Digitales Zeitalter der Beleidigungen

Von Trump bis Greta: Warum wir mit unseren Kindern über Onlineethik sprechen sollten.

Vorbild und Opfer von Beleidigungen: Greta Thunberg beim Klimastreik in New York am 20. September 2019. Foto: Getty Images

Es hat etwas Surreales an sich. Während Schulleiter, Sozialpädagogen und Fachpersonen für Medienkompetenz mehr denn je über die Gefahren und teils fatalen Folgen von Sexting, Cybermobbing und unüberlegtem Nutzen von digitalen Medien unterrichten, beleidigen und demütigen sich die mächtigsten Männer der Welt via soziale Medien vor den Augen der Weltöffentlichkeit.

Gegen die rüpelhaften und respektlosen Tweets des amtierenden Präsidenten der USA, scheint sich die Welt leider bereits abgestumpft zu haben. Ein Zeichen davon ist die steigende Zahl anderer hochrangiger Politiker, die im Kielwasser seines schlechten Geschmacks Beleidigungen tweeten, die mich sprachlos machen und leer schlucken lassen. So bringt es Herr Bolsonaro, seines Zeichens brasilianischer Präsident, tatsächlich fertig, Herrn Emmanuel Macron via Twitter über das Aussehen seiner Frau zu beleidigen und gleichzeitig über seine jüngere First Lady zu prahlen.

Und als ob dies nicht genug des flegelhaften Benehmens wäre, gibt sich Herr Bolsonaro beleidigt vom kolonialistischen Gehabe des französischen Präsidenten und erwartet von diesem eine Entschuldigung, bevor er bereit ist, internationale Hilfe zur Löschung von Waldbränden im Amazonasgebiet anzunehmen. Ja, natürlich ist dies zumindest die Erzählung, die wir von den Mainstream-Medien erhalten.

Die Pest der glorifizierten Selbstdarstellung

Scheinbar gerechtfertigt vom rasant dahinschmelzenden Anstand und Respekt dieser Herren brachte es der Fox-News-Reporter Michael Knowles tatsächlich fertig, Greta Thunberg vor laufender Kamera als «mentally ill Swedish child» abzukanzeln.

Ich habe immer mehr das Gefühl, dass wir als Gesellschaft die Macht und die genialen Vorteile der digitalen Medien nicht verstanden haben. Anstatt als Kollektiv das direkte, weltumspannende Netz der Kommunikation zu nutzen, um uns weiterzuentwickeln und unser Wissen zu teilen, scheint die Pest der glorifizierten Selbstdarstellung und der Echtzeit-Beleidigungen Überhand zu nehmen. Getrieben durch clevere Algorithmen, die unser basales Bedürfnis nach Anerkennung schamlos ausnützen und uns auf der Jagd nach Likes Anstand abwerfen lassen, wird das Netz zunehmend zum Zeugnis eines beschämenden Verhaltens unserer Spezies. Um Shares, Views und Likes zu generieren, müssen wir immer schriller und lauter schreien, damit wir im infernalen Lärm des Netzes überhaupt wahrgenommen werden. Da das Geschäftsmodell der sozialen Medien darauf beruht, den von uns selbst produzierten, beworbenen und vertriebenen Inhalt zu monetarisieren, geht die Rechnung auf, zumindest für Facebook & Co.

Unser aller Kollateralschaden

Den kollateralen Schaden, den wir individuell wie auch als Gesellschaft davontragen, zeichnet sich zunehmend in Form von Depression, Überreizung, Stress und Vereinsamung ab. Wir scheinen nach wie vor nicht verstehen zu wollen, dass das Internet vor allem als ein Verstärker und Beschleuniger funktioniert, der unser Hier und Jetzt auf radikale Art aushebelt. Der Schutz des Hier (im Hinterhof der Schule) und Jetzt (was ich sage, ist flüchtig und verstummt sofort) ermöglichte ein respektloses Verhalten mit begrenzten Folgen und Risiken, zumindest für den Täter. Durch die immer bereite Handykamera wird alles gefilmt, hochgeladen, geteilt und auf unbestimmte Zeit gespeichert.

Was wir brauchen, sind kritische Gespräche zur Onlineethik. Eltern-Kinder-Gespräche über die Nutzung von digitalen Medien. Greta ist ein Vorbild und die Hoffnung unserer Kinder. Und eine wunderbare Einladung, gegenseitig bereichernde Gespräche über Werte, (mediale) Inszenierung und Wahrnehmung zu diskutieren. Während wir Eltern unbedingt den Kindern zuhören und von ihrem cleveren technischen Verständnis profitieren sollten, können Jugendliche von uns das Abschätzen von Risiken sowie das kritische Hinterfragen und Durchdenken von Konsequenzen lernen – allesamt Fähigkeiten, die ein gewisses Alter voraussetzen. Es sei denn, wir heissen Trump oder Bolsonaro.

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63 Kommentare zu «Digitales Zeitalter der Beleidigungen»

  • Marianne sagt:

    Der Text müsste lektoriert werden.
    Bsp.
    Er prahlt mit seiner First Lady (nicht: über)
    Gegenüber den Tweets des Präsidenten der USA scheint sich die Welt abgestumpft zu haben (nicht: Gegen die Tweets …, scheint …)
    Ein Zeichen dafür ist … (nicht: ein Zeichen davon)
    … bringt es fertig, in wegen des Aussehens zu beleidigen (nicht: über das Aussehen …)

  • Dario Egli sagt:

    Wir müssen uns für unsere offene, tollerante, freie Gesellschaft einsetzen. Ich habe meinen Kindern eindringlich klargemacht, dass sie es sofort der Lehrerin melden sollen, wenn ein Gschpändli aus ihrer Klasse sich abfällig über Greta oder unkritisch über Trump äussert. Denn meisten stecken ja da die Eltern dahinter. Über die Kinder können diese gefunden und danach umerzogen werden. Eine Ermahnung der Lehrerin wie wichtig der Kampf gegen den Klimawandel sei, direkt an die fehlbaren Eltern gerichtet, am besten vor versammelten Eltern am Elternabend, wirkt Wunder.

    • Maria Zehnder sagt:

      Ihre inquisitorischen Methoden können sie bei sich zu Hause in Ihren eigenen vier Wänden anwenden. Mir tun Ihre Kinder sehr leid!!

    • Lorena sagt:

      Danke für die Satire (hoffe ich zumindest). Ich würde sonst empfehlen, das Modell der DDR zu übernehmen. Da wurden die Kinder in ein Heim gesteckt und die Eltern wanderten in den Gulag – der feuchte Traum aller Sozialisten.

  • Rüdiger sagt:

    Online-Ethik damit die Schneeflocken-Millenials-Fraktion (die Alt und Junggebliebenen) es ertragen? Heute wird alles und jeder als Gehate/Hater abqualifiziert. In den 80gern war dies eher sich die die Leisten verdienen auf dem Weg zum Erwachsenensein. Die Welt ist nun mal ehrlich hart. Da können noch soviele gouvermentale Schutzfilter oder Inputs von Menschen vom Schlage „Gegen-den-geringsten-Widerstand“ kommen. Wo wackness vorliegt wird sich kritisiert. Oder wie die Snowflakes/Social-Media-oder Justice Warriors sagen würden…Haters gonna hate

    • 13 sagt:

      „Heute wird alles und jeder als Gehate/Hater abqualifiziert. In den 80gern war dies eher sich die die Leisten verdienen auf dem Weg zum Erwachsenensein. Die Welt ist nun mal ehrlich hart.“

      In den 80ern war es also normal von wildfremden Menschen aus der ganzen Welt, Morddrohungen und Vergewaltigungswünsche zu erhalten? Meine Jugendzeit fiel zwar in die 90er, aber auch noch vor dem Internet/Socialmedia-Boom und nein, das kannten wir nicht. Auch nicht, dass sich innert kurzer Zeit fast eine halbe Million Menschen versammeln, um eine 16jährige, egal ob nun Greta oder auch Malala, zu bedrohen, weil sie sich für Schulbildung oder Umweltschutz einsetzen. Nein, wir konnten sogar ziemlich ungestört gegen den Robbenfang oder Chiracs Atomversuche oder später den Irakkrieg protestieren.

  • Silvia sagt:

    Es ist wahr : Kinder lernen von Vorbilder. Eben darum sollte man sie nicht zulange mit Kamaraden lassen die nicht gesund sind in ihrer Denkensweise. Die ihre Eltern nicht respektieren. Man sollte zuhause eine gute positive Einstellung haben aber heute muss man wirklich die Kinder , die Jungen, beschützen. Alles ist nur noch Gewalt und Demütigung, also wäre es besser sie hätten weniger Kontakt mit der Ausselwelt dafür ein freundliches zuhause.

  • Maike sagt:

    Onlineethik ist doch sowas wie der modernisierte Spruch – seit nett zueinander. Und hat es was genützt ? Nicht nur Kinder lernen durch Vorbilder. Auch wir Alten sind durchaus noch in der Lage das zu tun. Vorallem dann, wenn es um die neuen Medien geht. Aber manche scheinen da doch lernresistent zu sein, haben ihr Weltbild fest zementiert und alles was dagegen spricht oder es gar in’s Wanken bringt wird niedergemacht. Und da einigen sich diese Medien bestens. Man kann seine Meinung mehr oder weniger anständig schreiben und braucht keinerlei persönliche Debatten zu fürchten. Und das ist ziemlich unethisch.

  • Tim Meier sagt:

    Kritische Kinder hinterfragen, wieso Trump und Bolsonaro immer so böse reinschauen auf den Fotos in den Medien. Die ehrliche Antwort ist: weil sie medial so inszeniert werden. Die nächste Frage würde lauten: wieso werden die so inszeniert. Die Antwort darauf ist dann etwas komplexer.

    • Emil Eugster sagt:

      Ist sie nicht schön, die Opferrolle?
      Kritische Kinder fragen, warum Bolsonaro den Urwald anzünden lässt und weshalb Trump den Erdogan die Kurden bombardieren lässt.

      • Thomas Baumann sagt:

        Kritische Kinder imitieren „kritische“ Erwachsene, das war schon immer so. Auch in meiner eigenen Kindheit. Und damit sind sie eigentlich nicht kritisch, denn sie wären erst dann kritisch, wenn sie die üblichen „kritischen“ Dogmen in Frage stellen würden.
        Der Amazonasurwald sollte bestehen bleiben, klar. Aber wollen sie etwa einen Wald in Ihrem eigenen Garten? Na eben!
        Warum darf Erdogan die Kurden nicht bombardieren? Weil sie Menschen sind? Dann hätte man den IS auch nicht bombardieren dürfen. Weil sie gut sind und der IS böse ist? Woher weiss denn das Kind das, kennt es denn selbst Kurden in Syrien oder IS-Kämpfer? Nein, das Kind betet einfach etwas nach, was es gelesen hat und wovon ein Kind noch keine Ahnung hat. Das ist nicht kritisch.

      • Emil Eugster sagt:

        Herr Baumann, eigentlich verdient ihr Kommentar keine Antwort.
        Trotzdem möchte ich sie fragen, ab welchem Alter sie denn jungen Menschen zutrauen ihre eigenen Gedanken zu machen und darüber ganz alleine entscheiden zu können, was richtig und was falsch, was gut und was schlecht ist?
        Einfach folgendes noch; Die strafrechtliche Verantwortung beginnt in der Schweiz mit dem 10. Altersjahr. Ab dann wird vorausgesetzt, dass Kinder wissen, was richtig und was falsch ist.
        Sie wissen auch, das man Kurden nicht bombardieren darf, nicht weil sie Kurden kennen, sondern weil sie wissen, dass man Menschen nicht bombardieren darf. Der IS hat doch mit seinen grausamen Taten ihren Teil an Kampf gegen sie veranlasst. Nicht „einfach so“.

      • Thomas Baumann sagt:

        Verdient? Ich betrachte Ihren Kommentar nicht als irgendeine Auszeichnung meinerseits, hier überschätzen Sie sich.
        Ja, Kinder können sich natürlich ihre Gedanken machen. Zum Beispiel, ob ein Polizeizugriff auf eine suizidgefährdete Frau, die aus dem Fenster schiesst und mit dem Tod der Frau endet, gerechtfertigt ist. Das ist so ein Mittelding zwischen den offensichtlicheren Fällen IS und den Kurden.
        Natürlich geht es nicht um kurdische Zivilisten, sondern um Kämpfer/Milizionäre. Man könnte jetzt dem Kind auch erzählen, dass (andere) kurdische Kämpfer früher in der Türkei Menschen angegriffen und getöten haben. Die Zeitungen brachten im Fall der Kurden keine Hintergründe, sondern einfach ihr ceterum censeo, dass es schlecht sei. Darum finde ich das Beispiel etwas schlecht gewählt.

      • Thomas Baumann sagt:

        Um einmal deutlich festzuhalten: Ich finde die türkische Invasion in Nordsyrien schlecht. Ich finde aber auch die Medienberichterstattung dazu eher schlecht, weil zu oft in Form von „Gut“- und „Böse“-Kategorien daherkommt. Aufklärung im Kant’schen Sinne ist die Fähigkeit und der Mut, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen und genau diese Fähigkeit kann sich nicht entwickeln, wenn die Medien Meinungen vorgeben anstatt Fakten präsentieren.

    • Reincarnation of XY sagt:

      @TM
      Da Trump sich selbst inszeniert und wir seinen narzisstischen Schwachsinn täglich auf Twitter lesen können, kann der sich nicht mehr hinter den „bösen“ Medien verstecken.
      Es bleibt viel mehr ein Rätsel, dass so viele Menschen einen solchen offenkundigen Egomanen anhimmeln. Sind sie so devot? Oder wären sie einfach gerne selbst so?

      Trump schätzte seine Fans richtig ein, als er sagte: „Wenn ich auf der 5.Av. einen Menschen niederschiessen würde, meine Anhänger würden mich trotzdem wählen.“
      Das ist für mich die Erschreckendste Tatsache unserer Tage: dass Trump in dieser Behauptung tatsächlich recht hat.

  • Reincarnation of XY sagt:

    Jetzt dachte ich beim Lesen des Titels, dass sowohl Trump, wie Greta uns etwas mehr reflektieren lassen sollten, über eine verloren gegangene Kommunikation in Anstand und Bescheidenheit. Dass Sie symptomatisch dafür stehen, wie Menschen unreflektiert Ikonen anhimmeln, die einfache Lösungen predigen und einfache Feindbilder propagieren.
    Aber dann lese ich, dass die Primitiven primitiv sind (was für eine Erkenntnis!), die liebe Greta hingegen ein tolles Vorbild und DAS müssten wir unseren Kindern sagen, weil ….? … die sonst Trump und Bolsonaro zum Vorbild nehmen?
    Rechtspopulisten werden nicht von unseren Kindern gewählt, sondern vornehmlich von ü45ern. Sie sind NICHT die Idole der Jugend.
    Mit dieser müsste man wenn schon über Rapper und Influencer sprechen.

  • Thomas sagt:

    Fakt ist: Was ein Trump sich von der Presse und im Netz alles für Beleidigungen gefallen lassen muss (z.T. auch über sein Aussehen, seine Frisur, seine Gesichtsfarbe etc.) sucht seinesgleichen. In der Schweiz ist es ähnlich mit Blocher. Dagegen wird eine Greta mit Samthandschuhen angefasst. Ob jetzt der eine/die eine dies mehr verdient oder provoziert hat als der/die andere, sei mal dahingestellt.

    • Paul Levi sagt:

      Achso. Trump ist das arme Opfer, das quasi aus Notwehr reagiert. Danke, dass Sie uns die Augen öffnen.
      Komisch ist aber, dass Blocher trotz aller angeblicher Beleidigungen es schafft anständig zu bleiben. Greta wird mit Samthandschuhen angefasst? Also die Kommentare die ich gelesen haben, waren aber alles andere als samt.

  • Carolina sagt:

    Ich bin sicher ein wenig naiv, aber ich glaube tatsächlich immer noch an das (potentiell) Gute im Menschen. Nur: wer hat die Deutungshoheit darüber, was gut, böse, unangemessen etc ist? Ist unser Verständnis von Gleichbehandlung von Minderheiten und/oder Schwächeren auch Priorität für jemanden, der täglich an Leib und Leben bedroht wird und irgendwie eine Familie ernähren muss? Sind nicht die Dogmen unserer Zeit, die auch eine normale Kritik an z.B. Greta und all dem, was sie repräsentiert, nicht mehr zulassen, ohne dass man in die einschlägige Schublade gesteckt wird, auch mit dafür verantwortlich, dass eine wirkliche Diskussion über unsere(!) Werte und daraus resultierendes Handeln kaum mehr möglich ist? Was ist Ursache, was Wirkung?

    • Reincarnation of XY sagt:

      Carolina „gut“ und „böse“ haben Menschen erfunden. Diese Werte existieren nicht ausserhalb von uns.
      Es ist sinnvoller die psychologischen Mechanismen zu erforschen, welche uns antreiben, als Menschen in Gute und Böse zu unterteilen.
      Die schlimmsten Gräueltaten, welche Menschen begangen haben, taten sie immer dann, wenn sie „das Böse“ bekämpften und die Welt erlösen wollten.

      Solange wir nicht einsehen, dass wir alle aus dem selben Holz geschnitzt sind und diese Mechanismen auch Teil unserer Natur sind, ist es immer gefährlich.

      • Carolina sagt:

        RoXY: ich dachte eigentlich nicht, dass ich bei Ihnen bei Adam und Eva anfangen müsste. Sie kennen mich doch mittlerweile gut genug, um zu wissen, dass es mir um die allgegenwärtigen Polarisierungen geht, die Menschen mit unterschiedlichen Haltungen und Meinungen zu Feinden machen, statt sich dafür einzusetzen, dass wir es als einen der Grundwerte unserer Gesellschaft ansehen, durch Austausch und Diskurs zu Lösungen zu kommen und nicht durch Entweder/Oders, Gut/Böse, Anbetung/Hass unter Auslassung aller Grauzonen, die ja in Wirklichkeit sehr bunt sind und in denen sich der Alltag und das wirkliche Leben abspielen.

      • Reincarnation of XY sagt:

        Natürlich Carolina, ich stimme ihnen in allem zu und habe das weiter unten ausgedrückt, dass Trump UND Greta symptomatisch für unsere Zeit stehen, in der sich viele als unmündige Nachplapperer outen, die eine sehr naive Sicht von Gut und Böse haben.

        In diesem inszenierten Diskurs von dem beide Seiten sich hochhypen können, ist es sehr schwierig ein kritisches Wort zu sagen, ohne gleich zu den Gegner gezählt zu werden. Deshalb habe ich etwas weit ausgeholt. Aber Sie am wenigsten von allen gemeint. Sorry

      • Emil Eugster sagt:

        „„gut“ und „böse“ haben Menschen erfunden. Diese Werte existieren nicht ausserhalb von uns.“
        Das ist einfach nur Blödsinn.
        Beschäftigen sie sich doch mal ernsthaft mit dem Thema.

      • Carolina sagt:

        Kein Problem, hätte mich auch überrascht! Und Ihren Kommentar unten habe ich mittlerweile auch gelesen und stimme vollkommen zu!

      • Thomas Baumann sagt:

        Sie müssen schon sehr sicher sein, selber keinen Blödsinn zu erzählen, wenn Sie anderen Menschen vorwerfen, Blödsinn zu erzählen, Herr Eugster.
        „Gut“ und „böse“ sind natürlich rein menschliche Kriterien. Vielleicht denken auch Tiere und Pflanzen in diesen Kategorien, wenn sie überhaupt denken – wir wissen es schlichtweg nicht. Wenn ich aus dem Fenster schaue, sehe ich nirgendso „gut“ oder „böse“ – ich sehe bloss Dinge. Gut und böse sind Attribute, welche der menschliche Verstand den Dingen beiordnet.
        Eine letzte Frage Herr Eugster: Sind Sie Doktor der Philosophie (ich meine nicht PhD), sondern wirklich studierter Philosoph? Dann erwarte ich natürlich gerne Ihre Ausführungen zum Thema gut und böse.

  • Dana Celio sagt:

    Tatsache ist, dass in den Internet-Netzwerken nachweislich vor allem das rechte bis rechtsextreme Lager Lügen, aufhetzerische Verschwörungstheorien und hasserfüllte Kommentare verbreitet. Ihre Behauptung, es gäbe „Erziehungsbemühungen des Mainstreams“ etc. fällt genau in diese Kategorie, ebenso der Kommentar von @ Rothacher. Vor dieser Tatsache die Augen zu verschliessen ist gefährlich, fördert die Verrohung der Kommunikation und trägt dazu bei, dass sich Teile des rechten Lagers radikalisieren. Das kann man zum Beispiel am Massenmord in Christchurch, an der Hinrichtung des Kasseler Regierungspräsidents Lübcke und am gestrigen Terroranschlag in Halle sehen. Leute wie Sie und Rothacher befördern dies, indem Sie gut erforschte Tatsachen verdrehen und somit die Menschen aufwiegeln.

    • Dana Celio sagt:

      Mein Kommentar war selbstverständlich als Antwort auf @Lorena gedacht.

      • Thomas Baumann sagt:

        Ihren ersten Satz glaube ich Ohnen gerne, ohne ihn nachprüen zu können. Bezüglich staatlicher „Erziehungsbemühungen“ sind Indizien nicht von der Hand zu weisen, dass der Staat immer mehr Kindermädchen spielt und es ist nicht korrekt, dies als rechtsextreme Lügen und Verschwörungstheorien zu brandmarken. Personen wie Herrn Rothacher Mitschuld an irgendwelchen Massakern zu geben ist nur noch unverschämt und zeugt von schlechter Kinderstube.

  • Lorena sagt:

    Zusammengefasst kann man aus dem Artikel entnehmen, dass die Linken und Grünen die Guten sind und das andere Lager zu einem grösseren Teil aus einer Ansammlung von hasserfüllten Hetzern besteht. Die Erziehungsbemühungen des Mainstreams und dessen täglichen Kampf um die Deutungshoheit aktueller Themen scheint bei Ihnen Herr Richert auf äusserst
    fruchtbaren Boden gestossen zu sein.

    • 13 sagt:

      Na ja, sind es nicht gerade diese, die das Gute als Bedrohung sehen? Die aus „Gut“(-mensch), „Netten“ (SVP-Wahl-Plakat) oder (politisch) „korrekt“ Schimpfwörter machen? Das ist ja kaum erfunden, sondern hat seinen Ursprung. Und wer das Gute, Nette und Korrekte anprangert, der wird halt von vernünftig denken Menschen als das Böse wahrgenommen. V.a. wenn die Geschichte das auch noch bestätigt.
      Und zu Greta: Wer äussert denn Morddrohungen? Wer wünscht ihr Gewalt oder den Tod? Wegen welchem Lager müssen den FB-Seiten, die etwas satirisch hätten sein sollen, gesperrt werden? Wegen der linken, netten Gutmenschen? Kaum.

      • Reincarnation of XY sagt:

        13 Ich schliesse mich Ihnen vollumfänglich an: die Hetzer unserer Tage sind auf jeden Fall unterstes Niveau und zu verurteilen.

        Jedoch ist das Gut/Böse Schema dennoch falsch. Es beruht auf einem schädlichen Dualismus. Der Gegner des „Bösen“ ist eben nicht automatisch der Gute. Sonst wäre ja Stalin ein Guter gewesen.
        Es ist im Gegenteil so, dass sich Extremismus gegenseitig hochschaukelt und sich gegenseitig als Rechtfertigung braucht.
        Dualismus kann nur im Desaster enden. Dualismus externalisiert das „Böse“. Und nichts ist gefährlicher als das. So begannen alle Kriege. Darauf stehen alle Vernichtungslager.

        Wir sollten uns nicht instrumentalisieren lassen.
        Der Extremist will uns IMMER entweder in seinem Lager oder dem des FEINDES haben.
        Er will keinen Dialog der Vernunft.

      • Lorena sagt:

        Wenn ich sehe, wie das rechte Lager unter einem unaufhörlichen Trommelfeuer des medialen Mainstreams diffarmiert wird, hält sich mein Mitleid mit den linken Mimosen in Grenzen. Wie man in den Wald ruft, hallt es eben zurück. So geht das, wenn man in der Oeffentlichkeit steht. Dem Blocher geht es genauso. Das hat auch mit dem Internet nichts zu tun.

      • 13 sagt:

        @ Roxy
        Natürlich war das viel zu vereinfacht. Und ich finde nun auch nicht, dass man unsere Politiker, egal von welcher Seite, in extremistische Lager stecken sollte oder mit Trump und co. vergleichen kann, dafür sind alle zu gemässigt. Ich wundere mich nur, wenn eigentlich positiv besetzte Eigenschaften plötzlich öffentlich als Bedrohung hingestellt werden und keinem das komisch vorkommt. Seit wann ist es negativ ein guter oder netter oder korrekter Mensch zu sein? Seit wann stellt das Gefahr für andere dar? Und inwiefern? Wenn dann diejenigen, die das tun, sich selber als Opfer einer Verleumdung sehen, staune ich noch mehr, da sie sie ja verursacht haben. Wobei nein, vielleicht nicht Opfer, selbst das Wort wird missbraucht.

      • 13 sagt:

        Wobei auch wenn ich Ihre Kritik am Dualismus nachvollziehen kann und grundsätzlich auch bejahe, muss man trotzdem noch sagen, dass „das Böse“ existiert und das auch so benennen. Nicht alles hat zwei Seiten. Und gerade rechtsradikale Strömungen, die es leider immer mehr gibt, können und dürfen nicht einfach neutral hingenommen werden. Man kann über den Klimawandel oder die notwendigen Massnahmen sprechen. Da bestehen mehrere Meinung, die ihre Berechtigung haben. Darüber will ich nicht diskutieren. Aber wenn sich wie bei Friday for Hubraum eine radikale Gruppe versammelt, um einem Kind öffentlich den Tod, Vergewaltigung und sonstige Gewalt zu wünschen und da 400’000 mitmachen, dann muss hingesehen werden.

      • Thomas Baumann sagt:

        @13: Die SVP wollte eben nur zeigen, dass sie intellektuell genug ist, um Max Webers‘ „Politik als Beruf“ und Machiavelli zu kennen.
        Es wurden schon immer Mordanschläge auf auf rechte, wie auch auf linke Politiker verübt. Nicht nur auf Lincoln und JFK, sondern auch auf Reagan wurde geschossen. Aber vielleicht verfügen Sie ja über Informationen, dass in Zukunft viel mehr linke als rechte Politiker Zielscheibe sein werden. Dann sollten Sie diese Informationen unbedingt veröffentlichen.

      • 13 sagt:

        Herr Baumann,
        Wie kommen Sie jetzt auf Anschläge auf Politiker? Ich spreche hier von Online-Hetze und nein, ich habe dieses Niveau gegen rechte Exponenten noch nicht in dem Masse gehört. Wo finde ich denn das?

      • Reincarnation of XY sagt:

        13 – stimme überein: Menschenverachtende Systeme SIND Böse, sie bewirken böses und enden böse. Und ich halte auch Schweizer, welche in dieses Horn blasen, diese Entwicklungen stützen für äusserst übel.

        Der Dualismus aber ist, dass Feind von REchtsextrmen nicht automatisch die Guten sind. Im Gegenteil: die erbittersten Feinde stehen oft psychologisch auf der selben Stufe.
        Und Dualismus ist: äussere ich Kritik an der Gretabewegung bin ich gleich ein Köppelianer. Es gibt keinen Dialog der Vernunft mehr, sondern nur wir WIR oder DIE. Und dieses Klima wird leider nicht allein von der WW geschürt.

      • Thomas Baumann sagt:

        @13: Sie sprachen von Morddrohungen, darum sprach ich von Mordanschlägen. Ich glaube, der Zusammenhang ist offensichtlich.

      • 13 sagt:

        @ Th. B.
        Greta ist aber keine Politikerin. Wenn schon, treffen politisch motivierte Anschläge eher „gewöhnliche Leute“, wie wir ja sehen.

      • Röschu sagt:

        @13
        Greta ist keine zwar keine Politikerin, hat aber mehr politischen Einfluss als viele, die sich als Politker/Politikerin bezeichnen würden. In erster Linie ist Greta eine Symbolfigur für den (politischen) Kampf für verbesserten Klimaschutz. Solche Symbolfiguren sind wichtig für eine Bewegung. Aber ich fürchte, dass Sie enden wird, wie viele andere Symbolfiguren vor ihr, die allesamt keines natürlichen Todes gestorben sind.

    • Thomas Baumann sagt:

      Ich bitte zu beachten, Lorena, dass der Autor das linke Hetzerwort „Hetzer“ sorgfältig vermieden hat. Unterschieben Sie ihm also nichts, was er nicht gesagt hat.

    • Beat Richert sagt:

      Danke Lorena für Ihren Kommentar. Mein Artikel zielt nicht auf die rechts-links Diskussion, sondern auf den beschämenden Ton und die laufend abnehmende Hemmschwelle, mit der demokratisch gewählte Personen die Diskussionskultur zerstören.

  • Rolf Rothacher sagt:

    Zuerst der übliche Schmuss (Rechts ist böse, nur Links ist gut) und danach haufenweise Zeug, das man bereits 100x irgendwo gelesen hat, mit dem lapidaren Schluss: „Wäre gut, mal mit den Kids darüber zu sprechen“.
    Lustig ist ja, wie sich alle diese links-politischen Autoren zuerst über die Bösartigkeiten von Trump und Bolsonare usw. auslassen, nur um anschliessend gleich selber jeweils unflätig über sie herzuziehen. Daran erkennt man, dass sich weder Rechte, noch Linke unterscheiden, die Letztgenannten bloss derzeit die „Deutungshoheit“ in 85% der Medien besitzen.
    Das Internet enthält nichts, was nicht schon vorher vorhanden war. Es ist nicht das Internet, das die Leute aggressiver macht, sondern die Politik, die Mitte-Links seit 30 Jahren vorantreibt.

    • Paul Levi sagt:

      Haben wir wirklich den gleichen Artikel gelesen? Wo ist der Autor unflätig über Trump oder Bolsonaro hergezogen? Wo steht denn, dass Links gut ist? Irgendwie scheinen Sie jedes Thema auf ein Links-Rechts-Schema zu reduzieren, egal wie unsinnig das ist. Die Politik von Mitte-Links macht die Leute aggressiv? Man muss schon sehr weit rechts aussen stehen, wenn man die bürgerliche Politik der Schweiz Mitte-Links nennt.
      Stimmt es denn nicht, dass man mit Provokationen und Beleidigungen im Netz viel Aufmerksamkeit erhält? Muss man das wirklich akzeptieren, dass hohe Politiker öffentlich lügen und beleidigen?

    • 13 sagt:

      @ Herr Rothbacher
      Noch nie gab es in der Schweiz eine linke Mehrheit, auch keine links-Mitte-Mehrheit. Und trotzdem wird seit Jahren behauptet, die Politik wird grösstenteils von dieser Seite gemacht. Dies in einer Demokratie. Nur ein kleines bisschen Menschenverstand und es wäre klar, dass das Blödsinn ist.

      • Reincarnation of XY sagt:

        13 – Es hat sich in der SVP und bei den Rechtspopulisten so eingebürgert, dass alles Links (=Böse) ist, was nicht mit ihrem Weltbild konform geht.
        So ähnlich wie der Kommunist auch im Sozialdemokraten nichts linkes mehr erkennen kann.
        So funktioniert Extremismus: wer nicht für mich ist, ist gegen mich. Und wer nicht für mich ist, ist ein Böser. Das ist dann eben je nach Couleur: ein Linker, Establishment, Neoliberaler oder was auch immer.

        Die Schweiz wurde lange Jahrzehnte auf die FDP aufgebaut, aber in einer Konsensdemokratie, redeten natürlich auch die Konservativen und die Sozialdemokraten ein Wörtchen mit.
        Das ist das schweizerische Erfolgsrezept, das uns dahin gebracht hat, wo wir heute stehen.

      • Reincarnation of XY sagt:

        Die Rechtspopulisten geben nun, den „Linken“ die Ehre für diesen Erfolg.
        Die Linken geben selber zu, dass sie nicht die Hauptverantwortlichen sind für diesen Erfolg.
        Das entbehrt nicht einer gewissen Ironie.

        Denn wenigstens in der Schweiz müssen wir von einem Erfolg reden. Wir haben einen der höchsten Lebensstandards der Welt. Unsere Stabilität und Rechtssicherheit ist weltberühmt und mit ein Grund dafür, dass unsere Währung (zu) stark ist.

      • Röschu sagt:

        @13
        „Noch nie gab es in der Schweiz eine linke Mehrheit, auch keine links-Mitte-Mehrheit.“
        Naja, das hängt immer davon ab, wie man „die politische Mitte“ definiert.
        .
        Eine solch absolute Aussage zu politischen Mehrheiten ist schon daher falsch bzw. unmöglich, weil die Verhältnisse je nach Thema stark varieren können (wobei SP und SVP i.d.R. als Pole des Spektrums anzuerkennen sind).

      • Thomas Baumann sagt:

        @13: Es ist korrekt, dass es in der Schweiz auf Landesebene weder in der Regierung noch im Parlament jeweils eine linke Mehrheit gab. Es stimmt aber ebenso, dass sich eine klare Mehrheit der Journalisten selbst als links der Mitte verortet. Dies nur zu den Fakten. Für rechte Regierung und linken Journalismus gibt es vermutlich auch eine Erklärung: Journalismus sollte kritisch sein und da die Regierung rechts steht, stehen die Journalisten eben tendenziell links.

      • 13 sagt:

        @ Roxy
        Nun ja, so absolut würde ich nicht vom Erfolg sprechen, denn was ist der Preis dafür (den zum grössten Teil nicht die Schweizer*innen zahlen)…

        @ Röschu
        Ja, ok, wenn man die Freisinnigen zur Mitte anstatt zu den Bürgerlichen zählt, stimmt es nicht. Andererseits kann man dann kaum mehr von einer Mitte-links Koalition sprechen…

        @ Th. Baumann
        Zum Glück haben wir ja Herrn Köppel, oder? Nein, im Ernst. Natürlich gibt es linksgerichteten Journalismus. Aber ob das der grösste Teil ist? Dürfte ich diese Quelle sehen? Die grösste Auflage hat ja der Blick und der ist bestimmt nicht links. Die BAZ wechselt je nach aktuellem Eigentümer gerne die Seiten. Und selbst im „Mainstream“ findet man durchaus beide oder eher alle (Gruss an roxy) Seiten.

      • Thomas Baumann sagt:

        @13: Nach der Quelle fragen ist immer richtig. Wer etwas behauptet, der sollte es auch belegen können. Studie Wyss/Dingerkus von der ZHAW. Wurde dann von der Sonntagszeitung so rezipiert: „Fast drei Viertel aller SRG-Journalisten sind links“. Bei der SRG bezeichnen sich 70% als links, bei den privaten Medien 62%.
        Finde ich auch ganz OK so. Ist die Regierung tendenziell rechts, denn erklärt es sich fast von selbst, dass Journalisten, die ja kritisch sein müssen, eher links stehen.

      • Reincarnation of XY sagt:

        13 – natürlich gibt es noch viel zu verbessern, natürlich gibt es auch viele Schattenseiten

        Aber wieviele Staaten in dieser Welt sind denn besser? Wer in den Top Ten ist: punkto allgemeiner Wohlstand, Bildung, Sicherheit, tiefe Kriminalität, tiefe Korruption etc. – der IST ein erfolgreicher und vorbildlicher Staat.

        Wir müssen uns nicht mit einem fehlerlosen Himmel vergleichen, sondern einfach mal sehen, was wir rein menschlich erreicht haben. Woher wir gekommen sind und wo wir heute stehen und das auch mal anerkennen.
        Das wird viel zu wenig gemacht und deshalb sind die Menschen dann auch so anfällig für Demagogen, welche alles Gute niederreissen wollen.

      • 13 sagt:

        @ Th.B.
        Danke, jetzt wo Sie es sagen, erinnere ich mich an einen Bericht darüber. Die Frage ist jedoch natürlich auch die Anzahl Leser resp. welche Auflagen die Zeitungen haben, in denen geschrieben wird. Das wird ja mit dieser Zahl nicht gesagt, so wie ich es verstehe.

        @ Roxy
        Nochmals: Es geht nicht um das Verbessern. Es geht darum, dass andere dafür bezahlt haben und das ist nicht vorbildlich. Mit den Nazis Geschäfte zu machen und dem Gemetzel zuschauen, um im Anschluss eines der wenigen Ländern zu sein mit einer florierenden Wirtschaft, ist nicht vorbildlich. Danach ausländische Arbeiter anzulocken, wo sie unter schlimmen Bedingungen die glorreichen Bahnen bauen, ist nicht vorbildlich. Die Wirtschaft durch Waffenexporte in Kriegsländer anzukurbeln, ist nicht vorbildlich.

      • 13 sagt:

        Das nur ein paar Beispiele, es gäbe viele weitere. So oder so, sind diese Geschichten eine Schande, umso mehr als sie nicht etwa aus Not, sondern aus Gier entstanden sind. Und dass wir dadurch heute sicher, gebildet und im Wohlstand leben dürfen, ändert daran rein gar nichts. Das ist kein Erfolgsrezept. Das ist das Rezept eines guten Geschäftsmannes, welcher der Presse die neusten Gewinne präsentiert ohne ein Wort darüber zu verlieren, wie diese entstanden ist. Nestle ist da sehr symbolisch für die Schweiz. Aber ja, wir verdienen gut daran.

      • Thomas Baumann sagt:

        @13: Man könnte naiv annehmen, dass die Zahl der Journalisten (Aufwand) mit der Zahl der Leser korreliert. Man investiert in Journalismus, um Leser anzuziehen. Allerdings Beispiel Tamedia. Tamedia is links-liberal, aber das grösste Blatt von Tamedia ist 20min, das eher unpolitisch ist, wenig Redakteure hat, aber auch TA-Artikel übernimmt.
        Tamedia (Tagi, Bund, etc.) und SRF eher links der Mitte, NZZ rechts, WeWo wird durch WoZ egalisiert. Selbst wenn Blick rechts wäre, würde er durch SRF neutralisiert und Tamedia ist grösser als NZZ.
        Zur Wirtschaft (bin Ökonom): Waffenexporte sind hässlich, aber leisten keinen Beitrag zum Reichtum, NS-Geschäfte nur vorübergehend. Tiefe Löhne sind nicht gleich Ausbeutung. CH profitierte aber von Steuern der Multis und Schwarzgeld.

      • Roxy sagt:

        13 vieles ist nicht ruhmreich. Doch in welchem Land ist es das? Kennen Sie ein Land?
        Sie reden so, als hätten wir nur darum so ein tolles Land, weil wir die grösseren Halunken waren als alle anderen, aber wenn dem so wäre, wäre die Schweiz korrupter als alle anderen. Das Gegenteil ist der Fall.
        Einfach mal drüber nachdenken 13. Diese Errungenschaften: allg. Wohlstand, soz. Friede, Pluralität und Rechtssicherheit können unmöglich die Frucht von grösserer krimineller Energie sein, als sie in anderen Ländern vorhanden ist.
        Im Gegenteil sonst hätte ja unser Wohlstand abgenommen seit wir Menschenrechte mehr berücksichtigen. Doch seither geht es uns noch besser.

      • 13 sagt:

        @ Th. Baumann
        Waffenexporte: Sie haben also keinen wirtschaftlichen Nutzen? Wozu werden sie dann gemacht? Politischer Nutzen? Solange andere Länder instabil bleiben, geht es uns besser?
        NS-Geschäfte: Dem widerspreche ich ganz klar. die Geschäfte an sich waren natürlich nur von kurzer Dauer, aber der Umstand, dass die CH nicht wirklich am 2. WK involviert war resp. nur indirekt, hat natürlich bis heute weitreichende Folgen.
        Tiefe Löhne: Das ist richtig. Aber sie sind ein Widerspruch zum grosspropagierten „Wohlstand“, den roxy aufführte.
        Millionengeschäfte/Schwarzgeld: ja.

      • 13 sagt:

        @ Roxy
        Bitte kein (gross)väterliches: „Denk mal nach“. Das ist für die bisher angenehme Diskussion echt nicht nötig.
        Ich habe ja nie gesagt, dass andere 1.-Welt-Länder es besser machen. Im Gegenteil, teilweise noch schlimmer. Aber ich lobe auch keines in den Himmel, im Gegensatz zu Ihnen. Das tun auch die wenigsten Ländern, USA ausgenommen. Es ist eine typische schweizerische Haltung sich hinter der Neutralität zu verstecken und so zu tun, als hätte man eine weisse Weste und es sei alles nur unserer guten Arbeit geschuldet. Mit dem Elend der Welt hat man natürlich nichts zu tun. Es wirkt aber halt immer etwas wie ein Nestle-CEO, der sich für die Gewinne feiern lässt, denn die Verluste trägt er ja nicht.

      • Thomas Baumann sagt:

        @13: Es freut mich, dass wir uns in wirtschaftlichen Fragen partiell einig sind. In der Wirtschaft ist es oft so: Des einen Freud ist des anderen Leid. Der Transmissionsmechanismus geht über den Wechselkurs. Hätte die Schweiz den Euro, dann würde ich Ihnen viel eher zustimmen.
        Also: Wenn die Waffenexporte wegfallen, dann exportiert die Schweiz weniger, ceteris paribus sinkt der Wechselkurs. Das macht es für andere Branchen einfacher zu exportieren. Die wegfallenden Waffenexporte werden durch die Exporte anderer Branchen +/- vollständig kompensiert. Dank NS-Geschäften starte die Nachkriegs-CH mit einem höheren Kapitalstock. Doch i.d.R. konvergiert dieser. Eigene Korrektur: Schwarzgeld schadet der Industrie ebenfalls. Wurde früher unter dem Titel Finanz- vs. Werkplatz thematisiert.

      • Reincarnation of XY sagt:

        13 wenn ich sage „denken Sie mal darüber nach“ meine ich das weder Väterlich, noch Grossväterlich, sondern einfach ganz ehrlich, offen und auf Augenhöhe.
        Spannend, dass Sie genau auf dieses Argument, über das ich Sie bat nachzudenken, nicht antworten.
        Sie wiederholen lediglich, was Sie schon vorher gesagt haben und gehen nicht auf mein Gegenargument ein. Auch über dieses Dialogverhalten wäre es wert, nachzudenken.
        Warum?
        Wenn ich einfach sage „kommen Sie mir nicht so“ dann wische ich das Argument einfach weg, um mich nicht damit beschäftigen zu müssen.

        In einem angenehmen Dialog geht es ja nicht darum eine Debatte zu gewinnen, sondern gemeinsam den Horizont zu erweitern und sei es nur, um besser zu verstehen, WARUM der andere die Welt nicht so sieht wie ich.

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