Die Eurokrisen-Kosten der Schweiz

Der deutliche Anstieg der Immobilienpreise ist eine Folge der Eurokrise: Hausbau im Kanton Zürich. (Foto: Keystone/ Steffen Schmid)

Der deutliche Anstieg der Immobilienpreise ist eine Folge der Eurokrise: Hausbau im Kanton Zürich. (Foto: Keystone/ Steffen Schmid)

Die Eurokrise zieht auch die Schweizer Wirtschaft in Mitleidenschaft. Ökonomen haben die Wirkung zu quantifizieren versucht. Dabei wird auch klar: Die Geldpolitik der Schweiz bleibt zu restriktiv.

Der folgende Chart zeigt die Zunahme der Notenbankgeldmenge der Schweizerischen Nationalbank. Mit Verweis darauf wird (auch) hierzulande immer wieder die Sorge geäussert, die Geldpolitik übertreibe gewaltig. (Datenquelle: SNB)

Tatsächlich war die Geldpolitik der Schweizer Nationalbank im Verhältnis zum Notwendigen sogar noch zu restriktiv. Das ist eines der Ergebnisse von Berechnungen der beiden Ökonomen Caroline Schmidt und Peter Stalder, die sie in einem Artikel der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift «Volkswirtschaft» vorgestellt haben.

Der Artikel behandelt die Frage, wie die Eurokrise die Schweizer Wirtschaft bisher beeinflusst hat und über die weiteren Jahren weiter beeinflussen wird. Um das mit Zahlen zu erfassen, war ein Alternativszenario notwendig, das die wirtschaftliche Entwicklung in Europa und der Schweiz zeigt, wie sie ohne Eurokrise stattgefunden hätte. Ein solches Szenario kann, wie die Autoren selbst festhalten, natürlich nur als «grobe Behelfslösung» betrachtet werden. Mit dieser Vorsicht in der Interpretation der Resultate im Kopf sind aber die angestellten Überlegungen spannend und auch plausibel.

Die Autoren machen zwei Entwicklungen fest, die das Bruttoinlandsprodukt (BIP) der Schweiz gestützt haben und eine, die sich als Hemmschuh erwiesen hat. Aus dem Studienoriginal (Hervorhebungen im Original):

Es lassen sich vor allem zwei wachstumsstützende Faktoren identifizieren: die Widerstandsfähigkeit der Exporte gegenüber der Frankenaufwertung sowie die unter dem Regime der Personenfreizügigkeit trotz Konjunkturabschwächung fast ungebrochene Einwanderung. Umgekehrt konnte die Geldpolitik nach der Absenkung des 3M-Libor auf praktisch null im Rahmen konventioneller Massnahmen nicht mehr weiter gelockert werden.

Die Exporte erwiesen sich als deutlich widerstandsfähiger, als das angesichts der Eurokrise (wegen der Konjunkturschwäche in Europa und dem teuren Franken) zu erwarten gewesen wäre und die Einwanderung erwies sich ebenfalls als Stütze. Anders die Geldpolitik: Die Unmöglichkeit, den Leitzins der Nationalbank (3-Monats-Libor) unter null senken zu können, erwies sich als grösstes Problem:

Die Konsequenzen der Zinsuntergrenze lassen sich quantifizieren, indem man in einer Modellsimulation negative Kurzfristzinsen zulässt. Wie Spalte A3 in Tabelle 2 zeigt, wäre der 3M-Libor 2012 auf –1,0% gesenkt worden. Der Franken hätte sich weniger stark aufgewertet, die Inflation wäre nicht so stark in den Negativbereich getaucht, und das BIP-Wachstum wäre 2012 mit 1,46% spürbar höher ausgefallen, als dies effektiv der Fall war (0,95%). Kumuliert über die Jahre 2010 bis 2013 ergibt sich aus der Zinsuntergrenze ein BIP-Verlust von 1,5%. Dieser negative Effekt ist absolut gesehen grösser als die positiven Effekte der robusten Exporte und der ungebrochenen Zuwanderung. Dabei ist aber zu beachten, dass die Exporte und die Zuwanderung tatsächlich hätten tiefer ausfallen können, während ein Absenken des 3M-Libor in den Negativbereich keine real existierende Möglichkeit darstellt.

Die Schweizer Geldpolitik war nicht zu expansiv, sie war zu restriktiv. Das ist aber nur die Folge der Tatsache, dass die Leitzinsen nicht im notwendigen Ausmass unter null gesenkt werden können. In der Regel bezahlt niemand seinem Darlehensnehmer noch etwas dafür, dass er sich Geld leiht. Ok. Tatsächlich hat es solche Entwicklungen gegeben, weil für Kapitalflüsse aus dem Ausland die Sicherheit und die weitere Aufwertungserwartung des Frankens mehr gezählt hat, als diese Kosten. Dennoch: Als Geldpolitik im notwendigen Ausmass funktioniert das nicht.

Nun könnte es möglicherweise erstaunen, wieso denn die oben gezeigte massive Zunahme der Notenbankgeldmenge so wenig Wirkung gezeigt hat. Die Erklärung versteckt sich in der folgenden Grafik (Datenquelle: SNB).

Das Notenbankgeld kommt schlicht viel weniger im Schweizer Wirtschaftskreislauf an. Teilt man die relevantere Geldmenge M2 (Bargeldumlauf plus Sichteinlagen plus Transaktionskonti plus Spareinlagen) durch die Notenbankgeldmenge, erhält man den so genannten Geldschöpfungsmultiplikator. Dieser zeigt daher die Wirkung des Zentralbankgeldes auf das umlaufende Geld. Wie die Grafik zeigt, ist dieser Multiplikator im Zuge der Krisenjahre drastisch eingebrochen.

Zurück zur Studie. Die folgende Grafik zeigt zusammenfassend die Entwicklung des Euro-Franken-Wechselkurses, des Leitzinses (3M-Libor), der BIP-Entwicklung und der Entwicklung der Konsumentenpreise, wie sie mit der Eurokrise verlaufen ist, bzw. wie sie ohne diese Krise (gemäss der Modellrechnung) verlaufen wäre:

Die Schweiz wäre etwas mehr als 2 Milliarden Franken ärmer, die drastische Überbewertung des Frankens hätte es nicht gegeben, die Deflationsphase wäre unterblieben und die Leitzinsen würden deutlich höher sein.

Mit höheren als den gegewärtigen rekordtiefen Zinsen wäre der schweizerischen Wirtschaftspolitik allerdings eine der grössten aktuellen Herausforderungen erspart geblieben: Der deutliche Anstieg der Immobilienpreise, was zunehmend die Gefahr einer Immobilienblase zur Folge hat. Die entsprechende Grafik mit weiteren Ergebnissen aus der Studie hier als «Chart des Tages» der «Finanz und Wirtschaft».

Damit könnten die Folgen der Eurokrise für die Schweiz künftig noch weit dramatischer ausfallen, als es die Modellrechnung der beiden Ökonomen zeigt.

56 Kommentare zu «Die Eurokrisen-Kosten der Schweiz»

  • Oliver sagt:

    Die Schweiz wäre etwas mehr als 2 Milliarden Franken ärmer

    sollte das nicht heissen : Die Schweiz wäre etwas mehr als 2 Milliarden Franken reicher?

  • will williamson sagt:

    Mein längster Beitrag von heute morgen ist doch gleich im Nirwana verschwunden. Eine zweite Übermittlung wurde quittiert mit der Bemerkung, es handle sich um einen doppelten Kommentar. Aber, wie gesagt: trotzdem Nirwana. Ob die Kommentare aufgrund gewisser Stichworte heraus filtern? Bin ich der Einzige, der sich diese Frage stellt?

  • Linus Huber sagt:

    Diese Aspekt der Manipulation haben wir frueher schon besprochen. Inwiefern ob die Manipulation der SNB „erfolgreich“ ist oder nicht, ist in meinen Augen zweitrangig, sondern es geht um die Art und Weise, indem die Waehrungspolitik zugunsten der Elite ablaeuft und nicht zugunsten der Bevoelkerung und aufgrund demokratischer Entscheide.

    Ich schlug vielleicht schon vor 2 Jahren vor, dass man dieses Problem evtl. besser dadurch loest, dass man eben die Finanzinstitute umgeht und die Schweizerbuerger direkt angeht. Es waere auch langsam an der Zeit, dass die Stimmberechtigten sich von jenen anderer Nationalitaet ein wenig absetzen koennen.

    Bei einer einmaligen Gutschrift jedes Buerger von sagen wir chf20T wuerde ein klares Signal entsendet, dass wir offiziell die Waehrung verwaessern (Androhung einer 2. Verwaesserung ist wirkungsvoll). Dieses Geld muss hingegen, wo Schulden bestehen dazu verwendet werden, diese entsprechend abzubauen, womit wir mindestens 3 Fliegen auf einen Schlag erwischen.

    1. Die Waehrung wird geschwaecht.
    2. Die Macht der Banken wird reduziert, indem das Kreditvolumen durch die entsprechenden Rueckzahlungen schrinkt.
    3. Es reduziert den Umverteilungseffekt von Unten nach Oben oder laesst das schwache Segment der Gesellschaft verhaeltnismaessig staerker davon profitieren.

    Ich erklaere hiermit, dass ich sehr wohl eine Entwertung einer Waehrung akzeptieren kann, dies jedoch aufgrund eines offiziellen und demokratischen Entscheides und nicht aufgrund mehr oder weniger willkuerlicher Entscheide des Gremiums der SNB, welche im Endeffekt einzig die Elite profitieren laesst. Eine offizielle Entwertung duerfte nicht nur in der Schweiz, sondern weltweit die Augen vieler Buerger oeffnen, was eigentlich dauernd und ohne demokratische Legitimation ablaeuft.

    Nur um hier noch eines klar zu stellen, das System der dauernden Geldentwertung nahm seinen Einzug mit der Gruendung des Fed vor genau 100 Jahren und fuehrte uns in dieses Disaster.

  • Rolf Schumacher sagt:

    @Thomas Ernst. Wieshalb muss man den sfr überhaupt erst überstark werden lassen? Die SNB könnte den Handel mit sfr kontrollieren indem sie Strafzinsen einführt. Die Zinesen müssten ansteigen, je mehr in den sfr (im Verhältnis zu anderen Währungen) investiert wird. Ab einer kritischen Menge müsste der Handel gar eingestellt werden.
    Seit 2008 wusste jeder, dass der sfr als Fluchtwährung fungieren wird und deshalb vor übermässiger Spekulation hätte geschütz ewrden müssen. Hildebrand hat in dieser Hinsicht gehandelt und war auch nicht einverstanden blind in den EURO zu investieren und eine Untergrenze festzulegen. Er kannte die Risiken. Weshalb Blocher mit unlauteren Methoden Hildebrand aus dem Amt spedierte weiss ich nicht sicher. Fakt ist aber, dass Blocher 2009 (ein Jahr nach Finanzkrise) am Bilderbergertreffen in Athen teilnahme. Auf der Traktandenliste stand ganz sicher auch die SNB. Hildebrand war nicht so frei, der Druck auf Ihn war enorm. Die Wirtschaft drängte mit aller Gewalt auf einen Mindessatz. Und der sfr sollte nicht eine völlig unabhängige starke Währung in mitten Europas werden, deshalb wurde von den EU-Aparatschniks (Draghi u. anderen ) der massive Eurokauf von der SNB gefordert. Hildebrand spurte eventuell nicht?
    Fazit: Und wenn Du nicht willst, so brauch ich Gewalt.

    • will williamson sagt:

      Dass Blocher an einem Bilderberger Treffen teilnahm, wurde mir auch schon gesagt. Er soll dort aber als Referent eingeladen gewesen sein. Er figuriert auch nicht auf der Teilnehmerliste. Aus der Schweiz sind aufgeführt: Vasella (Novartis), Voser (Royal Dutch Shell), Witmer (Givaudan, Clariant) und Soiron (Holcim, Lonza). Warum er Hildebrand abgeschossen hat, weiss ich auch nicht. Als offizieller Grund werden private Spekulationen genannt (Insider). Ob andere Beweggründe dahinter stehen, ist gleichermassen Gegenstand von Spekulationen.

    • Rolf Zach sagt:

      Herr Schuhmacher, ich schätze keine Verschwörungstheorien. Beurteilen wir die Leute nach ihren wahren Interessen. Was Blocher betrifft, müssen die Leute wissen, dass er als Milliardär bis 2007 sich und seine Partei mit keinem Rappen eigenem
      Geld finanziert hat, ausgenommen sein Mitglieder-Beitrag. Alles ging auf Rechnung seiner Anhänger in der Wirtschaft. Nach seiner Abwahl und seinen politischen Fehlern (Bekämpfung EWS) sprudelten die Beiträge nicht mehr so stark. Die Partei hatte weniger Geld als früher. Mit den miesen Ausland-Investitionen und der verstärkten Nicht-Akzeptanz der westliche Industriestaaten gegen die Steuerhinterziehung, waren eine Gruppe Schweizer Banken darauf angewiesen, dass der Schweizerfranken anstieg gegenüber dem EURO und sogar dem US$. So konnten sie ihre schwindenden Gewinne und ihren drohenden Marktanteils-Verlust ausbügeln. Für politische Beiträge ist unsere Exportindustrie einiges geiziger als die Banken und Versicherungen. Die Banken haben als Schwergewicht Blocher und die Weltwoche, die Exportindustrie hat Schneider-Amman und die Gewerkschaften. Mit Recht hat die SNB den Mindestkurs EUR/CHF eingeführt, nur ist er zu tief angesetzt und ohne Strafen
      für „hot money“ gestaltet. Die Banken sind gegen Strafen, weil das heute ein Einbruch ihrer Gewinne bedeuten würde.

  • Rudi Fuller sagt:

    Herr Sommerer, beim Punkt 1, dem Geldschöpfungsfaktor musste ich auch zweimal hinschauen, aber wenn man sich das immense Geldmengenwachstum anschaut, dann wird klar, dass der Faktor erst mal kleiner wird. Die Frage ist nur, wie lange das noch so bleibt. Die Zeit ist hier der wesentliche Faktor.
    Punkt 2: Meines Erachtens ist das neu geschaffene Geld längst im Wirtschaftskreislauf angekommen. Damit wurden munter dt. Staatsanleihen gekauft, in Nokia Aktien investiert, etc…
    Man hat Zeit gewonnen, nicht mehr. Ich frage mich allen Ernstes, wie die SNB aus der Geschichte wieder rauskommt, ohne ihr Eigenkapital zu vernichten. Dies würde bei einer Korrektur am Anleihemarkt sehr schnell passieren.
    Man vergisst zudem zu gerne, dass noch ein weiterer Punkt die Geldmenge aufpumpt: Der Immobilienmarkt und die niedrigen Zinsen. Mit jeder Immobilienfinanzierung steigt die Geldmenge, vom Schuldenvolumen mal ganz abgesehen. Da ist man jetzt bei knapp 900 Mrd. CHF angekommen.
    Das Problem des überbewerteten Franken könnte sich schneller lösen, als einigen lieb ist.

  • Die Idee hinter dem Papier ist erstmal im Grundsatz nicht schlecht: ein Modell entwerfen und dann durchrechnen und sehen, was dabei herauskommt. Man nennt das „Wissenschaft betreiben“. Sollte man öfter mal machen. Ob es in diesem Fall viel Sinn macht, kann ich nicht beurteilen. Immerhin sind solche Was-Wäre-Wenn Untersuchungen immer etwas wacklig. Wenn Gore statt Bush die US-Wahlen 2000 gewonnen hätte? Wenn Vasella Marxist geblieben wäre? Wenn das Schweizer Volk 2002 die Marktöffnung im Strombereich (Energiemarktgesetz) mit 52% Neinstimmen abgelehnt hätte?

    Mir sind nur 2 Kleinigkeiten aufgefallen:

    1. „Teilt man die (…) Geldmenge M2 (…) durch die Notenbankgeldmenge, erhält man den so genannten Geldschöpfungsmultiplikator.“ Wieso wird der Mythos des Geldschöpfungs-Multiplikators immer noch herumgereicht, wo wir doch bereits seit 1969 wissen, dass “In the real world, banks extend credit, creating deposits in the process, and look for reserves later”. (Basil Moore, einen Federal Reserve banker zitierend). Wieso ist die Ökonomische Lehre immun gegenüber solchem Wissen?

    2. „Das Notenbankgeld kommt schlicht viel weniger im Schweizer Wirtschaftskreislauf an.“ Wo ist dann das verdammte Geld? Und wenn es via Banken nicht im „Schweizer Wirtschaftskreislauf“ ankommt, wieso verlässt man sich dann immer noch auf die Banken? Wieso gibt man es nicht wie in Australien (oder weiter oben vorgeschlagen) direkt ans Volk?

    Natürlich wissen wir, wo das Geld geblieben ist: es ist in die Aktienmärkte geflossen, wo es daran ist, die nächste Blase zu bilden. Die Börsen müssen beruhigt werden! Wieso interessiert es, ob die Börsen irgendwelche Nachrichten positiv beurteilen? Gibt es einen unnötigeren Markt als eine Börse? Wieso ist es lebensnotwendig, dass das Eigentum an Firmen nicht nur, sagen wir, einmal im Tag sondern eine Million mal pro Sekunde wechseln kann? Trickle, trickle, trickle…

    Ich sage nur eins: Voll-geld-reform!

    • Thomas ernst sagt:

      @’Ralph

      Ja, Vollgeld, am liebsten mit einem Flat-Bürgergeld von sagen wir 3’500 CHF/Monat für jeden, der seit mindestens 18 Jahren in der Schweiz lebt. Dafür Abschaffung aller übrigen Sozialleistungen.

      Das würde die Sache mal gehörig aufmischen…

      • will williamson sagt:

        Dürfte um die 300 Milliarden oder mehr kosten. Die heutigen Sozialleistungen liegen grob gesehen bei der Hälfte. Stellt sich somit die Frage: „Wer soll das bezahlen? Wer hat so viel Pingge, Pingge? Wer hat so viel Geld?

        • Sepp sagt:

          Vielleicht sollten Sie sich erst mal damit beschäftigen, bevor Sie so etwas behaupten: http://www.grundeinkommen.ch/

          Die Initiative hat bereits rund 80’000 Unterschriften beisammen. Wir dürfen daher davon ausgehen, dass das Thema noch sehr ausgiebig diskutiert wird.

          Auch beim Vollgeld wird es wohl zu einer Initiative kommen: http://vollgeld.ch/

          • will williamson sagt:

            Ich kenne diese Problematik schon und ich bin auch kein Gegener von Initiativen. Im Gegenteil. Aber wir wissen ja beide, wie viele Initiativen beim Volk durchkommen. Wenn 6 Wochen Ferien vom Schweizer abgelehnt werden, wäre es ja wirklich eine Überraschung, wenn die für ein Grundeinkommen oder für das sog. Vollgeld durchgehen würden.

          • Sepp sagt:

            @ Will, ja, das kann man so sehen. Allerdings besteht gerade in Sachen Geld ein enormer Nachholbedarf an Aufklärung. Solche Initiativen bieten die Chance, diese Themen in die breite Bevölkerung zu tragen. Wenn dies auf eine positive Weise gelingt, haben die Initiativen eine wichtige Aufgabe erfüllt, auch wenn sie (zunächst) abgelehnt werden sollten.

        • Das „kostet“ überhaupt nichts, denn das wäre neu geschöpftes Nationalbankgeld, das dann via Volk in den Wirtschaftskreislauf gelangt, statt via Banken, die es u.U. horten oder schnurstracks in die Aktienmärkte pumpen. Ich habe das Buch Voll-geld-reform gelesen (eigentlich ohne Bindestriche, aber alle Postings ohne dieselben werden irgendwie verschluckt?!?) und fand die Idee durchdacht und überzeugend. Vgl vollgeld.ch

          • will williamson sagt:

            Zitat:
            Ralph Sommerer sagt:
            28. Februar 2013 um 07:45

            „Das “kostet” überhaupt nichts, denn das wäre neu geschöpftes Nationalbankgeld….“

            Von ceteris paribus steht da auch nichts.

        • Sepp sagt:

          Vergleiche auch grundeinkommen.ch

        • Thomas ernst sagt:

          @ Will

          In den Sozialleistungen sind die Kosten der Sozialbürokratie (Sozialämter, Arbeitslosenkasse, die GAV-Abzockerei der Arbeitnehmer durch die Gewerkschaften, die Sozialversicherungsgerichte, die spezialisierten Anwälte für Sozialschmarotzer etc.) nicht enthalten. Diese sind erheblich, so dass per Saldo c.p. die effektiven Kosten nicht höher wären – bei erheblich grösserer individueller Freiheit.

          • will williamson sagt:

            Diese Überlegungen habe ich mir auch schon gemacht. Sie scheinen mir auch richtig. Aber mit Bezug auf Ihre Bemerkung, „Das “kostet” überhaupt nichts, denn das wäre neu geschöpftes Nationalbankgeld“ erübrigt sich ja im Prinzip die Diskussion darüber. Wenn es so einfach ist, müssen wir das ab nächsten Montag einführen.

          • Thomas ernst sagt:

            @ Will

            Vorsicht! Ich habe nirgends geschrieben, das koste nichts. Ich habe geschrieben, es kostet nicht mehr als heute. Das ist bei weitem nicht dasselbe. Ausserdem finden sie ein c.p., d.h. eine ceteris paribus- klausel

            Das bedeutet, dass noch keine zweit- und drittrundeneffekte berücksichtigt sind. Vor allem das Problem der Abgrenzung der Bezugsberechtigten etc und die neue Ausgestaltung eines vernünftigen Steuermodells sind sicher ausserordentlich haarig.

          • will williamson sagt:

            nochmals Zitat:

            Ralph Sommerer sagt:
            28. Februar 2013 um 07:45

            Das “kostet” überhaupt nichts, denn das wäre neu geschöpftes Nationalbankgeld

  • Sind dann doch 5 Argumente geworden.

    Was die negativen Zinsen anbetrifft, hat sie die Schweiz als so ziemlich einziges Land in den 70igern eingeführt, mit mässigem Erfolg:
    http://bit.ly/Y0AG8D
    „Negative interest rates naturally attract attention given Switzerland’s use of these between 1972-1978.
    A surcharge on non-resident deposits was sufficient to push net interest rates to -40% in 1978. The history of negative interest rates was not compelling – CHF still managed to appreciate by 75% through this period.“

    In letzter Zeit hat es selbst Japan nicht versucht negative Zinsen einzuführen. Dänemark hat es allerdings, ist aber kein safe-haven wie Japan oder die Schweiz. Negative Zinsen bei stark steigenden Immobilienpreisen sind ein Widerspruch an sich.

  • Michael Schwarz sagt:

    Zu der expansiven Geldpolitik der SNB habe ich bereits in zahlreichen Kommentaren geäussert. Meine Forderung an SNB ist für regelmässige Leser meines Kommentars klar. Vor 2 Jahren als die SNB den Untergrenze festsitzt, habe ich die SNB kritisiert, dass sie viel zu restriktiv und vorsichtig war, die Chance für die Korrektur im Devisenmarkt verpasst wurde. Das ist der Grund warum der Zinssatz in der Schweiz immer noch zu hoch ist. Die SNB hat ihren Job nicht konsequent und vollständig durchzogen, weil sie den Mut fehlt in dem Währungskrieg zu ziehen, obwohl ein Währungskrieg unvermeidlich ist. Deshalb überrascht mich das Ergebnis der Studien von beiden Ökonomen nicht.

  • Der Artikel ist einer Finanz und Wirtschaft nicht würdig.
    3 Gründe, warum der Multiplikator nicht stieg

    1) Der Multiplikator ist weltweit extrem zurückgegangen. So liegt der M1 Multiplikator unter 1
    http://research.stlouisfed.org/fred2/series/MULT

    2) Die Schweiz kann nicht die weltweite Wachstumslokomotive spielen, sie ist von anderen Staaten abhängig.

    3) Mit jedem Franken, die die SNB intervenieren muss, steigt im Prinzip M0, die Notenbankgeldmenge.
    Mann kann aber nicht erwarten, dass mit jedem dieser extrem hohen Menge, auch durch den Multiplikator-Effect ein oder mehrere Häuser finanziert und weitere Firmenkredite finanziert werden. Zum Hintergrund:
    http://snbchf.com/2012/12/snb-definitions-of-money-supply/

    4) Last but not least, ist M1 in der Schweiz um 130% seit 2008 gestiegen, aber in der Eurozone nur um 32%.
    Das Kredit- und Hypothekenvolumen um 20%, was nur knapp unter den 32% von M1 liegt.
    http://snbchf.com/2013/02/the-countercyclical-capital-buffer-is-finally-there/

    5) Und wer schon einmal Richard Koo und seine Balance Sheet Recession am Beispiel Japan gelesen hat, weiss dass Gelddrucken nicht unbedingt Konsum, Hausbau, neue Kredite (und Inflation) erzeugt,

    • Markus Diem Meier sagt:

      Ihre Kritik in Ehren. Bloss hauen Sie sozusagen Pappfiguren um, die sie selber aufgebaut haben. Keine Aussage im Text besagt, die Schweiz könne oder solle weltweite Wachstumslokomotive spielen. Koo’s Balance Sheet Recession und Keynes‘ Liquiditätsfalle haben wir hier immer wieder als Grund für die aktuelle Impotenz der Geldpolitik in vielen Ländern identifiziert. Die Aussage, die Geldpolitik der Schweiz (Leitzinsen von Null) sei für die Wirtschaftslage zu restriktiv gewesen, heisst darum nicht, sie hätte in der realen Welt (mit einer Zinsuntergrenze von Null) viel mehr erreichen können. Sie sollten mit moralischen Urteilen vorsichtiger umgehen.

      • Rolf Zach sagt:

        Die Leistungsbilanz und noch mehr die Zahlungsbilanz der Schweiz ist eine sehr komplizierte Angelegenheit, viel mehr als
        diejenige der USA und mit viel weniger direkter staatlicher Einflussnahme. Sie ist ein Spiegelbild der globalen Weltwirtschaft.
        Die Konsequenz davon ist, dass sie starke rezessive Tendenzen für das Wachstum unserer Volkswirtschaft entwickeln kann, schlagendes Beispiel sind die 90er Jahre. Gute Jahre für das Private Banking der Gross- und Privatbanken und ihrer ausländischen Kundschaft. Der Schweizerfranken war eine flexiblere und bessere Investition als Gold. Die Auswirkung für die Binnenwirtschaft, vor allem dem Gewerbe war katastrophal. Die damalige Entwicklung ist unbedingt heute zu unterbinden. Die Reservewährung Schweizerfranken darf unsere Volkswirtschaft nicht strangulieren, auch wenn dies den Finanzsektor zu einer neuerlichen Blüte bringen würde. Wenn das Ausland unbedingt Schweizerfranken will, egal was es kostet und die SNB den Mindestkurs EUR/CHF wegen diesem hot money nicht halten kann, muss dieses hot money so scharf besteuert werden, damit unsere Binnenwirtschaft weder eine Blase (Bauwirtschaft) noch einen starken Exportrückgang erleiden muss. Reservewährung ist gut für eine Weltmacht oder ein Staatenbund wir die EU, aber nur beschränkt für unsere relativ kleine Volkswirtschaft. Obwohl der EURO fundamental gar nicht so schwach ist, wissen wir nicht wie blöd die Italiener mit ihrer angeblichen Liebe zur alten Lira sein wollen. Ihre Wirtschaft braucht die Inflationswährung Lira nicht, ganz im Gegensatz zu GB, die den Euro wirtschaftlich nicht vertragen können. Die alte Lira ist für sie eher wie ein Ticket für ein Gratis-Lunch oder der Aufforderung zur Zechprellerei. In einer neuen EURO-Krise müssen wir unbedingt den jetzigen Mindestkurs der SNB von 1.20, besser wäre 1.25 oder 1.30 verteidigen. Es geht nicht an, dass ausländische Bankkunden, mit ihren Schweizerfranken auf unsere Kosten eine
        bessere Rendite als in Gold erwirtschaften.

    • ast sagt:

      Die Geldmenge spielt seit der Abkoppelung von Gold von Fiat Money eine weniger grosse Rolle als sie noch unter den Verträgen von Bretton Woods wichtig waren. Damals musste jede generierte Menge durch den Kauf von Gold besichert werden. Heute ist vor allem die Umlaufgeschwindigkeit des Geldes wichtig, und die hat sich extrem stark verlangsamt. Aus diesem Grund haben wir ja auch trotz QE 1- 3 eine geringe Inflation, es droht gar Deflation. Eine Deflation entsteht nicht nur dann wenn Alle warten bis Produkte und Dienstleistungen billiger werden, sondern auch in Folge einer Politik der Austerizität..
      Wenn der Staat nach innen eine heftige Sparpolitik betreibt sinkt tendenziell die Umlaufgeschwindigkeit der Geldmenge im Binnenmarkt, egal wie viel die Notenbank da reinpumpt.

      • Linus Huber sagt:

        @ ast

        Ich teile in diesem Falle Ihre Meinung nicht. Die Abkopplung des Goldes erlaubte die inflationaere Geldpolitik sich offen zu manifestieren. Es war eine natuerliche Folge nachdem die US-Waehrung schon 1932 um 40% gegenueber Gold entwertet wurde.

        Die Deflation, welche Sie erwaehnen (Rueckgang der Umlaufgeschwindigkeit) hat weniger mit den heutigen Massnahmen zu tun als mit der vorhergehenden Boomperiode, welche durch die ankerlose Geldpolitik ermoeglicht wurde. In der heutigen Situation reduzieren sich schrittweise die Policy-Optionen aufgrund der massiven Kreditvolumina, welche wie eine schwere Last auf der Wirtschaft liegen und einen stetig erhoehten Anteil der Leistung an den Finanzsektor abtritt. Indem man das Liquidieren von Fehlinvestitionen verhindert, fehlt es an einer das System reinigenden Substanz. In dieser Situation erhoeht sich die Planungsunsicherheit und damit wird auch die Moeglichkeit verhindert, dass sich neue wirtschaftliche Energie bilden kann.

        Es geht nicht so sehr um Austerizitaet oder nicht, oder um Geld drucken oder nicht, da die Probleme in beiden Faellen nicht wirklich geloest werden. Einzig das Abschreiben fragwuerdiger Kredite fuehrt schlussendlich zum Ziel.

        Die Idee einer anscheinend schmerzlosen Loesung ist eine Illusion. In jedem Fall wird sich die Kaufkraft vermindern und die Menschen spueren dies intuitiv und werden wohl schrittweise auch den Konsum zurueckfahren.

  • Thomas ernst sagt:

    Im Originalartikel wird die ungebrochene Zuwanderung als Stütze der Wirtschaft dargestellt. Das gilt natürlich nur, wenn man absolute Werte vergleicht. Das ist aber Unsinn. Relevant für die Lebensqualität ist ja zB nichtbderbGesamtkonsum, sondern der Konsum pro Kopf. Nur daraus könnte ich ableiten, ob sich die Bevölkerung seit 2008 eher mehr leisten kann, oder weniger.

    Dazu müsste aber die Konsumsteigerung mit dem Bevölkerungswachstum verglichen werden. Meine Vermutung ist, dass der Konsum pro Kopf eher rückläufig ist. Und das auch noch mit Kollateralschäden der Zuwanderung wie Staus, überhitzte Mietpreise etc.

    Würde zB Baden-Württemberg morgen aus DE austreten und sich der Schweiz anschliessen, würde das CH BIP einen Sprung nach oben machen, das Durchschnittseinkommen der grösseren Schweiz aber trotzdem sinken. (Ebenso übrigens wie das von Rest-DE.)

    Was also möchte der Autor mit seinen Berechnungen zeigen?

    • Linus Huber sagt:

      @ Thomas ernst

      „Zuwanderung als Stütze der Wirtschaft“

      Zufaellig ist mein in Singapore lebender Sohn gerade auf Besuch und aufgrund seiner Erklaerungen ist es interessant zu wissen, dass Singapore genau dieses Prinzip in Anwendung bringen will, indem die Einwohnerzahl bis 2016 (bin mir nicht mehr sicher ob der Jahreszahl) mit Zuwanderung aus hauptsaechlich China auf 6,8 Mio. anheben will. Es gab sogar eine Demonstration gegen diese Strategy und dies in Singapore. – bemerkenswert

  • Rolf Schumacher sagt:

    Nachtrag: Grossbanken funktionieren wie ein Bauer, der gratis riesiege Ländereien und einen Beuernhöfe erhält (Gratisgeld). Die Produktionsregelen (Naturschutz (Risko für Allgemeinheit), Qualität der Produkte (Verkauf von Hedge Fonds u.anderem tox. Müll) darf er selber kontrollieren (siehe FINMA und ehem. LIBOR-UBS-JAPAN-Banker oder zuvor UBS-Haliner). Wenn er mit seinem Tun Schaden anrichtet, wird er mit einer gorssen Abgangsentschädigung entlöhnt, juristisch nicht verfolgt und der Schaden wird vom Staat (Steuerzahler) übernommen. Der Bauer hat zu dem das Recht die Produkte zu einem von ihm festgelegten Preis an Zwischenhändler (Geld leihen an andere Banken), oder er kann direkt die Bürger mit seinen Produkten fütter. Die Bürger haben keine Wahl, entweder sie fressen das gefährliche Futter vom Bauer, oder sie sterben den Hungertod (ohne Geld kann heute niemand mehrnormal leben). Dieser Bauer schliesst sich mit anderen (ähnlichen Bauern) zusammen, kauft die restlichen Agrarflächen auf. Manipuliert die Nahrungsmittelpreise, füttert die Politiker, Richter und Kontrollorganen und regiert schliesslich völlig risikolos die ganze Welt.
    Mehr kann man doch nicht erhalten als das??

    • Linus Huber sagt:

      @ Rolf

      Deshalb ist es wichtig, die Macht des Staates (inkl. Zentralbanken) zu begrenzen und nicht mit einem immer dichteren Netz von Verordnungen und Gesetzen weiter auszubauen. Unter dem Deckmantel einer anscheinend fuersorglichen Politik wird hingegen der Staat immer maechtiger und die Leute erkennen dies leider nicht. Somit wird die Macht einer Elite dauernd noch staerker ausgebaut und die Selbstverantwortung des Einzelnen durch ein modernes Sklaventum ersetzt.

  • Anh Toan sagt:

    Der Beitrag versucht einen alternativen Geschitsverlauf zu berechnen, oghhne den alternativen Geschichtsverlauf zu skizzieren:

    Der Euro soll genauso eingeführt worden sein, wie er es wurde, genauso die Bomms in Irland unhd Spanien und Italien ausgelöst haben, von welchen die Schweiz zweifellos profitierte (Holcim, Banken), jedoch einfach nicht in einer Krise gemündet haben?

    Bei dem alternativen geschitsverlauf wäre die Schweiz „etwas mehr als 2 Mia CHF ärmer“, also hat die Schweiz einen Gewinn aus der Eurokrise? Ausserdem wäre der Franken weniger ¨überwertet, also hat die Schweiz in USD GBP JPY oder EUR deutlich mehr als 2 Mia Gewinn aus der Krise (was interessieren uns Schweizer Frankengewinne, Franken haben wir soviele wie wie wir wollen)

    Ich wiess noch immer nicht, was mir der Beitrag erzählen will.

    • Anh Toan sagt:

      Oder kurz: Wäre die Eurokrise nicht geschehen, wäre nicht nichts geschen, sondern etwas anderes, was?

      • Thomas ernst sagt:

        Das bringt es auf den Punkt. Es ist völlig müssig, reale Entwicklungen gegen irgendwelche selbsterfundenen abzugleichen. Man könnte sicher auch irgendwas berechnen, was passiert sein könnte, wenn die SNB statt EUR zu kaufen jedem Schweizer 10’000 CHF überwiesen hätte. Lustiger Zeitvertreib.

    • Anh Toan sagt:

      Und auch noch besser formuliert: Sagt mir der Beitrag, die Eurokrise hätte die Schweiz gebracht (wäre 2Mia CHF ärmer) oder die Schweiz gekostet (Titel)?

      Ich meine, in CHF irrelevant, da ob die Schweiz ärmer oder reicher wurde nun mal nur relativ zum Ausland berechnet werden kann, also in der (noch immer) Weltwährung USD: Selbst auf dem Höhepunkt sowohl der Finanz- als der europ. Staatsschuldenkrise (es gibt keine Eurokrise) hat mein BVG Mixte Auszug in USD immer beträchtliche Gewinne ausgewiesen, der scheint mir ein guter, wenn auch nicht präziser Proxi für die Schweizer Volkswirtschaft zu sein

  • ast sagt:

    Die oben erwähnte Analyse zeigt mir wieder Eines, die Notenbank kann antizyklische Massnahmen aus der Politik nicht mit rein fiskalischen Massnahmen ersetzen. Ausserdem halte ich den Umstand, nämlich dass die SNB überhaupt den Franken stützen musste für ein Versagen der Politik. Der Schweizer Franken war vor allem infolge der restriktiveren Sozialpolitik angezogen, die Massnahmen hier waren völlig übertrieben. Ich habe einige ausländische Analysten abgeklopft um ihr Kaufverhalten zu Gunsten des Schweizer Franken erklären zu können. Bis die revidierten Zahlen 2010 der Sozialstatistik erschien, war der Hunger nach Franken noch begrenzt. Als die „Sparerfolge“ bei den Sozialversicherungen bekannt wurden, schwenkte alles auf Kaufen um.

    Mit anderen Worten, die übertriebene „SVP-Politik“ zu Ungunsten der sozialen Sicherheit erzeugte ein eindeutiges Kaufsignal für unsere Währung. Ebenfalls für mich nicht nachvollziehbar ist die Schweizer Politik über die Infrastrukturen. Hier hätte man mit den längst notwendigen Reparaturen an zum Beispiel Kanalisation und Energie-Infrastruktur und Telekom die Wirtschaft antizyklisch stützen können. Die Mehrausgaben hätten ausgereicht um den Franken über 1.30 zu halten. Auch der Schweiz kam die Austerizität nicht zu Hilfe, im Gegenteil. Ausserdem hätten wir nun nicht Milliarden von riskanten Euros in der SNB-Bilanz die man ohne Frankenstärkung nicht wieder verkaufen kann.

    • ast sagt:

      Zum Nachvollzug oben erwähnter Einflüsse aus der Sozialpolitik habe ich diese Aussage Deutscher Währungsanalysten zum Beweis gespeichert:

      Datum 25. Oktober 2010, etwa 6 Monate vor Bekanntgabe der neusten Zahlen für 2010 aus der Schweizer Sozialstatistik.

      „Der Schweizer Franken eignet sich nach unserem Dafürhalten nur bedingt. Zwar muss die Schweiz keine Hilfen für schwache EU-Länder zahlen, aber nirgendwo steigen die Sozialkosten prozentual so stark wie in der Schweiz. Von daher wird nach unserer Ansicht der Franken nicht mehr der sichere Hafen sein.“

      https://www.vermoegensprofis.de/vermoegens-tipps/waehrungsmanipulation-gefahr-fuer-die-weltwirtschaft

      • Thomas ernst sagt:

        @ ast

        Die SNB musste den Franken eben gerade nicht stützen, sondern im Gegenteil entwerten. Ich nehme an, Sie meinten das eigentlich so.

        • Rolf Schumacher sagt:

          Wir derhen uns im Kreis. Ich stelled deshalb die folgende Fragen abermals

          WESHALB MUSS die SNB den sfr-Entwerten?
          a) KMUs–Profitieren von einer starken Deviese–Rohstoffe sind günstig, Investitionen in Maschinen-IT etc lukrativ und gut qualifizierte Arbeiter leicht zu finden und die Waren können in der Schweiz (Hauptmarkt) zu einem hohen Preis verkauft werden.
          b) globale Unternehmen–können günstig im Ausland produziren und dank Firmensitz in der CH viel Steuern sparen. Die gewonnen sfr können mit grosser Hebelwirkung in Entwicklung, Maschinen etc gepumpt werden.
          c) ausländische Güter sind in der Schweiz günstig (der Schweiz ist kauffreudig siehe Autos) Händler und Wiederverkäufer profitieren von einem starken sfr.

          Es gibt für mich wenig sinnvolle Gründe für eine Nation die eigene Devise künstlich zu schwächen. Leider ist wie oben gesagt, auch der sfr kein Schweizer mehr.

          • Thomas ernst sagt:

            @ Rolf

            Die orthodoxe Antwort auf Ihre Frage lautet: Ein gegenüber dem wichtigsten Handelspartner stark steigender Frankenkurs würgt die Exporte ab, weil sich bei einem Kurs von zB zwei Euro pro Franken einfach kein Deutscher mehr ein Schweizer Produkt (inkl. Hotellerie) leisten könnte.

            Die offiziell bestrittene Antwort lautet, dass die SNB von EZB und IWF und Draghi etc. zu Stützungsmassnahmen für den maroden EUR aufgefordert (erpresst) wurde, da der EUR bereits am Abgrund war und ist.

            Die dritte plausible Antwort lautet, dass die beginnende Aufwertung bereits eine Blasenbildung angestossen hatte. Jedermann kauft CHF, wenn dieser offensichtlich steigt. Dieser Blase, welche zu einem unkontrollierbaren Zeitpunkt hätte platzen müssen und unkontrollierbare Auswirkungen nach sich gezogen hätte, wollte/musste die SNB frühzeitig die Luft rauslassen.

            Ihre These, dass die Schweizer Wirtschaft primär vom Binnenmarkt lebt, wird mW durch die Daten nicht gestützt. Mir scheint das Wunschdenken. Da wir Rohstoffe und Erdoelprodukte importieren müssen, müssen wir einen mindestens ebensogrossen Export fahren, sonst verschulden wir uns. Und wenn sich die Ausländer die CH-Wertschöpfung finanziell nicht mehr leisten können, was treibt dann den Wirtschaftskreislauf an?

            Es könnte aber gut sein, dass einfach die Exportlobby lauter gejammert hat…

          • ast sagt:

            Herr Ernst, in sämtlichen westlichen Ländern vermag die Exportindustrie am lautesten zu jammern. Die Ursache liegt wohl darin dass auch die Marktbewertung eines Landes davon abhängt wie viel exportiert wird -doch das ist keine Erklärung warum der Markt so scharf auf die Zahlen der Exportindustrie ist. Es ist gut möglich dass in Zukunft die Zahlen der Binnenmärkte plötzlich wichtiger werden, das Schaf rennt mal hierhin und mal dorthin. Der Umschwung könnte aus China kommen, dort stehen alle Ampeln auf Grün für eine erfolgreichen Entwicklung nach innen. Entstanden ist die dominierende Rolle bei den Exportzahlen aus dem Postkolonialismus der zweiten Hälfte des 20 Jahrhunderts, die Erschliessung billiger Arbeitskräfte. Heute wird genau das Gegenteil damit erreicht, man muss sich selbst zum Billigarbeitsmarkt machen, mit verheerenden Folgen.

  • Rolf Schumacher sagt:

    Niemand zahlt einem Darlehensnehner etwas, damit er Geld leiht?? Die Grossbanken leihen von der NB Geld zu Nullzinsen (wenn ich etwas gratis erhalte und noch Sicherheiten dazu, dann ist das viel Geld wert!!!). Sie können das Geld dann weiterverleihen und höhere Zinsen dafür verlangen oder mit dem Geld spekulieren. Wenn der Schuss nach hinten los geht (zu hohes Risiko) springt die NB und der Staat ein und übernimmt die faulen Kredite. Die int. Mafia hat das erkannt und führt heute in sämtlichen wichtigen Ländern die too big to fail Banken. Fazit—Citigroup-Bank of America, JP-Morgan, Unicredit, Bancia, C-Lyonaise. RBS, DB erhalten gratis Geld, können dafür den Liborsatz etc so verändern und erhalten für ihre Schummeleien erst noch Staatsgarantie und häufig auch juristische Immunität.
    Wenn hingegen der Staat Schulden hat, dann ist er schutzlos im Würgegriff der Grossbanken und deren Weltgeldinstitutionen (IWF-BIZ-Weltbank) und zahlt horrende Zinsen. Fazit der Grossbanker erhält Gratisgeld, uneingeschränkte Macht, wird nicht kontrolliert (kontrolliert sich selber) und eine Staatsgarantie. Der Staat kommt in den Würgegriff, die Bürger müssen immer höhere Steuern (siehe Italien da wird mittlerweile alles besteuert) zahlen.
    A propos SNB und Europolitik. Die SNB tut, was die BIZ Direktoren von ihr verlangen. Tut sie es nicht, dann gibt es eine Hildebrandaffäre (illegale Publkation der Privatkonti). Und wie können wir überhaupt wissen, in was die SNB investiert hat. Die Politik (ausser die Bluthunde der Weltfinanz in der CH-Politik (Blocher etc)) haben keine Kontrolle über und keine Handhabe gegen die SNB.

    • Anh Toan sagt:

      (wenn ich etwas gratis erhalte und noch Sicherheiten dazu, dann ist das viel Geld wert!!!).

      Also die SNB (Gläubiger) gibt den Grossbanken (Schuldner) Sicherheiten?

      Die SNB veröffentlich monatlich Berichte, aus welchen sich eine Menge ihres Investitionsverhaltens ersichtlich ist.

      • Rolf Schumacher sagt:

        ad 1) die SNB hat Milliarden toxische-UBS-Papiere übernommen. sie nennens UBS-STABFUND. Ospel wurde der Prozess nicht gemacht (Gemäss BR Leuthard wäre das den Staat zu teuer gekommen). Das Bankgeheimnis (CH-Gesetz) wurde von UBS-Politiker Merz gebrochen. Die UBS wird auch noch heute von UBS-FINMA(Libormanipulator) überwacht..
        ad 2) auch wenn man eine Menge Daten einsehen kann, heisst noch lange nicht, dass man damit alle RELEVANTEN Daten gelesen hat. Es gibt keinen Rapport über die wichtigen Gespräche, welche unser SNB-Direktor in der BIZ führt. Die Devise ist das Herz einer Nation. Wenn man die Hoheit über die Devise abtritt (Unantastbarkeit der NB), hat man die Seele der Nation verkauft. Die Populisten sind bezahlte Agitatoren/Manipulatoren jener, an welche wir die nationale Seele verkauft haben. So streuen uns Blocher (UBS-Gründer), Berlusconi (Unicredit-Gründer) patriotisch gefärbten Sand in die Augen und Gründen im versteckten too big to fail Moloche für ihre internationalen Geldgeber.
        Das geht dann so. Wir schweizer sind empört über die Gebaren der Novartis. Als Aktionäre sollten wir (demokratisch) Einfluss nehmen können. Leider sind aber die Hauptaktionäre angelsächsische Giganten, die sich einen Deut um die CH-Interessen kümmern. Die Seele (Inhalt-Identifikation mit Betrieb-Reputation) ist weg, wenn man keinen Einfluss mehr auf die eigenen, nationalen Unternehmen hat.

    • Rolf Schumacher sagt:

      Anh Toan. A propos Gratisgeld und Staatsgarantie. Nehmen wir die Biographie Sergio Ermottis.
      a) Merill Lynch erhielt 50 Milliarden Staatsgarantie 2008 (Ermotti Investmentbanker)
      b) Unicredit (erhielt de fakto libysche Staatsgarantie durch Berlusconi Freund Gadhafi (Ermotti-Vizepräsident)
      c) Hypovereins Bank 12 Milliarden Bad Bank Hypo Real Estate an Deutschland. (Ermotti VR-Mitglied—-Kontrolliert die Bank im Auftrag der Mutterbank-Unicredit die Hypovereinsbank)
      d) Bank Austria 3 Milliarden Staatsgarantie gefordert von Profumo (Ermotti VR-Mitglied. kontrolliert die Bank Austria im A. der Muutter-Unicredit
      Nach dem Geldwäscheskandal 2010 (Unicredit-Vatikanbank) floh Unicredit-Vize in die Schweiz (keine juristisches Nachspiel, hohe Abgangsentschädigung inkl.) und wurde wenige Wochen später Chef der UBS.

      Gratisgeld (Spielgeld von den Nationalbanken gratis zur Verfügung gestellt) -Risikodeckung (Staatsgarantie) -und juristische Immunität sind keine Mär sondern Tatsache fürs int. Flopmanagement.

    • Anh Toan sagt:

      Also der Staat ist schutzlos dem Würgegriff der Grossbanken ausgeliefert, obwohl diese nur davon leben, von diesem gratis Kredite und dazu gratis Sicherheiten (Staatsgarantie) auf die an Dritten gewährte Kredite zu erhalten? Die Grossbanken sind also abhängig vom Staat, und denoch ist dieser in derem Würgegriff?

      Zumindest also muss der Staat die Grossbanken genauso brauchen (warum?), oder Staat und Grossbanken sind eins (Frank Zappa: „Politics is the entertainment branch of the military industrial komplex“)

      • Thomas ernst sagt:

        @ Anh

        „Der Staat“ ist eine sinnleere Hohlformel, darum lässt sich damit alles und nichts argumentieren. Je nach Kontext meint „Staat“ die führenden Politiker, die Administration, die Gesetzgebung, alle Einwohner oder das Land/die Nation.

        Dass Politiker und Bankmanager sich gegenseitug mafiös stützen halte ich für keine übermässig gewagte These. Dass die Verwaltung bei allem mitmacht, was ihr mehr Macht und Einfluss bringt, ebenfalls nicht.

        Was schutzlos dem Würgegriff ausgeliefert ist, ist die breite Bevölkerung, nicht die Verwaltung, nicht die Politicos und schon gar nicht die Bankster.

        • G. Nardone sagt:

          Alle Staat (Verwaltung), Bank (Wirtschaft) & Bevölkerung sind in einer allgegenseitig abhängigen Symbiose in & zueinander verwickelt. In der jeden den Anderen für die eigenen Umstände beschuldigt bzw. dafür verantwortlich macht, jeder sich Vorteile auf Kosten der Anderen zu hamstern versucht, in der die Täter-Opfer-Rollen sich in bestimmter Frequenz ständig abwechseln, wie Tag & Nacht. Und das alles weil wir vielleicht alle ein & dasselbe beschränkte Weltbild teilen? Weil wir ja alle die Dinge aus der eigenen Perspektive betrachten, die ja prinzipiell beschränkt ist?

          • Thomas ernst sagt:

            Ja, einverstanden mit den wechselseitigen Abhängigkeiten. Und das ist ja nur die Binnenwirtschaftliche Betrachtung. Dank der Globalisierung ist der Teich so klein geworden, dass die Wellen, die meine Importe und Exporte machen, an vielen Ufern reflektiert werden und auf Umwegen wieder zu mir zurückschwappen.

            Darum halte ich auch austeritäre und protektionistische Massnahmen eines Landes für so völlig sinnlos. Was immer man tut, strahlt aus und kommt über Zweit- und Drittrundeneffekte wieder irgendwie zu mir zurück.

          • Rolf Schumacher sagt:

            @Ernst. Dann müsste man sämtliche nationalen Grenzen entfernen, eine Weltregierung installieren und ein einheitliches Gesetz etabllieren, das für alle gilt.
            Ich vermute aber, wenn wir einen Weltsuperstaat hätten, dass das eine ultraharte Dikattur wäre mit gigantischem Ueberwachungsapparat und Privilegien für eine schmale Elite. Es gäbe dann keine Fluchtmöglichkeiten mehr, man wäre dem Superstaat auf Gedeih und Verderb ausgelierfert. Für mich ein absolutes Horrorszenario (Brave new World mässig)

          • Rolf Zach sagt:

            Objektiv war es für die SNB und die UBS ein Segen, dass der Schweizerfranken 2011 höher bewertet wurde. Zusammen mit der Erholung des Immobilienmarktes in den USA und der zinslosen Gegenfinanzierung in CHF durch die SNB, konnte diese diesen „Subprime-Schrott“ ohne grössere zusätzliche Abschreibungen verkaufen. Die UBS konnte die Rückzahlung
            ihrer Depositen nicht nur durch US$ bewerkstelligen, sondern ihren Kunden dafür sogar CHF anbieten, was das Vertrauen in die UBS nachhaltig verstärkte. Was Grübel als neuen Chef veranlasste, die UBS erneut als Mitspieler 1. Klasse in der
            internationalen Bankenwelt zu positionieren. Er hatte aber nicht bedacht, dass die Kultur der UBS in New York und London derart durch die hochgelobten Angelsachsen derart verlottert war, dass eine solche ehrgeizige Neuauflage als zu risikoreich entpuppte. Es war nicht nur Adoboli, sonder der ganze hochgezüchtet und ineffiziente Apparat mit grotesken Gehältern. Die Libor-Mauscheleien sind direkt ein Folge der Subprime-Krise als die UBS in Panik geriet, sie könne sich nicht mehr finanzieren. Ein gutes Bank-Management hätte dies zusammen mit der SNB in einer ehrlichen Diskussion lösen können. Was der SNB vorzuwerfen ist, dass ihre Hilfe derart uneigennützig war, aber man weiss, der BR bestimmte hier die Kosten für die Rettung der UBS, die Schweizer
            bürgerlichen Politiker erstarren ja weiterhin in Ehrfurcht vor den grossen Namen und besonders, wenn diese angelsächsisch tönen.

          • G. Nardone sagt:

            @ Rolf Schumacher: Nein, globale Regeln müssten nur für die Dinge gelten, die die Grenzen einer Region sowieso überschreiten, nicht aber was das Zivile oder Kulturelle innerhalb einer Region betrifft.
            Global spielende Unternehmen sollten im Wettbewerb stehen & eben nicht Nationalstaaten, das kommt nicht gut. Ein Staat sollte nicht mithilfe seiner staatlichen Steuerungsmittel, seine Unternehmen bevorteilen, weil es immer auf Kosten der Unternehmen eines anderen Staates geht. Es ist halb so wild, wenn Unternehmen aus dem Markt ausscheiden, anstelle von Staaten, die vom Markt weggefegt werden. Im Prinzip, gleiche Wettbewerbsbedingungen für alle Unternehmen; sie sollten um Produktivität, Qualität, Kundenzufriedenheit, bessere Arbeitsbedingungen & Innovation wetteifern & nicht um staatliche Subventionen, Schutzzölle, Lohnsenkungen, Schmiergeld und Steuern.

          • G. Nardone sagt:

            @ Thomas ernst: Schön gesagt. Aber der binnenwirtschaftliche Teich ist gar nicht so klein, erscheint uns vielleicht deswegen klein, weil wir z.B. vor den Chinesen Angst haben, dass sie uns überrumpeln werden, wobei, sie werden uns überrumpeln, aber vielleicht eher als Mittelklasse-Touristen mit Geld!

          • Thomas ernst sagt:

            @ Rolf

            Das was Sie hier als Weltregierung beschreiben ist im wesentlichen das Vorstellungsbild der „New World Order“, propagiert von Henry Kissinger et al. und unterstützt von Merkel, Draghi, den Bilderbergern und den div. Eurokraten und klandestinen Organisationen.

            Für mich eine Horrorvision. Nur ein echt föderales, subsidiäres demokratisches System wird auf die Dauer funktionieren. Die NWO wird zusammenbrechen, aber mit erheblichen Kollateralschäden, wenn wir sie machen lassen. Siehe dazu zB Rebecca Costa, The Watchman’s Rattle oder Ellen LaConte mit Life Rules.

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