Sex und andere Sünden aus Jugendtagen

Was, bitte, soll uns an ihm schockieren? Kevin Spacey macht zurzeit Schlagzeilen; im Bild von 2003 lächelt er mit Kate Bosworth um die Wette. Foto: Nestor Bachmann (Keystone)

So, Kevin Spacey, einer der wenigen wirklich guten Hollywood-Schauspieler, hat sich vor 25 Jahren auf einen damals 14-Jährigen gelegt, der aber angeblich rechtzeitig fliehen konnte. Huch! Ich glaube nichts von dieser Story, ich glaube, es ist eine Ersatzstory als Erpressung, bevor andere schlimmere Geschichten über ihn erzählt werden. Deswegen hat sich der arme Kevin nicht nur entschuldigt, sondern auch als schwul geoutet, und zuletzt kam die Meldung, er wolle sich behandeln lassen.

Wogegen denn? Was auch immer, die Geschichte ist noch unschockierender als der Film «Kids» von 1995, der uns alle aufforderte, «schockiert» zu sein, was aber nicht ging, weil wir selbst viel schlimmere Kids waren als die Kids in «Kids». Der Film war genauso unschockierend wie Kevin Spacey.

Wir habens getan

Ich habe mal versucht, mich zurückzuerinnern, was ich und mein Umfeld alles an üblen Dingen – weswegen wir in ernsthafte Schwierigkeiten hätten geraten können – getan haben.

  • Vor 30 Jahren war ich mit drei Apothekertöchtern befreundet. Die hatten den Schlüssel zum Giftschrank ihrer Eltern, und wir plünderten diesen jedes Wochenende. Ich hätte an irgendeinem Zahnarztgift sterben können! Ich müsste die Mädchen (heute alle um die 50) anzeigen.
  • Vor 32 Jahren: Einige Arztkinder fälschten damals Rezepte für Aufputschmittel, die man Patienten nach schweren Operationen verschrieb. Ich hatte mehrmals zu viel davon und hatte schreckliches Herzrasen. Polizei!
  • Vor 28 Jahren landeten meine damalige Freundin und ich mal bei einem bekannten Musikmanager und seinem besten Freund, beide um die 40, in einem glitzernden Münchner Penthouse. Es wurde getrunken, und irgendwann holten die Herren eine Flasche Poppers hervor, hielten uns damit getränkte Tücher unter die Nase und versuchten uns zu befummeln. Es war grauenvoll und beängstigend, wir rannten irgendwann einfach aus der Wohnung, natürlich unversehrt. Vielleicht sollte ich die beiden, mittlerweile um die 70, heute deswegen mal anrufen.
  • Vor 33 Jahren: Mein damals 17-jähriger Freund ist mit mir regelmässig heimlich mit dem Golf GTI seiner Mutter gefahren, obwohl er keinen Führerschein hatte. Das war lebensgefährlich! Ich zeige ihn an!
  • Vor 35 Jahren: Ein anderer Freund hatte die Angewohnheit, in die Villa der Nachbarn einzubrechen – mit dem Schlüssel, der bei seinen Eltern deponiert war –, und Sachen wie Golfschläger, Reitzeug, silberne Kerzenleuchter oder Kristallvasen zu klauen und zu verkaufen. Die Nachbarn hatten nie etwas bemerkt. Ich werde es ihnen jetzt sagen, ist doch erst 35 Jahre her!

Und Sie? Was haben Sie früher angestellt? Jetzt können Sie es ja verraten..

64 Kommentare zu «Sex und andere Sünden aus Jugendtagen»

  • chris regen sagt:

    ich gebe der autorin insofern recht, als dass vermutlich jeder und jede gewisse sünden-geschichten aus der vergangenheit ausgraben könnte. einen unterschied muss man aber sehen – in ihren beispielen geht es niemals um sexuellen machtmissbrauch in bezug auf eine mögliche karriere, resp. deren drohendes ende. einzig die penthouse-episode kommt der sache sehr nahe, und ich staune, wie sie heute über sich und ihre freundin lacht und die situation von damals verharmlost. das ist genau die reaktion, welche täter und mitwisser jahrelang walten lässt/liess. DAS schockiert mich. sie hatten glück. es hätte auch anders enden können und sie würde heute keine sarkastischen texte zu einer so ernsten thematik wie der sexuellen ausbeutung verfassen…

  • Roxy sagt:

    Ich dachte dasselbe von Spacey wie sie. aber nun, siehe da, wird laut, dass er auch heute noch ein stets übergriffiger Kerl ist.
    Dann muss ich sagen: recht so, wenn solche Leute nicht länger durchkommen mit ihrem inakzeptablen Verhalten.
    Warum er in Behandlung muss? Etwas besser recherchieren Frau K. Mir scheint, Sie haben nach dem ersten Zeitungsbericht einfach drauflos geschrieben, aber mittlerweile ist einiges mehr bekannt.

  • Roxy sagt:

    Grundsätzlich haben Sie recht: es mutet seltsam an, Menschen wegen Fehlverhalten in ihrer Jugend anzuklagen, als man zudem noch in anderen Zeiten lebte.
    Es sei denn, diese Personen hätten sich nicht gebessert, und missbrauchen ihre Machtposition bis heute.
    Wir sollten also die Kläger auch nicht vorschnell verurteilen. Vielleicht wissen sie mehr als wir, vielleicht wissen sie, dass sie nicht Opfer eines einmaligen zufälligen Ausrutschers waren, sondern dass der Täter notorisch und mit System Missbrauch betreibt, heuchlerisch und alle schauen weg.

  • andy sagt:

    Verehrte Frau Kiani

    Gibt es ein Leben nach der Midlife Crisis (Wechseljahre)?

    Gehört Sex und andere Dinge dann auch noch dazu?

    Schönes Wochenende und feste Umarmung.

    • andere Tina sagt:

      @Andy: Ja, es gibt ein Leben nach der Middlife Crisis. Und ich versichere Ihnen, Sex und andere Dinge gibt es auch nach der Pubertät, das werden Sie entdecken, sobald Sie sie hinter sich haben.

      • andy sagt:

        Wissen Sie Tina (die andere), Pubertät verwechseln viele mit Realität.

        Das Leben nach der Midlife Crisis lernte mich folgendes.

        Skepsis bleibt Trumpf.

  • Hansjürg sagt:

    Aber hallo! Das ist jetzt aber gar nicht fair. Sie wollen wissen was wir getan haben und schildern selbst nur, was andere getan haben.
    Ätsch, ich bin nicht reingefallen.

  • Julia sagt:

    Leider ist die Geschichte mit dem Musikmanager und seinem Freund verjährt. Aber ja, Sie hätten die beiden anzeigen sollen. Wissen Sie, ob die beiden das bei anderen jungen Frauen auch versucht haben bzw. dann vielleicht auch weiter gegangen sind? „Die Kunst des Erwachsenwerdens“ – da liegt noch ein sehr weiter Weg vor Ihnen. Ich befürchte, Verantwortungsbewusstsein wird bei Ihnen auch jetzt im Alter nicht mehr zum Vorschein kommen. Zum mindest war es die richtige Entscheidung von Ihnen, keine Kinder zu bekommen. Ich meine, was würden Sie Ihrer minderjährigen Tochter erzählen, wenn sie so etwas erlebt hätte? „Stell dich nicht so an, das war doch nur Spass und in dreissig Jahren lachst du darüber“?!?

    • Julia Müller sagt:

      Ja, Juli (Namensvetterin), wenn man Kinder hat, ist vieles bis alles anders. In meinem erweiterten Familien-/Bekanntenkreis haben sich 2 junge Männer (25-30) umgebracht, wegen Liebeskummer, die Freundinnen haben sie verlassen, sie sahen keine Zukunft mehr für sich. Kenne die ganz genauen Gründe nicht, die Mütter und Väter zermattern sich aber immer noch und immer mehr das Hirn, fragen sich: Was haben wir dem Kind nicht mitgegeben, dass es kein Ur-Vertrauen mehr haben konnte? Das ist alles nicht so einfach, wie es aussieht …

      • Julia sagt:

        Hallo Julia 🙂 Ich muss vielleicht dazu sagen, dass ich keine Kinder habe, aber anscheinende so etwas wie Empathie, was der Autorin wohl abhanden gekommen ist (oder einfach nie da war), deshalb habe ich versucht, mit dem Beispiel des eigenen Kindes so etwas wie Verständnis bei ihr zu wecken.

  • Benni Aschwanden sagt:

    3 Gedanken zum Thema: 1. Wenn ich ein Chef bin (oder Kader, oder VIP, oder sonstwie „prominent“) und meine Sekretärin (oder Assistentin, oder Azubi, oder sonstwie „Untergebene“) gefällt mir total, wenn ich dann Avancen, Komplimente oder freche Sprüche mache und ihr mein Interesse signalisiere – ist das dann immer „Machtmissbrauch“? 2. fällt auf, dass wenn in Diskussionen Frauen bei einem Thema unter Druck geraten, diese immer einen „Komplizinnen-Instinkt“ haben, dann geschlossen zueinander stehen und ihrerseits angreifen. Männer machen das selten, Männer hauen den anderen Männern oft auch noch eins auf den Schädel (um sich bei Frauen einzuschleimen?). 3. scheint es viel weniger schlimm zu sein, jemandem die Nase zu brechen als jemanden an der falschen Stelle zärtlich zu berühren.

    • Peter Herzog sagt:

      Zu 1.: Nur, wenn Sie dabei Ihre Machtstellung ausnutzen, um entgegen dem Willen Ihrere Angebeteten zu Ihrem Ziel zu kommen.

      Gestalten Sie Ihre Avancen geschmacksvoll, reagieren Sie cool auf Misserfolge. Und: Vielleicht hilft es, wenn Sie mit den „frechen Sprüchen“ etwas zurückhaltend sind, das klingt nämlich nicht so angenehm.

      Ich verstehe nicht, warum sich Männer so einfach verunsichern lassen. Dabei geht es doch nur darum, kein Arschloch zu sein.

      • Benni Aschwanden sagt:

        Natürlich haben Sie völlig recht. Die Frage war auch nicht auf mich selber bezogen, sondern als Denkanstoss zu den aktuellen Vorkommnissen gedacht. Denn die Grenzen sind fliessend, und „Flirten“ oder „Anmache“ wird von verschiedenen Leuten verschieden interpretiert. Persönlich gehe ich mit Ihnen einig, dass Stil und Respekt zentral sind. Allerdings wundere ich mich manchmal, was sich Frauen einerseits von Männern alles „im Spass“ gefallen lassen ohne ersichtliche „rote Linie“, und wo sie andererseits wiederum hyperpenibel sind und überreagieren. Essentiell finde ich – wie im Artikel angetönt – dass Entgleisungen SOFORT zur Sprache kommen, und nicht erst dann, wenn keine Beweise mehr da sind. Wenn jemand Jahre damit leben konnte soll die Person weiter still sein. Auch das ist Stil.

    • Aline sagt:

      Benni, da muss ich Peter recht geben: ich hab’s nie einem Mann übel genommen, wenn er besonders nett, freundlich oder aufmerksam war, auch nicht, wenn das Interesse nur einseitig war. Was ich aber gar nie cool fand, egal, wie sexy oder verführerisch Mann auf den ersten Blick wirken mochte, waren Bemerkungen unter die Gürtellinie und respektloses Verhalten. Eigentlich nicht so kompliziert.

    • Lichtblau sagt:

      Nun ja, die Anzahl der zwischen Chef und Sekretärin, Arzt und Krankenschwester oder Garagenbesitzer und Mechanikerin (hm) geschlossenen Beziehungen/Ehen sind Legion. Zum Beispiel in der Generation unserer Eltern. Viele davon haben sich sogar gut gehalten. Machtmissbrauch? Wohl lange Zeit eher die Normalität.

    • Annalena sagt:

      Sie Chef, die Weibchen sind alle Untergeordnete, Sie vergreifen sich sogar an der Auszubildenden. Spätestens dann, wenn die Eltern der Azubi davon Wind bekommen, sind Sie Chef gewesen. Das Ausnützen eines Abhängigkeitsverhältnisses ist per se strafbar.
      Aber versuchen Sie sich mit Ihren tollen Verführungskünsten mal bei der Verwaltungsratspräsidentin, oder der Chefin der Rechtsabteilung des Betriebes oder der Frau des Big-Boss. Das wäre doch Flirten auf Augenhöhe. Oder hätten Sie dann Probleme mit Ihrer Frau Gemahlin? Dann sind Sie auf jeden Fall ein Troll.

  • Anh Toàn sagt:

    Bei unserer Strolchenfahrt mit dem Auto der Mutter meines Freundes versagten die Bremsen. Als ich die 2CV Kiste bergab um die Kurve bondjamesbondete, habe ich nicht erwartet, dass dies klappt. Nach ein paar mal „pumpen“ ging die Bremse dann wieder. Wir mussten es der Mutter meines Freundes erzählen, wir konnten sie nicht unwissend mit dem Auto rumfahren lassen. Ansonsten haben wir nachts Autos aus dem Parkplatz mitten auf die Strasse geschoben/gehoben. Später dann 3 vorne, 4 hinten, bist besoffen komplett, im grünen Kadett. Sex? Naja, mit 15 ins Pornokino geschlichen – Einer war älter, kaufte Ticket und öffnete Notausgang von innen, viel mehr war da nicht mit Sex, wie bei Lindenberg, man träumte von ’nem flotten Dreier und wusste kaum, wie ein Einer geht..als Mann noch jung war

    • Anh Toàn sagt:

      Ich denke, den meisten jugendlichen Männern geht es auch heute noch wie mir damals, die sind zu scheu bei Mädchen. Ich war 17, als die noch nicht 15 Jährige Sex forderte, ich fand ziemlich daneben, dass er, der laufend im unpassendsten Moment wollte, nun nicht mehr wollte. Könnte ich die auf einen psychischen Knacks verklagen? Ich hatte Angst vor dem nächsten Mal. Aber ein Jahr darauf stotterte ich eine junge Thai Prostituierte an, sie hat gemerkt, dass ich auch nicht recht wusste, was ich wollte. Ich könne sie morgen nachmittag abholen, da hätte sie nichts vor. Wir waren im Kino und Eis essen, haben geplaudert, dann gingen wir in ihr Studio und sie gab mir für eine Stunde – ich schwöre es, gratis – was sie sonst verkauft.

      • Anh Toàn sagt:

        Ich habe da gelernt, neben dass er durchaus funktioniert: Behandle die Mädchen gut, wirst du gelassen, nicht immer, aber es reicht ja, wenn manchmal.

        Wenn junge Männer grabschen und belästigen, oder in Netzwerken Mädchen mobben, sind sie meisten noch viel schüchterner als ich und die anderen, die irgendwann zumindest im Ansatz erkennen, wie es geht.

  • Julia Müller sagt:

    An „Sünden“ erinnere ich mich nicht so sehr wie an „Gefährliches“, das für mich schlimm hätte ausgehen können. Vor 42 Jahren, in Madrid, Franco noch an der Macht, nahm dort mit anderen Studenten an konspirativen Treffen teil, dann eine Homenaje para Franco, dieser hielt eine Ansprache, am Schluss sollte man den Arm heben und Viva Franco rufen, machten wir nicht, am andern Tag stand die Polizei vor der Tür. Oder in Israel: Teilnahme an einer Pressekonferenz der PLO, Silvester-Feier im arabischen Teil der Stadt, Fahrt nach Beersheba mit Einheimischen zusammen mit Hühnern und anderem Getier, sehr gefährlich, aber mich interessierte das Land, die Politik, wollte die andere Seite sehen – jugendlicher Leichtsinn, eher unnötig, aber …

    • Paolo Martinoni sagt:

      Vor Franco und seinen Häschern hätte ich panische Angst gehabt. Bin froh, habe so was (noch) nicht erleben müssen. Leider getraut sich kaum jemand, gegen wirklich schlimme Menschen aufzubegehren. Oft, scheint mir, müssen andere, weniger gefährliche Menschen dafür herhalten.

  • Paolo Martinoni sagt:

    Einmal, ich muss damals 12 Jahre alt gewesen sein oder 13, habe ich am Bahnhof Locarno die Toilette besuchen müssen und mich darin eingeschlossen. Zwischen dem unteren Türrahmen und dem Boden hat es damals einen Spalt gegeben, ca. 10 cm, jedenfalls so viel, dass jemand sich gekniet und mich durch den Spalt angeschaut hat. Ich habe einen gehörigen Schreck bekommen und schleunigst die Toilette verlassen Richtung Bushaltestelle. Der Mann ist mir eine Weile nachgelaufen und sich dann von mir abgewandt. Es gab ja viele Leute, tun konnte er so oder so nichts. Wie dem auch sei: Auf gar keinen Fall würde ich, wäre mir sein Name bekannt, ihn anzeigen. Solche Leute mag ich natürlich nicht, noch weniger mag ich aber die Gerechtigkeitseiferer …

    • Julia sagt:

      „Gerechtigkeitsereiferer“? Wenn in Ihre Wohnung eingebrochen wird und der Fernseher geklaut wird, dann würden Sie aber schon die Polizei rufen und Anzeige erstatten? Nur schon, damit Sie von der Versicherung einen neuen Fernseher bezahlt bekommen? Wenn Sie das mit ja beantworten, dann ist Ihnen Ihre Integrität Ihres Körpers oder auch Ihre Privatsphäre weniger wert als ein Fernseher. Das würde mir zu denken geben….

      • Paolo Martinoni sagt:

        Ja, in einem solchen Fall würde ich wahrscheinlich die Polizei anrufen. Weil ein Einbruch mich des Gefühls berauben würde, einen Ort zu haben, wo ich mich zu Hause, sicher fühlen kann (ich könnte nämlich nicht mehr gut schlafen können vor lauter Angst, befürchte ich). Nicht hingegen, wenn einer mir ungebeten die Hand aufs Po legt – das sicher nicht. Es sei denn, er macht es immer wieder, obwohl ich ihn darum gebeten habe, davon abzulassen. Dann schon, dann würde ich bestimmt um Hilfe bitten. Von einer Anzeige würde ich aber zuerst absehen. Es gibt sie aber, die Gerechtigkeitsereiferer, die so gerne auf legalem Wege ihre Mitmenschen sühnen sehen …

        • Julia sagt:

          Tja, und ich bestimme gern selber, wer mich anfasst, v.a. an intimen Körperstellen. Und wenn mich jemand ungebeten und vielleicht auch versteckt (Bus, Tram, Club) begraptscht, beraubt mich das dem Sicherheitsgefühl, dass Sie verlieren würden, wenn jemand in Ihr Zuhause einbricht. Eigentlich ein ziemlich guter Vergleich.

          • Annalena sagt:

            Julia, ich habe ihn einfach angeschrien, den alten Grüsel, der mir in der Oxfordstation der Tube im Gedränge seinen erigierten Penis in den Rücken gebohrt hat. Und ihm auf Deutsch und Englisch alle Schimpfwörter an den Kopf geworfen die ich zu Verfügung hatte. Er hat etwas gestottert und ist dann davon gelaufen, so schnell es ihm in der Menge möglich war. Sich direkt zur Wehr setzen ist besser als anzeigen. Obwohl ich mich trotz dem in meiner Weiblichkeit gekränkt fühlte. Wer mutiert schon gerne zum Sexobjekt.

  • Ane sagt:

    Total wirrer artikel. Was hat drogenkonsum mit missbrauch einer anderen person zu tun?
    Und weil wir alle mal was kriminelles gemacht haben, dürfen die weinsteins und spaceys (es kommt übrigens ständig mehr ans licht bei ihm) andere leute drangsalieren und missbrauchen? Hä? Logik?

    • Ould Yali sagt:

      Der Artikel hinterlässt bei mir Unverständnis, da gibt es eine Auflistung von „Jugendßünden“, mit einem süffisanten Stolz vorgetragen. Wie kann das verglichen werden mit den wiedeholten Übergriffen auf Jugendliche, von verschiedenen Seiten belegt und bezeugt? Woher diese Geringschätzung gegenüber der Betroffenen, die sich jetzt melden? Das ist bizarr, die erwähnte Geschichte im Penthouse ist mit Glück glimpflich verlaufen, fehlt da die Empathie auch für sich selbst? Ich bin froh darum, dass es auch Menschen mit Macht und Ruhm nicht mehr möglich ist, sich an Anderen zu vergreifen. Ist genau richtig.

  • Michael sagt:

    Ich glaube nichts von diesem Artikel. Kann nicht sein, dass Jugendliche in der Schweiz schlimmeres erleben als diejenigen aus New York im Film Kids.

  • Fabian Mahnig sagt:

    Mich schockiert, dass die Autorin den möglichen Übergriff eines Erwachsenen auf ein Kind auf die gleiche Stufe stellt wie Streiche / Taten von Jugendlichen unter sich. Hätte man in der Logik des Artikels auch den Fall Jegge ruhen lassen sollen, nur weil er schon Jahre zurück liegt?

  • marie sagt:

    Es gibt Dinge, die sind nicht richtig aber halt doch passiert. Auch ich ging im jugendlichen Alter angetrunken mit Männern mit. Küssen, Kleider wurden ausgezogen, ich kam wieder etwas zu Sinnen und fragte mich, was ich da mache. Natürlich wurde versucht, meinen Gesinnungswechsel rückgängig zu machen. Wenn es klappte: meine Schuld. Wenn nicht, wurde ein Nein akzeptiert.
    Ich bin beileibe kein Victim Blamer, aber es kann auch Vorteile haben, wenn der andere damals in einer (vermeintlichen?) Machtposition war. Unbekannter Schauspieler steht plötzlich im Zentrum vom medialen Interesse ….

    • Benni Aschwanden sagt:

      Ich denke zentral ist die individuelle Verarbeitung von Erlebtem, und die ist halt von Person zu Person verschieden. Das genau gleiche Erlebnis (z.B. ein Kuss, eine Berührung, ein Necken) kann im einen Fall, wenn es – manchmal erst im Nachhinein – als falsch oder peinlich oder erniedrigend eingeschätzt wird zu negativen Assoziationen und Erinnerungen führen, oder aber wenn das Gleiche als schön und passend und wunschgemäss empfunden wird positiv haften bleiben. Wo es schwierig wird ist, wenn eine zuerst positive Erfahrung sich im Nachhinein negativ färbt. Z.B. wenn gewisse hintergründige Ziele damit doch nicht erreicht wurden, oder bei Eifersucht oder Neid. So kann schlussendlich aus jedem Flirt eine Belästigung, aus jedem One-Night-Stand eine Vergewaltigung gedreht werden. Das ist nervig.

    • Wäis Kiani sagt:

      So sehe ich das auch… und angetrunken ist zart ausgedrückt.. LG-WK

      • marie sagt:

        Genau. In die Situation haben sich häufig beide Seiten hineinmanövriert. Beide Seiten waren in einem Rauschzustand, ausgelöst von Substanzen oder/und Hormonen. Weshalb plötzlich nur die eine Seite die Verantwortung tragen soll, ist mir schleierhaft.

        • maia sagt:

          anderseits ware da zwei ältere Männer, die die Mädchen mit Poppers betäuben wollten! Dafür tragen sie alleine die Verantwortung.

  • maia sagt:

    Die beiden Männer hätten Sie damals anzeigen sollen. Wer weiss wie oft die das noch gemacht haben!

  • Jeanne sagt:

    Menschen in den 70er, 80er Jahren gedacht, ihr Verhalten sei völlig normal. In meiner Jugend hat man den Fahrlehrer nicht angezeigt, man hat sich als junges Mädchen einfach schmutzig und schuldig gefühlt. Alkohol, Drogen, Rauch, Eltern, die völlig überfordert waren, weil Flowerpower und Liebe eben in den 80ern nicht mehr ging. Vieles war damals anders, aus heutiger Sicht nahezu kriminell. Leider ist die Art und Weise miteinander umzugehen in uns älteren manchmal noch tief verankert. Ich muss nur die täglichen News vom amerikanischen Präsidenten sehen, und zägg, schon wieder 80er Feeling pur. Ich glaube es macht keinen Sinn alle anzuprangern. Nur die Unbelehrbaren, die es bis heute nicht geschnallt haben, die schon. Für unsere Kinder und eine Zukunft gegenseitigen Respektes.

  • Widerspenstige sagt:

    Genau das ist gefährlich, sexuelle Übergriffe zu verharmlosen und mit solchen Artikeln hart erkämpfte Glaubwürdigkeit von Frauenrechtlern zu sabotieren. Nein, so einfach ist die Sache nicht! Es fehlt zur Zeit ganz einfach ein seriöser Leitfaden, ab wann es ein sexueller Übergriff ist. Daran muss gearbeitet werden, damit solche Artikel wie hier vermieden werden in Zukunft. I am not amused about, Frau Kiani!

    • Wäis Kiani sagt:

      Es geht aber a- um 2 Männer, keine Frau. Und b- ist dieses nach 30 jahren aus dem Busch springen, äusserst zweifelhaft, es riecht nach Erpressung, finden Sie nicht? Und c- ist angeblich ja nichts passiert- angeblich. Hier wird doch wieder unter dem Deckmantel des Sexist-Outings Schindluder getrieben… LG-WK

      • maia sagt:

        ähhh – in ihrem Beitrag geht es doch um zwei Männer, die sie (zwei Mädchen) betäuben wollten, was Sie aus heutiger Sicht als völlig normal schildern und offenbar ist zwar der Übergriff von Spacey und andere länger her – d.h. es sind nicht einfach ältere Herren die sich so benehmen, wie sie in einem anderen Artikel sugerieren – aber die Übergriffen gingen offenbar immer weiter.

        • Wäis Kiani sagt:

          Entschuldigung, ich sah mich weder mit 20, noch später, noch heute, als Opfer wenn Männer mir gegenüber so entgleisen, was ich oft genug erlebt habe. Ich bin Manns genug, um mit solchen Situationen umzugehen. Ich nehme Männer auch nicht ernst genug, um mich von sowas bedroht oder gedemütigt zu fühlen, sind doch nur Männer. Das ist die Erklärung für meine „normale Sicht“, die 2 Männer waren nicht bewaffnet und haben uns nicht daran gehindert zu gehen, so auch Spacey. Man kann GEHEN und wenn man will auch für immer sauer sein, ganz einfach. LG-WK

          • maia sagt:

            Ich hoffe, jetzt mal, dass das nicht allzuviel Männer/Frauen, welche überriffig sind lesen. Denen haben sie eine super Rechtfertigung geliefert. In den 80igern war es ja üblich den Opfern die Schuld zu geben – ich hatte eigentlich gehofft, dass wir heute etwas weiter sind.

          • Carolina sagt:

            WK: Da muss ich Ihnen widersprechen – bevor ich Kinder hatte, habe ich genau dasselbe gesagt wie Sie. Ich habe mich aus sehr unschönen Situationen immer ziemlich rigoros befreien können und habe aus irgendwelchen Gründen nie eine Opferposition einnehmen können.
            Als dann aber eine meiner Töchter mit 17 aus dem Ausgang kam, von einer privaten Party, sich völlig verheult in ihrem Zimmer einschloss und erst nach langem Hin und Her erzählte, dass sie von einem Schulkollegen in ein Zimmer gedrängt worden sei; sie sich selber schuldig fühlte, weil sie erst viel zu spät bemerkt habe, dass das kein Spiel mehr war und sie ausserdem angetrunken war, da habe ich angefangen umzudenken.
            Es ist eben schon sehr wichtig, Ueberbegriffe, egal in welchem Kontext, zu benennen; nicht

          • Carolina sagt:

            /2 allen Frauen ist es gegeben, mit allen Situationen, die die meisten wohl in der einen oder anderen Form schon erlebt haben, ohne Schuldgefühle umzugehen.
            Da ist es meiner Ansicht nach schon wichtig, dass auch wir Frauen uns darüber im klaren sind, dass es viele unterschiedliche Charaktere gibt, dass gerade junge Frauen Konsequenz auch lernen müssen. Aber, und das ist ein ganz grosses Aber: auch ich habe ein Problem damit, dass z.B. auf ‚Me Too‘ munter ein paar Anzüglichkeiten mit Vergewaltigungen in einen Topf geworfen werden und jede ihre persönlichen Befindlichkeiten loswerden kann, wobei rechtsstaatliche Mittel ja oft genug einfach unter den Tisch fallen. Das nützt niemandem etwas.

          • Anh Toàn sagt:

            @Carolina: Danke!

            Misslungene Anmache ist etwas anderes, als Ausnützen von Macht, egal ob diese institutionell (Chef), physisch (Mann ist Frau überlegen, meistens und Alkohol und Drogen können unterlegen, wehrlos machen) oder finanziell (bei Notlage, das Verlangen nach einer Birkin oder einem Stern auf dem Blvd. sind keine) begründet ist.

            Bei misslungener Anmache könnte manche Frauen etwas grosszügiger sein, auch wenn ich verstehe, dass es nervt. Erwachsene sollten Ignoranz mit einem Lächeln ertragen. (Frei nach Sting: „It takes a man to suffer ignorance and smile“). Aber da, wo Macht missbraucht wird, darf niemand lächeln.

          • Anh Toàn sagt:

            „Wir Männer“ können aber von den Frauen nur Toleranz für misslungene Anmache verlangen, wenn wir mit ihnen das Ausnutzen von männlicher Macht über sie nicht tolerieren. Da gibt es kein: „wenn der halt meint, so zum Ziel zu kommen, soll er es doch versuchen.“ Das wäre tolerieren. Der soll lassen, dies so zu versuchen. Das wollen wir nicht mehr haben.

            Darum war ich so vehement auf Seiten der Handschlagsverweigerer: Das sind nicht meine Freunde, aber niemand kann jemanden zwingen, sich berühren zu lassen, oder ihn zu berühren, ob am Kopf den Händen oder sonstwo. Und schon gar nicht die Lehrer (institutionalisierte Macht) ihre Schüler.

          • Carolina sagt:

            AT: Schwierig wird es dadurch, dass die Grenzen fliessend sind und auch durch individuelle Erfahrungen und Befindlichkeiten geprägt sind. Eine 14-jährige kann von einer Hand auf ihrem Hintern oder auf der Brust im Tram sehr, sehr geschockt sein; eine andere wird den Typ anschreien. Ist jetzt so ein Fall justiziabel oder nicht, sollte er es sein? Bei Vergewaltigung und sexuellem Missbrauch ist alles glasklar, bei Anzüglichkeiten körperlicher und verbaler Art spielt immer der Kontext eine Rolle.

          • Anh Toàn sagt:

            @Carolina: „Hand auf den Hintern“

            Ist der Typ kaum älter als sie, ist sie davon kaum schockiert. Etwas ältere sollten wissen, Hintern fasst man nicht an, wenn nicht besondere Umstände auf eine Einwilligung schliessen lassen. Nun kann der Anfasser sich über die Einwilligung im Irrtum befinden, aber wenn die Umstände auf eine Einwilligung schliessen lassen, wird die Angefasste wohl kaum gleich einen Schock davon tragen. Als ich als Mädchen verkleidet denen an die Dinger fasste, welche an meinen fassten, – war etwas frech, die Einwilligung zu vermuten, aber sie haben auch nicht gefragt und es war eine Party – musste ich damit rechnen, dass eine sich empört ist, aber nicht damit, dass ich sie damit völlig verstöre.

          • Anh Toàn sagt:

            Sie fassten an meine Dinger, nicht an meinen.
            (das war jetzt missverständlich)

            Am heikelsten finde ich die Sache mit Prostitution, der finanziellen Angelegenheit. Ich gestehe, vielleicht wegen dieser Thai aus meiner Jugend, wenig Berührungsängste damit zu haben: Ich sage manchmal, Mann muss die Frauen froh machen, dann bekommt Mann viel von ihnen, Prostituierte sind einfach, die kann Mann mit Geld froh machen. Für mich löse ich das Problem der finanziellen Abhängigkeit damit, dass ich vorher zahle und sage, wenn sie wolle, könne gehen, ich würde nichts machen, ausser sie als Nutte bezeichnen. Ich habe zu viel Selbstwertgefühl, um einer Nutte wegen Geld nach zu laufen.

          • Sportpapi sagt:

            @Caro: Interessant ist ja, dass viele Menschen überzeugt sind, sich in den meisten Situationen durchaus behaupten zu können. Und dass sie das auch früher schon souverän gemacht haben.
            Ihren eigenen Kindern trauen sie das dann aber doch irgendwie nicht zu.
            Die Frage der Schuldgefühle: Warum hat denn deine Tochter das Gefühl, zumindest mitschuldig zu sein?
            „Eine 14-jährige kann von einer Hand auf ihrem Hintern oder auf der Brust im Tram sehr, sehr geschockt sein.“ Sicher. Und vermutlich auch noch in höherem Alter. Dennoch müssen wir auch aufpassen, der Sache nicht mehr Gewicht zu geben als nötig.

  • Julia Müller sagt:

    Danke, Carolina, dass Sie sich als Mutter gemeldet haben. Sie haben Töchter, ich Söhne. Sie kennen die Schwierigkeiten der weiblichen Jugendlichen, ich diejenigen der männlichen, sehr wenig machen sie als jung richtig in den Augen der Frauen.
    Was mich beim WK-Kommentar aber am meisten stört, ist der Satz: „Ich nehme Männer auch nicht ernst genug“ – also echt, WK, meine Frage:
    Was hätten Sie mit Söhnen gemacht, wenn Sie welche bekommen hätten, was?

  • Michelle sagt:

    Was wollen sie mit ihrem Artikel aussagen, Frau Ziani? Dass alle Dummheiten, die wir früher gemacht haben in Ordnung waren? Dass Opfer sich nicht so anstellen sollten? Sie verurteilen Menschen, die ihre traumatische Vergangenheit aufarbeiten wollen, nur weil sie selbst dies nicht tun wollen? Wie selbstgerecht und zynisch. Es mag nicht alles stimmen, was in der letzten Zeit über Missbrauch geschrieben wurde, aber ihr Artikel ist der überflüssigste von allen.

  • Jürgen Klein sagt:

    In „Kids“ wird ein ins Koma gesoffenes, minderjähriges Mädchen vergewaltigt und mit AIDS angesteckt. Einer der Protagonisten prahlt, wehrlose Behinderte schänden zu wollen. Sind waren schlimmer als das? Wissen Sie wirklich, wovon Sie schreiben? Wenn ja, dann seien Sie sicher: Sie sind in der Minderzahl. Und nicht jeder kriminelle Unfug von verzogenen reichen Kindern lässt sich mit „Weisst du noch damals, als wir jung waren“-Romantik als „Jugendsünde“ unter den Teppich kehren. Diese Beispiele sprechen eher für einen sehr schlechten Charakter. Das ist keine Frage des Alters.

  • marsel sagt:

    Wäis Kiani, ich hoffe ernsthaft, Sie können einen Misstritt von einem Muster unterscheiden, und Machtmissbrauch von Dummheiten. Mit so einem (gut gemeinten) Verteidigungsartikel sollte man im Zweifelsfall eine Woche oder zwei warten und erst mal schaun, was sonst noch rauskommt. Die Erfahrung lehrt uns doch, dass immer noch etwas kommt.

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