Golddigger sind jetzt Kryptodigger

Digger sagt ihnen nichts? Stellen Sie sich vor, sie heiraten mit Rupert Murdoch einen der reichsten Menschen der Welt – wie das Wendi Deng (r.) getan hat. Foto: Phil McCarten (Reuters)

Wissen Sie, was ein Golddigger ist? Ich frage das zur Sicherheit, bevor ich weiterschreibe, denn ich habe eine Freundin, die das neulich tatsächlich nicht wusste, und nachdem ich schon eine halbe Stunde erzählt hatte, fragte sie mich, was ein Golddiger sei?

Also, das ist die Spezies Frauen, die sich schon sehr früh darauf spezialisieren, mithilfe von Männern zu grossem Reichtum und einem luxuriösen Lifestyle zu gelangen. Die jungen Golddigger sind meistens von ihren Golddigger-Müttern dazu trainiert worden, dass man seine Zeit auf keinen Fall mit Männern verschwenden darf, die keine gigantischen Reichtümer zu bieten haben.

Die Schweiz ist das Epizentrum für Golddigger, so wie alle Orte, an denen sich viel Geld sammelt, Golddigger melting pots sind. Monte Carlo zum Beispiel ist ein beliebtes Ausflugsziel für junge Digger, oder Dubai. Ältere Golddigger lieben immer noch Marbella, bei uns sitzen sie in ihren Chalets in St. Moritz, Gstaad und in Villen am Zürichsee mit dem Geld aus vier lukrativen Ehen oder vom letzten, verstorbenen Mann. Berlin dagegen ist verhasst bei Golddiggern, da kommen die Männer mit dem Fahrrad statt mit dem Heli, und spendieren höchstens zehn Euro (eine warme Mahlzeit und ein Bier) aber das nächste Mal muss dann die Frau zahlen.

Also, alles klar, oder?

Ich habe viele Golddigger in meinem Freundeskreis, ich bin selbst leider überhaupt nicht so, sonst hätte ich keinen Beruf und würde nicht lieber arbeiten, statt nett zu Männern zu sein, aber ich liebe meine Golddigger, die jungen und die alten, und will jetzt nichts Negatives hören.

Sie redete nonstop von Bitcoins

Letzte Woche war ich bei meiner Freundin S. in Küsnacht, und während sie das Dinner für uns auftischte (Chicken and Salad), redete sie nonstop von Bitcoins. Ich muss dazu sagen, ich kann meine oberflächliche Seite sowie meine Vorliebe für seichte Unterhaltungen mit meinen Golddiggerfriends gut ausleben und bin keine anspruchsvollen Gespräche gewöhnt und erwarte diese auch nicht. Aber jetzt ging es darum, dass S. ihren Ehemann dazu bringen will, mit Bitcoins in einen Kryptowährungsfonds zu investieren, und um die nervtötenden Schwierigkeiten, mit denen das verbunden ist.

Die erste Kryptowährungs-Girlgroup kommt aus Japan: Ein Mitglied von Kasotsuka Shojo mit Bitcoin-Maske und Fan. Foto: Kazuhiro Nogi (AFP)

Ich checkte gar nicht, wovon S. redete, und sie erklärte mir, dass Bitcoin nur eine von mehreren Kryptowährungen sei, welche es sonst noch gebe, wie viel man investieren müsse und wie viel Millionen Freunde daran verdient haben. Ach, heulte ich, hätte ich nur für 1000 Euro Bits gekauft, als ich 2012 mit den ganzen Startuppern abhing. Nein, tröstete sie mich, damals wusste man ja nicht, dass man die Bitcoins zu Cash machen kann, «aber du kannst jetzt einfach in deinem Trading Office anrufen und dir Zehntausend auf dein Konto überweisen lassen». Dazu blickte sie mich vielsagend an.

«Nur wenn einem das Geld vollkommen egal ist»

Ein paar Tage später sassen wir wieder zusammen in fröhlicher Runde, und eine von uns sagte, sie wollte eigentlich zur Krypto Conference nach St. Moritz. Sofort klagte eine andere, die mit ihren weissblonden Haaren und spitzen rosa Fingernägeln eher Ähnlichkeit mit Barbie als mit einer Finanzexpertin hat, dass UBS und Credit Suisse keine Transaktionen mit Kryptowährungen vornehmen und sie sich mühsam eine Privatbank suchen mussten, die das macht, und sie jetzt hunderttausend locker machen muss, aber sie zögert noch.

«HUNDERTTAUSEND», frage ich entsetzt, «so viel? Warum nimmst du nicht erst einmal zehn?» – «Ach, das bringt nichts», antwortete sie, «und alle Krypto-Broker sagen, ab hundert investieren, und nur wenn einem das Geld wirklich vollkommen egal ist und nicht wehtut.» Alle Golddigger nickten mich an.

«So ist das also», fasste ich zusammen, «ihr seid jetzt alle Kryptodigger, das nächste Level von Golddigger.» Vor 20 Jahren war die Benchmark ein Privatjet, jetzt muss ein Mann Krypto-Fonds in Millionenhöhe vorweisen können. Willkommen im neuen Data-Zeitalter!

22 Kommentare zu «Golddigger sind jetzt Kryptodigger»

  • Alexander Wetter sagt:

    auch, oder vielleicht vorallem, für die Damen-Welt gibt es nicht ein mehr überzeugendes und wirksameres aphrodisisches Argument als Geld

  • P.Meier sagt:

    Krypto Währungen sind die Zukunft. Das haben die Frauen verstanden, Erfolgreich werden nur diejenigen sein, die sich auch für die Technik und nicht nur für das schnelle Geld interessieren.

  • Eduardo sagt:

    „Ich habe viele Golddigger in meinem Freundeskreis. Ich bin selbst leider überhaupt nicht so, sonst hätte ich keinen Beruf und würde nicht lieber arbeiten, statt nett zu Männern zu sein, aber ich liebe meine Golddigger, die jungen und die alten, und will jetzt nichts Negatives hören.“

    Negatives bekommen dafür jetzt meine Geschlechtsgenossen zu hören, die auf diese berechnenden Golddigger reinfallen. Sorry, Jungs, aber wie könnt Ihr so abgrundtief blöd sein und nur wegen der sexuellen Anziehung völlig den Kopf verlieren, die sowieso durch den fatalen Coolidge-Effekt (siehe Wikipedia) bald ihre Wirkung verliert? Oder geht es Euch vor allem um Angeberei vor Verwandten, Bekannten und Unbekannten im Stile von „Seht mal alle her, was für eine tolle Frau/einen tollen Betthasen ich habe“?

    • Anh Toàn sagt:

      Wie kann man so blöd sein und Geld stärker gewichten als Sex. Geld ist es dazu da, es raus zu schmeissen, vorzugsweise mit jungen Dingern.

      (Glauben Sie im ernst, die seien nur doof und hätten dennoch (noch) richtig Kohle und fallen auf ein hübsches Gesicht rein das nette Lügen erzählt? Die wissen einfach, die Lügen hören sich besser an, als die Wahrheiten der meckernden Alten zu Hause.

      • Anh Toàn sagt:

        Wären Sie reich, würden Sie einen grossen Bogen um die jungen hübschen Frauen machen, aus Angst, die wollten nur ihr Geld. Warum sollten die hässlichen oder die Alten ihr Geld nicht wollen? Sogar den selber Reichen können Sie nicht trauen, die sind ja reich, weil Geld die interessiert. Bleiben Sie allein oder werden Sie arm.

  • Hansjürg sagt:

    Meine Güte, wen interessiert ob UBS und Credit Suisse für Barbie Transaktionen in Kryptowährungen tätigen? Viel interessanter wäre doch, von Insidern zu erfahren, was Rupert Murdoch und Wendi Deng in der Hochzeitsnacht alles so machten – machen konnten.

  • Eduardo sagt:

    Golddigger (meist eher bescheidener Art; Millionäre sind ja eine knappe Ware) habe ich auch in meinem Bekanntenkreis.

    Während Frauen bis 30 einen unterhaltsamen, halbwegs vorzeigbaren Künstler bevorzugen (z. B. einen Schriftsteller, Maler, Filmemacher, Fotografen oder einfach Lebenskünstler), wächst ab 30 der Bedarf nach einem Geldmann (Millionenerbe, Mitglied des Firmenkaders, Firmeninhaber) in exponentiellem Maße, denn ab da nimmt im gleichen Tempo die sexuelle Verzauberungs- bzw. Verhexungsfähigkeit ab 😉

    Zu diesem Thema passend ist übrigens der Artikel „Hübsche Frau sucht reichen Mann – Banker antwortet auf Gesuch von Ms. Pretty“ (siehe Google; dann auch Teil 2 lesen!).

  • andy sagt:

    Meine Nacken Muskulatur sollte auch wieder mal professionell getriggert werden. 😊

  • Timo schuster sagt:

    Super Post. Was gelernt.

  • Marcel Zufferey sagt:

    Hier die Golddiggerin dort der Mann, der eine Trophy Wife sucht: Passt doch perfekt! Superreich per Ja-Wort, bzw. per Scheidungsanwalt, ja, das ist ein ausserordentlich erfogreiches Geschäftsmodell! Hier eine Auswahl der teuersten Scheidungen ever:

    http://www.wiwo.de/finanzen/steuern-recht/teure-trennung-die-teuersten-scheidungen-aller-zeiten/6351730.html#image

    Jamie Cooper-Hohn (Bild 1) erstritt sich nach 17 Ehejahren die Rekordsumme von 530 Mio. Dollar: Das ist mehr als das Doppelte, als das Basler Biotech-Unternehmen Santhera derzeit an der Börse wert ist! Auf Bild 5 hat eine Frau nach nur gerade zwei Ehejahren 50 Mio. Dollar einkassiert..! Da fragt man sich manchmal schon, welche Leistung hier von den Frauen in Rechnung gestellt wird.

  • julia müller sagt:

    Ui, tolle Aussichten für meine Familie: Meine Söhne arbeiten beide in (ETH-)Start-ups, ihre Frauen ebenfalls, die ganze Verwandtschaft meines Mannes wohnt an der Goldküste, wir im Kanton Zug = das „Crypto Valley“ (s. „Handelszeitung“). What else?

  • andy sagt:

    Gesucht wird: Erfolgreiche Grossunternehmerin und Dame, die sich von mir, dem attraktiven Herrn und Mann mit gehobenem Niveau, die alltäglichen Sorgen vom Hals halten möchte. Bitte nur solvente Offerten mit Visa Platin Karten im Grundangebot. Es empfiehlt sich höflich James Bond 006

  • Philipp M. Rittermann sagt:

    entweder man ist feministin und stellt selbst was auf die beine. oder man ist „material girl.“ zu beidem kann man stehen. nur beides sein zu wollen geht beim besten willen nicht. und das haben viele der sog. „modernen frauen“ nicht begriffen. siehe z.b. exponentinnen wie irina beller. gut, hier kommt noch fehlender iq dazu. trotzdem. nicht ernst zu nehmen.

  • hubert sagt:

    hätte ich so viele Golddigger in meinem Bekanntenkreis, ich würde mich fragen, ob bei mir persönlich etwas schief läuft.

  • Marcos sagt:

    Kryptowährungen handelt man online und nicht über eine Bank. Diese ist in diesem Fall ein unnötiger Mittelsmann. So viel Verständnis von Kryptowährungen ist evtl. gar nicht vorhanden.

    ps: Gold- bzw. Kryptodiggerinnen sind das allerletzte

    • andy sagt:

      Der Handel von Kryptos läut über Börse und sind während des Handels effektiv im Angebot. Um mit Kryptos an die Börse zum Handel zu gelangen benötigt man Plattform Geber (meist Bank) bzw. Account bei denselben. Da man mit Kryptos ja nicht nur Schicki Micki macht besteht eben auch über die Banken oder Plattformen, die Kryptos zu realen Fränkli, Dollars oder Euzen etc. zu machen und auszuzahlen. Ich sehe schon wer dass wirklich kaum Ahnung hat. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an die Bank Bitcoin Suisse AG in Zug. Dort wird geholfen bei Anfängersyndromen. Profis agrieren längst. L.G. a

      • Wäis Kiani sagt:

        Ich bin zu blöd, um Fragen zu stellen, mir ist es auch egal. Bitcoins sind dirty, wurden erschaffen damit man im Darknet für die schlimmsten Dinge der Menschheit anonym bezahlen kann. LG

        • Philipp M. Rittermann sagt:

          die form der währung ist nicht relevant. relevant ist, wie, wer und va. wo damit spekuliert (wird). diese aspekte machen hier die kryptowährungen besonders anfällig für missbräuche-, und im selben atemzug besonders attraktiv für „zocker.“

      • Marcos sagt:

        Schön dass du Werbung machen darfst. Coinbase oder binance werfe ich mal als Stichworte rein. Natürlich muss man erst mal die reale Währung in eine Kryptowährung eintauschen, geht aber online meiner Meinung nach besser.

        Ps: die Gefahr von dirty Bitcoins sehe ich auch, insbesonders bei Währungen wie Monero. Bei Bitcoin selber besteht bezüglich Transaktionen ja Transparenz. Heikel ist es trotzdem. Technologisch aber alles lösbar

  • andy sagt:

    Bitcoin sind nicht schmutziger als jede andere Währung oder Geld. Da haben Sie einen Denkfehler, Madame Kiani. Das Darknet kann bequem auch mit jeglicher anderer Währung gespiessen werden. Jedoch besteht tatsächlich eine erhebliche Gefahr eines „neuen“ Bankgeheimnisses, da die Blockchain Accounts anonym sind soweit. Es wird sich noch wandeln bis zum optimum. Die raren und limitierten Coins werden vermutlich in Zukunft noch erheblich an Wert zulegen, denke ich. Schönen Abend for your dirty mind thinkings.

  • Anh Toàn sagt:

    „diggin'“ ob nach Gold oder Kryptos ist in einer kapitalistischen Gesellschaft nicht verwerflich. „Consul Weyer, Graf von York“ sagte mal etwas wie: „Wer arm geboren ist, kann nichts dazu. Selber schuld ist, wer dann auch noch arm heiratet.“

  • Oliver Brunner sagt:

    Und im nächsten Artikel heisst es dann wieder, Frauen die „ehrlich“ Karriere machen wollten, würden diskriminiert. Stimmt, aber zurecht, wie man lesen kann. Zudem gehört eine junge, sexy, willige (oder zumindest so tut) Frau zu Ausstattung eines jeden Top-Managers. Das wird erwartet, wie Maserati, Villa, tiefes Handicap etc. Sonst darf man sich nicht wundern, wenn man nicht mehr eingeladen wird oder der Deal anders läuft als erwartet. Also schickt Eure Töchter nicht an die Uni…

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