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Beiträge mit dem Schlagwort ‘Schalke 04’

Roberto Di Matteo, der Angsthase

Thomas Schifferle am Donnerstag den 27. November 2014
Schalke-Trainer Di Matteo beim Champions-League-Gruppenspiel in Lissabon, 5. November 2014. Foto: Manuel de Almeida (Keystone)

Schalke-Trainer Di Matteo beim Champions-League-Gruppenspiel in Lissabon, 5. November 2014. Foto: Manuel de Almeida (Keystone)

Dass Eddy Achterberg und Ralf Zumdick hier erwähnt werden, hat nur mit den Anfangsbuchstaben ihrer Namen zu tun. Der eine steht deshalb eben ganz oben in der Liste mit den 371 Trainernamen, der andere ganz unten. Spuren haben sie sonst keine hinterlassen, seit 1963 die Fussball-Bundesliga gegründet wurde.

Das haben andere getan, der geniale Branko Zebec etwa, der Alkoholiker war und beim Hamburger SV mehrmals so betrunken auf die Bank sass, dass er zur zweiten Halbzeit in der Kabine bleiben musste. Oder der knorrige Hans Meyer, der einmal sagte: «Keiner liebt mich, da können Sie meine Frau fragen.» Oder der verkannte Berti Vogts, von dem die Einsicht stammte: «Wenn ich übers Wasser laufe, sagen meine Kritiker: Und schwimmen kann er auch nicht.»

Keiner hat Eloquenz, Entertainment und Erfolg (gut, im Moment ist es mit dem Erfolg in der Bundesliga so eine Sache) je so brillant vermischt wie Jürgen Klopp von Borussia Dortmund. Als Bester überhaupt gilt Ottmar Hitzfeld. Sein Leitspruch hiess: «Der Sieg ist zwar nicht alles, aber ohne Sieg ist alles nichts.»

Mit Armin Veh und Roberto Di Matteo verhält sich das anders. Vor allem wenn es um die Resultate geht. Veh hat am Montag in Stuttgart gleich selbst aufgegeben, weil es mit dem Siegen nicht so klappt und der VfB auf dem letzten Tabellenplatz liegt. Di Matteo wiederum hat bei Schalke 04 eine Mannschaft übernommen, die sich zuweilen schon vor Spielbeginn aufgegeben hat, wie am Dienstagabend beim 0:5 in der Champions League gegen Chelsea.

Ging, damit das Glück zurück zum VfB Stuttgart kommt: Armin Veh. Foto: Keystone

Armin Veh ging, damit das Glück zurück zum VfB Stuttgart findet. Foto: Keystone

Veh ist ein jovialer Typ und trocken sein Humor. «Das ist doch keine Beerdigung hier», sagte er am Montag, als er seinen Rücktritt bekannt gab. Er ging, weil er sich dafür verantwortlich machte, dass der Mannschaft das Glück fehlt. Und weil er das tat, verzichtete er auch darauf, sich eine Abfindung auszuhandeln. Dabei wäre sein bis 2016 laufender Vertrag noch rund 3 Millionen Euro wert gewesen. Wer ihn kennt, ihn, der schon als Spieler immer ein Künstler war und nie ein Kämpfer, den überrascht diese Art der Konsequenz kein bisschen.

Roberto di Matteo lässt bei Schalke 04 Angsthasenfussball spielen: Foto: Keystone

Roberto Di Matteo lässt bei Schalke 04 Angsthasenfussball spielen: Foto: Keystone

Di Matteo ist kein Veh. Im Gegensatz zu ihm hat er zwar schon die Champions League gewonnen, 2012 mit Chelsea, aber noch nie die Bundesliga. Und dienen seine ersten sieben Wochen als Beweis, kann ihm das mit diesem Schalke auf absehbare Zeit auch gar nicht gelingen. Schalke ist Chaos.

Der Italiener aus Schaffhausen wurde geholt, um das zu ändern. Zum Antritt erklärte er markig: «In einer Mannschaft kann es nur einen Chef geben, und der Chef bin ich.» Er liess Defensivfussball spielen, um für Stabilität zu sorgen. Und das Resultat ist ernüchternd: Trotz der Betonmischer-Mentalität des Kranführersohnes erhält Schalke mehr Tore als unter dem wenig geschätzten Vorgänger Jens Keller. Zwölf sind es allein in den drei Spielen in der Champions League.

Horst Heldt redete am Dienstag von «Angsthasenfussball». Und wenn er das sagt, ist das alarmierend. Als Sportvorstand ist er der Chef von Di Matteo.

Der VfB Stuttgart hat übrigens Huub Stevens zum Nachfolger von Veh gemacht. Das passt in diese Liga, wo die Leute aus den Chefetagen manchmal ziemlich einfach gestrickt denken. Stevens war schon Vehs Vorgänger. Auch von ihm stammt eine Weisheit: «Hinten muss die null stehen.» Vielleicht denkt Di Matteo einmal daran.