geht es einzig und allein darum, die produktiven und erfolgreichen Deutschen zu kritisieren, damit nicht nur die unproduktiven Griechen und Spanier ihr Fett weg bekommen. Es geht um ideologisch gefärbtes Gegensteuer unter dem Deckmantel von Wirtschaftswissenschaft.

    • Thomas ernst sagt:

      Können Sie Ihre wahnwitzigen Behauptungen auch irgendwie mit Fakten unterlegen? Leere Behauptungen führen nicht weiter und bleiben steril.

  • Alexander Stickler sagt:

    Ja, klar! Handelsbilanzüberschüsse sind nur gut, wenn die Schweiz sie erzielt. Hierzulande lobt man sich doch regelmässig selbst dafür! Die Überschüsse sind im Falle Deutschlands einfach ein Zeichen für hohe Wettbewerbsfähigkeit und auf dem Weltmarkt massiv nachgefragte Produkte. Was soll daran schlecht sein? P.S.: Die deutsche Binnennachfrage hat sich übrigens zu einer tragenden Säule des Wirtschaftswachstums entwickelt (http://www.zeit.de/wirtschaft/2013-05/Konsumklima-Index-GfK-Verbraucher-Verbraucher).

  • Beat Zugger sagt:

    Aus meiner Sicht stellt der Bericht den Sachverhalt zu kompliziert dar. Es geht auch einfacher!
    Länder mit einem hohen Expordefizits, also einem hohen Konsum, wie z.B. die USA, leihen sich im Grunde Geld von den Volkswirtschaften, welche ihnen die Waren liefern, z.B. D + JP + China!
    Die Bevölkerungen von Volkswirtschaften mit einem Exportdefizit weisen in der Regel einen hohen Konsum auf. Damit verbunden ist eine hohe private Schuldenquote. Dadurch verbunden ist eine hohen Insolvenzquote, welche vom Staat aufgefangen werden muss. Damit verbunden ist eine hohe Staatsverschuldung. Damit verbunden fehlen feht Geld für die Investionsgüter. Damit verbunden fallen diese Volkswirtschaften in ihrem technischen Standard zurück (siehe ESP, ITA, F, IRL). Damit verbunden ist ein Ausbluten von Know-How. Die Know-How-Träger verlassen das Land und immigrieren in Volkwirtschaften mit hohem Potential (siehe CH + D) Volkswirtschaften, welche diesen Verlust zu tragen haben (aktuell ESP, F, ITA) werden doppelt bestraft. Sie haben die Fachkräfte ausgebildet, die ihnen nun nicht mehr zur Verfügung stehen.
    Die starken Volkswirtschaften wie D + Ch saugen diese Fachkräfte auf, ohne für ihre Ausbildung bezahlt zu haben.
    Die starken Länder sind aber auch gezwungen den Konsum mit ihren Transferzahlungen am Laufen zu halten. Siehe D mit Zypern + GR. Siehe China mit Transferzahlungen an die EU.
    Wenn man nun zB D auffordert seine Sparquote zu senken heißt dies, dass D mehr investieren solle. Alte technische Anlagen würden ersetzt werden. der Rationalisierungsgrad steigt. Es werden weniger ausländische Fachkräft benötigt. Die Immigrationshürde steigt. Transferzahlungen von Immigranten an ihre Heimat bleiben aus! Die schwachen Volkswirtschaften kommen noch mehr ins schlingern. Die starken Volkswirtschaften steigern ihre Produktivtät noch mehr. Der Exportüberschuß nimmt noch mehr zu!!

    Der einzigste Weg aus diesem Dilemma besteht nur darin, daß Exportnationen in Importnationen investieren!

  • Albert Baer sagt:

    Vielleicht sollten sich die Ökonomen, Konkurrenzisten, Kompetitivisten etc. mehr mit Philosophie und Quantenphysik/mechanik beschäftigen.

    Der holistische Blick ist völlig verloren gegangen und findet sich fast nur noch in der Esoterik-Ecke. Der westliche Fokus des Reduktionismus („eine Uhr ist seine Einzelteile“) hat sich dank seinen beeindruckenden technischen „Erfolgen“ durchgesetzt.

    Vieles spricht aber dafür, dass die Welt nicht von „unten“ bzw. vom „kleinen“ aufgebaut ist, sondern vom Grossen „alles umfassenden“, „allem zugrunde liegendem“.

    Wir leben immer noch im Zeitalter der Materialismus. Von der Materie hat sich die Physik aber schon längst verabschiedet. Materie gibt es in diesem Sinne nicht. Das Higgs Boson wird zum Beispiel vom Higgs Feld erzeugt. Ein Feld ist aber kein „Ding“.
    Die „Einzelteile“ sind also lediglich die Schaumkronen auf den Wellen des alles umfassenden Meeres.

    • Thomas ernst sagt:

      @ Albert

      Wir werden den reduktionistischen Materialismus bis zu seinem unvermeidlichen Kollaps Durchleben müssen, bevor das neue, holistische Paradigma den Durchbruch schaffen kann. Charles Eisenstein hat die Gründe dafür überzeugend dargelegt.

  • Pascal Meister sagt:

    Seltsame Logik im Artikel: „Auch ein genereller Anstieg des Lohnniveaus in der Wirtschaft…“ und dann
    „Keine dieser Massnahmen würde den deutschen Exportsektor wettbewerbs-unfähiger machen.“ Wie bitte?? Ein genereller Lohnanstieg notabene in einem grossen Währungsraum würde selbstverständlich Exporte verteuern.

  • Fritz Ökomann sagt:

    @ Urs Brocki
    Danke dafür, dass Sie die Dinge beim Namen nennen. Stimme Ihnen zu, dass die fetten Jahre für die Schweiz vorbei sind. Es wird aber vermutlich noch ein bisschen dauern, bis das in der letzten Ecke des Landes angekommen ist. Diese Zeitung könnte sich ja mal mit einem Blog „Schweiz 2020“ beschäftigen, wäre sicherlich ein interessantes Unterfangen.

    • Urs Brocki sagt:

      Hallo Herr Ökomann. Ganz Ihrer Meinung. Wir haben einfach zu lange auf die Strategie gesetzt anderen Substanz zu nehmen anstatt selbst welche zu generieren. Ich wünsche mir für die CH nichts schlechtes, aber ein Dämpfer scheint mir doch sehr angebracht, da die Selbstherrlichkeit und -überschätzung einiger Landsleute absurde Züge annimmt.
      Man hat einfach beide Augen zugedrückt, die Hände aufgehalten und sich dann hinter vorgehaltener Hand über sämtliche Staaten belustigt, die man ‚abgezogen‘ hat. Unsäglich das ganze. Man muss sich nicht wundern wenn man mancherorts als Schurkenstaat behandelt wird, denn weit ist man davon sicherlich nicht entfernt.

      • Dan Brown sagt:

        Herr Brocki, jetzt hören SIE mal mit dem CH-Bashing auf!
        Das ist unsäglich! Sprüche wie: „andere Staaten Abgezogen“, „anderen die Substanz nehmen“, etc. ist einfach nur populistischer Müll oder zeugt von Ihrem offensichtlichen CH-Hass.
        Die Schweiz hat eine gut funktionierende Export-Industrie und innovative Branchen und Betriebe (und wir sprechen jetzt hier NICHT über die Finanzindustrie). Sie scheinen einseitig verblendet von der Idee, dass die Schweiz anderen Staaten gute Steuerzahler „abjagt“; aber Sie dürfen uns hier einfach mal glauben, dass die meisten von denen von alleine gekommen sind und aus eigenem Antrieb. Hier in diesem blog permanent zu suggerieren, dass von der Schweiz auf unmoralische Art und Weise, die ach so redlichen und moralisch sattelfesten Deutschen mit ihrem sauer verdienten Geld hergekloppt wurden ist einfach lächerlich. Wir wollen doch nicht den Handlanger zum Anstifter machen, oder Herr Brocki? Sie kaufen ja auch nicht allen Müll, der Ihnen in der Werbung angepriesen wird, oder? Wir sind doch alles mündige Bürger mit einem freien Willen und einer gesunden Entscheidungsfähigkeit und Rechtswahrnehmung ausgestattet, nicht? Also: entweder Sie liefern jetzt mal eine wirklich gute Begründung dafür, warum die Schweiz am Umstand schuld sein soll, dass viele D-Bürger ihr Geld hier versteckt haben oder dann lassen Sie das CH-bashing doch einfach bleiben. Es nervt!

      • Linus Huber sagt:

        Ich stimme Ihnen zu.

        Dies ist auch ein Problem in der grundsaetzlichen Anerkennung der Krise in einem schweizerischen Blog, da es uns verhaeltnismaessig staerker treffen duerfte, wenn wir aus dem Auge des Sturms in die 2. Phase eintreten werden. Niemand will schlechte Nachrichten hoeren.

  • Fritz Ökomann sagt:

    @thomas ernst

    „die feigen Deutschen“ – ihre Sprache war schon den ganzen Blog hindurch sehr aggressiv. Aber mit dieser Formulierung gehen sie entschieden zu weit! Zügeln Sie ihre superchauvinistischen Gefühle. Sie tun ihrem Land und ihrer Sache damit keinen Gefallen. Das ist eigentlich ein Fall für den Blog-Administrator; warum greift er nicht ein?

    • Thomas ernst sagt:

      @ Ökomann

      Ich bekenne mich der agressiven Sprache für schuldig. Wenn der Erstkommentar zu einem neuen Blogbeitrag mit den Worten beginnt: „Diese Oekonomen sind doch einfach alle Deppen…“ und hinterher noch nicht einmal eine Begründung für diese beleidigende Behauptung folgt, werde ich tatsächlich säuerlich.

      Wir hatten hier früher sehr gepflegte und interessante Diskussionen, die ad hominem-attacken waren minimal, die Sprache direkt, aber hochstehend.
      Das war, bevor sich Leute wie Hans Müller, Urs Brocki, Fritz Ökomann etc. begonnen hatten, sich hier breit zu machen. Und dann wundern sich die Deutschen, dass sie hierzulande weniger beliebt sind….

  • Man muss Deutschland nicht baschen, für uns ist ein starkes Deutschland unter dem Strich ja von Vorteil. Ich bin trotzdem glücklich, dass wir in der Schweiz einiges besser (pragmatischer) machen (Berufsbildung, Altersvorsorge, Lohn-„Anstand“).
    Da ich sehr viel in Deutschalnd bin, erlaube ich mir, das deutsche „Kasten-System“ bei den unselbständig Angestelten zu ergänzen: 1. Bundes- iund Landespolitiker bedienen sich grosszügig. 2. Beamte sind unantastbar und unkündbar. 3. Gewerkschafter setzen viele ihrer Interessen durch (deshalb unterlaufen viele Firmen das „Gesetz“ mit Billiglohnvarianten). 4. Der Rest wird brutal und ohne jede menschliche Mitverantwortung nach unten gedrückt – Millionen arbeiten zu Hungerlöhnen und müssen den Staat anbetteln. Auch hier fällt – einleuchtenderweise – einiges an (sinnvollem) Konsum weg.
    Als Phileiner und ehem. Politiker mache ich die Ökonomen auch auf die hier lauernden Gefahren der deutschen Arbeitswirklichkeit für den Zusammenhalt, die Sicherheit und das Grundvertrauen (Jugend) aufmerksam.
    Auich wenn es für Oekonomen lächerlich tönt: Wenn ich mich für meinen Nachbarn, meinen Bruder oder meinen Angestellte menschlich gar nicht mehr verantwortlich fühle (dafür zahle ich ja Steuern), zerbricht die Staatsidee.

    • Urs Brocki sagt:

      „Millionen arbeiten zu Hungerlöhnen und müssen den Staat anbetteln.“

      Es gibt in DE 350’000 Vollzeitaufstocker. Das sind 0.8% aller Erwerbstätigen, das heisst 1 von 125 ist davon Betroffen. Wie kann man angesichts dieser Zahlen von Millionen sprechen. Es heisst immer man muss von seiner Hände Arbeit leben können. Da stimme ich zu, aber nur wenn man auch 100% arbeitet und nicht nur 20 oder 40. Gegen Missbrauch dieses sinnvollen Instruments muss man dennoch vorgehen, auch wenn er angesichts dieser Zahlen sehr geringfügig ist.

      Bei der Berufsbildung muss ich sagen dass die CH enttäuscht. Die Qualität einer Ausbildung ist leider nicht das was ich mir von der CH gewohnt bin. Gerade übrigens hat Grossbritannien DE für sein System der Berufsbildung gelobt und gesagt dass sie es auch machen wollen. Ein paar Fakten tun der Diskussion gut wie Sie sehen.

      • Dan Brown sagt:

        Ihre Fakten bestehen vor allem aus Behauptungen. Oder was beweist schon der Umstand, dass GB offensichtlich das Ausbildungssystem von DE gelobt hat?
        Und wieso enttäuscht Sie die Berufsbildung in der Schweiz? Wurden Sie nicht richtig ausgebildet? Oder hat man zuwenig geschliffen Hochdeutsch gesprochen? Hier wären z.B. auch Fakten gefragt – nicht nur Meinungen.

  • Thomas Hartl sagt:

    Die Empfehlung, in staatliche Infrastrukturprojekte zu investieren, oder die Mehrwertsteuer zu senken, sind sicher richtig. Allerding erhöhen beide Massnahmen die Staatsverschuldung. Da der Stabilitätspakt verhindert, dass diese Schuld beliebig steigt, muss Deutschland das Geld irgendwie wieder reinholen. Verlagern aber gleichzeitig die potenten Steuerzahler ihre Einkommen, legal oder illegal, in Steueroasen, wird ein ausgeglichener Staatshaushalt unmöglich. Aus dieser Sicht ist auch der steigende Druck auf die Schweiz zu verstehen.

    • Urs Brocki sagt:

      Exakt. Und genau aus diesem Grund ist es notwendig die Steueroasen europaweit trockenzulegen. Ich schäme mich nicht wenn ich sage, dass selbst mir als Schweizer der Druck aus Amerika gefällt. Es kann zudem einfach nicht sein, dass wir mit unserer Dumpingpolitik bei Unternehmenssteuern einen unfairen Wettbewerb gestalten bei dem zum Schluss alle verlieren ausser uns und ein paar Unternehmen.
      Ich will endlich wieder erhobenen Hauptes durch die Welt gehen können. Nicht dass ich jetzt besonders ablehnend empfangen worden wäre in der Welt, aber man merkt doch dass den Leuten bewusst wird wie die Schweiz tickt und die wenigsten sind davon begeistert.
      Wir leben hier von der Substanz anderer auch wenn dieser Fakt dem ein oder anderen nicht passt.

      • Thomas ernst sagt:

        Warum nur europaweit? Die übelsten Steueroasen sind in den USA, Delaware, wo auch hemmungslos Drogengeld gewaschen wird. Da hätte die deutsche Kavallerie ein lohnendes Ziel. Aber dafür fehlt es den feigen Deutschen an den cochones.

        • Urs Brocki sagt:

          Aha, die ‚feigen Deutschen‘ also. Und das von einem Bürger eines Landes dessen duckmäuserische Bundesrat im vorauseilenden Gehorsam zu Kreuze kriecht. Interessant!
          Die USA sind für DE einfach von ausgesprochenem Interesse. Gute Beziehungen sind hier das A und O. Die CH hingegen hat sich europa- wenn nicht weltweit einen Ruf des Opportunismus geschaffen der die meisten Leute nervt. Was mich persönlich nervt ist folgendes:
          Man betreibt seit Jahrzehnten eine Politik des Steuerdumpings für Unternehmen, was nichts anderes ist als das Geben von Subventionen. Wenn dann selbst Mittelständler ihren Sitz in die CH verlagern (Bsp: Liebherr, ein hervorragender Mittelständler aus Baden-Württemberg) und die Leute mitziehen um dort zu arbeiten beschweren sich die Schweizer dass ihr Lohn gedumpt wird. Ursächlich dafür ist aber nicht dass die Leute kommen, sondern dass die CH mit ihrem unfairen Wettbewerb das Unternehmen abgezogen hat, was einige Leute dazu gezwungen hat in die CH zu zügeln.

          Ich glaube Leute wie Sie werden in den nächsten Jahren ganz böse auf die Welt kommen wenn solche Instrumente des ‚Wettbewerbs‘ gestoppt werden und klar wird dass die CH über Jahre nur von der Substanz anderer Staaten gelebt hat.

          Zum Schluss noch zu Delaware: Was interessiert das die Deutschen? Das deutsche Schwarzgeld liegt zum überwiegensten Teil in der CH. Mit Holdings, Briefkastenfirmen etc. hat das erstmal gar nichts zu tun. Wenn es der CH nicht passt was die USA machen, wieso wehrt sie sich nicht selbst dagegen?

          Und jetzt bin ich wieder der Netzbeschmutzer, ich weiss.

          • will williamson sagt:

            Sie sollten nicht irgendwelche Behauptungen aufstellen, die Sie nicht belegen können. Woher wollen Sie denn wissen, dass in der Schweiz mehr deutsches Geld lagert als in Delaware? Im Weiteren ist es ja nicht verboten, Geld in der Schweiz zu haben, wenn dieses versteuert wird. Es gibt ja auch Leute, die eine weitere Währungsreform befürchten, was angesichts einer (offiziellen) Staatsverschuldung von über 2 Billionen auch nicht ganz unwahrscheinlich ist.

            Was den Steuerwettbewerb anbelangt, finde ich den auch problematisch, wenn er übertrieben wird. Das Gleiche gilt aber auch für die Marktwirtschaft und für die Managersaläre. Die massiven Übertreibungen sind möglich geworden, weil die Politik nicht willens oder nicht in der Lage war, rechtzeitig einschlägige Regulierungen in Kraft zu setzen.

          • Urs Brocki sagt:

            @will williamson: ok, korrigiere. Man hat sehr guten Grund davon auszugehen dass sehr viel mehr deutsches Schwarzgeld in der CH als in Delaware gebunkert ist, weil

            1. Laut Aussagen verschiedener Banker, welche in diesem Geschäft sind, es nicht die Grosskapitalisten, sondern v.a. kleine Selbstständige in DE sind, die ein paar 100’000 SG in der Schweiz haben.

            2. Der Sicherheitsaspekt, der bei den Deutschen Sicherlich zutrifft verloren ginge, wenn das Vermögen ausgerechnet in den USA 6500 km Luftlinie weit weg gebunkert ist.

            Dass ein Grossteil deutschen Geldes in der CH nicht versteuert ist liegt daran, dass es gezielt durch UBS und Konsorten in grossem Stil angeworben wurde. Ja, tatsächlich diese Fälle gab es und vielleicht gibt es sie noch.

            Der Steuerwettbewerb ist höchsproblematisch, da er den anderen Staaten Substanz und Kaufkraft nimmt, ohne dass man selbst in irgendeiner Weise innovativ gewesen wäre, siehe Apple. Ein tolles Anreizsystem, wenn Steuern = GK des Kantons gilt. Das zerstört jegliche Struktur. Ich bin insbesondere hier der Meinung dass man ganz gross Druck auf die CH ausüben muss!

      • Markus Menzi sagt:

        @Urs Brocki

        Ich bin nicht fuer Steueroasen aber gegen die zunehmend ausufernde Steuerbelastung in vielen Laender Europas. Ist es da verwunderlich, dass Buerger versuchen den Fiskus zu umgehen und z.B in Italien mit Schwarzarbeit ihren Lebensunterhalt zu bestreiten? Ist in diesem Fall auch die Schweiz dafuer schuldig zu sprechen? Zudem sollte das doppelzuengige Amerika vorerst vor der eigenen Tuere aufraeumen und ihren Steueroasen Grenzen setzen. Vielleicht haben aber noch zu viele Republikaner ihr Geld dort gebunkert…

        • Urs Brocki sagt:

          Auch ich bin gegen eine überbordende Steuerbelastung. Damit es nicht dazu kommt müssen alle Steuern bezahlen. Staaten die das verhindern (u.a. die CH) sind zur Rechenschaft zu ziehen, ohne wenn und aber. Wie bereits oben angemerkt interessieren sich die Deutschen nicht für Delaware, weil dort nicht das dt. Schwarzgeld liegt, sondern hier bei uns, staatlich legitimiert und durchs Volk gebilligt, da man ja davon lebt und das nicht schlecht.

          • Roman Rebitz sagt:

            Was noch zu erwähnen ist: Ein grosser Teil der Schweizer Bevölkerung findet diese Steuerderleichterungen und das Schwarzgeld usw.. auch nicht in Ordnung aber da die Politik nicht mal mehr ausführt was ihr Arbeitgeber, nämlich die Schweizer Bevölkerung durch Abstimmungen bestimmt hat was will man noch machen. Initiativen die am Schluss so gedreht werden wie die Lobbyisten es möchten ? Für eine Revolution geht es uns noch viel zu gut.

          • Dan Brown sagt:

            Herr Brocki, jetzt kommen Sie auch noch mit der Mär, dass die ach so bösen schweizer Banker dafür verantwortlich sein sollen, dass deutsche Bürger ihr Geld vor dem deutschen Fiskus in der CH verstecken…
            Ach wie niedlich – viel eher liegt dies wohl am deutschen Steuersystem und der Gier der Leute, dass sie unversteuertes Geld ausser Landes schaffen – wohin spielt hier erstmal gar keine Rolle. Wär’s nicht die Schweiz, so wär’s halt Liechtenstein, Österreich oder ein x-beliebig anderer Staat der einigermassen Sicherheit garantiert.
            Ihre Sprüche sind also nur genauso populistisch und peinlich wie die Ihres Landmannes Steinbrück. Man sucht Schuldige und in der kleinen Schweiz glaubt man ein Opfer gefunden zu haben. So viel zu deutscher Neid-Kultur. Und glauben Sie mir, ich kenne mich mit deutschen Mentalitäten auch aus.

          • will williamson sagt:

            Der Brocki sollte zur Abwechslung mal das „Schwarzbuch Banken“ von Christiane Oppermann lesen. Dort erfährt er dann wie die deutschen Banken – inkl. staatliche – ab 1993 sich das Bein ausgerissen haben, um die Kohlen ihrer Kunden nach Luxemburg und sonstwohin zu verschieben.

  • Fritz Ökomann sagt:

    Die Deutschen mit ihren „irren Drängen und Zwängen“ müssen die Schulbuchartikel von Herrn Dietli lieben. Was tun sie, sie konsumieren auf Teufel komm raus. Ist doch toll und wird den Leistungsbilanzüberschuss bald in ein Defizit verwandeln. Dann müssen sie aber die Story ändern! Motto: der kranke Mann Europa´s. Spiegelonline 24.5.2013 „Deutsche kaufen gegen die Krise an“

    • Markus Menzi sagt:

      @Fritz Oekomann

      Haben Sie sich gefragt wer in Deutschland genug Geld hat zum konsumieren?

      • Urs Brocki sagt:

        Die Deutschen haben genug Geld, machen Sie sich darum keine Sorgen, die Kaufkraft liegt deutlich über dem Europäischen Schnitt. Wenn man den Osten DEs weglässt ist es eine der kaufkräftigsten Regionen der Welt. Die einzigen, die nicht so viel in DE konsumieren wie sie könnten sind die, die mit Hilfe der Schweizer Politik und gedeckt durchs Volk ihr Geld bei uns verstecken, wofür uns die ehrlichen Steuerzahler weltweit sicherlich ausgesprochen dankbar sind. Aber gut, ein bisschen Ausgleich haben wir, schliesslich konsumieren Grenzgänger vom Ausland in die CH auch überwiegend an ihrem Wohnort.

        • Markus Menzi sagt:

          @ Urs Brocki

          Es scheint, Sie gehoeren zu den 50% Ueberpriviligierten die in Deutschland leben. Ich mag es Ihnen goennen….

          • Urs Brocki sagt:

            Lesen Sie doch. Ich bin Deutsch-Schweizer Doppelbürger, in Basel geboren und aufgewachsen, später in München und Schwaben gelebt. Der Süden DEs ist eine äussergewöhnliche Region mit sehr hoher Lebensqualität, aber das nur am Rande. In DE lebt es sich wunderbar, oder warum strömen immer mehr Leute dahin, nicht nur aus Europa notabene, sondern auch aus den USA zB.?
            Waren Sie schon einmal in Städten wie Heidelberg oder Regensburg? Ich überlege mir wieder dorthin zu ziehen. Im Moment lebe ich in Aarau, nicht gerade die erste Wahl, aber auch iO.

            Das Problem bei Vermögen ist, dass in die Statistik genau die Assets, welche Deutsche besitzen (priv. Altervorsoge, Ausgaben für Reisen (sind ja Reiseweltmeister), etc. ) nicht eingehen. Zudem wurde das Haushaltsvermögen abgefragt. Da in SP, IT und GR im Moment Krise herrscht, bleiben die Jungen Leute zu Hause wohnen -> mehr Leute im Haushalt -> mehr Vermögen. Nicht zu vergessen dass man die Vermögen abfragte als die Immopreise auf dem Höchststand waren. Mancherorts in SP sind die Häuser jetzt nur noch die Hälfte wert. Aber reden Sie nur. Ich fühle mich in DE pudelwohl und werde vielleicht wieder umziehen, spätenstens wenns hier mal bergab geht, was ja absehbar ist.

        • Markus Menzi sagt:

          Das Ungleichgewicht zeigt sich auch bei den 50% unteren Einkommensschichten. Diese haben ein 3-4 mal kleineres Vermoegen als der Durchschnitt in Griechenland, Spanien und Italien. Von wegen reiches Deutschland, nur gerade die Priviligierten haben etwas vom “Wirtschaftswunder” Deutschland. Die von Herrn Dittli vorgeschlagenen Massnahmen wuerden Abhilfe schaffen und zudem die soziale Zeitbombe entschaerfen und vergammelte Regionen in Deutschland wieder in Gang bringen. In diesem Artikel geht es nicht um gutes oder schlechtes Deutschland, sondern es werden moegliche Loeseungen aufgezeigt. Wenn die Wirtschaft gleichzeitig in nachhaltige Umweltschutz – Technologien investieren wuerden, haetten alle von uns etwas davon und unsere Oekonomen und Wirtschaftskapitaene waeren keine “Deppen”

        • Markus Menzi sagt:

          @ Urs Brocki

          Deutschland ist ganz besonders hoch einzuschaetzen. Ohne Deutschland mit ihrer Technologie – Industrie haetten wir in der Schweiz nicht auch zulegen koennen. zum Glueck ist unser Wohlstand nicht nur von unseren risikobehafteten global agierenden Grossbanken abhaengig. Unter anderem, unsere Zulieferindustrie sowie Veredelungsindustrie arbeitet sehr gut mit Deutschland zusammen. Nichtsdestotrotz tut die Schweiz gut daran auch mit China und Fernost auch zusammen zu arbeiten.

  • Andreas sagt:

    Ein interessanter Artikel nur die empfohlene Rezeptur erscheunt mir nicht schlüssig.

    Wie kommt der Autor darauf das die Länder mit Handelsbilanzdefizit die Gewinner von Infrastrukturmaßnahmen oder mehr Konsum in Deuschland sind ? Geht er davon aus das dort nicht der selbe Wettbewerb greift ?

  • Marc Goldinger sagt:

    Immer wieder dieselbe Logik bei den Tagi-Oekonomen: wenn alle Fieber haben, muss man die Gesunden auch anstecken, damit danach alle vermeintlich gleich gesund sind…

    • Linus Huber sagt:

      Ja, die Verletzung der Nachhaltigkeit zieht immer weitere Kreise. Sie sehen dies genau richtig.

  • Urs Brocki sagt:

    „beispielsweise staatliche Infrastrukturprojekte (okay, lieber keine neuen Flughäfen in Berlin)“

    Naja, mit dem NEAT-Desaster müssen wir uns mit Häme wohl sehr zurückhalten… Es wird gepfuscht ohne Ende und dann vertuscht. Wer etwas anderes behauptet ist ein Nestbeschmutzer. Wir sind halt nicht fähig zur Selbstkritik.

  • Michael Berger sagt:

    Etwas problematisch sind die beiden Vorschläge, wie die nationale Sparquote gesenkt werden können.

    – Infrastrukturprojekte durch den Staat belasten den Staatshaushalt. Mit Steueranreizen geförderte privatwirtschaftliche Investitionen wegen Steuerausfällen ebenfalls.
    – Die Ankurbelung des Privatkonsums durch dei Senkung der Mehrwertssteuer reisst auch Löcher in den Staatshaushalt.

    Selbst wenn man insgesamt für niedrigere Steuern eintritt, sollte man sich überlegen, wie ein massives Haushaltsdefizit vermieden werden kann, und idealerweise sollte man so vorgehen, dass von den ganzen Massnahem nicht nur eine kleine Schicht profitiert (Wie häufig bei Steuersenkungen). Das ist nicht ganz einfach.

    • Thomas ernst sagt:

      @ Michael

      Die ganze Jagd nach Steuerflüchtlingen ist doch bloss Ablenkungsmanöver. Die Regierung verschleudert hunderte von Milliarden in der EU und in der künstlichen Beatmung des Euro. Würden die staatlichen Steuerverschwender proportional gleich hart bestraft wie die Steuernichtzahler, müsste man die deutsche Regierung in korpore exekutieren.

  • Uwe R. sagt:

    Zitat…..noch besser, steuerliche Anreize für Unternehmen, die in Deutschland in neue Produktionskapazitäten investieren.

    Ups …, und plötzlich erhöht sich dadurch die Leistungsbilanz.^^

  • Armin Bühler sagt:

    Das zeigt übrigens auch wie schnell man den erneuerbaren Energieanteil erhöhen könnte, wenn man denn wollte.
    Denn Deutschland hat seinen erneuerbaren Stromanteil seit 2000 immerhin vervierfacht. Offensichtlich haben diese Investitionen in erneuerbare Kraftwerke jedoch nicht einmal gereicht um den Leistungsbilanzüberschuss zu bremsen.

  • Joachim Schippers sagt:

    War nicht im Tagi vor einigen Monaten erwähnt, dass der Handelsüberschuss im Verhältnis zum BIP für Deutschland 6% und für die Schweiz 12% vom BIP beträgt?

  • Greg Müll sagt:

    Deutschland = Schweiz ….

    und zudem erliegen wir gerne der Geldwert-ILLUSION = letztlich der Nerv, der Geldeliten eine “Forderungs – Glaubens” Macht gibt, die sie nicht verdient haben.

    Zins – Geldsklaven waren nicht, wir sind!

    Deshalb brauchen wir eine Revision des Geldsystems => http://www.vollgeld.ch ist ein Anfang.

  • Greg Müll sagt:

    Deutschland = Schweiz ….

    und zudem erliegen wir gerne der Geldwert-ILLUSION = letztlich der Nerv, der Geldeliten eine „Forderungs – Glaubens“ Macht gibt, die sie nicht verdient haben.

    Zins – Geldsklaven waren nicht, wir sind!

    Deshalb brauchen wir eine Revision des Geldsystems => http://www.vollgeld.ch ist ein Anfang.

    • will williamson sagt:

      Es ist einigermassen sagenhaft, was für falsche Vorstellungen über das Geldsystem zirkulieren, selbst von einigen Ökonomieprofessoren, die davon gar nichts verstanden zu haben scheinen! Geld wird durch Umwandlung von Privatkredit in Bankguthaben/Bankkredit geschaffen. Mit Privatkredit kann man nicht bezahlen, mit Bankkredit hingegen schon. Deshalb ist nur Bankkredit Geld. Auch Banknoten stellen nur die Verbriefung eines Anspruchs auf einen künftigen Anteil am zukünftigen wirtschaftlichen Output für eine erbrachte Leistung dar. Giralgeld wird bei Rückzahlung wieder „vernichtet“, während Notengeld im Umlauf bleibt. Was den Multiplikator anbelangt, ist ein solcher auch mit Noten vorhanden. Wenn eine Tausendernote täglich den Besitzer wechselt, erzielt man damit einen Jahresumsatz von Fr. 365,000. Theoretisch. In der Praxis ist die Umlaufsgeschwindigkeit etwas kleiner.

    • Markus Menzi sagt:

      @Greg Muell

      Wenn wir nicht wollen, dass uns eines Tages unser Geld-Zins-Sklavensystem und vor allem unser gegewaertiges Finanzsystem nicht um die Ohren fliegt, brauchen wir im Sinne des „Verein Monetaere Modernisierung“ dringend eine Revision. Klar, noch haben die Priviligierten etwas dagegen….Oder sie wissen nicht wie wir dieses Problem loesen koennten….

  • Markus Menzi sagt:

    Das Ungleichgewicht zeigt sich auch bei den 50% unteren Einkommensschichten. Diese haben ein 3-4 mal kleineres Vermoegen als der Durchschnitt in Griechenland, Spanien und Italien. Von wegen reiches Deutschland, nur gerade die Priviligierten haben etwas vom „Wirtschaftswunder“ Deutschland. Die von Herrn Dittli vorgeschlagenen Massnahmen wuerden Abhilfe schaffen und zudem die soziale Zeitbombe entschaerfen und vergammelte Regionen in Deutschland wieder in Gang bringen. In diesem Artikel geht es nicht um gutes oder schlechtes Deutschland, sondern es werden moegliche Loeseungen aufgezeigt. Wenn die Wirtschaft gleichzeitig in nachhaltige Umweltschutz – Technologien investieren wuerden, haetten alle von uns etwas davon und unsere Oekonomen und Wirtschaftskapitaene waeren keine „Deppen“

    • Thomas ernst sagt:

      @ Markus

      Vorsicht mit diesen Behauptungen. Die Vermögensstudie, auf die Sie sich abstützen hat Haushaltsvermögen verglichen, nicht pro Kopf Vermögen. Da sich im armen Griechenland oft selbst junge Verheiratete Paare keine eigene Wohnung leisten können, zählte die Studie natürlich das Vermögen von Eltern, und Paar und Geschwister zusammen. In DE haben meist schon Studenten eine eigene Wohnung, dh wo in GR 6-8 Personen zum Haushaltsvermögen beitragen, sind es in DE nur etwa 1,8. Kein Wunder sind die Zahlen irreführend.

      Ausserdem wurden grosse Teile der Zahlen per Telefonbefragung erhoben. Lachhaft!

  • Rolf Herbert sagt:

    @Roduner: … und die Löhne (im Niedriglohnsegment) sinken?

  • Marcel Zufferey sagt:

    Das Billiglohnparadies im Herzen Europas ist eine Dampflok, die alleine vorausstampft und die Löhne in ganz Europa nach unten zieht. Hartz IV, 1 Euro-Jobs, ALG 1 und ALG 2, etc.: Das alles sind Massnahmen, die ein einziges Ziel hatten, auch wenn’s auf den ersten Blick nicht so klingt: Das Lohnniveau insgesamt; die Lohnstückkosten zu senken. In Verbindung mit dem (sozialstaatlichen) Schlendrian in den südlichen Ländern Europas hat das verhängnisvolle Konsequenzen.

    • Thomas ernst sagt:

      @ Marcel

      Das Problem sind nicht primär die Überschüsse, sondern der Euro. Wegen des Korsetts der Einheitswährung funktionieren die natürlichen Ausgleichsmechanismen zwischen verschiedenen Wirtschaftsräumen nicht mehr. Diese würden nämlich über Wechselkursverschiebungen die Ungleichgewichte tendentiell ausgleichen.

      Ökonomisch gesehen ist der Euro die grösste Dummheit des Jahrhunderts. Das war von Anfang an klar. Politisch gesehen ist er der Hebel, mit dem die nationalen Rest-Demokratien eliminiert und durch eine Brüsseler-Junta aus nicht-gewählten und niemandem Rechenschaftspflichtigen Politicos ersetzt werden sollen. Dazu ist eine Wirtschaftskrise enorm hilfreich.

    • Thomas ernst sagt:

      @ Marcel

      Das Problem ist,,dass die natürlichen Ausgleichsmechanismen seit 2000 durch das Eurokorsett blockiert sind.

    • Urs Brocki sagt:

      Die Löhne in Deutschland sind immer noch um ein vielfaches höher als im Europäischen Ausland, nur eben nicht gemessen daran, dass die dt. Produkte zu den besten der Welt gehören. Ein bisschen Info zwischen der ganzen Polemik wäre nicht verkehrt.
      Im Übrigen rechen ich damit, dass auch in der Schweiz die Löhne sinken, wenn man die Steueroase, welche im grossen Stil Kapital abgezogen hat (vom Handwerker über den Mittelständler bis zum Grosskonzern), endlich einmal trocken gelegt hat.
      Ich freue mich auf jeden Fall darauf wenn dieser wirklich unfaire Wettbewerb ein Ende hat, den USA sei Dank, da fährt man nicht länger so einen Kuschelkurs, sondern macht Nägel mit Köpfen.

    • Dani S. sagt:

      In vielen südlichen Ländern hat man das begriffen und man kauft kaum noch deutsche Autos (vielleicht kann man sie sich aber einfach kaum mehr leisten). Dafür werden diese Ladenhüter in der Schweiz als Schnäppchen gekauft …

      • Urs Brocki sagt:

        Tja, weltweit ist nicht Nachfrage nach Produkten ‚Made in Germany‘ ungebrochen. Vermutlich kann man sie sich da unten tatsächlich nicht mehr leisten. Ich habe mir vor Kurzem einen neuen BMW bestellt. Schnäppchen sieht anders aus…

        Ich frage mich nur immer wieder wieso eines der erfolgreichsten Ländern in der Schweiz immer wieder am Pranger steht. Nur weil man es selbst nicht leiden kann? Überall sonst auf der Welt bewundert man Deutschland. Obama nennt Deutschland es ein Vorbild in seiner Rede zur Lage der Nation, England will das Ausbildungssytem in Teilen übernehmen und schielt neidisch auf den innovativen und gesunden Mittelstand.
        Aber die Alpenrepublik schafft es einfach nicht sich zu lösen: Mag daran liegen, dass neben dem Dialekt, der Deutschenhass identitätsstiftend wirkt. Es sei Ihnen gegönnt. Ich weiss nur, manchmal schäme ich mich wenn ich in Deutschland unterwegs bin Schweizer Doppelbürger zu sein. Unsere Kleinkariertheit hat man nämlich auch dort oben mittlerweile wahrgenommen.

        • f.k.p. star sagt:

          Wen ich mich schäme , dann werde ich nach München fahren ,lederhose kaufen und bleiben ? Einfache Lösung oder ?

        • Johnny Smith sagt:

          @ Urs Brocki

          Wie Sie meinen anderen Kommentaren entnehmen können, halte ich das D Bashing weder für zielführend noch begründet. Ihr CH Bashing allerdings auch nicht. Vielleicht ist Ihre diagnostizierte Kleinkariertheit und das fehlende Grossmachtdenken gar nicht so schlecht.

  • Emil Roduner sagt:

    Kann mir jetzt noch jemand erklaeren, weshalb trotz der Ueberschuesse die Verschuldung steigt?

    • Schampi sagt:

      Deutschland subventioniert die Wirtschaft sehr stark (prozentual mehr als das von Deutschland ewig angeprangerte China!). Bezahlt wird das via Staatsverschuldung. Eine Blase, die umgehend platzen wird und dann nicht nur die künstlich subventionierten Produkte trifft, sondern auch die wirklich guten (etwa Oberklasse-Automobil-Industrie).

      • Patrick Ordys sagt:

        Chaotische und klischeehafte Argumentation. Die Staatsverschuldungsproblematik wird mit Energiepolitik vermischt. Seit Jahren lese ich immer den gleichen Sermon: Die „Blase“ in Deutschland (Euro, Verschuldung, Energieproblematik, Sozialsystem, Arbeitslosigkeit, etc.) wird umgehend platzen. Und? Nichts passiert. Die Finanzierung der Energiewende ist ungleich verteilt (z. B. wird die energieintensive Industrie im Gegensatz zu Kleinunternehmen und den meisten Mittelständlern von der Umlage weitestgehend befreit – private Haushalte werden demgegenüber stärker belastet). Das ist nicht gerecht, aber dass das EEG entwickelt werden muss, ist nichts neues. Andererseits macht aktuell die Stromrechnung eines durchschnittl. Privathaushaltes eben doch nur 2-3% der Gesamtausgaben aus (vgl. Strommagazin, 15.02.2013 sowie Bericht des Rates für Nachhaltige Entwicklung, Februar 2013) . Zur Staatsverschuldung: Die ist in D mit 78% zum BIP (2011) immer noch zu hoch. Aber überhaupt nicht dramatisch, zumal sie – wie übrigens auch die Nettoneuverschuldung betr. Jahresbudget – vor dem Hintergrund der Wirtschaftskraft und der zunehmenden Steuereinnahmen des Bundes und der Länder im Gegensatz zu F, I oder E ebenfalls rückläufig ist. Und der Binnenkonsum sowie die Lohnerhöhungen sind in D so hoch wie seit 20 Jahren nicht mehr. Klar gibt es Hartz4-Elend. Das ist traurig und daran muss gearbeitet werden. Aber wenigstens sind in D noch nie so viel Menschen in sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung (d. h. Vollzeitstellen) wie heute. Für ein Land mit 82 Millionenen Einwohnern löst Deutschland seine Hausaufgaben im Gegensatz zu anderen Staaten gar nicht so schlecht. Das sollten sich die Diskutanten ebenfalls vor Augen führen.

    • Urs Brocki sagt:

      Tut sie ja nicht. DE hatte einen ausgeglichenen Haushalt. Informieren Sie sich. Deutschland subventioniert seine Produkte nicht stärker als die Schweiz. Extra tiefe Steuersätze, extra tiefe Preis für Energie und das exklusiv für Unternehmen sind nichts anderes als Subventionen!
      Das ist übrigens auch der Grund weshalb man die Schweiz mittlerweile nicht mehr mag in der Welt. Man hat sich hier in den letzten Jahrzehnten daran bereichert, dass man Kapital aus dem Ausland mit fragwürdigsten Methoden abgezogen hat. Damit muss endlich mal Schluss sein.
      Ein Artikel zu diesem unfairen Wettbewerbsverhalten der Schweiz wäre 1000x interessanter als das ewige Bashing gegen ein real erfolgreiches Land wie Deutschland.

      • Thomas ernst sagt:

        @ Urs

        Sie sind offensichtlich Deutscher und fühlen sich schon angegriffen, wenn jemand ein paar Zusammenhänge aufzeigt? Tatsachen unerwünscht? In der Schweiz und in Deutschland gibt es die Redewendung: Wenn es den Hund trifft, so bellt er.

        • Urs Brocki sagt:

          Ich bin Doppelbürger, in der Schweiz geboren und aufgewachsen, danach habe ich eine Zeit in München und im Schwabenländle gelebt.
          Der Punkt ist, dass es nicht Deutschlands Versäumnis ist, wenn es andere Staaten nicht schaffen ihre Produkte weltweit anzubieten. Weiter oben nannte ich da Beispiel der franz. Automobilindustrie, welche sich mit dem europ. Binnenmarkt begnügt, während deutsch Hersteller weltweit verkaufen und so eine schwache Nachfrage hier kompensieren können. Dass es dabei zu Leistungsbilanzüberschüssen kommt ist kein Fehler Deutschlands, sondern ein Produkt daraus, dass die anderen Staaten nicht genügend in andere Länder exportieren.

    • will williamson sagt:

      Der Grund dürfte darin liegen, dass die Überschüsse privat durch Export erzielt werden. Die Verschuldung steigt, wenn der Staat mehr ausgibt als er einnimmt.

      • Roman Rebitz sagt:

        Was viele scheinbar nicht wissen ist das es um die Schweiz herum sowas wie ein Gürtel gibt von sehr potenten, innovativen und durchaus konkurrenzfähigen Firmen und sehr erfolgreiche Wirtschaftsregionen vergleichbar der Schweiz. Durch die Grösse der Länder gibt es halt noch das Gegenteil und der Durchschnitt sieht somit leider nicht ganz so gut aus.
        Anhand der wirtschaftlich nicht sehr erfolgreichen Regionen dieser Länder wird fast immer das ganze Land wirtsch. abgewertet, was ganz einfach falsch ist aber für die Populisten halt besser verwertbar.

        • will williamson sagt:

          Einige dieser innovativen Firmen im „Gürtel“ könnten möglicherweise in Schweizer Besitz sein. Wer weiss?

        • Thomas ernst sagt:

          @ Roman

          Sicher verfälscht die Durchschnittsbildung bei grösseren Ländern den Blick auf die wahren Stärken, die es ja immer auch gibt. Andererseits hat auch die kleine Schweiz ein paar Zuschussgebiete wie Graubünden, Wallis, Tessin, Jura etc, welche von den wirtschaftlich erfolgreicheren Kantonen durchgefüttert werden.

  • Fritz Ökomann sagt:

    Der Autor blendet die Situation der Schweiz in seinen Artikeln stets komplett aus. Der Leistungsbilanzüberschuss der Schweiz gemessen am BIP betrug im Jahr 2011 5.4%, der Deutschland´s 5.7%! Quelle: Weltbank

    • Thomas ernst sagt:

      …und was hat das nun mit dem Blogbeitrag von MD zu tun? Die grundlegenden Mechanismen der Handelsbilanzen, die MD hier am Beispiel DE zeigt, sind überall dieselben. Was hat also Ihr Verweis auf die Situation in der Schweiz für einen geistigen Nährwert?

      Ihre blöde Verallgemeinerung, der Autor blende die Situation in der Schweiz „stets komplett aus“ ist weder wahr, noch belegt. Die Schweiz ist nicht in jedem Zusammenhang von besonderem Interesse. Sie wird dann nicht „ausgeblendet“, sondern ist einfach irrelevant.

  • Andreas sagt:

    Ich bin doch immer wieder fasziniert von Ihren Beiträgen daher mein Dank dafür. Leider habe ich aber den Eindruck das die Ausführungen noch nicht zu Ende gedacht sind. Wer genau profitiert denn davon wenn die Infrastrukur in Deutschland verbessert wird, noch mehr in Produktion investiert wird oder der Konsum angekurbelt wird ? Gehen Sie wirklich davon aus das dies die Länder mit einem Leistungsbilanzdefizit sein werden ? Denn nur so macht Ihre Argumentation Sinn.
    Leider lässt diese Argumentation völlig außer acht das diese Maßnahmen eben auch wieder in einem Wettbewerb entschieden werden. Sei es durch Ausschreibungen oder durch Konsumentenverhalten und dieser nicht „gewünschte“ Gewinner hervor bringt sondern weiterhin nur die bisher schon starken noch besser da stehen werden.

    Mal aus der sportlichen Sicht betrachtet, kein ernst zu nehmender Ökonom bestreitet das es einen Wettbewerb in der Weltwirtschaft gibt. Leider sagt aber auch kaum ein Ökonom das es im Wettbewerb immer Gewinner und Verlierer gibt und der Zustand der Ausgeglichenheit (genau diesen fordern Sie) nur eine sehr seltene kurze Episode ist.

  • Robert Stettler sagt:

    Das einzige was ich in diesem Artikel lese, ist dass der Autor „Böses Deutschland, arme andere EU-Länder“ schreibt. Sie können noch so poetisch und scheinbar sinnvoll schreiben, an der Tatsache, dass Sie Deutschland als Grund für das Versagen anderer Länder heranziehen ist nicht sonderlich glaubhaft. Bitte verwenden Sie nicht einfach Schubladentheorien um Ihre mangelhafte These zu untermauern, und in anderen Artikeln ebendiese Schubladentheorien kritisieren. Ich bin überzeugt, dass man in gleicher Manier „beweisen“ kann, dass Deutschland auf dem richtigen Weg ist.
    Übrigens: ich bin ein grosser Fan von NMTM, aber die paar Deutschland-Bashing Artikel haben mich noch nie wirklich überzeugt.

    • Schampi sagt:

      Deutschland hat sicher die besten Karten in der EU. Zudem ist der Wille zu arbeiten, zumindest in gewissen Landesteilen Deutschlands, auch vorhanden, so im Vergleich zum Europäischen Umland. Deutsche sind auch einigermassen gut ausgebildet. Die aktuelle Wirtschaftliche Leaderposition basiert allerdings auf ganz mit fairen Mitteln (siehe Subventionen). Zudem sollte man nicht vergessen, dass fast eine Million Deutsche Arbeitnehmer in den letzten 10 Jahren auswanderten und von wirklich erfolgreichen Drittstaaten wie der Schweiz, Österreich und den USA durchgefüttert werden.
      Deutschlands Wirtschaft befindet sich derzeit in einer Staatssubventionsblase. Diese Bombe (Staatsverschuldung von über 2 Bio. Euro) dürfte irgendwann mal platzen. Fängt im Herbst dieses Jahres nach der Wahl an, wenn die effektiven Kosten der sog. Energiewende bekannt werden und man merkt, dass man diese mit gut 200 Milliarden Euro an die Wand gefahren hat. Weiter sollte man kurz mal anschauen, wo Deutsche Firmen Arbeitsplätze schaffen: Vielerorts, nur nicht in Deutschland.

      • Michael Berger sagt:

        @Schampi
        Dass die ausgewanderten Deutchen in der Schweiz, Österreich und den USA durchgefüttert werden ist Unsinn. Die Schweiz bspw. profitiert massiv von ihnen. In den meisten Fällen handelt es sich um gut qualifizierte Leute, deren Ausbildung Deutschland bezahlt hat und nun die unsere Wirtschaft erheblich stärken. Gewisse Bereiche wie das Gesundheitswesen würde ohne die Deutschen schlicht nicht mehr funktionieren. Schon allein die Ausbildung von ausreichend vielen Ärzten würde die Schweiz jährlich mehrere 100 Mio CHF kosten. Die Auswanderung aus Deutschland bedeutet einen Verlust für Deutschland un deinen Gewinn für die Schweiz.

        • Thomas ernst sagt:

          …Gewinn für die Schweiz“ – leider nur in einer oberflächlichen und rein wirtschaftlichen Betrachtung.

          Die Deutschen sind KEIN Gewinn für die Schweizerinnen und Schweizer, sondern senken das Lohnniveau. Davon profitieren primär Grossfirmenmanager mit noch höheren Boni. Die Infrastruktur ist überlastet. Das überdimensionierte Gesundheitswesen müsste gesundgeschrumpft werden, was durch die billigen deutschen Mediziner verhindert wird.

          Über die langfristigen Folgekosten hat sich noch keiner Gedanken gemacht. Da kommen noch böse Überraschungen.

          • Urs Brocki sagt:

            Ein deutscher Arzt arbeitet sich nicht für weniger als ein Schweizer. Wieso auch, ist er doch mindestens genauso gut ausgebildet.

          • Michael Berger sagt:

            „…rein wirtschaftlichen Betrachtung.“ Es ging hier ja um ein rein wirtschaftliches Thema.
            Gesamtgeselschaftliche Probleme wie ein zu stark wachsendes Gesundheitswesen, die Verbauung des Landes, hohe Infrastrukturkosten usw. gehen nur zu einem kleinen Teil auf diese eingewanderten Deutschen zurück. Es sind ja bloss etwa 300’000, also etwa 4% der Bevölkerung der Schweiz

    • Thomas ernst sagt:

      @ Robert

      Wenn Sie in diesem Blogbeitrag etwas von „Böses Deutschland“ gelesen haben, sollten Sie nochmals in die Primarschule, um Lesen zu lernen.

      MD schreibt, dass in DE Handelsbilanz-Überschüsse generell und unbegründet als erstrebenswert angesehen werden, und dass die Überschüsse bei genauer Betrachtung kein Zeichen für Stärke, sondern Indikator für ein DE-internes Ungleichgewicht sei. Ferner zeigt er auf, wie DE dieses Ungleichgewicht reduzieren könnte.

      Das „böse Deutschland“ steht also nicht im Blogbeitrag, sondern ist von Ihnen dem Autor unterstellt worden. Warum wohl?

      • Urs Brocki sagt:

        Das ist ja wohl eine Frechheit sondersgleichen. Von Wegen durchgefüttert. Es leben deutlich mehr Österreicher in Deutschland als umgekehrt Deutsche in Österreich, warum wohl???.
        Deutschland ist ein sehr erfolgreiches Land, aber das ertragen die Schweizer natürlich nicht. Es müssen Gründe gefunden werden, die dann doch wieder zeigen wie man es selbst ertragen kann.
        Das Ergebnis sind Artikel wie diese hier. Hauptsache Deutschland steht als Sündenbock da, mehr interessiert ja die wenigsten.

        • Thomas ernst sagt:

          @ Urs

          Wenn Sie sich dann wieder beruhigt haben, könnten Sie mir mal erklären, wo genau MD Deutschland zum Sündenbock macht.

          • Urs Brocki sagt:

            “Damit die Eurozone wieder ins Lot kommt, ist es nach Ansicht von Pettis unabdingbar, dass Deutschland seinen Leistungsbilanzüberschuss senkt.”

            Er bezieht sich hier auf den amerikanischen Ökonomen Michael Pettis – vermutlich ein ewig unverbesserlicher Keynesianer. Deutschland ist aber nicht Schuld an der Misere in der Eurozone, es ist die sagenhaft hohe Verschuldung einiger Staaten. Deutschland setzt einen immer grösseren Teil seiner Produkte in den USA, Asien und LA ab. Warum fahren Chinesen Audi, BMW und Mercedes und keinen Renault??? Frankreich bspw. hat es schlicht verpasst in diese Märkte vorzudringen, sondern sich mit dem europ. Binnenmarkt begnügt. Doch wenn die Wirtschaft in der EU gerade nicht läuft, geht es halt auch der franz. Autoindustrie schlecht, während die deutschen die mangelnde Nachfrage hier mit Asien etc. kompensieren können.
            Wo liegt hier der Fehler Deutschlands? Nein, es ist der Fehler der anderen Staaten ihre Produkte nicht weltweit anbieten zu wollen und so zu diversifizieren.

          • Thomas ernst sagt:

            @ Urs

            Lesen Sie das doch nochmals laut vor: „…nach Ansicht von Pettis“, nicht: nach Ansicht von MD. Der Autor hat sich nirgends geäussert, was er für erstrebenswert hält, sondern welche Optionen er sieht.

            Differenzieren zu können ist in einer öffentlichen Diskussion mit eingebautem Log besonders wichtig, da alles laufend protokolliert wird.

        • JT sagt:

          @Urs Brocki
          Ich gebe Ihnen Recht, „durchfüttern“ ist populistischer Blödsinn von Personen, die noch nicht bemerkt haben, das die Welt global stark zusammengerückt ist und es nicht mehr reicht, nicht über den Tellerrand hinaus schauen zu wollen. Angst vor der eigenen Unfähigkeit sich dem Konkurrenzkampf zu stellen und dass Klammern an eine endglobalisierte Welt mit klaren Landesgrenzen – natürlich mit allen Vorteilen der Globalisierung – wird mit diesem Unwort deutlich zelebriert. Der Kommentarschreiber scheint nicht zu begreiffen, dass es für die Schweiz und die meisten EU-Länder immer mehr unabdingbar ist, gut ausgebildete Fachkräfte anderer Länder in das jeweilige Land zu locken, um die wirtschaftliche Stärke und die Sozialsysteme aufrecht zu erhalten.

          Ich gebe Ihnen Recht, dass Deutschland nicht der Sündenbock der EU-Krise ist – was im Artikel allerdings auch nicht zum Ausdruck gebracht wird. Vielmehr wird im eigentlichen der deutsche Klein- und Normalverdiener in der Forderung nach gerechter Gehaltsentwicklung unterstützt.

      • Johnny Smith sagt:

        @ Thomas ernst

        Ob MD nur Gegensteuer gegen die seines Erachtens ‚falsche‘ Ansicht von ‚positiven‘ Überschüssen gibt, oder ob er wirklich in Richtung „böses Deutschland“ bzw. ’negative‘ Überschüsse geht, lässt sich diskutieren. ein paar Beispiele nicht ganz wertfreier Wortwahl:
        – „irre Drang nach Überschüssen“
        – „Der Leistungsbilanzüberschuss ist nicht primär Ausdruck von Wettbewerbsfähigkeit, sondern, eben, von einer zu hohen nationalen Sparquote und zu niedrigen inländischen Investitionen.“
        – „Überschussersparnisse den anderen Ländern in der Eurozone, etwa Frankreich, und dem Rest der Welt aufbürdet“

        Ich interpretiere MD zwar nicht als Deutschland-, so doch aber ansatzweise als „Überschuss-Basher“

        • Linus Huber sagt:

          Ja, und dies zum 2. mal innerhalb 3 Monaten. Redaktoren sind auch nur Menschen, welche sich natuerlich in erster Linie um ihre persoenliche Zukunft kuemmern.

        • Thomas ernst sagt:

          @ Johhny

          Die Wortwahl ist sicher gefärbt, es geht MD ja darum, die aus seiner Argumentation irrationale Verehrung der Überschüsse zu kritisieren.

          Er benutzt DE aber lediglich als gutes Beispiel, nicht als „Bösewicht vom Dienst“. Ferner sagt er nirgends, nur oder vornehmlich die Deutschen hätten die irrationale Einstellung. Die Formulierung lautet „Gemeinhin wird angenommen, es sei für einen Staat per se erstrebenswert…“

          Also: Kein Angriff auf DE, Kein DE-Bashing, kein Grund für die DE-Mitkommentatoren oder die DE-CH-Doppelpassträger hier emotional und ausfällig zu werden. Aber ein guter Grund, den Text sorgfältig zu lesen. Das darf man hier. Der Text läuft nicht weg.

          • Johnny Smith sagt:

            @ Thomas ernst

            Ich bin weitgehend einverstanden. D dient MD wohl v.a. als Beispiel und es geht ihm wohl mehr um die seiner Ansicht nach schlechten Überschüsse.

            Irgendwo in einem anderen Kommentar habe ich schon dargelegt, dass ich mit der Interpretation von ’schlechten‘ Überschüssen nicht einverstanden bin. Überschüsse sind allenfalls aus buchhalterischer Sicht wertfrei und somit nicht gut, aber zu sagen sie sind schlecht, ist mE falsch und auch der falsche Ansatz (Überschüsse als Reserve, andauernde Unterschüsse enden meist in unangenehmer Sackgasse).

            Deshalb interpretiere und kritisiere ich die gefärbte Wortwahl von MD eher als Überschuss-Bashing. Wie kann man nur sagen „Überschussersparnisse jemandem aufbürden“? Wenn das nicht negativ besetzt ist! Und wie Linus Huber gerade angemerkt hat, scheint das ein Lieblingsthema von MD zu sein. MD scheint mir hier seinen Ansatz von wertfreier Buchhaltung nicht konsequent zu Ende zu denken.

          • Thomas ernst sagt:

            @ Johnny

            Die Conclusio von MD, dass jeder Aussenhandelsüber- (oder auch unter) -schuss ein Signal für ein internes Ungleichgewicht ist, ist ja fast schon trivial, wird aber in der Diskussion gerne Übersehen.

            Da in einem geschlossenen System (Weltwirtschaft) aber insgesamt KEINE Überschüsse/Defizite auftreten können, muss, da hat MD wohl recht, auch jemand die Defizite haben. Das wäre unkritisch, wenn die Rollen periodisch ändern würden, so dass jeder mal dran kommt. Was aber wohl so nicht ist. Meist in solchen Systemen ist das selbstverstärkend – wer hat, dem wird gegeben…

            Die jahrelangen Überschüsse der CH-Wirtschaft haben ja zu grossen Auslandsguthaben geführt. Diese waren massgeblich am Aufwertungsdruck des CHF schuld, weil beim Weichwerden von EUR und USD zuallererst die Schweizer ihr Geld in echte Franken getauscht haben wollten.

            Von daher verstehe ich die kritische Haltung von MD zu den Überschüssen. Ausserdem: Da liefert DE Autos nach GR, wegen Überschuss. Die haben kein Cash und nehmen Kredit – auf Umweg (Target2) von den Deutschen. Den können sie nicht bezahlen, also Schuldenschnitt GR. Ist bereits fest eingeplant nach den DE Wahlen. Damit haben die Deutschen zwar exportiert wie blöd, aber kriegen kein Geld dafür. Ist das jetzt sinnvoll?

          • Linus Huber sagt:

            @ Thomas ernst

            Ich verstehe diese Begruendungen gut und sie beschreiben die gegenwaertige Situation und decken das Fehlkonstrukt Gemeinschaftswaehrung auf, wobei dieses die Ungleichgewichte nur noch staerker ermoeglicht, jedoch nicht alleine dafuer verantwortlich ist. Es gibt auch andere aehnliche Ungleichgewichte, wie z.B. die Unterschuesse der USA. Ich persoenlich tendiere eher dazu, bei den Unterschuessen anzusetzen, weil diese nur aufgrund monetaerer Manipulation moeglich werden (was in Suedeuropa allerdings nur bedingt zutrifft). Geldpolitik, welche offensichtlich einen unverhaeltnismaessig hohen Anstieg des Kreditvolumens anheizt und dadurch Tor und Tuer fuer das Festsetzen von Ungleichgewichten ermoeglicht, ist als schuldig zu deklarieren, da diese Manipulation das freie Spiel der Marktkraefte verzerrt wird. Ohne diese Manipulation wuerde der Markt durch hoehere Zinsen unterschuessigen Staaten signalisieren, dass sie sich nicht nachhaltig verhalten.

          • Johnny Smith sagt:

            @ Thomas ernst

            Absolut einverstanden. Ihre Argumentation gefällt mir wesentlich besser als die von MD, weil MD genau den Fehler macht, den er der Gegenseite ankreidet (überspitzt formuliert, er ‚verteufelt‘ die Überschüsse, so wie andere die Überschüsse ‚vergöttern‘).

            Meine Argumentation, dass ich im Zweifels- oder besser Wahlfall lieber Überschüsse anstrebe als Unterschüsse, ist weniger eine Argumentation auf Systemebene/Makroebene, als vielmehr aus empirischer Erfahrung und zwar nicht nur für einzelne Wirtschaftssubjekte, sondern dürfte auch für Staaten gelten: ich hätte lieber eine gewisse Reserve für schlechtere Zeiten angespart als dass ich auf das ‚Wohlwollen‘ der Gläubiger angewiesen bin. Gerade bei andauernden und enorm anwachsenden Unterschüssen dürfte das idR schwinden.

            Deshalb müsste man auf Systemebene schauen, dass solche Ungleichgewichte nicht enormes Ausmass annehmen und lange andauern können, sondern sich früher korrigieren.

          • Johnny Smith sagt:

            @ Linus Huber

            siehe auch meine Antwort oben an Thomas ernst (Ungleichgewichte nicht aktiv stablisisieren, sondern sich über Zeit wieder ausgleichen lassen)

            Ich bin mit Ihrem Votum absolut einverstanden. Insbesondere die mittlerweile gigantische Zinsmanipulation durch die Zentralbanken hat das Problem der anhaltenden Ungleichgewichte verstärkt, wenn nicht gar erst ermöglicht (zumindest das Ausmass und die Dauer). Nicht-manipulierte Zinsen und flexible Währungen (von mir aus in gewissen Bandbreiten) wären das beste Mittel für einen Ausgleich der Ungleichgewichte.

          • Thomas ernst sagt:

            @ Johnny

            Ja, instinktiv neige ich auch zu den Überschüssen. Sowohl als Unternehmer (alle meine Unternehmen sind eigenfinanziert und kreditfrei) als auch privat (Keine Konsumkredite, Hypo weit unter Max) bilde ich nach Möglichkeit Reserven.

            Nur – was nützt mir das, wenn die Währung durch Manipulationennder Notenbank, EZB, IMF und politische Willkür ruiniert wird? Ich kann lange mit der Pinzette die Gefrässigen Raupen von meinen Blumen absammeln, wenn nebenan ein Grossbetrieb Schmetterlinge züchtet und freilässt.

            Die Prämisse JEDES Produzenten von Überschüssen ist, dass er irgendwann die Überschüsse wieder einkassieren kann, und zwar unabhängig davon, wie hoch der Saldo inzwischen angewachsen ist.. Das scheint mir je länger je weniger gegeben. Bei GR ist die Grenze bereits überschritten, und es ist nur eine Frage der Zeit, bis ein Schuldenschnitt und der Staatsdiebstahl an den Banksparguthaben (wie Zypern) kommt. Der Grieche, der Geld auf einer griechischen Bank hat, hat einfach nicht alle Latten am Zaun.

      • Robert Stettler sagt:

        [Zitat]
        Das “böse Deutschland” steht also nicht im Blogbeitrag, sondern ist von Ihnen dem Autor unterstellt worden. Warum wohl?
        [/Zitat]
        Weil ich eben mehr als nur lesen kann. Zudem bezieht sich meine „Unterstellung“ nicht nur auf diesen Artikel, sondern auch auf vergangene Artikel auf NMTM.
        Und wie andere Kommentatoren auf dieser Seite auch korrekt bemerken, geht der Autor überhaupt nicht auf ähnliche Situationen in anderen Ländern (Schweiz, Schweden, China, Brasilien etc.) ein, sondern NUR (sic!) auf Deutschland! Daher meine „Unterstellung“.
        Lesen ist schön, Denken noch schöner 😉

        • Thomas ernst sagt:

          @ Robert

          Lesen Sie den Originalbeitrag einfach nochmals gaaanz langsam durch. MD schreibt im ersten Abschnitt nach der Fragestellung, ob Überschüsse gut seien sehr klar:

          „Allgemein wird angenommen, es sei für einen Staat erstrebenswert…“
          Kein Wort davon, nur / besonders die Deutschen würden das annehmen. Nein, er richtet sich an seine Leser, also vorwiegend Schweizer. Kein Wort davon, die deutsche Regierung würde es als erstrebenswert ansehen. Die Aussage gilt für alle Leser und für alle Staaten.

          Im folgenden Absatz dann: „Bestes Beispiel dafür ist Deutschland…“ Klare Aussage, dass DE hier als Beispiel, nicht als Sündenbock dient. Weshalb sollte der Autor denn noch auf andere Länder eingehen? Das eine Beispiel genügt völlig.

          Alle Ihre leeren Behauptungen, MD würde da DE-Bashing betreiben sind reine Vorurteile Ihrerseits, unfundiert und unbegründet.

          Wenns schon mit dem Lesen nicht klappt, kann es mit dem Denken nicht weit her sein.

  • Schampi sagt:

    Dittli vergisst einen Umstand: Deutschland subventioniert enorm seine Exporte. Beispiel Ökostrom: Man installiert ein vom Steuerzahler getragenes Programm namens Energiewende, mit bislang gut 100-Milliarden. So entstehen einem Windparkbetreiber quasi keine Erstellungskosten für seinen Windpark, die Geräte dazu (Windmühlen) werden in Deutschland gefertigt. Ebenfalls wird das produzierte Produkt subventioniert: der sog. Ökostrom, der ins Ausland exportiert wird, wird staatlich subventioniert.
    Diese auf Staatskosten künstlich hochgehaltene Blase dürfte umgehend platzen, wenn dem Steuerzahler die Rechnung präsentiert wird.
    Deutschland ist übrigens der erste Staat weltweit, der grossschnautzig andere Staaten ankreidet, welche ihre Produkte staatlich derart subventionieren; siehe China in Sachen Photovoltaik-Planels.

    • Andreas sagt:

      Bezüglich der Subventionierung von Ökostrom (praktisch gesehen via Verbrauchssteuer) haben Sie sicher Recht. Sie sollten sich allerdings noch einmal bezüglich der Hersteller von Windkraftanlagen informieren.

    • Emil Roduner sagt:

      Meines Wissens wird die Einspeisung von Oekostrom zwar gesetzlich aber nicht mit Steuergeldern subventioniert. Die Unterstuetzungsbeitraege werden umgelegt auf die Preise konventioneller Energie. Und man ist daran, sie herunterzufahren.

      • Thomas ernst sagt:

        @ Emil

        Jede Zwangsabgabe, der keine Leistung gegenübersteht, ist eine Steuer. Die Zuschläge, die der private Stromkonsument berappen muss, machen den Strom nicht wertvoller. Sie sind daher eine reine Konsumsteuer. Der Bürger bezahlt, damit die Politicos ihre Industriefreunde mit dem Geld schmieren können.

        • Urs Brocki sagt:

          „Damit die Eurozone wieder ins Lot kommt, ist es nach Ansicht von Pettis unabdingbar, dass Deutschland seinen Leistungsbilanzüberschuss senkt.“

          Er bezieht sich hier auf den amerikanischen Ökonomen Michael Pettis – vermutlich ein ewig unverbesserlicher Keynesianer. Deutschland ist aber nicht Schuld an der Misere in der Eurozone, es ist die sagenhaft hohe Verschuldung einiger Staaten. Deutschland setzt einen immer grösseren Teil seiner Produkte in den USA, Asien und LA ab. Warum fahren Chinesen Audi, BMW und Mercedes und keinen Renault??? Frankreich bspw. hat es schlicht verpasst in diese Märkte vorzudringen, sondern sich mit dem europ. Binnenmarkt begnügt. Doch wenn die Wirtschaft in der EU gerade nicht läuft, geht es halt auch der franz. Autoindustrie schlecht, während die deutschen die mangelnde Nachfrage hier mit Asien etc. kompensieren können.
          Wo liegt hier der Fehler Deutschlands? Nein, es ist der Fehler der anderen Staaten ihre Produkte nicht weltweit anbieten zu wollen und so zu diversifizieren.

          • Martin Holzherr sagt:

            Genau das ist die Tragik der Peripheristaaten inklusive Italien und Frankreich: Sie haben kaum höherwertige Güter anzubieten sondern konkurrieren mit Gütern, die heute auch in China hergestellt werden können.

        • Hans Müller sagt:

          Ich bezahle Steuern! Mit meinen Steuern wird z.B. eine UNI ZH oder ETHZ finanziert! Ist das keine Gegenleistung? Herr Th. Ernst, bitte zuerst denken und dann schreiben. Mit Steuergeldern werden auch Spitäler finanziert, Kindergärten, Schulen und vieles mehr. Dafür bezahle ich gerne ! Aber nicht für Gehälter von plotikern und Bankern!

        • Heinrich Gerber sagt:

          @ Thomas: Was Emil Roduner erwähnt ist eine LENKUNGSABGABE und keine Steuer. Einer Steuer stehen übrigens durchaus Leistungen gegenüber: Ich weiss es sehr zu schätzen, dass ich dank den Steuern anderer Leute eine schöne Ausbildung erhalten habe, ich bin auch froh, dass Sicherheit, Infrastruktur, kurz Zivilisation als wertvolle Leistungen des Staates den Steuern gegenüber stehen.

          • Thomas ernst sagt:

            @ Heinrich

            Jeder Jus-Student im 1.Semester kann Ihnen erklären, dass Sie Steuern zahlen müssen, auch wenn Sie keine Gegenleistung erhalten, genauso wie Leute, die keine Steuern bezahlen trotzdem die sog. öffentlichen Güter (Strassen, Sicherheit, Regierungstätigkeit etc) konsumieren. Das ist der Unterschied zwischen Steuern und Gebühren.

  • Zlatko Jukic sagt:

    Südeuropa importiert nicht nur deutsche BMWs, sondern auch arabisches Erdöl, chinesische Elektronik, Schweizer Uhren … Was ist mit den riesigen Export-Überschüssen von China, Japan, Norwegen, Saudi-Arabien usw.? Selbst der Schweizer Handels-Überschuss von 22 Mrd. CHF ist pro Kopf ähnlich hoch wie der deutsche. Der Handelsüberschuss der Niederlande ist pro Kopf sogar erheblich grösser als der von Deutschland.

    • Thomas ernst sagt:

      @ Zlatko

      Und was ändert das an den Ausführungen von MD? Bloss weil andere Menschen auch zu dick sind, werden Sie nicht schlanker.

    • will williamson sagt:

      Aus Exportüberschüssen, die in Fremdwährung fakturiert werden, resultieren Deviseneinnahmen, die entweder in heimische Währung getauscht werden oder alternativ im Ausland angelegt werden können. Wenn man nicht auf dem Papier sitzen bleiben will, bietet sich der Kauf von ausländischem Besitz an. Salopp formuliert: Mit den erworbenen Dollars kaufen wir Amerika! Warren Buffet hat vor Jahren einmal einen Artikel geschrieben, in dem er Befürchtungen in diese Richtung äusserte (dass die Gegfahr eines Ausverkaufs der USA bestehe).

  • Frank Herberg sagt:

    Man kann den Exportüberschuss auch mal so sehen: Die Deutschen produzieren mit realen Rohstoffen und realer Arbeitskraft reale Güter, exportieren sie in die USA (Grossteil), und bekommen dafür in sich wertlose Dollarnoten, die sie zu Hause in Euro umtauschen und damit die Inflation anheizen. Die Amis drucken dann neue wertlose Dollarnoten und freuen sich über die importierten realen Waren. Und die Wirtschafts-Systemheinies erzählen uns, das wäre gut so.

    • will williamson sagt:

      Henry C.K. Liu hat das schon vor Jahren prägnant so formuliert: Die Amis produzieren Dollars und die übrige Welt produziert Güter, die man mit diesen Dollars kaufen kann.

  • Hans Müller sagt:

    Diese Oekonomen sind doch alle Deppen, einfach zu nichts zu gebrauchen. Wann endlich hört dieser Irrsinn auf, wann endlich verstehen die Menschen, dass unsere Welt endlich ist. Wachsen und Konsumieren, das geht letztendlich nur auf Kosten unserer Natur. Das muss nicht Stillstand heissen, aber auch nicht blödsinning konsumieren! Man kann es Nachhaltigkeit nennen oder wie auch immer. Aber einfach ein Auto kaufen und blödsinning herumfahren, um die Wirtschaft anzukurbeln, das kann es doch nicht sein!

    • manuel sagt:

      da bin ich ganz ihrer meinung. irgendwann wird es nichts mehr geben, das verkonsumiert werden kann. bin ich froh ist mein leben wenigstens endlich. was um alles in der welt soll es den noch lebenswerter machen, die meisten „errungenschaften“ der letzten jahre setzen mich permanent unter druck, statt dass sie mir die arbeit erleichtern. machen wir doch unser leben wieder lebenswerter, aberseits von geld und ruhm, das schafft letzten endes auch nur neid und missgunst.

      • Thomas ernst sagt:

        @ manuel

        Wenn Sie sich selbst bloss als Belastung für die Erde sehen, warum sind Sie dann noch hier?

        Wenn Sie ihren Konsum reduzieren möchten, kommt dann Ihr nächster Blogbeitrag aus dem brasilianischen Urwald, wo Sie bei den Yamomani in Subsistenzwirtschaft leben?

        Wenn Sie glauben, die böse, böse Umwelt setze Sie mit Errungenschaften unter Druck, sollten Sie endlich erwachsen werden und die Verantwortung für Ihr eigenes Leben übernehmen. Alle anderen für Ihren offensichtlichen Missmut verantwortlich zu machen, ist kindisch und unreif – und trägt gar nichts Nützliches zur Diskussion in diesem Blog bei.

        • C.H.Wolf sagt:

          @ Thomas Ernst
          Sie haben ja recht, aber Aufregung ist falsch am Platze hier. Die Tendenz zur selbstzerfleischenden alles in Frage stellenden Kritik kommt ja primär von jenen Herrschaften die in den vergangenen Jahrzehnten am meisten von dieser Ueberflussgesellschaft profitiert haben. Jetzt sind diese Länder fett und träge geworden, das Resultat – abnehmender Wohlstand. Die Leute spüren dass wohl der Zenit überschritten ist, dass ihre Kinder einen tieferen Lebensstandard haben werden als sie selbst. Aber wieder kompetitiv werden, schneller rennen, alte Dogmen über Bord werfen, sich der Herausforderung stellen? Nein, lieber doch nicht, lieber der bösen Wirtschaft, den bösen Managern und überhaupt allen Nichtnetten die Schuld geben. Doch – es wird nichts nützen. Die Realität überrollte naive Vorstellungen. Permanent, jetzt, immerschon.

        • Albert Baer sagt:

          @C.H.Wolf

          „Aber wieder kompetitiv werden, schneller rennen, alte Dogmen über Bord werfen, sich der Herausforderung stellen?“

          Meinen Sie „Kompetitivität“ und „schneller rennen als die anderen“ sind keine (alten) Dogmen?

        • Hanspeter Niederer sagt:

          @ernst 08:56 + @Wolf 09:36: Ganz schwache Replik auf den Kommentar von @manuel. Da kommen mir die 3 Affen in den Sinn…. Es ist mehr als offensichtlich, dass diese verblödete, ignorante Konsumgesellschaft direkt in den Abgrund blocht. Aber die meisten wollen halt noch möglichst viel billigen Spass erleben, bevor das Licht ausgeht – das Licht, das sie selber mit ihrem hirnlosen Verhalten ausknipsen.

        • Richard Kunz sagt:

          @manuel Ihre synchron geschaltete Aussagen welche die Ist-Situation einfach schön redet, liegt ja auch sehr schief in der Landschaft. Vielleicht haben sie beeindruckt einer Aussage von Konzernleitern oder Grossunternehmern zugehört, vielleicht waren es auch Politiker, ich weiss es nicht. Wenn sie hingegen unvoreingenommen die Welt so sehen wollen wie sie ist, dann kommen sie zu anderen Einsichten. In der heutigen Zeit werden sie wohl kaum die Aussage halten können, dass man seinen A… hochkriegen und sich bewegen müsse, denn das tun praktisch bereits alle. Die Weiterbildungskurse und Fitnessclubs sind randvoll ausgebucht…. Die Welt hat nur endliche Ressourcen und ist überbevölkert. Der absolute Kapitalismus wird mit den Ressourcen sein Ende finden. Schneller, weiter, höher ist eine Einbahnstrasse, schauen sie sich die Burn-Out Fälle an und die Auslastung von Psychiatrien, Psychologen ect. Die Menschen haben immer mehr Hilfsmittel zur Verfügung, jedoch immer weniger Zeit für sich selbst, ist Fakt. Glauben sie ja nicht, dass sie vor Schicksalsschlägen gefeit seien, auch sie können kippen und dann ins Abseits geraten. Dazu bräuchte es nur einen Schlaganfall, eine kleine Unachtsamkeit im Alltag oder sonstige üble Dinge und schon ist ihre Heile Welt Geschichte die sie so hoch halten. Ich glaube es lohnt sich, auch wenn man vielleicht auf dem aufsteigendem Ast ist, auf die zu schauen die dies auch mal hatten und dann den tiegen Fall erlebten. Meine Überzeugung ist, dass eine gesunde Balance zwischen Arbeit, Freizeit und Freunde gefunden werden muss um Gesund und zufrieden alt werden zu können. Und am Ende zählt nur das.

          • Thomas Meier sagt:

            @Richard Kunz: Sorry, aber nichts von dem was Sie geschrieben haben, hat irgendwas mit der Realität zu tun. Sie sollten sich vielleicht mal fragen, warum sie in irgendeiner „böser Kapitalismus“ Fantasiewelt leben. 1. Die Ressourcen sind bestimmt nicht endlich. Es gibt tonnenweise Ressourcen in unserem Sonnensystem und die Sonne liefert noch für Mrd. von Jahren Energie. Ausserdem nutzten wir Energie immer effizienter. 2. Die Erde ist nicht überbevölkert. Wir könnten problemlos alle ernähren. Ausserdem ist das Bevölkerungswachtum sinkend. 3. Die Menschen haben immer mehr und nicht weniger Zeit für sich selbst. Noch nie haben die Leute nach der Pension so lange gelebet. Noch nie haben wir so wenig gearbeitet (z.B. nur schon in der Industrialisierung waren die Arbeitszeiten viel höher). Es gibt Arbeitsgesetze / Schutz usw. 4. Mehr Psychologen bedeutet, dass wir es uns heute leisten können, sich um diese Probleme zu kümmern. Glauben Sie ernsthaft, dass im Mittelalter niemand Depressionen hatte? 5. Wer heute nicht „leistungsfähig“ ist, erhält von Staat Unterstützung und einen Lebensstandard der höher ist als alles jemals zu vor in der Geschichte und auf der Welt. 6. Alles (ex-)sozialistischen Länder sind verarmt und Millionen durch Misswirtschaft und Diktatur gestorben. Kapitalistische Länder hingegen haben heute Demokratie und die höchsten Lebensstandards. In Ländern, welche auf Kapitalismus umgestiegen sind, haben in den letzten 2 Jahrezehnten hunderte von Mio. Menschen die Armut verlassen….
            Wie bereits erwähnt, nichts von dem was Sie schreiben, hat eine Grundlage. Warum erfinden Sie einfach irgendwelche Dinge?

          • Richard Kunz sagt:

            @Thomas Meier: Ich glaube sie wollen es einfach nicht verstehen. So ziemlich alles was ich geschrieben habe entspricht den Tatsachen. Wie ich schon eingangs erwähnt habe, Ihre Aussagen könnten von irgend einem Konzernchef oder Politiker her kommen. Vielleicht waren sie ja mal interessierter Zuhörer an so einem Schönredner Podium. Aber Fakt ist, dass wir und damit meine ich Westeuropa an Lebensqualität verloren haben und dies ganz massiv. Mehr Zeit haben Herr Meier, wann denn, in den ständigen Weiterbildungskursen und Schulen die so mal nebenbei besucht werden müssen um den Anschluss nicht zu verlieren. Oder meinen sie die Ferien, wo man ständig mobile präsent sein müsste? Mehr Freizeit im Altersheim mit 87Jahren? Ich kann ihnen wirklich nicht folgen. Zudem wenn sie schon von Ressourcen im Universum sprechen, dann sollten sie aber zumindest in der Lage sein auf ein wesentlich früher eintreffendes Ereignis vorbereitet zu sein. Haben sie vielleicht noch nicht mitbekommen, dass das Rentenalter laufend nach oben angepasst werden muss? Dass sie ab 50Jahren im Arbeitsmarkt out of range sind? Also ja nie eine Kündigung bekommen dürfen sonst…. Machen Sie die Weltbevölkerungsrechnung ohne Natur Umwelt und Tiere wenn sie die 7Mia Menschen als gering sehen? Der Wohlstand nimmt in Erdteilen zu, welche vorher abgeschnitten waren das ist wahr. Nur weshalb nimmt er zu. Weil in diesen Ländern noch billiger produziert oder Rohstoffe vorhanden sind. Ist ja grundsätzlich auf den ersten Blick begrüssenswert, wenn hier nicht die Landenteignungen wären und die Vertreibung der Urvölker. Um zurück auf den Westen zu kommen, ist ihnen nicht aufgefallen, dass es eine immer kleinere Vielfalt von Unternehmen gibt, dafür immer grössere Machtblöcke von multinationalen Konzernen? Machtkonzentration hat noch nie zu Gutem geführt glauben sie mir. Aber ja, sie werden noch davon schwärmen wenn sie selbst einmal zu wenig verdienen werden um zu leben aber doch noch zu viel um zu sterben.

        • manuel sagt:

          da verstehen sie grundsätzlich etwas falsch. mir geht es, zumindest finanzell besser als den meisten.
          und nur weil ich alleine meinen konsum verringere werde ich diese verwendung auch nicht aufhalten können, auch wenn ich versuche mit meinem geld güter zu kaufen, welche wertig sind und bei denen die arbeit noch anständig bezahlt wurde. wie sie darauf kommen, dass mich die umwelt unter druck setzt, es sind die menschen mit ihrem 24/7 denken, solange es die anderen machen, die umwelt hält den ball im moment noch flach, wie lange noch wird sich zeigen.
          was ich immer wieder erschrecken finde ist, wieviele menschen nicht einsehen, dass alles endlich ist, wir ab zumindest mathematisch alles auf gegenunendlich ausrichten.
          wir werden umdenken müssen, je früher, desto besser, oder hoffen sie darauf, dass wir schon bald einen anderen planeten finden, auf dem wir leben können. verantwortlich dafür machen kann man ja kaum jemand, alle sind ein rädchen im system, darum werden wir auch nur alle einen wandel herbeibringen können.

        • manuel sagt:

          auch ja und die frage warum ich noch hier bin, soll das eine aufforderung zum suizid sein?

          • Thomas ernst sagt:

            @ manuel

            Nein, das war die Aufforderung, nicht blöd rumzujammern, sondern die Konsequenzen zu ziehen – was auch immer diese dann sind. Ihre Umwelt ist NICHT Schuld an Ihrem Verhalten, sondern Sie selbst.

    • Thomas ernst sagt:

      Diese Hans Müllers sind doch alle Deppen, einfach zu nichts zu gebrauchen. Wann endlich hört diese kollossale Dummheit auf, den Arzt für die eigene Krankheit verantwortlich zu machen?

      MD zeigt in dem Blogbeitrag Zusammenhänge auf und nennt mögliche Massnahmen. Wenn der Arzt bei Ihnen einen bösartigen Tumor am Arm diagnistiziert, und als mögliche Massnahme eine Amputation erwähnt, so heisst das nicht, dass alle Ärzte einfach sinnlos Arme amputieren wollen. Das heisst nur, dass das im konkreten Fall eine der medizinisch denkbaren Massnahmen ist, ein Übergreifen der Krankheit auf den Rest des Körpers zu vermeiden. Ob Sie das dann wollen, und welche Konsequenzen Ihr Entscheid so oder so haben wird, ist eine andere Frage, und dafür ist nicht der Arzt zuständig.

      Ihre Kritik am Wachstum auf Kisten der Natur wäre glaubwürdiger, wenn Sie diese nicht aus der Perspektive eines saturierten Europäers, sondern zB aus dem Blickwinkel eines jungen Inders, eines frisch verheirateten Chinesen oder eines Somaliers machen würden, welche alle in ihrem Leben eine Chance auf Aufstieg und Verbesserung haben wollen.

      Es ist billig, mit vollgestopftem Bauch zu verkünden, es täte allen besser, weniger zu essen.

      Der Blogbeitrag von MD kulminiert in der Begründung, dass ein Handelsbilanzüberschuss nicht automatisch ein Zeichen der Stärke, sondern ein Zeichen von Ungleichgewicht sei. Auch der gegenwärtige Raubbau an der Umwelt sollte man als Zeichen eines Ungleichgewichtes sehen. Dann kann eine sinnvolle Diskussion über zweckmässige Massnahmen beginnen.

      Hirnloses Ökonomen-Bashing bleibt steril.

      • Hans Müller sagt:

        Lieber Herr Thomas Ernst, ich MD bin kein Depp, sondern lebe mit beiden Füssen auf der realen Welt. Ihr Vergleich hinkt, Ihre Wortwahl MD gegenüber zeugt von Unanständigkeit, die genau in den Oekonomenkreisen anzutreffen sind. Die glauben, sowas wie Halbgötter zu sein und uns sagen zu müssen, wie wir zu leben haben. Ich denke, Sie müssen noch sehr viel lernen. Meine Empfehlung: Beginnen Sie mit den Naturgesetzen, den Energieerhaltungsgesetzen und dann reden Sie wieder auf diesem Blog. Oekonomen mit ihren Modellen bringen unsere Welt in den Rand des Abgrunds.

        • Martin Heidegger sagt:

          @Hans Müller. Dies ist ein Blog über ökonomische Themen Probleme, für Leute, die sich für so was interessieren. Sie tragen hier wirklich absolut nichts zum Thema oder zur Diskussion bei. Gibt es denn keinen Energieerhaltungsgesetz-Blog für Sie?

          • Hans Müller sagt:

            Lieber Herr Heidegger, ihr Kommentar ist jetzt wirklich überflüssig. Ich verstehe sehr viel von Oekonomie und Technik, bin auch in beiden Gebieten beheimatet und kann mitreden. Ihr Kommentar scheint hingegen so etwa wie Psychoanalyse zu sein. Oekonomen glauben, sie können die Welt in Modellen darstellen und dann alles berechnen. So einfach ist das eben nicht. Ich glaube, Sie können nicht einmal die Formel S=I lesen.

          • Martin Heidegger sagt:

            Ich würde jetzt mal schön den Ball flach halten, Hans Müller, gerade was Formelkenntnisse anbelangt. Und zwar ganz flach. Aus Ihren Beiträgen kann man schon schliessen, dass Sie sich in Ökonomie nicht auskennen („alle Ökonomen sind Deppen“), in Ihren Beiträgen kommt ja kein einziger Fachbegriff dieser Wissenschaft vor. Spannend ist ja auch Ihr Anspruch, den Leuten gerne vorzuschreiben was „blödsinnig“ ist und was nicht. Da ist es ja nur noch ein kleiner Schritt zum totalitären Anspruch. S=I. *LACH*

          • Hans Müller sagt:

            Lieber Herr Heidegger, na ja, es gibt immer wieder Menschen wie Sie, die gerne ihr Unwissen in solchen Blogs kundtun. Ich möchte mit mal die Grenzschwelle ihres Hirnes anschauen. Vermutlich ist flach das richtige Wort.

          • Robert Mueller sagt:

            Hans Mueller, Sie nerven…gehen Sie doch woanders Ihren Unsinn verbreiten…Was sollen diese persoenlichen Anfeindungen? Sie lafern irgendetwas ueber Endlichkeit der Ressourcen und erzaehlen, dass der Wohlstand nicht ewig steigen kann. Er kann, solange die Faktorproduktivitaet steigt und eine Steigerung der Produktivitaet bedeutet nicht zwingend eine staerker Beanspruchgung von Ressourcen, im Gegenteil.

            Hoehere Investitionen im Inland kann heissen, dass in neue Anlagen investiert wird, die umweltschonender produzieren. Hoehere Loehne fuer die unteren und mittleren Schichten koennen dazu fuehren, dass diese hochwertigere Produkte kaufen, etc…

            Zusammenfassend: Sie sehen die Welt schwarz/weiss, anstatt Loesungen bringen Sie Probleme, anstatt konstruktiv zu diskutieren bringen Sie Polemik und schliesslich bringen Sie einen Einwand, der ueberhaupt nichts mit dem Artikel zu tun hat:)… Sie disqualifizieren sich damit eigentlich nur selbst und ich mich damit, dass ich meine Zeit verschwende um darauf zu Antworten …

            Schreiben Sie Ihren Mist doch einfach in die Kommandozeile und > /dev/null dahinter…damit waere allen geholfen..

          • Martin Heidegger sagt:

            Lieber Herr Müller. Zu Ihrer Orientierung: Ich besitze einen Ph.D. in Economics (Stanford). Ich denke nicht, dass Sie mich deshalb als grossen Unwissenden bezeichnen müssen. Gute Besserung, Hans Müller!

        • Simon Schenker sagt:

          Ich muss leider auch sagen, dass das sinnlose und von alternativen Vorschlägen freie blödsinnige Oekonomen-Bashing dem Herr Müller, dem Thomas oder uns allen absolut nichts bringt. Aber so ist der träge, übergezüchtete und reiche Mensch geworden. Wie der Blog-Autor nachvollziehbar aufzeigt, gibt es verschiedene Lösungen für Deutschland, das muss nicht primär nur mit noch mehr Konsum zusammenhängen. Ein Beispiel: Viele Strassen in vielen Kommunen in Deutschland werden aus Gründen des mangelnden Geldes nicht mehr saniert und verlottern zusehends. Hier kann der Staat bereits etwas tun um die Investition in sein eigenes Land zu erhöhen. Davon profitieren langfristig natürlich auch die Unternehmen im Strassenbau. Dies bedeutet, diese Unternehmen brauchen u.U. mehr Angestellte, was wiederum mehr Menschen zu einem höheren Einkommen bringen kann. Und was bedeuten höhere Einkommen? Wiederum mehr Steuereinnahmen für die Kommune, das Bundesland und auch den Staat. Hier wäre somit schon mal etwas getan um das Geld im eigenen Land zu behalten und das Land sogar wieder attraktiver zu gestalten.

          Ich sehe dies tagtäglich wie in der Schweiz sich eine Horde von Angestellten der Kommunen um unsere Strassen und Bauten kümmern und alles in Ordnung halten. Hier hat Deutschland noch viele Defizite, es gibt Gemeinden, in denen möchte man nicht ohne Gummistiefel durch die Strassen laufen weil alles verdreckt und zugemüllt ist.

          Das Lohnniveau in Deutschland ist seit vielen Jahren nicht mehr gewachsen, sogar bereinigt gesunken. Davon profitiert niemand, weder die einfachen Menschen noch der Staat, einzig die Unternehmen, die somit mehr Gewinn abschöpfen können. Es muss ein Gleichgewicht hergestellt werden und hier muss Deutschland zwingend etwas tun gegen die neuen Hartz IV-Generationen die zurzeit heranwachsen. Aber auch hier muss der Staat dafür sorgen, dass die Menschen zu mehr Eigenverantwortung herangezogen werden. Deutschland muss als ganzes Land prosperieren, nicht nur der Expor

      • Josef Marti sagt:

        A propos Wachstum: Gerade in den Schwellenländern fällt auf das die dort bald alle einen Laptop und smartphone besitzen, aber dafür nicht mal ein WC oder gar funktionierende Wasser- und Abwasserversorgung. Eine Wachstumspolitik ohne austarierte Finanz- und Steuerpolitik mit u.a. Eindämmung von rent-seeking, Monopolen, Subventionen etc. führt relativ schnell einmal zur Erosion des Mittelstandes (sofern er überhaupt vorhanden war). Im Falle von D anschaulich anzusehen, was nützen langfristig die Exportüberschüsse wenn die Staatsverschuldung sowie Staatsquote explodiert; D = 2/3 Gesellschaft, wobei die Hartz-IV-ler abgehängt und immer teurer und immer mehr werden während das obere Drittel Steuern hinterzieht und seine Schäfchen offshore in Sicherheit bringt.

    • Mario Monaro sagt:

      Was Sie da schreiben (blödsinnig herumfahren) sagt doch gar niemand. Es ist aber auch nicht zielführend so pauschal über alle Ökonomen zu wettern. Die Misere auf dieser Welt wurde nicht von den Ökonomen verursacht sondern von gierigen Menschen und den Politikern, die sie wählen. Denken Sie mal darüber nach.

    • lukas sagt:

      aber herr müller, was ist denn das für ein retardiertes weltbild?: „wachstum geht nur auf kosten der natur“ (und wohl auch wirtschaft ist per se antisozial). wäre schön, über eine beschränkte nasenspitze hinaus zu denken, das bringt alle weiter

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