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Was macht eigentlich Klopp?

Christian Andiel am Mittwoch den 15. Juli 2015
Borussia Dortmund coach Juergen Klopp and his wife Ulla pose for a photo before the team's party at Britain's Natural History Museum in London May 26, 2013, following their Champions League defeat against Bayern Munich at Wembley stadium.   REUTERS/Federico Gambarini/Pool    (BRITAIN - Tags: SPORT SOCCER ENTERTAINMENT) - RTX101D8

Endlich mal Zeit für Gattin Ulla: Jürgen Klopp gibt momentan Ruhe. Foto: Keystone

Die Schweizer Liga geht schon wieder los, in den anderen Ländern haben die Fans ein wenig länger Verschnaufpause. In Deutschland wird wieder verzweifelt nach dem neuen Bayern-Jäger gefahndet. Dabei ist die Sache klar: Der VfL Wolfsburg muss es richten, mit seinen VW-Millionen im Rücken, mit dem unaufgeregten Dieter Hecking an der Seitenlinie, Manager Klaus Allofs dahinter und vor allem mit dem famosen Kevin De Bruyne auf dem Platz. Das sieht auch Dortmunds Boss Hans Joachim Watzke so, er hat seinem Club ganz andere Ziele gesteckt, nach dem Ende der Ära Jürgen Klopp gehe es um eine Art Neubesinnung beziehungsweise -orientierung.

Was aber muss Wolfsburg tun, um die Bayern hinter sich zu lassen? Gegen die Kleinen punkten. Denn nimmt man nur die vier Erstplatzierten der vergangenen Saison und schaut sich die Bilanz untereinander an, so ergibt sich ein überraschendes Bild:

  1. Wolfsburg, 12 Punkte, 15:9 Tore
  2. Gladbach, 11 Punkte, 7:2 Tore
  3. Bayern, 7 Punkte, 4:9 Tore
  4. Leverkusen, 4 Punkte, 8:14 Tore

Damit das auch gegen defensiver orientierte Mannschaften fortan besser wird, wurde vor allem Max Kruse für 12 Millionen Euro von Gladbach geholt. Dafür geht Josip Drmic (10 Millionen) von Leverkusen nach Gladbach, sein Landsmann Admir Mehmedi wiederum ersetzt ihn für 6 Millionen bei Bayer und entkommt so mit Freiburg dem Gang in die 2. Liga. Wie auch Roman Bürki, der künftig in Dortmund mit Roman Weidenfeller um die Position als Goalie Nummer 1 kämpft.

Das ganz grosse Transfertheater wars also nicht in der Bundesliga. Für den (doppelten) Knall waren wieder einmal die Bayern zuständig. Erst holten sie den Brasilianer Douglas Costa und sorgten für den Rekordtransfer des Sommers in der Bundesliga: 30 Millionen Euro war ihnen die Alternative zu Franck Ribéry wert. So viel haben einst auch Mario Gomez und Manuel Neuer gekostet, teurer waren beim FC Bayern bislang nur Javi Martinez (40 Millionen) und Mario Götze (37 Millionen).

Liebe Fans, ich möchte mich bei euch für die unglaublichen gemeinsamen Jahre beim FC Bayern München bedanken! Dear Fans, after 17 incredible years at FC Bayern, 15 national titles, winning the historical triple and uncountable other highlights that I was fortunate enough to experience with my incredible team, all you exceptional fans and the co-workers at Säbener Straße and Allianz Arena, I have decided to take a new career step. This decision was very hard to make because you and FCB have, are and will always be an extremely important part of my life. Nevertheless, I would like to again gain experience at a new club. My destination is Manchester United. I hope you understand my decision. No one can take away the incredible journey we had together. #MiaSanMia

Posted by Bastian Schweinsteiger on Sonntag, 12. Juli 2015

Quelle: Facebook

Wesentlich mehr Gesprächsstoff gab es freilich um Bastian Schweinsteiger, der den Club nach 17 Jahren verlässt und für 18 Millionen Euro zu Manchester United geht – und zu Louis van Gaal, der Schweinsteiger noch richtig schätzt. Anders als Pep Guardiola, der dem körperlich doch einigermassen ramponierten Mittelfeldmotor nicht mehr richtig trauen mochte. Schweinsteiger ist aber tatsächlich nicht der Zauberer, der das Spiel so schnell macht, wie von Guardiola verlangt. Wie sehr aber wird Schweinsteiger als Identifikationsfigur fehlen? Es gab Unmutsäusserungen der Bayern-Fans, aber das stecken die Bosse an der Säbenerstrasse so was von locker weg, im Vergleich zu den Kämpfen rund um die Neuer-Verpflichtung ist das Ponyhof.

Die Bayern haben sich also weiter nach den Wünschen Guardiolas gerichtet, sie rücken immer weiter von ihrer Philosophie ab, dass der Trainer nicht zu viel Macht haben darf im Club. Das bringt zumindest so lange wieder lustige Diskussionen, bis der Vertrag des Katalanen nicht über 2016 hinaus verlängert ist.

Aber apropos Trainervertrag. Was macht eigentlich Jürgen Klopp? Bei ihm hatte man ja das Gefühl, dass er nach dem Rücktritt in Dortmund zwischen den weltbesten Clubs aussuchen könnte: Real oder Barça, City oder Manchester United, Arsenal oder Liverpool – was hättens denn gerne? Doch um Klopp ist es ruhiger als früher zu nachtschlafender Zeit. Hat sich da einer überschätzt? Eher nicht. Eher waren es die deutschen Medien, die sich mit Möglichkeiten und Gerüchten überboten haben. Klopp hat es wohl tatsächlich ernst gemeint mit der Auszeit, die er sich nach sieben Jahren beim BVB nehmen wollte, obwohl der ein oder andere interessierte Club angefragt habe. Oder wie sein Berater Marc Kosicke (wenn der Meister schweigt, muss der Adlatus sprechen) gegenüber Spox.com sagt: «Jürgen will jetzt mit seiner Frau Sachen erleben, zu denen er lange nicht gekommen ist.»

Das klingt herzig. Aber irgendwann wird Klopp genug Museen besucht, Opern gehört und Wanderungen in abgelegenen, TV-freien Zonen gemacht haben. Und dann sei die Premier League gemäss Kosicke «sehr spannend», dabei müsste es nicht zwingend einer der vier Topclubs sein. Klopp tut also momentan nichts, aber er ist bereit. Und er wird jedes Mal genannt werden, wenn irgendwo ein Trainer wackelt – oder wenn Bayern mal nicht mit drei Toren Differenz gewinnt.

Christian Andiel

Christian Andiel

In Bayern aufgewachsen, ziemlich heftig mit dem 1. FC Köln verbandelt – und träumen darf man ja von Europa und Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin!

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12 Kommentare zu “Was macht eigentlich Klopp?”

  1. marion uhlig sagt:

    für mich ist sonnenklar dass kloppi zu den Bayern geht.das steht alles schon geschrieben

  2. Mike Müller sagt:

    Sollte Kloppo tatsächlich zu den Bayern gehen, hat das Ganze auch sein Gutes: Matthias Sammer wird dann abgeschossen.

  3. Bruno Froehlich sagt:

    Es ist dem Paar Ulla und Juergen so sehr die Auszeit zu goennen. Fuer michist Klopp ein Trainer mit Charisma wie es nur wenige haben. Denke ein Rehagel mit Bremen und Europameister mit den Griechen, Herberger WM 1954, Ferguson Urgestein ManU, und nicht zu vergessen Favre. Spekulieren mag ich nicht wo Klopp hingeht, bin aber gespannt wenn es so weit ist und dann vor allem, was er aus einer neuen Mannschaft wieder herauszuholen vermag. Nun soll er mit seiner bezaubernden Frau die Unruhe des Lebens ohne das runde Ding geniessen.

  4. Kornelius Van Hoeven sagt:

    Liverpool-Manager Brendan Rodgers ist ein “dead man walking”, falls dieser Ende Jahr noch im Amt ist, wäre das eine veritable Überraschung. Dabei wäre Klopp der ideale Kandidat, den Reds wieder eine fussballerische Identität zu vermitteln und grosse Ziele anzustreben. Ob dieser allerdings Lust hätte, den orientierungslosen Scherbenhaufen an Anfield zu übernehmen, ist freilich eine ganz andere Frage.

  5. Paul sagt:

    a) Klopp löst Pepi nach dem 10. Spieltag ab.
    b) Favre kommt ab 2016 zu den Bayern.

    Chancen: 50:50 …

    • adam gretener sagt:

      Na ja, ich denke nicht, dass sich Klopp als Feuerwehrmann hergeben wird. Wahrscheinlicher ist es, dass er sich bereits mit Arsenal bezüglich der Ablöse von Wenger geeinigt hat.

      Und zu Favre. Rumgeknicke und er kennen sich zwar persönlich, aber ich glaube eher, dass er einen Tuchel bei Dortmund ablösen wird, sollte er einen Fehlstart hinlegen.

  6. Lisbeth Salander sagt:

    Klopp und die Bayern – ich kann mir schlecht vorstellen, wie das passen soll.

  7. Alex sagt:

    Der Mann hält eben sein Wort.

  8. Die Auszeit von Klopp ist doch so was von klar: Sie dauert ein Jahr – eben noch solange bis Guardiola die Bayern verlässt und Nationaltrainer von Katar wird.

    • Heino Gerber sagt:

      ZAK! Auf den Punkt gebracht!

      • Bratt sagt:

        Traurig, aber offensichtlich. Bin mir sicher, dass ein erstes Abtasten schon stattgefunden hat und irgendwann im Herbst ein weiteres Gespräch ‘im Verborgenen’ stattfinden wird. Klopp ist menschlich, wie werbetechnisch DER coachgewordene Jackpot. Er ist die wichtigste Personalie der Bayern in den nächsten 5-10 Jahren.

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