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Mit Nöggi auf FCB-Jagd

David Wiederkehr am Dienstag den 11. August 2015
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Nöggi alias Bruno Stöckli auf dem Cover seiner Single «Ich bin halt wie’n ich bin». Foto: PD.

Kennen Sie Nöggi? Diesen – doch, doch! – Sänger? Schmissige Songs mit Titeln wie «Ich bi verliebt in Züri» oder «Hörndli und Ghackets» sind sein Programm, und mit «I bin en Italiano» hat er sich sogar einmal in die Schweizer Hitparade verirrt. «Chum e bitzeli abe, oder söll i ufekho?» Italiano Nöggi heisst mit richtigem Namen Bruno Stöckli und wird bald 69. Einst war eine runde Postur sein Markenzeichen, heute grüsst er schlank von seiner Website.

Und Nöggi, deswegen stehen diese Zeilen an dieser Stelle, ist GC-Fan. Auf seinen Club hat er vor vielen Jahren eine Hymne geschrieben. «Nume GC» heisst sie, nur GC, die Rekordmeister-Optik dringt durch: «Nume GC günnt de Match.» Sie wird im Letzigrund nach jedem GC-Sieg gespielt, nach dem 6:1 seiner Lieblinge in Blau-Weiss am Samstag gegen Lugano natürlich erst recht. Und die euphorisierten Fans haben mitgeschunkelt. «Die andere bueched au emal es Fass – aber s’nützt ne nüüt


Nöggis GC-Lied in voller Länge. Quelle: Youtube.

«Nume GC» ist momentan auch das Motto der Super League. Denn «nume GC» vermag dem FC Basel wenigstens halbwegs zu folgen. Der Serienmeister hat in der Sommerpause fast das halbe Kader und den Trainer ausgetauscht, ist auf der Suche nach Krethi und Plethi in Holland, Italien, Dänemark und sogar Australien fündig geworden – und hat trotzdem so selbstverständlich einen makellosen Start hingelegt, wie wohl nur er das schaffen kann. Währenddessen die Konkurrenz, YB und der FCZ, als erste Amtshandlung in der neuen Saison den Trainer gewechselt hat. So viel Naivität zum Ende der vergangenen Saison musste schon sein. Jetzt haben immerhin die Interimsbesen gut gekehrt.

«Nume GC» aber hat nach vier Spielen mehr als halb so viele Punkte aufzuweisen wie der FCB. Und fast fünfmal so viele wie vor einem Jahr. Dass der Club ausgerechnet jetzt einen Höhenflug erlebt, ist doch bemerkenswert. Geschäftsführer Manuel Huber muss sparen und will das im Unterschied zu früheren Geschäftsführern tatsächlich auch tun. Weshalb auf der Bank fast ausnahmslos Spieler sitzen, die kaum die Autoprüfung bestanden haben. Gut, Kim Källström hat er sich geleistet, den 32-Jährigen, der mit nichts weniger als einem Dreijahresvertrag aus Moskau hergelockt werden konnte. Aber sonst?

Doch wenn nun auch noch Munas Dabbur geht und GC in Richtung Palermo verlässt – wer sorgt dann weiter für den Höhenflug? Nöggi hätte wenigstens auch für diesen Fall an die Adresse von Huber ein Lied parat: «Denn bruuchsch halt öpper …»

David Wiederkehr

David Wiederkehr

Ist eher ein Fan von Stadien als von Vereinen und zieht deswegen das Estadio Bernabéu dem Camp Nou vor, aber Barça dem Weissen Ballett. Und fast so geschickt wie mit den eigenen Füssen ist er beim Tippen von Fussballresultaten. Nämlich gar nicht. Irgendwer muss aber ja Letzter werden.

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5 Kommentare zu “Mit Nöggi auf FCB-Jagd”

  1. Alain Burky sagt:

    “Chum e bitzeli abe, oder söll i ufekho?” – Nöggi. Erinnert mich ein bisschen an meine Junioren-Fussballzeit. Hinter mir spielte ein Italiener als “linker Verteidiger” – ich vorne als “linker Flügel”. ‘Spiel es bitzeli füre – oder soll i hinte cho – oder vielfach auch umgekehrt 😉 – Caro Daniele! Go – Burky -go …

  2. Diego sagt:

    Mit “Nume GC” konnte man wenigstens einen Hauch Seele und Tradition in das grauenhafte Letzigrund Stadion rüberretten…
    Auch wenn der Song nur nach Siegen gespielt wird, erinnert er doch an die guten alten GC-Zeiten als man im Hardturm noch grosse Fussballabende erleben durfte.

  3. Oliver Brunner sagt:

    De Nöggi singt seit Jahren bei “Heimspielen” von GC im Durchzug-Leichtathletik-Oval wenn ein Sieg eingefahren wurde. Ist zwar ein nerviger Song – aber Tradition. Es wäre schön, wenn Redaktoren, ausser im Stadion zu sitzen, sich auch mit dem Deutsch auseinandersetzen würden. …«Nume GC» aber hat nach vier Spielen mehr als halb so viele Punkte aufzuweisen wie der FCB… ist schlicht nicht verständlich.

    • Roberto Moreno sagt:

      Wahrscheinlich spielt der Autor auf die Tatsache an, dass GC, im Gegensatz zu YB, mehr als 12/2=6 Punkte auf dem Konto hat, und YB ebendiese Punktzahl sein eigen nennen darf.

  4. Kindasport sagt:

    Es wird so kommen wie es immer kommt in der CH. Nach der nächsten Nati oder Winterpause sieht dann alles wieder ganz anders aus. Die die vorher schlecht waren sind dann plötzlich gut und die die vorher besser waren bringen keinen Fuss mehr vor den anderen. Die einzige Konstante im CH Fussball ist dann wieder einmal der FCB. Dumm ist dieses Spielchen einfach immer für die Mannschaften die sich mit ach und Krach in der Liga für eine EL oder CL (vor vor ) Qualirunde qualifizieren aber anfangs Saison so schlecht sind, dass sie irgendwo, noch bevor das eigentliche Qualifikationsrennen losgeht, schon wieder rausgeflogen sind.

    Ist zwar nicht populär aber ich würde, aus verschiedenen Gründen, die beiden ZH Clubs zusammenschliessen.

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