Mütter, ein wirtschaftliches Desaster?

Unsere Autorin findet: Statt uns über Akademiker-Mamis zu empören, sollten wir besser für eine Elternzeit kämpfen.

Darf man nicht gebildet sein, um Kinder grosszuziehen? Foto: Getty Images

«So schade um dein Studium!» Den Satz hab ich schon ein paar Mal gehört, seit ich als frischgebackene Mutter verkündete, dass ich mein Kind nicht mit fünf Monaten in die Kita bringen werde. Wäre ich aber beispielsweise Abteilungsleiterin in einer Waffenproduktionsfirma, hätte sich mein Studium gelohnt. Als studierte Hausfrau allerdings war ich anscheinend ein Desaster für unsere Wirtschaft.

Was ich dabei nicht verstehe: Weshalb darf man nicht gebildet sein, um Kinder grosszuziehen? Weil Hausfrauen und -männer per se doof sind? Und wie muss das eigentlich in den Ohren von Erzieherinnen und Kindergärtnern klingen, wenn man so abschätzig über ihre Arbeit spricht?

Kinder kriegen den verächtlichen Ton mit

Was mir allerdings bei diesem Spruch am meisten wehtut: Wie fühlt sich das für die Kinder an? Sie kriegen ja alles mit. Welche Generation ziehen wir da heran, die von klein auf spüren muss: Du bist uns eine Last, zu laut, zu aufwendig, stehst der Mutter beruflich im Weg. Was nehmen unsere Kinder mit, wenn die Eltern sich darüber streiten, wer mit dem kranken Kind zu Hause bleiben muss und wer seine Bürotermine wahrnehmen darf? Wie ist es, wenn die eigene Mutter seufzend erzählt, wegen der Kinder ihre Karriere aufgegeben haben zu müssen? Oder der Nachbar kommentiert: «Also mir würde ja der intellektuelle Ausgleich fehlen.»

Es gibt viele Dinge, die mir erst klar wurden, als ich selbst Mutter war. Und die ich nie verstehen und schon gar nicht akzeptieren will. Eins davon ist die verächtliche Art und Weise, mit der unsere Gesellschaft mit Kindern und Müttern umgeht. Und als Feministin frage ich mich: Wie konnte es dazu kommen, dass eine solch wichtige Aufgabe, wie die nächste Generation grosszuziehen, als dermassen niedrig angesehen wird? Hat es vielleicht damit zu tun, dass diese Arbeit früher – in der patriarchalischen Kultur – typischerweise von Frauen ausgeführt wurde und ergo wenig Wertschätzung erfuhr?

Feminismus darf sich nicht vom Kapitalismus vereinnahmen lassen. Da ist was mächtig schiefgelaufen, wenn es nur als emanzipiert gilt, möglichst schnell wieder berufstätig zu sein und möglichst früh seine Kinder nicht selbst zu betreuen. Ja, der finanzielle Ausgleich ist ein Problem, ja, die Altersarmut von Müttern ist ein noch grösseres Problem. Aber deren Lösungen dürfen nicht mit einem Pferdefuss daherkommen, der das schwächste Glied in unserer Gesellschaft trifft: die Kinder.

Es ist Zeit, das Ganze neu zu denken

Statt uns also über kinderwagenschiebende Akademikerinnen zu empören, sollten wir besser dafür kämpfen, dass auch die Schweiz eine humane Elternzeit einführt. Dafür, dass die Personalabteilungen spannende Teilzeitstellen schaffen und familienfreundlicher werden. Und dafür, dass beide Eltern die ersten Jahre mit ihren Kindern verbringen können, ohne sich um ihre finanzielle Zukunft sorgen zu müssen.

Es ist Zeit, das Ganze neu zu denken. Sich den immensen Wert der Care-Arbeit bewusst zu machen. Müttern und Vätern, Hausfrauen und Hausmännern mehr Anerkennung zu schenken. Nicht zuletzt auch deshalb: Ohne die unbezahlte Care-Arbeit von uns Eltern gäbe es auch kein Humankapital von morgen. Das wäre doch ein wahres Desaster für unsere Wirtschaft.

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Dieser Text erschien zuerst auf Instagram bei @chezmamapoule

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200 Kommentare zu «Mütter, ein wirtschaftliches Desaster?»

  • Nicole sagt:

    Es ist Zeit, dass solche Artikel sich endlich nicht mehr nur um die Mütter drehen sondern auch um die Väter.
    Kinder haben auch einen Vater – der kann sich genauso gut kümmern. Und wenn Vater und Mutter die Betreuung beide wahrnehmen, dann können auch beide noch arbeiten.

  • Hans Minder sagt:

    Aus der Kritik an Hausfrauen spricht bodenloser Neid und Schuldgefühle am eigenen Exzess, weil der kinderlose Kritiker Geld/Zeit egoistisch verpufft. Gingen alle Kinder zu Kita, dann stünden alle Wohnungen am Morgen leer, während 1000-sende Kitas gebaut/beheizt /betrieben werden müssten und die berufstätigen Eltern ihre Kinder zu-und-von- der Kita mit energieverschleissenden Autos transportierten. Das Hausfrauen-Konzept ist das absolut energie effizienteste aller Modelle (platz-/energiesparend) und gehört somit gefeiert und unterstützt! Sie ziehen umweltschonend die Pfleger/Ernährer hoch,welche Ihren Kritikern im Alter das (Über)Leben ermöglichen. Meine Hochachtung und herzlichste Gratulation!

    • Tamar von Siebenthal sagt:

      Dann müssten die Arbeitgeber den Mannen aber existenzsichernde Löhne bezahlen, aber träumen darf man.

      • Aquila Chrysaetos sagt:

        Ok, jetzt muss sogar noch der Klimaschutz dafür herhalten, dass Frauen für Herd/Heim sorgen sollen….
        Lustigerweise bestreiten doch unsere rechtsbürgerlichen ansonsten immer, dass eine Klimaerwärmung existiert, aber wenn es gerade in die politische Agenda passt….

    • Vreni sagt:

      Danke Hans. Schön dies zu lesen.

  • Cédric Ruckstuhl sagt:

    Jedes Studium kosten die Gesellschaft 100’000ende von Franken. Es ist egoistisch und undankbar, wenn man studiert, aber danach das mit viel Geld geschaffene Wissen nicht einsetzt. Was sind das nur für Leute, die es eiskalt ausnutzen, dass Studieren in der Schweiz so gut wie gratis ist? Es ist Trittbrettfahrertum, von der Gesellschaft ein Studium zu nehmen und danach zuhause zu bleiben, das süsse Familienleben bequem zu geniessen.
    Dagegen gibt es nur eine Lösung: Volle Kostenwahrheit im Bildungswesen. Jedes Hochschulstudium muss, wie in England und den USA üblich, vom Studenten bzw. der Studentin selber bezahlt werden. Die Semestergebühren wären dann nicht mehr lächerlich tiefe 500.-, sondern realistische 20’000.- Franken.

    • Leila Taleb sagt:

      @ Ruckstuhl
      Nicht der Student oder die Studentin bezahlt selber, sondern die Eltern. Reiche erkaufen sich einen Abschluss während die Ärmeren nicht studieren, obwohl diese talentiert dazu wären. Die Chancengleichheit wäre somit dahin und die Schere zwischen arm und reich würde noch viel grösser werden (siehe GB und USA). Solche Zustände kann man nicht wirklich wollen.

      • Leila Taleb sagt:

        @Ruckstuhl
        Die top ausgebildete Ärztin oder Chemikerin aus sehr gutem Haus würde trotzdem nur Teilzeit arbeiten. Das Problem wäre also nicht gelöst.

    • Sportpapi sagt:

      @Cédric Ruckstuhl: Das würde konsequenterweise natürlich schon bei der allgemeinen Schulbildung beginnen.
      Andererseits basiert unser Wohlstand gerade darauf, dass viele bis alle gut ausgebildet sind.

    • Cédric Ruckstuhl sagt:

      @Leila
      – Nein das ist nicht richtig. Denn einen Abschluss kann man sich nicht kaufen. Studiengebühren bezahlen heisst nicht, dass man dann auch die Prüfungen besteht. Das heisst es auch ja heute nicht – die Zahlung der Gebühr bedeutet nicht, dass man dann auch den Abschluss bekommt. Aber das Studieren würde dann nicht mehr auf Kosten der Allgemeinheit gehen, sondern aus dem eigenen Sack bezahlt werden.
      – Ja, die gut ausgebildete Studentin mit reichem Mann oder reichen Eltern könnte immer noch gemütlich zuhause bleiben. Aber das ist auch ihr gutes Recht und schadet niemandem mehr, denn sie hatte ihr Studium selber (bzw. der Mann oder die Eltern, jedenfalls nicht die Gesellschaft) bezahlt.

      • Leila Taleb sagt:

        @Ruckstuhl
        Sie waren wohl noch nie an einer sogenannten „renommierten US-Uni. Es gibt da 2 Lager von Studieren und teilweise wissenschaftlichen Mitarbeitenden. Das eine Lager besteht aus Leuten, die aus der unteren oder mittleren Schicht kommen. Diese arbeiten sehr hart, sind sehr talentiert, jedoch hoch verschuldet (teilweise kriegen diese auch ein (Teil)-Stipendium, ist aber eher die Ausnahme. ) Viele von denen hören nach dem Bachelor auf. Dann gibt es noch die verwöhnten Schnösel, die sehr unmotiviert sind, nur das Minimum vom Minimum zum die Prüfung zu bestehen machen. Letztere sind nicht wirklich wertvolle Arbeitskräfte in der Forschung oder in der Privatwirtschaft. Das Studium war nur möglich durch Papa’s Geld. Je nach Uni kann man Prüfungen auch x wiederholen.

      • Leila Taleb sagt:

        In einigen Masterstudiengängen gibt es nur wenige Prüfungen, sondern nur noch Vorträge, die man halten muss, die aber fast jeder besteht oder Laborkurse, die nicht schwierig zu bestehen sind sowie die eigentliche Masterarbeit. Mir ist keine Person bekannt, die den Master an meinem Institut nicht bestanden hat. Dochdoch…mit Geld kann man sich einiges Erkaufen.

      • Cédric Ruckstuhl sagt:

        @Leila
        „…Diese arbeiten sehr hart, sind sehr talentiert, jedoch hoch verschuldet.“
        Das ist dann eben der Anreiz, nach dem Studium nicht gemütlich zuhause mit den Kinderlein zu spielen, sondern rauszugehen in die Welt, aktiv zu werden, und solidarisch seinen Beitrag für die Gesellschaft leisten. Mit dem Verdienst kann die Studentin dann ihre Schulden zurückzahlen.

      • Leila Taleb sagt:

        @ Ruckstuhl
        Wie weiter unten schon geschrieben, basiert doch unser Wohlstand darauf, dass fast alle Bewohner Zugang zu guter oder sehr guter Bildung haben. Ihre Forderung hätte sehr weitreichende gesellschaftliche als auch wirtschaftliche Folgen. Die nach meiner Ansicht weniger positiv sind (höhere Arbeitslosigkeit, Armut, mehr Sozialfälle etc).
        Oder geht es Ihnen einfach darum, möglichst wenig für die Allgemeinheit zu bezahlen, obwohl Sie ev das Glück hatten, in eine wohlhabende Familie hineingeboren zu sein? (Dies ist nur Interpretation meinerseits. Ich kenne Sie ja nicht). Sollte man an der Bildung nicht als letztes Sparen in einem Land mit wenig Rohstoffen?

      • Cédric Ruckstuhl sagt:

        @Leila
        Bildung schafft nur dann Wohlstand, wenn sie auch eingesetzt wird. Gut ausgebildete Frauen, die zuhause herumsitzen, sind eine Verschwendung und ein Verrat an der Allgemeinheit. Soviel Solidarität muss einfach sein, dass Studentinnen nicht nur einfach überall profitieren und dann egoistisch ihr Hausfrauenleben geniessen.

      • Sportpapi sagt:

        @Cedric Ruckstuhl: „Gut ausgebildete Frauen, die zuhause herumsitzen, sind eine Verschwendung und ein Verrat an der Allgemeinheit.“
        Zuhause herumsitzen? Soso. Ich dagegen bin sehr froh, wenn gut ausgebildete Menschen Kinder erziehen und ausbilden.
        Ausserdem ist der Kollateralschaden von hohen Studiengebühren absehbar: Viele, nicht nur Frauen, werden ganz auf eine universitäre Ausbildung verzichten (müssen), die Zweiklassengesellschaft wird noch ausgeprägter, weil Studienerfolg kaufbar ist. Vermutlich ist das auch volkswirtschaftlich ein Desaster. Gesellschaftspolitisch sowieso.

      • Cédric Ruckstuhl sagt:

        @Sportpapi
        Es ist schon besser, wenn die leibliche Mutter mit viel Liebe ihre Kinder erzieht, statt diese in die Krippe abzuschieben. Aber um ihre Kinder grosszuziehen, nützt der Mutter ihr Ethnologiestudium nichts. Und wenn sie dieses selber hätte bezahlen müssen, hätte sie es auch nicht gemacht.

      • Sportamt sagt:

        Eben, Cédric Ruckstuhl, wenn die Leute ihr Studium selber finanzieren müssten, würden viele nicht mehr studieren (können). Sagte ich doch schon. ICH möchte das nicht.
        Und doch, natürlich brauchen wir gut ausgebildete Eltern, den Kindern zu liebe.

    • Leila Taleb sagt:

      Es ist natürlich schade und eine Verschwendung von Talent und Geld, wenn top-ausgebildete Frauen dann einfach nicht arbeiten. Zwingen zum Arbeiten kann man niemanden. Man kann aber familienfreundliche Strukturen schaffen wie bezahlbare Kindertagesstätten, Ganztagsschulen etc. damit es für die Mütter (in der Schweiz sind es mehrheitlich die Mütter, die darüber Nachdenken, wie viel oder ob sie überhaupt noch Arbeiten gehen) attraktiv bleibt zum Arbeiten.

      • Cédric Ruckstuhl sagt:

        @Leila
        (Direkt) Zwingen zum Arbeiten kann man nicht, da hast Du recht. Aber man kann aufhören, den Studentinnen ihre Ausbildung zu spendieren. Sobald sie sie selber zahlen müssen, werden sie dreimal überlegen, ob es wirklich gescheit ist, viel Geld in die Ausbildung zu investieren und diese danach nicht zu gebrauchen.
        Dein Vorschlag mit den „familienfreundlichen Strukturen“ usw. würde bedeuten, verlorenem Geld noch mehr Geld hinterherzuwerfen.

      • Leila Taleb sagt:

        @ Cédric Ruckstuhl
        Das wären ja tolle Aussichten für uns Frauen. Sich mit 15 zu überlegen, ob man in 15-20 Jahren Kinder haben wird inkl einen Mann, der bereit ist und die Möglichkeit hat einen zu finanzieren. Falls ja, kein Übertritt ins Gymnasium. Wäre ja sonst hinausgeworfenes Geld.
        Ich bin jeweils immer wieder überrascht, wie frauenfeindlich und konservativ gewisse Mitbürger eingestellt sind. Ich kann nur hoffen , dass Ihre Spezies bald ausstirbt und wir nicht mehr über höhere Bildungen von Frauen und flächendeckende Kinderbetreuung diskutieren müssen. Ehrlich gesagt kenne ich nur eine einzige Ärztin, die nach der Mutterschaft 100% zu Hause blieb. Die Doktorratsabgängerinnnen an meinem Institut arbeiten zwischen 50 bis 100% trotz 1-3 Kindern.

      • Leila Taleb sagt:

        @ Cédric Ruckstuhl
        Wer sagt den, dass die Ausbildung nie gebraucht wird. Die Kinder bleiben ja nicht ewig klein. Die wenigen akademischen Vollzeithausfrauen, die es vermutlich gibt (ich kenne nur eine Einzige), werden spätestens, wenn die Kinder schulpflichtig werden, die Erwerbsarbeit wieder aufnehmen.

      • Michèle Schärer sagt:

        Ich habe studiert und habe gleich nach dem Studium mein erstes Kind bekommen. Dennoch fühle ich mich nicht als Verräterin an der Allgemeinheit. Sie vergessen einige Dinge:
        -Auch Kinder sind ein Dienst an der Allgemeinheit. Schliesslich finanzieren meine Kinder später Ihre Rente mit.
        -Meine Bildung ist nicht für die Katz. Kinder gebildeter Eltern sind oft auch gescheit und können der Gesellschaft mal mehr zurückgeben. Ich vervierfache mein Wissen.
        -Wer sagt, dass ich das Wissen und Können meines Studiums nicht nutze, nur weil nichts verdiene? Ich setze mich oft ehrenamtlich ein und diene so der Gesellschaft.
        -Kinder werden gross und ich bin dann noch lange nicht im Pensionsalter. Ich kann noch viele Jahre arbeiten.
        -Viele gebildete Menschen machen eine Gesellschaft besser.

    • Vreni sagt:

      Cedric : Ich bin auch dieser Auffassung. Es ist heute zu leicht zu studieren und manche wollen nur das stipendium. Jeder sollte sich bewusse sein dass ein Studium ein grosser haufen Geld kostet.
      Wegen diesen Stipendien gibt es viel zu viele Studenten in den Hochschulen und kein Platz mehr. In unserer UNI sitzen viele Studenten auf dem Boden, schreiben ist dann auch schwierig. Einfach : man nimmt viel zu viele Ausländer auf. So KANN ES NICHT WEITERGEHEN.

      • Sportpapi sagt:

        Welches Stipendium bitte? Wenn es das noch gibt, dann wird es immer weniger. Sicherlich ist es kein Grund, zu studieren.

    • Hans Meier sagt:

      Keine Bange: Ein Genderwissenschafts- oder Soziologie- oder Journalismus-Studium (die typischen Ausbildungen von die Welt erklärende und belehrende Bloggerinnen halt) kosten praktisch nichts. Das merkt man dann auch sehr gut am Ergebnis… Anders sieht das natürlich bei einem Medizinstudium aus. Aber da importieren wir ja mehrheitlich frisch ausgebildete Ärtze aus Deutschland oder Polen. Letztere können vielleicht kein Deutsch, aber deren Ausbildung hat uns wenigstens nichts gekostet.

  • Alfred Ritter sagt:

    Was es nicht alles für „Forderungen“ gibt!
    Am besten 1 1/2 Jahre zulasten des Staates, welcher die Lohnfortzahlung zu 100% übernimmt. Steuererhöhung für Firmen….
    Solche Bloggerinnen (Wort kommt von „blague“) braucht die Welt nicht.

  • Lis Kamm sagt:

    „Wäre ich aber beispielsweise Abteilungsleiterin in einer Waffenproduktionsfirma, hätte sich mein Studium gelohnt“… Dieses Beispiel ist etwas schräg. Sie hätten ja auch in einem Spital, einem NGO, für eine Genossenschaft oder bei Ethos arbeiten können.
    Ein Desaster für die Wirtschaft sind sie natürlich nicht, dieser ist es relativ egal ob sie arbeiten oder nicht. PFZ sei dank gibt es genügend andere auf dem Markt.
    Wenn schon wären Sie ein Desaster für den Steuerzahler und den Staat an sich, der auf seine Kosten Sie ausgebildet hat, der generell für die Wirtschaft die Fachkräfte ausbildet (diese beteiligt sich ja kaum daran). Aber natürlich sind Sie das nicht (!), da wir in einem liberalen Land leben und Sie eine freie Bürgerin sind und zu Recht tun und lassen können was Sie wollen!

  • Sepp Trüssel sagt:

    Frauen sollten sich zwischen Mutter werden oder Smartfoun haben entscheiden müssen; beides zusammen geht nicht, ist abartig.

    • Tofa Tula sagt:

      Frau Girod hat einen vernuenftigen Artikel geschrieben, der in diese Richtung tendiert, mit dem Wunsch, dass es in einer humaneren Gesellschaft moeglich waere, das Gelernte nicht gleich als Ballast wegstellen zu muessen. Bin positiv ueberrascht, vor allem von Teil „…Wie fühlt sich das für die Kinder an? Sie kriegen ja alles mit. Welche Generation ziehen wir da heran,…“. Die Scheidungsrate von ehemaligen Scheidungskindern scheint fuer sich zu sprechen.

  • Sunflyer sagt:

    Vielen Dank für den wundervollen Beitrag. Sie schreiben es treffend und ich hab das oft genau so erlebt. Meine Kinder sind nun 12 und 15 – ich arbeite selbständig um die Freiheit zu haben, meine Zeit so einzuteilen, dass es sich mit dem Schulsystem vereinbaren lässt. Das ist nicht immer einfach und meine „Karriere“ hat einen Knick erlitten. Aber was zählt am Ende des Lebens? Die Karriere oder die Zeit, welche mit den Kindern verbracht wurde?
    Und ehrlich, fast jede Berufstätigkeit ist „einfacher“, als pubertierende Teenager….

  • Ruth sagt:

    Irgendwie lustig, dass nun Feministinnen genau das verlangen, was sie bisher verachtet haben: Zeit mit den Kindern! Bisher ging es doch darum, möglichst wenig mit den Balgen zu tun zu haben, das konnte eine schlecht bezahlte Nanny oder Kita-Mitarbeiter sein, denn die Hauptsache war Geld scheffeln!

    Die Sache mit dem Geld scheint immer noch wichtig, da „man“ ja so viel benötigt, um den gewohnten Lebenstil beizubehalten. Genau dieser wird von den Kids auf der Strasse arg angegriffen: weniger wäre mehr, ganz sicher fürs Klima.

    • Silvia sagt:

      Ruth : ich finde sie sehr agressiv….

    • andere Tina sagt:

      @Ruth: Nun, ich habe studiert. Und einen Beruf übe ich aus, weil ich gerne arbeite, meine Arbeit meinen Mann entlastet und ich Geld verdiene (folglich also auch für meine Rente sorge). Auf die Kinder werde ich hier nicht zu sprechen kommen, denn Sie argumentieren mir viel zu emotional und zu aggressiv. Nur so viel: Wer Kinder allgemein, also auch solche, die er/sie noch nicht einmal kennt, als „Balgen“ bezeichnet, der ist ein sehr, sehr unglücklicher Mensch.

  • 4000 meters above sea level sagt:

    Irgendwie spannend, wie sich hier die (feministische) Argumentation derjenigen der Rechts-Nationalen angleicht:
    – Fremdbetreuung sei nicht Kindergerecht
    – Ohne durchgehende Elternbetreuung können sich die Kinder nicht richtig entwickeln („es gäbe kein Humankapital“)
    – wenn beide Eltern arbeiten, würde man den Kindern vermitteln, sie würden nur stören.

    Normalerweise wird hier so durch konservative Kommentatoren gegen externe Kinderbetreuung argumentiert.
    Wenn man den Gedanken der Autorin weiterspinnt, heisst das: wenn allen Eltern in den ersten Lebensjahren Elternzeit bezahlt wird, könnte man konsequenterweise viele Kitaplätze schliessen, weil es diese dann ja erst viel später braucht. Finanziell für den Staat whs ein Nullsummenspiel. Ob die Autorin auch soweit gedacht hat?

    • Martin Frey sagt:

      Die Extreme stehen sich halt nicht selten näher als beiden Seiten lieb ist.
      Aber amüsant ist solche Akrobatik allemal. 🙂

    • Nick Luber sagt:

      Ich habe den Eindruck, dass gerade Akademikerinnen, wenn sie sich denn für Familien- und gegen Erwerbsarbeit entscheiden, die Bedeutung von Mutterschaft manchmal immens überhöhen. Scheint mir primär (Selbst-)Rechtfertigung für das eigene Lebensmodell zu sein. „Natürlich“ ist dieses Modell aber nicht, denn bis Mitte des 20. Jahrhunderts und auch heute noch in weiten Teilen der Welt (insbesondere in Naturvölkern!) sind Mütter von morgens bis abends in irgendeiner Form für den Lebensunterhalt am schaffen, die Kinder werden derweil gruppenweise von Adoleszenten und Alten betreut. So gesehen sind Krippen für kleine Kinder wahrscheinlich die „natürlichere“ Form aufzuwachsen als mit einer einzigen erwachsenen Bezugsperson allein zu Hause zu sein.

  • Tobi Gruetter sagt:

    Wieso sollen sich Personen auf Kosten der Steuerzahler akademisch teuer ausbilden lassen, nur um später Zuhause zu sein und dann danach Teilzeit zu arbeiten? Bei Ärzten resultiert daraus eine medizinische Unterversorgung und bei Ingenieuren einen Zerfall der Infrastruktur, da sie nicht aufrecht erhalten werden kann (wir haben in beiden Bereichen heute schon einen Mangel).
    Selbst in den USA wo das Darlehen für das Studium noch zurückgezahlt und gearbeitet werden muss, ergeben sich Mängel, da Frauen in den 30er sich langsam und teilweise aus der Arbeitswelt zurückziehen. Die Wirtschaft leidet Mangel und der Schuldenberg wächst unaufhörlich.

    • Eugen sagt:

      Wenn es die vielen Ärztinnen nicht gäbe, die Teilzeit arbeiten, wäre die Unterversorgung noch viel grösser…

      • Steiger sagt:

        @Eugen
        Das ist nachweislich falsch. Wenn die Studienplätze (NC) an Mäner vergeben würden, die später eher Vollzeit arbeiten, gäbe es keine Unterversorgung. Ist übrigens bei Veterinärinnen und Lehrinnen genau das gleiche.

    • Sportpapi sagt:

      @Tobi Grütter: Ich erinnere mich nicht, vor dem Studium einen Vertrag unterschrieben zu haben, der mich in irgendeiner Form verpflichtete, das Gelernte dann auch in einem vollen Pensum anzuwenden.
      Es ist halt eine Investition, die sich letztlich auszahlt, wenn auch nicht in jedem einzelnen Fall (obwohl ich es auch schätze, wenn erziehende Mütter gut ausgebildet sind!).
      Wie soll man eine Ärztin überzeugen oder gar zwingen, mehr zu arbeiten als sie Lust hat, wenn doch der Ehegatte, ebenfalls Arzt, schon so gut verdient?

      • Martin Frey sagt:

        @Sportpapi
        „ Wie soll man eine Ärztin überzeugen oder gar zwingen, mehr zu arbeiten als sie Lust hat…“
        Indem man zb anstatt mit Stipendien mit Darlehen arbeitet? Zb ergänzt mit der Möglichkeit, die Rückzahlung steuerlich absetzen zu können.
        Dies nur als Idee auf die Schnelle…

      • Aquila Chrysaetos sagt:

        „Wie soll man eine Ärztin überzeugen oder gar zwingen, mehr zu arbeiten als sie Lust hat, wenn doch der Ehegatte, ebenfalls Arzt, schon so gut verdient?“

        Wie so oft ziemlich weit am Thema vorbei…..

        Aber nettes Klischee bedient….Ärztin will nicht arbeiten, da der Alte – natürlich ebenfalls Arzt (!) die Kohle reinbringt. Höre ich da etwas Sozial- oder gar Berufsneid heraus? Hätten Sie halt auch mal….
        Die Teilzeit-Ärztinnen mit Familie die ich kenne, arbeiten Teilzeit weil sie an den anderen Tagen ihre Kinder (mit)-betreuen.

      • Sportpapi sagt:

        @Martin Frey: Das wäre dann das angelsächsische System, in dem die Reichen sich die besten Ausbildungsplätze (und teilweise Abschlüsse) kaufen, während die anderen sich hoch verschulden oder sich das gar nicht leisten können?
        Ich glaube, mit unserem heutigen System, möglichst vielen den Zugang zur höheren Bildung zu gewähren, fahren wir auch wirtschaftlich besser. Gesellschaftlich sowieso.
        Kommt dazu, dass die Ärzte auch einen solchen Kredit schnell mal abbezahlt haben. Das geht in anderen Studienrichtungen sicher länger. Aber sicher würde es das Problem des NC lösen, wenn man die Ausbildung verrechnen würde…

      • Sportpapi sagt:

        @Aquila Chrysaetos: Wie so oft, wenn Sie auf meine Aussagen reagieren, kommt dabei mehr Krawall als sachliche Argumentation heraus.
        Fakt ist: Ärztinnen arbeiten in Stunden pro Woche viel weniger als Ärzte. Ja genau, weil sie die Prioritäten anders setzen, und an den anderen Tagen Kinder betreuen oder sonst etwas machen. Könnten oder müssten die männlichen Ärzte auch, machen sie aber in der Regeln nicht.
        Und doch, dass Ärztinnen in der Regel nicht die Arztgehilfen heiraten, ist nun doch schon mehr als ein Klischee.
        Wo hören Sie da Neid? Ich stamme aus einer Ärztefamilie, und nein, ich würde nie als Arzt arbeiten wollen. Also nein.
        Aber zurück zum Thema: Wie motivieren oder zwingen Sie Ärztinnen, die üblichen 50h+ zu leisten?

      • Martin Frey sagt:

        @Sportpapi
        „Kommt dazu, dass die Ärzte auch einen solchen Kredit schnell mal abbezahlt haben. Das geht in anderen Studienrichtungen sicher länger.„
        Das ist natürlich ein übles Klischee angesichts der langen und harten Durststrecke als Assistenzärzte in Spitälern, mit geringem Verdienst und langen Schichten.
        Kein Mensch redet vom anderen Extrem, dem US Modell. Aber ein bisschen mehr Selbstverantwortung via anders gelagerter Anreize um die Leute im Berufsleben zu halten wäre nicht falsch.

      • Sportpapi sagt:

        @Martin Frey: Das stimmt alles. Aber die Ethnologin (oder ähnlich) wird einen Kredit von vielleicht (mehreren) 100 000 Franken in der Regel gar nie oder nur schwer zurückzahlen können.
        Aber ich hatte wirklich amerikanische Verhältnisse und Grössenordnungen im Auge. Wenn es nicht um Studiengebühren, sondern „nur“ um Kredit statt Stipendien geht, ist das natürlich etwas kleiner. Ist ja heute schon immer mehr der Normallfall, Stipendien werden immer weniger. Aber betrifft natürlich nicht alle, sondern wieder nur die Kinder aus einkommensschwachem Elternhaus. Und ist vermutlich nur schwach wirksam, wenn es darum geht, die Ärztinnen in hohem Pensum im Job zu halten.

      • Martin Frey sagt:

        Doch ich denke schon, SP, das Medizinstudium kostet ja auch ein mehrfaches der Ethnologin. Es wäre aber konsequent, ein Schritt Richtung Kostenwahrheit, und ich meine, durchaus einen Gedanken wert.

      • Aquila Chrysaetos sagt:

        Ich vermag keinen Krawall erkennen. Aber ich widerspreche einfach Ihrer Unterstellung, Aerztinnen würde nur Teilzeit arbeiten, weil sie Männer heiraten, welche viel Geld nachhause bringen und sie es deshalb nicht nötig hätten. Es ist mir mittlerweile auch klar, dass Sie widersprechen mit Krawall gleichsetzen.
        Die Teilzeitärztinnen welche ich kenne, arbeiten Teilzeit weil sie noch Familie haben – unabhängig davon ob ihre Männer auch Teilzeit arbeiten oder nicht. Trotz reduziertem Pensum machen sie Nacht- und Wochenenddienste, arbeiten an Weihnachten, Ostern und anderen Festtagen. Für Aerzte heisst 60% immer noch 30 bis 40h/Woche. Wieviele Wochenstunden wäre denn bei Ihnen ein 60% Pensum?
        „ich würde nie als Arzt arbeiten wollen.“ – klar, Sie haben whs den weitaus bequemeren Weg gewählt.

      • Aquila Chrysaetos sagt:

        „Aber zurück zum Thema: Wie motivieren oder zwingen Sie Ärztinnen, die üblichen 50h+ zu leisten?“
        Als liberaler Mensch zwinge ich niemanden einem Beruf zu einem bestimmten Pensum auszuüben. Gerade Aerzte arbeiten in Teilzeit immer noch soviel wie andere Vollzeit. Aber generell dürfte die eigene Beteiligung an den Ausbildungskosten fürs Hochschulstudium schon grösser sein. Das müssen diejenigen auch, welche sich an einer Fachhochschule auf dem zweiten Bildungsweg weiterbilden.
        Die Beteiligung soll in Form von Darlehen stattfinden, die man nach dem Studium zurückzahlt.
        Weiter fehlt es an Betreuungsplätzen, Blockzeiten und Ganztagesschulen und das zu bezahlbaren Preisen (sonst macht es niemand mit, wenn der Lohn gleich wieder weg ist) – aber das wissen eigentlich ja alle schon lange.

      • Sportpapi sagt:

        @Aquila Chrysaetos: Es fällt einfach auf, wie schnell Sie jeweils bei mir die sachliche Diskussion verlassen und persönlich werden – wie auch hier wieder. Welchen Weg ich gewählt habe, wissen Sie ja wohl nicht, oder? Ausserdem war die Frage, warum Ärztinnen häufiger als Ärzte teilzeit arbeiten. Weil sie Kinder haben kann ja kaum die Antwort sein, die haben die Ärzte nämlich auch. Und die Hauptfrage: Wie schafft man es, dass Sie mehr arbeiten, weil sie der Gesellschaft quasi das teure Studium zurückzahlen müssen: Da kann die Verrechnung von Studiengebühren ja wohl kaum die zielführende Antwort sein. Ausser Sie wollen, dass Frauen gar nicht mehr Ärztinnen werden.

      • Sportpapi sagt:

        Ob der Vergleich mit Fachhochschulen hier wirklich zulässig ist, weiss ich nicht. Immerhin haben die nach dem (vielfach berufsbegleitend) absolvierten Studium doch schon jahrelang Geld verdient und Berufspraxis vorzuweisen. Während es den universitär studierenden immer schwieriger gemacht wird, überhaupt noch nebenbei zu arbeiten. Und sie nach Abschluss erst mal in die Generation Praktikum übertreten. Aber das ist ja gar nicht das Thema.
        „Weiter fehlt es an Betreuungsplätzen, Blockzeiten und Ganztagesschulen und das zu bezahlbaren Preisen.“ Mag sein, dass es diese Betreuungsplätze auf dem Land noch zu wenig gibt – an vielen Orten sind es eher zu viele. Nur wollen die meisten Eltern dafür nicht angemessen bezahlen. Bezahlbar ist eben relativ!

      • Aquila Chrysaetos sagt:

        „Ausserdem war die Frage, warum Ärztinnen häufiger als Ärzte teilzeit arbeiten. Weil sie Kinder haben kann ja kaum die Antwort sein“

        Doch, dass ist meist der einzige Grund. Warum arbeiten Nicht-Aerztinnen Teilzeit (ggf auch Ihre Partner falls vorhanden)? Etwa auch weil sie sich bloss von reichen Ehemännern aushalten lassen, wie Sie suggerieren.
        Warum sollen bloss Aerztinnen ihr Studium zurückzahlen? Warum nicht all die anderen Teilzeitakademiker wie z.B. Lehrer?
        Kann man dann bei der Rückzahlung bitte schön berücksichtigen, dass Aerztinnen und Aerzte sich für ihren Beruf unzählige Wochenende und Nächte um die Ohren schlagen, an denen Sie als offensichtlicher Nicht-Arzt selig im Bett schlummern oder die Freizeit genießen? Wann kommt eine Aerztin abends nach Hause, wann Sie?

      • Sportpapi sagt:

        @Aquila Chrysaetos: Fängt jetzt wieder dieses Spiel an, konsequent meine Argumentation aufzublenden, und dafür auf peinliche Art persönlich zu werden?
        Die Aussage war mal, Frauen, die es sich leisten können, arbeiten mit Kindern Teilzeit – Ärztinnen waren ja nur das Beispiel dafür. Und die kann man dann mit Geld nur schwer locken. Dabei bleibts. Und ja, es ist erstaunlich, dass dies viel mehr für die Ärztinnen als die Ärzte gilt, obwohl die genauso viele Kinder haben. Die Idee, höhere Ausbildungskosten zu verrechnen, kommt nicht von mir. Aber klar ist, dass die Ärzteausbildung mit Abstand die teuerste ist.
        Meine Mutter, Ärztin, hat übrigens immer viel weniger gearbeitet als ich. Wenn wir schon persönlich werden wollen.

      • Aquila Chrysaetos sagt:

        Welche Argumentation?

        Sie sagten: „Wie soll man eine Ärztin überzeugen oder gar zwingen, mehr zu arbeiten als sie Lust hat, wenn doch der Ehegatte, ebenfalls Arzt, schon so gut verdient?“

        Das impliziert doch, dass sie nicht mehr arbeiten weil ihre Männer so gut verdienen. Oder nicht?

        Ich sage: sie arbeiten Teilzeit, weil sie als Mütter auch für ihre Kinder da sein wollen. Und nicht, weil ihre Männer genügend Geld nachhause bringen.

        Wenn etwas peinlich ist, dann (leider) Ihr Argument, Frauen würden nicht mehr arbeiten da sie sich von ihren Männer aushalten lassen.

        Ihre Mutter hat ja offenbar genau das auch gemacht, was ich hier schreibe: Gearbeitet als Aerztin und Kinder grossgezogen. Unterstellen Sie ihr auch, sie hätte sich von ihrem Vater aushalten lassen?

      • Aquila Chrysaetos sagt:

        Ich finde die Diskussionen mit Ihnen auch etwas schwierig. Sie diffamieren hier doch eine ganze Gruppe von Personen und kommentieren halt ab und zu Dinge, von denen Sie schlicht keine Ahnung haben (z.B. Schulen im Ausland, Impfungen).
        Wenn man dann widerspricht, z.B. weil man in dem Gebiet arbeitet, dann kommt immer die Leier mit dem „persönlichen“. Das ist so ein blödes Totschlagargument. Geht das bei Ihnen am Familientisch auch so zu und her?
        Und wie kann man persönlich sein, wenn in einem Blog anonym die Meinung ausgetauscht wird?

      • Sportpapi sagt:

        @Aquila Chrysaetos: Wie auch immer: Auf jeden Fall können Sie Frauen, die es sich leisten können Teilzeit zu arbeiten, nicht mit tieferen Kita-Gebühren locken.
        „Sie diffamieren hier doch eine ganze Gruppe von Personen“. Ach ja? Dass Ärztinnen sich aushalten lassen, war aber Ihre Darstellung, nicht meine. Aber ja, verheiratet mit einem Bauarbeiter würden sie vielleicht mehr arbeiten.
        „Und kommentieren halt ab und zu Dinge, von denen Sie schlicht keine Ahnung haben.“ Und diese Aussage, die ich nun nicht kommentiere, ist auch in einem anonymen Blog ein unnötiger persönlicher Angriff. Besser, Sie belegen jeweils, dass Sie es besser wissen.
        Was Sie aber definitiv nicht besser wissen ist, was und wie viel ich arbeite. Also was sollen die ständigen Anspielungen darauf?

      • Aquila Chrysaetos sagt:

        „Auf jeden Fall können Sie Frauen, die es sich leisten können Teilzeit zu arbeiten, nicht mit tieferen Kita-Gebühren locken.“

        Doch, klar. Aber wenn der Ganze Lohn eines Partners für die Kita drauf geht, stellt sich schon die Frage warum ein Paar sich den Stress an tut, zwei Vollzeitpensen u. Kinder unter einen Hut zu bringen. Auch wenn sie es schade finden, ihr Studium nicht in einem höheren Umfang zu nutzen. Da es zusätzlich schwer ist, geeignete Betreuungsplätze oder Nannys zu bekommen (Erfahrung aus meinem Umfeld, auch wenn Sie dies bestreiten), führt dies dazu, dass nur Teilzeit gearbeitet wird.

        Ich weiss nicht was sie arbeiten, aber sicher nicht Arzt. Sonst würden Sie kaum behaupten, Aerztinnen/Mütter würden bloss Teilzeit arbeiten, weil sie es sich leisten könnten…

      • Aquila Chrysaetos sagt:

        „Dass Ärztinnen sich aushalten lassen, war aber Ihre Darstellung, nicht meine. “

        Falsch, das war Ihre Behauptung, aufgrund dieser führen wir ja diese unsägliche Diskussion – hier was Sie geschrieben haben:

        „Wie soll man eine Ärztin überzeugen oder gar zwingen, mehr zu arbeiten als sie Lust hat, wenn doch der Ehegatte, ebenfalls Arzt, schon so gut verdient?“

        Muss man Ihre Aussage noch ausdeutschen: Aerztinnen arbeiten nur soviel wie sie Lust haben, da der Ehegatte genügend Kohle heimbringt.

        Das ist einfach eine Unterstellung allen meinen Kolleginnen gegenüber, die Facharztausbildung und Familienleben unter einen Hut gebracht haben.

      • Sportpapi sagt:

        @Aquila Chrysaetos: Es ist die freie Wahl, wie Paare sich die Aufgabe aufteilen. Nie würde ich das von aussen bewerten und mit „sich aushalten lassen“ schlechtreden.
        „Aerztinnen arbeiten nur soviel wie sie Lust haben, da der Ehegatte genügend Kohle heimbringt.“ Arbeiten sie denn mehr, als sie Lust haben? Weil sie sich verpflichtet fühlen der Gesellschaft gegenüber? Eher nicht, oder? Und Sie sagen es ja selber: Wozu der Stress, wenn es dafür nicht ordentlich mehr Geld gibt? Im Gegensatz zu Ihnen glaube ich aber, dass auch mehr Geld nicht hilft.
        Und noch immer können Sie uns nicht erklären, warum eigentlich all die Probleme dazu führen, dass vor allem Frauen Teilzeit arbeiten. Und männliche Ärzte, die doch auch Kinder haben, ganz anders entscheiden.

      • Sportpapi sagt:

        Und gell, wenn ich behauptet, dass Ärztinnen ihre Prioritäten mehr bei der Familie als beim Beruf haben, und bezüglich Vereinbarkeit klare Vorstellungen und Limiten haben, dann ist das keine Diffamierung, ganz im Gegenteil.
        Gerade wenn der Partner nicht nur gut verdient, sondern vielleicht auch nicht daran interessiert ist, reduziert zu arbeiten.

      • Aquila Chrysaetos sagt:

        „…dass Ärztinnen ihre Prioritäten mehr bei der Familie als beim Beruf haben, und bezüglich Vereinbarkeit klare Vorstellungen und Limiten haben,….“

        Da kommen wir der Sache schon näher. Das tönt doch jetzt schon ganz anders als „keine Lust haben zu arbeiten, da der Ehemann sehr gut verdient“

        Hätten Sie es doch von Anfang an so formuliert (was Sie halt nicht hatten und ich vermute jetzt mal auch nicht beabsichtigt hatten), wäre uns dieses Geplänkel erspart geblieben. Und ich hätte meine Zeit besser einsetzten können, als jemanden zu erklären, dass Teilzeitärztinnen nicht Teilzeit arbeiten, weil sie keine Lust auf Arbeit haben.

      • Sportpapi sagt:

        @Aquila Chrysaetos: Schön, wenn eine etwas weniger saloppe Umschreibung Sie bereits zufriedenstellt. Inhaltlich ist es aber das gleiche (das „mehr als sie Lust hat“ wird einfach noch begründet), und letztlich sowieso ein Nebengleis.
        Jetzt wären Ihre Vorschläge gesucht, wie man diese Frauen zu grösseren Anstellungen motivieren kann. Mit einem höheren Schuldenberg nach Ausbildungsende ja kaum.

      • Aquila Chrysaetos sagt:

        Mit bezahlbaren und vor allem verfügbaren Betreuungsplätzen, wie ich schon geschrieben habe.

        Zudem mit Arbeitszeitmodellen, die mit einem Familienleben vereinbar sind. Warum Aerzte/Innen gerade 50 Stunden arbeiten müssen, andere hingegen 42 leuchtet auch nicht gerade ein.

        Das ist aber nichts neues und ziemlich logisch. Das weiss eigentlich jeder. Die ideologische oder politische Weltsicht verhindert aber gelegentlich, dass man es auch zugibt, nicht wahr?

      • Sportpapi sagt:

        @Aquila Chrysaetos: Verfügbar ist wichtig, das „bezahlbar“ wird mir bei gut ausgebildeten Doppelverdienern immer ein Rätsel bleiben.
        Der Wunsch, dass auch Ärzte eine vernünftige Wochenarbeitszeit haben, ist verständlich. Und ja, dann werden vielleicht aus 60 Prozent teilzeit auf wundersame Weise 80 Prozent, ohne dass eine Stunde mehr geleistet wird. Aber natürlich verschärft das nicht nur die Gesundheitskosten weiter, sondern auch den Ärztemangel.

      • Aquila Chrysaetos sagt:

        „Und ja, dann werden vielleicht aus 60 Prozent teilzeit auf wundersame Weise 80 Prozent, ohne dass eine Stunde mehr geleistet wird. Aber natürlich verschärft das nicht nur die Gesundheitskosten weiter, sondern auch den Ärztemangel.“

        Gut, mit dieser „Logik“ bräuchten wir ja umgekehrt bloss die Wochenstunden von Lehrer, Pflegeexpertinnen, Lokomotivführer und anderen Mangelberufen von 40 auf 50 h zu erhöhen und das Personalproblem wäre gelöst – da 20% mehr Arbeitskraft zur Verfügung steht. Selten so was unausgegorenes gelesen…..

    • Urs Keller sagt:

      Es besteht das Recht auf freie Berufswahl. Ob dann der Beruf auch ausgeübt wird, ist eine andere Frage, die es dem Staat nicht zusteht zu entscheiden. Ihr Kommentar erinnert mich daran, dass mir ein Mitstudent aus der ehemaligen DDR gesagt hat, dass er wegen fehlenden Parteibuches nicht studieren durfte. Ob Geld oder fehlendes Parteibuch – beides ist gleich schlimm jemanden das Studium zu verwehren. Ausserdem weiss ja niemand, was das Leben so bringt.

  • Caroline sagt:

    Vom selbst auf die Fahnen geschriebenen Feminismus kann ich irgendwie nicht viel ausmachen hier. Finde ich nicht schlimm, man sollte es sich aber eingestehen.

  • Mutter von vier sagt:

    Immer wieder kommt die Forderung, dass beide Eltern zu gleichen Teilen oder gar nicht zu Hause bleiben. Dies geht aber nur auf, wenn beide eine ähnliche Arbeit mit ähnlichem Einkommen haben. Wenn wir aber mal die Situation genau anschauen, sehen wir, dass viel mehr Frauen als Männer in sozialen Berufen arbeiten, die nun mal viel schlechter bezahlt sind. Liegt es da nicht auf der Hand, dass z.B. eher die Primarlehrerin ihr Pensum verkleinert als ihr Ehemann der Rechtsanwalt einer grossen Firma ist? Warum schicken die die Kinder dann nicht in die Krippe / Hort? Weil das den Primarlehrerinnenlohn bei mehr als zwei Kindern vollständig aufbrauchen würde. Bei einem solchen Deal muss einem die ausser häusliche Arbeit wirklich eine sehr grosse Herzensangelegenheit sein…

    • Jane Doe sagt:

      Wieviele Jahre gehen Kinder in die Kita? Wieviele Jahre geht ein Berufsleben? Etwas rechnen und in die Zukunft planen lohnt sich.

    • Karin Schmid sagt:

      Was mich an dieser Diskussion am meisten stört, ist, dass es immer nur darum geht wie die Wirtschaft den grössten Profit schlagen kann. Um die Bedürfnisse der Kinder geht es nie…

      • Röschu sagt:

        @Karin Schmid
        Kindern in florierenden Wirtschaftsregionen geht es sehr viel besser als Kindern in am Boden liegenden Krisengebieten.

    • Max Demian sagt:

      Das ist eine sehr kurzfristige Denkweise. Es geht ja nicht nur um die unmittelbaren Moneten, sondern auch und vor allem um die Unabhängigkeit des Partners, die Gleichberechtigung, die Selbstverwirklichung.
      Ausserdem: warum gibt es denn keine Rechtsanwältinnen (stimmt natürlich nicht, aber es sind sicher weniger Frauen als Männer). Warum, warum? Dabei sind die Jurastudiengänge doch voll mit Frauen…

      • Anna sagt:

        Hallo Max

        Das kann ich Dir als Anwältin einfach beantworten: Einerseits die lange Ausbildungsdauer. Die Anwaltsprüfung ist kein Spaziergang und ist zeitaufwendig. Jede Anwältin die ich kenne, war zeitlich schneller unterwegs wie unsere männlichen Pendants. Wieso? Weil die biologische Uhr bei Frauen tickt. Man sollte also nach bestandener Prüfung noch Arbeitserfahrung sammeln, sonst kann Frau bei der Konkurrenz ihre Ausbildung rauchen (tik tak). Dann obwohl eigentlich gut möglich, ist die Juristerei noch eine Männerdomäne und Teilzeit nicht gern gesehen. Somit ist Vereinbarkeit von Beruf und Familie ungleich schwerer. Als weniger gut ausgebildete Juristin hat man bereits mehr Zeit um Berufserfahrung zu sammeln.

      • Anna sagt:

        Weiter ist der Beruf als Anwalt, schwer mit Familie zu vereinbaren. Bei meinem letzten Arbeitgeber hätte ich nach 14, resp 16 Wochen wieder zu 100% einsteigen müssen. Tolle Voraussetzungen, also Arbeitgeber wechseln, wenn man Pech hat mehrmals. Wie gesagt, lange Ausbildungsdauer, dann zwei mal Jobwechsel, damit es mit Familie vereinbar ist. Tja, nun tickt es gehörig laut. Jetzt wo ich die Möglichkeit habe, Job und Familie zu vereinbaren, ist man bereits alles andere als Jung. Die Idee ist eine Aufteilung60% ich, 80%mein Mann (er würde sich im Moment beruflich mehr verbauen, wenn er zuviel reduziert, ich bin auf einem Plateau – und nein, er verdient trotz 80% weniger wie ich, ich leb also noch lange nicht auf seine Kosten). Sehr langer Weg, nicht zu empfehlen, würd ich heut anders machen.

      • Sportpapi sagt:

        @Anna: Haben denn die männlichen Juristen all diese Probleme nicht? Oder wie vereinbaren sie Job und Familie? Warum können das Männer, Frauen aber nicht?
        Wenn es grundsätzlich nicht gehen würde, wären die Soll-Zeiten schon lange viel tiefer.
        Oder konkret gefragt: Warum machen Sie nicht Karriere, und ihr Mann, der ja weniger verdient, steht vorübergehend etwas zurück?

    • seidenspinner sagt:

      Warum arbeitet der Anwalt dann nicht 60 oder 80% und schaut 1 oder Tag(e) auf die Kinder? Das würde vom Einkommen her mehr als reichen. Vor allem, wenn die Frau dann in dieser Zeit ein Einkommen als Primarlehrerin hat. Ganz abgesehen davon gibt es auch Anwältinnen die mit Nicht-Akademikern eine Familie gegründet haben.

    • sonic sagt:

      Wieso frisst die Krippe den Lohn der Frau? Er frisst einen (eher kleineren) Teil des Lohnes von beiden. Und ja, dass die Frau arbeiten geht, hat nicht nur mit Geldverdienen zu tun..

  • 13 sagt:

    Ein spannender Text. Die Autorin hat eigentlich gerade festgehalten, was viele Kritiker am Feminismus stört. Er beschränkt sich eben gerade nicht darauf, den Frauen im bestehenden System die gleichen Rechte wie dem Mann zuzuweisen. Das ist so eine typische kapitalistische FDP-Gleichberechtigungs-Ansicht. Es geht vielmehr um Veränderung der Strukturen und die Schaffung von neuen, in denen Mann und Frau gleichberechtigt ihre Rollen wählen und leben können, ohne dass Altersarmut, Teilzeitfallen, nicht-bezahlbare Kinderbetreuung etc. die Folge sind.
    Aber wir leben in der Schweiz und diese ist von so einem strukturellen Wandel meilenweit entfernt. Da regiert die Wirtschaft immer wieder zu Lasten der Familie.

    • 13 sagt:

      Der Beobachter hat letzte Woche einen Bericht über versteckte Kinder italienischer Arbeiter geschrieben, die im Untergrund leben mussten, weil Familiennachzug nicht erlaubt war. Quasi ein Pendant der hiesigen Verdingkinder. Es ist eines der wenigen Länder ohne ein Familiendepartement. Das letzte ohne Vaterschaftsurlaub und/oder Elternzeit. Systeme, wie sie in so vielen Ländern gelebt werden, mit Unterstützung der Bevölkerung, werden hier als „unrealistische linke Utopien“ bezeichnet. Es ist dasjenige Land, das gemäss UNICEF auf dem letzten Platz bei der Familienfreundlichkeit im europäischen Vergleich steht, aber eines mit einem der grössten BSP weltweit. Zufall? Eher nicht. Die Wirtschaft hat Vorrang, die Familie das Nachsehen. Hauptsache der Rubel bzw. Franken rollt.

      • Martin Frey sagt:

        @13
        Einen VU haben wir ja jetzt, auch wenn der MB sich immer noch nicht dazu durchringen konnte, diesem Meilenstein einen Beitrag zu widmen.
        Zwei Wochen sind, wie schon mal gesagt, ein vernünftiger guteidgenössischer Kompromiss. Ich muss kein Prophet sein um vorauszusagen, dass alle aktuell diskutierten Extremvarianten spätestens dann bachab geschickt werden, wenn die Leute realisieren, was das alles kosten wird.
        Verstehe mich nicht falsch, ich hätte auch gerne vier Wochen, oder vier Monate gehabt. Gebraucht hätte ich sie nicht. Aber wenn die Autorin mir das finanzieren will (was ich bezweifle), wunderbar! 😉

      • 13 sagt:

        @ Martin
        „Einen VU haben wir ja jetzt“
        Ach ja? D.h. Herr Tschannen befindet sich jetzt im VU (herzlichen Glückwunsch an der Stelle!) und erhält Gelder aus der EO? Oder wird nicht viel mehr bereits wieder über das Einführungsdatum debattiert, von angeblichen Referendumsideen ganz abgesehen?
        Aber eben, solange noch einigermassen vernünftige Menschen bei wenigen Wochen von „Extremvarianten“ sprechen, dauert es noch lange. Genau wie ich sagte.

      • Martin Frey sagt:

        @13
        Der VU ist im Parlament durch. Das Initiativkomitee hätte sonst nie, in meinen Augen zurecht, seine Vorlage zurückgezogen.
        Das alte Spiel: Man pokert mit vier und erhält die zwei, die unlängst noch verworfen wurden. Die Zeit ist nun mehr als reif dafür, sodass sogar die SVP sich die Finger damit nicht verbrennen will. Da hätte ich keine Sorge . Nicht mal ein Bigler hat doch Lust, dem Volk zu erklären, weshalb man für den Umzug von Möbeln mehr Tage frei kriegt als bei Geburt des eigenen Nachwuchs.

      • 13 sagt:

        @ Martin
        4 Wochen waren doch kein Pokern. Das wäre durchgekommen, wie sämtliche Befragungen ergaben, daher waren diese 2 Wochen (Remo Largo sagte treffend dazu, es sei nicht einmal genug für eine Alibiübung….) eher ein geschickter Schachzug des Parlaments. Die CVP schmückt sich nun im Wahlkampf mit fremden Federn und R. Köppel twittert fröhlich, was für Egomanen Männer sind, die tatsächlich davon Gebrauch machen. Die Initiative wurde auch nicht wegen der 2 Wochen zurückgezogen, sondern um eine Diskussion zur Elternzeit zu ermöglichen. Und eben, das Inkraftdatum fehlt. Es wäre ja nicht das erste Mal, dass es ewigs dauert.

      • Martin Frey sagt:

        @13
        Umfragen sind, gerade bei Initiativen, nicht dasselbe wie Resultate an Urnen. Die meisten sympathisch klingenden Initiativen starten zuerst mit über 60% Zustimmung, die dann meist sukzessive zu sinken beginnt, umso näher der Abstimmungstag rückt und umso mehr sich die Leute mit der Vorlage, und hier auch den Kosten, auseinandersetzen:
        https://m.tagesanzeiger.ch/articles/29258034
        Das Datum der Inkraftsetzung fehlt, das stimmt. Aber egal welche Motivation das Parlament hatte, der Beschluss steht trotzdem. Und dass die Parteien damit Wahlkampf machen wundert ja wenig. Heutiger Beitrag inklusive. RK wird sowieso nicht gewählt, dies nur nebenbei.
        Jetzt, da der VU steht, kann man über eine liberale Lösung diskutieren, die wirklich der Gleichberechtigung dient, die Elternzeit.

      • Sportpapi sagt:

        @13: Die Initiative wurde zurückgezogen, weil man Angst hatte, bei einem Scheitern nicht mehr über weitergehende Elternzeit diskutieren zu können. Nein, sie wäre keineswegs ein Selbstläufer gewesen, sonst hätte man sie sicher weiterlaufen lassen.

    • 13 sagt:

      Aber es ist nun mal das Umfeld, in dem wir uns bewegen und weil man das nicht von heute auf morgen ändert kann, hätte man vielleicht mit dem Grundeinkommen gekonnt, aber so nicht, ist es eben auch wichtig, sich abzusichern. Natürlich kann man auch in dieser Struktur lange zu Hause bleiben, vorausgesetzt der Partner verdient genug, aber oftmals fehlt es gerade dann an Sicherheit. Und diese kann man nun mal, sofern man nicht „sehr gut“ geheiratet hat, fast nur dadurch, dass man eben schnell die Arbeit wieder aufnimmt und zwar nicht mit 20-40%, sondern eben mehr.

    • Sportpapi sagt:

      @13: Eigentlich kommt hier nur wieder zum Ausdruck, dass Feminismus, Gleichstellung und linke Sozial- und Familienpolitik munter durcheinandergemischt wird.
      Natürlich könnten wir ein ganz anderes System aufbauen, als es dem Schweizer Weg entspricht. Aber die Menschen wollen das offenbar nicht, und stimmen und wählen entsprechend.
      Und ja, offenbar fahren die meisten Menschen mit dem System Eigenverantwortung gut, auch die Familien, die in einem weit grösseren Wohlstand leben als viele in anderen Ländern.
      Dass wir bezüglich Familienfreundlichkeit an letzter Stelle stehen, hat etwas mit den ausgewählten Kriterien zu tun.
      Man könnte auch sagen, in keinem anderen Land können die Kinder noch so oft von den eigenen Eltern betreut werden. Und schon kehrt die Rangliste.

      • Max Demian sagt:

        Ja, die meisten fahren in diesem System gut und zementieren es weiter zu Ungunsten der Frau. Aber die Frauen merken es langsam und die Männer auch, vor allem seitdem die Frauen tatsächlich die gleiche Ausbildung haben (oder oft die bessere) wie die Männer und trotzdem als Geschlecht kaum einen Schritt vorwärts gemacht haben.

      • 13 sagt:

        „Man könnte auch sagen, in keinem anderen Land können die Kinder noch so oft von den eigenen Eltern betreut werden. Und schon kehrt die Rangliste.“ Im ersten Lebensjahr? Dann kehrt sie nicht mehr. Das ist ja der Punkt. Wer es sich leisten kann, trotz familienunfreundlicher Strukturen das Kind die erste Zeit oder sogar darüber hinaus selber zu betreuen, der wird oftmals etwas von Wahldreiheit und Eigenverantwortung sagen, wer nicht, der wird unter den familienunfreundlichen Strukturen leiden (sind ja auch allzu oft diejenigen ohne Wahlrecht). Wie schon mal geschrieben, ist eine bürgerliche Politik faktisch schwer mit der Gleichberechtigung vereinbar. Warum? Weil wenn die klassische Rollenteilung wegfällt, immer noch Kinder bleiben, die betreut werden sollen. Die Frage ist durch wen.

      • Sportpapi sagt:

        @Max Demian: Zu Ungunsten der Frau? Wie kommen Sie für die Schweiz auf so eine komische Idee?
        Soll ich meiner Frau erklären, dass sie viel glücklicher wäre mit einem Vollpensum und fremdbetreuten Kindern? Obwohl sie sich bewusst gegen diese ja durchaus mögliche Option ausgesprochen hatte?
        Und alles nur, damit „das Geschlecht“ irgendwie „vorwärts“ kommt (in welche Richtung?)

      • Sportpapi sagt:

        @13: Ja, im ersten Lebensjahr haben es Mütter und Vätern in anderen Ländern teilweise einfacher. Dafür bezahlen sie aber einen grossen Preis. Und danach?
        Der Punkt ist ja, dass sich die Schweizer wegen diesem System so manches leisten können, was im Ausland nicht geht.
        Und die Familien, die es sich nicht leisten können (teilweise ohne Wahlrecht, also ausländisch?), bekommen doch subventionierte Betreuungsplätze, nutzen sie aber viel zu wenig.
        Was machen die Paare aus „bürgerlicher Sicht“, wenn das klassische Modell wegfällt? Doppelverdienen und sich die Betreuung (und Haushaltshilfe, etc.) einkaufen. Es ist ja kaum jemand gegen den Aufbau von Kitas, nur die staatliche Förderung ist zu diskutieren.

      • 13 sagt:

        @ SP
        Also doch wieder: Elternzeit für alle und danach mind. Teilzeitarbeit (oder wie in vielen Ländern Vollzeit mit weniger Stunden) vs. selbst finanzierte lange Auszeit für diejenigen, die es sich leisten können. Das zweite unter Hinnehmen des Systems, dass es sich gerade gut ausgebildete Frauen im Schnitt eher leisten können, obwohl teuer vom Staat ausgebildet. Ja, was wäre wohl sinnvoller?
        Ich wollte heute keinen Wahlkampf machen, aber da wird dieses „Für alle statt für wenige“ eben direkt sichtbar.
        Und btw: doch, doch, es gibt viele, die sich gegen den KITA-Aufbau sträuben. Natürlich am anderen Ende des Spektrums.

      • Max Demian sagt:

        @sportpapi – sie müssen ihrer frau gat nichts mansplainen, auch wenn sie vielleicht der versuchung nicht widerstehen können.
        Es reicht vollkommen, wenn sie einsehen, dass wir alle „gefangene“ eines mainstream gesellschaftsbilds sind, in dem frauen nach wie vor an eigenständigem ökonomischen Fortkommen (im grossen und ganzen) systematisch behindert werden. Dass sie dazu ebenfalls ihren teil beitragen, sollte ihnen als denkender Mensch leichtfallen.

      • Sottosopra sagt:

        Familienfreundliche Politik in der Schweiz funktioniert so: Das Bundesparlament beschliesst jährliche Steuergeschenke von über 350 Milionen Franken an Familien mit einem Einkommen ab 200‘000 Franken. Und dann jammern dieselben Bundesparlamentarier über die (ähnlich hohen) Kosten die ein Vaterschaftsurlaub generieren würde. Was will man da erwarten?

      • Sportpapi sagt:

        @13: Also weil es soziale Ungleichheit gibt, und sich nicht alle jede Wahl leisten können, müssen wir diese Wahl gleich ganz abschaffen? Lieber es geht allen schlecht, als nur einem Teil?
        Richtiger wäre es doch, den schlechter verdienenden Familien Unterstützung zu geben, dass auch sie, wenn sie sich das wünschen, mehr bei den Kindern bleiben könnten. Aber das wird in der SP ja dann als Herdprämie verschrien und bekämpft.
        Interessanterweise schaffen es trotzdem viele schlecht verdienende Familien, auf subventionierte Fremdbetreuung zu verzichten – leider, muss man sagen!
        Fakt ist, dass wir in der Schweiz sehr viel mehr unterschiedliche Lebensmodelle kennen, und noch viel mehr möglich wäre, wenn man wollte, als z.b. in den gelobten nordischen Ländern.

      • Sportpapi sagt:

        @Max Demian: Sie verkünden hier Wahrheiten, ohne wirklich Argumente zu bringen, werfen mir aber Mansplaining vor? Ein Begriff übrigens, der in seinem inflationären Gebrauch sowieso völlig verfehlt ist.
        Erklären Sie also mal meiner Frau, was sie alles falsch macht, verblendet von gesellschaftlichen Rollenerwartungen (die niemand durchschaut, ausser Max Demian).
        Und erklären Sie mir, wo meine Frau in ihrem wirtschaftlichen Fortkommmen behindert wird.

  • Labskaus sagt:

    Ein Studium kostet viel Geld und ist häufig anstrengend. Ich habe natürlich auch studiert, weil mich das Thema interessiert hat, allerdings möchte ich doch auch das Gelernte anwenden. Wenn ich nur aus Interesse etwas lernen möchte, dann kann ich das ja auch ohne Studium machen. Ja, es ist Verschwendung von Ressourcen, wenn eine studierte Frau oder ein studierter Mann nach der Geburt für Jahre zuhause bleibt. Und es ist nicht die Aufgabe vom Staat oder der Firmen jeden Lebensentwurf ins kleinste Detail zu unterstützen. Selbstverwirklichung mit Studium und dann als Mami, bitte, aber dann nicht beschweren, dass das nicht alle so supi finden und jubeln.

    • Max Demian sagt:

      Konsequent rollengetrennte Eltern sollten ehrlicherweise ihren Töchtern ein Studium vorenthalten. Das wäre wenigstens ehrlich.

      Natürlich schockiert diese Sichtweise fast alle hier, nur tut die Gesellschaft und die Struktur nicht viel anderes, einfach ein wenig subtiler…

    • sonic sagt:

      Hm das finde ich zu kurz gedacht. Man leistet der Gesellschaft nicht nur einen Dienst, wenn man Geld verdient. Seit ich nicht mehr Vollzeit arbeite, fällt mir auf, wieviel die Menschen für die Gesellschaft tun, die eben nicht voll arbeiten. Wer in einem Umfeld wohnen möchte, wo nicht nur geschlafen wird, sondern funktionierende soziale Strukturen existieren, braucht Menschen, die sich auch neben ihrem Job für diese Gemeinschaft engagieren. Aber das müssen natürlich ganz sicher nicht nur Frauen sein!

      • Sportpapi sagt:

        Sehr richtig. Wobei hinter der Frau, sich sich gemeinnützig im Dorf engagiert, auch ein Mann steht, der genug für zwei verdient und ihr das ermöglicht.
        Und natürlich wäre es auch schön, Männer würden sich hier noch mehr engagieren.
        Allerdings fällt mir auf, dass bei den Männern dann nicht von Gratis- oder Carearbeit gesprochen wird, sondern abschätzig von Vereinsmeierei, von der Familie gestohlener Zeit etc.

      • Max Demian sagt:

        Leider wird die Welt nicht von Menschen geformt, die von Freiwilligenarbeit leben (wollen).

  • Vreni sagt:

    In England wo ich als Au Pair arbeitete obwohl die Hausdame nicht auswärts schaffte, schien es normal eine Au Pair zu haben. Das Paar war noch jung und somit denke ich nicht dass er sehr viel verdiente. Aber in der Schweiz will man einfach nicht jemand zu hause obwohl diese Lösung doch so praktisch ist.

    • Random Guy sagt:

      „So praktisch“, klar doch. Da kann die Mutter aus dem Haus, um Kohle zu verdienen, aber damits aufgeht, muss man doch wieder einer (jungen) Frau die mies bezahlte Care-Arbeit anhängen. Finde ich ein sehr nachhaltiges und faires Konzept.

    • 4000 meters above sealevel sagt:

      In dem Grossbritannien in dem ich lebte, war es üblich das beide arbeiteten – einer zumindest Teilzeit.
      Gerade bei Akademikern war das sehr normal.
      Die Kinder gehen auch früher in den Kindergarten und Schule als in der CH (P1 mit 4).
      Da bei Ihrer Familie ein Elternteil zu Hause blieb und diese sich trotzdem ein Au Pair leisten konnte, scheint sie eher wohlhabend gewesen sein.

    • 13 sagt:

      @ Vreni
      Ich kenne Familien mit au pairs und klar ist es in manchen Situationen sinnvoll, aber ja, ich möchte mich neben drei Kindern, Job, Haushalt etc. nicht noch um einen Teenager kümmern müssen und diesen auch noch anlernen. Ich bin jeweils nicht überzeugt, dass die Hilfe im Haushalt und bei der Kinderbetreuung den Aufwand rechtfertigt.

    • Katja sagt:

      Liebe Vreni
      Bitte lesen Sie sich einmal die Bedingungen durch, nach denen Aupairs in der Schweiz arbeiten dürfen. 15 Stunden pro Woche dürfen sie die Kinder betreuen OHNE dass ein Elternteil dabei ist; weitere 15 zusammen MIT einem Elternteil. Mit einem Aupair kann ich also 15 Stunden die Woche arbeiten, Arbeitsweg noch nicht eingerechnet. Mein Pensum ist 80%. Ich brauche für mein eines Kind damit mehr als 2 Aupairs.
      Wie soll das räumlich und finanziell klappen??
      Gar nicht – deshalb haben wir kein Aupair und nicht weil wir es nicht bei uns in der Wohnung haben möchten (im Gegenteil).

  • Vreni sagt:

    Wenn beide Akademiker sind kann man sich eine Gouvernante leisten die auf die Kinder schaut und einiges im Haushalt tut. Auch einmal pro Woche eine Putzfrau. Akademikerinnen arbeiten ja nicht nur fürs Geld aber weil ihr Job interessant ist. So sollte zwischen den beiden Eheleute genug Geld dasein um Personal zu finanziere. Kinder stets weggeben ist keine gesunde Lösung.

    • Jane Doe sagt:

      Ich finde es aber gesünder, wenn meine Kinder in einer Kita zusammen mit anderen Kindern von mehreren ausgebildeten Betreuern betreut werden als wenn sie alleine zu Hause mit einer mir (anfangs) fremden Person sind, die vielleicht keine Erfahrung mit Kleinkindern hat und überfordert sein kann.

    • sonic sagt:

      aha und wieso ist die Gouvernante besser als die Krippe, wo es noch andere Kinder hat?

      • Vreni sagt:

        sonic : einfach weil die Kinder dann zuhause bleiben können anstatt schon morgens um 6 oder 7 im Stress und im Bus zu sein !

      • Tamar von Siebenthal sagt:

        Also ich hätte meine Kinder nie einer fremden Einzelperson anvertraut. Weder einem Au-Pair (die sehr jung sind und oft schnell überfordert), noch einer Tagesmutter. Mir wäre es zu riskant, wenn keine „Kontrolle“ durch andere anwesende Erwachsene stattfindet.

  • Max Berchtold sagt:

    Gute Eltern sein hat wenig mit Bildung zu tun, sondern mit der eigenen erlebten Erziehung. Sprechen Sie mal mit Psychologen, welche Schäden Eltern anrichten können, und welche Chancen gute Eltern eröffnen. Die Elternzeit ist Mumpitz, wenn schon müssen Tagesschulen/Kitas finanziert werden, damit über die Jahre Mann/Frau nicht zu sehr angebunden werden. Universitäre Ausbildungen sind enorm teuer, und dazu gedacht F&E weiterzutreiben. Zahlen tun das auch Leute am Fliessband die etwas für den Export herstellen. Wenn aber Uni Abschlüsse nur noch Selbstzweck sind, so ist das volkswirtschaftlicher Unsinn. Im gelobten Land Schweden wird erwartet, dass Frau und Mann sofort wieder arbeiten gehen, um genügend Steuergelder für nächsten Empfänger bereit zu stellen. „Gratis“ gibt es nicht mal dort.

  • Nick Luber sagt:

    Wenn ein Elternteil ausschliesslich Familienarbeit leistet, bedeutet das üblicherweise, dass der andere Elternteil 100% erwerbstätig ist. Das führt automatisch zu Ungleichheit der Geschlechter sowohl im Familienleben (Elternteil zu Hause bewältigt die meisten Freuden und Leiden des Alltags mit den Kindern, das führt unbestreitbar zu einer tieferen Bindung) wie im Erwerbsleben (Chefs wissen, dass man auf diese Elternteile langfristig verlässlicher bauen kann).
    Solange bei diesem Familienmodell zu 99% die Frau daheim ist, hält dies die gesellschaftliche Ungleichbehandlung der Geschlechter in Beruf wie Familie aufrecht. Es mag für das einzelne Paar stimmen und jede/r sollte diesbezüglich Wahlfreiheit haben. Aber feministisch ist das nicht, das sollte man sich zumindest eingestehen.

  • Lina Peeterbach sagt:

    Habe den Blog eben nochmals gelesen, und mich stört noch ein anderer Aspekt ganz deutlich: die unterschwellige Aussage, dass Eltern, die arbeiten, ihren Kindern irgendwie subtil vermitteln, sie seien eine Last / zu wenig interessant oder was auch immer. Ich empfinde die Formulierungen klar als abschätzig arbeitenden Eltern gegenüber. Ich sehe es nicht als niedrig an, Kinder gross zu ziehen. Für mich ist das aber kein entweder-oder-Thema, sondern kann auch nebeneinander stehen: arbeiten UND liebende, zugewandte und aufmerksame Eltern sein. Warum sind zuhause-bleibende Eltern bessere Eltern als arbeitende? Es ist ja auch nicht so, dass arbeitende Eltern die Erziehung zu 100% auslagern. Ich jedenfalls kenne kein Kind, das 24/7 „fremdbetreut“ wird?!

    • Esther sagt:

      Lina : eben, weil die Eltern keine Zeit und Lust mehr haben und noch den Haushalt machen müssen wenn sie endlich daheim sind. Darum sagt man es sei nicht gut für die Kinder wenn beide arbeite und dass ein Kind viel besser zuhause aufgehoben ist als in einer Krippe. Solange die Mutter ihr Kind liebt und ihm Lebensfreude vermittelt.

      • Jane Doe sagt:

        Meine Kinder sind definitiv besser in einer Krippe aufgehoben (nur 2 Tage, also ganz ruhig) als bei mir als Vollzeit-Mami, denn dann würde ich alles andere als Lebensfreude versprühen….

      • Lina Peeterbach sagt:

        „Darum sagt man es sei nicht gut für die Kinder wenn beide arbeite und dass ein Kind viel besser zuhause aufgehoben ist als in einer Krippe. “ Wer ist denn *man*? Warum ist ein Kind per se zuhause besser aufgehoben? Und eben: meine Kinder verbringen 4 Tage/Woche zuhause, bei einem 60% Kita-Pensum. Ist das nun viel oder wenig? Und woher wissen Sie wann wir unseren Haushalt machen oder ob wir „keine Lust und Zeit mehr haben“!? Warum muss denn immer alles so schwarz-weiss sein? Warum kann es Kindern nicht gut tun, sowohl als auch zu haben, und den Eltern genauso? Liebe kann ich hoffentlich auch ganz viel vermitteln, wenn ich nicht 24/7 um sie herumwusle…

      • Toni sagt:

        Solange der Vater sein Kind liebt und ihm Lebensfreude vermittelt.

    • Martin Frey sagt:

      Mich stört einiges, Lina. Nicht nur ist der Beitrag sublim abwertend, wie richtigerweise erwähnt, er propagiert auch ein Rollenmodell welches antiquiert erscheint, und auch im hochgelobten Skandinavien kaum jemand lebt.
      Ich habe hohen Respekt vor Feministinnen die leben was sie predigen. Ich respektiere auch Leute die sich trotz langer Ausbildung in ihrer Rolle als Mutter, Hausfrau, mit meinetwegen etwas bloggen zurückziehen und damit glücklich sind. Es ist volkswirtschaftlich gesehen einfach schade um die teure Ausbildung,
      Was für mich einfach unglaubwürdig wirkt: als Trophy Wife grosse feministische Töne spucken.
      Zum Thema Akademiker: Ich wäre schon froh, würde jede/r zumindest mal soviel an Steuern der Allgemeinheit zurückgeben was die eigene Ausbildung gekostet hat.

  • seidenspinner sagt:

    Sie müssen das Kind ja nicht mit 5 Monaten in die Krippe bringen, aber warum bleibt nicht Ihr Mann zu Hause und schaut für Haus und Familie?!

    • Eva sagt:

      Weil es wie so oft ist: der Vater kann/will nicht Teilzeit arbeiten…
      Es ist einfach zum heulen.
      Wenn sich die Männer mehr zu Hause engagieren würden und ihren fairen Teil zur Familienarbeit beitragen würden, müssten nicht so viele Akademikerinnen zu Hause rumsitzen.

      • Sportpapi sagt:

        @Eva: Ich verstehe gerade nicht. Er will nicht, sie auch nicht, und deshalb muss sie?
        Wie kommts?
        Und wird nicht bei den meisten Paaren gemeinsam ausgehandelt, wer was macht?
        Ach ja, und da wären noch die Fälle zu besprechen, da die Frauen „nicht ihren fairen Teil bei der Erwerbsarbeit“ leisten, weil sie ihre Aufgabe vor allem zu Hause sehen..

      • Silvia sagt:

        Eva : die „müssen“ gar nicht ! Es gibt gutes und qualifiziertes Hauspersonal, warum will man immer alles selber machen ?

      • Max Demian sagt:

        So ist es, Eva. Deswegen wäre Elternzeit zu gleichen Teilen wichtig, wo sowohl Vater wie Mutter ein Arbeitsverbot, so wie es bei den Müttern ja heute schon ist, hätten. Das könnte die Situation tatsächlich ändern.

        @sportpapi – Sie verstehen Eva natürlich nicht, weil sie im Kopf, nach wie vor gefangener des Systems sind. Das war vor ein paar Wochen schon so und hat sich offensichtlich noch nicht verändert. Braucht halt Zeit – die geben wir Ihnen. Mindestens sind Sie interessiert.

      • Sportpapi sagt:

        @Max Demian: Sie sind ja lustig. Erstaunt es Sie nicht, dass jemand wie Eva alles durchschaut und Veränderungen wünscht, aber schon wieder zurücksteckt, wenn halt der böse Partner nicht will?
        Keine Akademikerin muss zu Hause „rumsitzen“ (was für eine Vorstellung!), wenn sie andere Pläne hat. Ist ja erwachsen und mündig, und kann ihr Leben selber führen.

      • Max Demian sagt:

        @sp
        ich habe Evas Votum als frustriert (zum heulen) und auch etwas ironisch empfunden (kann/will nicht). Fakt ist eben tatsächlich, dass sich Männer zu wenig gleichverpflichtend zu hause engagieren. Ich sage, das ist hauptsächlich der kultur und tradition geschuldet (dem etablierten system) . Sie, sp, würden vielleicht sagen, dass sei hauptsächlich der biologisch inhärenten Machoallüren des Mannes geschuldet…. ?

      • Sportpapi sagt:

        @Max Demian: Ich würde einfach mal die Perspektive wechseln: Fakt ist einfach, dass die Frauen nach wie vor zu wenig gleichverpflichtet sich um das Familieneinkommen kümmern. Warum auch immer.
        Und vermutlich wird in der Regel eine Rollenaufteilung gelebt, die den Interessen beider Elternteile am ehesten entspricht. Kein Wunder: Sie haben es ja auch als gleichberechtigte Menschen so miteinander vereinbart.

      • Sepp Manser sagt:

        @Eva: Statt immer gleich zu heulen wäre es vielleicht sinnvoller sich zu fragen, warum das so ist? Man liegt wie man sich bettet. Sind denn Akademikerinnen zu blöd bei der Partnerwahl oder werden alle an rückständige Patriarchen zwangsverheiratet?

    • Anna sagt:

      @sp: Fakt ist einfach, dass die Frauen nach wie vor zu wenig gleichverpflichtet sich um das Familieneinkommen kümmern.

      Ganz einfach: Weil Frauen im Erwerbsleben nach wie vor benachteiligt sind. Das Beginnt bei der Einstellung, geht weiter mit der Lohndifferenz, den weiteren Hindernissen zb weil Kinder noch Frauenangelegenheit ist. Es ist oft einfacher und finanziell Sinnvoller, wenn Sie reduziert. Lesen Sie mal das BBL 2016 6377. Frauen legen bei mehr wie 60% drauf, studierte Frauen legen bei mehr wie 40% Pensum drauf….

      Aja, und ich kann mitreden. Ich 60%, mein Mann 80%, ich trag mehr zum FamEinkommen bei. Schwer bei so Strukturen eine gleichberechtigte Parnerschaft zu leben. Und das trad. Rollenbild können sich nicht alle leisten…

      • Sportpapi sagt:

        @Anna: Sie machen es sich zu einfach. Die Benachteiligungen mag es geben, „bei gleicher Qualifikation eine Frau“ ist aber heute die Regel. Und Kinder sind nicht einfach Frauenangelegenheit, sondern Sie und Ihr Partner machen zu zweit aus, wie die Aufgaben verteilt werden.
        Würde man immer so ökonomisch handeln, wie es immer behauptet wird, würden Sie 100% arbeiten, und ihr Mann so viel es braucht, um das Einkommen zu optimieren.
        Aber so „modern“ wollten vermutlich weder Sie, noch Ihr Mann sein, oder? Aber im bestehenden Rahmen sind sehr viele Wahlmöglichkeiten vorhanden. Aber wie es aussieht, benachteiligen Sie sich gerade selber?

  • Colin Studegger sagt:

    ganz nüchtern betrachtet: universitäre Ausbildungen kosten sehr viel geld. dieses geld kommt fast zu 100% vom Steuerzahler. all die Frauen die eine langjährige akademische Ausbildung machen, dann aber mehrheitlich zu hause bei den Kindern bleiben, sind wirtschaftlich gesehen verlorenes Geld und auch verlorenes Wissen. Das spezifische akademische Wissen ist ja dann zudem als Erzieherin nicht mehr unbedingt wertvoll/brauchbar…

    • Peter sagt:

      Was wäre denn Ihre Lösung?
      – Personen, die ein Studium absolviert haben, dürfen keine Kinder kriegen.
      – Personen, die ein Studium absolviert haben, müssen trotz Kinder 100% arbeiten.
      – Personen, die studiert haben, müssen sich eine Partnerin suchen, die nicht studiert hat. Dann können sie 100% erwerbstätig bleiben, während die Partnerin zu den Kindern schaut.
      – …

      • Colin Studegger sagt:

        Natürlich ist es bis zu einem gewissen Grad ein Dilemma. Man/Frau sollte sich einfach gut überlegen, ob man dann wirklich auch darauf arbeiten möchte/wird. Ich kenne einige Freundinnen, die eine akademische Ausbildung gemacht haben, einfach weil es die Möglichkeit gab (und es irgendwie schon auch besser war, als irgendwo 100% zu arbeiten) gleichzeitig aber immer gewusst haben, dass sie bald man Kinder haben möchten und dann eigentlich auch mehrheitlich zu Hause bleiben werden. Sie haben sich nie überlegt, wie so ein Studium finanziert wird, weil sie auch nie damit konfrontiert wurden. Das finde ich sehr ignorantes und egoistisches Denken.

    • Vreni sagt:

      Peter : die Lösung ist einfach : ein Au Pair einstellen oder Gouvernante oder sonst eine Hilfe die Herz und Verstand hat. Ich finde man will sich einfach nicht helfen lassen hier obwohl manche gut verdienen. Schade. Es wäre doch allen geholfen ?

    • Anna sagt:

      Würde man Strukturen schaffen, die es erlauben, Job und Familie zu vereinbaren, würden mehr Frauen Arbeiten (bedingt auch die Möglichkeit von TZ für den Mann).

      Und ja, ich arbeite 60% und habe studiert. Mein Studium kostet 9’500 pro Jahr. Minus Studiengebühren 8’100, dh 40’500. Hab ich bereits als Steuern bezahlt. Dennoch, ihre Aussage führt dazu, dass man Frauen mit Kinderwunsch den Zugang zum Studium verbieten sollte, oder was wollen Sie sagen? Weshalb nicht an den Strukturen ansetzen, dass studierte Frauen einfacher Job und Familie vereinbaren können, ebenso die Männer?

  • Lina Peeterbach sagt:

    Ich finde die Autorin hat grundsätzlich recht wenn sie anprangert, warum uns als Gesellschaft die Betreuung des Allerwichtigsten – unseres Nachwuchses – so wenig wert ist. Im Zeitalter der Kleinfamilie kann aber m.M.n. die Lösung nicht sein, dass alle Kinder mit einem Betreuungsschlüssel von 1:1 – 1:2 betreut werden; das war im (zu Unrecht gelobten) „früher“ auch nicht so. Und „früher“ wurden Kinder übrigens viel weniger verhätschelt, sondern liefen irgendwie im Alltag mit. Was es braucht ist eine Aufwertung der Betreuungs- & Erziehungsberufe sowie eine Gleichbehandlung von Müttern & Vätern, z.B. mit einem Erziehungsurlaub. Dies muss aber auch innerhalb der Familien gelebt werden. Wir streiten z.B. nie wenn ein Kind krank ist: Wessen Termine weniger wichtig sind bleibt. Simpel.

    • Lina Peeterbach sagt:

      Als Präzision: ich fordere keinen Erziehungsurlaub von x Monaten oder gar Jahren. Ein gutes Konzept für den Wandel der gesellschaftlichen Wahrnehmung fände ich z.B
      eine Elternzeit anstatt Mutterschaftszeit. 14 Wochen frei aufteilbar zwischen beiden Eltern. Das würde den Fokus von den *Müttern als Hypothek* auf die Eltern ganz allgemein legen.

      • Martin Frey sagt:

        Die FDP hat genau das vorgeschlagen: ein Elternurlaub von 16 Wochen: bezahlbar, vernünftig, gleichberechtigt wählbar je nach Bedürfnis des Elternpaares.
        Bei den anderen Parteien fand dies keine Gnade. Auch bei denen, die aktuell viel von Elternurlaub reden.

      • Tanja sagt:

        Ich sehe das mit dem freien Aufteilen einer Elternzeit ganz kritisch. Es braucht meiner Meinung nach in unserer Gesellschaft erstmal einen Anstoss für die Väter, sich vollwertig in der Familie zu engagieren. Daher plädiere ich neben dem Mutterschaftsurlaub auch für einen Vaterschaftsurlaub, der verfällt, wenn er nicht genutzt wird und nicht auf die Mutter übertragen werden kann. Den sonst zementieren wir die Verhältnisse nur noch mehr.

      • Max Demian sagt:

        Einziger Einwand meinerseits: wenn es frei aufteilbar ist, werden aufgrund der Kultur und der Tradition die Frauen 90% der Zeit für Elternzeit beanspruchen und die Väter den Rest. Es braucht zusätzlich einen Zwang für die Männer, bzw. ein Arbeitsverbot, ähnlich dem der Mütter.

      • Röschu sagt:

        @Max Demian
        Mit anderen Worten: Es soll also mittels Gesetz die Minderheitenmeinung von Max Demian zementiert werden? Was die Mehrheit (gemäss Ihnen 90%) will ist unerheblich? Und das wird dann als Wahlfreiheit deklariert?

      • Sportpapi sagt:

        @Max Demian: Die unterdrückten Frauen werden das einfach für sich beanspruchen, wo doch ansonsten immer nur die Männer das sagen haben, in unserer patriarchalischen Gesellschaft?
        So etwas wie Biologie gibt es nicht neben Kultur und Tradition (oder gar als deren Grundlage?)

      • Max Demian sagt:

        @röschu. Ich bin der Letzte, der demokratische Prozesse aushebeln würde. Entsprechend nein. Es gilt demokratische Überzeugungsarbeit zu leisten und auf die systemstische Diskriminierung der Frauen in der Arbeitswelt aufmerksam zu machen.
        Dass es einer Mutter verboten wird zu arbeiten, einem Vater aber nicht mag zwar biologische Gründe haben, heutzutage allerdings immer weniger, führt aber auch zu eben erwähnter systematischer Benachteiligung.

    • Hans Meier sagt:

      „Ich finde die Autorin hat grundsätzlich recht wenn sie anprangert, warum uns als Gesellschaft die Betreuung des Allerwichtigsten – unseres Nachwuchses – so wenig wert ist.“ Wir reden hier von Akademiker, also den Bestverdienenden in einer Gesellschaft. Warum genau soll nun die Gesellschaft für deren Nachwuchs finanziell aufkommen? Wenn es offensichlich jemandem wenig wert ist, für die paar Jahre Fremdbetreuung das nötige Geld aufzubringen, dann sind das die Akademiker-Eltern selbst. Die sollen sich selbst an der Nase nehmen und nicht nach Quersubventionierung durch die Gesellschaft schreien, nur damit sie selbst finanziell auf möglichst wenig verzichten müssen. Verquere Welt, solche Forderungen.

      • Lina Peeterbach sagt:

        Sie missverstehen mich. Ich erwarte nicht, dass die Gesellschaft für mich meine Betreungskosten übernimmt. Aber ich finde es traurig, dass Erziehungs- und Bildungsberufe grundsätzlich eher am unteren Ende der Lohnskala stehen. Wir kommen für unsere gesamten, hohen Betreuungskosten selbst auf, da wir gut verdienende Akademiker sind, und finden das auch völlig in Ordnung. Schade finde ich, dass unsere Kita-Betreuer einen solch niedrigen Lohn für ihre wichtige Arbeit erhalten.

  • Martin Frey sagt:

    Feministisch reden, reaktionär leben, und die Steuerzahler sollen es bezahlen.
    Na dann… 😀

    • Lina Peeterbach sagt:

      Aber Martin, sie lebt doch nicht reaktionär: sie ist Bloggerin und freischaffende Journalistin – ist doch total modern und feministisch! 😉

  • Leila Taleb sagt:

    Vielleicht weil man bis 30 auf der Tasche des Staates gelegen hat (Gymnasium, Bachelor, Master, Doktorat, postDoc) und die Allgemeinheit dafür bezahlt hat. Die Studiengebühren decken in der Schweiz nur die administrativen Kosten und nicht das eigentliche Studium. Endlich alles im Sack, dann wird nicht gearbeitet weil man sich lieber um die Kinder kümmert. Naja, ich kann das verstehen, dass es die Allgemeinbevölkerung etwas stört.

    • Thea sagt:

      Ähm mit Verlaub Frau Taleb. Gymi bis Diplom wurde mir von der Allgemeinheit bezahlt. Aber Doktorat und Postdoc wurde vollumfänglich aus Industriegeldern bezahlt und die von mir bezahlten Steuern gingen dabei an den Staat zurück.
      Ich habe trotz Kindern immer gearbeitet, bis ich nach 10 Jahren Doppelbelastung ein Burnout hatte. Jetzt arbeite ich leider krankheitsbedingt nicht mehr. Auch nicht wirklich erstrebenswert, oder?

      • Leila Taleb sagt:

        Es kommt auf die Branche an. In den Naturwissenschaften sind viele Doktorate und posDoc Stellen vom Schweizerisches Nationalfonds finanziert (sprich von den Schweizer Steuerzahlern). Es gibt nur wenige Doktoratsstellen in der Industrie. Es tut mir ja leid für Ihr Burn-out, aber wieso spricht man nur bei Frauen von „Doppelbelastung“?

        „Auch nicht wirklich erstrebenswert, oder?“ Fragen Sie das auch einen Mann? Ihre Aussagen suggestieren für mich folgendes: Mütter=langer Ausbildungsweg=Doppelbelastung=Burnout= nicht erstrebenswert
        Oder habe ich da etwas falsch verstanden?

      • Leila Taleb sagt:

        Ich kenne einige Leute, die bei einem niedrig Lohn Job in einem 80% Pensum ein Burnout bekommen haben und die waren kinderlos (wobei es keinen Sinn ergibt von Einzelbeispielen auf die Allgemeinheit zu schliessen). Ausserdem existiert Burnout als Diagnose nicht. Es ist vielmehr eine Depression, die jeder bekommen kann (das wäre aber wieder ein anderes Thema).
        Auch nicht wirklich erstrebenswert, oder?

  • Bernadette Glauser sagt:

    Ich habe in Schweden, dem angeblich feministischen Paradies, gewohnt, wo das sozialistische Modell Mutti-an-die-Arbeit-Kind-in-die-Krippe nach der großzügigen Elternzeit voll durchgezogen wird. Teilzeitarbeit wird als Frauenfalle und Hausfrauen als Gesellschaftsschmarotzer dargestellt. Jede muss ran, auch die Supermarktkassiererin, es geht hier nicht um berufliche Selbstentfaltung. Dank Rentensplitting muss jede Frau ihre eigene Pension zusammenschuften und kann sich keine Lücken erlauben. Ich habe noch nie so viele ausgebrannte Frauen gesehen wie da. Das ist das andere Extrem, was so viele in der Schweizgerne hätten. Aber hütet euch, es gibt Risiken und Nebenwirkungen!

    • Lane sagt:

      Danke für diesen Hinweis!
      Es geht eben nicht nur um einen bezahlen Elternurlaub, sondern darum, dass Kinder während der ganzen Kindheit viel Arbeit bedeuten. Meiner Meinung nach sind das bei zwei Kindern mind. 50 Prozent, die idealerweise auf beide Eltern (je 25-30 Prozent zu Hause) verteilt werden. Dass zwei 100% Pensen plus Kinder nicht funktionieren können ohne dass Eltern ausbrennen, ist ja eigentlich logisch….
      Ich glaube auch, dass wir in der CH mit einigermassen guten Möglichkeiten zu Teilzeitstellen und hohen Löhnen (!) im Vergleich mit dem Ausland recht gut fahren.

    • Reto Stadelman sagt:

      Wo Feminismus von Kapitalismus dominiert wird, braucht man sich über Burnouts nicht zu wundern… Übrigens ist das ein Fehler den viele linke Kosmopoliten gerade begehen. Man ist ja gebildet, wohlhabend und versteht den Markt. Also glaubt man Soziales und Kapitalismus zu vereinen und wird zum Steigbügelhalter wohlhabender Kosmopoliten, welche sich das leisten können. Die Arbeiterschicht innerhalb des ursprünglich eigenen Kulturkreises, welche man ignoriert und als primitiv abtut, wandert währenddessen in die offenen Arme rechter oder sogar populistischer Parteien. Na dann: Prost!

  • tststs sagt:

    „Verächtlich“?
    WOW. Ja, in der Schweiz gibt es IMHO Verbesserungspotential, aber „verächtlich“?
    Ok, mit diesem Blickwinkel überrascht es mich nicht, dass „Mutter“ für sie gleichgesetzt wird mit „sich zu Hause um die Kinder kümmern“.

  • Sportpapi sagt:

    Es sind doch nicht die Männer, die Haus- und Erziehungsarbeit wenig wertschätzen. Im Gegenteil.
    Insofern sehe ich eine Feministin, die den Feminismus kritisiert. Warum versteht sie sich denn als eine?

    • 13 sagt:

      „Es sind doch nicht die Männer, die Haus- und Erziehungsarbeit wenig wertschätzen. Im Gegenteil.“
      Dem ist natürlich zu widersprechen, aber darum geht es in erster Linie nicht. Irgendwann sind wir soweit, dann merkt auch der Letzte, dass der Feminismus kein Kampf gegen die Männer ist….

      • Sportpapi sagt:

        @13: DEN Feminismus gibt es ja gar nicht, wie wir immer wieder hören.
        Aber der lautstarke, der uns auf allen Ebenen begegnet: Doch, das ist vielfach ein Kampf gegen Männer. Und zumindest keiner für sie.
        Deinen Widerspruch hätte ich natürlich gerne gelesen…

      • 13 sagt:

        @ SP
        „Der Feind des Feminismus sind nicht die Männer. Es ist das Patriarchat. Und das Patriarchat sind nicht die Männer. Es ist ein System, wobei Frauen genauso gut das patriarchale System unterstützen können wie Männer den Kampf für eine Geschlechtergleichberechtigung unterstützen können.“ (Justine Musk, frei übersetzt).
        Ich finde das trifft es sehr gut, eine schöne Zusammenfassung, unabhängig ob sich Feminist*innen in jedem Detail immer einig sind. Das ist keine Strömung. Aber diese Grundbasis besteht. Da ist man sich einig und daran gibt es eigentlich nichts zu rütteln. Ausser natürlich man sieht ein Infragestellen der Privilegien als Kampf gegen ein Geschlecht oder gar Diskriminierung an. Dann wird es natürlich schwieriger.

      • 13 sagt:

        Aber so oder so: Es ist irgendwie komisch, wenn Feminismuskritiker sich das Recht herausnehmen, den Feminismus zu definieren, um dann zu behaupten, Feministinnen würden sich widersprechen, obwohl sie ja dieser Definition ja nie zugestimmt haben. Als wüssten diese besser, welche Definition denn passt, als Mitglieder einer Bewegung…..es gibt dafür ein schönes Wort, aber ich lasse es jetzt mal 😉

      • Sportpapi sagt:

        @13: „Ausser natürlich man sieht ein Infragestellen der Privilegien als Kampf gegen ein Geschlecht oder gar Diskriminierung an.“ Nein. Unberechtigte Privilegien sollen alle abgeschafft werden. Aber dafür müssen sie erst mal wirklich bestehen, und nicht nur behauptet werden. Und wenn dann eine Bewegung auf einem Auge blind ist, und erstaunlicherweise nur bei einem Geschlecht Privilegien erkennt, die bekämpft werden müssen, dann haben wir ein Problem mit der Glaubwürdigkeit. Und wenn dann gar noch Vorschläge bekämpft werden, die solche Privilegien abbauen sollen, nur weil es für einmal Frauen betrifft, dann sowieso.
        Es ist eben ein Unterschied zwischen Verlautbarung, Glaubenssätzen und dem erkennbaren Fordern und Handeln. Vielleicht liegt es an den falschen Prämissen?

      • Sportpapi sagt:

        @13: Und nichts liegt mir ferner, als den Feminismus definieren zu wollen. Ich beschreibe nur, wie er auftritt, wie er wirkt. Aber interessanterweise ist ja heute jede Frau irgendwie Feministin (abgesehen von den wenigen, die sich explizit nicht so sehen). Und jegliche Kritik wird abgewiesen mit dem Argument, dass es „DEN“ Feminismus gar nicht gibt.

      • 13 sagt:

        @ So
        Nein. Eher so:
        Unberechtigte Privilegien sollen alle abgeschafft werden. Aber dafür müssen sie erst mal wirklich anerkannt, und nicht verleugnet werden. Und wenn dann konservative Kräfte auf diesem Auge blind sind, und wenn überhaupt nur bei einem Geschlecht Privilegien erkennt, die bekämpft werden müssen, dann haben wir ein Problem mit der Glaubwürdigkeit. Und wenn dann gar noch Vorschläge bekämpft werden, die solche Privilegien abbauen sollen, nur weil man sie eben nicht anerkennt oder behauptet, die Frauen wollen es ja so, dann sowieso. Dann glaubt man eben mehr, man wolle wirklich eine Gleichberechtigung. Mit Ausnahme derjenigen, die auf diese Polemik reinfallen.

      • Sportpapi sagt:

        @13: Lustig. Aber beginn deine Argumentation doch damit zu zeigen, wo Feministinnen sich für den Abbau weiblicher Privilegien bzw. nachgewiesenen männlichen Diskriminierungen einsetzen.
        Findest du ein Beispiel?
        Beispiele, wo sie sich gegen die Abschaffung solcher weiblichen Privilegien gewehrt haben, gibt es hingegen mehrere.

  • Tamar von Siebenthal sagt:

    Da kann ich nur widerholen: Augen auf bei der Partnerwahl. Wenn man schon immer wieder betonen muss, eine Feministin zu sein, warum wählt man dann nicht einen Partner, der keine grosse Karriere anstrebt, sondern noch so gerne Familienmann wäre? Liegt es vielleicht daran, dass dann gerade Frauen, welche sich beklagen, wie geächtet Familienarbeit ist, selber solche Männer verachten?

    Man kann es nicht oft genug sagen: Gleichberechtigung heisst nicht, alles haben zu können, sondern wählen zu dürfen.

    Männer handhaben es seit jeher so, Partnerinnen zu wählen, die ihnen den Rücken frei halten. Wenn angeblich emanzipierte Frauen das nicht ebenfalls tun, ist weder die Gesellschaft schuld, noch der böse Arbeitgeber, sondern nur die Frau selber.

    • Tamar von Siebenthal sagt:

      Und wenn Frau plötzlich dieselbe Arbeitsstelle in einem Teilzeitpensum erledigen kann, frage ich mich, warum sie dann vorher 100% Lohn bezogen hat, für ein Arbeitspensum, welches offenbar locker in der Hälfte geschafft werden kann.

    • Leila Taleb sagt:

      @ Tamar von Siebenthal
      Die Berufstätigkeit sollte für Mütter wie auch für Väter möglichst attraktiv bleiben. Wie oft ist es schon schief gelaufen in sogenannten Familien mit einem Haupternährer (in der Schweiz ist es mehrheitlich der Mann)? Der andere Elternteil steht dann mit Nichts da, wenn die Ehe auseinander bricht. Da hilft auch das absolvierte Studium vor x Jahren nicht viel.

      • Tamar von Siebenthal sagt:

        @ Leila Taleb

        Ich meine damit nicht ein Familienbetreuer-Dasein und Vollversorgung durch den Partner/Partnerin vom Ringtausch bis zur Bahre, sondern dass es bei Gutverdienern möglich sein sollte, dass ein Elternteil ein bis drei Jahre sich der Familie widmen kann. Dass man nach ein paar Jahren nicht wieder in einen Beruf einsteigen kann, wenn man sich auf den Wiedereinstieg gut vorbereitet, glaube ich schlicht nicht. Schliesslich gibt es ja auch Leute, welche ihre Berufe wechseln.

        Ich glaube, es liegt am Anspruchdenken, wenn man vor 3 Jahren auf Position xy aufgehört hat zu arbeiten und denkt, man kann direkt wieder auf derselben Stufe einsteigen.

      • Tamar von Siebenthal sagt:

        @ Leila Taleb

        Anstatt sich um Stellen zu bewerben, welche realistisch sind, strebt man Höhenflüge an und ist lieber arbeitslos und jammert, anstatt eine etwas untergeordnete Arbeit zu verrichten, wie Millionen andere Leute auch. Hach nein! Man ist ja schliesslich Akademiker und zu gut für alle und alles.

      • Leila Taleb sagt:

        Die Lebensumstände können sich schnell ändern, obwohl man vor dem Kinderkriegen gewisse Absprachen mit dem Partner gemacht hat. Es kommt gelegentlich vor, dass die Absprachen nicht eingehalten werden.
        Das „Dran-Bleiben“ im Arbeitsprozess ist in gewissen Branchen ein „Muss“. Das hat nichts damit zu tun, dass man sich zu „gut“ für etwas findet. Man ist sehr schnell zu teuer, überqualifiziert und zu spezialisiert.

    • Klärli Benz sagt:

      @ von Siebenthal. Grundsätzlich gebe ich Ihnen Recht. Jedes Paar sollte hälftige Aufteilung von Erwerbs- und Hausarbeit, gegen widrige Umstände, durchsetzen. Nur wird ja nicht immer eingehalten, was abgesprochen wurde.
      Zudem wäre es sicher hilfreich, wenn die widrigen Umstände durch Massnahmen in Wirtschaft und Politik minimiert würden.

      • Tamar von Siebenthal sagt:

        @ Klärli Benz

        Davon, dass viel versprochen wird und nichts gehalten, kann ich ein Lied singen. Irgendwann habe ich die Konsequenzen gezogen.

        Wieso bleibt man bei einem Partner, der einem verspricht, den Rücken freizuhalten, damit der/die andere Karriere machen kann?

        Irgendwie scheint mir, die angebliche Emanzipation scheitert immer wieder daran, dass man sich als Frau von Männern alles gefallen lässt, egal wie intelligent und gut ausgebildet eine Frau ist.

        Ich will ja nun nicht jeder Frau raten, sich scheiden zu lassen, wenn der Mann ihre Karierre topediert, aber mich dünkt, dass Frauen offenbar noch immer unter dem Deckel des Mannes sind und auf deren Wohlwollen angewiesen sind. Was bitte ist hier Gleichberechtigung, Emanzipation und Wertschätzung in der Partnerschaft?

      • Sportpapi sagt:

        @Klärli Benz: Hälftige Aufteilung von Erwerbs- und Hausarbeit, und vor allem Kinderbetreuung, ist vermutlich bei den wenigsten Paaren wirklich angestrebt.
        @Tamar: Frauen, die nach der Geburt all ihre Pläne über den Haufen werfen und nicht mehr im abgesprochenen Pensum zur Arbeit zurückkehren kenne ich auch einige. Von wegen sich nicht an Abmachungen halten. Aber das ist natürlich etwas anderes, oder?

    • 13 sagt:

      @ Tamar
      Ach so, und warum haben Sie keinen Partner zum Kinderkriegen gewählt, der Interesse an den Kindern hat und den sich nicht ein paar Jahre später jeweils als „Erzeuger“ bezeichnen? Ich bin wieder einmal sehr überrascht, wie hart Sie ins Gericht mit anderen gehen.
      Dass Absprachen notwendig sind und Vorstellungen auch schon vor der Geburt besprochen werden, ist ohnehin so und nicht vom System abhängig. Aber doch wäre es sinnvoll, ein System zu haben, welches eben keine komplette entweder-oder-Wahl beinhaltet.

      • Röschu sagt:

        @13
        „Aber doch wäre es sinnvoll, ein System zu haben, welches eben keine komplette entweder-oder-Wahl beinhaltet.“
        Und genau das haben wir hier in der Schweiz: persönliche Wahlfreiheit bezüglich Lebensmodell.

      • Sportpapi sagt:

        Wir haben ein System, das eine komplette Entweder-oder-Wahl beinhaltet?
        Dann muss ich in einem anderen leben…

      • 13 sagt:

        @ SP
        Ja, das tust Du. Weil Männer in der Schweiz noch nie zwischen Kindern und Karriere wählen mussten….

      • Sportpapi sagt:

        @13: Selbstverständlich musste auch ich zwischen Familie, wie ich sie leben wollte, und Karriere wählen. So wie du auch.
        Der Punkt ist, dass für viele Frauen Karriere, wie Männer sie leben, gar keine Option ist. Sie wollen nicht wählen. Ich verstehe das, es ist und bleibt aber selber gewählt.
        Ausser du würdest da plötzlich biologische Gründe ins Feld führen…

    • Anna sagt:

      Ist es so schwierig zu verstehen, dass das Ziel nicht ist, sich als Frau wie ein Mann zu benehmen und sich einen Hausmann anzulachen, sondern dass sich Familie und Beruf fürBEIDE vereinbaren lassen? Und wenn ich ihren Kommentar lese, schmerzt es wirklich, dass Frauen in dem Land so dermassen kurzsichtig sind.

      Und die von ihnen propagierte Wahl sollte ja wohl nicht sein traditionelles Rollenbild mit Hausfrau oder Hausmann….

  • Sisifee sagt:

    Es ist Luxus, darüber zu diskutieren, ob man als Mutter arbeiten geht oder nicht. Oft braucht es beide Einkommen.
    Ansonsten bin ich einverstanden: Elternzeit, Teilzeitstellen auch auf höheren Kaderstufen würden den gesellschaftlichen Prozess, sich die Care-Arbeit zu teilen, beschleunigen. Es ist allerdings auch so, dass es die „Hausfrau und Mutter“ historisch gesehen erst seit dem 20. Jahrhundert gibt.

  • Lorena sagt:

    Familie zu haben ist Privatsache. Dass Kinder aufzuziehen kein Spaziergang ist, sollte jedem klar sein. Wenn Sie den Aufwand scheuen, lassen Sie es sein. Zu erwarten, dass die anderen dafür blechen, dass Sie in der Hängematte Ihr Familienleben frönen, ist zutiefst unsolidarisch.

    • Reto Stadelman sagt:

      Eine Privatsache mit grossem sozialen Sprengpotential. Entscheiden sich nämlich immer mehr gegen diese „Privatsache“, dann sinkt die Geburtenrate mit gravierenden Folgen. Darum ist Familie wohl eher mit unentgeltlicher Verbandsarbeit zu vergleichen als mit einer reinen Privatsache, ohne diese die Gesellschaft langfristig nicht funktionieren könnte.

      • Max Demian sagt:

        Wenn eine Gesellschaft entscheidet, dass es sich nicht lohnt Kinder zu bekommen (emotional, finanziell, etc.) dann sollte man das aus meiner Sicht respektieren.
        Wenn allerdings eine Gesellschaft ein System aufbaut, indem Frauen tendenziell und systematisch von gleichberechtigter Erwerbstätigkeit ausgeschlossen werden, dann betrügt man 50% der Gesellschaft. Und das systematisch.

    • Muttis Liebling sagt:

      ‚Familie zu haben ist Privatsache‘

      Nein, das ist es nicht. Familie und Kinder haben ist Bürgerpflicht wie Erwerbstätigkeit. Deshalb fördern Staaten die Familien, deshalb überhaupt gibt es Diskussion um die gleichgeschlechtige Ehe. Weil die Familie eine nichtprivate privilegierte Lebensform ist, welche Gesellschaften unverzichtbar ist.

      Das Individuum ist für die Gesellschaft verzichtbar.

      • Sepp Manser sagt:

        @ML: „Familie und Kinder haben ist Bürgerpflicht wie Erwerbstätigkeit. “ Wo genau steht das in der Bundesverfassung?

  • Gerry Iger sagt:

    Mütter (& Väter): ein ökologisches Desaster. Jedes Kind ist ein riesiger Umweltbelaster, 25x mehr als ein Auto, ~ 40x mehr als ein Interkontinentalflug. Die Welt is überbevölkert, und die Überbevölkerung kommt von JEDEM Kind. Deshalb Kinder als Privatvergnügen ansehen, und so auch von den Verursachern (= Eltern) voll zu bezahlen. Ich hätte auch gerne mal Hundezeit, oder Klavierzeit, oder …, aber nur die Fortpflanzen bekommen noch für ihren Egoismus Vergütungen.
    Es ist höchste Zeit das Eltern ähnlich wie Raucher angegangen werden.

    • Linus Helfenstein sagt:

      Blablabla. Und natürlich werden Sie mit 65 keinen Franken AHV und keine EL beziehen (das wird ja alles von „ökologischen Desastern“ finanziert – sind Sie übrigens keines, sondern nur wir Normalos?).

  • Niklas Meier sagt:

    Eigenverantwortung wäre mal was Feines.
    Warum staatlich finanzierte Elternzeit? Wenn man Kinder will und Karriere machen (egal ob nun Mama oder Papa) und dabei die Kinder nicht fremdbetreuen lassen will, hat das nun mal einfach Folgen.
    Wenn ich lieber 50% arbeiten will um meinem Hobby nachgehen zu können, dann schreie ich auch nicht nach einer staatlichen Lösung, finanziert vom Steuerzahler.
    Und wenn frau sich nicht durchsetzen kann, dass sie nicht alle Erziehungsarbeit leisten will, dann sollte frau daran arbeiten und nicht nach staatlicher Regulierung schreien.

    • Reto Stadelman sagt:

      Naja Herr Meier, Kinder zu bekommen wird in unserer Gesellschaft gerne als eine private Angelegenheit dargestellt. In Zeiten des Überflusses und des 8 Milliarden Planeten verstehe ich das sogar. Aber faktisch sind Kinder nicht so unpolitisch oder gesellschaftlich irrelevant wie Sie das darstellen. Und ein „Hobby“ sind Kinder auch nicht wirklich. Noch vor 50 Jahren galt es als Pflicht der Frau eine Familie grosszuziehen. Als unentgeldliche aber wichtige Arbeit. Heute werden Kinder mit Haustieren gleichgesetzt. Logisch betrachtet ein schwerer Fehler.

      • Niklas Meier sagt:

        Kinder zu bekommen oder nicht, ist eine Wahl. Aus Amen.
        Verhütung, Abtreibung, Recht über den eigenen Körper.
        Aber wenn man sich für ein Kind entscheidet, dann die Allgemeinheit in die Pflicht nehmen wollen.
        In der BV wird das Kinderkriegen durch die Entbindung von der Wehrpflicht gewürdigt. Würde man das Mamasein privilegieren wollen, müsste man Väter auch von der Dienstpflicht befreien.
        Man muss auch immer bedenken: die Mehrheit arbeitet nicht beim Staat. Es werden also hier Eingriffe in die Privatfirmen verlangt. Wo alles verstaatlicht wurde und wie das geendet hat, wissen wir alle.

    • Denise Gex-Collet sagt:

      Schön Herr Meier, dass sie dann auch die freie Wahl haben auf Altersbetreuung zu verzichten. Sie verzichten sicher auch freiwillig auf den wirtschaftlichen Nutzen, den diese Hobbykinder ihnen einmal bringen werden.
      Ich gebe ihnen einen gratis Tip: gehen sie in die Vogelperspektive; dann sehen sie das komplexe Thema Kinder vielleicht etwas klarer.

  • Lane sagt:

    Dank für diese Stellungnahme! Wie Sie bin ich der Meinung, dass Care-Arbeit anspruchs- und wertvolle Arbeit ist. Dass es bisher nicht gelungen ist, diese Meinung gesellschaftlich zu etablieren, ist tragisch. Ich glaube heute, dass es nur über die Bezahlung von privater Care-Arbeit und einer Pflicht für alle Menschen 20-30 Prozent Care-Arbeit für Kinder oder (ältere) Pflegebedürftige zu verrichten, zu einer Haltungsveränderung bezüglich Wertschätzung kommen kann.
    Bis dahin ist es ein weiter Weg: Vielen Dank, dass Sie den Weg auch öffentlich gehen und sich der Kritik aussetzen!

  • Max Demian sagt:

    Jedem das seine, jeder das ihre!

    Das wirklich erstaunliche in einen angeblich feministischen Blog ist, warum denn der Vater nicht die so wichtige Care Arbeit leistet und die nächste Generation gross ziehen soll. Nicht in der beschriebenen Familie, nicht in der Statistik. Fast nirgendwo. Die Frage wird erst gar nich gestellt.

    Und übrigens, Teilzeitjobs werden nicht in Personalabteilungen geschaffen, sondern von Linienvorgesetzten und Abteilungsleiterinnen. Aber solange es natürlich keine Frauen in diesen Positionen gibt… braucht man nicht lange zu überlegen.

  • Colisa sagt:

    Man studiert ja, damit man das studierte auch anwenden kann, natürlich kann man das auch, wenn die Kinder etwas grösser sind. Das Beispiel der Waffenherstellungsfirma ist gar etwas weit hergeholt.
    Na dann , guten Wahlkampf!

    • Martin Frey sagt:

      Das ist Wahlkampf. Sehr durchsichtig, das ganze.
      Fairerweise hätte es im disclaimer noch lauten müssen „.. ist Frau von…“
      Halt wie in den guten alten Zeiten 😉 wo Frau sich in ihrer Rolle über Kinder und Ehemann definierte.

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