Papas Fleisch-Lügenmärchen

Weil unser Autor seinen Kindern seine vegetarische Lebensweise nicht aufzwingen will, muss er etwas Grauenvolles beschönigen.

Plötzlich auf dem Grill: Woher das Fleisch tatsächlich kommt, wird lieber verschwiegen und vergessen. Foto: iStock

Als ich mit den Kindern vor ein paar Monaten der Lebenskomplizin nachgezogen bin, hab ich mir wenig Gedanken darüber gemacht, wohin es eigentlich geht. Also natürlich wusste ich, in welche deutsche Stadt es geht, und wenn sie uns nicht gefallen hätte, wäre ein Umzug überhaupt nicht infrage gekommen. Münster stand auf der «Kann man machen, wird schön da, lass uns da leben»-Liste (wir haben für alles Listen). Mir war auch das Bundesland egal. Dass es aber gerade zu Corona-Zeiten etwas ganz anderes ist, ob ich in Berlin, im nördlichen Schleswig-Holstein oder im bevölkerungsreichen Nordrhein-Westfalen lebe, hatte ich nicht auf dem Schirm. Und jetzt sitze ich in NRW mit einem Ministerpräsidenten, der sich vor Aufregung, alles wieder öffnen zu wollen, beinahe überschlägt und mit seinen Ambitionen auf die Kanzlerschaft landespolitisch so dermassen nervt, dass ich mich häufiger bei dem Satz «Okay, für NRW war es vielleicht nicht der beste Zeitpunkt!» ertappe.

Und jetzt auch noch #Meatgate. In Nordrhein-Westfalen sind ziemlich viele Schlachthöfe und Fleischfabriken ansässig, die sich allmählich als Corona-Hotspots entpuppen, weil Anbieter wie die Firma Tönnies Menschen gegen sehr geringen Lohn im Akkord und dicht an dicht Schweinehälften auseinandernehmen lässt und sie nach getaner Arbeit in Baracken zusammenpfercht. Alles ausgesprochen unerfreulich.

55 Millionen Schweine in 365 Tagen?

Jetzt könnte man meinen, dass mich das als Vegetarier nicht sonderlich interessiert. Dass ich kein Fleisch mehr esse, wie ich hier schon gelegentlich berichtet habe, hängt unter anderem auch damit zusammen: Ich will mit solchen Vorfällen einfach nichts mehr zu tun haben. Mit Fleischskandalen, Schnitzelschrecken, Kadaverbullshitbingo – wie immer Sie das nennen wollen. Ich habe aber natürlich trotzdem damit zu tun, weil ich der Koch meiner Familie bin und alle anderen zumindest gelegentlich Fleisch konsumieren.

Wieso reden wir eigentlich nie über Lieferketten, Fleischpreise, Schlachtungsmethoden und Arbeitsbedingungen?

Das kommt mir in den Sinn, wenn ich in den Nachrichten höre, dass an einem einzigen Tönnies-Standort pro Tag 48’000 Schweine zerlegt werden. Die grossen Zahlen kannte ich schon vorher. Dass in Deutschland sechsmal so viele Schweine pro Jahr geschlachtet werden, wie die Schweiz Einwohnerinnen und Einwohner hat, wusste ich bereits. Aber 55 Millionen auf 365 Tage, das ist abstrakt hoch. 48’000 Schweine, ein Betrieb, an einem Tag – das ist für mich hingegen intellektuell sehr fassbar. Ich höre also die Nachrichten und stelle mir vor, wie es wohl wäre, wenn die Sprecherin verkündet, dass Deutschland aufgrund der Ereignisse von heute auf morgen den Fleischverzehr einstellt. Wie wäre das? Ginge das? Was würde das bedeuten?

Erblindung in der moralischen Grauzone

Müssten wir uns an Herden von Hausschweinen und Rindern gewöhnen, die durch Städte ziehen? Ich finde die Idee ziemlich interessant. Andere sind allerdings nicht so begeistert. Zum Beispiel auch deshalb, weil wir den jetzigen Bestand an Tieren dann ja notschlachten müssen. Oder weil nicht nur Arbeitsplätze, sondern ganze Existenzen und Lebensbiografien daran hängen. Aber ist es nicht zumindest fragwürdig, eine fiktive «vegetarische Revolution» moralisch mit der Schlachtung von Tieren zu erpressen, die andernfalls auf jeden Fall geschlachtet und verzehrt werden? Und wieso reden wir eigentlich nie über unsere wirtschaftlichen und sozialen Abhängigkeiten von Fleischkreisläufen? Über Lieferketten, Fleischpreise, Schlachtungsmethoden und Arbeitsbedingungen?

Das ist doch seltsam. Wir beanspruchen nicht nur das Recht für uns, selbst über unseren Fleischkonsum zu entscheiden (was ich richtig finde), sondern bestehen auch auf dem Recht an Desinformation und Ignoranz (was ich falsch finde). Und ich bin ein Teil davon. Ich rede sehr verkürzt und sehr beschönigend darüber, wie die Bratwürstchen auf den Teller meiner Jüngsten gekommen sind, wenn sie mich fragen. Lügenmärchen kommen bei uns immer mit auf den Tisch. Ich stelle eine Situation her, die Fleischverzehr erst ermöglicht. Ich beschönige etwas, von dem ich mich selbst mit Grauen abgewendet habe. Weil ich ihnen meine vegetarische Lebensweise, meine Entscheidung nicht aufzwingen will. Gleichzeitig verleite ich sie zu einer fleischverzehrenden Lebensweise, weil ich das alles mitmache und wie die meisten anderen oftmals so tue, als wäre das Filetstück «irgendwie» in der Pfanne gelandet. O.k., ist bio, und bestimmt waren die Tiere total glücklich. Ja, und?

Wahrscheinlich würde mir auch deshalb so ein eigentlich unmöglicher und vermutlich total unvernünftiger Schlussstrich gut gefallen. Dann würde ich nicht permanent in meiner eigenen ethischen Grauzone moralisch erblinden. Bis ich eine Lösung für dieses Dilemma gefunden habe, werde ich also noch eine ganze Weile orientierungslos herumtasten. Und brauche mich nicht zu wundern, wenn ich dabei in eine Schweinehälfte greife.

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83 Kommentare zu «Papas Fleisch-Lügenmärchen»

  • Martin Barthelme sagt:

    Ich bin esse auch Fleisch, aber ich frage mich braucht man soviel Schweine an einem Tag zu schlachten um ein Volk von 80 Millionen Menschen zu ernähren. Nein da sieht man wie verschwenderisch die Menschen mit dem Fleisch umgehen. Das Leben eines Tieres zählt nichts das ist sehr sehr traurig. Wen man bedenkt da kommt noch Rind , Geflügel ,Fisch und Wild dazu.

  • Adriano sagt:

    Ich erzähle meinem kleinen Sohn (fast 5) einfach die Wahrheit. Wir essen Fleisch, und wenn er fragt dann sage ich dafür ist ein Tier gestorben. Er möchte natürlich nicht dass Tiere sterben, aber anders geht es halt (noch) nicht wenn man Fleisch essen will. Als er gestern bei einem Bericht über Tönnies gedacht hatte, die Schweine machen einen Handstand habe ich ihm gesagt dass die da hängen weil sie auseinandergeschnitten werden. Sein Gesichtsausdruck war eindeutig. Aber weshalb soll ich ihn anlügen? Wir Menschen sind halt einfach grausam, wir halten Tiere um sie zu essen und lassen z.b. unsere Mitmenschen auf anderen Kontinenten verhungern oder Kinder für uns Arbeiten. Da beschönige ich auch nichts.

  • Anna sagt:

    Wir habe unseren Kindern immer gesagt, woher das Fleisch auf ihren Tellern kommt. An Weihnachten fragte unser Sohn (damals fast 5) dann von welchem Tier das Fleisch ist, ich sagte Rind, also von einer Kuh. Er fragte, ob also für sein Fleisch eine Kuh sterben musste und ich sagte ja. Daraufhin beschloss er kein Fleisch mehr essen zu wollen. Das ist jetzt 6 Monate her und er isst immer noch vegetarisch, unsere kleine (3) isst noch alles, also auch Fleisch. Vielleicht entscheidet sie sich auch Mal dagegen, vielleicht auch nicht. Wichtig finde ich eine selbstbestimmte Entscheidung auf einer ehrlichen Informationsgrundlage.

  • Yves sagt:

    Ich würde den Kindern reinen Wein einschecken. Das tue ich auch. Ich koche nur ganz selten Fleisch, also Hühnchen. Sie fragen nicht immer. Aber wenn, dann sage ich ihnen, dass wir die Tiere töten müssen, um sie zu essen. Und ich gehe auch ins Details. Die Zeit ist reif, dass wir aufhören, Tiere zu ermorden und ihre Leichen zu essen. Wir müssen nichts beschönigen. Und ob Fleisch oder nicht gut ist oder nicht, das ist mir egal. Es ist für das nicht nicht gut, denn es wird ermordet.

    • zysi sagt:

      Ja was nun?
      – die „Tiere müssen getötet werden“ oder
      – „aufhören Tiere zu ermorden“

      Wenn für Sie die Zeit reif ist von omnivorer auf vegetarische oder vegane Ernährung zu wechseln, dann steht Ihnen doch niemand im Weg.

      Übrigens, Leichen essen, sollten Sie schon heute nicht.
      Aber in der Hektik der Dialektik kann das schon vorkommen….

  • Susanne Röhling sagt:

    Was ist denn das für einUnfug? Warum muß man Kinder belügen, um ihnen „nicht die eigene vegane Lebensweise aufzuzwingen“? Statt dessen wird ihnen etwas hintenherum untergejubelt, und sie werden unter Vorspiegelung falscher Sachverhalte zuum Fleischessen konditioniert. Und das soll jetzt besser sein?
    Nein, mein Lieber, das ist ein gigantischer Holzweg und den Kindern wird von vornherein die freie Entscheidung genommen.
    Ganz schlechte „Lösung“.

  • Sarah Beugger sagt:

    Ich sehe das Problem nicht weshalb man beschönigen sollte, woher die Bratwurst kommt? Das kann man Kindern erklären, oder ihnen dann halt kein Fleisch servieren. Konsequenterweise müsste man ihnen auch dann erklären weshalb nicht. Man kommt also nicht drum herum, Verantwortung zu übernehmen.

  • Rashad Darwisch sagt:

    Auf der Grazer Karl Franzens Universität ist in der Mensa die Nachfrage nach den vegetarischen Speisen bei über 60 % . Besonders Studentinnen greifen immer zahlreicher nach der vegetarischen Variante

  • Rolf Rothacher sagt:

    Wie alle Vegetarier hat auch Nils Pickert ein kurzes Gedächtnis.
    An Fleisch ist in den letzen Jahren niemand in Deutschland gestorben (vielleicht an zu viel Fleisch, wie auch an zu viel Zucker oder zu viel Sport).
    Doch an die Kontaminierung von Grünfutter, aus Deutscher Zucht, kann ich mich noch gut erinnern. Wer damals Sprossen aus der falschen Quelle ass, hatte ein Todesrisiko. Das passiert einem mit Fleisch nicht. Denn da riecht man den „Braten“.

    • Hans Widmer sagt:

      Fall Wilke: 3 Tote bewiesen, 22 weitere Tote sehr wahrscheinlich. Duzende weitere Hospitalisationen.
      Alles verursacht durch Aufschnitt.

    • Rashad Darwisch sagt:

      Von wo wissen Sie, dass alle Vegetarier ein kurzes Gedächtnis haben??

    • Hanspeter Niederer sagt:

      Sagenhafter Nonsense. Da hat jemand offenbar gar kein Gedächtnis und hat all die Fleischskandale glatt vergessen.

    • Cathrin sagt:

      @Herr Rothacher
      Klischeehafter geht es wohl nicht? Vegetarier zu beleidigen ist dann wohl die einzige Art zu argumentieren . ‚An Fleisch ist noch keiner gestorben‘ – größeren Blödsinn habe ich noch nie gelesen.
      Und, wer weiß woher dieses perfide Virus COVID 19 kommt? Schon auffällig, dass sich die Fälle in den perversen Schlachthöfen derart häufen, wo Tiere jämmerlich verrecken. Übrigens :
      Ich esse seit fast 30 Jahren vegetarisch und mein Gedächtnis funktioniert einwandfrei.
      Viele Grüße!

  • Andreas Bollner sagt:

    Wenn jemand vegetarisch lebt, bin ich dankbar dafür, dass sie/er dazu beträgt, dass Fleisch für mich nicht noch teurer wird.

  • Stephanie Burchard sagt:

    Mich stört der Hinweis, dass der Autor seinen Kindern nicht seine vegetarische Lebensweise aufzwingen will. Wenn ein Fleischesser seinen Kindern Fleischprodukte vorsetzt, zwingt er ihnen ja auch seine tierleidvolle Ernährung auf. Egal wie man es macht, man bestimmt so oder so über seine Kinder, solange sie noch klein sind. Später können sie ja selbst entscheiden. Ich lebe mittlerweile vegan und würde nie meinem Kind Lebensmittel andrehen, wenn ich persönlich nicht dahinter stehe.

    • Diego Manosdias sagt:

      …oder anders gesagt: selbst wenn ihr Kind unbedingt und gerne Fleisch essen würde, würden sie es ihm aufgrund IHREM moralischen Standpunkt nicht erlauben.

      Da lob ich mir dann doch eher die tolerante Sichtweise des Autors, statt militante wie die ihre…

      • Lea Maria Hug sagt:

        Das sehe ich auch so. Ich bin seit 35 Jahren Vegetarierin und meine beiden Kinder dürfen Fleisch essen, wenn sie das wollen. Es gibt nicht oft welches und wenn, dann achte ich darauf, woher es kommt, aber ich verweigere es ihnen nicht, nur weil ich es nicht konsumieren will. Sie sollen ihre Erfahrungen machen und später selber entscheiden, ob sie sich weiterhin so ernähren möchten oder nicht. Mein Sohn ist sehr wählerisch und isst fast kein Fleisch, meine Tochter mag es sehr und hätte oft gerne mehr, als es gibt. 😉

  • Donata Schiffels sagt:

    Die Vorstellung, was wäre, wenn Deutschland von heute auf morgen kein Fleisch mehr konsumiert, ist natürlich wunderbar. Aber bitte weiterdenken – ohne Fleischkonsum keine Muttermilch von Kühen zum Frühstück! Vegetarismus beruhigt das Gewissen, effektiv ist er nicht! Soll Tierleid konsequent verhindert werden, ist die einzige Option, so ungern das viele hören mögen, nur eine rein pflanzliche Ernährung…

    • Beni sagt:

      Und dann ? Die Tiere ? Was passiert mit ihnen ? Sterben sie aus ? Was für Seiteneffekte würde das haben ? Es würde sicher Dünger für das Gemüse fehlen …. und sonst ???

      • Domi sagt:

        Das ist ja kein Prozess von 0 auf 100, es würden immer weniger Tiere gezüchtet werden, aber in gewissen Regionen auf der Welt ist eine fleischlose Ernährung aktuell nicht denkbar, die Tiere würden wahrscheinlich nicht so schnell aussterben. Aber eine Milchkuh ist halt so überzüchtet dass sie selbstständig nicht mehr überleben kann, sie ist ein „Produkt“ und in der Natur schon lange ausgestorben. Die konsequenz von massiv weniger „Nutztieren“ wäre für die Umwelt ein Segen (weniger Regenwaldabholzung, weniger Dünger im Süsswasser, weniger Transportabgase etc) und wir leben im 21. Jahrhundert, tierische Dünger brauchen wir nicht, das ist eher ein lästiges Nebenprodukt das halt auch noch verwendet wird.

  • Rotzgöre sagt:

    Ich lüge meine Kinder doch nicht an? Ich sage ganz genau was woher kommt, dass die Tiere nicht mal jährig werden etc. Das hat nichts mit Aufzwingen sondern mit Aufklären zu tun. Entscheiden können sie selbst. Wenn ich sehe, wie Fleischesser ihren Kindern erzählen, das wachse auf Bäumen oder die Tiere sterben von selbst weil alt (alles schon erlebt) dann ist das nicht mehr Beschönigen sondern schlicht Lügen.

  • Ak65 sagt:

    Schaut man sich all die lebensmittelskandale auch in Sachen fleischlos an… Ich sage nur gross Bäckereien, und dass zb Bio und Öko zu grossen Teilen fest in der Hand der italienischen mafia ist und alles leben verdrängende pflanzgrosstädte in Frankreich (für Gemüse dass dann wie Fleisch oft vom Supermarkt direkt in den Müll landet weil unfrisch) und chemische fleischersatzstoffe, pestiziddurchseuchte ln bodeneridierenden nutzpflanzenanbau .. Tja

  • Gabriel Geissler sagt:

    Unsere Gesellschaft ist Fleisch Paradox. Das heist alles was mit Tiere töten und Haltung zu tun hat wird einfach ausgeblendet. Die meisten Menschen sind in Ihrer Gesinnung Vegetarier aber Paradox. Jeder Vegetarier wird als Feind angesehen, weil er das ausgeblendete sichtbar macht

    • Röschu sagt:

      „Jeder Vegetarier wird als Feind angesehen, weil er das ausgeblendete sichtbar macht“
      Nein, nicht „jeder Vegetarier“ ist mein Feind. Es ist nicht die vegetarische oder vegane Ernährung an sich, die das Feindbild schafft, sondern der oftmals missionarische Drang zur Bekehrung von uns Fleischessern.

      • Hanspeter Niederer sagt:

        Rücksichtslose Menschen, welche für ihren Spass buchstäblich über Leichen gehen sind nun einmal in einer zivilisierten Gesellschaft nicht mehr tragbar, welche sich langsam des schöpfungsverachtenden tagtäglichen Massenmords an unschuldigen Tieren für einen kulinarischen Gaumenkitzel bewusst wird.

      • Röschu sagt:

        „…in einer zivilisierten Gesellschaft nicht mehr tragbar“
        Richtig erkannt: Vegetarismus und erst recht Veganismus sind letztlich künstlich geschaffene Lebensformen, die nur verwöhnten Menschen offensteht, die ein luxuriöses Leben ohne echte Probleme führen.
        .
        PS. Selbst der Bibelverweis (Schöpfung) ist als Argument wenig stichhaltig, denn dort heisst es u.a. auch: „die Tiere sind dem Menschen in die Hand gegeben und sollen ihm zur Nahrung dienen“.

  • Peter sagt:

    Eltern zwingen ihren Kindern immer ihren Lebensstil auf, mit Fleisch oder ohne. Wir haben also die Wahl: Zwingen wir unseren Kindern einen Lebensstil auf, den wir vertreten können, oder einen, den wir nicht vertreten können?

  • Florian Keller sagt:

    „Andere sind allerdings nicht so begeistert. Zum Beispiel auch deshalb, weil wir den jetzigen Bestand an Tieren dann ja notschlachten müssen.“

    Selbst wenn dieser völlig unrealistische Fall einträte, wäre das immer noch besser, als wenn das Schlachten bis in alle Ewigkeit andauern würde. Und das wird es, solange wir nicht vegan werden.
    Das mit dem „Aufzwingen“ ist eine Fehlkonzeption. Ich würde meinen Kindern bis zur Pubertät selbstverständlich das Nichtrauchen und Nichttrinken „aufzwingen“. Und ebenso käme nichts Unveganes in den Haushalt. Bei Nachfragen würde ich nicht lügen, sondern die Fakten auftischen: Wir töten jedes Jahr Millionen von Tieren aus kulinarischen Gründen, also zum Spass. Dies ist ethisch nicht zu rechtfertigen. Wer dies erkannt und verstanden hat, lebt vegan.

  • Chris sagt:

    Appropos Fleisch vom Hof. Früher in meiner Kindheit kam beim Bauer noch der Störmetzger vorbei, die Tiere wurden ohne Stress und einzeln geschlachtet. Heute ist das alles verboten, die Tönnies-Schlachthaus-Lobby hat sich politisch durchgesetzt. Wenn die Herde zum Lastwagen getrieben wird, spürt, fühlt und sieht man die Panik der Tiere. Die wissen ganz genau, was gerade abgeht und wo es jetzt hin geht.

    • Nico Meier sagt:

      @Chris
      Ich glaube nicht, dass die Tiere wissen wo die Reise im LKW hingeht aber der Transport von Tieren über längere Strecken ist Stress pur.
      Ich bin selber aufgewachsen auf dem Land wir hatten selber Hühner und Schafe. Wenn man Hühner der Eier wegen hat gibt es junge Güggel die man nich talle behalten kann, da sonst Kämpfe um die Hennen ausbrechen. Daher wurden die jungen Hähne von meinem Vater selber geschlachtet. Im Frühling gabs Lämmli wobei die weiblichen Lämmer weiter behalten oder verkauft wurden und die Böckli kamen im Herbst nach dem Störtmertzger auf den Grill.
      Als Kinder waren wir beim Schlachten dabei und haben geholfen die Güggeli zu rupfen.
      Ich hatte nie Probleme dieses Fleisch zu essen weil es von glücklichen Tiere stammt und es geschmacklich besser ist.

  • Pat Sibler sagt:

    Ich esse Fleisch und Fisch und Schnecken und was sonst noch so gibt.

    Und mich schüttelt es ob der Haltung des Autors: Weshalb bereitet er Fleisch zu, wenn es ihn mit Grauen erfüllt?! Er hat einen vernünftigen Entscheid gefällt, nämlich kein Fleisch mehr zu essen. Nicht etwa, weil er den Geschmack nicht mag, sondern weil die Hintergründe ihn anwidern. Das ist verständlich. Weshalb also steht er nicht dazu und sagt seinen Kindern: „Es gibt Dinge, die kann man von jemandem nicht erwarten. Von mir könnt ihr nicht erwarten, dass ich Fleisch zubereite. Der Grund ist (…). Also bereitet Euer Fleisch selbst zu, oder esst es anderswo, von mir gibt es keines.“ Damit lernten die Kinder viel mehr fürs Leben als mit der angeblichen „Toleranz“, die der Autor zeigt.

  • Tamar von Siebenthal sagt:

    Ich bin Biobäuerin, esse selber aber seit über 30 Jahren kein Fleisch und habe mein ganzes Leben noch nie ungelabeltes Fleisch gekauft für meine Männer.

    Wer ein Kilo Hackfleisch für 2.- und Steak für 1.- kauft, der weiss sehr wohl um die unhaltbaren Zustände für Mensch und Tier in solchen Produktionen, aber es interressiert ihn schlicht nicht. Mir muss auch keiner erzählen, dass den Regierungsbehörden solche Arbeiter KZs unbekannt waren und wie die Tiergesetze in Deutschland aussehen, weiss auch jeder. Diese sind zwar vorhanden, werden aber nicht eingehalten und da gerade die grössten Tierquälerhaltungen in der Hand von Politikern sind, wird weggesehen.

    Deutschland ist in Arbeitsrecht und Tierschutz ein 4. Weltland

  • Susi sagt:

    Moment… Bei der vegetarischen Ernährung werden genauso Tiere geschlachtet, nur eben erst nachdem sie nicht mehr wirtschaftlich rentabel sind. Zahlreiche Skandale in Schlachthöfen gab es zB bei Milchkühen (ein Beispiel Oldenburg, Standard Fleisch) und tatsächlich landen die Bio-Kühe auch da.

    Allgemein glaube ich, dass Ignoranz keine gute Lösung ist und früher oder später sich rächt. Wir sollten auf unser Herz hören und Kinder sind den Erwachsenen da manchmal voraus. Unsere Entscheidungen sollten auf Fakten basieren, nicht auf beschönigte halb-Wahrheiten.

  • Silvana WalterW sagt:

    Schöner Text, guter Inhalt. Viele wichtige Punkte einfach angedeutet – kindgerecht und somit lieber lügen.
    Arbeitsbedingen sind in der heutigen Zeit immer noch ein witz bei den so gebildeten politikmachern. Zur Bildung gehört und muss ein fester Bestandteil sein ein ethisches und moralische Wissen zu haben. Es kommt langsam aber es braucht leider noch. Wenigstens wird jetzt mal, wenn auch ungewollt, auf das „Leben“ der armen Seelen aufmerksam gemacht denen es noch schlimmer geht als den Arbeitern in den schlachthäusern.

  • Mirta Huber sagt:

    Wenn man nur das ässe, was man selber erntet, würde fast niemand mehr Fleisch essen. Oder wenn man es genau wissen will, wo es herkommt, soll man mal in einen Schlachthof gehen.
    Man ist, was man isst.

  • Marai sagt:

    Anstatt es dann vom Essensplan zu streichen wenn man es geschmacklich gerne isst aber weiß das ethisch gesehen nicht richtig ist.

    Ich koche auch viel vegan da man mit vegetarischer Ernährung ja auch das unterstützt was man nicht möchte aber für die Kinder gibt es ab und an Milch und Käse oder auch eis weil da kann ich mir vorstellen das davon manche Sachen schön das Kind zum Wachsen benötigt. Solche Sachen machen aber bei uns den geringsten Teil der Lebensmittel aus.

  • Hanspeter Niederer sagt:

    Herr Pickert scheitert daran, dass er es richtig findet, dass jeder über sein Essen selbst entscheiden kann. Richtig ist aber, dass Essen keine unnötigen Opfer unter Mitgeschöpfen fordern darf (und Fleischkonsum ist unnötig resp. sogar schädlich) und dass das Lebensrecht von anderen Tieren nur mittels anthropozentrischer Arroganz infrage gestellt werden kann. Bei dieser ethischen Überlegung aus Tierperspektive ist der ganze Wust an negativen Einflüssen des Fleisch-, Eier- und Milchkonsums auf Regenwald, Trinkwasser-Belastung durch Überdüngung und Pestizid-Einsatz im Futermittel-Anbau, menschliche Gesundheit, Hunger in der 3. Welt noch gar nicht berücksichtigt.

  • Marai sagt:

    Meine Kinder wissen von klein auf das man für Fleisch ein Tier töten muss und das es deshalb einfach keines für sie gibt. Das große Kind möchte es auch nicht weil es sagt das unterstützt es nicht , das kleine Kind fragt noch nicht nach Fleisch oder wo es herkommt und mein Mann isst Fleisch aber nur ganz selten Mal am Wochenende. Das kleine Kind möchte davon aber auch nichts haben. Wenn es dann soweit ist werde ich da auch erklären das wenn es Fleisch möchte das dann ein Lebewesen dafür stirbt. Man kann Kindern schon.sowas zumuten. Ich erziehe meine Kinder zu emphatische Menschen . Sie sollen jedes leben ehren. Wenn sie groß sind und selber entscheiden es doch Mal zu probieren dann ist das so und nicht zu ändern aber es ist einfacher drauf zu verzichten wenn man es gar nicht kennt

  • Karpfen sagt:

    In Ihrer Situation würde ich mir einen Hof in der nahen Umgebung suchen, wo man das Fleisch ab Hof oder zb auf dem Wochenmarkt kaufen kann. Suchen Sie sich einen aus, der transparent zb bei einem Tag der offenen Tür die Haltungs- und Schlachtbedingungen darlegt. Kaufen Sie f ür 1-2 Tage pro Woche Fleisch, und nicht für 7 Tage. So ist erwiesenermassen umweltverträglich(er) und je nach persönlichem Masstab auch moralisch vertretbar. Kaufen Sie NIE billiges Fleisch im Supermarkt, dann müssen Sie auch nichts mehr beschönigen oder verheimlichen.

  • Lilly sagt:

    Wo ist das Problem, den Kindern zu erzählen woher das Fleisch kommt? Wer Fleisch aus artgerechter Haltung, direkt vom Bauernhof kauft, weiss wie es den Tieren ging und kann das auch mit gutem Gewissen erzählen. Wir essen Fleisch vom Nachbarshof und wissen somit sogar den Namen des Tieres, das wir essen. Die Wertschätzung für dieses Fleisch ist dadurch weitaus höher, als wenn wir es im Supermarkt kaufen. Unser Sohn bedankt sich sogar beim Tier, dass wir es essen dürfen (hat er in einer Doku über Indigene Völker gesehen, das fand er eine schöne Geste)!

  • Uli sagt:

    Ich habe diese unsägliche Diskussion über das Fleisch oder nicht Fleisch essen satt. Der Endverbraucher kann nur das kaufen was ihm angeboten wird und was er sich leisten kann. Viel wichtiger ist dich endlich dafür zu sorgen, das ein Tier so gehalten wird, das es ein schönes Leben hat. Leider sind viele Menschen sehr gierig und wollen mit allem das große Geld machen. Der Erzeuger der Schlachter, der Vertreiber. Viel zu lange und immer noch hat man in der Politik
    verschlossene Augen was die Tierhaltung anbelangt. Viele kleine Erzeuger sind durch die Massentierhaltung systematisch und Aus gedrängt worden. Wenn ich sehe wie wenig Platz z.B. ein Schwein zur Verfügung hat, könnte ich vor Wut meine gute Erziehung vergessen. Dort fängt doch das ganze Übel an.

  • Tim Köngerter sagt:

    Ich selbst lebe aus ethischen Gründen seit rund einem Jahr vegetarisch und oftmals sogar vegan.
    Auf Käse komplett zu verzichten fällt mir aktuell noch sehr schwer. Obwohl mir natürlich bewusst ist, dass die Haltung von Milchkühen keine Humanismus-Nobelpreis gewinnen kann.
    Bei meinem zweijährigen Sohn war ich mir anfangs in der Tat auch unschlüssig, ob er nun Fleisch bekommt oder nicht. Mittlerweile bin ich zu dem Entschluss gekommen, dass er so lange vegetarisch essen soll, bis er selbst entscheiden kann, ob er möchte, dass für sein Essen ein Tier sterben soll.
    Ich denke nur so können wir eine Gesellschaft heranziehen, die bewusster mit dem Thema umgeht und nicht wie unser eins mit dem Glauben aufwächst, Schnitzel hätte nichts mit dem Leid von Tieren zu tun und Milch wäre unverzichtbar.

    • Tim Köngerter sagt:

      Weiter muss ich noch sagen, dass mich die Bimoral, die wir ganz unverfroren vorleben, anwidert.
      Auf der einen Seite halten wir uns Hasen, Katzen und Hunde, die alle anhimmeln und denen wir niemals Leid antun könnten, auf der anderen Seite aber lassen wir es zu, dass für unsere Essen Kühe, Schweine und Geflügel auf brutalste Art und Weise abgeschlachtet werden.

  • Gast sagt:

    Danke, so einen Text hab ich gesucht. Nicht die einzige mit so etwas zu sein ist erleichternd. Es gehört aber wohl zum Prozess dazu. Meine Kleinsten sind vegan… Da ich aber erst vegan würde als meine große schon 8 war ist sie Tierische Produkte gewöhnt. Ich hab trotz all meiner Bemühungen es ihr zu erklären nicht geschafft sie zu überzeugen. Sie ist es aber gewohnt das sie bei mir wenig Tierische Produkte bekommt und letztens hat sie sogar ihrer KuhMilch Lebewohl gesagt. Sie sieht es als unnormal an das kleine Kinder Würste essen… Daher weiss ich das sich langsam ihr Bewusstsein erweitert. Es scheint also eine gute Übung zu sein selbst daran zu wachsen. Lg

  • Belial sagt:

    Was ist falsch daran, sein Kind von Beginn an vegan oder vegetarisch zu ernähren? Ich sehe ein, dass ein Hund oder Katze nicht vegan ernährt werden kann oder nur sehr bedingt. Warum dem Kind nicht seine Essgewohnheiten vererben? So haben wir das nämlich erlebt! Da hiess es Blut und Leberwurst wird gegessen! Ich hab das Zeug gehasst! Nein, eher ist es so dass das Fleischessen den Kindern aufgezwungen wird!

    • Martin Frey sagt:

      @Belial
      „Was ist falsch daran, sein Kind von Beginn an vegan oder vegetarisch zu ernähren?“
      So ziemlich alles, zumindest da Sie „von Beginn an“ schreiben. Und bitte kommen Sie mir da nicht mit dem gefühlt 100 Jahre alten Zopf der ADA…
      Falls ein/e Jugendliche/r mal auf diese Schiene kommt, ist dagegen wenig einzuwenden. Stichwort „Eigenverantwortung“ wäre da das Stichwort, wie bei Erwachsenen auch, die schlimmsten Schäden in der Entwicklung können zu dem Zeitpunkt schon nicht mehr passieren.
      „Ich sehe ein, dass ein Hund oder Katze nicht vegan ernährt werden kann oder nur sehr bedingt.“
      Ach nee…. 🙂

  • Daniela sagt:

    Und warum sollen wir den Kindern nicht ehrlich sagen, dass für die Wurst Tiere sterben müssen? Das ist die Realität, und nicht jedes Kind reagiert gleich darauf. Mir als Vegetarierin käme es nicht in den Sinn, den Kindern diesbezüglich Lügenmärchen aufzutischen. Ich koche ihnen aber auch kein Fleisch. Ich bin überhaupt nicht fanatisch, aber ehrlich. Meine Kinder essen aus Überzeugung kein Fleisch, weil sie Tiere lieben.

  • Sportpapi sagt:

    Ich sehe jetzt weder im Text, noch in dem, was wir zu Hause kommunizieren die grossen Lügenmärchen.
    Wir können nicht zu jedem Produkt noch die ganze Packungsbeilage mitliefern, und das auch noch kindsgerecht.

    • Greve sagt:

      Ich finde die Kinder und die Tiere haben ein Recht auf die Wahrheit.
      Da sie sehr grausam ist, sollte man sie kindgerecht präsentieren.
      Die sofortige Umstellung auf Vegan ist der richtige Weg. BE VEGAN

    • Svenja sagt:

      Herr Pickert meint wohl nicht das, was auf der Packung steht, sondern das, was nicht drauf steht. Und warum soll man einem Kind nicht erzählen können, wie Fleisch heute „produziert“ wird?

      • Sportpapi sagt:

        @Sven: Wenn ich mit meinen Kindern über ausgewogene, gesunde Ernährung spreche, dann meine ich kaum vegan damit.
        @Svenja: Wenn die Kinder Nachrichten schauen, kommen sie es mit über. Ansonsten sprechen wir über alles, was sie wissen möchten.

  • mira sagt:

    Guter Beitrag. Als langjährige Vegetarierin, die ihre Lebensweise anderen nicht aufzwingen will, befinde ich mich auch ständig in diesem Dilemma. Ich kaufe konsequent nur Bio-Fleisch für meine Familie (ja, das kostet manchmal das Doppelte!). Befriedigend ist aber auch das nicht.

    • mira sagt:

      Da mein Kommentar unten an Reincarnation of XY gelöscht wurde: wir wohnen in Bayern und mein Eindruck ist, dass die Verfügbarkeit von Bio in D viel besser als in CH ist…

    • A Kasper sagt:

      Bio Fleisch hat doch nichts mit der Verarbeitung zu tun. Der Schlachtbetrieb Tönnies hat auch Bio Fleisch im Angebot. Erstaunlich immer wieder wie der heutige Konsument bezüglich unserer industrialisierten Lebensmittrlindustrie sehr wissenswert ist.

    • Martin Frey sagt:

      @mira
      Bio ist nicht gleich Bio, schon innerhalb der Schweiz nicht, und schon gar nicht im internationalen Vergleich.
      Das ist zumindest ein Stück weit die Crux.

  • Lisa sagt:

    Wer sagt, dass nie über Lieferketten geredet wird? Wer sich dafür interessierte – auch vor Tönnies – der wusste es. Als ob es geheim gewesen wäre. Genauso wie man Informationen über Soja- oder Avocadoanbau hat. Oder über die Herstellung von Mobiltelefonen. Oder oder oder. Und vor Kindern verheimlichen muss man garnichts. Ich wusste schon als kleines Kind, wie man Bratwürste und Schnitzel herstellt (war im Vorschulalter bei Schlachtung dabei). Aber es ist die persönliche Komfortzone, die eigene Bequemlichkeit, die uns im Wege steht. Wenn ich im Laden an der Kühltheke vorbeilaufe und zufällig sehe, dass es da gerade ein Stück Fleisch im Angebot hat, das ich gerne habe – dann ist es meine Entscheidung, ob ich es kaufe. Meist nicht, manchmal doch… und blende mein schlechtes Gewissen aus…

  • Bea sagt:

    Namensvorschläge:
    MaPablog oder PaMablog

  • Sleepwell sagt:

    Lieber Herr Pickert, Ihre Haltung in dieser Sache hat mich erstaunt, da es so nicht zu den sonstigen Texten passt, die ich von Ihnen kenne (was zugegebenermassen wohl nicht ganz das Lebenswerk abdeckt). Ich glaube, man kann Kindern sehr viel Wahrheit zumuten, immer kindgerecht verpackt natürlich. Sobald die Kinder gefragt haben, war bei uns klar, für ein Stück Fleisch muss ein Tier sterben. Aber wir Menschen sollen die Tiere gut behandeln. Es gibt Menschen, die das nicht tun. Wir können so einkaufen, dass wir die „guten“ unterstützen (so wir uns das leisten können). Auch wie Tiere geschlachtet werden und dass das auch unschön ist gehört dazu um sich wirklich eine Meinung zu bilden. Und meine erwachsenen Kinder decken heute von (fast)Vegetarier bis Fleischtiger das ganze Spektrum ab.

    • Hanspeter Niederer sagt:

      So so, eine Schlachtung ist „unschön“. Welch eine Verrohung mit gleichzeitiger Verharmlosung des Vorgangs daraus spricht.

  • Reincarnation of XY sagt:

    Was sind denn nun ihre Lügenmärchen? Das verstehe ich nicht.
    Weiss nicht wie das in D ist, aber in CH kann man Fleisch vom Hof kaufen, es gibt Labels, wo Tiere draussen sind. Man kann Eier kaufen, beim Bauern, wo man die Hühner draussen sieht. Also es gibt schon Möglichkeiten, dass man Industriefleisch vermeidet. Und wenn ihnen das wichtig ist, dann könnten sie das doch machen. Und wenn nicht, sagen sie es ihren Kindern, ist halt (wie vieles anderes, z.B. Handys) nicht so toll mit Produktion und Lieferketten.

    Was die Brutalität der Natur (Realität) angeht, braucht es Aufklärung. Wir leben nicht in einem guten Universum. Es gab nie ein Paradies (Lügenmärchen). Buchtipp: Richard Dawkins „Die Schöpfungslüge“

  • Simon Tanner sagt:

    Ein guter Text mit wichtigen Fragen und Gedankengängen. Warum aber wollen Sie den Kindern Ihre vegetarische Lebesweise nicht aufzwingen? Da ist doch schon die Wortwahl falsch, da es suggeriert, dass die fleischhalltige Ernährung das „Normale“ ist. Man könnte genauso gut schreiben, sie zwingen den Kindern Fleischkonsum auf.

    • Reincarnation of XY sagt:

      Nun Herr Tanner, tatsächlich ist es normal.
      Die Spezies Mensch gehört unzweifelhaft zu den Omnivoren. Wer grundlegende Kenntnisse in Biologie besitzt, weiss das. Also ist es völlig natürlich, dass der Mensch auch Fleisch ist.

      Ganz unabhängig davon, dass unsere Ernährungsweise nicht ideal ist, weil sich unsere genetische Realität im wesentlichen in den 2 Mio Jahren vor unserer Sesshaftwerdung entwickelt hat.
      Darum geht es nicht. Ich sage nicht, dass so wie wir heute essen, „natürlich“ sei. Aber, dass die Spezies Mensch omnivor ist, daran besteht kein Zweifel. Erst später entwickelten sich kulturell verschiedene, durch die Religion gesteuerte Ernährungsstile (vegetarisch, Verzicht auf bestimmte Speisen, etc.).

    • Hanspeter Niederer sagt:

      Wer die Praktiken in der Michwirtschaft kennt, sollte sich sowieso rein gar nichts auf seinen „edlen“ Vegetarismus einbilden. Tierrespektierend und die Zukunft der Kinder schützend ist einzig die vegane Lebensweise.

    • Reincarnation of XY sagt:

      Herr Tanner – es IST normal dass der Mensch Fleisch ist, weil unsere Spezies ohne jeden Zweifel zu den Omnivoren gehören.

      Natürlich müssen wir deswegen kein Fleisch essen. Aber Fleisch essen wurde uns nicht kulturell beigebracht. Verzicht auf bestimmte Nahrungsmittel kam aus kulturellen Gründen.

    • Martin Frey sagt:

      @Tanner
      „Warum aber wollen Sie den Kindern Ihre vegetarische Lebesweise nicht aufzwingen?“
      Vielleicht darum, weil „Zwang“ per se schon falsch ist, inbesondere bei Dingen die weitgehend Ansichtssache sind. Da ist doch schon die Wortwahl falsch… 😉

  • manu sagt:

    Ja bitte umbenennen, kein Mamablog mehr, von mir aus Mannablog…

    und ja, es ist unerträglich solche Verbraucherzahlen von Fleisch zu lesen. Sie mögen abstrakt sein, für uns die wir hier keinen Schweine-Rücken spalten, aber die sind real und in Ihrem Ausmass grauenvoll.
    Für die Tiere, die Rückenspalter und die Verzehrer dieser ungesunden Industrienahrung.
    Ein unkreatives Elend für alle Beteiligten.
    Es gibt soviel mehr das gegrillt werden kann, als uns diese alljährlich sich wiederholenden Sommer- Grill- Party- Tschisch- Werbung, vorgaukelt.
    Zucchini- Falafel- Spiesse, und soweiter…

    • Hanspeter Niederer sagt:

      Werbung für Tierprodukte gehört verboten, denn sie ist nicht nur tierverachtend, sondern zukunftsvergessen und damit ein Angriff auf die Zukunft der Kinder.

  • s. schneider sagt:

    „Wieso reden wir eigentlich nie über Lieferketten, Fleischpreise, Schlachtungsmethoden und Arbeitsbedingungen?“ na dann sollte aber auch über die lieferkette und die arbeitsbedingungen von vegetarischen und veganen lebensmittel geredet werden. immer wieder lustig, wie solches ausgeblendet wird.

    • bohrerin sagt:

      warum so giftig? wenn jede und jeder seinen konsum von was auch immer hinterfragt und den nicht überlebensnotwendigen um die hälfte reduzieren würde wären wir schon ziemlich nah an einer welt, in der alle eine perspektive haben. und es steht ihnen doch jederzeit frei über die industrielle pflanzenproduktion (die in sehr vielen fällen eben doch wieder im tiermagen landet) zu schreiben und gegen diese vorzugehen. es ist nicht herrn pickerts aufgabe auf einen schlag die welt vom elend zu befreien, da ist das mittun aller gefragt.

    • Lady Shorley sagt:

      Wie sind den die Arbeitsbedingungen von vegetarischen und veganen Lebensmitteln in der Lieferkette?

      • Anh Toàn sagt:

        Naja, Tofu besteht in erster Linie aus Sojabohnen. An der Sojaindustrie gibt es vielfältige Kritik, betreffend Arbeitsbedingungen und Umweltstandards.

        Die Deutschen Zahlen in der Schweinefleischindustrie sind bezogen auf Deutschland genau so absurd, wie die Umsätze der Tomatenindustrie in Holland. Möglich ist dies nur, mit absurder Behandlung von Mitarbeitern und / oder Umwelt. Beides hat nichts mit Landwirtschaft zu tun, ist industrielle Nahrungsmittelproduktion.

      • tina sagt:

        lady, möchten sie sich vielleicht informieren, wie das mit dem gemüse und oder auch erdbeeren anbau in spaniens gewächshausmeer und der modernen sklaverei läuft?
        gerade was das betrifft, finde ich allgemein wichtig, dass man mit kindern spricht. wie könnten wir es anstellen, dass es einigermassen ok ist für den planeten und alles da drauf? regional, saisonal ist ja schonmal ein guter ansatz, und dann kann man auch gelegentlich eine avocado kaufen, finde ich in ordnung. labels sind eine gute krücke, aber halt nur eine krücke und da wird zum teil auch gemogelt.
        fleischesser essen ja auch nur ein wenig fleisch zu all dem fleischlosen, also ist für fleischesser vegi essen ja auch das übliche, man brauchts nichtmal speziell zu betiteln.

      • Mirta Huber sagt:

        Ganz einfach, ich kaufe beim Biogärtner persönlich. Ein bisschen teuer, ohne Verpackung, ohne Klimaverschmutzung, schmeckt wunderbar, ist gesund und frisch, weil nicht weit her transportiert. Köstlich.
        Ein bisschen teurer kann man sich easy leisten, wenn man kein Fleisch ist.

      • Monika sagt:

        Bis jetzt gab’s noch keine Corona Fälle in Firmen die vegane oder vegetarische Produkte produzieren.Sagt das nicht schon alles über die Unterschiede in den Arbeitsbedingungen?

      • Martin Frey sagt:

        @Monika
        „Bis jetzt gab’s noch keine Corona Fälle in Firmen die vegane oder vegetarische Produkte produzieren.“
        Woher wollen Sie das wissen? Viele dieser Produkte stammen ja irgendwo aus der 3. Welt und werden dort hergestellt unter Ausschluss der Oeffentlichkeit….und es ist ja nicht so, dass dort die Corona-Pandemie momentan nicht zum Flächenbrand mutieren würde…

        „Sagt das nicht schon alles über die Unterschiede in den Arbeitsbedingungen?“
        Naja, wenn man sich mit den gängigen Arbeitsbedingungen in der 3. Welt auseinandersetzt, wünscht man sich fast zu Tönnies zurück…

      • s. schneider sagt:

        lady shohrley, schauen sie sich den film „anders essen, das experiment“ auf 3sat an. ihnen werden wohl die augen etwas aufgehen.

    • Belial sagt:

      Lol. Da sterben erst mal keine Tiere schon beim Transport. Daneben, du willst also mit einem übel ein anderes entschuldigen? Differenziertes denken ist dir wohl fremd.

    • s. schneider sagt:

      Belial, nur so zur info, wie ist jetzt das noch einmal bei der herstellung von sagen wir zum beispiel avocados? abholzen von wäldern und den lebensraum von tieren zerstören und diese tiere gleich noch nebenbei ausroten. das zum thema „Lol. Da sterben erst mal keine Tiere schon beim Transport.“ jaja belial aus den augen aus dem sinn. na weiterdenken ist ihnen wohl fremd.

      • Marianne Wegmüller sagt:

        Aha – vegan = avocado. Ok. Dann muss ich sofort meine vegane Ernährung überarbeiten: Streiche Gemüsekorb vom BioBauern und lege rein: Alles aus der 3. Welt. Nein Ironie off: Ich bin immer wieder überrascht, wie frech und unrefflektiert über pflanzliche Ernährung geurteilt wird. Übrigens: Hätten Sie sich nur ein kleines bisschen über Soja informiert, wüssten Sie, dass Speisesoja für den Menschen aus Europa stammt, die sogenannte Nutztiere jedoch mit genmanipuliertem Soja aus dem Regenwald gemästet werden. Das lasse man/frau sich auf der Zunge zergehen…

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