Auf Wiedersehen

The End: Szene aus «The Truman Show». Foto: Paramount Pictures

Man soll immer dann gehen, wenn es am schönsten ist – dieser Spruch hat mich in meiner Jugend gottsjämmerlich genervt. Als Landei musste ich nämlich jeweils den Bus in die Stadt nehmen und auch mit dem letzten Bus wieder nach Hause fahren. Dieser fuhr aber bereits um 23.30 Uhr, weshalb ich die Disco immer dann verlassen musste, wenn die Party noch nicht einmal richtig angefangen hatte. Und wurde dann von mehr oder weniger mitfühlenden Kollegen mit besagtem Idiotenspruch getröstet.

Mehr als dreissig Jahre später verstehe ich natürlich auch, was gemeint ist: Man muss nicht immer bleiben, bis der letzte Betrunkene weggetorkelt ist, um dann vielleicht noch beim Aufräumen zu helfen. Und da ich mittlerweile weiss, dass man selten viel verpasst, wenn man auf dem Höhepunkt geht – oder sogar schon früher, macht es mir auch nichts mehr aus, dann zu gehen.

Und damit wären wir beim Thema: Dies ist meine letzte Kolumne für den M&F-Blog. Im Zuge der Reorganisation der Blogs wird auch dieser Blog eingestellt. Ich möchte mich noch einmal bei allen Autorinnen und Autoren, bei allen Leserinnen und Lesern bedanken, den freundlichen, aufmerksamen, kritischen, diskussionswilligen, kurz bei allen, die hier mitgeschrieben, diskutiert und ihre Gedanken beigesteuert haben. Man soll immer dann gehen, wenn es am schönsten ist. In diesem Sinne: Tschüss!

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Liebe Leserinnen, liebe Leser, zweieinhalb Jahre lang haben wir in diesem Blog über die Kunst des Erwachsenwerdens berichtet. Mit diesem Beitrag verabschieden wir uns von Ihnen und wenden uns neuen Projekten zu. Falls es Themen gibt, die Sie ohne unseren Blog besonders vermissen werden – oder wenn Sie allgemeine Anregungen und Ideen haben –, freuen wir uns über Feedback. Dazu können Sie gerne diese Umfrage ausfüllen. Sie dauert rund 3 Minuten, und Ihre Daten werden vertraulich behandelt. Vielen Dank und herzliche Grüsse, die Redaktion.