Was ich meinen Söhnen nicht beibringen kann

Manches müssen Söhne von ihren Vätern lernen – oder auch nicht. Bei diesen 5 Dingen sind die Jungs unseres Autors auf sich alleine gestellt …

Worauf wartest du, Papa? – Wir sollten endlich Vegetarier werden, mein Sohn! Foto: iStock

1. Autofahren

Als Stadtkind versprach der Führerschein mit 18 Jahren mehr öde Theorie- und Fahrstunden als grosse Freiheit. Auch die holprigen ersten Kurven, welche ich im Auto meines Vaters auf einem Parkplatz drehte, weckten weder ungeahnte Talente noch Gelüste aufs Leben als motorisierter Verkehrsteilnehmer.
Nach einigen elanlosen Fahrstunden brach ich die Übung deshalb ab und friste seither ein komfortables – wenn auch etwas asoziales – Dasein als Beifahrer.

Meinen Kindern hätte ich natürlich erzählen können, mein Nicht-Fahren sei ein Öko-Statement. Oder ich habe schon als Teenager das Potenzial selbstfahrender Autos vorausgesehen. Stattdessen bin ich bei der Wahrheit geblieben: Zu faul. (Dafür ehrlich).

2. Berggipfel benennen

Egal welcher Berggipfel, egal welcher Fluss oder See – mein Vater kannte den Namen. Diese Superkraft beeindruckte mich schon als Kind, zumal er sich sein Wissen nicht in irgendeinem Hochschulstudium, sondern mit dem mühsamen Studieren von Karten selber angeeignet hatte. Umso verwunderlicher, dass rein gar nichts davon bei mir hängen geblieben ist. Fragen wie «Papi, wie heisst dieser Berg dort?» beantworte ich darum mit: «Wer hat Lust auf ein Schoggistängeli?»

3. Sachen reparieren

Ich habe zwei linke Hände. Zumindest vermute ich das, da ich sie seit dem Werkunterricht eigentlich nie mehr als Werkzeuge genutzt habe. Irgendwie schade, denn Dinge zu reparieren oder selber zu bauen, bedeutet, sie besser zu verstehen. Somit ist mein praktisches Manko wohl auch eine Wissenslücke.

Gott sei Dank lässt sich diese heutzutage aber einigermassen einfach stopfen. Egal ob Velopneu-Wechsel, Lampenmontage oder Flugzeugturbinensanierung – auf Youtube findet sich für alles ein Spezialist. Fazit: Nur mit Handy ein handy man.

4. Tiere töten

Mein Papa begleitete seine Kollegen zwar gerne zur Jagd, drückte sich aber stets vor dem entscheidenden Schuss. Wie schon meinem Vater fehlt auch mir das Archaische. Das Erlegen, Ausbeinen oder Ausnehmen von Tieren überlasse ich darum gerne Metzgern, Köchen und anderen Blutsbrüdern. Feige? Stimmt. Und ein Grund mehr, endlich Vegetarier zu werden.

5. Fussball spielen

Auf die skurrile Auswahl von Sportarten, die ich in meiner Jugend betrieben habe, möchte ich an dieser Stelle nicht eingehen. Nur so viel: Fussball gehörte nicht dazu.

Mancher Tschuti-Bueb mag sich daher vielleicht über meine Ballkünste krummlachen. Für meine Söhne wars allerdings halb so schlimm. Denn ich habe mit ihnen zusammen das Fussballspielen geübt, (einigermassen) gelernt – und sogar Spass daran gefunden. Der Nachteil: Langsam, aber sicher haben mich beide überholt. Wenn ich nicht ein drittes Kind zeuge, gehen mir bald die bezwingbaren Gegner aus.

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