Au revoir, Franzlektionen?!?

Das Schulfranzösisch verliert an Bedeutung – und keinen scheints zu kümmern.

Der «On y va»-Verdruss: Die latente Frankophobie unter Schülern und Eltern hat zugenommen. Foto: iStock

Wenn Sie eine Liste der unbeliebtesten Schulfächer erstellen müssten, Französisch würde sicher auf dem unrühmlichen ersten Platz landen. Auch als Lehrer muss ich gestehen: Mein eigener Franzunterricht in den 80er-Jahren glich einer Kakofonie aus debilen Dialogen («Allô, allô, c’est toi, Simone?»), die ich zwar brav auswendig lernte, aber nur ansatzweise verstand. Dafür kann ich (wie die ganze «On y va»-Generation auch) diese vermeintlichen Alltagsdialoge heute noch aufsagen, als wäre es das Vaterunser. Ja, René, Simone und François waren trotz allem unsere heimlichen Stars aus dem «Welschland». Am Ende der Schulzeit konnte ich aber bloss ein paar Worte auf Französisch stottern, die nur für einen lausigen Party-Gag taugten.

Englisch dagegen, das wir notabene nur im letzten Schuljahr hatten, öffnete mir die sprachlichen Tore dieser Welt. Alles war plötzlich so easy: Keine Zungenbrecher und keine Buchstaben, die man nicht aussprechen durfte. Nach nur einem Jahr Englisch konnte ich im Spanienurlaub bereits mit minimalen Sprachkenntnissen einen einfachen Flirt bewältigen. Die französische Frauenwelt blieb mir dagegen verschlossen.

Widerstand von allen Seiten

30 Jahre später bin ich nun selber Franzlehrer und stelle fest: Die latente Frankophobie hat sich wacker gehalten. Sie ist inzwischen auch bei den Eltern – 30 Jahre «On y va» haben Spuren hinterlassen – angekommen. Ich behaupte sogar: Die Abneigung gegenüber der zweiten Landessprache hat zugenommen.

Der Lehrplan 21 – mit mehr Naturwissenschaften und Informatik auf dem Stundenplan – bedrängt das Französisch massiv. Auf der Zürcher Oberstufe gibt es nur noch drei statt vier Wochenlektionen Französisch. Gewiss, diese Lektionen sind nicht gestrichen worden, aber man hat sie auf die Primarstufe verlegt. Bei allem Respekt, aber die französischen Vorkenntnisse meiner Sekundarschüler waren schon vorher eher bescheiden. Die Primarschüler hatten bereits vor dem Lehrplan 21 zwei Jahre lang zwei Wochenlektionen Franzunterricht. Verstehen Sie mich richtig: Schuld an dieser Misere sind nicht die Primarlehrpersonen. Ich frage aber: Ist frühes Fremdsprachenlernen wirklich sinnvoll? Nein, denn man hat nur falsche Erwartungen geweckt. Tatsächlich sollen die Primarschüler nämlich nicht unbedingt die Sprache erlernen, sondern ein Gefühl dafür entwickeln. Damit hat man aber vielleicht mehr Ressentiments gegenüber diesem Fach geschürt. Und mit Verlaub: Mit Emotionen lernen die wenigsten eine Fremdsprache – sieht man von den Verliebten dieser Welt ab.

Ich will meine Franzlektionen zurück!

Sehr bedenklich ist zudem, dass die jetzigen Sekundarschüler im ersten Jahr wegen der nicht zeitgleichen Umstellung des Lehrplans 21 rund 200 Lektionen weniger Französisch haben. Zum Vergleich: Das ist mehr als ein ganzes Jahr Franzunterricht. Solange jedoch Französisch an den Mittelschulen noch geprüft wird, hat es einen gewissen Stellenwert. Doch auch an dieser bildungspolitischen Front bröckelt es: Ab 2021 wird Französisch an der Gymiprüfung nicht mehr geprüft. Dann zählen zwar wieder die Vornoten der Sekundarschule, aber Französisch versinkt mit einem Anteil von 8 Prozent in der Bedeutungslosigkeit. Übrigens: Die Verhaltenskreuze, also Pünktlichkeit und Konzentration, haben neben anderen Fächern die gleiche Wertung in der Vornote.

Klammheimlich verschwindet da ein Fach in den pädagogischen Niederungen des Schulalltags – und keinen kümmerts. Als engagierter Franzlehrer bin ich aber besorgt und fordere deshalb: Ich will meine Franzlektionen zurück. Bis die lethargische Bildungsbürokratie aber reagiert, bleibt mir wohl nur eines: tagtäglich meine Schüler zu dieser wunderschönen Sprache zu motivieren.

Weitere interessante Postings:

92 Kommentare zu «Au revoir, Franzlektionen?!?»

  • Silvia Tschui sagt:

    Dass viele Schüler den Franz-Unterricht hassen und auch kein Französisch können, liege an den Lehrmitteln, wie mir (ok, ist auch schon 20 Jahre her) seinerzeit an der Oberstufen-Lehrerausbildung vom Franzdidaktik-Lehrer gesagt wurde. Und zwar herrsche in diesen eine Geistes- und pädagogische Haltung vor, welche davon ausgehe, dass eine kontinuierliche, leichte Überforderung der Schüler deren Lerneifer anfache. Dass dies nicht funktioniert, sondern das Gegenteil der Fall ist, sollte eigentlich klar sein. Uns wurde damals empfohlen, selber Zusatzmaterialien und zusätzliche Übungsmaterialien zu entwickeln um so den Stoff festigen zu können – da dies mit den existierenden Lehrmitteln ganz einfach nicht möglich war.

  • Maike sagt:

    Ich fand es gut, das ich Englisch und Französisch in der Schule gehabt habe. Lag vielleicht auch daran, das mich meine Eltern zuerst nach London in die Sprachferien geschickt habe und danach nach Paris. Der Kick dran zu bleiben bekam ich, als ich merkte, das man mich tatsächlich versteht.

  • Corinne Siegfried sagt:

    Ich habe festgestellt, dass meine Kinder Fremdsprachen bei Lehrern, die Muttersprachler waren, immer problemlos gelernt haben. Und je schlimmer der Schweizerakzent des Lehrers in der Fremdsprache, umso weniger gut klappte es. Als ob das Hirn sagen würde:“Wieso soll ich mit dem etwas anderes als Schweizerdeutsch sprechen?“ Ich würde es begrüssen, wenn hauptsächlich Muttersprachler Fremdsprachen unterrichten würden.

    • Amstutz Hanspeter sagt:

      Für die Primarschule hätte der Vorschlag mit den muttersprachlichen Fachlehrpersonen einige unerwünschte Nebenwirkungen. Konsequenterweise müssten dann neben dem Französisch auch im Englisch, im Turnen, im Handwerk, in der Informatik und weiteren Fächern Spezialisten eingesetzt werden. Wir hätten somit fast für jedes aufwändige Fach – auch bei nur zwei Wochenlektionen – Fachlehrpersonen im Einsatz. Das wäre ein Schulbetrieb wie in einer Mittelschule. Das ginge klar auf Kosten einer ganzheitlichen Pädagogik.

      • Patrick Hersiczky sagt:

        Etwas anderes: Ich finde es spannend, wie Eltern zum Thema frühes Fremdsprachen lernen stehen: Eher skeptisch bis ablehnend. Hoffe, dass auch die Leute vom VSA diese Kommentare lesen. Sonst schicke ich Frau RR Steiner evtl. den Link dazu.

      • Sportpapi sagt:

        Immerhin können die Primarlehrer/innen einigermassen französisch, wenn sie das Fach unterrichten – zumindest haben sie das entsprechende Sprach-Zertifikat. Beim Sport ist das nicht immer der Fall.

      • Alam sagt:

        Keine Sprache lernen wir so perfekt wie unsere erste, ohne Lehrer, Bücher, Voci büffeln etc. – von unseren Eltern, in ihrer eigenen Sprache, nicht in einer die sie auch nur so halbwegs können. Hier liegt auch der Schlüssel für das Sprachenlernen auf Primarschulniveau. Es sollte kein Französischunterricht sein, sondern ganzheitlich einfach Schule – auch Mathe, Sport, Werken – einfach in einer anderen Sprache, nicht mit Spezialisten, aber unbedingt mit Muttersprachlern, gerne auch mit angehenden Pädagogen. Kostet halt etwas Geld und vielleicht auch Zeit, ein obligatorisches Schuljahr mehr wie überall sonst auch. Die Frage ist nur: Können und wollen wir uns das leisten?

  • Alam sagt:

    Sicher gibt es in jeder Klasse einige wenige Ausnahmetalente, die eine Sprache tatsächlich aus Büchern und trotz Lehrern mit mangelhaftem Franz. und Akzent lernen. Aber die meisten bräuchten ein Sprachbad unter Muttersprachlern. Solange wir uns das nicht mal für den Unterricht leisten können, sind die Franz.-Lektionen in der Volksschule rausgeworfenes Geld. Ich finde, dass PH-Studenten ihre Praktika, oder zumindest einen Teil davon, obligatorisch in den anderssprachigen Landesteilen machen müssten. Einerseits damit die Schüler mit Muttersprachlern in Kontakt kommen, andrerseits um selber die Sprache besser zu lernen.

  • Q.He sagt:

    Schade, wird auf Französisch keinen Wert gelegt. ich bin mit ZH Freunden Richtung Jura gefahren. Französisch reichte knapp für Einkaufen. In Biel waren sie völlig erstaunt, dass die Kassiererin in der Migros von F direkt auf D (Dialekt) wechselte. Das ist der Normalfall. Reaktion der Zürcher: „da hätte wohl sogar ich noch Welsch gelernt!“
    Für ZH ist die Romandie weit weg, und in der Schule ist F „uncool“ und schwer zu lernen. Bienne sitzt auf dem Röstigraben und die Kinder wachsen damit auf, dass 2 Sprachen „normal“, Standard sind. Entsprechend ist auch der Unterricht (nicht nur in bilingualen Schulen). Wie wäre eine Schulreise der Verantwortlichen nach Biel?

    • Hanspeter Niederer sagt:

      Ich bin in Biel aufgewachsen und zur Schule gegangen. Nach der Schule konnte ich quasi Null Französisch. Erst im engen Kontakt mit Französischsprechenden im Arbeitsumfeld lernte ich die Sprache dann so, dass ich sie auch anwenden konnte im Alltag und die Kommunikation auf französisch keinen Murks mehr bedeutete für mich. Was daraus für mich auch abzuleiten ist: ohne Motivation kein Lernerfolg. Banaler geht nicht, betrifft alle Fächer.

  • Franziska sagt:

    Ich habe in der Sekundarschule (Mitte 80er Jahre) mit On y va die französische Sprache entdeckt. Seither h habe ich nie aufgehört, Französisch zu lernen, lesen, hören oder sprechen. Unserer Lehrer liess uns die Dialoge von René, Simone und François auswendig lernen und vor den Klassenkameraden nachspielen. Das war immer sehr lustig. Wir haben viel gelacht und ich bin sicher, dass mir diese Erfahrungen einen positiven Zugang zur Sprache ermöglicht hat. Es hat mir auch gefallen, dass in diesem Lehrwerk auf deutsche Übersetzungen gänzlich verzichtet wurde und man sich als Schüler irgendwie in der Fremdsprache „durchschlagen musste“. In Verbindung mit unserem talentierten Lehrer, war das On y va ein sehr gutes Lehrwerk.

  • Evelin Camponovo sagt:

    Ich finde, Kinder sollten wählen dürfen, ob Französisch oder Italienisch oder Rätoromanisch. Der Italienischunterricht wäre voll.

  • Jessas Neiau sagt:

    Wollte man wirklich etwas für’s Französisch und die Mehrsprachigkeit tun – man müsste die Kinder für mindestens 6 Monate in einen anderen Landesteil schicken. Aber nicht nur in den französischsprachigen, auch in den albanisch- oder den portugiesischsprechenden.

  • Alam sagt:

    Sprachen sollten ausschliesslich von Muttersprachlern unterrichtet werden.

  • Zeno Meili sagt:

    Mir soll’s recht sein. Meine Brötchen verdiene ich heute dank meinen Französischkenntnissen (der Schweizer Markt muss halt weiterhin mehrsprachig bearbeitet werden), da kann ich auf Konkurrenz gerne verzichten. Mein hart über viele Jahre erarbeitetes Chinesisch in Wort und Schrift (Sinologiestudium, viele Jahre in China gearbeitet) hingegen interessiert hier übrigens niemanden. Dies nur so für diejenigen unter Ihnen, die ihre Kinder voller Erwartung ins Frühmandarin schicken möchten.

    • Esther sagt:

      Zeno : ich habe ein Neffe der war 5 Jahre in Peking und spricht also fliessend chinesisch. Nun hat er einen sehr guten Job in London seit wieder schon 5 Jahre. Russisch, Chinesisch, Brasilianisch, das sind heute wichtige Sprachen im Internationalen. Hier in der Schweiz ist Deutsch, französich, italienisch, englisch besser.

    • Sybille sagt:

      Kann ich bestätigen. In der Schweiz veröffentlicht jedes Bundesamt wichtige Text in mindestens 3 Landessprachen + oft noch Englisch, ebenso muss jede Schweizer Firma, die etwas auf sich hält, ihre Website in mehreren Sprachen, darunter natürlich Französisch, anbieten. Da kann man mit guten Französischkenntnissen tatsächlich schön verdienen. Dazu kommen Simultanübersetzungen an landesweiten Konferenzen, an denen Frankophone teilnehmen, die darauf bestehen, dass auch in ihrer Sprache kommuniziert wird. Schliesslich ist Frz eine offizielle Landessprache.

  • Marc sagt:

    Als Mittelstufenlehrer kann ich Ihnen nur beipflichten. Ich selbst hatte in der Sek wöchentlich fünf Franz‘lektionen. Dabei lernt man viel mehr als ab der 5. Klasse. Die Politikern wollen nicht verstehen, dass Oberstufenschüler in einheitlicheren Leistungsklassen deutlich schneller und besser Fremdsprachen lernen. Ich bin auch für die französische Sprache, aber mit 25 Kindern in einer Klasse (Mittelstufe): einige sind sprachlich sehr begabt, andere haben grösste Mühe. In Deutsch, Mathe etc. kann relativ einfach individualisiert werden, aber in Fremdsprachen ist dies nur im schriftlichen Bereich machbar.

  • giordano sagt:

    Ich gehöre noch zur Stäns-Generation, den Vorläufer von On-y-va. Das war in mehrfacherweise ein Glücksfall für mich, weil bei Stäns die Grammatik eine wichtige Rolle spielte. So konnte man die Grammatik beim Deutschlernen als auch beim Französischlernen festigen. Obwohl ich Französisch mündlich praktisch nie angewendet habe, weil sich keine Gelegenheit ergab, zehre ich immer noch von der Sekundarschulzeit, wenn ich einen französischen Text vor mir habe. Übrigens: Das Stänslehrbuch hatte ich später Freunden ausgeliehen, die auf die Aufnahmeprüfung in die KME lernen mussten. Das On-y-va-Lehrbuch war nicht zu gebrauchen.

  • abundance sagt:

    So, wie Französisch in der Schule vermittelt wurde, habe ich Sprachen nie gelernt und doch kann ich mich heute fliessend in sechs Sprachen unterhalten. Das Dank all den Menschen, Filmen und Büchern, die mir ihre Sprache lebendig gemacht haben.

  • M Bachmann sagt:

    Selbst Albert Einstein hat nur eine 3 in Französisch an der Kantonsschule Aarau erhalten (hingegen eine 5 in Italienisch). Offensichtlich war dieses Fach bereits damals nicht das beliebteste…..

  • Barbara Grohé sagt:

    Ich fand das damals als ich in die Schweiz zog immer etwas befremdlich. Man sagte mir immer voller Stolz: wir sind schliesslich viersprachig! Später bekam ich in der Schulzeit meiner Kinder mit, wie unbeliebt Französisch ist. Eigentlich schade, wo es so eine schöne Sprache ist.

    • Esther sagt:

      Barbara : es IST eine sehr schöne Sprache, man sagt sogar die schönste Sprache, weil sie weich ist und melodiös. Hier in der Westschweiz wollen Kinder hingegen nicht Deutsch lernen ! Deutsch ist für sie eine harte Sprache zum aussprechen, sie lernen lieber Englisch.

  • fufi sagt:

    Wer hat die mit gelben Kieselsteinen gefüllte Badewanne auf den Bahnhofplatz gesetzt?
    Dochdoch, DIESEN Satz mussten wir übersetzen, im Französischunterricht in der 6. Klasse des Gymnasiums, im 1976. Und auch noch DIESEN:
    Sprich nicht mit dieser Blume, denn sie ist sehr bösartig.

    Zum Glück ist der Lehrer erst 3 Monate nach unserer Matur gestorben, sonst hätte keiner der Klasse dieselbige bestanden.
    (Oder aber wir wären in Franz gar nicht geprüft worden.)

    Und ja doch, der Lehrer wurde „fudi“ genannt, lateinisch, so im Sinne von: Ich giesse in mich hinein.
    Und das auch von der Rest-Lehrerschaft.

    Das Bitzeli was ich heute (noch?) kann, hab ich aus französisch-belgischen Comics gelernt.
    🙂

  • Aquila Chrysaetos sagt:

    Sehr gut geschriebener Artikel. Das „on y va“ und mit ihm der Französischunterrich in den 80ern war fast schon kultig schlecht. Nach 7 Jahren Gymnasium konnten die meisten von uns keinen geraden Satz sagen. Dafür beherrschten wir den Subjonctif vorwärts und rückwärts.

    Im Englisch war das anders. Als Französischlehrer müsste es doch interessieren, was die Kollegen vom Englischunterricht früher und heute besser machten/machen (milles feuilles scheint auch nicht das Gelbe vom Ei zu sein)?

    Mein Französisch (lesen, reden) habe ich einzig der Schweizer Armee zu verdanken, da ich in der Westschweiz die RS absolvierte. Seither kann ich eine französische Zeitung lesen, TSR schauen oder mit Romands ein berufliches Gespräch führen. Wäre das nicht Aufgabe des Gymnasiums gewesen?

    • Patrick Hersiczky sagt:

      Danke für das Kompliment! Was die Englischlehrer sagen, kann ich nicht allgemein sagen. Nur dies: Ich habe kürzlich mit einem Kollegen gesprochen, und er meinte, dass die Fähigkeiten für fünf Jahre Englisch (ab 2. Klasse) eher bescheiden seien. Ist sicher nicht repräsentativ, aber wenn man fünf Jahre Englisch hat, müsste man diese Sprache eigentlich fliessend sprechen.

      • Aquila Chrysaetos sagt:

        Gern geschehen. Es ist tatsächlich in meinem Empfinden schon auch so, dass Englisch wesentlich einfacher zu lernen ist als Französisch – da haben Sie ganz sicher recht.
        Auch teile ich klar Ihre Meinung, dass in der Deutschschweiz Französisch (oder Italienisch) für alle Pflicht ist, da wir in einem 4-sprachigen Land leben
        Französisch ist eine sehr schöne Sprache, ich Frage mich einfach was schief läuft, dass Generationen von Schülern trotz jahrelangem Unterricht kein Franz können und die Mehrheit die Freude daran verliert. Das es an den Lehrern liegt vermag ich nicht glauben.
        Ein Problem scheint mir die (damalige) Realitätsferne des Franz-Unterrichts zu sein. Subjonctif büffeln und gleichzeit abends nach 7 Jahren Unterricht in der Tagesschau auf TSR kein Schluck verstehen….

  • Dani Meier sagt:

    Ich war im Franz wohl zwar der Beste, aber nach der Schule war Englisch wichtiger und vom Franz blieben nur einige Floskeln übrig…leider! Heute sehe ich diese Sache tatsächlich anders. Die Romands sind mir mit ihrer offenen Art nicht unsymphatisch und ich bedaure, nicht mitreden zu können. Meiner Ansicht nach hätte ein Klassentausch für einige Tage vielen Jugendlichen die Augen geöffnet und das Verständnis gebracht, sich mit den Frankophonen austauschen zu können. Die Unterrichts-Unterlagen waren tatsächlich praxisfremd! Grammatik bis zum Exzess und nichts anderes!

  • Klärli Benz sagt:

    Versprochen wurde: in der Primarschule wird eine Fremdsprache spielerisch erlernt. Das Resultat war: büffeln und Tränen. Nach 5 Jahren schweizerischem Franz-Unterricht kann von einem Grossteil der Schüler kaum eine Unterhaltung geführt oder ein gehaltvolles Mail verfasst werden.
    Französisch sei halt eine Landessprache. Aber das ist Italienisch auch. Warum unterhalten wir uns nicht einfach alle auf Englisch? Französisch als Wahlfach an der Kanti – OK. Aber ansonsten würden diese Lektionen in Mathematik, Deutsch, Englisch und Informatik mehr Früchte tragen.

  • Daniela sagt:

    Da man eine Sprache nur dann wirklich lernt, wenn man einen EMOTIONALEN Bezug dazu hat, wäre es unabdinglich, dass Schüleraustausch Deutschschweiz-Westschweiz (oder wahlweise Tessin) stattfindet. Es ist ein kultureller Verlust, wenn 80% der Schweizer nur noch ihre Landessprache können, was immer häufiger der Fall ist. In meiner Jugend sprach in Bern jede Kioskfrau ein paar Worte französisch, man hörte an jeder Ecke französisch, viele Berner sprachen mühelos abwechselnd deutsch und französisch. Heute: betretene Gesichter bei den Jungen, die Mittelalten stottern, wenn’s hoch kommt, noch 1 oder 2 Schulsätzlein, und so radebrechen dann Welsche und Berner auf Swinglish miteinander. Ich verstehe, dass man keine Sprache lernen mag, zu der man keinen Bezug hat, darum: hingehen, dort leben!

  • Christoph Daum sagt:

    Französisch unterrichtete ich bis zu meiner Pensionierung an der Mittelstufe. 2 Jahre befolgte ich die Regeln. Keine Aufgaben, keine Tests, keine Noten. Ohne Erfolg ! Die Seklehrer begannen wieder bei 0. Dann wurde ich illegal, gab Aufgaben, machte Tests und setzte Noten zur Orientierung der Eltern, Natürlich nicht im Zeugnis. Baute kleine Beiträge von TSR ein und erlebte, dass die Kinder stolz waren, etwas zu verstehen. Ende der 6.Klasse verbrachten wir alle 8 Tage in Fleurier mit einer Klasse und ihrem Lehrer. Die Kinder lebten in Familien. Ich unterrichtete die Einheimischen, mein Kollege meine Kinder. Die Woche drauf besuchten uns die Welschen. Französisch und Deutsch waren plötzlich nützlich. Die Sommerferien verbrachten 9 meiner Kinder in Fleurier.
    Noch Fragen, was zu tun wäre?

    • Patrick Hersiczky sagt:

      Herr Daum, danke für Ihren Kommentar! Als Seklehrer sehe ich das genau gleich. Mit ein bisschen „Deux kilomètres à pied…“ singen ist es leider nicht getan.

      Wer aber heute für einen strukturierten Grammatikunterricht einsteht, wird von Kollegen schnell als pädagogisch antiquiert betrachtet. Klar, ein Franzunterricht braucht auch Conversation. Aber wie soll man sprechen, wenn man keine Verben konjugieren kann

  • Ruedi Beglinger sagt:

    Zwei Lektionen Französisch ab der fünften Primar ist verlorene Zeit. Und Frühfranzösisch funktioniert nur ab einjährig mit einer Mutter aus Lausanne, Soissons oder Cannes. Es darf auch der Vater sein. Aber die von Profit und Selbstverliebtheit getriebenen Schulentwickler der letzten zwanzig Jahre haben zusammen mit den Profil erheischenden Politikerinnen die Schule mit falschen Prioritäten fehlgeleitet. Letztes Beispiel dazu: der Lehrplan21. Roland Reichenbach, Professor für allgemeine Erziehungswissenschaften UNI ZH, an einer Buchvernissage an der PHZug sinngemäss: Der LP21 ist Quatsch. Aber jetzt haben wir ihn halt und müssen damit leben. Dem kann ich nur beipflichten.

    • Aquila Chrysaetos sagt:

      Der LP21 ist ein grosser Fortschritt und war überfällig. Klar kann man sich über den Inhalt streiten, aber dass es in der Deutschschweiz endlich einen einheitlichen Lernplan gibt ist nur zu begrüssen. Vorher war ja nur schon jeder Kantonswechsel ein Handicap für die Schulkinder. Der LP21 ist übrigens in unserer Verfassung abgebildet (Artikel 62). Somit hatte er eine Volksabstimmung passiert (ich glaube 2006) und ist demokratisch bestens legitimiert.
      Jetzt müssen wir nur noch erreichen, dass alle Kanton mit der gleichen Fremdsprache beginnen und dann haben wir dieses föderalistische Bildungsflickwerk endlich hinter uns gelassen.

      • Dani sagt:

        „…aber dass es in der Deutschschweiz endlich einen einheitlichen Lehrplan gibt ist nur zu begrüssen“…

        Dumm nur, dass sich ZH hier von der restlichen Deutschschweiz abhebt und nach wie vor Englisch als 1. Fremdsprache unterrichtet…. Französisch kommt dann in der 5. Klasse dran.
        Und das trotz LP21….

      • Aquila Chrysaetos sagt:

        Ja, diese kantonalen Extra-Fürzen müssen noch unterbunden werden, aber wir sind insgesamt auf dem richtigen Weg.

      • Sportpapi sagt:

        @Aquila Chrysaetos: Es gibt ja noch viele andere kantonale Extrawürste. Aber bei den Sprachen würde man sich erhoffen, dass der Entscheid, welche Sprache zuerst, mal in einem Volksentscheid gefällt wird. Hat ja mit Expertenmeinung wenig zu tun, sondern ist letzlich politisch.
        Ausserdem gibt es ja noch Kantone, denen vielleicht italienisch näher liegt.

    • Amstutz Hanspeter sagt:

      Die Primarschule ab der fünften Klasse ist vollgestopft mit Bildungszielen. Offenbar war es noch nicht genug, dass mit Medienkunde, Informatik, praktischen Naturwissenschaften und einer Reihe neuer Erziehungsaufgaben das Programm massiv erweitert wurde. Nein, es brauchte auch noch zwei frühe Fremdsprachen, um unsere Volksschule als fortschrittlich verkaufen zu können. Versprechungen in der Bildungspolitik sind vielen wichtiger als diese wirklich einzulösen. Längst haben wir den Salat. Die Lehrer wissen es, aber zu wenige haben wir der Autor des Beitrags den Mut, in der Sprachenfrage einmal Klartext zu reden. Die allermeisten Kinder würden es ihnen sicher danken.

      • Aquila Chrysaetos sagt:

        Wie gesagt, über den Inhalt kann/muss man diskutieren, der Rahmen finde ich aber korrekt.

        Wobei ich grundsätzliche eine Stärkung der MINT-Fächer begrüsse.
        Meiner Laien-Meinung nach würde eine Fremdsprache in der Primarschule genügen. Persönlich würde ich Englisch vorziehen – zumal es auch einfacher zu lernen ist. Für die komplexere französische Grammatik ist es IMHO auch sinnvoll, zuerst die Deutsche Grammatik zu beherrschen. Staatspolitisch ist whs Französisch oder Italienisch besser.

      • Sportpapi sagt:

        Es sind eben zwei Ebenen: Dass endlich harmonisiert wird, und es einen einheitlichen Lehrplan gibt, ist längst überfällig. Auch wenn sich viele Kantone bei gewissen Umsetzungen noch schwertun.
        Ob allerdings das Konzept des Lehrplans, die Kompetenzorientierung, dann das richtige ist, und sich bewähren wird, werden wir noch sehen.
        Die Überfrachtung des Unterrichts hat allerdings nicht unbedingt mit der Art des Lehrplans zu tun, sondern damit, dass immer mehr Probleme in der Schule gelöst werden sollen. Und richtig: Eine Überprüfung, ob die Versprechen auch eingelöst werden, findet kaum statt. Und schon gar nicht systematisch. Und selbst wenn dann gezeigt wird, dass der erhoffte Erfolgt nicht eingetroffen ist, fällt es offenbar ganz schwer, die Richtung zu ändern.

  • 13 sagt:

    Wir haben hier vor Kurzem eine Umfrage betreffend Schulzufriedenheit in der Oberstufe durchgeführt. Fast ein Drittel der Schüler*innen prangerten an, dass man französisch gar nicht mögen darf, weil man sofort als „komisch“ und „Aussenseiter“ gilt. Das Fach hat einen extrem schlechten Ruf und das zu ändern wäre Aufgabe der Schule. Schüler*innen und Eltern müssten dann mitziehen. Das Interesse wäre da.
    Mein Kind hat sich sehr darauf gefreut. Beim „le monstre d’alphabet“ und die Wörter, die sie dazu lernten, verschwand diese Freud. Und ich bekomme heute noch Hühnerhaut, wenn sie Sätze ins Deutsche übersetzen müssen und dann Sätze wie. „Die Maschine dient dazu, das Zimmer aufzuräumen“ rauskommen soll. Was zum Teufel ist das für eine Maschine und wofür wird der Satz gebraucht?

    • 13 sagt:

      Man sprach davon, dass die Kinder die Sprache durchs erleben lernen werden, anstatt durch Wörtli pauken. Von Sprachbad war die Rede. Jedoch gibt es die elenden Wörtlikärtchen weiterhin, nur sind die Wörtli drauf unbrauchbarer als zuvor. Und auch noch nach 4 Jahren können die Kinder kaum einen Satz. Hinzu kommt die Idee, dass man die ersten Jahre nicht richtig schreiben muss und es dann von heute auf morgen einfach können. die einzigen Kinder, die ich kenne, dass sie es können, haben Eltern, die ihnen das beibringen (können), was sie in der Schule verpassen. Das neue System und der LP21 hat viel Gutes gebracht, aber hier versagt. Da sollte man nochmals über die Bücher.

      • marie sagt:

        …ohne pauken lernt man keine sprache; zumindest nicht korrekt. es ist dann ein chrüsimüsi, aber keine sprache nach definition(en).

      • 13 sagt:

        @ Marie
        Ich gehe davon aus, Sie oder Ihre Kinder, sofern sie welche haben, haben sprechen gelernt, ohne Wörtkärtchen zu pauken. Ich habe in meinem Leben nie Deutschwörter gepaukt (nicht meine Muttersprache) und wie Sie sehen, ist mein Deutsch durchaus korrekt. Schweizerdeutsch auch, sie würden keinen Akzent hören. Meine Kinder lernen gerade meine Muttersprache ganz ohne Wortkärtchen, sie konnten bisher nur einige Grundlagen, dafür mit Sprechen, Filmen, Büchern, Spielen etc. Und nach 3 Mt ist der Erfolg beeindruckend.
        Richtig ist jedoch, dass es dafür bestimmte Umstände braucht (Umgebung in dieser Sprache) und dass diese in der Schule schwierig hinzubekommen sind. Das müsste aber dann auch so anerkannt werden und es bringt nichts, so zu planen, als hätte man es hinbekommen.

      • marie sagt:

        ich habe (leider) keine kinder – aber ich sehe, wir haben durchaus einen ähnlichen hintergrund. und können sprechen und schreiben; etwas haben wir irgendwie aufgebaut, mit der systematik haben wir das aufgebaute in ordnung gebracht.
        🙂

      • marie sagt:

        …und 13: hätte ich kinder, ich würde es genauso machen wie sie.

  • Anh Toàn sagt:

    Auf Kriegsfuss mit Französisch stehen die Deutschweizer ab Bözberg/Olten nach Osten und Süden. Von Basel bis Bern ist das anders. In Bern ist zwar ein ausgeprägter Akzent verbreitet, aber das Französisch ist dennoch sehr gut, typisches Bespiel ist Ogis Französisch. Französischunterricht war eines der besseren Fächer in der Schule, der Deutschlehrer plagte uns mit den alten Klassikern bis zum umfallen, im Französischunterricht gab es Ionesco. Als kleines Kind wollte ich bereits französisch können, weil meine Mutter mit meiner Grossmutter französisch redete, wenn wir Kinder etwas nicht verstehen wollte.

    Seit kaum mehr jemand Latein lernt, hilft Französisch mit gleicher Basis beim Erwerb weiterer romanischer Sprachen, wie italienisch und der „zweiten Weltsprache“, Spanisch.

  • Tom Briner sagt:

    Die Menschen aus der Deutschschweiz, die in Zukunft noch der französischen Sprache mächtig sind, haben bei der Jobwahl in gewissen Bereichen einen Vorteil. Denn Englisch kann jeder. Ein Beispiel: Der freie Job als SBB-Chef, der immerhin mit einem Jahressalär von 1 Million Franken dotiert ist, verlangt im Anforderungsprofil neben Englisch auch Französisch. Viele Manager fallen da als Bewerber schon mal weg. Auch gut dotierte Stellen beim Bund verlangen Französisch. Wie gesagt. Wenn die heute Zehnjährigen in 10, 15 Jahren ins Berufsleben einsteigen, können die alle Englisch. Französisch wird bei gut dotierten Jobs den Unterschied ausmachen.

  • marie sagt:

    in der schweiz sollte bilingue-unterricht (d+f) schlicht standard sein von anfang an, mit italienisch und englisch als pflichtfächer, wahlsprache: rumantsch (hätte ich zumindest begrüsst, welches auch immer).
    und das schreibe ich als nicht-sprachbegabte. aber sprachen lernen ist einfach das, was es ist: reiner fleiss; damit lässt sich ein gutes niveau erarbeiten. wer dann noch talent hat, chapeau. auf d: „…ziehe ich den hut“.

    • Sportpapi sagt:

      @Marie, und das mit all den Kindern, die schon mit deutsch ihre liebe Mühe haben. Und all die weiteren Inhalte, die in der Schule sonst schon eher zu kurz kommen, die lassen wir dann ganz fallen?

      • marie sagt:

        ich gehöre auch zu diesen kindern – es ging und hat ganz gut geklappt. zu meinem vorteil: lernen hat mir immer, auch heute noch, sehr grosse freude gemacht! und da spielen eltern eine grosse rolle. wenn man das lernen als übel sieht und „aschiisse“, denn kann nichts positives daraus entstehen.
        und ja, ich bleibe bei meinem vorschlag. bei mint-fächern bringt man ja ihr argument ja auch nicht…

      • Sportpapi sagt:

        @marie: Bei den Mint-Fächern wird diskutiert, ob die verbreiteten Satzaufgeben sinnvoll sind. Weil teilweise statt Mathematik wieder das Sprachverständnis geprüft wird, und gerade Menschen, die sprachlich handicapiert sind, erneut einen Nachteil haben.
        Und letztlich geht ein Ausbau der Sprachen immer zu Lasten der anderen Fächer. Die Schule ist bereits sehr sprachlastig. Und, das ist die nächste Diskussion, es sollte nicht sein, dass z.B. Mathe-Talente vom Studium abgehalten werden, weil sie in Fremdsprachen (ausser E) nicht stark genug sind.

  • Etienne P. sagt:

    In der Diskussion wird ein Aspekt ausgeblendet: der nationalen Zusammenhalt. Die Schweiz ist ein kleines Land und für viele Bürger ALLER Sprachregion leider noch viel kleiner aus mangelnder Interesse & Respekt. Ich möchte in Morges, Romanshorn, Locarno oder Zernez mich ohne Englisch ausdrücken können aus Respekt vor der lokalen Kultur. Noch eines zum deutschweizerische Diskussion um den Franz Unterricht: In Tessin und in der Romandie wird der Vorrang von Deutsch vor Englisch gar nicht in Frage gestellt und Deutsch war noch nie eine Weltsprache und ist mit dativ & akkusativ kein bisschen einfacher zu lernen als Französisch.
    Nimmt der Zug, besucht die anderen Sprachregionen der Schweiz und geniesst der Vielfalt. Dann habt ihr Lust. Das gilt sowohl für Deutschweizer wie für Romands.

    • 13 sagt:

      Sie haben völlig recht, was die Wichtigkeit der Sprache betrifft. Französisch muss erhalten bleiben. Aber es ist ja auch nicht so, dass Welsche besser deutsch könnten, als Deutschschweizer französisch. Oder eher bereit wären, es zu sprechen.
      Ich habe an einer 2-sprachigen Uni studiert. Bei gemischten Gruppen wurde zusammen am häufigsten französisch (obwohl es mehr deutschsprechende Studenten gab) gesprochen. Seltener dann englisch oder das gut-schweizerische „Jeder spricht seine Sprache“. Ich fand das Letzte immer sehr sympathisch, das passt einfach irgendwie und wird ja auch beim Bund so gehandhabt. Deutsch aber praktisch nie. Nicht einmal in den Pausen deutscher Vorlesungen.

      • Etienne P sagt:

        Ich gebe Ihnen Recht vielen Romands sind nicht besser und müssen sich auch wagen üder den Röstigraben zu gehen. Darum habe ich mein Kommentar an beiden Seite der Röstigraben gerichtet.

        Es gibt aber ein Unterschied: in der Romandie & Tessin wird der Deutschunterricht nicht so stark attackiert wie der französisch Unterricht in der deutschen Schweiz und diese Asymetrie ist sehr problematisch.

        Zweitens zu Ihren Erfahrung dass in gemischten Gruppe eher französisch gesprochen wird als Deutsch. Es stimmt leider und hat mehrere Ursachen: Romand lernen Hochdeutsch und leider nicht Schweizerdeutsch (mündlich) und deutschschweizer reden ZUM GLÜCK noch lieber französisch als Hochdeutsch.

      • 13 sagt:

        Wie gerne deutsch gelernt wird, weiss ich nicht. Ich stelle einfach fest, dass es nicht gerne gesprochen wird. Die Tessiner muss ich hier sehr in Schutz nehmen. Das waren bei uns diejenigen, die mit grossem Abstand über die besten Sprachkenntnisse der anderen Landessprachen verfügten. Auch wenn wahrscheinlich Tessiner Studenten einer deutsch-franzöischen Uni nicht ganz repräsentativ sind, war ich trotzdem beeindruckt. Das ist aber auch die Erfahrung, die ich im Tessin häufig mache.

  • Le Renard sagt:

    Der Französischunterricht ist deshalb absolut nutzlos, da kein Franzose so spricht wie im Buch. Wir haben im Gym Molière durchgeorgelt. Super, wenn man im 18. Jh lebt, ansonsten unnützer Müll. Mit dem Schul-Franz kommt man nirgends hin. Business Französisch und die Umgangssprache bringen viel mehr als das elitäre weltfremde Geschwafel, das man in der Schule lernt. Aber man suche die muttersprachlichen Franzlehrer: die sind eine Seltenheit. So mancher Franzlehrer wäre in Marseille, La Réunion oder den Banlieues total aufgeschmissen. Die gelehrte Sprache ist Paris Elite anno 1960.

    • Etienne P. sagt:

      Je vous rassure: Kein Deutschschweizer redet wie im Deutschunterricht ! Kein Grund aufzugeben.

      • Anh Toàn sagt:

        Ist ja hundertmal schwieriger für die Romands, weil die Deutschschweizer Dialekte riesige Unterschiede haben. Selbst ein Deutscher kann in Oberwalliser oder Urner kaum verstehen, meine Ex hat im Oberwallis gefragt, was das für eine Sprache sei, sie konnte kein Deutsch mehr darin erkennen.

  • Oskar sagt:

    Abschafften. Meine Buben sind jetzt so langsam erwachsen. Beide haben sich Jahre durch die Franz-Lektionen gequält. Das Resultat ist: Der kleine kann nach der Sek A Null. Der Grosse nach dem Gymi knapp ein Kaffee bestellen. Bei mir ist das Resultat nach sieben Jahren Schulfranzösich auch eher überschaubar. Sollen die Willigen das als Freifach besuchen. Die Schweiz wird’s überleben.

    • Simon Ander sagt:

      In einem Sprachfach ist man so gut, wie man selbst auch arbeitet. Eine gewisse Affinität muss auch gegeben sein. Bei allem Respekt, aber dass man nach der Sek A nichts kann ist logisch. Da geht es um die Vermittlung von absolut rudimentären Inhalten für schwache Schüler. Ich würde sogar meinen die Erziehung ist im A wichtiger als die Wissensvermittlung. (Ich habe jetzt 1 Jahr als Lehrer gearbeitet) Vor 1,5 Jahren habe ich die Matur gemacht: Wir alle haben ein gutes Level im Französisch erreicht. Vielleicht liegt es ja an der Arbeitshaltung, wenn ihr Gymiabsolvent gerade mal einen Kaffe bestellen kann.

      • Oskar sagt:

        Die „Erziehung“ ist Sache der Eltern und nicht der Schule. Wenn man nach drei Jahren „nichts kann“, ist der Unterricht für die Füchse und man sollte sich besser auf etwas Sinnvolles konzentrieren. Die meisten Gymischüler machen in den Fächern, die sie nicht interessieren, genau soviel, dass sie sich einigermassen durchmogeln können – von ein paar Strebern mal abgesehen. So geht das.

      • Eva D sagt:

        @Oskar: wenn schon Sie herausragende Schüler/Innen als „Streber“ bezeichnen, verstehe ich, dass Ihre Söhne eher abgeneigt sind, zu den besonders guten zu gehören.

      • Oskar sagt:

        @Eva Nicht besonders gut, aber auch nicht besonders schlecht – normal halt. Ich gehöre aber definitiv nicht zu der Sorte Eltern, die das Gefühl haben, meine Gofen müssen um jeden Preis die Besten, die Schönsten, die Gescheitesten und die Geschicktesten sein. Davon gibt es auch ohne mich mehr als genügend.

      • Eva D sagt:

        @Oskar: Es ist das eine, seinen Kindern zu erlauben, keine Überflieger zu sein. Es ist aber etwas ganz anderes, Überflieger als „Streber“ zu verunglimpfen.

  • maia sagt:

    Ob es auch daran liegt, das man früher eine Sprache richtig lernte (also wir mussten französisch mündlich, schriftlich möglichst fehlerfrei können) – während heute kaum jemand wirklich englisch kann? Keine Zungenbrecher? – wer kann schon das „TH“ richtig ausprechen? Buchstaben die nicht ausgesprochen werden? „Freak“? und wer hört im mündlichen den Unterschied zu „Speed“? Ich kenne kaum jemanden der/die auch nur einen Satz fehlerfrei englisch sprechen, geschweige denn schreiben kann.

    • C. Achermann sagt:

      Was ich noch viel schlimmer finde: Kaum jemand bringt heute einen fehlerfreien DEUTSCHEN Satz zu Papier. Bitzeli Englisch, bitzeli Französisch – beides mit viel Aufwand zu Hause verbunden auch für die Eltern – aber in der 5. Klasse wird „gehen“ immer noch munter ohne h geschrieben…

    • Pesche G. sagt:

      Ich ging in den 80er- und 90er-Jahren in Biel in die Schule. Trotz der zweisprachigen Stadt war der Französischunterricht in allen Stufen eine Katastrophe. Die Lektionen waren absolut weltfremd aufgebaut, so dass die Sprache so unbeliebt wie möglich wurde.

      • Claudia Brüllmann sagt:

        Ich besuchte in den 60er- und 70er-Jahren die Schulen in Biel. Die LehrerInnen waren alle ok, im Gymnasium sogar MuttersprachlerInnen. Meine Franznote half mir manches schulische Fiasko zu vermeiden. Im zweisprachigen Biel brauchte man die Sprache auch täglich. Ein Schülerautausch mit der Romandie würde sicher mehr Erfolg bringen als zwei oder drei Lektionen mehr.

  • Peter Meier sagt:

    Schulfranzösisch sollte schon lange ein Auslaufmodell sein. Viel wichtiger ist Frühenglisch und dies am besten ab der 1. Primär oder spielerisch in Kindergarten. Französisch kann man später immer noch lernen, aber sicher nicht mit „Milles Feuilles“ sondern vor Ort mit F Sprechenden.

    • Etienne P. sagt:

      Je ne suis pas d’accord. Englisch kann man in ein Paar Monate perfekt lernen und bedarf keineswegs Frühforderung. Aber wenn man sich die Mühe in Deutsch, Französisch, Italienisch nicht gibt dann versteht man die Kultur im eigenen Land nicht mehr und das ist sehr schlimm. Was ist das für eine Einstellung aufgrund von angeblichen Vorteile im Arbeitsmarkt den Zusammenhalt zu opfern ?

    • Daniel Tschabold sagt:

      warum nicht gleich englisch als amtssprache einführen ?

    • Muttis Liebling sagt:

      Warum sollte Frühenglisch wichtig sein? Die Wahrscheinlichkeit, das Englisch noch Weltsprache ist, wenn die heutigen Kinder erwachsen sind, geht gegen Null.

      • marie sagt:

        @ml. (sehr) gut möglich. ich bin ohnehin für sprachvielfalt – einheitsbrei ist mir ein graus…
        ich fand latein klasse aber am graecum habe ich mir dann die zähne ausgebissen 😀 diese sprache ist bei mir zahnlos geblieben…

  • Thomas Wolf sagt:

    Es ist nicht nur eine Frage der Sprache und wann man sie lernen sollte, sondern ganz klar auch der Lehrmittel . Mein Sohn (4. Klasse) weiss was Frosch heisst und kennt ein paar Blumen, kann aber keinen Satz sagen wie er heisst oder ein Brot bestellen, weil das im eingesetztem Lehrmittel nicht vor kommt. Erst in der Oberstufe (7. Klasse) lernen sie erstmals etwas, das sie auch brauchen könnten. Nach 3 Jahren Mist ist dann aber leider die Motivation dazu nicht mehr sehr gross…

  • Trix sagt:

    Mit 15 Jahren absolvierte ich ein Welschlandjahr in einem Internat im Kanton VD (nicht Katholisch) Meine Eltern (nicht reich) hatten mir das Jahr Finanziert. Es war für damalige Verhältnisse teuer. Ich habe aber innerhalb dieses Jahres die franz. Sprache in Wort und Schrift sehr gut gelernt. An 2 Wochenden innerhalb dieses Jahres durften wir heim. Auch den soz. Zusammenhalt war lehrreich.

  • Eva D sagt:

    Ich gehöre auch zur On y va Generation. Nach dem staubtrockenen Material 2er Langgymi-Jahre hat mir dies in der 3. Sek den Knopf geöffnet. Im Kurzgymi anschliessend habe ich richtig gut Französisch gelernt. Nur zu sprechen habe ich erst gewagt, als ich nach der Matura fast 8 Monate im frankophonen Afrika gereist bin. Dort hatten alle einen so starken Akzent, dass meiner nicht mehr auffiel. Inhaltlich war ich zudem in der Lage, nicht nur einen Café au lait zu bestellen, sondern auch eine politische Diskussion über die Spätfolgen der Kolonialzeit zu führen.
    Schicken Sie Ihre Schüler/Innen ins Ausland. Aber nicht nach Paris oder Nizza, sondern nach Marseille, nach Montréal oder nach Douala.

    • Eva D sagt:

      Lassen Sie sie La Haîne schauen oder sonst einen französischen Film, der etwas mit dem Leben von Jugendlichen zu tun hat. Lassen Sie sie französische Rap- (z.B. Sens Unik?) oder Punk-Texte (Bérurier Noir) lesen. Die Liebe zur Sprache führt über den Bezug zum eigenen Teenager-Leben.

    • Patrick Hersiczky sagt:

      @Eva: Ja, Sprachaustauschswochen wären sicher eine gute Sache, aber organisatorisch eher schwierig: Welche Eltern würden die Schüler aufnehmen? Was macht man bei disziplinarischen Problemen? Angebote dazu gibt es aber.
      Sie haben aber absolut Recht: Eine Sprache lernt man erst im Ausland, wenn man sie wirklich braucht.

      • Eva D sagt:

        @Patrick: ich denke weniger an (destruktive) Klassenlager als an die Aufforderung an die Schüler, Auslandaufenthalte in den Ferien oder nach der Schulzeit zu absolvieren. Es gibt dann soviel spannendes zu erleben, dass wenig Taum für,Fehlverhalten und Disziplinbedarf besteht.
        Als Lehrer können Sie indirekt und subtil etwas entscheidendes, nämlich Sehnsüchte und Lust auf das (noch) Fremde wecken. Vielleicht erreichen Sie damit nur 1-3 von 20, aber die werden wiederum streuen.

  • Olivier Fuchs sagt:

    „Nach nur einem Jahr Englisch konnte ich im Spanienurlaub bereits mit minimalen Sprachkenntnissen einen einfachen Flirt bewältigen.“
    Ich sogar nach zwei Wochen Spanisch in Denia. Weil ich vorher schon Franz, Italienisch und Englisch konnte. Kann es sein, dass man älter, aber immer noch jung, besser lernt?

    • A sagt:

      Zürich ist bereits zu weit vom Röstigraben entfernt. Denkt man Schweizweit ist französisch eine Landessprache und wichtig, schon nur aus Respekt zu unserer Nation. Italienisch ebenso. Im Kanton Bern wird Französisch öfter angewendet.
      Vielleicht sollten Sie ein bisschen mehr in die Romandie gehen und da wird Französisch plötzlich Sinn machen. …

      • Eva D sagt:

        Nur ist die Romandie oft (Lausanne, Genf, La Chauds de Fonds) dermassen öde oder (Montreux) nicht finanzierbar, dass sich die Attraktivität der Sprache nur schwer erschliesst. Neuchâtel oder Yverdon-les-bains wären hingegen tolle Destinationen.

    • Lingubot sagt:

      Natürlich wird es mit Vorkenntnissen einfacher. Das „immer noch jung“ kann man sogar getrost streichen. Sprachen lernen kann man sein Leben lang, wenn man nur will. Ich lerne jetzt mit Ende 40 endlich Italienisch. Selbst mit nur einer Stunde pro Woche kommt man da gut voran, nicht zuletzt dank Französisch- und ein bisschen Latein-Kenntnissen.

  • Max Berchtold sagt:

    Sicher, es ist praktisch, sich auch im Welschland und in F unterhalten zu können. Englisch hat nun aber Französisch als Weltsprache abgelöst. Ich weiss nicht wie heute die Lehrmittel aussehen, aber in den 80igern waren die der reine Horror. Die englischen Lehrmittel hatten damals schon einen didaktischen Vorsprung. Ob es heute noch Sprachlabore gibt? Aber Seiten wie Babbel zeigen wie Sprache lernen heute geht. Ein weiteres Problem sind Filme aus F, die heute oft derart unverständlich gesprochen werden, dass man kaum was lernen kann. Filme sind für mich ein ideales Sprachlernlittel.

    • Eva D sagt:

      Das ist ein Irrtum. F ist nach wie vor Weltsprache (F, Inseln, Afrika, Kanada) und auch in spanischen, italienischen und portugiesischen Sprachräumen sehr hilfreich. Ausserdem ist es Pflicht für ein mehrsprachiges Land, dass alle Landessprachen gelehrt werden. Damit hält man den Staat zusammen.

      • Pong sagt:

        In allen anderen mehrsprachigen Staaten beschränkt man sich auf 1-2 Verkehrssprachen, die der Verständigung über die Sprachgrenzen dienen. Z. B. Russisch in der ehem. UdSSR, Englisch/Hindi in Indien, Englisch/Afrikaans in ZA etc.
        Der Anspruch, alle Landessprachen zu beherrschen, ist eine totale Überforderung und unerfüllbar.

      • Eva D sagt:

        Blödsinn. Bei 4 Sprachen ist es überschaubar. Erst wenn Sie hunderte von Sprachen haben, wird es problematisch.

    • Etienne P sagt:

      Moi je suis romand et je suis fier de connaître les dialectes suisses allemands. Ich bin stolz Patent Ochnser auf den Gurten erlebt zu haben und wenn Ihr nicht den selben Freude erlebt euch mit Französisch rumzuschlagen dann was haben wir noch gemeinsam ? Was verbindet uns dann noch ? Justin Bieber im Hallenstadion ?

      • Olivier Fuchs sagt:

        Es sind immer dieselben: Wirtschaftseiferer, Ostschweiz. Alles digital machen. Weg mit Hochkultur und Poesie. Nur mehr direkt zum airport, nie mehr wandern. Nur noch mégalopolen, keine Dörfer mehr. Am besten jetzt schon umsteigen auf Chinesisch, ‚um für die Zukunft gewappnet zu sein‘ .

Kommentar

Die E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht. Die benötigten Felder sind mit * markiert.

800 Zeichen übrig

Die Redaktion behält sich vor, Kommentare nicht zu publizieren. Dies gilt insbesondere für ehrverletzende, rassistische, unsachliche, themenfremde Kommentare oder solche in Mundart oder Fremdsprachen. Kommentare mit Fantasienamen oder mit ganz offensichtlich falschen Namen werden ebenfalls nicht veröffentlicht. Über die Entscheide der Redaktion wird keine Korrespondenz geführt.